Der Galeerentrommler - Holger Waernecke - E-Book

Der Galeerentrommler E-Book

Holger Waernecke

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Beschreibung

Der Galeerentrommler ist eine Sammlung skurriler Geschichten aus dem Leben des Hamburger Musikers, Komponisten, Autoren und Soziologen Holger Waernecke, die er selbst im Show-, Film- und Operngeschäft erlebt hat. Wie zum Beispiel als der Schwarzwald-Klinik-Doktor Brinkmann, -alias Klaus-Jürgen Wussow- bei einem Dreh am Hamburger Rathausmarkt von Fernsehkosumenten begutachtet wurde, als wäre er ihr vorübergehendes Eigentum. U.a. auch spannende Erlebnisse aus dem Rockfestival-Geschäft.

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Seitenzahl: 160

Veröffentlichungsjahr: 2013

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Holger Waernecke

Der Galeerentrommler

Skurrile und andere Geschichten

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Der Galeerentrommler

„Für lau“ am Markt der Eitelkeiten

Engel mit Hörnern

Elfen und Hexen

Koordinaten

Sternen-Öl

Ohne Titel

Holgus Popolgus

Der Urknall, die Unendlichkeit, die schwarzen Löcher und die Superstrings!

Das Kaninchen vor der Schlange (Kurz nach 9/11)

An Dich, mein Publikum, das so verstreut in der Welt ist.

Alles was ich will…

Mozarts Rückkehr ! Eine Fantasie

Hafen-Tsunami

Die Fabel von der Stadt mit den sieben goldenen Türmen

Wohin der Wind uns treibt

Geniestreiche?

Die Wespe im Apfelsaft

Botschaft aus Handy-Town

Von der Einfachheit des Schreibens

Kurzer Ausritt mit dem Teufel?

Granny

Am Rande des riesigen Kraters des Grauens

Die Sache mit dem Immenhof

„Das Biermann Konzert“

Macht Euch keine Gedanken, ich hab mein Leben doch nur in diese Milchstraße hinaus gegossen…, vier Siebenzeiler

Ich liebe Dich!

Eine Wort-Symphonie

Epilog

Der Meckerbrief zur deutschen Wahrheit

Urzündung der Sonnen

Ein-sam

Arrowkee und Silbersonne

Blumen

Wohnt in Dir die Schlange?

Der durch geknallte Dach-Hund

Das Musikjahr

Musik und Liebe

Wo das Reich Gottes beginnt (Eine alte Legende)

Impressum neobooks

Der Galeerentrommler

Eigentlich war es ein Tag wie jeder andere in meinem alten Hamburg-Winterhude. Dem Stadtteil der Hansestadt, in dem ich geboren und aufgewachsen bin und wo meine Wurzeln sind. Ich ging, wie fast jeden Morgen, hinunter zum Winterhuder Marktplatz, auf der Suche nach neuen Impulsen und Ideen, gierig nach Themen Ausschau haltend, die ich schön zu Papier bringen könnte.

Und vor allem, um wieder meinem allmorgendlichen Ritual zu frönen.

