Das St. Galler Dating-Modell - Dr. Enzo Caliano - E-Book

Das St. Galler Dating-Modell E-Book

Dr. Enzo Caliano

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Beschreibung

Das St. Galler Dating-Modell ist ein Ratgeber zur systematischen Suche und Identifikation des richtigen Lebenspartners entsprechend der Bedürfnisse der Suchenden. Es ist gleichwohl für Männer wie auch für Frauen ein wertvoller Wegweiser, einen Partner für ein paar romantische Stunden zu finden - oder den langersehnten Seelenverwandten. Das Modell basiert einerseits auf den Erfahrungen in Sachen Partnerschaft und Dating aus den vergangenen mehr als 30 Jahren und greift zurück auf sozial-psychologische Phänomene, vorwiegend aus der Management- und Kommunikationstheorie. Hinzu kommen diverse Erkenntnisse, die in das Segment der "Prozessoptimierung im Rahmen einer effizienten Digitalmarketingstrategie" fallen.

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Seitenzahl: 114

Veröffentlichungsjahr: 2021

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Dr. Enzo Caliano

Das St. Galler Dating-Modell

oder „Im Weltall ist es ja dunkel"

© 2021 Dr. Enzo Caliano

Verlag und Druck: tredition GmbH, Halenreie 40-44, 22359 Hamburg

ISBN

 

Paperback:

978-3-347-11248-3

Hardcover:

978-3-347-11249-0

e-Book:

978-3-347-11250-6

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Ein (nahezu) wissenschaftlicher Ratgeber, der dabei hilft, den oder die ideale/n Partner/in fürs Leben zu finden.

Für leidenschaftliche Affären, ernsthafte Beziehungen,

möglicherweise für die Ewigkeit oder auch weniger lang.

Danksagung

… an Marina, Oksana, Simone, Kübra, Elena 1, Veronika, Sandra 1, Anna 1, Anna 2, Anna 3, Nanette, Amanda, Amélia («Amy»), Najara, Alice, Frauke 1, Daniela, Bini, Kamilla, „Babee“, Theres, Kerstin, Midaro, Lorena, Sarah Lia, Heike, Fatma, Mandy, Katja, Dagmar, Vykthoria, Mana, Babsi, Johanna, Nuray, Anette, Annette, Dorette, Anna 4, Sandra 2, Ute 1, Antje, Francie, Dace, „Miu Miu“, Melek, Geri (wie die Schnecke aus SpongeBob), Annegret, Mercedes, Milka, Claudia, Jule, Latinda, Sawrah (arab. für Sarah), Kathrin, Katja, Sylvia, Ute 2, Frauke 2, Susanne, Sabine, Bettina, Jolie, Mira, „Medusa“, Ekaterina, Elena 2, Parni, Ina, Sabrina (liebevoll Rotschopf), Hannah, Michaela, Tatjana, Anna, Elena 3, Sabrina 2, Slavi, natürlich Naomi und Tammy und alle anderen liebenswerten Damen mit dem Ursprung aus vielen spannenden Orten dieser Welt, deren Namen mir gerade nicht mehr einfallen (ich habe ein sehr schlechtes Namensgedächtnis), die mich unter dem Strich aber alle zum Schreiben dieses Buches motiviert und in irgendeiner Art und Weise inspiriert haben, um nun ein fester Bestandteil davon zu sein.

Prolog

Lieber Leser, ich habe die in diesem Buch beschriebenen Erkenntnisse im Verlauf von mehreren Jahrzehnten gewonnen, bestimmte Methoden aus zahlreichen Gesprächen und Beziehungen entwickelt. Somit durfte ich über viele Jahre hinweg ganz außerordentliche Persönlichkeiten kennenlernen und unzählige wahnsinnig schöne Momente erleben. Die Erinnerungen daran erfreuen mich immer wieder und geben mir heute noch eine gewisse Stärke, obwohl sie bereits teilweise schon vor einigen Jahrzehnten stattgefunden haben.

