Der achte Zwerg - Ross Thomas - E-Book

Der achte Zwerg E-Book

Ross Thomas

4,8

Beschreibung

Deutschland, 1946: zerstörte Gebäude, Besatzungsmächte, Schwarzmarkt, Entnazifizierung und untergetauchte Kriegsverbrecher. Minor Jackson hat gerade den Zweiten Weltkrieg überstanden, als ihm 'der Zwerg' Nicolae Ploscaru, kleinwüchsiger rumänischer Adeliger, Genie und gewohnheitsmäßiger Lügner, einen 'fast legalen' Job anbietet: er soll den verlorenen Sohn einer jüdischen Familie aufspüren. Doch was wie eine harmlose Familienzusammenführung klingt, wird zu einem Wettlauf quer durch die Besatzungszonen denn der verlorene Sohn entpuppt sich als professioneller Killer, an dem verschiendene Geheimdienste Interesse haben, Jackson und Ploscaru versuchen, die verschiedenen Gruppen gegeneinander auszuspielen aber kann Jackson dem Zwerg trauen?

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Das Buch: Deutschland, 1946: zerstörte Gebäude, Besatzungsmächte, Schwarzmarkt, Entnazifizierung und untergetauchte Kriegsverbrecher. Minor Jackson hat gerade den Zweiten Weltkrieg überstanden, als ihm »der Zwerg« Nicolae Ploscaru, kleinwüchsiger rumänischer Aristokrat, Genie und gewohnheitsmäßiger Lügner, einen »fast legalen« Job anbietet: Er soll den verlorenen Sohn einer jüdischen Familie aufspüren. Doch was wie eine harmlose Familienzusammenführung klingt, wird zu einem Wettlauf quer durch die Besatzungszonen – denn der verlorene Sohn entpuppt sich als professioneller Killer, an dem verschiedene Geheimdienste Interesse haben. Jackson und Ploscaru versuchen, die verschiedenen Gruppen gegeneinander auszuspielen – aber kann Jackson dem Zwerg trauen?

Der Autor: Ross Thomas, geboren 1926 in Oklahoma, richtete in den fünfziger Jahren das deutsche AFN-Büro in Bonn ein und arbeitete als Journalist, Gewerkschaftssprecher und Public-Relations- und Wahlkampfberater für Politiker in den USA. Seine vielfältigen Erfahrungen verarbeitete er in seinen Politthrillern, in denen er vor allem die Hintergründe des (amerikanischen) Politikbetriebs entlarvt und bloßstellt. Ihm wurden zweimal der Edgar Allan Poe Award und mehrmals der Deutsche Krimi Preis verliehen. Bis zu seinem Tod 1995 entstanden 25 Romane.

Ross Thomas

Der achte Zwerg

Aus dem Amerikanischenvon Stella Diedrich, Gisbert Haefs undEdith Massmann

Alexander Verlag Berlin | Köln

Die Ross-Thomas-Edition im Alexander Verlag BerlinHerausgegeben von Alexander Wewerka

Umweg zur Hölle. Ein Artie-Wu-und-Quincy-Durant-FallAm Rand der Welt.Ein Artie-Wu-und-Quincy-Durant-FallVoodoo, Ltd.Ein Artie-Wu-und-Quincy-Durant-FallKälter als der Kalte Krieg. Ein McCorkle-und-Padillo-FallGottes vergessene StadtTeufels KücheDie im DunkelnDer Yellow-Dog-Kontrakt

E-Book-Ausgabe 2011 Erste vollständige deutsche Ausgabe Die deutsche (stark gekürzte) Erstausgabe erschien 1980 unter dem Titel Vierzig Riesen für den Zwerg im Ullstein Verlag, Frankfurt/M., Berlin. Die amerikanische Originalausgabe erschien 1976 unter dem Titel The Eighth Dwarf. © 1979 by Lucifer Inc. Licensed with The Estate of Ross E. Thomas © für die Print- und diese Ebook-Ausgabe und die bearbeitete und vollständige Übersetzung by Alexander Verlag Berlin 2011 Alexander Wewerka, Postfach 19 18 24, D-14008 Berlin [email protected]ung: Antje Wewerka Alle Rechte vorbehalten 978-3-89581-263-7 Made in Germany (December) 2011

1

Während des Krieges hatte Minor Jackson beim Office of Strategic Services1 gedient. Vor allem in Europa, aber vier Monate vor Kriegsende hatte man ihn noch nach Burma geflogen. Burma hatte ihm nicht sehr gefallen, die Dschungel auch nicht, und das, was er darin zu tun hatte, schon gar nicht, aber nun, seit der Krieg und das OSS Vergangenheit waren, hatte Jackson sich schon beinahe dazu entschieden, nach Europa zurückzukehren, denn er vermutete, daß sich dort auf die eine oder andere Weise Geld machen ließ. Vielleicht sogar viel Geld.

