Das Leben meistern - Dr. August Höglinger - E-Book

Das Leben meistern E-Book

Dr. August Höglinger

4,6

Beschreibung

Was ist Leben? Was der Sinn? Was Erfolg? Was und wer ist Gott? Im Gespräch mit dem Autor Thomas Hartl schildert der Lebensbegleiter, welche Erkenntnisse er aus seinem Leben gezogen hat. Er spricht über Freude und Leid, über Erfolg und Scheitern, Geburt und Sterben und gibt Einblicke in sehr private Dinge. In Meditation und innerer Schau findet August Höglinger Antworten auf existenzielle Fragen des Lebens.

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Seitenzahl: 117

Veröffentlichungsjahr: 2015

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August Höglinger / Thomas Hartl

Das Leben

meistern

Impressum:

Herausgeber und Verleger: Dr. August HöglingerLektorat: Dr. Christine Roiter, Linz

Cover: pixelkinder, www.pixelkinder.comCoverfoto: © Gerhard Sigl, Linz

Copyright © 2009 by Dr. August Höglinger, Fröhlerweg 8, A-4040 LinzAlle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung des Herausgebers.

Bestellungen an den Verlag:Dr. August Höglinger, Fröhlerweg 8, A-4040 LinzTel.: ++43 (0) 732/75 75 77Fax: ++43 (0) 732/75 75 77 DW 4E-Mail: [email protected]: www.hoeglinger.net

ISBN 978-3-902410-37-5

Inhalt

Vorwort Thomas Hartl

Vorwort August Höglinger

Das Leben meistern

Ins Leben gerutscht

Vaterlos

Schritte zum Erfolg

Entrümpeln

Grenzen setzen

Die Trauer loslassen

Gottsuche

Schweigen um zu hören

Die Stufen der Wahrhaftigkeit

Der geistliche Weg

Und was ist dann Gott?

Beim Leben helfen

Der Weg entsteht im Gehen

Gott und die Welt

Was ist Erfolg vor Gott?

Was ist Leben?

Versöhnung und Vergebung

Die Seele eines Unternehmens

Im Fluss des Lebens

Begegnungen mit Jesus

Vom Leben und Sterben

Krankheit als Ausdruck des Lebens und Sterbens

Abschiedlich leben

Abschied nehmen von Verstorbenen

Der Tod

Tod und Seele

Leben nach dem Tod

Lebe vor dem Tod!

Schlussworte

Vorwort Thomas Hartl

„Ich sehe Jesus“, sagt er. Ich staune nicht schlecht und denke mir meinen Teil. „Ich habe mit Jesus gesprochen und spreche noch heute mit ihm“, sagt er und der ungläubige Thomas in mir ist hellwach. „Ich sehe die Seelen der Menschen“, sagt er. Auch die der Verstorbenen. Manchmal spreche ich mit ihnen, sagt er. Er, das ist Dr. August Höglinger, einst Personalchef der Wirtschaftskammer, heute geistlicher Begleiter und in seinem neuen Metier ebenso erfolgreich wie damals, als er nur der Welt verpflichtet war.

Im Frühling 2008 lernte ich August Höglinger kennen. Wie es dazu kam, war mir einige Zeit rätselhaft. Ich hatte von seinen Erfolgen als Vortragender gehört und wollte einen Bericht über ihn für eine Zeitung schreiben. Üblicherweise genügt dazu ein Telefonat und die Sache ist in einer halben Stunde erledigt. Doch etwas veranlasste mich, ihn persönlich aufzusuchen. Ich hatte das Gefühl, das muss so sein, da ist etwas im Busch. Den Mann muss ich mir ansehen.

Was ich sah, war ein Mensch mit großer Ausstrahlung. Ein Mensch, der so viel zu erzählen hat, dass eine einzige Story in einer Zeitung kein geeigneter Rahmen ist. Sofort wusste ich, da ist etwas im Entstehen, da tut sich was. Als ich ihm zum Abschied die Hand reichte, sagte ich halb im Spaß, „mit ihnen würde ich gern ein Buch schreiben.“ Vieles was er mir erzählt hat, Lebensweisheiten, lustige und tieftraurige Geschichten und noch vielmehr die Andeutungen, die er gemacht hat über Dinge, die er mir nicht erzählt hat, all das gäbe es zu entdecken und niederzuschreiben. Die Andeutungen, die ziemlich exotisch klangen, sie machten mich neugierig.