Ich habe in dieser langen Zeit aber auch viele Absagen erhalten, musste eine Menge Herzschmerz erleiden, habe einige sehr schmerzhafte Verluste durch das viel zu frühe Ableben von einigen erlitten. Es waren allerhand Trennungen notwendig, die mir mal leicht, mal sehr schwergefallen sind. Es gab natürlich diverse Trennungen, mit denen ich konfrontiert wurde und die ich einfach hinnehmen musste. Eine ehemalige, sehr intensive Beziehung ist ins Gefängnis gewandert, eine andere in eine psychiatrische Anstalt. Das geschah in beiden Fällen aber nicht meinetwegen.

Dieses Buch soll die Leser dazu inspirieren, das Leben authentisch zu leben und nicht irgendwelche Rollen zu spielen. Offene Emotionalität anstatt Oberflächlichkeit, selbstbewusst sein, sich niemals unterkriegen lassen und dafür die Stärken wie auch seine echten Schwächen genau kennen, lautet die Devise. Es gilt, den alltäglichen Herausforderungen selbstbewusst entgegen zu treten und Lösungen auch in scheinbar aussichtslosen Situationen zu finden. Einfach Spaß zu haben.

Somit wünsche ich Ihnen in Ihren Bemühungen, den oder die richtige/n Partner/in zu finden, ganz viel Glück und hoffe, dass Ihnen zahlreiche interessante und liebenswerte Begegnungen widerfahren werden.

Inhalt

1. Der perfekte Partner – wie entsteht ein Leitbild?

2. Die verbotene Frucht – eine spontane Liebesgeschichte

3. Das St. Galler Dating-Modell

4. Die Zielgruppen-Agitations-Performance

5. Exkurs 1: Die richtige Verkaufstechnik

6. Exkurs 2: Die richtige Kommunikation

7. Eine Situation, ein Modell, ein Erfolgsrezept

8. Die Matrix des ökonomischen (kognitiven) Charismas

9. 1‘000 und eine Eigenschaft zur Selbstfindung

10. Informationen im Internet

Einleitung

Die Zeiten haben sich geändert. Weiß Gott!

In Zeiten von Parship, Tinder und Amorelie, die den „Womanizer“ mit Orgasmusgarantie via Internet vertreiben, ist die Suche nach dem richtigen Lebenspartner seit den 80er Jahren zugegebenermaßen irgendwie sehr viel komplexer geworden.

Als ich beispielsweise im zarten Alter von 15 Jahren meine erste große Liebe ansprechen musste, mit der zusammen ich danach 12 Jahre lang ein Paar war, sah das gesamte Umfeld in jeder Weise noch komplett anders aus.

Ja, genau: „Ansprechen MUSSTE.“ Und zwar aufgrund von nicht vorhandener, öffentlich zugreifbarer technischer Infrastruktur.

Es war der letzte Schultag vor drei bevorstehenden Wochen Osterferien, und im Frühling 1985 gab es weder WhatsApp noch Facebook, ich verfügte weder über einen PC noch über ein Tablet oder ein Handy (sorry: „Smartphone“). Die damals am weitesten technisch entwickelten Modelle erinnerten von der Größe her an mittelgroße Reisekoffer.

Die für damalige Verhältnisse gängige Art und Weise, meine große Liebe zu kontaktieren, wäre es gewesen, ihr mit einer Kugelkopfschreibmaschine von Triumph oder IBM einen Brief zu schreiben und via Telex oder Fax zuzustellen. Da diese Form der Nachrichtenzustellung jedoch keinen großen zeitlichen Vorteil hätte bringen können, musste ich persönlich und direkt agieren. Aber zu diesem Thema in Kürze noch mehr.

