Ansichten eines Gastarbeiterkindes - Frontano Kore - E-Book

Ansichten eines Gastarbeiterkindes E-Book

Frontano Kore

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Beschreibung

Der naive und auch heuchlerische Umgang fast sämtlicher Parteien und Mainstreammedien mit Menschen mit Migrationshintergrund, die gemeinhin links verortet werden, wird hier präzise dargestellt. Der Autor zeigt wie kein anderer mit ausländischen Wurzeln auf, dass auch der Umgang durch die Gesellschaft – insbesondere mit den vielen islamischen Strömungen in Deutschland – äußerst kurzsichtig ist. Er verdeutlicht, welche Konsequenzen es bereits heute hat und inwieweit sich zusätzlich die Massenmigration der letzten Jahre weitaus negativer darstellen wird, als dies bisher öffentlich verlautbart wird. Dabei benennt er überzeugende Fakten, die vielen Lesern unbekannt sein könnten oder zumindest nur interessierten Lesern bekannt sind. Fanatiker sämtlicher politischer Richtungen, von denen man gemeinhin nicht annähme, Extremisten zu sein, werden vom Autor konkret benannt, beginnend bei den EU-Bürokratie-Fans, über die Klimarettungssekten, bis hin zu den Salafisten. Niemand wird verschont. An keiner Stelle relativiert er dabei den durchaus vorhandenen Alltagsrassismus, sondern weist zudem auf Rassismus durch Migranten hin. Des Weiteren veranschaulicht er die Zerrissenheit in der Gesellschaft bei Themen, die offenbar unvereinbar für Freundschaften und gar Partnerschaften sein können. Durchweg werden für dieses Buch relevante Argumente der "Altparteien" umrissen und gründlich durchleuchtet, ebenso die der anderen Seite, namentlich die der AfD. Im Hinblick auf die AfD geht er zudem der Frage nach, weshalb sie weiterhin unbeliebt bei linksgerichteten Deutschen und Bürgern mit Migrationshintergrund bleibt. Daneben versucht er, die Unfähigkeit der Parteispitze zu ergründen, die sich nicht breiter aufzustellen vermag, konkret bei den sogenannten "Passdeutschen". Gut möglich, dass Ihre politischen Ansichten durch die Lektüre dieses Buches infrage gestellt werden.

