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(Ich weise daraufhin,das der Inhalt deftig geschrieben wurde. Altersempfehlung ab 17 Jahre. ) Ob Lilly,Jessica,Rahel oder Ayla ... Sie alle tragen eine schwere Last auf den Schultern. Schicksalsschläge zeichnen diese Menschen. Ein kleines Kind was viel fantasiert oder eine erwachsene Frau die Lügen erzählt. Niemand wollte diese Menschen glauben nachdem sie Gewalt und Missbrauch erlebt hatten. Diese Menschen fingen an zu schreiben. sie schrieben an dem einzigen Zuhörer ,der Einzigen der immer für sie da war . Ihre Briefe gingen an Gott...
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Seitenzahl: 99
Veröffentlichungsjahr: 2020
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Anna G. Foxx
Briefe an Gott
Band 1
Jeder Mensch braucht einen, der für ihn da ist…
Impressum
Texte: © Copyright by Anna G. FoxxTitelbild:© Copyright by Lara Nastulla (Pixeltick)
Verlag:
Annamaria Gashi
Bochumer Str. 153
44866 Bochum
Korrektorat:
Alpinger Köhler GbR
www.alpinger.at
Druck:
epubli - Ein Service der neopubli GmbH Berlin
Kapitel 1 - Lilly
1. Brief an Gott
Hallo mein lieber Gott. Ich bin 6 Jahre alt, wie du weißt, und mein Name ist Lilly. Das weißt du auch. Ich bin eigentlich ein glückliches Kind. Es ist nur, dass ich seit einiger Zeit realisiere, was hier geschieht: Wie benehmen sich die Erwachsenen und ich höre ständig so komische Wörter aus ihren Mund.
Lieber Gott wird das jeden Tag so sein? Und warum weint Mama immer? Einmal habe ich sie beobachtet, wie sie ein Messer in der Hand hielt und genau auf ihr Herz gezielt hat. Ich saß mit meiner Puppe Priscilla auf dem Boden und schloss ihre Augen, damit sie keine Angst bekommt. Mein Onkel kam in Eile und nahm ihr das Messer aus der Hand. Das sah ich heute zum ersten Mal. Ich darf keine Angst haben, weil Onkel hat Mama gerettet und ich bin darüber sehr glücklich. Aber was mich nicht glücklich macht, ist, dass ich nicht weiß, wer mein Papa ist. Mama sagt, dass Papa vor meiner Geburt verstorben ist und sie nicht weißt, wo Papa beerdigt wurde. Lieber Gott kannst du mir zeigen, wo Papa in Frieden ruht? Ich will ihn doch so gerne Blümchen bringen. Lieber Gott darf ich zu dir in den Himmel? Dann kann ich mit Papa spielen. Mein Stiefvater beachtet mich nicht. Wenn ich ihn frage, ob wir miteinander spielen wollen, dann schubst er mich weg. Das macht er seit einigen Tagen so. Als ich noch kleiner war, hat er mich immer auf dem Arm genommen und gestreichelt. Warum ist er jetzt so kalt zu mir? Ich muss jetzt Schluss machen lieber Gott.
Ich liebe dich und ich liebe alle, die im Himmel sind. Schlaf gut bis morgen.
Lilly war ein kleines zierliches Mädchen, das gern zur Schule ging und immer ein Lächeln im Gesicht hatte. Sie wurde von der Nachbarschaft aufgrund ihrer blauen Augen und den blonden langen Löckchen goldenes Engelchen genannt. Sie wurde wegen ihrer lebendigen Art geliebt. Sie lief ständig singend durch die Straßen, ging auch sehr gern in die Kirche. Sie zündete in Gedenken für die Verstorbenen eine Kerze an, kniete sich hin und betete für all die Menschen auf dieser Welt, dass sie immer glücklich und gesund bleiben. Vor allem, dass die Armen was zu Essen bekommen, um zu überleben.