Beruflich habe ich heute in beratender Funktion mit mittelständischen Unternehmen zu tun. Am liebsten sind mir die Geschäftsmodelle, die in strukturierten Verdrängungsmärkten mit hoher Rivalität unter der Konkurrenz tätig sind. Hier wird in der Regel in nahezu gesättigten Märkten agiert, es gibt zahlreiche Marktplayer, aber auch eine permanent existierende Nachfrage. Die Konkurrenz ist groß. Möchte man langfristig erfolgreich im Markt bestehen, dann muss man einfach nur besser sein, innovativer, agiler, einfach ausgeschlafener als die Konkurrenz; man muss sich differenzieren und seinen USP entsprechend im Markt kommunizieren. Ich finde diese Marktform deswegen so angenehm, da bekannt ist, wer konkret die jeweilige Zielgruppe ist, auf die man sich zu konzentrieren hat, und auch, welche Bedürfnisse vorhanden sind, welche Leistungen die Marktpartner in welcher Qualität anbieten und wo dort die Vor- und wo die Nachteile liegen. Hier gibt es dann in der Regel einen ganzen Strauss an Ansätzen, wie ein Unternehmen in diesem Markt erfolgreich agieren und wachsen kann.

Und genau in einem solchen Marktmodell bewegen wir uns bei der Partnersuche!

Um nun in dieser heutigen komplexen Welt noch zurechtzukommen, müssen wir populäre wissenschaftliche Modelle und Theorien mit modernen Kommunikationsmitteln verknüpfen. Der richtige Marketingmix ist letztendlich immer noch entscheidend (allerdings heißt es heute nicht mehr „Marketing-Mix“, sondern „Zielgruppen-Agitations-Performance“). Basierend auf traditionellen wissenschaftlichen Modellen und gepaart mit einigen Jahrzehnten an Erfahrungen ist letztendlich etwas entstanden, das meines Erachtens jeder Mann auf sich projizieren und dann zielorientiert und erfolgversprechend in freier Wildbahn einsetzen kann. Und natürlich auch jede Frau.

Dieses Buch soll am Ende des Tages dem Leser nicht nur eine Liste von möglichen Gesetzmäßigkeiten, Handlungen und Aktivitäten liefern, von denen er sich dann die für ihn vermeintlich besten Vorschläge aussuchen kann. Nein, es geht hier um sehr viel mehr. Es soll prinzipiell eine Vielfalt von Kombinationen an bunten Persönlichkeiten, effektiven Wirkfaktoren und effizienter Kommunikationstheorie im Zusammenhang mit dem Einsatz von diversen Instrumenten eines zeitgemäßen technologischen Umfelds aufgezeigt werden, die der Leser dann entsprechend seiner individuellen Persönlichkeit und ganz speziellen Lebenssituation nutzen und später im Ernstfall erfolgreich anwenden kann. Wenn diese Methodik wiederholt angewendet wird, dann sollten Leser und Modell im Rahmen einer lernenden Autoorganisation eins werden, um irgendwann letztlich intuitiv angemessen und zielorientiert handeln zu können.

Aus diesem Grund starten wir einleitend zunächst einmal ganz allgemein und versuchen, die folgenden zwei Termini zu definieren:

1. „Der / die perfekte Partner/in“                    und

2. „Die perfekte Partnerschaft“

Zur Klärung dieser beiden Begriffe gibt es bereits unzählige Regale voller Bücher, und letztendlich muss sich jeder Leser dieses Buches am Ende seine eigene Meinung darüber gebildet haben, was für ihn selbst die/der „perfekte Partner(in) ausmacht, damit er auf Basis seiner Planungsaktivitäten genau das richtige Ziel anvisiert.