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Seitenzahl: 285

Veröffentlichungsjahr: 2019

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Frontano Kore

Ansichten eines Gastarbeiterkindes

Eine andere Perspektive

Text, Cover: © Frontano Kore
Frontano Kore
c/o AutorenServices.de

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Gründe für ein Pseudonym

2.1 Vorbemerkung

2.2 Heucheln oder Luthern?

2.3 Stolz oder Furcht wegen namentlicher Erwähnung?

2.4 Lächerlich – Löschung von unbedeutenden Bloggern

2.5 Würde es ohne das Thema Flüchtlinge eine Leere in uns geben? (I)

3 Über mich

3.1 Vorbemerkung

3.2 Hintergrund

4 Vom Leserbrief zum ersten Blogtext

4.1 Vorwort zum ersten Text

4.2 Was hier passiert, ist brutalst erzwungene Einwanderung!

4.3 Migrantenkinder werden letztlich blankem Hass ausgesetzt sein

4.4 Kein Onkel Tom aus Südland

5 Worum es mir geht 

5.1 Vorbemerkung 

5.2 Angst vor dem Abschaum

6 Die Rechten und meine Klarstellung 

6.1 Vorbemerkung

6.2 Die Koalition der Ahnungslosen (I)

6.3 Im Herbst nichts Neues (I)

6.4 Beifall von der falschen Seite

7 Meine Ansichten zur AfD

7.1 Vorbemerkung

7.2 Politiker sind keine Heilsbringer

7.3 Im Herbst nichts Neues (II)

7.4 Das Image der AfD

7.5 Sind Gauland und Konsorten bezahlte Provokateure?

7.6 Passdeutsche sollten die AfD wählen

7.7 Islamisierung durch linke Politik (I)

7.8 Die AfD und die ausländischen Einwanderungskritiker

7.9 Wie viele AfD-Wähler mit Migrationshintergrund gab es?

7.10 Links sein kann ich mir nicht leisten (I)

7.11 Die AfD bräuchte mehr Wähler mit Migrationshintergrund

7.12 Die AfD könnte sich neu erfinden

7.13 Ausländische AfD-Oberbürgermeisterkandidatin – was nun?

8 Türken in Deutschland

8.1 Vorbemerkung

8.2 Türken in der Mittagspause

8.3 Im Herbst nichts Neues (III)

8.4 Für die Türkei ist es nun zu spät

8.5 Erdoğan-Gegner sind auch Genozid-Leugner

8.6 Der Selbsthass der Deutschen ist abstoßend (I)

8.7 Weltpolitik und westdeutsche Städte

8.8 Osmanisten in Germanistan haben gewählt

8.9 Die wollen doch gar nicht dazugehören!

9 Islamische und afrikanische Einwanderung haben keine positiven Effekte

9.1 Vorbemerkung

9.2 Die Koalition der Ahnungslosen (II)

9.3 Ich will mich nicht an diese Zustände gewöhnen!

10 Linke Deutsche und Ausländer, mit ihrer Angst vor Rechten

10.1 Vorbemerkung

10.2 Pauschalisierung und Unerreichbarkeit

10.3 Keine Grenzen? Keine Sicherheit!

10.4 Abgehitlert, Entmarxt, Taharruscht, Islamisiert. Die Erniedrigung Deutschlands

10.5 Ich resigniere: rechte und linke Ignoranz

10.6 Klärt die Linken-Wähler auf!

10.7 Islamisierung durch linke Politik (II)

10.8 Leugnung und Beschwichtigung sind unverändert

10.9 Staatlich legitimierte Mädchen-Vermittlung?

10.10 Unser Zusammenleben: Nebeneinander statt Miteinander

10.11 Der Selbsthass der Deutschen ist abstoßend (II)

10.12 Germanistan, einig Irren-Land

10.13 Illegale Einwanderung scheint positiv zu sein

10.14 Links sein kann ich mir nicht leisten (II)

10.15 Überall nur unversöhnliche Positionen

10.16 Fragen an die politische Linke

10.17 Realitätsleugnung in Germanistan

11 Prognose

11.1 Vorbemerkung

11.2 Deutschland ist unwiderruflich verloren

11.3 Der Selbsthass der Deutschen ist abstoßend (III)

11.4 Würde es ohne das Thema Flüchtlinge eine Leere in uns geben? (II)

12 Keine Repräsentation

12.1 Vorbemerkung

12.2 Islam- und einwanderungskritische Migranten ohne Lobby

12.3 Engagement ist sinnlos

12.4 Sich heraushalten entspannt

12.5 Das letzte Traktat

12.6 Der gute Südländer

13 Schluss

1 Einleitung

Mir gehen diese Allmachtsphantasien der deutschen Politiker, speziell die fanatisch grünsozialistische Denke im gesamten Parteienspektrum, so dermaßen auf die Nerven, dass ich es als meine Pflicht erachte, als Deutscher mit ausländischen Wurzeln ein paar deutliche Worte darüber zu verlieren. Ich werde mich auch zu den Vorzeige-Gastarbeiterkindern äußern, die brav im Gleichschritt mit den Islam- und sonstigen fragwürdigen Migrantenverbänden marschieren und zugleich mit allen merkeltreuen Parteien, von LINKE bis CSU, kollaborieren. Damit zusammenhängend geht es mir im Allgemeinen um die Gleichmacherei der Bedürfnisse der Deutschen, der EU- und weltweiten Bevölkerung. Meinen Migrationshintergrund muss ich hier leider erwähnen, weil man als Autor anscheinend in linken und migrantischen Leserkreisen sonst keine Beachtung findet. Wobei die Bezeichnung Migrationshintergrund nicht immer präzise verwendet wird, ebenso wie zum Beispiel rechts und links, aber darauf komme ich an anderer Stelle zu sprechen.

Ich stelle deutlich klar: Ich stehe der Merkel-Politik der letzten Jahre äußerst kritisch gegenüber. Dieser Politik, der fast alle Parteien im Bundestag und Bundesrat im Großen und Ganzen weiterhin unwidersprochen zustimmen. Ich leugne auch nicht, dass ich sehr wütend und maximal erbost darüber bin, dass in allen Gazetten der Eindruck erweckt wird, dass alle Leute, die ausländische Wurzeln haben, mit der grundsätzlich gleichen Ausländer- und Gesellschaftspolitik zwischen allen Parteien einverstanden wären. Mitnichten! Es ist absolut nicht so, aber leider gibt es so gut wie keinen prominenten Migrationshintergründler, der sich traut – oder besser gesagt, den man lässt – vor der Kamera klare Widerworte gegen den Irrsinn der gegenwärtig laufenden Politik in Germanistan zu geben. Manche Behauptungen der Altparteien und ihrer Anhänger aktivieren in mir neben Brechreiz auch teilweise schon Hassgefühle – auf Neudeutsch: es triggert mich; was Sie an manchen Stellen vermutlich buchstäblich auch spüren werden.

Der hier vorliegende Text ist eine Ansammlung von Meinungen zu bestimmten gesellschaftlichen Themen, die ich für mich als relevant erachte. Keinesfalls kann und will ich mich als Experte oder verkanntes Genie oder Ähnliches in dieser Richtung aufplustern. Ich schreibe hier nur in aller Bescheidenheit als einfacher Familienvater, der seine Besorgnis zum Ausdruck bringen muss, ohne pseudointellektuellen Firlefanz. Ob Sie mir in manchen Abschnitten nun Whataboutismus oder Scheinargumente vorwerfen ist mir herzlich egal, denn wenn Sie meine Thesen zu Ende denken und sogar die nötigen Begründungen selbstständig erörtern, werden Sie merken, dass ich richtig liege. Klar bin ich kein begnadeter Schreiber und vielleicht kein scharfsinniger Beobachter, aber vollkommen ahnungslos bin ich auch nicht. Keine Sorge, mir sind manche komplexen Zusammenhänge durchaus bewusst, aber ich halte den Ball flach, naja, meistens.

Ich habe nicht die Absicht, zu polarisieren, daher habe ich nach dem Massenmord von Christchurch an mehreren Stellen Entschärfungen vorgenommen, dadurch sind ganze Abschnitte in vorauseilendem Gehorsam selbst zensiert worden. Warum? Um nicht vollends missverstanden zu werden oder zumindest nicht als zu grenzüberschreitend zu wirken, was ohnehin nicht meine Intention ist, aber darauf komme ich im nächsten Kapitel zurück.

Auch wenn ich wie wohl jeder Mensch nicht immer alles neutral betrachten kann, so versuche ich doch zumindest, verschiedene Standpunkte im Blick zu behalten, aber mal ehrlich: Wie kann man nur so unfassbar anmaßend sein, wie die gesamt Politikerkaste – beginnend bei der Planwirtschaftspartei Die LINKE hin zur Verbotspartei Bündnis90/Die Grünen bis zur ehemaligen konservativen Partei CSU –, zu glauben, man sei nicht nur im Besitz der allumfassenden Wahrheit, sondern man müsse sie jedem Menschen in Deutschland, Europa und in der Welt aufzwingen?! Mir ist nicht klar, wem diese Leute dienen, ihrem Volk und somit auch mir jedenfalls nicht! Und wir, das Wahlvolk, sind mehrheitlich schlicht und ergreifend (noch) zu fett, satt und feige und ignorieren weiterhin, was um uns herum passiert. Im Übrigen ist es mir vollkommen egal, ob sich Prominente gemeinsam mit Konzernlobbyisten und Spitzenpolitikern zu perversen Zusammenkünften auf Einladung eines geheimen Geheimordens auf irgendeinem ominösen Schloss treffen oder dies letztlich doch aufgrund ihrer eigenen Entscheidung geschieht, gegen den einfachen Bürger zu regieren. Ich möchte schlichtweg nicht von dieser Klientel behelligt werden, weder erzieherisch noch finanziell.