2. Brief an Gott
Hallo lieber Gott, heute wurde ich in der Schule von meiner Lehrerin gelobt. Sie gab mir 5 Sterne, weil ich so gut lesen und schreiben kann. Ich erzählte ihr, dass ich dir gerne Briefe schreibe. Aber die Kinder lachten mich aus. Eins der Kinder schrie ganz laut, dass es keinen Gott gibt. Ich sagte ihm, dass er lügt und er trat mir ins Knie. Das tat so weh dass, ich weinen musste. Die Lehrerin hat ihn ausgeschimpft und er musste sich für eine halbe Stunde an die Wand stellen. Mir tat er ein wenig leid. Lieber Gott, ich muss dir etwas anvertrauen. Das habe ich niemanden erzählt. Nur dir vertraue ich, weil ich weiß, es bleibt unser Geheimnis. Außerdem habe ich Angst, dass Mama und Papa mir nicht glauben. Immer, wenn Mama mich ins Bett bringt und dann das Licht ausmacht, taucht eine Gestalt, ein Schatten, auf. Er steht immer an der Wand neben dem Kleiderschrank und ruft nach mir. Ich verstecke mich unter der Decke und zähle bis 10, dass er endlich verschwindet. Aber ich merke es nicht mehr, weil ich schnell einschlafe. Am nächsten Morgen, wenn Mama mich aufweckt, dann fühle ich mich so erschöpft. Wenn ich ihr sage, dass ich müde bin und noch ein wenig schlafen will, schreit sie mich nur noch an. Warum ist Mama in letzter Zeit auch so komisch zu mir? Ich werde Erwachsene niemals verstehen. Sie verlieren so schnell den Glauben und ihr Lächeln, wie Mama es verloren hat. Sie sagt ständig, dass es dich nicht gibt. Dann schreie ich sie an und beschütze dich, weil du mein einziger lieber Freund bist. Die Kinder in der Schule und hier in der Nachbarschaft sagen, ich sei ein hässliches und komisches Kind, weil ich Selbstgespräche führe oder Blumen pflücke und daraus ein Kranz für meine Haare mache. Sie sagen, das wird nur bei Menschen gemacht, die sterben. Stimmt das denn? Warum kann es nicht so wie früher sein lieber Gott? Es kommt mir vor, als sei ich erst aus einem Ei geschlüpft und merke erst jetzt, was hier alles geschieht. Ist das vielleicht die Zeit, dass ich schon unterscheiden kann, was Böse und Gut ist? Es fällt mir aber schwer, ich mag nur das Gute, lieber Gott! Bitte mach, dass es aufhört und wir alle auf der ganzen Welt in Frieden leben können. Immer, wenn ich meine Mama weinen sehe, tut mir das so sehr weh und ich weiß nicht, warum sie weint. Ich gehe auf sie zu und frage: „Mama. Warum weinst du?“ Sie schubst mich weg. und sagt, ich soll still sein. Ich fühle mich manchmal allein und verlassen, ich hätte gerne Freunde zum Spielen oder eine Schwester, aber Mama sagt, Kinder sind anstrengend. Ich bin nicht anstrengend oder doch? Ich habe Mama und Papa nichts getan, dass sie mich so behandeln. Sie sind auch nur am Streiten, dann höre ich Mama schreien und weinen, er soll aufhören! Ich verkrieche mich unters Bett, weil ich Angst habe, dass er mich auch schlägt. Meine Puppe Priscilla hat auch Angst, ich umarme sie dann ganz fest und zusammen haben wir dann auch keine Angst mehr. Lieber Gott, wann holst du mich zu dir in den Himmel?
Ich muss jetzt Schluss machen. Ich wünsche dir und allen, die im Himmel sind, eine gute Nacht und süße Träume.
Deine dich liebende Lilly
Lilly erlebte viele emotionslose Tage. Sie verstand es nicht so ganz. Warum jetzt? Warum bemerkte sie es jetzt? In ihrem Alter bemerken viele Kinder, dass im Familienkreis Dinge geschehen, die nicht normal sind und beginnen sich damit zu beschäftigen. Eltern vernachlässigen häufig die Gedanken des eigenen Kindes. Diese stellen viele Fragen. Doch diese Fragen bleiben unbeantwortet. Die meisten Kinder kehren in sich, fühlen sich selbst nicht akzeptiert oder gar unbeachtet. Lillys Stiefvater war ein sehr strenger Mann. Er ließ Frau und Kind immer allein, betrank sich und, wenn er heimkam, wurde er gegenüber seiner Frau sehr gewalttätig. Lillys Mama lernte ihren Mann durch eine Freundin kennen. Sie verliebten sich ineinander und heirateten 12 Monate später. Lilly war gerade mal 2 Jahre alt. Sie sprach nie über Lillys Vater. Lilly erfuhr noch nichts über ihren Vater. Das machte das Mädchen sehr traurig. Oft hörte sie von manchen, dass sie dem Vater sehr ähnelte. Kinder sind sehr neugierig. Sie sind fähig, alles dafür zu tun, um hinter Geheimnisse zu kommen und wenn sie das nicht hinbekommen, dann verhalten sie sich anders und widersprechen sogar der Erziehung der Eltern. Deshalb ist es wichtig, dem Kind Aufmerksamkeit zu schenken. Es ist nicht viel, was ein Kind braucht. Das Nötigste reicht, um sie nicht zu vergessen.