Ob Jackson im Frühherbst 1946 nach Europa zurückkehren würde, hing zum Großteil davon ab, was der Zwerg hatte organisieren können. Jackson wartete nun in der Green Gables Cocktail Lounge auf La Cienega, gleich am Santa Monica Boulevard; und wie üblich kam der Zwerg zu spät.

Jackson hatte mit seinen zweiunddreißig – tatsächlich fast dreiunddreißig – während des Krieges das Warten gelernt und war leicht überrascht gewesen, als er feststellte, daß der Krieg zu neunzig Prozent aus Warten bestand. Und obwohl der Zwerg fast fünfundvierzig Minuten zu spät war, saß Jackson geduldig da, ohne hibbelig zu werden, und fläzte sich fast in dem tiefen Sessel an dem niedrigen Tisch. Er hatte sein Bier langsam getrunken, damit es länger hielt, und sein Glas war noch immer halb voll. Zum Zeitvertreib konnte er einem erbitterten Streit am Nebentisch zuhören.

Der Streit – in wütendem Flüsterton – dauerte nun beinahe schon so lang, wie Jackson wartete. Die Streitenden waren ein junges Pärchen, und zunächst war es um Geld gegangen – oder vielmehr um dessen Mangel – und um die nachlässige Art, mit der die junge Frau mit dem wenigen, was da war, umging. Aber nun hatte sie einen tückischen, vernichtend intimen Gegenangriff gestartet und als Waffe die sexuelle Unzulänglichkeit des Mannes gewählt.

Da Jackson so neugierig wie jeder andere war, eigentlich sogar etwas neugieriger, drehte er sich etwas in seinem Sessel – eine beiläufige Bewegung, die ihm, wie er hoffte, einen kurzen, unbemerkten Blick auf das Opfer erlaubte.

Der junge Mann saß mit gesenktem Kopf da, biß sich auf die Lippen und lauschte seiner Verdammung, die wegen des sanften Flüsterns, in dem sie vorgebracht wurde, noch schlimmer zu ertragen sein mußte. Er war auch recht blaß, allerdings war er bestimmt rosa oder sogar blutrot angelaufen, als die junge Frau ihren Angriff begann. Er sieht aus, als ob er leicht rot wird, dachte Jackson.

Die junge Frau war etwa in seinem Alter, und obwohl sie viel weniger als schön war, war sie doch mehr als nur hübsch. Allerdings hatte Jackson nicht damit gerechnet, daß sie auch so eine gute Beobachtungsgabe hatte. Sie bemerkte seinen forschenden Blick beinahe sofort und brach ihre geflüsterte Anklage ab, um ihm einen wütenden Blick zuzuwerfen und zu fordern: »Was guckst du so, Opa?«

Jackson zuckte mit den Schultern. »Ich wollte sehen, wo er blutet.«

Wäre das »Opa« nicht gewesen, hätte er bei seiner Antwort vielleicht gelächelt oder gegrinst. Jacksons Haar war grau – eigentlich sogar fast weiß –, und obwohl er schon oft darüber nachgedacht hatte, hielt ihn eine Art von umgekehrtem Stolz oder Eitelkeit davon ab, es zu färben. Manchmal, wenn er darauf angesprochen wurde – meist von Frauen –, behauptete er, es sei während des Krieges über Nacht ergraut, als er mit einem romantisch geheimnisvollen Auftrag des OSS unterwegs war. In Wahrheit hatte er mit dreiundzwanzig begonnen, grau zu werden.

Nach Jacksons Spruch stand der junge Mann abrupt auf. Dabei stieß er versehentlich sein Bier um, das den Tisch überschwemmte und sogar auf sein Club-Sandwich schwappte. Etwas Farbe war wieder in seine Wangen zurückgekehrt. Seine Lippen begannen zu arbeiten, wie er so dastand. Erst zitterten sie ein wenig, aber schließlich brachte er es heraus: »Du bist wirklich ein gemeines Miststück, was, Diane?«

Da es sich eindeutig nicht um eine Frage handelte, wartete der junge Mann auch nicht auf eine Antwort. Statt dessen drehte er sich um und stürmte an den Tischen vorbei zu den drei mit Teppich ausgelegten Stufen, die nach unten ins Foyer der Cocktail Lounge führten.

Die junge Frau starrte ihm ein oder zwei Sekunden hinterher, während sich nun ihre Lippen bewegten, als ob sie lautlos einige nicht gesagte Zeilen probte. Dann blickte sie auf den Tisch mit seinen zwei unverzehrten Sandwiches und dem verschütteten Bier. Sie schien sich das Chaos so sorgfältig einzuprägen, als ob sie es später aus der Erinnerung malen wollte. Schließlich schaute sie zu Jackson hoch. Er sah, daß ihr Zorn verflogen, vielleicht in einem Geheimversteck zur möglichen Wiederverwendung verstaut worden war. Sie trug einen neuen Gesichtsausdruck, eine Art leicht verwirrter Unehrlichkeit.

»Und wer bezahlt den Mist hier?« fragte sie.

Jackson wiegte den Kopf. »Gute Frage«, sagte er.

