Der flotte Türk - Silvana Grill - E-Book

Der flotte Türk E-Book

Silvana Grill

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Beschreibung

Mit der Diagnose Brustkrebs beginnt ein düsteres Jahr 2013. Nach dem Behandlungsmarathon sehnt sich Silvana nur noch nach Erholung am Meer. Schon die Urlaubsplanung gestaltet sich chaotisch und will nicht so richtig klappen. Und genauso turbulent geht es im ausgesuchten Feriendomizil weiter. Das Schicksal war Ihr schon wieder auf den Fersen, aber dieses mal auf vier Pfoten. Eine Begegnung mit denkwürdigen Momenten und tiefen Spuren im Herzen. Bewegend, amüsant und mit leichter Ironie verpackt, berichtet sie Ihre wahre Geschichte aus der Ich-Perspektive und lässt Strassenhund Leon, seine Erlebnisse aus seinem Hunde-Blickwinkel erzählen.

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Seitenzahl: 97

Veröffentlichungsjahr: 2018

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Du bist meine Inspiration

und ein wunderbarer Begleiter

Danke Leon

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Vorwort

Reisevorbereitungen

Endlich Ferien

Irgendwo im Niemandsland

Der Hundeprophet

Die Weichen waren gestellt

Erste Begegnung

Zarte Bande

Mein Hunde-Blickwinkel

Hoffnungsvolle Suche

Filmreif

Ein bedeutsamer Tag

Glockentag- Männlichkeit Ade!

Ein Schäfchen im Trockenen

Heimreise

Auf ein Neues

Freud und Leid

Die große Reise

Der Eiserne Vogel

Die Ankunft

Über den Wolken

In der neuen Heimat

Allmächtige Anwesenheit

Nachwort

Danke

Einleitung

Diese wahre Begebenheit, die sich mir 2013 so zu getragen hat, betrachtet man mal aus verschiedenen Perspektiven. Ich nenne es Fügung des Schicksals. Man behauptet, es gibt immer zwei Seiten einer Geschichte. Einmal die, welche sie erzählen und die, welche sie lesen oder hören. Doch meine Geschichte hat drei Seiten, was ich selber, erst im Laufe der Zeit bemerkte. Nebenbei erwähnt, gibt es noch einen Dritten, der sich immer wieder einmischte und alles lenkte. Alles was hier geschehen ist, ist teilweise so unglaublich und mit Worten nicht zu beschreiben. Aber so, wie ich Ihnen diese Lebensgeschichte berichten möchte, hat es sich wirklich zugetragen. Alle Personen, alle Tiere und ihre Namen, ihre Charaktere, alle Orte, jegliche Kommunikationsform, Abläufe und Beobachtungen, die ich beobachtet habe und mir erzählt wurden, das alles habe ich hier hineingepackt, auf meine Art und Weise.

Und ich habe Leon die Möglichkeit eingeräumt, aus seinem Blickwinkel und Instinkt zu erzählen.

Vorwort

Seit ich denken kann, glaube ich an Engel, Geistführer und an eine höhere Macht. Ich bin religiös eingestellt, doch an der Kirchenpolitik und deren Vorgehensweise, bin ich so gar nicht interessiert. Gott hat uns Menschen Gesetze und Leitsätze für das irdische Leben gegeben. Aber nicht um sie von Menschenhand umschreiben zu lassen. Unser Denken, unsere Wertvorstellungen, unser Handeln, unsere religiösen Ansichten und Er Ziehungen, unsere moralischen Werte, den Respekt zu unseren Mitgeschöpfen den Tieren, wurde dadurch eine andere Lebensphilosophie vorgelebt. Was ich damit sagen will ist, das wir dadurch in unseren Wahrnehmungen, unserem Gespür und Einfühlungsvermögen beeinträchtigt sind. Durch meine Lebensgeschichte, hab ich wieder gelernt, mich auf das Ist und nicht das Sein zu fokussieren. Der inneren Stimme wieder einen höheren Stellenwert zu geben. Nach der Diagnose Krebs und den ganzen Behandlungs-Odysseen, brachte mir das Jahr 2013 eine unglaubliche Wendung im Leben, die so nicht vorhersehbar war. Mein Leben schlug einen ganz anderen Weg ein und ein lang ersehnter Urlaub, war ein ganz anderer. Meine Geschichte über einen Hund, der sich durchs Leben kämpfte, seinen Weg zu uns fand und von seinem Geistführer begleitet wurde. Von dem ich erst viel später, selbst noch Zeuge wurde. Dies gab mir den inneren Antrieb, diese Erfahrung anschaulich zu erzählen und die Leser mitzunehmen und eintauchen zu lassen, auf meiner Reise mit dem Schicksal.

