Der Wanderer - Sándor Nemes - E-Book

Der Wanderer E-Book

Sándor Nemes

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Beschreibung

Sándor Nemes verbindet in seinem Buch „Der Wanderer“ die Beschreibung von Natur- und Landschaftsbetrachtungen in einer sehr ästhetischen Sprache mit bruchstückhaften Erinnerungen an traumatische Kindheits- und Jugenderlebnisse. Dieses Buch ist in zwei Teile geteilt; einen ersten Teil, der Wanderungen in idylischen Landschaften beschreibt- Licht, „loci amoeni“: liebliche Orte - und einen zweiten Teil, einen Anhang , der Erinnerungen an die Dunkelheit, an „tenebras“, an einen „locus terribilis“, einen entsetzlichen Ort, an entsetzliche Geschehnisse, an tiefe Schrecken und an das Grauen das ihn dort einst umgeben hat, beinhaltet. In seiner Bewunderung der schönen Natur und ihrer Vollkommenheit lässt er an die Figur des Wanderers in der deutschen und englischen Romantik denken und verweist auf feinsinnige Weise auf lyrische Aspekte, insbesondere in der Malerei und Musik. Er schlägt im ersten Teil des Buches mit seiner subjektiven Interpretation und seinen malerischen Beschreibungen von schönen Landschaften, Naturschauspielen und Genreszenen, mit intensiven Farbdarstellungen, eine Brücke zu den objektiv vorhandenen Landschaftselementen. Im zweiten Teil zeigen seine Erinnerungen die Dunkelheit und einen beängstigenden Ort – der „locus amoenus“ als Kulisse mit verschiedenen Charakteren tritt dem „locus terribilis“ gegenüber. Der Autor verknüpft Einzelelemente der Landschaft aus Formen und Farben und zeigt Stimmungen in der Naturszenerie, die sich zu einem Gesamtbild formen. Seine Kontemplation versteht die Landschaft als ästhetische Natur und nicht als ästhetischen Gegenstand, seine Wanderungen haben für ihn transzendente Bedeutung. Durch die Beschreibung von lieblichen Landschaften und Alltagszenen können Leser und Leserinnen an niederländische Landschaftsgemälde und Genrebilder des 17. Jahrhunderts oder an Landschaftsgemälde der deutschen und englischen Romantik erinnert werden. Sándor Nemes nimmt Sie mit auf eine farbintensive und kontrastreiche Reise quer durch alle Jahreszeiten und Naturschauspiele.

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Seitenzahl: 241

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Motto: »Post tenebras lux.«1

1 Die Redewendung wurde als Wahlspruch des Calvinismus und später der Reformation und der Stadt Genf verwendet und ist heute der Wahlspruch des Kantons Genf. Das Motto ist in die Reformationswand in Genf eingemeißelt.

Inhalt

Widmung

Vorwort

2008

Der Apfelgarten – auf einer Wanderung in der Umgebung (Vich, Luins und Gland), 19. August 2008

Wanderung in der Umgebung (Port Abériaux, Toblerone Wanderweg, Vich, Coinsins, Duillier und Prangins), 27. August 2008

Eine schöne Wanderung, 7. September 2008

Eine vorherbstliche Wanderung, 16. September 2008

Eine herbstliche Wanderung, 21. September 2008

Herbstliche Impressionen, 27. September 2008

Eine herrliche herbstliche Wanderung, 4. Oktober 2008

Ein goldener Herbsttag, 5. Oktober 2008

Ein goldener Herbsttag, 12. Oktober 2008

Spaziergang von Aubonne durch das Arboretum nach Yens, St.Livres und zurück, 15. Oktober 2008

Eine Herbstwanderung, 18. Oktober 2008

Ein sonniger Sonntagsnachmittag im Herbst, 26. Oktober 2008

Eine herbstliche Wanderung, 6. November 2008

Intensives Farbenspiel der herbstlichen Natur, 8. November 2008

Auf einer Wanderung in der Umgebung des Arboretums (von Yens nach St. Livres). Die frische Wintersaat. 16 November 2008

In meinem Garten, Signy, 17. November 2008

Auf einer Wanderung durch die Gegend von Prangins, Promenthoux. Zwei Bilder, 23. November 2008