Es ist sehr wichtig, gleich zu Beginn, sein eigenes Endziel konkret zu formulieren, das mit den Planungen und ausführenden Aktivitäten verfolgt wird. Ist es eine feste, langfristige, tiefgründige Partnerschaft, die Liebe des Lebens, oder bin ich eher der Meinung: „Wenn ich im Geschäft Milch kaufen kann, warum brauche ich dann zu Hause eine Kuh?“

Gemischt mit den eigenen Emotionen und Erfahrungen sollte dann jeder Leser seine individuelle Vorstellung des perfekten (Leit-)Bildes erhalten, die es zu verfolgen gilt. „Verfolgen“ im positiven Sinne, nicht im negativen, wie „stalken“!

Unser Modell soll einleitend idealerweise zunächst einmal als detaillierte Reflexionshilfe funktionieren, damit der Leser als Suchender den einmal eingeschlagenen Weg nicht verlässt (möglicherweise am Ende noch einmal korrigiert), jedoch zu jedem Zeitpunkt weiß, wo im Prozess er sich genau befindet, damit er sein Ziel niemals aus den Augen verliert. Zum besseren Verständnis werde ich anhand von eigenen realen Fallbeispielen, die sich genauso zugetragen haben, aufzeigen, was das Lernziel der jeweiligen Lektion sein muss. So können anhand von mir bereits in der Vergangenheit gelebten – positiven wie auch negativen – intensiven Erfahrungen und das angehäufte relevante „Fachwissen“ dem Leser direkt weiterhelfen, damit das Rad nicht noch mal neu erfunden werden muss. Das sollte Ihnen gewisse Schmerzen ersparen, die von mir bereits durchlebt wurden.

Ich wünsche Ihnen nun viel Spaß beim Lesen, und vor allem aber auch viel Erfolg bei der Anwendung im Nachhinein.

1.   Der perfekte Partner – wie entsteht ein Leitbild?

Jeder Mensch trägt von seinem perfekten Gegenstück ein ganz bestimmtes Bild im Kopf. Als wir noch sehr jung waren und wir unsere ersten Erkenntnisse mit dem anderen Geschlecht sammeln durften, haben zunächst keine äußeren Einflüsse dieses Bild manipuliert. Und wir haben an diesem Leitbild noch keinerlei Korrekturen vorgenommen, die sich aus den entsprechenden – positiven wie auch negativen – Erfahrungen der Partnersuche und dem Führen von Beziehungen heraus ergeben haben. Es war die reine Intuition, die uns damals geleitet hat.

Man geht heutzutage also bei der Partnersuche weniger intuitiv vor und reflektiert einschneidende Ereignisse aus der Vergangenheit. Mit den negativen Erfahrungen und den daraus – möglicherweise fälschlicherweise – gezogenen Konsequenzen kann man leicht in einer unschönen Schleife landen, die immer wieder den gleichen Partner-Typus anzieht, der uns unter Umständen am Ende regelmäßig nicht guttut. Dieses Phänomen ist in der Praxis relativ häufig zu beobachten. Auch ich muss mich da selbst kritisch betrachten, da ich im Nachhinein gestehen muss, dass der eine oder andere unschöne Ausgang der einen oder anderen Beziehung relativ leicht vorhersehbar war.

Um aus dieser eingefahrenen Sichtweise auszubrechen, müssen wir uns ein reines originäres Leitbild erarbeiten, das unseren realen ursprünglichen Traumpartner darstellt, den es aufzuspüren gilt. Diese Grundeinstellung sollten wir uns als zwingende Voraussetzung für die erfolgreiche Suche nach dem perfekten Partner wieder unbedingt aneignen und uns in die Vergangenheit versetzen, als wir unsere erste große Liebe kennenlernten.

