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Ársal ist Knappe am Hof des Königs von Mándurai in Mâsí, der phantastischen Welt der Elemente. Eines Tages erhält er einen wichtigen Auftrag, der sein Leben verändern wird. Eine gefährliche Reise beginnt... "Blumenritter" ist der erste Teil von Ársals Abenteuern in Mándurai.
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Seitenzahl: 91
Veröffentlichungsjahr: 2015
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Fee-Christine Aks
Blumenritter
Ársals Abenteuer in Mándurai (1)
Dieses ebook wurde erstellt bei
Inhaltsverzeichnis
Titel
Blumenritter
Anhang
Impressum neobooks
Ársals Abenteuer in Mándurai
Teil 1:
Ein Roman von Fee-Christine Aks
Copyright © 2013 Fee-Christine AKS
All rights reserved.
ISBN: 1492304859
ISBN-13: 978-1492304852
Cover-Illustration: Tonia Lensch
Für Valentina Olivia
und alle, die das Träumen noch nicht verlernt haben
Dies ist der erste Teil von Ársals Abenteuern. Der zweite Teil ist unter dem Namen Königsvogel erschienen.
In einem fernen Land, das hinter den Sternen liegt, steht in-mitten eines riesigen Blumengartens ein majestätischer Springbrunnen. Der Garten aber gehört zu einem stolzen Märchenschloss. Dort wohnt der König von Mándurai. Und ich bin auf dem Weg zu ihm. Auf dem Rücken von Fúrio, dem schnellsten der grauen Wildhengste, die mit ihren Stuten und Fohlen im Tal der Bäche leben, das am Rand des Eisgebirges liegt.
Vom Tal der Bäche bis zum Schloss des Königs von Mándurai sind es viele Meilen. Man braucht Tage, sogar Wochen, um sie zurückzulegen. Doch Fúrio schafft diese Entfernung in einer einzigen Stunde.
Eines Morgens, das war als ich gerade die ersten drei Wochen meiner Ausbildung zum Knappen abgeschlossen hatte, kam er mit wehender Silbermähne in den Blumengarten des Schlosses galoppiert und bot dem König an, mir als Reittier zu dienen. Jeden Abend läuft Fúrio zurück ins Tal der Bäche zu seiner Herde. Doch jeden Morgen steht er wieder frisch und munter am Springbrunnen, der in der Mitte des sternförmigen Blumengartens plätschert, und wartet auf mich. Darauf, dass wir wieder durch das herrliche Land Mándurai reiten, über Felder und Wiesen, durch Täler und Wälder.
Manchmal schickt mich der König mit einer wichtigen Botschaft zu seinem Freund, dem Meister Mágicus, der im Schmetterlingswald wohnt. Oder Fúrio und ich machen uns auf den Weg zum Wald der Rehe, um Córonus, den Hirschkönig, zu besuchen. Oft begleitet uns Nílla, die Tochter des Königs. Prinzessin Mánduranílla müsste ich sagen. Ich habe sie sehr gern. An manchen Tagen umrunden wir nur den See der Schwäne, der das Königsschloss und den Blumengarten umgibt. Oder wir reiten zur Stadt der Weisen, um aufregende neue Entdeckungen zu bestaunen.
Manchmal besuchen wir Prikú in der Stadt der Handwerker, wo ich aufgewachsen bin. Dann zeigt sein Vater uns, was er Kunstvolles für die Schatzkammer des Königs gefertigt hat. Als ich noch ein Baby war, bin ich zu Prikús Eltern gekommen. Wie, weiß ich nicht. Auch wer meine Eltern sind, ist nicht bekannt. Ich kann mich an sie nicht erinnern. Aber Prikús Eltern sind mir so lieb, als wären sie meine richtigen Eltern, und Prikú, als wäre er mein richtiger Bruder. Wir sind die besten Freunde. Er ist nur drei Monate jünger als ich.
Es kommt vor, dass Nílla und ich im Dorf der Handwerker auch übernachten. Dann fühle ich mich wieder wie der kleine Junge, der mit Prikú durch die Gassen der Stadt tobte und seiner Mutter, die mich liebevoll und fürsorglich aufgezogen hat, Honigbonbons stibitzte. Dreizehn Jahre habe ich als Ziehsohn des Goldschmieds unter den Handwerkern gelebt. Bis ich an meinem 14. Geburtstag meinen sehnlichsten Wunsch erfüllt bekam: Ich wurde an den Königshof gerufen, um Knappe zu werden. Seither sind neun Monate vergangen.