Wenige Tage später begannen wir Nägel mit Köpfen zu machen. Mehrere Monate lang trafen wir uns regelmäßig, jeweils für mehrere Stunden und er erzählte mir die vielen kleinen und großen Erkenntnisse seines Lebens, deren Umsetzung einem Suchenden zu einem erfüllten Dasein verhelfen kann. Sofort fing ich damit an, die Gespräche aufzuschreiben, Seiten füllten sich, dieses Buch begann zu entstehen.

Als Journalist und Autor im Bereich Gesundheit habe ich schon Dutzende Bücher auf dem Gebiet der Lebenshilfe gelesen und so manche auch rezensiert. Da passiert es natürlich immer wieder, dass man denkt: Das kenne ich schon, das passt nicht für mich, ist mir zu theoretisch. Bei den Gesprächen mit August Höglinger durfte ich immer wieder erhebende Momente erleben, wo man nur mehr denkt: Ja genau, das ist es. Er hat die Probleme schon alle gelöst, mit denen du dich noch herumschlägst. Thomas, da kannst du noch viel lernen. Eine Abkürzung zu einem erfüllten Leben, zu einem Leben mit mehr Zufriedenheit zeichnete sich schon nach den ersten Gesprächen ab. Eine Abkürzung, die das nun vorliegende Buch hoffentlich vielen Lesern ermöglicht.

Langsam öffnete sich August Höglinger immer mehr. Anfangs war er in seinen Aussagen eher darauf bedacht, was denn die ehemaligen Kollegen, Bekannten oder Verwandten von ihm denken würden, wenn er preisgibt, wie es wirklich in ihm aussieht. Wenn sie wüssten, dass er mehr fühlt und sieht, als die meisten von uns. Dinge, die man nicht sieht und nicht beweisen kann, waren und sind der Allgemeinheit nun eben suspekt. Erst langsam, als er erkannte, dass ich ihn verstehe, als ich meine Zweifel ablegen konnte und mich auf ihn einließ, da bekannte er sich zu seinen seherischen Fähigkeiten. Ich sagte ihm, dass er seiner Wahrhaftigkeit, die er anstrebt, nur dann entspricht, wenn er es wagt, nicht nur die Hälfte der Geschichte zu erzählen. Bei den letzten Treffen erzählte er dann schon ganz selbstverständlich von seinen Begegnungen mit Jesus, seinen Gesprächen mit Gott, seinen Kontakten mit Seelen, mit Verstorbenen, von seinen Träumen und Bildern, die sich ihm in der Meditation offenbaren.

Ab und zu fragte August noch ein wenig unsicher: „Kann man das schreiben?“ Man kann. Er dachte vielleicht: Wird man mich nicht für verrückt erklären, wenn ich all das erzähle?

Wir leben in einer materialistischen Welt, doch durch die grauen Mauern der Vernunft dringen immer wieder bunte Pflanzen der Spiritualität. Man sollte sie nicht verstecken.

Thomas Hartl

Linz, im Juni 2009

Vorwort August Höglinger

Bei einem Interview zu einem Porträt in einer Zeitung lernte ich Thomas Hartl als sensiblen und einfühlsamen Menschen kennen. Beim Verabschieden nach dem Interview sagte er beiläufig: „Wenn nur die Hälfte von dem stimmt, was sie mir erzählt haben, dann würde ich gerne ein Buch über ihr bisheriges Leben schreiben. „Für eine Biografie fühle ich mich noch zu jung, aber über meine reichen Lebenserfahrungen wollte ich gerne etwas publizieren.“ Und so starteten wir ein spannendes und fruchtbringendes Zusammenwirken.

Während der Gespräche habe ich oft mit mir gerungen: „Soll ich das überhaupt veröffentlichen? Möchte ich wirklich so offen sein, ein so öffentlicher Mensch sein? Thomas Hartl gab mir ein sicheres Gefühl, da er bereits ein sensibles Thema sehr erfolgreich in einem Buch bearbeitet hatte.

Als ich dann den ersten Rohling des gemeinsamen Werkes in Händen hielt, war ich zu Tränen gerührt. Einen Teil der eigenen Geschichte zu lesen hatte eine starke Wirkung auf mich.

Herzlichen Dank, lieber Thomas Hartl, für die gemeinsame Arbeit und für das gelungene Produkt, das sie, liebe Leserin und lieber Leser, nun in ihren Händen halten. Ich wünsche ihnen, dass sie diesem Buch viele hilfreiche Impulse für ihren eigenen Weg entnehmen können.

Das Leben meistern

Wir haben dieses Buch „Das Leben meistern“ getauft. Die hier wiedergegebenen Gedanken und Worte sollen genau das beleuchten: Das Leben und wie man es meistern kann.