„Tass` Kaff`, Franzbrot mit Körnern und Mopo“ bei meinem Lieblingsbäcker, der „Schanzenbäckerei“ in der Alsterdorfer Straße, direkt vorm Winterhuder Marktplatz, die von der Familie Yilmaz geführt wird. Herr Yilmaz, ein aufmerksamer, toleranter Mann mit wachem Blick, stets auf das Wohlbefinden seiner Kunden und Gäste bedacht. Frau Yilmas seine Frau, sanftmütig, geduldig und immer freundlich. Die beiden jungen Töchter Ayse und Serife, mit denen ich oft interessante Gespräche führen konnte. Wenn es ihre Zeit zuließ, sprachen wir über die überall sichtbaren unterschiedlichen religiösen Auffassungen zwischen Muslimen und Christen in Deutschland. („Schland“- ein furchtbarer Ausdruck für unsere Heimat) Dabei trugen die beiden jungen Frauen sehr fortschrittliche Ansichten dazu vor. Es war überhaupt das erste Mal, dass ich mit Menschen muslemischen Glaubens über die Unterschiede zwischen christlicher und muslemischer Sozialisation sprechen konnte. Aufgeschlossen hörten sie sich von mir an, dass Fundamentalismus auf beiden Seiten dieser Religionen für ein gedeihliches Miteinander nicht zuträglich wäre. Insbesondere hob ich dabei kritisch meine Empörung über das unsägliche Sarrazin-Buch „Deutschland schafft sich ab“ vor. Für mich eindeutig der Versuch einer Spaltung unterschiedlicher Volksgruppen, die doch bisher friedlich miteinander gelebt hätten. Wies dabei aber auch darauf hin, dass meine religiösen Auffassungen, die stark von der Figur Jesus geprägt wären, für mich den gleichen Stellenwert hätten, wie es wohl der Islam für sie tat. Ayse und Serife pflichteten mir bei und fragten mich dann, was die Figur Jesus überhaupt für eine Bedeutung hätte und ob er „Gottes Sohn“ sei. Ich sagte, dass laut unserer Religion Jesus am Kreuz für unsere Sünden gestorben sei und sie uns damit abgenommen wären. Wir waren uns darüber einig, dass es nur „eine Kraft“ geben könne (O-Ton Ayse), die alles zusammenhielte, ob man sie nun Allah oder Gott nennen würde. Dann sagte ich, dass auch ich mich in ihre Kultur integrieren wolle. Wie soll man denn sonst zusammenleben? Und nur so könne es überhaupt ein Verständnis zwischen unseren Völkern geben. Das nicht nur die muslemischen Volksgruppen sich unserer Kultur anzupassen hätten, sondern wir auch uns der ihren. Naima und Serife sind sehr modern eingestellt und wir verstehen uns sehr gut. Für mich ist der Aufenthalt dort auch deshalb so angenehm, weil viel gelacht wird. Naima, die afghanische Mitarbeiterin, eine Frau mit drei Kindern, hat so ein herrliches, frisches Lachen, wobei der Schalk in ihren Augen jedes Mal aufblitzt. Wir scherzen und freuen uns miteinander.Besonders lustig wird es, wenn ich morgens dort hereinkomme und frage „Kenne ich Sie von irgendwo her?“ Dann sagt sie,, „Nein“ und dann blitzt wieder dieses unverfälschte Lachen in ihren Augen auf.

Layluma, die andere Mitarbeiterin, hat ebenfalls drei Kinder. Sie sieht aus wie das blühende Leben. Ist überaus freundlich und herzlich, so dass es immer wieder eine Freude für mich ist, in dieses gastliche Haus einzukehren.

Als ich nun die Bäckerei verließ, sah ich die üblichen „Un-Verdächtigen“, die teils an mir vorbeieilten und Leute, die an allen Ecken des großen Platzes herumstanden.

Das waren zum einen die Hintz & Kuntz-Verkäufer, die, sich um Würde bemühend, ihrem Tagwerk, nämlich ihre Obdachlosen-Zeitungen zu verkaufen, nachgingen. Da stand der Fritz, ein ruhiger,

strubbelbärtiger Mit-Fünfziger, der einen seltsamen inneren Frieden ausstrahlte und der links von der Eingangstür vom kleinen Edeka-Supermarkt seinen Stammplatz hatte, von dem aus er seine Zeitungen zu verkaufen versuchte.

Und gegenüber, am Eingang des EKZ-Winterhuder Forum, der große Blonde, der mit seinem weißen, blauäugigem Husky den Leuten die Tür zum EKZ-Forum aufhielt, was er während des Verkaufs seiner Zeitung tat. Einige ältere Hausfrauen standen des Öfteren bei ihm, unterhielten sich und steckten ihm den einen oder anderen Euro als „Lohn“ dieser Tätigkeit zu. Dieser Mensch hatte eine merkwürdig autoritäre Art, sich in die Gesellschaft der Einkaufenden einzugliedern. Sein selbst erschaffener Job eines „Tür-Aufhalters“ schien ihm das Gefühl zu geben, irgendwie dazu zu gehören und etwas Nützliches zu tun, selbst wenn es nur das Türaufhalten war.