In der Gegend von Duillier. Ein Bild, 30. November 2008

Ein sonniger Nachmittag, 7. Dezember 2008

Eine schöne Wanderung, 13. Dezember 2008

Die Schusterwerkstatt, Genf, 18. Dezember 2008

Auf der Fahrt nach Hause.Ein herrlicher Wintertag, 18.Dezember 2008

Ein milder sonniger Wintertag, 21. Dezember 2008

Am Strand in Rolle und am Strand in Gland, 26. Dezember 2008

2009

Erste grosse Wanderung des Jahres, 22. Januar 2009

Ein wunderschöner sonniger Tag. 25. Januar 2009

Ein schöner Spaziergang, 31. Januar 2009

Spaziergang am Abend in Nyon und Prangins. Bilder, 6. Februar 2009

Wanderung in der Gegend, 8. Februar 2009

Spaziergang in der Gegend, 13. Februar 2009

Eine schöne Wanderung, 15. Februar 2009

Wanderung mit Knieschmerzen, 21. Februar 2009

Ein milder Vorfrühlingstag, 28. Februar 2009

Ein schöner Spaziergang, 3. März 2009

Ein sonniger Frühlingstag, 7. März 2009

Spaziergang in der Gegend, 12. März 2009

Eine lange Wanderung, 21. März 2009

Ein sonniger Frühlingstag, 29. März 2009

Wanderung in der Gegend, 4. April 2009

Blühende Kirschbäume und Magnolien, 12. April 2009

Ein kleiner Spaziergang, 13 April 2009

Frühlingsimpressionen, 18. April 2009

Wanderung in der Gegend, 26. April 2009

Frühlingsregen, Signy, 27. April 2009

Wanderung in der Gegend, 3. Mai 2009

Eine Frühlingswanderung, 16. Mai 2009

Der Akazienbaum im Licht der Abendsonne, Signy, 20. Mai 2009

Eine Wanderung, 29. Mai 2009

Eine schöne Wanderung, 6. Juni 2009

Pause in meinen Wanderungen, 15.–22. Juni 2009

Erster Spaziergang nach meiner Knieoperation, 23. Juni 2009

Auf einer Wanderung in der Umgebung von Nyon. Erste längere Wanderung nach meiner Knieoperation, Port des Abériaux, Vich, Coinsins, Duillier, Prangins, Port des Abériaux, 28. Juni 2009

Lange Wanderung in der Gegend, 5. Juli 2009

Wanderung von Port des Abériaux nach St. Cézille und zurück durch den Bois de Chênes und Prangins, 18. Juli 2009

Eine Wanderung, 25. Juli 2009

Auf einer Wanderung im Juragebirge, 2. August 2009

Eine Wanderung, 14. August 2009

Eine schöne Wanderung, 23. August 2009

Auf einer ersten größeren Wanderung während der Genesung von meiner Diskalhernie, 18. September 2009

Vorgeschmack auf einen goldenen Herbsttag, 23. September 2009

Auf einem Spaziergang in der Umgebung von Prangins, 26. September 2009

Eine kleine Wanderung, 27. September 2009

Eine kleine Wanderung im Bois de Chênes, 30. September 2009

Wanderung, 3. Oktober 2009

Spaziergang im Bois de Chênes, 4. Oktober 2009

Frühabendlicher Spaziergang im beginnenden Herbst in der Umgebung von Prangins, 6. Oktober 2009

Wanderung von Port des Abériaux nach La Cézille und zurück durch den Bois de Chênes und Prangins, 10. Oktober 2009

Eine lange Wanderung, 11. Oktober 2009

Wanderung in der Gegend, 18. Oktober 2009

Spaziergang im Bois de St. Jean und in den nahe gelegenen Weinbergen, 22. Oktober 2009

Wanderung im Arboretum und in Yens, 24. Oktober 2009

Herbstimpressionen, Signy, 17. November 2009

2010

Erste längere Wanderung im neuen Jahr, 2. Januar 2010

Ein schöner Winterspaziergang, 9. Januar 2010

Spaziergang in Prangins, im Port des Abériaux, 15. Januar 2010

Wanderung in der Gegend und abendlicher Spaziergang im Port des Abériaux, 17. Januar 2010

Eine schöne, zügige Wanderung, 23. Januar 2010

Spaziergang in Rolle, 24. Januar 2010

In der Dämmerung, Signy, 27. Januar 2010

Ein schöner Spaziergang, 2. Februar 2010

Wanderung, 27. Februar 2010

Ein winterlicher Spaziergang, 7. März 2010

Eine schöne Wanderung, 13. März 2010

Wie ein niederländisches Genrebild aus dem 17. Jahrhundert, Duillier, 19. März 2010

