Cappuccino >à la Mama< - Beate Waldera-Kynast - E-Book

Cappuccino >à la Mama< E-Book

Beate Waldera-Kynast

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Beschreibung

Manchmal braucht es Mut und weiblicher Intuition! Das genossenschaftlich geführte LandFrauen-Café in der ehemaligen Klosterherberge und späterem Grand Hotel "Goldene Krone" entstand aus der Not... Nach der Gebäude-Sanierung, die eine Bürgerinitiative mit viel Eigenleistung durchgeführt hat, konnte leider kein Pächter für die Gastronomieräume gefunden werden. Eine Handvoll LandFrauen mit einer engagierten Porjektleiterin haben ein Pilotprojekt für Frauen im Ländlichen Raum gestartet. Das LandFrauen-Café verarbeitet ausschließlich regionale Agrarprodukte, bietet inzwischen mehr als 20 Teilzeitarbeitsplätze und hat sich zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor in der Region entwickelt. Es gewann mehrere Wirtschaftspreise und wurde zum "Kult"! Bis heute ist das Café und s´Lädeli mit "Schönem und Gutem vom Lande" ein wahrer Publikumsmagnet in dem malerisch gelegenen Ausflugsort St. Märgen/Schwarzwald. Im Buch sind auch einige der beliebten Back- und Kochrezepte zu finden.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

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Seitenzahl: 53

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Beate Waldera-Kynast

Cappuccino >> à la Mama <<

Die Geschichte der LandFrauenWirtschaft

Café Goldene Krone in St. Märgen

Seit der Eröffnung des „Cafés Goldene Krone“ in St. Märgen am

9. September 2004

berichten viele Zeitungs- und Zeitschriftenverlage über das erfolgreiche

Pilotprojekt für Frauen im Ländlichen Raum.

Und jedes Mal wird die Geschichte ein bisschen anders erzählt...

Diese hier soll der Wahrheit am nächsten kommen.

Aus „erster Hand“ von der Initiatorin und Gründerin erzählt.

Gedruckte Ausgabe: ISBN: 978-3-00-028839-5

2. Auflage (ergänzt und überarbeitet)

© Selbstverlag 2022

Konzeption, Gestaltung, Fotografie und Text:

Beate Waldera-Kynast

Lektorat: Dr. Rudi Kynast

Produktion: dreisam druck, 79199 Kirchzarten

Printed in Germany

Alle Rechte vorbehalten.

Buch-Bestellungen über:

www.waldera-kynast-design.de

eBook-Version über: www.neobooks.com

„Je mehr Bürger mit Zivilcourage ein Land hat,

desto weniger Helden wird es einmal brauchen“.

Franka Magnani,

eine italienische Journalistin und Autorin, ARD-Korrespondentin aus

Rom und Vorkämpferin für Frauenrechte und mehr Moral im Leben

und in der Politik.

Vorwort

Wenn ein Dorf verkommt und langsam verödet, wenn es den so-

zialen Mittelpunkt, seine Infrastruktur und seine Identität verliert,

dann wird dieser schmerzhafte Verlust meist unumkehrbar sein.

An erschreckenden Beispielen auf dem Land fehlt es nicht!

St. Märgen im Schwarzwald kann sich mit seiner intakten Infra-

struktur, mit beinahe allem, was man zum Leben auf dem Land

braucht, sehr glücklich schätzen. Selbstverständlich ist das aber

nicht.

Es war schon fast so weit: Eine Ruine, ein wahres Geisterhaus mit-

ten im Dorf. Die „Goldene Krone“ stand kurz vor dem Abriss. Ein

„Investor“ sollte kommen, wie schon im benachbarten „Alten Kro-

nenhof“, der vom „Schleckerbau“ aus Beton ersetzt wurde. Ein so

altes, traditionsreiches Haus, das einst ein wichtiger sozialer Mittel-

punkt gewesen ist, zu retten und aufs Neue zu beleben, schien eines

wahren Wunders zu bedürfen.

Dieses kam dann mit dem „Förderkreis Lebendiges Dorf“, später

dann der „Goldene Krone GbR“ – einer Bürgerinitiative aus 11 Ge-

sellschaftern bestehend, die es mit viel Mut, Engagement und Ei-

genleistung geschafft hat, das Gebäude prachtvoll zu sanieren und

ein neues, generationenübergreifendes Nutzungskonzept zu entwi-

ckeln und zu etablieren.

Und unser Beitrag dazu war…der Cappuccino!

Beate Waldera-Kynast,

Projektgründerin, erste Inhaberin und Leiterin des

Cafés Goldene Krone in St. Märgen/Schwarzwald,

Gründungsmitglied und bis 2022 Aufsichtsratsvorsitzende der

LandFrauenWirtschaft eG.

Das „Neue Haus“ um 1900

Goldene Krone - Ein Haus mit Geschichte

1757 wurde das „Neue Haus“ vom Abt Peter Glunk als Pilgerheim und

Klosterherberge erbaut. Das „Alte Haus“ (der heutige „Hirschen“) war

nicht mehr in der Lage, die vielen Wallfahrer, die damals nach St. Mär-

gen zur Marienmadonna des Klosters pilgerten, zu beherbergen und zu

versorgen. Im „Neuen Haus“ wohnten auch diejenigen, die im Kloster

beständig arbeiteten oder wie der berühmte Klosterbildhauer, Matthias

Faller, ihren Altersruhesitz nahmen.