Reisevorbereitungen

Die Zahl dreizehn ist ja nicht gerade eine Glückzahl, wenn man abergläubisch ist. Schon im Mittelalter, bedeutete diese Zahl kein gutes Omen. Auch im zwanzigsten Jahrhundert hat sich nichts geändert. Keine Glückszahl, Aberglaube hin und her. Für mich war es jedenfalls ein Unglücksjahr. Das fing schon mit einem außergewöhnlichen Geschenk an, was nicht jeder bekommt und das noch zum Geburtstag. Vor zweiundvierzig Jahren, am 8.Dezember wurde ich ein Erdling. Ebenso ist der 8.Dezember Maria Empfängnis, der Mutter Jesus. Und meine Empfängnis, Zweitausend Jahre später war, die Diagnose Brustkrebs. Dankeschön! Aber mich hat ja niemand gefragt, ob ich das haben möchte. Das Schicksal hat es einfach mal so entschieden. Eine dumme Idee. Man muss ja nicht alles verstehen, also habe ich mich nur gewundert. Wieso ich? Warum ich? Weshalb? und was noch, so alles an Fragen durch das Gehirn flitzt. Umgehauen hat es mich erstaunlicherweise nicht. Ich besaß eine mentale Stärke, vergleichbar mit einer Schutzmauer von einem Atomkraftwerk. Die erstmals einzige und größte Sorge die ich hatte, galten meinem Ehemann Ralf und meiner Mutter Ella und meinen beiden lieben Pelznasen Mina und Herby. Wie soll ich Ihnen das beibringen? ohne ihnen den Boden unter den Füssen wegzuziehen. Am besten kurz, sachlich und emotionslos. Gesagt, getan. Am Abend sagte ich zu meinem Mann, „Setz dich mal hin und lehn dich zurück.“ „Es ist so. Ein scheiß Jahr wird auf uns zukommen und wenn das dann geschafft ist, saufen wir uns einen an.“ Deshalb wird sich auch einiges ändern, an meinen bisher gesetzten Prioritäten. „Verdutzt schaute er mich an und fragt irritiert nach, was ich ihm eigentlich sagen will.

Die Antwort folgte zugleich: „Ich habe Krebs und bekomme das volle Pflegeprogramm. Nach Aussagen meiner Ärzte, drei Operationen, vier Monate Chemotherapie und sechs Wochen Strahlentherapie, danach Reha Aufenthalt und dann meinen ersehnten Urlaub, irgendwo auf der Erdkugel. “Bum!“ Jetzt war alles raus! „Das war die aufgestellte Planung und so wurde es dann auch in die Realität umgesetzt. Im Januar begann die Odyssee und im November war das Ende in Sicht. Endlich begann der schönste Teil nach dieser Marathon Therapiezeit, die auch deutliche Spuren hinterlassen hatte. Jetzt begann das Leben neu mit Urlaub! Sonne, Meer, sich die Meeresluft um die Nase wehen lassen, auf der Sonnenliege relaxen und die orientalische Küche genießen. Träume sind Schäume! Weil ganz so weit, war es dann doch noch nicht. Denn die Zahl dreizehn, saß mir schon wieder im Nacken. Und dieser Zahl, gebe ich jetzt den Namen „Schicksal“. Dieses Phänomen, hat uns kurzer Hand alle unsere ausgewählten Urlaubsziele sabotiert. Im wahrsten Sinne des Wortes! Noch nie hatten wir so ein Pech mit unserer Urlaubsplanung. Alles begann mit einer tollen ausgesuchten Reise nach Ägypten. Besuch der Pyramiden, Nilkreuzfahrt, Tempelbesichtigungen und Badeurlaub. Eine Luxus Traumreise. Alles unter Dach und Fach. Kurz darauf begannen die schweren Unruhen und die politische Ohnmacht des Landes. Auf den Buchungsunterlagen stand dann Letztendlich „Storno“, drauf geschrieben.