Ich habe bei Hauptmann Fánjal, dem tapfersten Ritter Mándurais, vieles gelernt. Er hat mich in der Kunst der Schwertführung und im Reiten unterrichtet, noch bevor Fúrio erschien, um mir zur Seite zu stehen. Zusammen sind wir weiter ausgebildet worden. Und der König war sehr stolz auf unsere Fortschritte, besonders in der taktischen Reitkunst, die für den Kampf gebraucht wird. List und Orientierungs-training hat Fánjal mir vermittelt. Es ist sehr anstrengend, Knappe zu werden, aber mein größter Wunsch war es schon immer seit ich ganz klein war, eines Tages zum Ritter geschlagen zu werden. Zum Ritter von Mándurai.
Oft besuchen wir auch Amalí in Âgubâr, der Meerstadt, die am Meer der fliegenden Fische liegt. Ihre Mutter bäckt die besten Eierkuchen der Welt. Das Rezept ist uralt und wird in Amalís Familie schon seit unzähligen Generationen von der Mutter an die Tochter weitergegeben, wenn diese erwachsen ist. Es ist eines der großen alten Geheimnisse unserer Welt Mâsí, denn nur noch wenige Menschen besitzen magische Kräfte. Sie sind die letzten Überreste der Magie der alten Zeiten, als die Welt noch in Harmonie lebte. Vor der Dunkelheit. Vor den Kriegen der Allianz gegen den finsteren Fürsten. Lange vor der Verzauberung des Königs und sehr, sehr lange vor meiner Geburt.
Auf dem Rückweg zum Schloss schauen wir oft bei Fíor vorbei, der im Turm der Wachsamkeit lebt. Er warnt uns vor dem bösen Fürsten der Unterwelt, vor Górdu. Das Land der ewigen Dunkelheit, in dem der finstere Fürst herrscht, hat nur ein einziges Tor zu unserer Welt. Es liegt im Gebirge der Verzweiflung, das unser Land der Blumen nach Norden hin begrenzt. Vom Turm der Wachsamkeit hat Fíor ein großes Fernrohr, das ihm die Weisen gebaut haben, auf das Tor zum dunklen Land gerichtet. Er warnt uns, wenn es sich öffnet.
Ich kann mich nicht erinnern, wie es war, als der Turm noch nicht gebaut worden war. Damals rechnete das Volk der Blumen jeden Moment mit einem Angriff des finsteren Fürsten. Der Turm wurde gebaut. Dennoch geschah das große Unglück: Eines Tages schickte der finstere Fürst seine Schattenmänner nach Mándurai, um das schöne Königreich der Blumen zu erobern. Sie zerstörten die Burg des Mondes und die Burg der Sonne, die an diesem Tag nicht wie sonst voller Ritter war, weil das ganze Land das Fest der Blumen auf der Königsinsel feierte.
In alten Zeiten hatte der finstere Fürst immer wieder versucht, die schöne obere Welt zu erobern, doch hatten die Ritter des Blumenlandes und ihre Verbündeten ihn jedes Mal zurückgedrängt in sein schwarzes Tor. Das geschah lange, bevor ich geboren wurde, zu Zeiten von Prikús Ururururur-großeltern. Doch Górdu gab sich nie geschlagen. Er begann, die Verbündeten des Königs von Mándurai auszuspionieren und sie soweit er es vermochte zu verzaubern. So glaubte er, den König der Blumen besiegen zu können, um dessen Reich in Dunkelheit zu stürzen. Doch an jenem Tag, als die Burgen zerstört wurden, war das Glück nicht ganz auf Górdus Seite. Er hatte seinen grausamen Hauptmann Uruké und ein riesiges Heer von Schattenmännern geschickt, die das Land der Blumen angriffen und zur Königsinsel vorstießen.
Ich selbst war damals gerade mit einer Einladung zum Fest zu Meister Mágicus unterwegs, der im wunderschönen Schmetterlingswald im Süden unseres Landes wohnt. Er kam mir schon am Waldrand entgegen und rief, dass ich sofort umkehren müsste, um dem König beizustehen. Ich machte mich sofort auf den Weg. Als ich zurückkam, fand ich das Schloss leer, die Wiesen verwüstet und im Blumengarten einen riesigen, wie tollwütigen Wolf, der über mich herfiel. Ich kämpfte mit ihm. Im strahlenden Sonnenschein, der stets auf Mándurai scheint, bezwang ich ihn schließlich. Er verwandelte sich zurück in einen Mann und dankte mir, dass ich ihn erlöst hatte. Es war der König von Mándurai.