Sie sprang auf und schoß geradezu durch die Tischreihe auf die Stufen zu. »He, Johnny, warte!« rief sie.

Aber Johnny war schon lange weg. Sie stürzte eilig die Stufen hinunter, hielt Ausschau nach Johnny und achtete nicht im geringsten darauf, wohin sie lief. Auf der letzten Stufe rannte sie Nicolae Ploscaru um, den Zwerg.

Der Zwerg hatte keinen weiten Weg zu Boden, trotzdem fiel er hart und landete unsanft auf seinem Hintern. Die Frau blickte auf ihn hinab, sagte »O Scheiße« als Entschuldigung und eilte hinter dem verschwundenen Johnny aus der Tür.

Niemand erbot sich, dem Zwerg auf die Beine zu helfen. Er schien es auch nicht zu erwarten. Langsam, mit bemerkenswerter Würde, stand er auf und klopfte nachdenklich die Hände aneinander ab. Anschließend schüttelte er leicht angewidert den großen Kopf und machte sich wieder daran, die drei Stufen zu erklimmen, wobei er wegen seiner kurzen, leicht nach außen gebogenen Beine eine nach der anderen nahm.

Ploscaru bahnte sich den Weg durch die Tischreihe bis zu Jacksons Platz. »Ich bin zu spät, ich weiß«, sagte er und hievte sich mit einer geübten Mischung aus Hüpfen und Drehen in den niedrigen Sessel.

»Daran bin ich gewöhnt«, sagte Jackson.

»Ich habe keinen Führerschein«, sagte der Zwerg, als enthülle er ein langgehegtes Geheimnis. »Wer in dieser Stadt nicht selbst fährt, kann sich darauf verlassen, zu spät zu kommen. In New York habe ich die U-Bahn genommen und war fast immer pünktlich. Ich frage mich, warum es hier keine U-Bahn gibt.«

Der Zwerg hatte einen deutlichen rumänischen Akzent, vermutlich weil er sein Englisch erst recht spät im Leben gelernt hatte, lange nach dem Französischen, das er praktisch ohne jeden ausländischen Akzent sprach, und nach seinem ebenso perfekten Deutsch. Zu Beginn des Krieges, 1940 und ’41, hatte Ploscaru für den britischen Geheimdienst in Bukarest gearbeitet – oder vielmehr für zwei englische Spione, die sich als Korrespondenten von ein paar Londoner Tageszeitungen ausgaben. Einer der beiden, so hatte Ploscaru Jackson einmal erzählt, war ziemlich kompetent, aber der andere, der völlig aus dem Häuschen war, weil ein Theaterstück von ihm in London aufgeführt wurde, hatte sich als ziemliche Niete herausgestellt.

Als die Deutschen im Frühjahr 1942 schließlich in Rumänien einfielen, war der Zwerg in die Türkei geflohen. Von dort aus hatte er sich nach Griechenland durchgeschlagen und von Griechenland irgendwie nach Kairo, wo er angeblich den Rest des Krieges verbrachte. Auch wenn Ploscaru es nie zugab, vermutete Jackson, das sich der Zwerg in die Vereinigten Staaten hatte schmuggeln lassen, vermutlich vom Army Air Corps. Zumindest sprach der Zwerg immer in den wärmsten Tönen vom Air Corps, trotz allem, was es Ploeşti angetan hatte.

»Willst du was trinken?« sagte Jackson.

»Hast du gesehen, wie die mich umgerannt hat? Sie ist nicht mal stehengeblieben.«

»Sie hat auch nicht für ihren Lunch bezahlt.«

Der Zwerg nickte mürrisch, als ob er so etwas schon erwartet hatte. Der große Kopf, mit dem er nickte, war beinahe schön, wäre nicht etwas zuviel Kinn gewesen. »Einen Martini«, beantwortete er schließlich Jacksons inzwischen angegraute Frage, »ich glaube, ich nehme einen Martini.«

»Noch immer ein Barbar.«

»Ja«, sagte der Zwerg. »Genau.«

Jackson winkte einen Kellner herbei, der herüberkam und mit den Händen auf den Hüften dastand, ein düsterer Ausdruck auf seinem Gesicht, als er den Lunch betrachtete, den das junge Pärchen weder gegessen noch bezahlt hatte. Der Kellner war jung, geschwätzig und etwas verweichlicht. Er warf Jackson einen wissenden Blick zu.

»Na, mir war das gleich klar, als sie reingekommen sind. Ihnen nicht?« sagte er.

»Nein«, sagte Jackson, »mir nicht.«

»Na, mir schon. Ist Ihnen nicht aufgefallen, wie eng ihre Augen zusammenstehen? Das ist ein todsicheres Zeichen für einen Schnorrer – na ja, fast, zumindest. Möchten Sie noch ein Bier?«

»Und einen Martini für meinen Freund hier.«

»Extra trocken?« sagte der Kellner zu Ploscaru.

»Extra trocken«, sagte der Zwerg.