Ich möchte Ihnen nachfolgend keine neue Glaubenslehre oder neue politische Ideologie näherbringen oder die tausendste verklärende Immigrantenstory erzählen. Mit dem, was ich schildere, werde ich definitiv keinen Bestseller landen, um mich daran bereichern zu können. Mich damit beliebt machen oder sonstiges Positives für mich herausholen, werde ich höchstwahrscheinlich auch nicht. Was ich tatsächlich bezwecken möchte, ist, dass Sie meine Ansichten mit Ihren vergleichen und Sie wenigstens ein paar Ihrer festgefahrenen Gedanken überdenken. Mir geht es nämlich um nichts weniger, als um die Zukunft meiner Kinder, die ich, wenn auch nicht unmittelbar gefährdet, aber eingeschränkt sehe. Das werde ich Ihnen noch näher verdeutlichen. Ich möchte meinen Kindern und Enkeln einmal erzählen können, dass ich mit meinen bescheidenen Mitteln alles in meiner Macht Stehende getan habe, um wenigstens ein paar Menschen zu erreichen, damit ein politischer Wandel denkbar wird.

Es scheint für mich eine Art Selbsttherapie zu sein, denn das, was Sie auf den nächsten Seiten ertragen müssen, das würden Sie wohl auch nur schlecht ohne psychotherapeutische Betreuung erleiden wollen. Daher hat mir die Schreiberei in den letzten vier Jahren als kleines Ventil gedient. Die Betonung liegt tatsächlich auf kleines Ventil. Für Sie könnte es ein Appetizer sein, falls Sie von all diesen Dingen noch nie gehört haben. Sicher sind auch für die Aufgewachten und semi-professionellen Aufklärer ein paar neue Informationen oder Anregungen enthalten.

Angefangen hat es mit einem Leserbrief an ein Onlinenachrichtenportal, das der Otto-Normal-Deutsche laut Altparteien und sämtlichen merkeltreuen Presseorganen als rechtspopulistisch einzuordnen hat. Wie dem auch sei, Sie werden merken, dass ich weder rechts, rechtskonservativ, rechtsaußen, national, nationalsozialistisch oder dergleichen bin. Rechtspopulistisch bin ich übrigens auch nicht – das sind linkspopulistische Hetzsprüche, die in sich unlogisch und damit wertlos sind. Und ich bin auch garantiert nicht links, obwohl ich den Umgang mit Linken früher durchaus schätzte und in Maßen heute auch noch schätze. Ich werde Ihnen meine Weltsicht näher bringen und Sie werden garantiert in vielen Belangen merken, dass wir uns überhaupt nicht fremd sind, weil wir einfache Dinge moralisch richtig bewerten, aber gewisse Kreise Dinge völlig anders interpretieren und anders agieren, weil sie durch Institutionen oder Persönlichkeiten weisungsgebunden sind, trotz oder obwohl sie sogar rechtlich falsch handeln, sich aber juristisch so hinbiegen können und dürfen, wie es dem politischen Zeitgeist gerade opportun ist.

Ich habe schmerzlich bemerkt, dass es sinnlos ist, mit Zahlen, Daten, Fakten zu meinen Gesprächspartnern durchkommen zu wollen, da darauf stets persönliche Angriffe folgten. Selbst vermeintlich neutrale Statistiken werden in Zweifel gezogen, wobei ich zustimmen muss, dass man in solchen Fällen die Erhebungsmethoden kennen sollte. Aber selbst dann: niemand, der eine festgefahrene Meinungen hat, wird sich überzeugen lassen, daher sollte man es wohl, wie es im Framing-Manual der ARD auch steht, versuchen, die Gefühle der Menschen zu erreichen. Damit will ich sagen, dass die sogenannte linke Betrachtungsweise jeden Sachverhalt dominiert und eine gegenteilige Ansicht selten oder verzerrt wiedergegeben wird. Es wird tabuisiert, was ich nachfolgend an mehreren Stellen verdeutlichen werden. Ich bin mir nicht sicher, ob es die richtige Entscheidung ist, dieses Buch ohne Quellenverzeichnis zu verfassen, weil sicher bald irgendein Depp um die Ecke kommt und meine Aussagen in Zweifel zieht. In meinen Blogs sind zwar meistens Quellen verlinkt oder ich weise darauf hin, dennoch wird der erste Satz in einer Rezension wohl so ähnlich lauten wie der hier: „Diese Hetzschrift kommt ohne jegliche Quellenangabe daher und strotzt auch sonst voller Behauptungen und Halbwahrheiten ...“ Auch, wenn ich damit rechnen muss, ich habe mich letztlich dagegen entschieden. Aber das Tolle ist ja, dass wir bereits in der Zukunft leben, denn wir können während des Lesens parallel eine Online-Suchmaschine zu Rate ziehen und uns vergewissern, ob der Autor nur irrt oder sogar lügt.

