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Macht ist immer da. Das Einzige was wir tun können, ist, damit umzugehen. In diesem Buch erfahren Sie was Macht ist und wie Sie bewusster mit Macht umgehen. Sie erkennen Muster, nach denen Sie und Ihre Mitmenschen Macht ausüben und durchschauen Machtspiele des täglichen Lebens. Denn: Macht ist die Fähigkeit, die eigenen Bedürfnisse zu befriedigen.
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Seitenzahl: 48
Veröffentlichungsjahr: 2015
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August Höglinger
Impressum:
Herausgeber und Verleger: Dr. August HöglingerLektorat: Textservice Johann Schnellinger, LinzRedaktionelle Bearbeitung: Mag. Maria HammerCover: pixelkinder, www.pixelkinder.comSatz und Layout: pixelkinder, www.pixelkinder.com
Copyright © 2013 by Dr. August Höglinger, Fröhlerweg 8, A-4040 LinzAlle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung des Herausgebers.
Bestellungen an den Verlag:
Dr. August Höglinger, Fröhlerweg 8, A-4040 LinzTel.: +43(0)732 / 75 75 77Fax: +43(0)732 / 75 75 77, DW 4E-Mail: [email protected]: www.hoeglinger.net
ISBN 978-3-902410-22-1
Macht
und Verantwortung
„Mitgeschrieben“ – dies ist kein Buch im herkömmlichen Sinn!Es basiert auf einem bereits gehaltenen Vortrag und wurde für Sie zum Lesen aufbereitet.
Was ist eigentlich Macht?
Wozu dienen Macht und Gewalt?
Woraus speist sich die Macht?
Verschiedene Machterscheinungen
Eine Selbstbesinnung
Die Befriedigung von Bedürfnissen
Formen der Machtausübung
Die Macht durch Liebe
Die Macht über mich selbst
Die Ohnmacht
Die spirituelle Seite der Macht
Die helle und die dunkle Seite der Macht
Die Machtfrage
Machtspiele
Arten der Verantwortung
Ich muss ehrlich gestehen, dass meine eigene Machtgeschichte sehr bunt gewesen ist. Ich war eine sehr lange Zeit am WIFI beschäftigt und hatte damals das Gefühl, der Macht nicht wirklich erlegen zu sein. Eigentlich dachte ich, gar nicht so viel mit Macht zu tun zu haben, und wenn überhaupt, dass ich dann gut damit umgehen kann. Später wechselte ich in die Wirtschaftskammer und war mir sicher, dass mir auch hier die Macht nichts anhaben wird. Und irgendwie nach zwei, drei Jahren bemerkte ich dann aber, dass ich zum Beispiel bei Großveranstaltungen, bei denen ich in der ersten Reihe saß und nicht erwähnt wurde, schon beleidigt war. Früher habe ich mich dafür geschämt, jetzt stehe ich dazu. Ehrlich gesagt, habe ich die Macht damals genossen. Wenn ich diensthabend mit einem Chauffeur unterwegs war, haben alle gesagt: „Grüß Gott, Herr Doktor.“ Ich war dann irgendwann nicht mehr stark genug, dem standzuhalten. Als ich diesen Job kündigte, erlebte ich, dass es kaum etwas Schwierigeres zum Loslassen gibt als die Macht. Später hielt ich für ein paar Jahre Seminare mit dem Profitrainer Alois Saurugg. Da ging es um Macht und Weltbilder. Ich kann mich an ein Seminar erinnern, da saßen 18 Machtmenschen vor uns. Ein Mann von öffentlichem Ansehen und eine Dame, die am Tag davor aus der Psychiatrie entlassen wurde, hatten einen derartigen Machtkampf untereinander, dass sogar der Blumenstrauß, den wir in der Mitte des Seminarraumes stehen hatten, am helllichten Tag seine Blüten verschloss. So etwas hatte ich noch nie erlebt. Da sieht man, wie viel Energie hinter so einem Machtkampf steht.
Ich erinnere mich auch noch an einen Abend, an dem ich bei einer 42-jährigen Religionslehrerin saß und sie plötzlich zu mir sagte: „August, jetzt weiß ich, warum ich chronische Halsschmerzen habe: Da war ich zwei Jahre alt. Meine Mutter hat sich überhaupt nicht um mich gekümmert, sie war HNO-Schwester.“ Immer wenn sie als Kind Halsschmerzen hatte, hatte sie das volle Programm ihrer Mutter bekommen: Halswickel, Zuwendung, verschiedene Tees usw. Bei diesem Krankheitsbild kannte sich ihre Mutter aus und hat sich um sie gekümmert. Als Machtinstrument legte sich die Frau dann die chronischen Halsschmerzen zu. Und das nur, damit sie Zuwendung von ihrer Mutter bekam. „Jetzt bin ich 42 und habe das immer noch. Nun wird es langsam Zeit, sie loszulassen, die Macht.“
Nachdem ich wusste, dass ich diesen Vortrag über Macht und Verantwortung halten werde, habe ich ein wenig Angst bekommen. Ich wusste, ich muss mir im Vorhinein meine eigene Macht erst einmal genau ansehen. Macht ist ja immer da, die bringt man nicht weg. Das Einzige, was wir tun können, ist, damit gut umzugehen. Sei es professionell oder unprofessionell, bewusst oder unbewusst. Eigentlich ist es ja ein Tabuthema, über das man nicht spricht. Über Macht spricht man einfach nicht, vor allem, wenn ich in die politische Landschaft blicke. Dabei ist Macht so wichtig!
Ich kann mich noch erinnern, wie ich einmal mit einem Direktor gesprochen habe. Früher hatte er immer einen Mercedes gefahren, bis er sich auf einmal einen Golf kaufte. Er war auch Aufsichtsratsvorsitzender eines großen Betriebes und dort hat es bei der Zufahrt einen Schranken gegeben. Wenn er zur Aufsichtsratssitzung fuhr, hat der Pförtner immer den Schranken geöffnet und gesagt: „Grüß Gott, Herr Doktor!“ Eines Tages kam er aber mit seinem Golf. Der Pförtner öffnete wieder den Schranken, grüßte und fragte: „Sind Sie heute mit dem Auto Ihrer Frau hier?“ Der Direktor antwortete und sagte, dass es sein Auto sei. Darauf der Pförtner: „Das können Sie uns aber nicht antun!“ Das ist doch so bezeichnend für das Thema Macht! Wenn ich als Pförtner einen größeren Wagen als einen Golf fahre und mit meiner Familie unterwegs bin und auf meinen obersten Boss treffe … Das hat etwas Archaisches. Wenn man Macht besitzt, muss man diese auch leben! Aber es gibt eben Leute, die haben Macht und leben sie nicht. Da entsteht dann ein Machtvakuum.
Wenn man sich mit Macht beschäftigt, muss man sich auch mit dem Gegenteil der Macht auseinandersetzen: der Ohnmacht, der Hilflosigkeit. Ich werde nie vergessen, als ich 1992/93 in Hernstein war und ein Trainer zu uns sagte, dass der wirklich Mächtige eigentlich ohnmächtig ist. Wie kann das sein, dass jemand, der ohnmächtig ist, Macht hat? Der Trainer meinte damals zu mir, man müsse nur die Augen offen halten. Macht kann auch etwas ganz Subtiles sein. Das fängt schon im Kleinen in Familien an. „Sei nicht laut, Oma muss schlafen“, wäre hier so ein Beispiel.
Durch die jahrelangen Machtseminare habe ich gemerkt, dass es unbeschreiblich viele Machtformen und Machtspiele gibt.