Als ich die Alsterdorfer Straße zurückging, immer noch einigermaßen wütend mit der abrupten Trennung von Linda beschäftigt, die mir ihr künftiges Fortbleiben von mir am Telefon erklärte, sah ich den bärtigen Computer-Typen, aus dem PC-Shop, der mir meinen Rechner verkauft hatte, mit jemandem, den ich nur vom sehen kannte, an einem vor einem Cafe stehenden Stelltisch gestikulieren. Ich wollte ihm ausweichen, doch schon sprach er mich an. „Hollyyyy! Wie geht`s!?“ Genervt gab ich zurück, daß ich „Stress“ mit einer Frau hätte, was zur Folge hatte, dass der Typ ihm gegenüber mich plötzlich feindselig musterte. Ich bot ihm von meinen Kirschen an, doch der guckte nur verächtlich zur Seite und sagte: „Ich darf nichts von Fremden annehmen:“ Aha, orale bis anale Phase, dachte ich noch und ging weiter.

Zu allem Überfluss kam mir auch noch dieser sehr simple Typ entgegen, dem ich vor ein paar Monaten ein Ansprechverbot erteilte. Der Grund dafür war, dass er sich einmal rassistisch und menschenverachtend äußerte, als ich, in seiner Gegenwart, meiner Empörung über ein wieder einmal gesunkenes Flüchtlingsschiff vor der spanische Küste Luft machte. Seine Antwort darauf war: „Alle ersäufen, dieses Pack, alle ersäufen!“ Ich drehte mich um und fragte „Was hast Du da eben gesagt?!“ „Alle ersäufen diese Neger. Was wollen die denn hier?!“ Ich versuchte ihm zu erklären, dass Afrika der rohstoffreichste Kontinent der Erde sei und dass er, seit der Kolonialisierung (Kolonialwaren!), von einigen europäischen Ländern immer nur versklavt und ausgebeutet worden wäre. Seine Antwort lautete wieder „Ersäufen alle ersäufen!“

Ich forderte ihn ein letztes Mal auf, damit aufzuhören und diesen Satz zurückzunehmen. Und dies sehr vehement. Er stammelte trotzdem weiter dieses „Ersäufen“. „Dann hast Du ab sofort ein Ansprechverbot von mir. Du bist ein Rassist und mit solchen Leuten will ich nichts zu tun haben!“ sagte ich ihm im vollen Ernst. Fortan hielt er sich daran. Zwar schaute er mich hasserfüllt an, wenn ich ihn mal traf, aber einen Angriff auf mich wagte er bisher nicht.

Wenn ich wenigstens den netten Filmregisseur Michael Harder, der diesen berühmten, leider Contergan-geschädigten Bariton vertritt oder den gerade zum Schriftsteller avancierenden Saxofonisten und Musiker-Kollegen „Heinz Strunck“ getroffen hätte, wäre ich wahrscheinlich nicht mit meinem Hund Brady an die Nordsee gefahren, um mich dort einmal ordentlich durchpusten zu lassen.

Mord-See ist Nordsee

Im Gegensatz zum diesigen Hamburger Wetter, fand ich einen sonnendurchfluteten Tag an der See vor. Ich ging mit meinem Hund an der Steilküste auf der Insel Norderney spazieren, als sich plötzlich, weit draußen über dem Meer, der Himmel mit turmhohen schwarzen Gewitterwolken bezog. Wolken oder Regen und Wind machten meinem Hund eigentlich niemals etwas aus. Aber diesmal war es etwas ganz anderes. Er blieb stehen, zog die Ohren hoch und begann, unter Jaulen und Wimmern aufgeregt hin und her zu laufen. Dann verharrte er, hob seine rechte Pfote und starrte in dieser Haltung hinaus auf die Nordsee.

Ich folgte Bradys Blick und konnte, außer den sich ausbreitenden Gewitterwolken, nichts weiter erkennen. Zwar eilten einzelne Boote landwärts herbei und die Wellen schlugen immer höher an den Strand, doch dann begann sich, zunächst unmerklich, ein zunehmendes Heulen des Windes bemerkbar zu machen. Ganz plötzlich flogen uns Sturmböen entgegen und Brady drückte sich sofort Schutz suchend gegen meine Beine. Und als das Heulen unerträglich schrill wurde, die Sturmböen immer heftiger wehten, trat plötzlich und unverhofft eine tiefe und unheimliche Totenstille ein. Das Meer glättete sich wie ein Spiegel und die Wolken verzogen sich mit einem mal.