Nachdem die Drinks serviert waren, wartete Jackson, während Ploscaru den ersten Schluck von seinem Martini nahm, sich schüttelte und sich eine Old Gold anzündete, seine Lieblingsmarke.

»Und?« sagte er.

Ehe Ploscaru antwortete, nahm er einen zweiten Schluck, einen größeren. Diesmal schüttelte er sich nicht. Statt dessen seufzte er und sagte, ohne Jackson richtig anzusehen: »Der Anruf ist heute morgen um elf gekommen. Kurz nach elf.«

»Von wo?«

»Tijuana.«

»Sind beide heraufgekommen?«

»Die Tochter. Der Alte ist in Ensenada geblieben. Er kann kein Englisch, weißt du. Die Tochter schon, irgendwie zumindest. Sie möchten ein Treffen.«

»Habt ihr über Geld geredet?«

Jetzt sah der Zwerg Jackson voll an. Er hatte grüne Augen, die clever wirkten, vielleicht lag es auch nur an ihrem Glitzern.

»Wir haben über Geld geredet«, sagte Ploscaru, »und sie schien unseren Preis ein bißchen hoch zu finden; aber sie ist ja auch Jüdin.« Der Zwerg zuckte mit den Achseln und drückte dabei seine milde Verachtung für eine Jüdin aus, die dumm genug war zu glauben, daß sie einen Vollblutrumänen im Feilschen übertreffen könnte.

»Also haben wir verhandelt«, fuhr Ploscaru fort. »Auf Englisch, natürlich, obwohl es auf Deutsch einfacher gewesen wäre, aber so lange ist der Krieg noch nicht vorbei. Es ist ziemlich schwierig, am Telefon zu verhandeln, vor allem mit jemandem, der eine Fremdsprache spricht, und das nicht einmal gut. Da entgehen einem die, hm, die Nuancen.«

»Was hast du erreicht?« sagte Jackson.

»Tausend für dich und fünfhundert für mich.«

»Bißchen wenig, oder?«

Ploscaru schürzte widersprechend die Lippen. »Mein lieber Freund, wenn man einen Handel ausmacht, der aus zwei getrennten Zahlungen besteht, sollte es immer so wirken, als ob man sich mit seinem letzten Atemzug gegen eine Minderung des Vorschusses sträubt. Aber dann, wenn man all seine Argumente aufgebraucht hat, sollte man widerwillig nachgeben und schnell zur zweiten Zahlung übergehen. Die kann man dann aufblasen, wenn man sich nur gerissen und hartnäckig genug anstellt, weil dein Verhandlungspartner weiß, daß er nicht zahlen muß, wenn man bei der Aufgabe versagt.« Der Zwerg nahm noch einen Schluck Martini, leckte sich die Lippen und sagte: »Wirklich, ich hätte Diplomat werden sollen.«

»Wie hoch?« sagte Jackson. »Das Erfolgshonorar.«

»Zehntausend für dich und fünf für mich. Auszuzahlen in der Schweiz.«

»Wenn wir ihn finden.«

»Ja. Natürlich.«

Jackson ließ sich das durch den Kopf gehen. Das war mehr, als er erwartet hatte, fast zweitausend Dollar mehr. Der Zwerg hatte seine Sache gut gemacht, viel besser als Jackson selbst es gekonnt hätte. Er beschloß, dem Zwerg ein kleines Kompliment zu machen, ein winziges nur, wirklich, denn mehr würde Ploscaru nur zu Kopf steigen und ihn für den Rest des Tages unerträglich machen.

»Nicht schlecht«, sagte er.

»Eigentlich sogar recht brillant.« Wenn sich der Zwerg selbst ein Kompliment machte, verstärkte sich das Britische in seiner Aussprache und Ausdrucksweise, vielleicht, weil die beiden Spione, für die er in Bukarest gearbeitet hatte, nur selten ein gutes Wort für ihn übrighatten und er nun jedes Lob, selbst wenn es von seinen eigenen Lippen kam, in einen britischen Akzent verpackt mochte.

»Trotzdem muß ich meinen Wagen verkaufen«, sagte Jackson.

»Welch ein Jammer«, sagte Ploscaru und machte sich nicht die Mühe, seinen Sarkasmus zu verbergen.

»Das Treffen«, sagte Jackson. »Wann soll es sein?«

»Übermorgen, in ihrem Hotel in Ensenada. Sie haben auf ein paar Code-Sätzen zur Identifikation bestanden – wirklich entsetzlich alberner Kram, aber das sag’ ich dir alles morgen.«

»Und was machen wir heute nachmittag?«

»Laß uns zum Strand fahren, Bier trinken und Weiber ansehen.«

»Okay«, sagte Jackson.

