An einem schönen Sommermorgen ... - Otto Mellies - E-Book

An einem schönen Sommermorgen ... E-Book

Otto Mellies

4,6

Beschreibung

Bei der Aufnahmeprüfung an der Schauspielschule schummelte er ein Jährchen auf sein tatsächliches Alter drauf und trug mannhaft seinen Text vor. Das Urteil der Kommissionsvorsitzenden, der berühmten Schauspielerin Lucie Höflich, traf ihn wie ein Donnerschlag: »Gott, ist das Bübchen süß!« Doch der erlösende Anruf kam. So begann die Schauspielerkarriere von Otto Mellies, der zu einem bedeutenden Protagonisten am Deutschen Theater wurde und als Charakterdarsteller in zahlreichen Filmrollen überzeugte. In seinen lange erwarteten Memoiren erzählt er von seiner Kindheit, von Arbeits- und Lebensstationen - und spart auch nicht mit Schnurren und Anekdoten vom Theater.

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern
Kindle™-E-Readern
(für ausgewählte Pakete)

Seitenzahl: 288

Veröffentlichungsjahr: 2015

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS
Bewertungen
4,6 (18 Bewertungen)
14
1
3
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Impressum

ISBN eBook 978-3-360-50090-8

ISBN Print 978-3-360-01997-4

© 2010 Verlag Das Neue Berlin, Berlin

Umschlaggestaltung: Verlag unter Verwendung eines Fotos von Saxonia Media

Die Bücher des Verlags Das Neue Berlin

erscheinen in der Eulenspiegel Verlagsgruppe.

www.eulenspiegel-verlagsgruppe.de

Bildnachweis:

Privatarchiv Otto Mellies

Otto Mellies

An einem schönen

Sommermorgen …

Erinnerungen

Das Neue Berlin

Wenn die Akteure auf jenen Brettern, von denen behauptet wird, dass sie die Welt bedeuten, ihren Zuschauern die Schicksale der Menschen auf der Bühne leidenschaftlich und liebevoll nahebringen, das Gute und das Böse in ihnen wie durch ein Brennglas sehen, wenn also gutes Theater gespielt wird – erst dann haben diese Bretter wirkliche Bedeutung.

Mein Leben haben sie mehr als alles andere geprägt, was mir je begegnet ist ...

So könnten die Erinnerungen eines inzwischen älter gewordenen Schauspielers beginnen. Auch meine.

Aber ich will einen anderen Anfang wählen:

Ich war sechzehn Jahre alt und lebte bei meiner Schwes-ter in der alten Stadt Schwerin mit dem großen Schloss am großen See. Irgendwie musste ich einen Entschluss fassen, wie ich mein Berufsleben, das jetzt vor mir lag, gestalten sollte. Über meine chaotischen Jugendjahre vor diesem Entschluss werde ich erst etwas später erzählen.

In einer Zeitung hatte ich gelesen, man könne sich beim Staatstheater in einer Aufnahmeprüfung für die Schauspielschule bewerben.

Direktorin des Schauspiels und Leiterin der Schule war Lucie Höflich, eine zu ihrer Zeit sehr bekannte Reinhardt-Schauspielerin aus der legendären Zeit des Deutschen Thea-ters in Berlin, eines hochberühmten Hauses, das auch für mich später so überaus wichtig werden sollte.

Ich hatte damals keine Ahnung, was Theater überhaupt ist. Einmal hatte ich in Stolp, wo ich einen Teil meiner Jugend verbrachte, ein Gastspiel des Landestheaters Schneidemühl gesehen: Goethes »Faust«. Und auf der Oberschule hatten wir Schillers »Jungfrau von Orléans« durchgenommen, aber leider war dies eine Schule nur für Jungen gewesen, und so musste ausgerechnet ich die Jungfrau sein.

Darüber lächele ich heute ein wenig, damals war ich wirklich fasziniert.

Lebt wohl, ihr Berge, ihr geliebten Triften,

Ihr traulich stillen Täler, lebet wohl!

Johanna wird nun nicht mehr auf euch wandeln,

Johanna sagt euch ewig Lebewohl ...

Johanna geht, und nimmer kehrt sie wieder!

Natürlich wusste ich: Mit dieser Rolle konnte ich eine Aufnahmeprüfung nicht bestehen. Also, was tun? Ich lernte einen der Monologe des Ferdinand aus »Kabale und Liebe«. Ferdinand spricht ihn, bevor er Luise und sich mit der berühmten Limonade vergiftet:

Das einzige Kind! – Fühlst du das, Mörder? Das einzige! Mörder! hörst du, das einzige? – Und der Mann hat auf der großen Welt Gottes nichts als sein Instrument und das einzige – du willst’s ihm rauben? …

An einem schönen Sommermorgen des Jahres 1947, das dritte Jahr des Friedens hatte gerade begonnen, ging ich nun also voll banger Erwartungen zur Prüfung. Ich trug ein kariertes Hemd, dazu Seppelhosen mit Latz. Auf dem schildartigen Querriegel der dazugehörigen Hosenträger leuchtete, eingefasst von einer ovalen Plakette, ein weißer, röhrender Hirsch.

In der Kantine des Theaters empfing mich Fräulein Wiebering, die Sekretärin der Intendantin. Bevor sie meine Personalien aufnahm, musterte sie mich stumm von oben bis unten. Fräulein Wiebering war ein schon etwas älteres Mädchen, sie schielte ein wenig.

Nach meinem Alter befragt, antwortete ich mit fester Stimme, ich würde achtzehn, was ja irgendwie stimmte, wenn man davon absah, wann es denn so weit wäre. Achtzehn war das Mindestalter. Fräulein Wiebering sah mich wieder lange an und sagte dann: »Nun ja.«

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!