Dämmerung am See, Nyon, 22. März 2010

Wanderung an einem Frühlingstag, 2. April 2010

Eine schöne Wanderung, 25. April 2010

Eine wunderschöne Wanderung, 23. Mai 2010

Eine lange Wanderung, 2. Juni 2010

Ein kleiner gemütlicher Spaziergang, 3. Juni 2010

Wanderung, 19. Juni 2010

Sonnenüberfluteter warmer sommerlicher Spätnachmittag, Signy, 28. Juni 2010

Erste lange Wanderung nach längerer Zeit, 28. Juli 2010

Spaziergang vom Port des Abériaux, Prangins in Richtung des Strandbades von Promenthoux, 6. August 2010

Auf einer Wanderung in den Weinbergen zwischen Gilly, Vinzel und Luins, 14. August 2010

Beim Betrachten der Landschaft hinter meinem Haus, Signy, 15. August 2010

Auf einer Wanderung auf den Flanken des Juragebirges, 28. August 2010

Spaziergang von Signy nach Prangins und zurück, 31. August 2010

Eine Wanderung in der Gegend, 5. September 2010

Wanderung an einem sonnigen Herbsttag, 2. Oktober 2010

Spaziergang in der Gegend von Prangins, Promenthoux und Gland. Ein Herbsttag, 10. Oktober 2010

Wanderung im Arboretum, 22. Oktober 2010

Eichenbäume im Nebel, Signy, 6. Dezember 2010

Ein winterlicher Spaziergang in der Umgebung von Prangins, 18. Dezember 2010

Spaziergang in Rolle, 26 Dezember 2010

2011

Das kleine Schneegestöber, Signy, 20. Januar 2011

Mein Garten im Frühling, Signy, 25. März 2011

Blühende Kirschbäume am Seeufer, Nyon, 21. April 2011

Ein verzauberter Augenblick, Signy, 27. April 2011

Spaziergang in der Umgebung von Prangins an einem sonnigen warmen Nachmittag, 8. Mai 2011

Ein herrlicher Frühlingsabend am See, 20. Mai 2011

Mein Garten – mein Paradies auf Erden. Nach dem Rasenmähen, Signy, 4. Juni 2011

Ein leichter Eindruck vom Herbst, Signy, 18. Juli 2011

Spaziergang am Seeufer von Rolle, 7. August 2011

Eine Mondnacht, Signy, 8. August 2011

Ein Spätsommermorgen, Signy, 30. August 2011

Ausblick von der Schlossterrasse, Nyon, 3. Oktober 2011

Erinnerungen an seltsame Paare, Signy, 31. Dezember 2011

2012

Der kleine Vogel, Signy, 18. Februar 2012

Erinnerung an einen schönen Spaziergang in der Umgebung (Bruchstück), Signy, 6. April 2012

Erinnerungen an einen Spaziergang mit Catherine und Kieran, Coinsins und Rolle, 18. April 2012

Eine erlesene Stille, Signy, 7. Juni 2012

Der Genfersee, Rolle, 20. Juni 2012

Ode an meine Blumen, Signy, 15. Juli 2012

Spaziergang, Umgebung von Promenthoux, Prangins, 23. Juli 2012

Ein Klavierabend mit Murray Perahia, Saint-Prex, 29. August 2012

Beim Lauschen von Mozarts Klaviersonate No. 13, K 333, Zweiter Satz: Andante cantabile und 14, K 457, Zweiter Satz: Adagio, gespielt von Alfred Brendel, Signy, 31. August 2012

Blumen am Wegesrand, Signy, 23. September 2012

Herbstliche Farben im Grün der Jurahügel, Signy, 27. September 2012

Suche nach Ruhe und Entspannung, Allaman, 5. Oktober 2012

Bei Dämmerung am Strand von Promenthoux, Promenthoux, 8. Oktober 2012

2013

Abenddämmerung, Allaman und auf der Heimfahrt nach Signy, 17. Februar 2013

Das Schwemmgebiet des Aubonne bei der Mündung in den Genfersee bei Allaman, Allaman, 23. und 25. Februar 2013

Eine stille Minute am Seeufer, Gland, 6. April 2013

Ein stiller Frühlingsmorgen, Signy, 19. April 2013

2014

Der Gesang des Regens auf dem Wasser, Promenthoux, Prangins, 16. Januar 2014

Der Möbelpacker-Eine Allegorie, Signy, 2. Februar 2014

Am Seeufer von Coppet, Coppet, 31. Juli 2014

Am Strand von Perroy, Perroy, 8. November 2014

An einem leicht bewölkten Herbsttag am Strand von Promenthoux, Promenthoux, 9. November 2014

Spaziergang an einem nebeligen, nassen Herbstmorgen, Signy, 12. November 2014

2017

Der Genfer See, 9. Mai 2017

Der Genfer See, 10. Mai 2017

In meinem Garten, 29. August 2017

Ein goldener Herbsttag in Genf und eine Herbstlandschaft in der Abenddämmerung, Oktober 2017

In meinem Garten, 5. Dezember 2017

2018

Am Strand von Promenthoux, 14. September 2018

Herbstliche Impressionen, Dezember 2018

2019

An einem frühen Sommerabend, Signy, 15. Juni 2019

Eine kleine Blume am Wegesrand, 21. August 2019

2020

Eine Impression, Signy, 22. März 2020

2021

Spaziergang mit meinem Sohn, Signy, 22. Februar 2021

Bei der grossen alten Villa, Duillier, 25. Juni 2021

In der Gegend von Promenthoux, Herbst 2021(?)