Kopfschüttelnd wollte ich weiter gehen, doch dann vernahm ich es. Es hörte sich zunächst wie ein weiteres dumpfes Donnergrollen an, doch bei genauerem Hinhören konnte ich seltsame Einzeltöne vernehmen. Sie klangen wie rhythmisch geschlagene dumpfe Trommelschläge. Nun war mein Interesse geweckt und ich spitzte, so wie Brady vorher, ebenfalls die Ohren, während sich mein Hund schnell hinter einer nahe gelegenen Düne verzog.

Da stand ich nun und starrte horchend hinaus auf die offen da liegende See. Es war aber wieder nichts weiter zu sehen, als das glatt daliegende Meer.

Die Trommel-Töne wurden plötzlich lauter, fast so wie Hammerschläge. Sie kamen näher und näher und dabei war mir, als fuhr ganz dicht an dem Küstenstreifen ein großes Schiff vorbei. Ich hörte imaginäre Segel im Wind flattern, und das Knallen einer Gischt, die gegen die Planken eines Bugs zu prallen schien. Dann folgten Rufe und Befehle, die mir via einem rasch aufgefrischten böigen Wind entgegen wehten. Der Sinn der Rufe und Schreie erschienen mir rätselhaft und ich konnte sie nicht verstehen. Dort schien eine völlig fremde Sprache zu herrschen.

Gebannt stand ich auf der Steilküste. Dann zuckten Blitze an dem nun dunklen Meereshimmel auf und in jedem der grellen Blitzlichter sah ich es. Ein Toten-Schiff! Mit zerrissenen Segeln und Skeletten an Bord, die mittelalterliche Seemannskleidung trugen. Sie waren mit Schwertern und großen Messern bewaffnet, die sie drohend durch die Luft wirbelten und so mit einander zu kämpfen schienen. Vorne, vor dem großen Steuerrad, stand, mit hoch erhobenem Totenkopf, eine Gestalt und schlug auf eine mächtige Trommel ein. Sie gab den Takt vor, in dem sich alles auf dem Schiff bewegte. Stoppte das Skelett das Trommeln, blieben alle anderen lebenden Leichen wie angewurzelt stehen und nichts und niemand bewegte sich mehr.

Es schoss mir in den Kopf: das muss der unheimliche Galeeren-Trommler sein, von dem eine Mittelmeer-Sage behauptet, dass er im ausgehenden 16. Jahrhundert eine Meuterei auf einem spanischen Kriegsschiff angezettelt hatte, den Kapitän und seine Offiziere ermorden ließ und sie dann den Fischen zum Fraß vorwarf. Die Galeerensklaven, die er vorher in einer Nacht- und Nebelaktion befreite, stellten, der Sage nach, fortan seine Geistermannschaft dar, die verdammt war in alle Ewigkeiten und ohne Erlösung über die Weltmeere zu segeln.

Waren die Geister auf dem Schiff untereinander mit Kämpfen beschäftigt, so lichtete sich plötzlich der sie umgebende Nebel und ich sah klar und deutlich wie das Schiff in großer Nähe langsam an mir vorbeifuhr, um dann einen Moment lang vor mir zum liegen zu kommen.

Alle Toten-Gesichter an Bord waren mir zugewandt. Gespenstisch starrten sie mich an und der Galeerentrommler zeigte dabei mit seiner knöchernen Hand auf mich, wobei er der Mannschaft etwas zuzurufen schien.

„Für lau“ am Markt der Eitelkeiten

Sicherlich ist es richtig, dass man, bei Bewerbungsschreiben seine Referenzen darlegen muss. Schließlich will der Arbeitgeber ja gern wissen, mit wem er es zu tun hat und ob man dem möglichen neuen Mitarbeiter auch trauen kann. So stellt man dann geflissentlich dar, bei wem man und für wie lange, schon gearbeitet hat. Das kann ausgesprochen nützlich sein, so man dabei auch gute Zeugnisse vorzuweisen hat.

