Der letzte Auftrag - Ralph-Paul Gehrke - E-Book

Der letzte Auftrag E-Book

Ralph-Paul Gehrke

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Beschreibung

Der selbstständige Kurierfahrer Bernd nimmt an einem 23.12. Mitte der achtziger Jahre zwei umfangreiche Aufträge an, die ihn von seinem Heimatort Rotenburg über Hannover nach Berlin und zurück führen und kommt dadurch in einen unauflösbaren Konflikt zwischen Beruf und Familie. Er spürt, wie viel ihm seine Ehefrau und Kinder Wert sind, erfährt aber andererseits, dass er in seinem Beruf zu denen gehört, die ständig unterwegs sind. Die Kurzgeschichte gibt neben der Darstellung des persönlichen Dilemmas der Hauptfigur Einblicke in den Alltag der jenigen, die einen großen Teil ihres Lebens auf den Straßen des Landes verbringen. Den Hintergrund bilden die Auswirkungen der deutschen Teilung, wie sie sich in den Grenzabfertigungsverfahren widerspiegeln.

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Seitenzahl: 17

Veröffentlichungsjahr: 2014

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Ralph-Paul Gehrke

Der letzte Auftrag

Weihnachten in zwei Welten

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Die Versuchung

Profis am Werk

Grenzwertig

Schnee und Scheunentore

Ziele fest im Auge

Heilig Abend zu Hause

Vom selben Autor

Impressum neobooks

Die Versuchung

In mäßigem Tempo rollt der Transporter die Landstraße entlang. Eben hat er das Ortsende von Verden passiert. Bernd sitzt entspannt am Lenkrad. Aus dem Autoradio klingt rockige Weihnachtsmusik. Es ist dunkel und regnerisch, bei einigen Plusgraden. Die Uhr in den Armaturen zeigt halb sieben. In nur wenigen Minuten wird er Rotenburg erreicht haben. Es ist ein 23. Dezember Mitte der achtziger Jahre. Bilder tauchen in seiner Fantasie auf. Bilder davon, wie er die Tür zu seinem Eigenheim aufschließt, wie seine beiden kleinen Töchter ihm entgegen laufen, ihn mit ihren kleinen Ärmchen umfassen, seine Frau hinter ihnen, ihn zärtlich umfassend und küssend, während die Kinder ins Wohnzimmer toben. Ein Lied würde er ihnen singen, wenn sie ihre Betten aufgesucht haben. Ein Bier würde er sich öffnen, während seine Frau Gabi an ihrem Glas Rotwein nippen würde und ihm die Neuigkeiten des Tages erzählen würde...

Mit bewusster, entschlossener Geste dreht er den Knopf des Funkgerätes nach links bis an den Anschlag, als er durch das aufdringliche, hohe „Piep-piep-piep” seines an der Mittelkonsole angebrachten C-Netz-Telefons aus seinen Gedanken geschreckt wird. „Ja?”, meldet er sich lässig in der Erwartung der Stimme seiner Vertrauten. „Bernd?”, piepst die Stimme der Auftragsvermittlerin in der Funkzentrale. Seit Jahren kennen sie sich nun, Verena und er. Er kennt den knochenharten Job, wenn der Disponent am Funkgerät die Aufträge in den Äther schickt und das Förderband für die kleinen Auftragszettel diese auf seinen Funktisch spuckt. Zwischen sechs und sieben ist der Disponent alleine. Die Auftragsflut des Tages ist bewältigt, ab und zu tröpfelt noch eine Fahrt herein.