August Höglinger gibt auf den folgenden Seiten Einblick in sehr private Dinge und führt uns vor Augen, wie er seine eigenen Aufgaben gemeistert hat, und welche Lehren er aus seinen Erkenntnissen gezogen hat.

Das Leben meistern betrifft die Bereiche unseres Daseins: Geburt und Tod, Freude und Leid, Erfolg und Scheitern. Existenzielle Fragen tauchen da ganz von selbst auf. Was ist Leben? Was Erfolg? Was und wer ist Gott?

August Höglinger erzählt aus seinem Leben, gibt Anregungen zum Nachdenken und er gibt Antworten. Antworten, die er in der Meditation findet, in innerer Schau. Antworten, die ihm Jesus und Gott direkt geben.

Ins Leben gerutscht

22. April 1955, 12:55 Uhr, Kriegwald 1, im Deckergustlhaus. Ein kleines Geschöpf kämpft sich in mühevoller Arbeit durch den Geburtskanal ins Freie. Ein Mädchen, Gertrude wird ihr Name sein. Alles geht gut, alle sind glücklich. Der Vater wiegt die Kleine in den Armen, die Familie hat sich im Haus versammelt und gratuliert den glücklichen Eltern. Die Hebamme schickt sich an, die Nachgeburt zu entfernen - da plötzlich eine Überraschung! Da ist noch ein Baby, das seine Existenz bekundet, das raus will aus der Enge und rein ins weite Leben.

August, der Unerwartete, wurde als um rund zehn Minuten jüngerer Zwillingsbruder von Gertrude geboren. Bequem und ohne jede Anstrengung ist er ins Leben gerutscht. Nachdem die kleine Gertrude, mit der er sich im Mutterbauch Platz und Nahrung hat teilen müssen, den Weg ans Licht der Welt geebnet hatte, fand August den Geburtskanal schon geöffnet. Er sorgte schon mit seinem ersten Atemzug auf dieser Welt für eine handfeste Überraschung.

„Ich hatte immer das Gefühl, nicht willkommen zu sein“, sagt August Höglinger heute, mit 54 Jahren.1 Selbst als er schon erfolgreicher Seminarleiter war und das Publikum voll Spannung auf seine Vorträge wartete, dieses Gefühl nicht willkommen zu sein, es ließ sich nicht abschütteln, es war sein ständiger Begleiter.

Erst ein Erlebnis, eine Erfahrung 45 Jahre später, brachte die Wende. August gastierte in der Therme Blumau und genoss das 37 Grad warme Wasser. Wie im Mutterleib fühlt man sich in diesem Wasser. Nach dem Bad legte er sich sehr entspannt hin. Plötzlich sah er vor seinem „inneren Auge“ seine Geburt ablaufen. Was er da sah, war alles andere als angenehm. „Ich sah mich rausrutschen, und ich sah die Gesichter meiner Familie. Und was mich erschütterte: Alle schauten entsetzt zu mir herunter.“ Hatte er eine Halluzination? Eine Fantasterei? Eine Eingebung? Er wollte sofort wissen, was es mit dem Gesehenen auf sich hatte, ging ins Hotelzimmer und rief seine Mutter an. Sie bestätigte seine Vision und erklärte sie ihm. Tatsächlich hatten damals alle entsetzt geblickt, denn irgendwie waren alle auch entsetzt gewesen, dass da plötzlich ein zweites Baby war. Alle waren überrascht und überfordert. Niemand hatte mit einem Zwilling gerechnet. Ein Bettchen war vorbereitet, eine Babyausstattung gekauft und nun gab es unverhofft zwei Babys zu versorgen. Mutter hatte Angst, dass sie das nicht schaffen würde.

Mit seiner Vision und dem Wissen um die Ereignisse bei seiner Geburt überwand August sein Gefühl, von der Umwelt nicht gewollt zu sein. Warum das denn?, könnte man entgegnen. Jetzt, da er doch wusste, dass er als Zweiter gar nicht gewollt war? Der Grund für seine Erleichterung: Er erkannte, dass, obwohl er nicht erwartet wurde, dennoch von der Mutter und der Familie liebevoll angenommen und umsorgt wurde. „Seit diesem Tag der Erkenntnis war ich in einer besonderen Weise dankbar fürs Leben. Zum ersten Mal im Leben war ich zufrieden. Ich rief meine Mutter nochmals an und sagte ihr das. Wir weinten beide.“

Seine Schwester dagegen hat sich Zeit ihres Lebens erwartet und willkommen gefühlt. „Dennoch stimmte die Familienkonstellation nicht. Meine Schwester musste mir als männlichem Hoferben Platz machen und schnell wurde ich die Nummer eins in der Familie. Dazu hatte ich als Zweitgeborener aber nicht die Kraft“, sagt August. Denn nur der oder die Erstgeborene habe die volle Kraft als Nummer Eins zu leben, das zeige sich immer wieder in Familienaufstellungen. Als er das erkannte, gab er mit 35 Jahren die Nummer Eins im internen Familienranking an die Schwester ab. „Von diesem Zeitpunkt an wurde sie zur ersten Ansprechpartnerin bei Problemen, man ging nun zu ihr und ich nahm mich ohne Verlustgefühle zurück“, sagt August. Eine Änderung der Konstellation, die beiden gut tat.