Wohin jetzt? Nächster Anlauf….. Malediven, Thailand, Hawaii, usw. Nächtelang wälzten Ralf und ich online Angebote, Hotels, Flüge, usw. Was kam dabei heraus? Zu teuer, zu tropisch, zu Mücken lastig. (Für mich gefährlich, da mein Immunsystem zu diesem Zeitpunkt, irgendwo herum hüpfte, nur nicht bei mir). Gut, vergessen und Haken drunter. Jetzt war das Mittelmeer an der Reihe. Nächstes Ziel, Teneriffa, Portugal, Barcelona….und die Pechsträhne verfolgte uns weiter. Alles was unseren Vorstellungen entsprach, war schlicht weg zu teuer oder schon ausgebucht. Frust machte sich jetzt bei uns beiden breit und wir bekamen uns auch noch in die Wolle.

Nach langem hin und her, kam mir noch die Türkei in den Sinn. Jetzt wollte ich in die Türkei. Ich verbrachte vor vierzehn Jahren schon mal meinen Urlaub dort und mir hatte es damals, sehr gut gefallen. Die Vorteile sprachen für sich. Es war Nebensaison, Temperaturen ideal so um die fünfundzwanzig Grad, ein wunderschönes Land, Viel Kulturelles und eine fantastische Küche. Ich ließ Ralf schmollen und nahm die Planung selber in die Hand. Es kam für mich nur Luxusurlaub in Frage. Denn ich wollte schon immer mal in einer noblen Adresse mit Privatstrand, Suite, fünf bis sechs Gänge Dinner und Wellness Tempel residieren. Bingo!!! Ich wurde fündig, es war alles perfekt, das Glück war wieder auf meiner Seite und ich buchte mit einem Freudentänzchen. In einer Woche ging es los. Drei Tage vor Reiseantritt, meldete sich unerwartet der Störfaktor, mit dem Namen „Schicksal“ an. „Neiiiiiin, nicht schon wieder! „Unserer Reiseveranstalter teilte uns mit, dass das Hotel diese Saison früher schließt und erst wieder zur nächsten eröffnet.“ „Ganz toll, schnaubte ich vor mich her, das darf doch wohl nicht wahr sein“. Jetzt hatten wir mächtig die Schnauze voll. Gefrustet planten wir Balkonien Urlaub, mit Tagesausflügen, wie das Rentner so machen, ich fing halt schon mit Anfang vierzig an. In der Nacht lag ich wach, weil ich vor lauter Ärger und Frust nicht schlafen konnte. Ich hatte reinstes Kopf Kino und schwupp, kam mir ein Geistesblitz. Vor drei oder vier Jahren, wurde ich durch eine Sendung im Fernsehen aufmerksam, auf eine Neueröffnung eines Luxus/Designhotels in der Türkei, das dem Burj al Arab in Dubai, im Interieur nachgebaut wurde. Voller Erwartung sprang ich aus dem Bett, startete den Computer, suchte und fand die Homepage. Alle Reiseveranstalter klapperte ich ab, bis ich einen Treffer erzielte. Daraufhin holte ich Ralf aus dem Schlaf, im Halbwach Zustand überzeugt ich ihn und fackelte nicht mehr lange, es war gebucht.