2

Man hatte Captain Minor Jackson Mitte 1945 an Bord eines Lazarettschiffs zurück in die Staaten geschifft, wegen eines akuten Falls von infektiöser Hepatitis, die er sich im Dschungel von Burma eingefangen hatte, wo er mit paar angeworbenen harten Burschen und etwa einem Dutzend noch härterer Angehöriger des Kachin-Stammes den Japanern hinter ihren eigenen Linien zugesetzt hatte. Jacksons kleine Einheit war Teil eines selbständig operierenden OSS-Unternehmens, das sich »Detachment 101« nannte. Der Grund dafür, daß man es Detachment 101 nannte, war, daß das OSS fand, der Name höre sich so an, als ob noch ein paar ähnliche Einheiten in der Gegend seien, was natürlich nicht stimmte.

Jackson hatte den Tag und die Nacht der japanischen Kapitulation an Bord des Lazarettschiffes in Seattle Harbor damit verbracht, sich das Feuerwerk anzusehen und dem Lärm der Feiern zuzuhören. Am nächsten Tag hatte ihm das Rote Kreuz im Lazarett von Fort Lewis mitgeteilt, daß er ein kostenloses Ferngespräch nach Hause führen könne.

Das stellte Jackson vor ein kleines Problem, denn seine Eltern waren seit beinahe zwanzig Jahren geschieden, und er wußte nicht im geringsten, wo sie sich aufhielten. Er war nur sicher, das seine Mutter nicht in Palm Beach war – jedenfalls nicht im August.

Er hatte schließlich die Anwaltskanzlei seines Vaters in New York angerufen, nur damit ihm eine Sekretärin, die vermutlich neu in ihrem Job war, sagte, daß Mr. Jackson in einer wichtigen Konferenz und nicht zu sprechen sei.

Später schickte Jackson seinem Vater dann eine Postkarte. Zwei Wochen vergingen, ehe ein Brief vom Vater kam, in dem er Jackson beglückwünschte, daß er den Krieg heil überstanden hatte (was ihn offenbar überrascht zu haben schien, wenn auch angenehm) und in dem er ihn drängte, sich aus der Armee entlassen zu lassen, um irgendwo etwas »Ordentliches und Vernünftiges« zu tun. Vernünftiges war unterstrichen. Ein paar Tage später bekam er ein Telegramm von seiner Mutter aus Newport, Rhode Island, in dem sie ihn in der Heimat willkommen hieß und hoffte, sich bald mit ihm treffen zu können, weil es »eine Menge« zu erzählen gäbe. Jackson übersetzte »eine Menge« mit einem neuem Ehemann (ihrem vierten) und machte sich nicht die Mühe, zu antworten.

Als die Armee ihn nach seiner Heimatstadt fragte, um ihn nach dort in ein Krankenhaus zu verlegen, wo er sich von seiner Gelbsucht erholen könnte, log er und sagte San Francisco. Bei seiner Ankunft im Armeekrankenhaus Letterman General wog er hundertzwölf Pfund, was die Ärzte bei seiner Länge von eins fünfundachtzig für zuwenig hielten. Es dauerte über ein halbes Jahr, bis sie ihn aufgepäppelt und seinen Ikterusindex wieder auf normal gebracht hatten, aber als es soweit war, wurde Jackson am 19. Februar 1946 sowohl aus der Armee und dem Krankenhaus als auch aus dem OSS entlassen – das sowieso schon seit dem 20. September 1945 aus dem Geschäft war.

Jacksons ausstehender Sold plus Trennungszulage plus nicht unerhebliche Pokergewinne belief sich auf fast viertausend Dollar. Eintausendsiebenhundertfünfzig gab er dann gleich für einen völlig überteuerten, aber todschicken gelben Plymouth Convertible aus dem Jahre 1941 aus. Anschließend gelang es ihm, sechs weiße Hemden (die Anfang 1946 noch rar waren) aufzutreiben, ein ziemlich gutes Tweedjackett, ein paar Hosen und einen grauen Anzug aus Kammgarn.

So ausgestattet und angetan, hing Jackson fast ein weiteres halbes Jahr in San Francisco herum, vor allem wegen des Charmes einer rothaarigen Lazarettschwester. Aber dann hatte die Schwester, die davon überzeugt war, daß Jackson keine Heiratsaussicht war, eine Versetzung in ein Lazarett in Rom angenommen.

Also war Jackson Anfang September mit bewußt vagen Plänen nach Süden gefahren, mit dem Ziel Los Angeles, der erste Zwischenstopp auf seinem Weg zurück nach Europa.

Er wählte Los Angeles aus drei Gründen. Erstens war er noch nie da gewesen. Zweitens gab es eine Frau, die in Pacific Palisades lebte, einmal in New York mit ihm geschlafen hatte und es vielleicht noch einmal tun würde, vorausgesetzt, sie erinnerte sich noch an ihn. Der dritte Grund war ein mehr oder weniger berühmter Schauspieler, der ebenfalls beim OSS gewesen war und mit dem er während des Krieges Freundschaft geschlossen hatte. Eine Weile hatten Jackson und der Schauspieler, der auch Segler gewesen war, gemeinsam Waffen und Vorräte über die Adria von Bari in Italien zu Titos Partisanen nach Jugoslawien geschafft. Jackson hatte dem Schauspieler schwören müssen, daß er ihn besuchen würde, falls ihn sein Weg je nach Los Angeles, oder präziser Beverly Hills, führte.