Am Buffet ist August stets der Schnellste. Ganz vorn ist er stets zu finden, anstellen gibt es nicht. Und dann wird gegessen, bis der Teller leer ist. Einen Bissen übrig lassen? Unvorstellbar. Das Gefühl, endlich genug zu haben, das kennt er nicht. Lange fragte er sich, warum das wohl so ist, bis ihm in einer Meditation klar wurde: Seine unbewusste, instinktive Angst zu verhungern treibt ihn noch heute mit Macht zu den Futtertrögen. Als Baby wurde er von der Mutter gesäugt. Aber da war natürlich auch noch seine Schwester, die auch das Recht auf Nahrung einforderte. „Wurde meine Schwester zuerst gesäugt, schrie ich wie am Spieß. Ich hatte furchtbare Angst, dass mir nicht genug Milch übrig bleiben würde. Kam ich als Erster an die Reihe, schrie die Schwester. Und ich trank wie ein Verrückter. Weil ich wusste, ich werde abgenommen, bevor ich satt bin“, sagt August. Bis heute plagt ihn das Gefühl, nicht genug zu bekommen. Auch wenn er das Gefühl seit seiner Bewusstmachung in den Griff bekommen hat, ganz verschwunden ist es noch nicht. „Ein bisschen was geht immer noch“, ist sein unbewusstes Motto. Ein Motto, das ihn auch von einem beruflichen Erfolg zum nächsten trieb. „Das Gefühl, genug zu haben, das ist nicht in mir drin, dafür habe ich keinen Instinkt.“ Dieses Defizit gleicht er mit Bewusstseinsarbeit aus, indem er sich selbst Grenzen setzt.

Die Zwillings-Angst - nicht genug zu bekommen - machte es ihm viele Jahre lang unmöglich, mit anderen zu teilen. „Ich hatte ja von Anfang an nie etwas allein. Schon im Mutterleib musste ich Platz und Nahrung teilen. Ich hatte nichts für mich allein. Zuerst nicht die Eltern, dann nicht die Schulkameraden, einfach nichts. Wenn du selbst als Erwachsener nicht teilen kannst, macht dich das wenig sympathisch“, sagt August. Erst seit einigen Jahren lernt er dagegen zu steuern. Seitdem er die Ursachen für sein Verhalten erkannt hat, seitdem gelingt es ihm, auch andere vom Kuchen naschen zu lassen, seitdem kann er loslassen und „muss“ nicht alles für sich haben.

„Heiratet ein Zwilling, dann heiratet sein Partner gleich zwei Leute“, sagt August. Das kann zu Rivalität und Eifersucht führen. Die enge Verbindung zur Schwester ist aber nie verloren gegangen. „Es besteht ein Band zwischen uns. Ich weiß einfach, wie es ihr geht. Hat sie Schmerzen in ihrer linken Schulter, spüre ich den Schmerz in meiner linken Schulter. Und das über Hunderte Kilometer hinweg.“ Diese Einfühlsamkeit gegenüber anderen Menschen wurde mit den Jahren zur Mission. „Ich spüre die anderen einfach“, sagt August und fügt hinzu: „Manchmal ist das schon eine abnormale Einfühlsamkeit.“ Lange Zeit wusste er nicht, ob ein gefühlter Schmerz oder eine Angst sein Schmerz, seine Angst ist oder die eines anderen. Mit den Jahren lernte er diese Gefühle zu unterscheiden und zu steuern, indem er sich der eigenen Gefühle bewusst wurde. Eine vermeintliche Schwäche entpuppte sich als Stärke. Aus der Not heraus, sich abgrenzen zu müssen, entstand ein großes und klares Selbst-Bewusstsein. Er musste also lernen, sich selbst von den anderen abzugrenzen. Grenzen zu setzen ist für jeden Menschen von Wichtigkeit.

Manchmal wird behauptet, die Geburt nimmt den Ablauf des Lebens bereits vorweg. Bei den Zwillingen war das sicher der Fall. Gertrude musste sich alles hart erarbeiten, August rutschte überall durch.

Vaterlos