Da dies also keine wissenschaftliche oder journalistische Arbeit darstellt und ich daher relativ offen schreiben kann, ohne hunderte von Fußnoten zu verwenden, die ohnehin die wenigsten Hater lesen würden, werde ich es auch beim Essayhaften belassen, um Sie an meinen Gedanken teilhaben lassen. Selbstverständlich werde ich das Verhunzen der deutschen Sprache in Form von Gendersternchen oder Ähnlichem unterlassen und mich um diplomatische Formulierungen zumindest bemühen. Falls ich Begriffe oder Redewendungen verwenden sollte, die andere Autoren auch schon benutzt haben, dann liegt das vermutlich daran, dass diese Begrifflichkeiten in den gängigen Wortschatz von uns Rechtspopulisten übergegangen sind. Vielleicht wurden sie aber auch von mir übernommen oder Sie haben unbewusst schon einen meiner Blogs gelesen. Alle Fakten liegen auf dem Tisch, sie sind ausreichend von verschiedenen Autoren aus allen Sparten dargelegt worden. Es wäre wirklich grotesk, hier eine Quellensammlung zu verlangen. Zudem braucht man nur mit offen Augen durch die Gegend zu gehen. Wer dennoch unbelehrbar ist und einfach nicht akzeptieren kann, was ich und andere schildern, der kann sich bei Destatis, in den BKA-Statistiken, in den Schriften der „Religion des Friedens“ und anhand der Aussagen deren Anhänger überzeugen oder in der Einheitspresse aka Mainstream belesen, in der gewisse Realitäten immer wieder aufblitzen.

Damit diese Kompilation in acht Monaten immer noch ansprechend ist, habe ich die damals aktuellen Bezüge der jeweiligen Blogtexte weitgehend gestrichen und es beim Allgemeinen belassen. Wenn sie doch beibehalten wurden, dann sollte natürlich der zeitliche Kontext und die Aussage dahinter betrachtet werden. Somit sind alle Texte in ihrem Zusammenhang zweifelsfrei erkennbar und online zuzuordnen, wenn man sie komplett nachlesen möchte. Die aktuellen Ereignisse waren oftmals der Aufhänger für eine tiefgründigere Auseinandersetzung. Bei all den täglich schwachsinnigen Entscheidungen der EU-(Polit-)Kommissare und des EU-Parlaments sowie des Bundestags wäre es absolut zwecklos, etwas Aktuelles dazu zu schreiben, da es demnächst sowieso obsolet sein könnte. Ich habe in kursiver Schrift meine jeweiligen Vorworte oder Zusätze eingebunden, sie sind dadurch deutlich als solche erkennbar. Sie können mich und dieses Buch Wort für Wort komplett auseinandernehmen und nach dem Haar in der Suppe suchen, sich über meine Argumente lustig machen und mich persönlich angreifen. Oder Sie nehmen das von mir Angesprochene als Anlass für Gespräche mit Ihren Freunden und Kollegen oder sonst wem, was sinnvoller sein dürfte.

So wie fast alle Blogs entstanden meine Texte am Smartphone in der Mittagspause oder daheim zwischen Abendessen und dem Kind-ins-Bett-bringen. Ich schreibe eigentlich immer drauf los und lade es gleich hoch. Ich habe oftmals keine Zeit und meist auch keine Lust, den Text noch zu verfeinern und am Schluss erneut gegenzulesen. Dementsprechend einfallslos sind die Überschriften, aber auch unstrukturiert waren die Themen bei den Online-Veröffentlichungen, sprich: Anstatt mich mit nur einem politischen Thema zu befassen, habe ich meist gerade das aufgegriffen, was mich auch in jenem Moment beschäftigt hat. Deswegen sind hier manche Artikel halbiert oder gedrittelt und kommen abschnittsweise in den verschiedenen Kapiteln zur Geltung.

2 Gründe für ein Pseudonym

2.1 Vorbemerkung

Es ist nicht das erste Mal, dass ich zu bestimmten politischen oder gesellschaftlichen Themen etwas kommentiere. Unter dem Pseudonym Frontano Kore schrieb ich vereinzelt bei Facebook Kommentare unter Artikel von Online-Zeitungen, als das noch möglich war und noch nicht als Fakeprofil galt. Dabei hatte ich das Gefühl, dass ich den Nerv vieler Leute traf, als Indikatoren dafür betrachte ich, neben zahlreichen Klicks, auch weitere Diskussionen, die dadurch entstanden. Viel später begann ich, unter meinem Pseudonym bei Fisch+Fleisch (F+F) zu bloggen. Weshalb ich meine bisherigen Blogtexte hier nun erneut inkognito veröffentliche, werden Sie weiter unten nachvollziehen können und ich werde es an einigen speziellen Begebenheiten konkreter machen. Es wird also eine kleine Reise in der Zeit, von 2015 bis in die Gegenwart, wobei ich den aktuellen Stand der Dinge nur teilweise streife, aber hier und da einen Abstecher in die Vergangenheit mache. Um eine größere Reichweite zu erzielen, habe ich mich nach viel zu langem Zögern entschlossen, so ein Buch zu publizieren. Manche Artikel sind überarbeitet und teilweise mit Anmerkungen aktualisiert, aber im Wesentlichen vollständig sinngleich geblieben, sodass sie jederzeit mit den Online-Beiträgen abgeglichen werden können.

Sie können sicher sein, dass ich einiges zu vermelden habe, das Sie – egal aus welcher politischen Ecke Sie auch kommen mögen – interessieren könnte, denn es wird ziemlich wahrscheinlich Ihr Weltbild zumindest ankratzen. Ich behaupte das, weil ich in meinem realen und virtuellen Umfeld einige Personen mit erstarrten Ansichten zum Reflektieren ihrer festgefahrenen Attitüden bewegen konnte. Als Indizien können meines Erachtens das Wahlverhalten gelten oder das Posten von Kommentaren bei Facebook, was fast schon ein intimer Einblick ist.