Wie sich dann herausstellte, hatte die Frau, die er aus New York kannte, gerade geheiratet und hielt es nicht für ratsam, sich mit ihm zu treffen – im Augenblick jedenfalls nicht. »Laß mir ein paar Monate Zeit«, hatte sie gesagt.

Der Schauspieler indes war begeistert gewesen, als er ihn anrief. Er drängte Jackson sogar, bei ihm zu wohnen; als Jackson aber höflich ablehnte, gab er ihm einen halbwegs brauchbaren Tip, wie er ein Zimmer oder ein Apartment inmitten der Wohnungsnot, die Los Angeles noch im Griff hatte, finden könnte. Dann bestand er darauf, daß Jackson am gleichen Abend zu einer Cocktailparty kommen solle. Auf dieser Party, beim Swimmingpool, lernte Jackson dann den Zwerg kennen.

Ein Quartett von Betrunkenen – zwei Schreiberlinge, ein Regisseur und ein Literaturagent – hatten den Zwerg gerade ins Wasser geworfen und schlossen Wetten ab, wie lange er zum Ertrinken brauchen würde. Die Schreiberlinge gaben ihm eine Viertelstunde. Der Zwerg hatte Schwimmen nie gelernt, und nur das Herumschlagen seiner außerordentlich kräftigen Arme hielt ihn über Wasser. Jackson hätte vermutlich gar nicht eingegriffen, wenn die beiden Schreiberlinge, entschlossen, ihre Wette zu gewinnen, dem Zwerg nicht ständig auf die Finger getreten hätten, sobald er keuchend und prustend den Beckenrand erreicht hatte.

Jackson ging zu dem einen Schreiberling hin und tippte ihm auf die Schulter. »Ich finde, Sie sollten ihn rauslassen«, sagte er.

Der Schreiberling drehte sich um. »Wer sind Sie?«

»Niemand.«

»Verschwinden Sie, Niemand«, sagte der Schreiberling, er plazierte eine enorme, komischerweise unbehaarte Hand auf Jacksons Brust und schob ihn rückwärts.

Der Schreiberling war groß, beinahe riesig, und der Schubs hart. Jackson taumelte ein paar Schritte zurück. Dann seufzte er, wechselte sein Glas in die rechte Hand, und rammte dem Schreiberling schnell eine Linke in den Magen. Der Schreiberling klappte würgend zusammen, und Jackson schickte ihn, erstaunt und erfreut zugleich über seine Verwegenheit, mit Hilfe eines kleinen Schubses ins Wasser.

Die drei anderen kurvten nervös um Jackson herum und eilten ihrem Freund zu Hilfe; bevor sie ihn jedoch herausfischten, versuchten der Regisseur und der Agent, Wetten darüber abzuschließen, wie lange der Schreiberling zum Ertrinken brauchen würde.

Jackson kniete sich ans Becken, packte das dicke Handgelenk des Zwerges und hievte ihn auf die Steine. Ploscaru saß naß und prustend da, die kurzen O-Beine ausgestreckt, den mächtigen Kopf auf die Brust gesenkt, die kräftigen Arme rückwärts auf den Boden gestemmt. Schließlich blickte er zu Jackson hoch, und Jackson sah zum erstenmal das feurige Glitzern in den grünen Augen des Zwerges.

»Wer sind Sie?« fragte Ploscaru.

»Wie schon gesagt, niemand.«

»Aber Sie haben einen Namen.«

»Jackson. Minor Jackson.«

»Ich danke Ihnen, Minor Jackson«, sagte der Zwerg feierlich, »ich stehe tief in Ihrer Schuld.«

»Nicht wirklich.«

»Was machen Sie?«

»Nichts.«

»Sie sind also reich?«

»Nein.«

»Aber Sie wären es gern?«

»Vielleicht.«

»Sie waren natürlich im Krieg.«

»Ja.«

»Was haben Sie gemacht, im Krieg, meine ich.«

»Ich war so eine Art Agent.«

Immer noch zu Jackson hochstarrend, nickte der Zwerg ein paarmal langsam. »Ich kann Sie reich machen.«

»Sicher.«

»Sie glauben mir nicht, richtig?«

»Das habe ich nicht gesagt.«

Der Zwerg erhob sich und klopfte die immer noch feuchten Hände aneinander ab. Das war eine Geste, die er häufig benutzte, wenn er versuchte, eine Entscheidung zu treffen. Es war auch eine Geste, die Jackson bald sehr vertraut sein würde.

»Ertrinken macht durstig«, sagte Ploscaru. »Holen wir uns einen Drink, und dann reden wir darüber, wie man Sie reich machen kann.«

»Warum nicht?« sagte Jackson.