Schönheit die nicht mehr wehtut, 2. August 2021

Herbststimmung, Duillier, 16. November 2021

Poetische Stimmungen, Signy, Dezember 2021

2022

Bei der großen alten Villa, Duillier, 13. Mai 2022

Busfahrt im Regen, Genf, ohne Datum, wahrscheinlich frühe 1980er-Jahre

Anhang: Symbolische Traumbilder, Allegorien und Fragmente

Die klassische weiße Carrara-Marmorstatue eines nackten Jünglings – ein Traumbild, Signy, Mitte September 2011

Ein Albtraum: Die Fledermaus

Guernica

Das Verbrennen eines jungen Vogels

Albtraum: Rutschfahrt auf einem vierkantigen Holzbalken auf einem von Blankeis bedeckten Gebirgsstück in einen steilen tiefen Abgrund, Herbst, 2018

Der Schrei - Eine Allegorie, Ende September 2018

Der Wurm

Fluchtversuch

Der Krampus

Albtraum von der rasenden Autofahrt, gelenkt von einem Phallussymbol

Albtraum vom Zimmer mit scharfen zackigen Felsenvorsprüngen

Winter

Die Ohrfeige

Widmung

Ich widme dieses Buch der Erinnerung an meine von mir sehr geliebte Großmutter die mich sehr geliebt hat und mich liebevoll durch ihre Zuwendung, Fürsorge und Aufmerksamkeit bis zu meinem sechsten Lebensjahr erzogen und somit die Grundfeste meiner seelischen Struktur fest etabliert hat das mir ermöglicht hat jene dramatischen Stürme die in meinem ersten Buch beschrieben sind zu überstehen. Möge sie in Frieden ruhen. Ich werde sie nie vergessen.

Weiters widme ich dieses Buch den vielen Rettern und Retterinnen die mich in jenen dramatischen Zeiten und danach gerettet haben. Sie sind in meinem ersten Buch zum grossen Teil aufgeführt worden. Folglich möchte ich sie nicht wiederholen aber ich möchte unterstreichen wie sehr ich für ihre damalige unschätzbare Unterstützung und Hilfe dankbar bin.

Vier Personen möchte ich hingegen unbedingt besonders aufführen da sie entscheidenden positiven Einfluss auf den Verlauf meines Lebens genommen haben. Auch ihnen ist dieses Buch gewidmet.

Erstens ist dies die junge Ärztin die mich 1963 in der Psychiatrischen Univesitätsklinik in Wien behandelt und gerettet hat. Möge ihre Seele in Frieden ruhen. Sie lebt in meinem Herzen weiter.

Ebenfalls erstens, ex aequo sind dies mein Verwandter Dr. Z.Á. und seine Frau L. Á.-F. für ihre grosszügige Unterstützung die sie mir während meines Studiums in Wien zukommen liessen; dies sowohl finanziell als auch menschlich, einschliesslich wunderbarer Ferienaufenthalte bei ihnen. Ersteres hat mir ein ruhiges Studium weg von meiner kranken Mutter ermöglicht.

Eine Person möchte ich noch als besonders wichtig hervorheben. Diese ist mein geliebter Sohn der mich mit seiner liebevollen Zuneigung und Fürsorge viele Jahre lang unterstützt und gerettet hat. Auch ihm widme ich dieses Buch.

Sándor Nemes

Schweiz, im Herbst 2022

Vorwort

Beim Titel dieses Buches »Der Wanderer« kann man nicht umhin, die Assoziation an die Figur des Wanderers in der Romantik zu machen. Da kommen mir sogleich folgende Schöpfungen der Lyrik sowie der Musik und der Malerei in den Sinn: Die »Mondnacht« aus dem Liederkreis, Op. 39 von Robert Schumann nach einem Gedicht von Joseph von Eichendorff (1837); »Der Wanderer« von Franz Schubert (1821); die Vertonung des Gedichts »Des Fremdlings Abendlied« von Georg Friedrich Schmidt von Lübeck; »Der Wanderer an den Mond« von Franz Schubert nach einem Gedicht von Johann Gabriel Seidel (1826). »Der Wanderer über dem Nebelmeer«, ein Gemälde von Caspar David Friedrich (1818); oder Poesie der englischen Romantik wie John Keats’ »To Autumn« (1820) und Werke anderer englischer Dichter wie Percy Bysshe Shelley oder Williams Wordsworth’ »I wandered lonely like a cloud« (1804).