Mir ist völlig klar, dass die wenigsten Leser meiner Zielgruppe das Büchlein überhaupt zu Ende lesen werden, weil Sie vermutlich denken werden, dass sie das meiste eh schon von mir oder von anderen Autoren, Politikern oder sonst irgendwem gehört haben, und es einfach nichts mehr zu sagen gibt, weil alles schon gesagt wurde. Die Minderzahl wird es nur deswegen zu Ende lesen, weil sie mich unter einem soziologischen oder psychologischen Aspekt studieren möchte. Nach der Lektüre der verschiedenen Kapitel werden – meiner paranoiden Ansicht nach – sogar vermutlich einige Personenkreise versuchen, mich zu enttarnen, weil ich einige besonders linke beziehungsweise grüne Gruppierungen sowie türkische und islamische Bevölkerungsgruppen näher betrachte und mitunter extrem kritisiere. Hätte ich nicht Haus und Hof würde ich natürlich unter Klarnamen publizieren, aber wenn Sie selbst Familie haben, können Sie möglicherweise verstehen, weshalb man nicht immer mutig sein kann, weil es eben nicht nur einen selbst betrifft. Aber selbst, wenn ich den Mumm dazu hätte, wie beispielsweise einige Ex-Moslems, die sich bei YouTube und anderswo gegen Salafisten und Co. äußern, was wäre dann? Ich spekuliere mal: Im besten Fall werde ich vielleicht einmal schriftlich interviewt, weil ich ja unter einem Pseudonym schreibe und natürlich, weil ich ja ein Exot unter den Ausländern sei. Oder vielleicht würde ich einfach komplett von den angesprochenen Kreisen ignoriert oder einfach nur belächelt werden. Wir werden es nicht herausfinden können. Wie dem auch sei, es lässt sich für mein Buch respektive meine Blogtextsammlung nicht vermeiden: Sie werden viele persönliche Fakten erfahren, wobei ich an vielen Ecken darauf achten muss, dass ich nicht zu viel von mir verrate. Auch, wenn all das ausschließlich meine eigene Meinung wiedergibt, das Gute daran ist dennoch, dass viele Frauen und Männer mit Migrationshintergrund in meinem Alter sicherlich viele Punkte kennen und nachvollziehen können. Was ich also niederschreibe, ist kein Einzelfall, sondern gelebte Praxis, in welcher Form auch immer. Der Unterschied ist nur, auch wenn ich an manchen Stellen vage bleiben muss, dass ich es konkret ausspreche beziehungsweise niederschreibe. Für mich ist es nachvollziehbar, weshalb hart arbeitende Menschen mit ausländischen Wurzeln nicht auf die Barrikaden gehen, wegen all dem Irrsinn, der in Deutschland passiert und nicht selten auf unseren Rücken ausgetragen wird. Aber das werde ich noch eingehend erklären.

2.2 Heucheln oder Luthern?

13.06.2017

Oftmals komme ich mir vor, als wäre ich der einzig vernünftig denkende Mensch im Umkreis von hundert Kilometern. Offensichtlich ecke ich bei allen Bevölkerungsschichten an. Von Faschos, Islamisten und Antifanten ist hier noch nicht einmal die Rede, von denen bekomme ich eh in unregelmäßigen Abständen Hass- und Drohmails, oder was auch immer das darstellen soll. [Das war noch zu der Zeit als ich bei Facebook einen Account unter meinem Pseudonym laufen hatte.] Angst habe ich um mich selbst eigentlich nicht, aber sehr wohl um meine Familie, wenn ich enttarnt werde.

Lange bevor ich inkognito anfing, zu schreiben, war ich ja auch schon so, wie ich jetzt bin, denn ich warne eigentlich schon immer vor gewissen Sachverhalten. Damals gab mir ein ehemaliger Kumpel den Rat, ich solle mit meinen Ansichten lieber hinter dem Berg halten. Kein Witz, er schilderte mir ganz klar, dass ich Glück hätte, dass ich Ausländer sei, sonst wäre mein Auto schon längst verbeult oder gar abgefackelt worden.

Ich rede von normalen Leuten, also keinen Gutmenschen oder übertrieben Deutschtümelnden, sprich ganz einfachen Leuten, die sich in normalen Zeiten zwischen Seeheimer Kreis der SPD bis Wirtschaftsflügel der CSU dazugehörig fühlen würden – und heute vermutlich AfD wählen werden oder Politiker generell für Hochstapler halten. Im Netz gibt es sie anscheinend massenhaft, denn irgendwelche Menschen lesen ja – mal so nebenbei bemerkt – sogar meine bescheiden verfassten Kommentare, teilen sie oder stellen sie auf ihre eigenen Blogs. Anekdote am Rand: Es kam anfangs sogar vor, dass mir meine eigenen Texte über meine private Facebookseite empfohlen wurden. Aber persönlich habe ich noch keinen dieser vernünftigen Menschen getroffen. Mal im Ernst, die paar Leute, denen ich persönlich begegnet bin, sind entweder komplette Vollversager, einfach nur verkappte Faschos oder einfach nur gefährlich. [Mittlerweile habe ich einige vernünftige Leute getroffen, aber ich pflege aus vielerlei Gründen keine engen Verbindungen zu ihnen.]

Da ich zudem noch ein sogenannter Südländer bin, bin ich ja auch noch gebrandmarkt, sodass man mir offenbar unter scheinbar gleichgesinnten Mitstreitern immer weniger traut. Irgendwie ist das sogar nachvollziehbar, bei all den katastrophalen Nachrichten, die tagtäglich zu lesen sind. Aber ist es nicht auch so, dass der gemeine Bürger nicht zwischen Südländer und Südländer unterscheiden kann, so wenig, wie er Asiaten oder Afrikaner unterscheiden kann? Oder will er es einfach nicht mehr? Wenn dann so völlig unbedachte Worte fallen, die eigentlich Vornamen von Moslems sind, oder andere Begriffe, die ich an dieser Stelle nicht erwähnen möchte, die extrem diffamierend für nicht-islamische Menschen mit ausländischen Wurzeln sind, da zweifle ich ernsthaft am Verstand dieser Mitstreiter. [Diese Thematik und die beiden Folgenden blitzen immer wieder Mal in meinen Texten auf und auf den letzten Seiten werde ich diese erneut in den Fokus stellen.]