Sie holten sich ihren Drink nicht bei der Party des Schauspielers. Statt dessen gingen sie, ohne sich bei ihrem Gastgeber zu verabschieden, stiegen in Jacksons Plymouth und fuhren zum Zwerg nach Hause.

Unterwegs erfuhr Jackson, daß der Zwerg Nicolae Ploscaru hieß. Er erfuhr auch, obwohl es keine Möglichkeit gab, die Angaben zu überprüfen, daß Ploscaru der jüngste Sohn eines rumänischen niederen Adeligen (vielleicht eines Grafen) war, daß die Familie riesige Besitzungen in Bessarabien und Siebenbürgen besessen hatte, die natürlich verloren waren, daß sich Bukarest bis zum Krieg der schönsten Frauen Europas rühmen konnte (mit den meisten von ihnen hatte der Zwerg geschlafen), und schließlich noch, daß der Zwerg vor seiner Flucht in die Türkei, wenn er nicht gerade für die Briten spionierte, vier oder vielleicht sogar fünf SS-Offiziere mit bloßen Händen getötet hatte.

»Damit habe ich sie erwürgt«, sagte der Zwerg und hob seine Zwillingsinstrumente des Todes für eine mögliche Inspektion. »Den letzten, einen Standartenführer – ganz netter Kerl übrigens –, habe ich in einem Türkischen Bad ganz in der Nähe vom Palace Athénée erledigt. Sie kennen das Palace Athénée doch, oder?«

»Nein.«

»Ein Hotel, ein erstklassiges Hotel. Wenn Sie mal in Bukarest sind, müssen Sie da wohnen.«

»Okay, ich werd’s mir merken«, sagte Jackson.

»Und berufen Sie sich auf mich.«

»Ja«, sagte Jackson und lächelte beinahe, »das werde ich tun.« Das Haus, in dem der Zwerg wohnte, lag hoch in den Hollywood Hills. Es war aus Rotholz und Glas und Stein erbaut und gehörte offensichtlich nicht dem Zwerg. Zum einen war die Einrichtung zu weiblich, und zum anderen war überall da, wo es nur irgend möglich war, ein ineinander verschlungenes doppeltes W eingewebt, eingebrannt, eingraviert.

Jackson stand im Wohnraum und sah sich um. »Hübsch hier«, sagte er. »Wer ist WW?«

»Winona Wilson«, sagte der Zwerg, wobei er sich bemühte, die W nicht wie V auszusprechen, was ihm beinahe gelang. »Sie ist eine Freundin von mir.«

»Und was macht sie so, diese Winona?«

»Oh, die meiste Zeit verbringt sie bei ihrer Mutter oben in Santa Barbara, um Geld lockerzumachen.«

»Da kann man ihr nur die Daumen halten.«

»Ich will mir etwas Trockenes anziehen«, sagte der Zwerg. »Können Sie einen Martini mixen?«

»Sicher.«

Ploscaru deutete auf ein langes barähnliches Etwas, das den Wohnraum von der Küche trennte. »Es ist alles da drüben«, sagte er, drehte sich um und war weg.

Als der Zwerg zurückkehrte, waren die Drinks gemixt und Jackson saß auf einem der Barhocker und sah durch den schummerigen Wohnraum und das Fenster auf die fernen Lichter Hollywoods und Los Angeles’, die in der Dämmerung an diesem Abend Anfang September gerade aufleuchteten.

Ploscaru trug einen langen (lang an ihm, zumindest) grünseidenen Hausmantel, der eindeutig maßgeschneidert war. Unter dem Saum lugten rote türkische Pantoffeln mit aufwärtsgebogenen Spitzen vor, an denen kleine silberne Glöckchen hingen, die beim Gehen nicht unangenehm klingelten.

Jackson reichte dem Zwerg den Drink und sagte: »Was machen Sie, mein Freund – wirklich, meine ich.«

Ploscaru lächelte und zeigte dabei seine kräftigen weißen Zähne, die fast quadratisch waren. Dann nahm er den ersten Schluck, schauderte ein bißchen zusammen, wie er es immer tat, und zündete sich eine seiner Old Golds an. »Ich lebe von Frauen«, sagte er.

»Klingt gut.«

Der Zwerg zuckte mit den Achseln. »Wie man’s nimmt. Aber manche Frauen finden mich attraktiv – trotz allem.« Er machte eine seltsam traurige Handbewegung, die sich fast wie eine Entschuldigung für seine Größe von höchstens ein Meter fünfzehn ausnahm. Es war das erste von zwei Malen, die der Zwerg Jackson gegenüber auf seinen Wuchs anspielte.

Ploscaru sah sich nach einer Sitzgelegenheit um und entschied sich für das cremefarbene Sofa mit den vielen Kissen, in die das verschlungene doppelte W eingestickt war. Wie ein Kind ruckelte und schob er sich in die Sofaecke. Dann begann er mit seinen Fragen.