Er erzählte mir, wie die Schattenmänner die Festgesellschaft überrascht und besiegt hätten. Ihm selbst hätte Hauptmann Uruké die Krone mit dem Grünen Stein abgenommen und, da er den Stein nicht habe herausbrechen können, in den See der Schwäne geworfen. Daraufhin hätte er ihn in den Wolf verwandelt. Die Königin hätte er vor seinen Augen zu einer Rose werden lassen, die jetzt im königlichen Blumengarten auf einer kleinen Wiese stünde.
Níllas kleine Schwester Sísani hätte der böse Uruké in eine Kornblume verwandelt, die zu Füßen der Rose blühe. Alle Ritter wären in ein Beet voller Mohnblumen verwandelt worden, weil sie dem Fürst der Unterwelt nicht hätten dienen wollen. Hauptmann Fánjal sei eine dieser roten Blumen. Das Volk hätten die Schattenmänner in alle Winde zerstreut, verängstigt bis zum Eisgebirge und zum Fuß des Gebirges der Verzweiflung getrieben.
Nur Nílla hätte sich vor Uruké verstecken können, indem sie sich in eine Rose verwandelte und mitten in ein Rosenbeet stellte, so dass Uruké sie nicht berühren konnte. Jedes Mal, wenn er sie ergreifen wollte, hätte er, der König des Blumenreiches, den Rosen gewinkt, sich schützend dazwischen zu strecken. Aber auch als der König verwandelt war, hätte Uruké Nílla nichts antun können, denn Nílla stand unter dem Schutz der Erstgeborenen. Deshalb versucht Uruké sie nun im Auftrag des finsteren Fürsten zu erpressen: Wenn das letzte Blütenblatt der kleinen Kornblume, die ja Níllas kleine Schwester Sísani ist, abfällt, müssen alle Verwandelten sterben. Und Mándurai fällt in die Dunkelheit Górdus.
Bisher sind zwei Blätter gefallen, seit ich den König erlöst habe und losgeritten bin, um den Rat des Meister Mágicus einzuholen, was zur Erlösung der Verzauberten getan werden muss. Es hat lange gedauert, viel zu lange selbst mit Fúrio, dem schnellsten Pferd unserer Welt.
Doch eines Abends sahen wir vor uns den Wald der Schmetterlinge am Horizont auftauchen.
Wir sind die ganze Nacht durchgeritten, und erreichten bei Sonnen-aufgang den Waldrand. Ich rief den Meister, weil ich nicht wusste, wohin ich mich wenden sollte. Er gab keine Antwort.
Doch die Schmetterlinge haben meinen Ruf vernommen. Sie kamen in einem riesigen Schwarm auf Fúrio und mich zu und umtanzten uns fröhlich. Dann flatterten sie alle in eine bestimmte Richtung davon, als ob sie uns führen wollten. Wir folgten ihnen, was leicht war, weil sie immer in Sichtweite vor uns herzogen, bis wir die Anhöhe erreichten, auf der die runde Steinhütte des Meister Mágicus steht. Er begrüßte uns freudig, dankte den Schmetterlingen, dass sie uns hergeführt hatten, und bat Fúrio und mich herein. Fúrio bekam zu trinken und zu fressen, wofür er sich freudig schnaubend bedankte. Vor mich stellte der Meister einen Krug kühles, klares Quellwasser und einen Teller mit Früchten.
Dann fragte er, ob ich den König erlöst hätte. Ich bejahte. Er lächelte und sagte, dass er bereits wisse, wozu ich hergekommen sei. Ich war überrascht, merkte dann aber schnell, dass der weise Mann mit geheimnisvollen Mächten in Verbindung stehen musste, vielleicht magische Fähigkeiten besaß, und mit Hilfe von der milchig trüben Kristallkugel auf dem schwarzen Granitblock, der mitten in seiner Hütte steht, Dinge vorhersehen und Rat geben kann. Ich fragte also nach Hilfe im Kampf gegen den finsteren Fürsten, aber der Meister hat nur in seine Kristallkugel geschaut und gesagt:
„Ein Ritter muss in das Land der Nebel reiten. Dort muss er den unsichtbaren Zwergenkönig Uluríno fangen und in dessen Schloss die goldene Glocke schlagen. Dann wird das Land zu dem, was es einst war: das Land der Sterne.
Auf dem höchsten Turm des Sternen-schlosses muss der hellste Stern des Himmels, der Gíllatôl, besungen werden, damit er vom Himmel herabsteigt, um dem wagemutigen Ritter zu leuchten. Dieser muss sich ins Land der ewigen Dunkelheit begeben. Am Tor muss er das Rätsel der Sphinx lösen.
Danach ist er auf sich allein gestellt. Denn nicht einmal der weiseste der Weisen in der Stadt der Weisen weiß, welche Gefahren den Ritter dort erwarten.“