Dieses Buch ist in zwei Teile geteilt: einen ersten Teil, der Wanderungen in idyllischen Landschaften beschreibt – Licht, »loci amoeni«: liebliche Orte – und einen zweiten Teil, einen Anhang, der Erinnerungen an die Dunkelheit, an »tenebras«, an einen »locus terribilis«, einen entsetzlichen Ort, an entsetzliche Geschehnisse, an tiefe Schrecken (»terreurs profondes«) und an das Grauen, das mich dort umgeben hat, beinhaltet.

Locus amoenus: ein lieblicher Ort. Beschreibung von idyllischen Landschaften, Szenen, alten Bäumen, Blumen, Vögeln, lieblichen Orten, blühenden Gärten usw. Malerische stimmungsvolle Landschaftsbilder. Ästhetische Blicke auf die Landschaft.

Durch die Beschreibung von lieblichen Landschaften können Leser und Leserinnen an niederländische Landschaftsgemälde aus dem 17. Jahrhundert oder an Landschaftsgemälde der deutschen und englischen Romantik erinnert werden. Einzelne Gemälde von Jan van Goyen, Caspar David Friedrich oder John Constable kommen mir da in den Sinn. Manche Eintragungen können wiederum an Genrebilder der niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts erinnern.

Die Wanderung hat oft auch eine symbolische, metaphysische Dimension. Denn in den Wanderungen unternimmt man sehr oft – bewusst oder unbewusst – eine Reise zum eigenen Innern, zu sich selbst. Folglich können sensible Leser und Leserinnen hinter diesen malerischen Beschreibungen von Landschaften, Naturschauspielen und Genreszenen auch latente Inhalte vermuten.

Die Tagebucheintragungen in der Periode 2008 bis 2010 beinhalten eine signifikante Anzahl von Eintragungen, die ursprünglich in englischer Sprache geschrieben worden waren und der Aufzeichnung von Wanderungen und Spaziergängen gedient haben die das Ziel hatten, einerseits die körperliche Tüchtigkeit zu erhalten und zu erhöhen und andererseits die Natur zu genießen. Da die große Mehrheit dieser Eintragungen - über meist längere Wanderungen- Beschreibungen von schönen Landschaften, einschließlich schöner Kulturlandschaften und Naturerscheinungen, beinhaltet, sind diese Aufzeichnungen ausgewählter Wanderungen von mir vor Kurzem aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt und in das Manuskript für dieses Buch eingefügt worden.

Ich möchte diesem Vorwort noch zwei Erinnerungen hinzufügen:

Ein Hauch von Sehnsucht

Als ich mich als junges Kind an einem sonnigen Tag wieder mal im Garten meiner Großeltern aufgehalten habe – es war wahrscheinlich im Spätsommer oder Herbst – habe ich über mir ein Schnattern und Kreischen von Gänsen gehört. Ich blickte zum Himmel und sah einen Zug wilder Gänse, der hoch oben am Himmel flog.

Einzelne weisse Gänse im Hof meiner Grossmutter wurden aufgeregt, schnatterten, breiteten ihre Flügel aus und nahmen Anlauf, liefen im Hof watschelnd und flügelschlagend vorwärts in Richtung des Vogelflugs und wollten sich, dem Rufe ihrer Artgenossen folgend, auch in die Luft erheben und zu ihnen stossen, die hoch oben am Himmel majestätisch in einer Formation dahinflogen.

Aber sie konnten sich nicht vom Boden lösen, da ihre Flügel gestutzt worden waren …

Der Strassenmusikant, 1968, Wien

Es war Frühling oder Frühsommer. Ich war auf dem Weg zur Hochschule zu meinen Vorlesungen. Gerade hatte ich, mit meiner Tasche unter dem Arm, die Wohnung verlassen, die grosse Wohnungstür hinter mir geschlossen und war die ersten Stufen auf der Treppe neben dem Aufzugsschacht hinab gestiegen als ich , hinter mir, aus einem der beiden grossen Fenster zum Hinterhof hin, das halb geöffnet war, eine Musik gehört habe.

Ein Strassenmusikant, wie es sie damals in den 1960-er Jahren in Wien einige gab, spielte im Hinterhof unseres grossen Wohnhauses ein melancholisches Lied; vielleicht » La Paloma«. Wahrscheinlich spielte er auf der Ziehharmonika.

