Buckelarsch-Kakerlake - Klaus-Dieter Uhden - E-Book

Buckelarsch-Kakerlake E-Book

Klaus-Dieter Uhden

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Beschreibung

Eine Geschichte, die niemand lesen sollte. Es sei denn, er möchte Berufsverbrecher werden und lernen, wie man mit der Polizei eigennützig zusammenarbeitet.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 32

Veröffentlichungsjahr: 2020

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Klaus-Dieter Uhden

Buckelarsch-Kakerlake

Aus dem Leben eines Berufsverbrechers

© 2020 Klaus-Dieter Uhden

Verlag und Druck:

tredition GmbH, Halenreie 40-44, 22359 Hamburg

ISBN

 

Paperback:

978-3-347-18358-2

e-Book:

978-3-347-18360-5

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Prolog

Im Mutterleib lebt es sich wie im Kalifat. Man wird mit allem versorgt und ist Alleinherrscher in der Dunkelheit der Gebärmutter. Zwar fehlte mir selbst in dieser Dunkelheit als virtueller Kalif noch die geistige Führerschaft, aber die weltliche erprobte ich recht erfolgreich. Ich brauchte nur mit den Füßen zu strampeln und schon stieß meine Mutter Freudenschreie aus. Sie streichelte ihren Bauch in der irrigen Annahme mich in meinem geschützten Raum damit zu beruhigen.

Als es dann endlich soweit war und die Stimme der Hebamme vom vielen Rufen „Pressen, pressen!“ heiser klang, begann mein abgenabeltes Leben mit einem Unfall. Ich glitschte durch die Hände der Hebamme wie ein von der Angel befreiter Karpfen aus den Händen des ungeübten Anglers und fiel mit dem Kopf voran in eine Wasserschüssel auf dem Fußboden.

Das aufgeregte Gekreische der Erwachsenen und mein eigenes Geschrei ersparte mir den Klaps auf den Po und meinem fünfjährigen Bruder, der bei meiner Geburt zusehen durfte, eine Tracht Prügel, weil er fragte, ob ich jetzt einen Wasserkopf kriegen würde.

Als Folge dieses Unfalls verkrümmte sich meine Wirbelsäule nach hinten und mir wuchs ein Buckel. In der Schulzeit wurde ich wegen des Buckels von den anderen Kindern oft geneckt. Solange ich mich nicht allein gegen die älteren Kinder wehren konnte, verprügelte mein Bruder sie. Irgendwann konnte ich das aber selbst. Ich schob den Kopf ganz weit nach vorne und unten, stürmte wie ein Ziegenbock auf den anderen los und rammte ihm meinen Buckel in die Magengegend. In der Regel knickte der Getroffene nach vorne ein und fiel dann auf sein Hinterteil. Ich stand über ihm und setzte einen Fuß genau zwischen seine Beine, wo der Hosenschlitz endet und wo es richtig weh tut. Versuchte er sich zu wehren, verstärkte ich den Druck mit dem Fuß und seine Schreie wurden lauter.

Bei Mädchen funktionierte das nicht, weil die nicht so empfindlich an der Stelle sind. Aber da genügte auch schon das Umwerfen.

Mit 10 Jahren kam ich zum Gymnasium, weil meine schulischen Leistungen überdurchschnittlich gut waren und meine Klassenlehrerin meine Mutter dazu überredete. Meine Verweildauer in der Sexta war rekordverdächtig. Sie betrug genau einen Schultag.

Ein mir fremder Schüler begrüßte mich grinsend am zweiten Tag auf dem Schulhof mit:

„Na du alte Buckelarsch-Kakerlake?“

Er schlug nach meiner Ziegenbock-Attacke mit seinem Kopf hart auf die unterste Stufenkante der Eingangstreppe vom Gymnasium. Es gab ein unschönes knackendes Geräusch, viel Blut, und ich wurde im Streifenwagen nach Hause gefahren.

Später, im Zimmer des Jugendrichters, redeten alle auf mich ein. Der Richter, die Eltern des gestürzten Jungen, eine Vertreterin des Jugendamtes und ein Polizeibeamter, der den Rettungswagen gerufen hatte. Meine Mutter sagte nichts. Ich sagte auch nichts, weil ich im Recht war. Der Junge hatte angefangen, ich hatte mich nur gewehrt.

Als die Fragerei nicht aufhörte steckte ich mir in jedes Ohr einen Zeigefinger und blickte aus dem Fenster. Die Frau vom Jugendamt gab als erste auf, klappte den Aktendeckel zu, unter dem nur ein leerer Schreibblock lag und sah hilfesuchend den Richter an.

Der Richter tat das, was alle Richter tun, wenn sie nicht weiterwissen. „Ich vertage die Sitzung und ziehe zum nächsten Gesprächstermin einen Psychologen hinzu.“