Ganz anders nun geht es in der Showbranche vor sich. Haben Sie schon einmal den zwanghaft um Anerkennung bettelnden suchenden Blick eines (noch) unbekannten Menschen gesehen, der sich für einen Moment lang mit einem „Großkopferten“ des Showgeschäfts unterhalten darf? Stehend und mit seinen imaginären Flossen wedelnd wird dieser Mensch dann von dem großen Star angehört, wobei er krampfhaft versuchen muss Dinge zu sagen, die den Supermann auch wirklich interessieren könnten, weil er sonst Gefahr liefe, einfach und mit offenem Mund stehen gelassen zu werden.

Da steckt eine verflixte Magie drinnen, in einer solchen Begegnung der merkwürdigen Art.

Nun ist es natürlich nicht so, dass der Star es etwa nicht auch genießen würde, von seinem Bewunderer derart hofiert zu werden. Nein, nein, ganz im Gegenteil, Sie sollten mal sehen was passiert, wenn er von seinem Fan etwa nicht beachtet würde. Oha! Es lässt sich also konstatieren, dass Stars oft über Ablehnung funktionieren. Derjenige, der Desinteresse an ihm signalisiert, könnte ja etwas ganz Geheimes oder Neues oder Interessantes wissen und mitzuteilen haben. Einerseits stöhnt „Star“ dann aber auch vor seinen eigenen Leuten wieder über die ständige Belästigung, oder das Stalking von Fans. Andererseits denkt er, bei Nichtbeachtung, nun sei er out, nicht mehr interessant genug. Ist schon etwas merkwürdig und ziemlich neurotisch, so ein Verhalten. Es ist dann aber auch wiederum so, dass solche „Popular-Menschen“ auch ständig belagert werden. Das würde mir ziemlich auf die Nerven gehen, wenn andauernd jemand hinter mir her wäre, mich ewig bis ins Nasenloch fotografieren wollte oder in mein Haus, oder zu mindestens meinen Garten eindränge.

Ich hatte mal einen Film-Dreh mit Klaus-Jürgen Wussow, dem früheren Star aus der Schwarzwald-Klinik. Wir drehten am „Anleger Reesendamm“ am Hamburger Rathaus irgendeinen Film, in dem ich mit einer kleineren Rolle dabei war. Zunächst schien es die Passanten nicht sonderlich zu interessieren, was da vor sich ging. Als dann aber Klaus-Jürgen erschien, gab es binnen fünf Minuten eine Massenansammlung vor dem Anleger. Die Leute drängelten, um einen Blick auf Klaus-Jürgen zu erhaschen.

Er aber ging ungerührt seiner Tätigkeit nach, so, als ob er das gar nicht bemerkte. Das wiederum veranlasste wohl zwei Fernsehserien-Konsumenten sich aus der Menge zu lösen.

Sie gingen beide auf Klaus-Jürgen zu und blieben ca. einen-Meter-fünfzig vor ihm stehen und begannen dann miteinander zu reden. Sie guckten ihn sich in aller Seelenruhe von allen Seiten an, betrachteten ihn wie ein Ausstellungsstück und kommentierten ihre Beobachtungen mit Bemerkungen wie „Irgendwie sieht er doch ein bisschen anders aus als im Fernsehen“ und ähnlichem, wobei sie ihm noch näher auf die Pelle rückten. Mit einer Engelsgeduld ließ Klaus-Jürgen alles über sich ergehen.

Dann unterhielten sich beide scheinbar sachkundig über Klaus-Jürgens Vorzüge und Nachteile. Es kam mir vor, wie am Affenfelsen bei Hagenbeck. Zu allem Überfluss kam dann noch eine Barkasse angetuckert, auf dem wohl gerade ein Betriebsausflug stattfand.

Als Klaus-Jürgen nun vom Schiff aus erkannt wurde, drehte der Kahn plötzlich bei und es löste sich aus den Reihen der Gaffer an Bord ein Mann, der plötzlich damit begann, Klaus-Jürgen launige Sprüche zuzurufen, was ihm den „Applaus“ und die „Bewunderung“ der anderen Passagiere einbrachte. Man verstand zwar nicht was er rief, aber die Betonung in seiner Stimme hatte so etwas Bestimmendes, Übergreifendes. Wahrscheinlich war dieser Rufer dem Irrtum aufgesessen, dass ihm Klaus-Jürgen, weil er ihn via Fernsehen immer in seinem Wohnzimmer besuchte, einfach gehörte, er sozusagen ein Familienmitglied sei, das über den Bildschirm, so glaubte er wohl, an dessen Leben teilnahm.