Die Musik ergriff mich zutiefst, ging mir tief ins Herz. Ich blieb betroffen stehen, musste mich auf eine der oberen Treppenstufen setzen.

Ich hörte das Geräusch des Öffnens von Fenstern, auch in der Wohnung wo ich mein Zimmer gemietet habe, und kurze Zeit später das dumpfe Aufschlagen von in Papier gewickelten, Münzen, die für den Musikanten in den Hinterhof hinunter geworfen wurden. Ich hörte halblaut die Danksagungen des Musikanten; »Danke.«, »Vergelt‘ s Gott«.

Er spielte weiter. Herzzerreissende Melodien.

Plötzlich brach Schluchzen aus der Tiefe meiner Seele hervor. Ich sass dort auf der Treppe, hatte meine Tasche aus der Hand gelegt, hielt meine Hände vor mein Gesicht und schluchzte hemmungslos…Erinnerungen aus der Tiefe meiner Seele, Erinnerungen an jene entsetzlichen Ereignisse, hatten mich überwältigt.

Nach einiger Zeit hörte das Schluchzen auf.

Nach kurzer Zeit hörte auch die Musik auf. Der Musikant ging seines Weges.

Auch ich stand auf und setzte meinen Weg zur Hochschule fort.

*

L. van Beethoven: Klavierkonzert, No. 5 in Es-Dur, Opus 73

L. van Beethoven: 6. Symphonie in F- Dur, Opus 68, die Pastorale

L. van Beethoven: Klaviersonate Nr. 14, Opus 27, No.2, in cis-Moll, die Mondscheinsonate

W. A. Mozart: Sonate für zwei Pianos, KV 488, Zweiter Satz, Andante

F. Schubert: D 957: IV. Ständchen, Sonate in b-Moll

Sándor Nemes

Schweiz, im Herbst 2022

2008

Der Apfelgarten – auf einer Wanderung in der Umgebung (Vich, Luins und Gland), 19. August 2008

Ich bin vom Parkplatz am Port des Abériaux durch Promenthoux und den Golfclub spazieren gegangen, an der Villa Rose vorbei und auf dem Toblerone-Wanderweg hinauf nach Vich. Unterwegs beschloss ich, dass ich, anstatt den üblichen Weg von Vich zurück zum Parkplatz zu gehen – d. h. hinauf nach Coinsins und hinunter durch Duillier und Prangins –, dieses Mal die Wanderung verlängern würde, indem ich nach Luins gehe und durch Gland zurückgehe. Das ist was ich getan habe. Es war ein schöner Spaziergang, der Tag war schön, teilweise sonnig und gegen Ende des Nachmittags bedeckt. Folglich war es nicht heiß; sondern es war eine angenehme Temperatur zum Wandern. Wie üblich hörte ich wunderschöne klassische Musik von meinem iPod.

Auch wenn es noch mitten im Sommer war, lag heute schon eine Herbststimmung in der Luft. Zahlreiche Bäume, insbesondere Rosskastanien, haben bereits begonnen Herbstfarben anzulegen; manche waren tatsächlich schon weitgehend rostbraun. Zahlreiche trockene Herbstblätter lagen auf den Straßen und Fußwegen. Selbst in kleinen Wäldern, wo die Baumgruppen noch in Grüntönen von hell- bis dunkelgrün gehalten waren, haben sich bereits leichte Herbstfarben in die Farbe des Laubs eingeschlichen. Die grünen Weinberge, die sich an den sanften Hängen des Jura von Vich über Begnins nach Luins, Vinzel, Bursins, Gilly und weiter nach Rolle erstreckten, waren im Sonnenschein wunderschön anzusehen.

Ich kam an einem großen abgeernteten Weizenfeld vorbei, auf dem der Bauer jetzt das Feld pflügte. Die Reihen aus frisch umgewälzter brauner Erde, die im Sonnenlicht schimmerten, waren schön anzusehen. Auf dem noch ungepflügten Teil des Feldes warteten zahlreiche Krähen geduldig darauf, an die Reihe zu kommen, um an Würmern und anderen Organismen zu schlemmen, die der Pflug aufgetrieben hatte.