Mitte der achtziger Jahre war ich der durchschnittliche Schüler einer Kleinstadt-Realschule in der kargen Provinz, irgendwo im östlichen Westdeutschland. Wir waren eine Bande von Teenagern, bei der schon jeder die eine oder andere, mehr oder weniger intensive Erfahrung mitdem weiblichen Geschlecht gemacht hatte. Mehr oder weniger erschöpfend. Mit 15 Jahren, in der 10. und als anerkanntes Mitglied eines Rudels von Halbstarken, die Iron Maiden, Springsteen, Nirvana, AC/DC und Konsorten bewunderten, glaubst du noch, dir gehört die ganze Welt. Mehr als 2‘500 Schüler aus allen Ecken der mitteldeutschen Provinz besuchten diese Schule. Und irgendwann bist du dann in der 10., hast die oberste Spitze der Hierarchie erreicht und regierst im allerobersten Stock dieses ehrenwerten Gebäudes mit einer langen, achtbaren Geschichte, die uns damals aus diversen Erzählungen der Ältesten zugetragen wurde.

Es gab diverse Storys, die man sich an der Schule über unsere Klasse erzählte. In der Regel waren es „Gerüchte“, teilweise gefüttert durch reale Phänomene einiger Protagonisten unseres täglichen Schulalltags, wie beispielsweise an jenem Tag, als die halbe benachbarte Hauptschule mitten in unseren laufenden Kunstunterricht einfiel und Michael, einen unserer „Anführer“, aus dem Unterricht zerrte, weil er sich angeblich am Tag vorher eine Schlägerei mit einem Typen geliefert hatte, der unter einem Herzklappenfehler litt. Ich kannte den Typen vom Sehen, ein außerordentlich unsympathischer Kerl, und Michael hatte sicherlich seine Gründe gehabt, ihn mit Nachdruck in die Schranken zu weisen. Es waren vornehmlich weibliche Hauptschüler, mindestens 20 an der Zahl, die aktiv wurden und Michael zeternd und kreischend aus dem Unterricht zogen. Dann mussten wir alle hilflos zusehen, wie der vermeintlich herzklappenkranke Typ draußen auf dem Flur vor einer kreischenden Schülermeute, die außer sich war, Michael eine Ohrfeige nach der anderen verpasste, ohne dass dieser sich zur Wehr setzen durfte. Der Kunstunterricht war in dem Moment vergessen. Der Kunstlehrer, der mich immer an einen verschlafenen Igel mit Heuschnupfen erinnerte, der im dunklen Wald orientierungslos nach Nüssen und Blättern suchte, hielt sich tunlichst aus dem ganzen Zwischenfall heraus und war plötzlich komplett verschwunden. Unser mutiger Kunstlehrer tauchte erst eine Woche später pünktlich zum Unterricht wieder auf.

Der vermeintlich herzklappenkranke Typ, der nun auf diese Weise seine Vergeltung bekam, kutschierte mich, damals relativ angetrunken, gut20 Jahre nach diesem Vorfall als hauptberuflicher Taxifahrer (so bekommt am Ende jeder, was er verdient) in meiner provinziellen Heimatstadt von einer Wiedersehensparty nach Hause zu meinen Eltern. Ich wohnte damals in Nürnberg (ich studierte BWL an der dortigen Uni) und war zu Besuch in der alten Heimat, die ich etwa 5 Jahre nach dem besagten Vorfall im Kunstunterricht in Richtung Köln verlassen hatte.

Wir lehnten in den Pausen immer an der Schultreppe hinter den Geländern und schauten uns das Treiben der Schüler aus unterschiedlichen Jahrgängen und die Bemühungen der überforderten Aufsichtslehrer an. Die Klassenzimmer waren auf drei Stockwerke verteilt, die Arbeitsräume für Chemie und Physik befanden sich in den tiefsten Katakomben der Schule. Ich denke, die Aura dieser Räume hatte einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet, dass mir während meiner gesamten Schullaufbahn der intellektuelle Zugang zu den naturwissenschaftlichen Fächern komplett verwehrt blieb. Das hatte für mich einfach etwas Unnahbares.

Wir trugen Lederjacken, T-Shirts, Blue-Jeans und Turnschuhe. Einige von uns fuhren Motorräder. Echte Halbstarke halt.