Als wir später zurück in unseren Aufenthaltsräumen waren, saß Klaus-Jürgen mir still gegenüber. Ich hütete mich ihn anzusprechen oder auch nur irgendeine Bemerkung zu machen…

Dieses Beispiel zeigt aber auch die Kehrseite der „Medaille Popularität“. Ganz peinlich wird es, wenn Unbekannte sich, ohne den naiven Charme des nur bewundern wollens, in den Dunstkreis von „Promis“ begeben. Sie haben meisten schon einen Fotografen dabei, der die Begegnung mit ihrem Star dann knipsen soll. Danach könnten sie später dann immer behaupten dass er, der Star, ein guter Freund von ihnen sei. Das würde ihnen, so hoffen sie wohl, alle Türen öffnen.

Engel mit Hörnern

Bist Du es, die in der Hölle, beim Gehörnten, die Schlacke geschoben hat?

Als mein rosenumkränztes Haupt verblichen in der Asche lag?!

Und Du es dann davon getragen hast, um es in den Himmel zu heben?!

Und als es dort ankam, die Engel singen hörte?

Warst Du es, die da sang?

Warst Du es, die mit Engelszungen sang und mit Teufelskrallen zupackte, als die Nacht zu dunkel wurde?

Als dann die Sterne, erschrocken über Deinen Anblick, zu blinken aufhörten?

Warst Du es, die aus der Tiefe des Raumes einfach Milchstraßen hinweg pustete,

und tausendfache, hellhohe, tiefe, wundersam erhebende und vernichtende Töne von sich gab?

Teuerste, warum bin ich, für Dich, so billich?

Ich bin doch willich, will ich? Dich? Nicht?

Land in Sicht!

Ziehst vorbei, einerlei, ich bin treu und neu dabei,

mit Dir und Deinem Klavier und dann wir vier.

Zwei Katzen, süße Fratzen,

Schnurren auf dem Schoß, den ich so gekost...

Du und ich, soviel Licht in den Augen .

Freudestrahl, in mein Herz, löscht den Schmerz,

der mich traf, wie ein Blitz,

tief im Sonnenchakra sitzt;

Reikh ihn mir;

Elfen und Hexen

Wegen Einsamkeit geschlossen,

wegen Bitternis verdrossen,

ein wenig Säuernis tut gut,

belebt das Blut.

Lasst die Teufel in den Flaschen

steckt die Hexen in die Taschen.

Holt heraus den Zauberstab,

den ich Euch gegeben hab’!

Meine Hände haben zwölf Finger.

Zwei zu viel, so wie immer.

Fast drei Hälften Gehirnmasse,

Koordinaten

Die unkoordinierte Entäußerung von Lebensfreude

kann im Zustand der Endverstrahlung nicht stattfinden!

Sternen-Öl

Das kollektive Unbewusste

Befindet sich bei Künstlern dicht

an der Oberfläche ihres Bewusstseins

und macht dieses transparent,

in dem sie Werke schaffen und abbilden.

Ob in der Musik, Dichtung oder Malerei.

Bei den Naturvölkern ist das auch so.

In dem ihnen die Masken der Geister,

die sich im Raureifring ihres Bewusstseins bewegen,

Ohne Titel

Nicht beantwortete Liebe ist vergleichbar mit einer bunten, wunderschönen Glasmurmel

die man ins Wasser wirft und dabei hofft, dass sie schwimmt.

Trennungsphasen sind manchmal kaum zu ertragen,

weil man in der Möglichkeit der Zweisamkeit die Einsamkeit vorfindet.

Holgus Popolgus

Der veritable

Liederpirat

im Lande der

Henker und Richter….äh,

Denker und Dichter?

Wer ausspricht was ein jeder denkt,

Der Urknall, die Unendlichkeit, die schwarzen Löcher und die Superstrings!