Nach der Auflösung des Klosters wurde aus dem „Neuen Haus“ der

Dorfgasthof „Krone“, in dem sich die Dorfgemeinschaft traf und wo

kleine und große Feste gefeiert wurden.

Im Jahr 1902, zu Beginn des Schwarzwaldtourismus, wurde die „Kro-

ne“ von seinem ambitionierten Besitzer, Adolf Rombach, um eine Eta-

ge aufgestockt und luxuriös ausgebaut. Eine zu jener Zeit moderne

Dampfheizung mit gusseisernen Heizkörpern, die zum Teil noch er-

halten sind(!), kam rein, viele verspielte Türmchen und Erker zierten

das neue Dach, das das traditionelle Walmdach ersetzt hat. Aus dem

ländlich geprägten Gasthof wurde das Grand Hotel „Goldene Krone“

als Reiseziel für wohlhabende Gäste, mondäne Gesellschaften, Künst-

ler, Philosophen und Gelehrte aus ganz Europa. Im Winter lockte der

Skitourismus und im Sommer die „Sommerfrische“. Der gepflegte Kro-

ne-Garten wurde zum Treffpunkt in der Dorfmitte. Im prächtigen Ju-

gendstilsaal wurde stilvoll gefeiert und die Kronen-Küche war für ihre

Raffinesse berühmt. Sie belieferte damals sogar die Fürstenhäuser. Auf

der Speisekarte standen unter anderem: >>Chateaubriand mit Hummer-

mayonnaise, Blaufelchen Matrosenartoder Schildkrötensuppe<<.

In der Blütezeit um 1926

Nach der Sanierung 2004

7

Der Niedergang vollzog sich langsam. Seit den 60er Jahren des

letzten Jahrhunderts wurde nicht mehr investiert, die Geschäfts-

nachfolge war nicht gesichert. Aus dem Grand Hotel wurde ein

Asylantenheim. Zuletzt stand das Haus mehr als 15 Jahre leer und

beherbergte um die 50 streunende Katzen. Ein Geisterhaus, ein

Schandfleck mitten im Dorf…

Zu Beginn der Sanierung 2002

Die Neueröffnung nach der aufwendigen Sanierung, die in Re-

kordzeit in weniger als zwei Jahren erfolgt ist, fand im Herbst 2004

statt. Im Haus befinden sich jetzt 9 Wohnungen, ein Atelier, ein

Café und der historische Jugendstilsaal für Veranstaltungen.

Das Sanierungsprojekt bekam 2005 den Landesdenkmalpreis und

zusammen mit dem „Café Goldene Krone“ im gleichen Jahr auch

den LUI-Preis (Landwirtschaftspreis für Unternehmerische Inno-

vation).

„Goldene Krone“ als Adventskalender 2002

Im Dienste der Krone – wie weiter?

Von Anfang an sah das Nutzungskonzept der sanierten „Golde-

nen Krone“ einen Gastronomiebetrieb im Erdgeschoss des Ge-

bäudes vor. Und von Anfang an war klar, dass mit den darüber

liegenden Wohnungen nur ein Gastronomiekonzept mit einge-

schränkten Öffnungszeiten und stimmigem Bewirtungsangebot

in Frage kommt. Kein Betrieb nach 22 Uhr, keine lauten Feiern,

kein Gestank nach Frittierfett. Ganz schön viele Einschränkun-

gen, um einen passenden Pächter zu finden, der sich auch prompt

nicht so leicht finden ließ. Der drohende Leerstand der Gewerbe-

flächen hätte die wirtschaftliche Grundlage des Projekts und den

millionenschweren Schuldendienst ins Wanken bringen können.

Ein Pächter musste also bald her!

Die Idee eines LandFrauen-Cafés ist nicht neu. Wer mal auf einem

Dorf- oder Vereinsfest die Kuchentheke der LandFrauen bewun-

dert hat, muss den Wunschgedanken tief im Herzen aufkeimen

spüren. So auch bei den damaligen „Goldene Krone“-Sanierern.

Bei den Arbeitseinsätzen auf der Krone-Baustelle erschienen

Samstag für Samstag bis zu 50 freiwillige Helfer. Mal mehr mal

weniger. Der einzige Lohn für sie war eine heiße Suppe und ein

Stück Hefezopf oder Kuchen. Da haben bereits die Frauen aus dem

Dorf unbewusst den Grundstein gelegt. Und auch ich gehörte ge-

legentlich dazu.

Die Sanierung der „Goldenen Krone“ war von einer starken Ge-

meinschaft geprägt und kaum jemand konnte sich dem positiven

Energie-Sog entziehen. Als erstes wurden die äußere Hülle und

das Dach saniert. Im Dezember 2002 traf sich also die Dorfge-

meinschaft vor der „Goldenen Krone“ bei Glühwein und Punch

zur Advents-Fenster-Eröffnung, während innen noch eine Bau-

stelle war.

Zu jener Zeit hat mein Mann als Forstdirektor das Forstamt in St.

Märgen geleitet. Wir waren wenige Jahre zuvor aus Tübingen wie-