Mein realer Freundeskreis ist mittlerweile so sehr ausgedünnt, dass ich quasi nur noch alle paar Schaltjahre feiern gehe. Es ist immer wieder ein extrem peinliches Aufeinandertreffen zwischen alten Kumpel. Fast so, als würde man seiner Ex mit der neuen Freundin begegnen. Manchmal ist so etwas auch verbal äußerst unschön. Jaja, Sie haben keine Vorstellung davon, was ich manchmal durchleiden muss. Meine Frau und ich gehen übrigens kaum zusammen aus, schon gar nicht, wenn sich die Freundeskreise überschneiden. Und all der Terz nur, weil ich sage, was ich denke – was das ist, können Sie ja in meinen nicht mehr so wirklich klandestinen Schriften nachlesen.

Ich will hier keinesfalls pseudomäßig einen auf Luther machen oder mir anmaßen, mich zu vergleichen, aber manchmal kann auch ich mich in diesen Mann hineinversetzen, als er gesagt haben soll: „Hier stehe ich und kann nicht anders.“ [Seine verachtenswerten Ansichten zur Hexenverfolgung und zu Juden sind mir durchaus bekannt, sind aber hier kein Thema – es ist nur eine passende Metapher, wie ich finde. Ich hätte auch einen der frühkirchlichen Märtyrer zitieren können, die in anderen Kontexten ähnlich argumentierten, nur das wäre dann tatsächlich hochgradige Anmaßung.] Ich frage mich ernsthaft, ob es all das wert gewesen ist. Vermutlich nicht. Aber was wäre die Alternative? So zu tun, als wäre man einer von denen? Nein Danke, dann bin ich lieber allein. Wahrhaftig zu sein in meinen Ansichten und diese notfalls auch begründen zu müssen, fühlt sich angenehmer an. Dennoch fühlt es sich widersprüchlich an. Wem diese Situation anzulasten ist, müsste klar sein, oder? Gucken Sie sich die 20 Uhr Nachrichten an und schauen Sie in die Gesichter dieser ganzen Vogelscheuchen, in ihren Maßanzügen (die Sie bezahlt haben). Das sind DIE.

2.3 Stolz oder Furcht wegen namentlicher Erwähnung?

20.06.2017

Muss ich fürchten, paranoid zu werden, oder sollte ich doch lieber stolz sein? Ich tendiere zum Stolz, allerdings auch ein wenig zur Furcht. Der Grund ist, dass ich, also eigentlich mein Pseudonym Frontano Kore, im Rahmen einer gut besuchten Veranstaltung zum Thema „Rechtspopulismus in den sozialen Medien“ (der genaue Titel und die Hochschule sollen unbedingt unerwähnt bleiben)vom Dozenten nicht nur namentlich erwähnt, sondern sogar ein Screenshot meiner ersten Texte in einer PowerPoint-Präsentation gezeigt wurde. Das Ganze dauerte insgesamt wohl nur ein paar Sekunden, weil ich nur eines von mehreren Beispielen gewesen bin, aber dennoch verleiht mir das ein gemischtes Gefühl.

Während der Schlussrunde hatten ein paar Teilnehmer darauf aufmerksam gemacht, dass keiner der thematisierten Personen zum rechtsradikalen Spektrum gezählt werden kann und einige der angesprochenen Autoren und Blogger selbst Migrationshintergrund haben und legitime Kritik an der derzeitigen Politik übten, was der Dozent aber nicht gelten ließ. Das Auditorium war wohl recht linkslastig und dementsprechend unruhig bei entsprechenden Kommentaren.

Einen sprunghaften Anstieg meiner Klicks für die betreffenden Texte habe ich nicht feststellen können. Allerdings fällt mir (und anderen Bloggern) seit längerer Zeit auf, dass von mir und anderen Usern geteilte Artikel (von mir als Frontano Kore) auf Facebook einfach verschwinden, oder unsichtbar für andere sind, sogar in geschlossenen Gruppen. Aber das ist ein anderes Thema. Wie auch immer, heute bin ich froh, dass ich anonym schreibe. An anderen Tagen nicht, also an denen, wo ich viel Zustimmung für meine Texte erhalte.

Auch in diesem Fall erstaunt es mich nicht, dass man mit seiner öffentlichen Meinung lieber bedeckt bleibt, weil man negative Konsequenzen befürchten muss. Selbst ein Gefällt mir kann schon eine Rote Karte bedeuten. Bis ich von diesem Vorfall hörte, habe ich mich dagegen gewehrt, dass mir jemand diese dummdämliche Pauschalisierung rechtspopulistisch – oder Schlimmeres – an den Kopf wirft. Mittlerweile ermüdet es mich nur noch und ich werde es vielleicht auch einfach akzeptieren und mich in jene [rechtspopulistische] illustre Gesellschaft einreihen (müssen?).

2.4 Lächerlich – Löschung von unbedeutenden Bloggern

24.08.2017

Gelöscht bei Facebook! Nun hat es mich auch erwischt! Nicht einfach nur gesperrt! Ich bin quasi nicht existent gewesen, da es keine Spuren mehr von mir gibt. Keinerlei Gründe beziehungsweise Vorwarnung wie bei einer Sperrung. Ich kann es kaum glauben.

Etwas Ähnliches ereilte mich anfangs auch auf einer anderen Plattform, aber darauf gehe ich jetzt nicht ein. Aber das, was ich in "Stolz oder Furcht wegen namentlicher Erwähnung?" schon einmal streifte, hat mich nun eingeholt. Ich habe über diesen Umstand erstmal lachen müssen, weil es so grotesk ist, dass sich jemand vor jemandem wie mir fürchtet. Aber ich gebe zu, dass ich auch etwas traurig war, oder doch eher wütend? Wütend, weil – wie richtigerweise oftmals schon erwähnt wurde – Jihad-Freaks, Kommunisten und andere Vollgestörte weiterhin ihren Geisteskot öffentlich absondern dürfen. Bei mir (bzw. uns) gab es berechtigte Anprangerung und Kritik an der „Religion des Friedens“ und deren Anhängern sowie an der Weltkanzlerin und ihrer meinungslosen Entourage und der offenbar unter Hypnose stehenden Vierten Gewalt. Die offiziellen Verlautbarungen sind mehr als nur fadenscheinig.