Anstatt rechts auf die Straße nach Gland abzubiegen, die ich normalerweise nehme, entschied ich mich, auf der betonierten Straße neben dem Feld weiterzugehen, die zur Bahnlinie führt, in der Hoffnung, dass ich vor der Bahnlinie eine Straße finde, auf der ich rechts in Richtung des Waldes an meiner rechten Seite, hinter dem Feld, das gepflügt wurde, abbiegen werde können. Die Straße endete jedoch in einem Feld, und wenn ich nicht den Weg zurückging, den ich gekommen war, um den Pfad vor dem Feld, das gepflügt wurde, zu erreichen, musste ich eine Wiese überqueren, um zu versuchen, den Wald auf der anderen Seite zu erreichen, etwa 400 bis 500 Meter weg, in der Hoffnung, dass es da einen Weg nach Gland geben würde.

Die Wiese war natürlich gehalten und war sehr schön. Im saftigen Gras blühten die schönsten Sommerblumen umringt von schönen weißen Schmetterlingen. Ich sah auch eine große Hummel, die auf einer der blühenden Blumen landete. Dies war eine idyllische Aussicht; ein Bild unberührter Natur an einem herrlichen Sommertag. Wie schön, majestätisch, ja magisch war die Natur! Hier auf dieser Wiese, im Hintergrund begrenzt durch ein Wäldchen, inmitten blühender Blumen in den unterschiedlichsten Farben: bläulich, violett, gelb, rosa und weiß, fühlte man sich dem hektischen Treiben der modernen Zeit entrückt. Dies war sehr friedlich. Ich habe zahlreiche Fotos gemacht. Als ich den Wald erreichte, habe ich zunächst keinen Fußweg gefunden, ich sah nur dichtes, recht hohes Gestrüpp. Doch bald darauf fand ich eine Möglichkeit, den Wald zu betreten, was wie ein alter verlassener kleiner Pfad aussah. Ich folgte ihm und sah zu meiner großen Erleichterung nach etwa 100 Metern eine Straße am Ende des Wäldchens. Dort fand ich Installationen eines Parcours Vita vor, was bedeutete, dass ich mich wieder auf einer Straße in Richtung Gland befand. So stellte sich heraus, dass die Straße neben dem Fußballplatz herauskam, an dem ich normalerweise nach Gland vorbeigehe.

Ich bin froh, dass ich diese kleine Wiese mit den wilden Blumen gefunden hatte. Sie waren anders, vielfältiger als die begrenzte Blumenvielfalt, die man auf bebauten Feldern und Weiden sieht.

Als ich Gland durchquerte, kam ich an einem großen Bauernhaus vorbei, in dem landwirtschaftliche Maschinen und ein Weinkeller untergebracht waren. Neben dem Bauernhaus gab es einen großen Garten, der durch eine hohe Hecke aus gelben Rudbeckien vor dem beiläufigen Blick von der Straße verborgen war. Ich hätte es sogar nicht bemerkt, wenn da nicht eine Gans gegackert hätte. Als ich nachschaute, was das für ein Geräusch war, ging ich näher an den Zaun heran und spähte zwischen den hohen Stängeln der Blumen hindurch. Ich bemerkte eine schöne große und eine kleinere Ente mit sehr hübschem braun gefärbtem Gefieder. Als ich weiter schaute, bemerkte ich Hühner, und dann sah ich, dass ich auf einen geschützten Obstgarten mit Apfelbäumen blickte. Im Gras zwischen den regelmäßigen Reihen junger Apfelbäume, die mit gelben und roten Äpfeln beladen waren, bewegten sich Hühner, die Ente und die oben erwähnte Gans herum und fraßen vom Boden. Am Ende der letzten Reihe von Apfelbäumen, die mit roten Äpfeln (Idared oder eine andere frühe Sorte, die gegen Ende August reift) beladen waren, sah ich zwei junge Frauen: eine in weißer Bluse und dunkelblauer Hose und eine mit einem geflochtenen flachen Weidenkorb in der Hand neben etwas, was mir wie eine kleine Trittleiter vorkam. Sie sammelten einige reife rote Äpfel von den Bäumen. Das war ein schöner Anblick; wie ein wunderbares impressionistisches Gemälde eines alten Gartens im Sommer, gemalt von einem berühmten französischen oder deutschen Maler (vielleicht Monet) irgendwann im späten 19. Jahrhundert.

Inzwischen kam ein starker Wind auf. Als ich mich der Seestraße in der Nähe des Parkplatzes näherte, auf dem ich manchmal mein Auto parkte, in der Nähe des Eingangs der Domaine Impérial, wurden die Windböen sehr stark und es wehte inzwischen ein Sturm. Am Himmel zogen dunkle Wolken auf, und als ich mich dem Parkplatz in Port des Abériaux näherte, sah ich einen Blitz und hörte einen Donner. Ich war noch ungefähr 2 km von meinem Auto entfernt und hoffte, dass ich dort ankommen würde, ohne zu nass zu werden.

