Byron und Goethe - Giuseppe Mazzini - E-Book

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Giuseppe Mazzini

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Beschreibung

Dieser kleine Aufsatz ist eine der schönen Perlen geistiger Beweglichkeit, die leider bis heute im Deutschen nicht bekannt ist. Mazzini, ein italienischer Patriot des 19. Jahrhunderts, schildert hier beide, Byron und Goethe, in ihrer bleibenden Bedeutung für Europa und die Poesie. Die Schrift ist ein Meilenstein einer Sichtweise, die menschlicher und schöner nicht sein kann.

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Veröffentlichungsjahr: 2012

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Giuseppe Mazzini

Byron und Goethe

übersetzt von Ulrich R. Rohmer

BookRix GmbH & Co. KG81371 München

Vorwort

Ich liebte es als Kind, vor dem großen Bücherschrank meines Großvaters zu stehen. Mir war, als fände ich immer etwas Neues. Später, als ich längst selber viel las, sprachen wir über Goethe, und mein Großvater eröffnete mir, daß er Schiller viel lieber möge als den Geheimrat. Mittlerweile kann ich das gut verstehen, obwohl Goethe, im Vergleich zu dem viel sensibleren Schiller, schon seines Faustes wegen immer irgendwo in einer Ecke meines Hinterstübchens sitzt und in mir das Gefühl nicht verlöschen läßt, mich hätte da ein Stoff gefangen, der mich wohl mein ganzes Leben nicht mehr losläßt. Viel später las ich Byron und benutzte Gedichte von ihm, um mein englisches Sprachempfinden noch besser zu schulen. 1995 kamen Freunde von mir zu Besuch. Sie waren als Informatiker an einem Forschungsprojekt beteiligt, und wir wollten so etwas wie eine kleine Konferenz abhalten über philosophische Implikationen der virtuellen Realität, in der sie forschten. Da ich zu dieser Zeit keine Stunde von Hünfeld wohnte und ich mir nichts Schlimmes dabei dachte, rief ich Konrad Zuse an, ob er eine Stunde für uns Zeit hätte. Völlig zuvorkommend und ruhig sprach er mit mir am Telefon, und er bedauerte die Ablehnung, weil er sich zu schwach fühle seiner Krankheit wegen. Vielleicht würde es ja später passen, sagte er. Später ist nichts geworden, denn Zuse starb nach wenigen Wochen. Er war der Vater des Computers. Und Byrons Tochter Ada hatte als Mathematikerin Pläne für eine Rechenmaschine und war die erste Programmiererin auf diesem Planeten. Wie sich die Kreise schließen, oft über Jahre hin, erschüttert nicht selten Geist und Seele. Daß mich Goethe und Byron später noch einmal bewegten, geschah durch eine Mail eines kroatischen Freundes. Wir hatten über einen freimaurerischen Begriff, und zwar „The Grand Architect of the Universe“ diskutiert, und wahrscheinlich war das der Grund, daß er mir den Link schickte zu dem Artikel von Guiseppe Mazzini, den ich hier in deutscher Übersetzung vorlege. Ja, wieder schloß sich ein Kreis, hatte ich doch vorher einiges von dem wackeren Italiener gelesen, allerdings von mehr erschreckender Art. Seit wenigen Jahren nämlich hat die Idee Feuer erhalten, es gäbe einen Briefwechsel zwischen dem Freimaurer Mazzini und seinem ebenfalls freimaurerischen Bruder Albert Pike, und zwar konkret zu Plänen von drei Weltkriegen. Der geneigte Leser möge nun nicht einfach den Kopf schütteln und hier seine Lektüre beenden, sondern sich selbst auf die Suche manchen, die Suchmaschinen werden mit Sicherheit Wege in erstaunliche Richtungen öffnen. Der sorgfältige Forscher sollte auch nicht die Entgegnungen und Versuche zur Entkräftung der Pikeschen Korrespondenz übersehen, die sehr aufschlußreich sind von Logen vertreten werden, die Öffentlichkeit nicht scheuen. Allerdings finden derartige Erörterungen mit Sicherheit nicht im deutschen Sprachraum statt. Sollte Mazzini das Makel einer tödlichen Verschwörung tragen, die er bewußt durch schöngeistige Erörterungen zu verbergen weiß? Letztlich war mir das egal. Was ich in „Byron and Goethe“ las, hat mich aufs Tiefste bewegt. Hier strahlt ein Geist hervor, der noch nach anderthalb Jahrhunderten eine Menschenkenntnis und Menschlichkeit offenbart, die gerade in unserer unterkühlten Zeit wie eine Heilkur wirkt – es ist einfach schön, abgrundtief schön! Weil ich selbst als Pfarrer immer mit Trauerfeiern zu tun habe, hat sich mein Blick geschärft über die Jahre, wenn jemand Geschichten entwickelt über andere Menschen, denn das ist die Profession bei Trauerreden, eine Geschichte zu erzählen, die durchdrungen ist von Leben, Interesse und Verständnis, liebevollem Verständnis. Und was für eine Geschichte Mazzini da erzählt über zwei bis heute strahlende Menschen, die manche als Götter sehen, andere als aufgeblasene Egoisten und Lebemänner; wieder andere wissen nicht einmal, welche Botschaft sie enthalten, die auch heute noch den Geschmack nahrhaften Essens verströmen, vielleicht sogar eines leckeren Desserts! Ich sehe in Mazzini eine Stimme aus ferner Zeit, die zur rechten Zeit in mein Leben tönte und mich lachen läßt, weinen, glücklich sein, weil ich merke, daß dies etwas ist, das mich treibt und erreicht. Ich möchte kein Gutmensch sein, aber einer mit Geist und Seele, mit einer lebendigen und guten Seele. Davon zeugt Guiseppe Mazzini mit seinem wuchtigen Aufsatz von 1839, sieben Jahre nach Goethes und 15 Jahre nach Byrons Tod. Aber der interessierte Leser möge auch hier selber schauen und seine Neugier über Mazzini durch die Suchmaschinen in eine gute Richtung lenken lassen. Noch eine letzte Referenz zur heutigen Zeit. Die Nöte Griechenlands unserer Tage, bei denen Deutschland eine nicht unwichtige Rolle spielt, veranlaßte Mikis Theodorakis, einen großen, griechischen Poeten unserer Tage, zum Schreiben eines Brandbriefes, der durch alle Zeitungen ging und von deutschen Mainstreammedien am liebsten verschwiegen worden wäre. Die Beschäftigung mit der Sache führte mich wieder zu Byron. Der nahm am griechischen Befreiungskampf im 19. Jahrhundert teil und verstarb sogar in Griechenland. Und heute rufen die Griechen wieder nach Freiheit, diesmal von verwegenen und antidemokratischen, weil nicht gewählten EU-Autokraten. Übrigens war Mazzini ein Verfechter eines freien Europas der Völker. Es wurde alles so übernommen, wie es im Text erscheint, inklusive Fußnoten. Ich habe mir nur erlaubt, einige Namen in Klammern zu ergänzen. Ob Mazzini den Aufsatz zuerst italienisch schrieb, weiß ich nicht. Die englische Version erscheint mit Quelle als Anhang dieses Büchleins. U. R. R.Guiseppe Mazzini, Byron und Goethe