Für einige ist die Profillöschung eine Art Ritterschlag, für mich ein Schlag ins Gesicht. Denn hierdurch erreichen die Sperrer (ich nenne absichtlich keine Organisation bzw. Personen, die dafür verantwortlich sind), dass ich etwa Zweidrittel meiner Leserschaft nicht mehr erreichen kann. Alle Abonnenten und Freunde sind verloren gegangen, ebenso die erhellenden Korrespondenzen und Drohmails. [Aus den Drohmails wollte ich seinerzeit eigentlich einen Artikel machen.]

Nun ja, selbst wenn ich eine neue Seite oder ein neues Profil anlegte, man würde mich binnen kürzester Zeit wieder entfernen. [So war es auch.] Zudem würde es mich zu viel Zeit kosten, wieder annähernd die gleiche Anzahl an Follower zu erreichen wie vor der Löschung. Schließlich gehöre ja ich nicht zu den bekanntesten Schreiberlingen im Netz. Die Promis unter den Bloggern können im Gegensatz zu mir auf andere Personen bei Facebook sowie auf eigene Homepages und Blogs ausweichen, um von dort aus wichtige Informationen weiterzugeben und somit Widerstand zu leisten. Die meisten Gelöschten und Gesperrten kämpfen allein, verlieren aber zusammen. Eine Auflistung mit deren Namen und mit einem verlinkten Artikel wäre interessant, sodass man diese, in einem Text verarbeitet, hochlädt und weitergeben kann. Die Zeit läuft uns davon, wobei ich befürchte, dass selbst die kommende Bundestagswahl nichts mehr ändern wird. Weshalb es zu spät ist? Siehe meine Ausführungen in den letzten paarundfünfzig Kommentaren.

2.5 Würde es ohne das Thema Flüchtlinge eine Leere in uns geben? (I)

11.07.2018

In roten, grünen und dunkelroten Kreisen habe ich kaum Menschen mit Migrationshintergrund entdeckt, in meinem (linken) Umfeld gibt es auch tatsächlich nur ein einziges Paar, das binational ist und da sind beide sogar keine Deutschen. Nun ja, es bleibt dabei: Die meisten glauben, es sei eigentlich alles in Ordnung und ich böser Rechtspopulistenanhänger würde mit allem, was ich so von mir gebe, maßlos übertreiben. Morde und Übergriffe seien ohnehin Einzelfälle und ich sollte lieber zusehen, dass ich nicht mit meiner Meinung anecke. Denn wegen so etwas könnte ich womöglich noch Ärger mit der Polizei bekommen oder meine Chefs könnten Wind davon kriegen und mich ins berufliche Abseits oder gar Aus stellen. Aber das das wohl Heftigste war die Aussage eines Verwandten, die ich sinngemäß wiedergebe: „Okay, du hast ja in vielem recht. Aber wem bringt das was? Deine Ansichten darf man nicht öffentlich vertreten.“ Ich fragte, weshalb. Seine Antwort: „Sieh dich an, du kannst doch auch nur anonym schreiben, weil du die Konsequenzen fürchtest. Du hast ja gegen jeden etwas: Linke, Rechte, Moslems, Kirchen, Politiker und sogar Außerirdische! Stell dir vor, die Nachbarn, die (türkischen und arabischen) Kunden erfahren, wer du bist, dann fällt das auch auf uns zurück und wir verlieren im schlimmsten Fall unsere finanzielle Existenz! Willst du das denn wirklich? Nein, also reiß dich am Riemen! Geh arbeiten (soll heißen: arbeite hart bzw. arbeite viel) und sei weiterhin einfach nur ein anständiger Junge.“

3 Über mich

3.1 Vorbemerkung

Die Besserwisser unter Ihnen werden sicherlich nach diesem Kapitel sagen: „Junge, geh’ mal zum Psychiater! Das klingt ja so, als würde ein Schwarzer weiß sein wollen!“ Oder: „Ein astreiner Möchtegern-Deutscher!“ Oder: „Gefangen im falschen Körper, oder was?!“ Nein, so ist es keinesfalls, es ist sogar ziemlich banal und ich antworte mit einer allgemeinen Frage, die der Leser nach diesem Kapitel selbst beantworten kann: Ist man nicht schlichtweg einfach nur entwurzelt und ohne fassbare Identität? (Bitte kommen Sie mir hier nicht mit Milieustudien oder Ähnlichem, das hat damit nichts zu tun.) Da bringt es auch nichts, Weltbürger oder ähnlicher Quatsch sein zu wollen. Oder gibt es mittlerweile einen Weltbürgerpass? Ich hoffe nicht, ich würde auch keinen haben wollen. Hier schildere ich Ihnen also den meiner Meinung nach intimsten Teil meiner Persönlichkeit, der Ihnen meine grundlegenden Standpunkte verdeutlicht.

Meine Abstammung ist armenisch, genauer gesagt westarmenisch, ich bin also Nachkomme von Armeniern aus Kleinasien, der heutigen Republik Türkei. Worin der Unterschied zu den anderen Armeniern besteht, ist an dieser Stelle unwichtig. Wichtig ist, dass ich keine große Bindung dazu habe. Weder habe ich die Sprache erlernen können, noch pflege ich Kontakte zu kirchlichen Gemeinden oder zu kulturellen Vereinen oder sonstigen Folklore-Gruppen. Zur Republik Armenien habe ich sowieso keinerlei Bezug und auch nicht zu irgendwelchen anderen Brauchtümern aus meinem kulturellen Erbe oder wie auch immer man das bezeichnen möchte. Man könnte sagen, meine Abstammung ist für mich relativ irrelevant. Eigentlich. Was ich über meine Herkunft weiß, weiß ich vorwiegend durch Bücher oder Erzählungen.