Er wollte wissen, wie lange Jackson schon in Los Angeles sei. Zwei Tage. Wo er vorher gewesen sei? In San Francisco. Wann er aus der Armee entlassen worden sei? Im Februar. Was er seitdem getan habe? Sehr wenig. Wo er studiert habe? Auf der Universität von Virginia. Und was? Allgemeinbildung. Ob das ein Studienfach sei? Eigentlich nicht. Was Jackson vor dem Krieg gemacht habe?

Jackson schwieg eine ganze Weile. »Ich muß nachdenken«, sagte er schließlich. »1936 habe ich die Schule abgeschlossen. Dann habe ich mich ein Jahr in Europa rumgetrieben. Danach bin ich bei einer Werbeagentur in New York eingestiegen, aber das hat nur ein halbes Jahr gedauert. Ich habe es als Verkäufer auf Kommissionsbasis bei einem Bootshändler probiert, aber ich habe nichts verkauft und so ist daraus auch nichts geworden. Danach habe ich ein grauenhaftes Stück geschrieben, das niemand haben wollte, ja, und darauf folgte ein Winter auf Skiern, ein Sommer auf dem Segelboot und ein Herbst als Polospieler auf einem Pferd. Schließlich, 1940, bin ich zur Armee gegangen. Ich war sechsundzwanzig.«

»Sind Sie je arm gewesen?« sagte Ploscaru.

»Ich war oft pleite.«

»Da gibt’s einen Unterschied.«

»Ja«, sagte Jackson. »Den gibt es.«

»Ihre Familie ist wohlhabend.« Das war keine Frage.

»Mein Vater ist immer noch dabei, es zu werden, was vielleicht auch der Grund dafür ist, daß er meine Mutter geheiratet hat, die immer reich war und voraussichtlich immer reich bleiben wird, weil sie bis auf meinen Vater nur reiche Männer heiratet. Eine Gewohnheit der Reichen, glaube ich – einander zu heiraten.«

»Um die Art zu erhalten«, sagte Ploscaru mit einem Schulterzucken, als sei die Antwort so offensichtlich wie Vorherbestimmung. Dann runzelte er die Stirn, wobei sich sein dickes schwarzes Haar gegen die Augen zog. »Die meisten Amerikaner können keine Fremdsprachen. Wie ist das mit Ihnen?«

»Französisch und Deutsch, und genügend Italienisch, um damit rumzukommen.«

»Wo haben Sie Ihre Fremdsprachen gelernt?«

»In einem Schweizer Internat. Als ich dreizehn war, haben meine Eltern sich scheiden lassen und ich habe mir den falschen Umgang gesucht. Also haben sie mich für drei Jahre auf eine Schule in der Schweiz geschickt, die eher ein Jungengefängnis war. Reiche Jungen, versteht sich. Entweder man lernt – oder …«

Ploscaru studierte seine Zigarette und drückte sie dann in einem Aschenbecher aus Speckstein aus. »Und jetzt würden Sie gern Geld machen?«

»Wäre mal was anderes.«

»Nach einem Krieg«, sagte der Zwerg langsam, »gibt es für Leute mit Unternehmungsgeist viele Möglichkeiten, zu Geld zu kommen. Das Nächstliegende ist natürlich, mit Mangelwaren zu handeln – der Schwarzmarkt. Eine andere Möglichkeit ist, gewisse Dienstleistungen für diejenigen Reichen zu erbringen, denen es gelungen ist, reich zu bleiben, obwohl sie auf ihre Weise auch zu den Opfern des Krieges gehören. Das wäre mein Vorschlag. Sind Sie interessiert?«

»Ich weiß nicht, wovon Sie reden.«

»Das habe ich auch nicht erwartet.«

»Aber man kann damit Geld machen?«

»Ja.«

»Legal?«

»Fast.«

»Dann bin ich interessiert«, sagte Jackson.

3

In Long Beach wurde gerade ein Krieg um die Benzinpreise ausgetragen, und Jackson lenkte den Plymouth in eine Tankstelle, vor der ein großes Schild damit protzte, daß es hier Benzin für 21,9 Cents pro Gallone2 gab. Auf der anderen Seite der Straße nahm der Mann an der Texaco-Tankstelle mit einem grimmigen Gesichtsausdruck sein Schild herunter und stellte ein neues auf, das dem Preis seines Gegners entsprach.

Das Verdeck des Plymouth Convertible war weggefaltet, und aus dem Radio tönte Musik. Die Musik war Jimmy Dorseys Version von Green Eyes, und der Zwerg sang laut mit, während der Tankwart den Tank füllte. Der Zwerg sang gern.

Das war eines der Dinge, die Jackson über Ploscaru gelernt hatte, seit sie sich drei Wochen zuvor am Pool des Schauspielers getroffen hatten. Nach der ersten Woche hatte Jackson das Angebot des Zwergs, zu ihm in das Haus von Winona Wilson in den Hollywood Hills zu ziehen, angenommen – Winona Wilson, schien es, würde noch auf unbestimmte Zeit in Santa Barbara bleiben und versuchen, bei ihrer reichen Mutter Geld lockerzumachen.

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