Schon Übermorgen hebt der Flieger ab, juhu, auf Türkisch…birr…igi…ücz! Eins, zwei, drei!

Endlich Ferien

Dort angekommen wurden wir erst mal von den Impressionen erschlagen. Sensationell dieser Anblick. Das Hotel versprach genau das, was wir erwartet hatten und was uns der Reiseveranstalter versprochen hatte. Eine tolle Suite, mit Meerblick im sechsten Stock, lag uns zu Füßen. Das kulinarische Angebot war mehr als ausreichend. Wetter und Temperatur stimmten auch noch dazu. Und ein Wellness Tempel vom feinsten. Ich blühte richtig auf. Und Ralf war wieder zufriedengestellt und mit allem wohlgesonnen. Nach dieser ganzen Achterbahnfahrt, der Krebsbehandlung und dem Medikamentencocktail, trug ich nur noch eine leblose Hülle mit mir herum. Ich war aus gezerrt, kraftlos und mental stark angeschlagen. Jetzt, wo ich Ruhe fand, kam alles hoch.

Nach dem ich mich etwas ausgeruht hatte in unserer Suite, musterte ich mich im Spiegel. Wie eine sexy, attraktive Frau sah ich zu dem Zeitpunkt wirklich nicht mehr aus. Durch die Chemo, hatte ich fünfzehn Kilos mehr auf den Rippen, dazu ein aufgedunsenes Gesicht und einen Kopf mit vereinzelten Stoppel Haaren, die wieder anfingen zu sprießen, genannt Pixiefrisur. Zum ersten Mal, trug ich keinen Bikini. Vor der Abreise, bestellte ich mir noch einen Badeanzug mit einem Mini Röckchen daran, damit mein aufgedunsener Körper schön kompakt und straff herüberkam, tat auch meinem Ego gut. Wir ließen es uns gut gehen und den lieben langen Tag, lagen wir am Hotelsteg auf den Sonnenterrassen. Ralf ließ sich die Sonne auf den Pelz brennen. Mein Freund dagegen hieß Schatten. Denn der Sonne, musste ich möglichst aus dem Weg gehen. Durch die Chemo bekommt man sofort heftige Sonnenbrände, die verheerende Folgen haben können. Auch im Meer baden, hätte ich nicht dürfen, wegen dem Salz. Aber das ließ ich mir nicht nehmen. Zehn Minuten konnte ich verantworten und gutes ab duschen hinterher, minimierte das Risiko. Da mein Körper, das ganze Jahr keine Sonne gesehen hatte, war ich schneeweiß und obendrauf musste ich auch noch Sun Blocker fünfzig verwenden. Die Schwester vom Schneemann unterm Sonnenschirm war geboren. Die Figur hatte ich ja schon dazu. Über die Mittagszeit, verzog ich mich in unsere klimatisierte Suite und nahm das King Size Bett in Anspruch.

Am Abend nach dem Essen, verweilten wir mit einem Spaziergang an der Landstraße entlang. Vorbei an Bananenplantagen, einzelnen, freistehenden Privathäuser und Grundstücke von Einheimischen. Weiter zu einem kleinen Bazar.

Alles wirkte ein wenig ausgestorben, da die umliegenden Hotels schon geschlossen hatten, bis zur nächsten Saison. Das war erst mal der Auftakt. So gemütlich verbrachten wir die erste Urlaubswoche.

In einer weiteren Woche, unternahmen Ralf und ich kleinere Ausflüge ins Umland und deren Kleinstädten. Wir schlenderten über Bazare, machten ausgedehnte Küstenspaziergänge und geführte Tagestouren. Mehr war für mich noch nicht drin. Ich war schnell geschlaucht und die nächsten zwei bis drei Tage, musste ich etwas gemächlicher angehen. Also, gönnte ich mir meinen heiß ersehnten Wellness. Volles Programm, Hamann, Massagen, Gesichtsbehandlungen. Natürlich dachte ich nicht mehr daran, dass sich mein Körper noch akklimatisierte und der Stoffwechsel sich