3. Brief an Gott
Lieber Gott, heute ist Sonntag und ich war in der Kirche mit Mama. Wir haben gebetet. Für all die Menschen auf dieser Welt, die so leiden und nicht glücklich sind. Für die Menschen, die auch kein Essen haben und dieser Krieg lieber Gott. Dieser Krieg von den Erwachsenen ist so schrecklich! Sie töten auch Kinder, die sogar jünger sind als ich. Warum machen sie das lieber Gott? Diese Erde gehört nicht ihnen, sondern nur dir! Warum hören sie nicht auf dich? Warum respektieren sie nicht deine Erde? Ich tue es! Ich bringe meine Bananenschale immer in den Müllkorb, damit die Erde sich nicht schmutzig fühlt und sauber ist, wie ich, wenn ich jeden Abend baden gehe. Manchmal mag ich es nicht zu baden, wenn Daddy mich abtrocknet. Er berührt mich zwischen den Beinen und flüstert mir Worte ins Ohr, die ich nicht verstehe und dann ,dann erzähl ich es Mama. Sie glaubt mir aber nicht. Sie sagt, ich würde lügen. Sonst bestrafst DU mich. Ich habe Angst, dass DU mich bestrafst lieber GOTT. Ich will dich nicht verlieren, weil ich dich so sehr lieb habe. Bis zum Mond und zurück. Aber ich lüge nicht, ich sage die Wahrheit. Warum glaubt mir Mama nicht? Ich habe sie so doll lieb, nur sie mich anscheinend nicht. Sie macht mich auch für ihre schlechte Laune verantwortlich. Was kann ich Mama Gutes tun, das sie nicht mehr schlecht gelaunt ist? Ich habe mir gedacht, aufs Feld zu gehen und Blumen zu pflücken. Lieber Gott. Ich habe Mama heute Morgen angeschaut. Sie hat so blaue Flecken an den Armen und hab ihr die Flecken geküsst und ich hoffe sie heilen schnell. Wenn ich mich verletze und weine, küsst Mama meine Flecken weg. Dann weine ich auch nicht mehr, weil sie schnell geheilt ist. Aber Mama hat immer noch geweint und mich umarmt und sie sagte, „Bald wird alles gut werden, wir müssen nur etwas Geduld haben. Ja, es wird wieder wie früher.“ Darauf freue ich mich und meine Priscilla und ich haben dann auch nachts keine Angst mehr.
Lieber Gott. Ich muss jetzt Schluss machen, weil ich baden muss, hoffentlich trocknet mich Mama ab. Er tut mir immer so weh und ich lüge nicht.
Schlaf gut mein bester Freund, ich habe dich so lieb.
Deine Lilly
Lilly wurde von ihrer Mutter gerufen, sie soll in die Wanne steigen. Sie bat ihre Mutter darum, sie abzutrocknen. Doch der Stiefvater besteht darauf, der Mutter zur Hand zu gehen. Lilly fürchtete sich ganz arg vor ihm und blieb still. Der Stiefvater beobachtete sie beim Baden. Lilly schaut ängstlich zurück. Ein großer Mann, etwas muskulös und sein markantes böses Gesicht machten ihr immer mehr Angst. Seine Augen waren pechschwarz, voller Zorn. Er roch immer nach Bier. So ein unerträglicher Geruch, dass Lilly es nicht mehr aushalten konnte.
„Streich mal meine Haare Lilly!“ fordert ihr Stiefvater mit dominanter Stimme. „Warum Daddy? Kannst du bitte rausgehen?“, fragt sie ängstlich. Der Stiefvater lässt sich das nicht noch einmal sagen, nahm sie an den Haaren und drückte sie ins Wasser rein. Lilly versuchte, sich zu wehren und versuchte seine Hand von ihrer Hand wegzunehmen, jedoch vergeblich. Er lachte laut und ließ sie dann los und ging aus dem Badezimmer raus. Geschockt rief Lilly ihre Mama. Sie eilte schnell zu ihr.
„Was ist denn los?“ fragte die Mutter erschrocken.
„Daddy ist böse, Mama. Er hat meinen Kopf ins Wasser gedrückt.“, erklärte sie weinend ihrer Mutter. Der Stiefvater interveniert, dass er sie schlagen würde, wenn sie lügt. Natürlich glaubte ihre Mutter den Stiefvater und ohrfeigte Lilly. Sie verstand die Welt nicht mehr. Es war doch alles so toll und so schön. Warum ändert sich alles zum schlimmsten Fall? Warum ist ihre Mutter gegen sie?
Kinder sind lernfähig. Sie schnappen vieles auf, aber man kann einem Kind das Lügen schnell beibringen. Ein Kind, dem nicht geglaubt wird, setzt man einer Situation aus. Sie beginnen, an sich selbst zu zweifeln. Sie fühlen sich in dieser Situation nicht akzeptiert. Um Aufmerksamkeit zu bekommen, wenden sie die Lügenmethode an.
Lilly´s Mutter föhnte die schönen Locken ihrer Tochter. Sie ist eine zierliche dünne Frau mit einem tristen Gesicht. Sie hat braune glatte Haare und kleine grüne Augen. Lilly ähnelte ihrer Mutter ganz und gar nicht.
„Lilly? Es tut mir wegen der Ohrfeige so leid.“, flüsterte sie in Lilly´s Ohr.
„Schon gut Mama, aber er hat es wirklich getan. Ich mag Daddy nicht mehr. Er ist komisch geworden. Mama, so glaub mir doch bitte.“, sagte sie leise. Ihre Mutter geht auf Lillys Worte nicht ein. Stattdessen schickt sie Lilly ins Bett.