Wäre ich in den USA geboren worden und meine Eltern oder Großeltern legal immigriert, dann wäre ich einfach nur ein Amerikaner und das wäre es dann vermutlich auch gewesen, weil es ein klassisches Einwanderungsland ist. Die ganze Diskussion darum, dass es ethnische Konflikte gab und gibt, ist hierfür irrelevant, dennoch eine Anekdote aus erster Hand: Eine Verwandte von mir ist in den USA aufgewachsen und hat einen in Kanada geborenen Armenier geheiratet. Wenn dieser Mann nun von sich oder seiner Heimat spricht, dann klingt das in etwa so: „Wir Kanadier machen das so ...“ oder: „Wir Kanadier sehen das etwas anders ...“ Die Abstammung steht also nicht am Anfang oder im Mittelpunkt. Bei mir ist es anders, ich bin quasi dazu gezwungen, das „wir Deutsche“ zu ersetzten durch „in Deutschland machen wir ...“ Das „Wir“ steht in einem anderen Kontext. Meine Verwandte, die in Deutschland geboren wurde, in den USA aufwuchs und einen türkischen Pass hatte, machte in den USA ähnliche Erfahrungen. Da sie auch einen türkischen Nachnamen trug und stets erklären musste, dass sie aus Deutschland kommt, aber eigentlich armenischer Abstammung ist, war es für sie in bestimmten Situationen ebenfalls komplizierter und auch verwirrend für ihre Gesprächspartner, aber weniger im negativen Sinne wie etwa für mich. Denn auf dem neuen Kontinent haben schließlich viele Menschen viele Abstammungen. Mit der US- oder einer anderen angelsächsischen Staatsbürgerschaft wird alles, was davor gewesen ist, unwichtiger und quasi zur Folklore. Damit möchte ich ausdrücken, dass Staatsbürgerschaft definitiv etwas Besonderes ist und somit ein Privileg und nicht etwas Beliebiges, das man austauschen kann. Viele auf dem europäischen Kontinent geborene first-world-kids sehen das leider nicht so, sie nehmen dies sogar als Schuld und Bürde wahr. Letztlich betrachten sie es bestenfalls ausschließlich als Stück Papier. Grundsätzlich sei es ausschließlich etwas Zufälliges – das ist zwar richtig, aber ziemlich naiv gedacht –, sie haben keinerlei Bindung dazu, woraus auch diese völlig verfehlten politischen Entscheidungen herrühren mögen, auf die ich unten eingehen werde.

Durchaus kompliziert ist es aber für mich: In Europa geboren zu sein, dass vor nicht allzu langer Zeit ethnisch und religiös einigermaßen – in seinen eigenen Grenzen – homogen war, da ist es nun einmal etwas komplizierter mit der Identitätsfindung, wenn man darauf Wert legen möchte oder muss. Vor allem in Deutschland ist es vermutlich komplizierter für jemanden wie mich, denn hier stellt die türkische Minderheit die Mehrheit unter den ausländischen Minderheiten dar. Lebte ich in Portugal oder Italien, wäre es sicherlich unkomplizierter, weil es dort schlichtweg keine Türken oder Moslems in bedeutender Größe gibt. Der Lauf der Geschichte ist aber nicht zurückzudrehen und somit auch nicht sämtliche historischen Begebenheiten; völlig sinnlos also, darüber zu lamentieren. Damit will ich verdeutlichen, dass – neben den kulturellen Überschneidungen – das rein Äußerliche auch in südeuropäischen Ländern keine sofortigen Rückschlüsse auf die Identität südländisch aussehender Menschen zulässt. Man hätte schlicht und ergreifend unauffälliger leben können und selbst eine vollständige Assimilation wäre vermutlich in kürzester Zeit denkbarer gewesen. Menschen wie ich werden also in nord- und mitteleuropäischen Ländern mit Türken und anderen Moslems verglichen oder gleichgesetzt, ohne dass sich die Gleichsetzenden der religiösen, politischen und historischen Hintergründe bewusst sind. Dabei ist es egal, ob es gut gemeint ist oder nicht, es ist pauschalisierend und in großen Teilen auch abwertend. Vielleicht ist es ein wenig damit vergleichbar, wenn Außerirdische einen Grünenwähler ununterbrochen als AfD-Wähler bezeichneten, obwohl das einzig verbindende Element die geographische Nähe wäre. In Osteuropa gibt es diese Problematik nicht, daher ist es für diese Diskussion irrelevant.

Eine weitere kurze und höchst bescheuerte Situation, die damit zusammenhängt: Wenn ich mit älteren Verwandten spreche, reden wir zumeist nun einmal türkisch, weil eh keiner mehr die Muttersprache spricht oder je gelernt hat. Mein Kind fragte immer wieder nach, was das denn für eine Sprache sei. Was soll ich sagen, ich musste sagen, dass es Türkisch ist. Nun glaubte mein Kind natürlich, meine Familienseite sei türkisch, wobei ich jedes Mal erklären musste, dass wir keine Türken sind, sondern Armenier. Ganz ehrlich, Sie können sich diese Situation nicht vorstellen. Müssen Sie auch nicht, es ist schließlich weder Ihre Schuld noch Ihr Problem. Aber wenn Sie mich verstehen möchten, dann darf das nicht unerwähnt bleiben.

Als Kind wollte ich einfach nur wie die übrigen deutschen Buben alles tun und lassen dürfen, aber wie bei den Türken war mir einiges nicht erlaubt. Für Mädchen war es erwartungsgemäß strenger, die Jungen durften selbstverständlich ein paar mehr Freiheiten genießen, etwa bei der wichtigsten Sache, nämlich dem abends Fortbleiben. Weshalb das so ist, kann ich Ihnen noch nicht einmal richtig begreiflich machen, weil viele sich mir nicht nachvollziehbare Gedankengänge anhören wie aus dem 19. Jahrhundert oder zumindest aus den 1950ern. Die Eltern- und Großelterngenerationen haben durch ihre erzkonservative Sozialisation die gleichen Prägungen erhalten