Bei einem Obstgarten in der Nähe der Straße, die vom Flugplatz Prangins herunterkommt, bog ich links auf die Straße nach Promenthoux ab. Inzwischen war der Wind sehr stark. Viele gelbe Blätter waren zu Boden gefallen und der Wind trieb sie auf der Straße herum. Als ich wenige Hundert Meter vom Strand von Promenthoux entfernt war, fing es an zu regnen; zuerst ein paar feine Tropfen, dann ein paar große schwere Tropfen und dann fing es richtig an zu schütten. Ich hielt an, zog meine Regenjacke an und setzte meinen Spaziergang fort. Die großen alten Bäume neben der Straße schützten mich vor dem Regen, aber an einigen Stellen am Strand, wo es keine Bäume gab, peitschte der Regen heftig auf die Straße.

Ich beschleunigte mein Tempo, mein Auto war nur etwa 500 bis 600 Meter entfernt. Ich erreichte mein Auto im Regen und war froh, es geschafft zu haben.

Dies war ein wunderbarer Spaziergang. Auch der Regen trug zur Schönheit dieses Naturerlebnisses bei. Doch mit dem grauen Himmel, dem Regen und dem stürmischen Wind, der viele gelbe und rostbraune Herbstblätter von den Bäumen geschüttelt hatte und auf der Straße herumtrieb, entstand eine herbstliche Atmosphäre.

Auf dem Heimweg hielt ich an, um Feuerholz zu kaufen. Als ich nach Hause kam, hatte es sehr stark zu regnen begonnen, es strömte in dicken geraden Linien herunter. Plötzlich brach zu meiner Überraschung die Sonne durch und schien im strömenden Regen wunderschön auf die Landschaft. Ich ging nach oben, um zum See hinauszuschauen, ob es dadurch einen Regenbogen gab. Zu meiner Freude sah ich den schönsten großen Regenbogen, der sich am Himmel ausbreitete. Parallel dazu war ein weiterer Regenbogen, wenn auch von blasserer Farbe.

Das war ein schöner Tag und ich bin sehr froh, dass ich diesen schönen langen Spaziergang gemacht habe.

Wanderung in der Umgebung (Port Abériaux, Toblerone Wanderweg, Vich, Coinsins, Duillier und Prangins), 27. August 2008

Ich bin vom Parkplatz in Port des Abériaux über fünf Stunden lang durch den Golfclub, auf dem Toblerone-Wanderweg nach Vich und dann zurück durch Coinsins, Duillier und Prangins zum Parkplatz gewandert.

Es war ein schöner Tag; am Anfang voller Sonnenschein und erst gegen Ende der Wanderung wurde es bewölkt. Der daraus resultierende Temperaturabfall war willkommen. Viele Felder – mit Ausnahme der Maisfelder – waren schon seit Langem abgeerntet und gepflügt und heute sah ich Traktoren über die gepflügten Felder fahren, die die Felder eggten, um die Erdklumpen in feine Partikel zu zerkleinern, bevor sie in Kürze nachsäten. Auf einem Feld neben dem Krankenhaus von Prangins taten zwei Bauern auf einem langsam fahrenden Traktor genau das: Nachsaat. In den Weinbergen waren die Rebstöcke stark mit Trauben behängt, die in den warmen späten Augusttagen reiften. Ich sah einige kleine Eidechsen, die die Sonne genossen, die bei meiner Ankunft in Spalten alter Steinmauern der Weinberge oder unter Pflanzen davonhuschten.

Gegen Ende der Wanderung sah ich schöne große Kumuluswolken am blauen Himmel, die über der schönen Spätsommerlandschaft aus gepflügten Feldern, stehenden Maisfeldern und Gruppen von einigen dunkelgrünen Wäldern hingen, die von den warmen Strahlen der warmen Spätsommersonne beschienen wurden.

Eine schöne Wanderung, 7. September 2008

Heute machte ich eine schöne Wanderung von über viereinhalb Stunden vom Parkplatz in Port des Abériaux nach Vich, Coinsins, Duillier und durch Prangins zurück zu meinem Auto. Es war ein herrlich warmer Tag, weder zu heiß noch zu kalt, und es war ein Vergnügen, zu Fuß zu gehen. Nach den heftigen Regenfällen der letzten Tage war der Fluss Promenthoux angeschwollen und floss schnell in seinem Bett. An einigen Stellen stürzte er mit Gischt über große Felsen und Felsbrocken, die bei anderen Gelegenheiten frei stehend und sichtbar waren.

Eine vorherbstliche Wanderung, 16. September 2008

Hatte eine schöne fünfstündige Wanderung gemäß der obigen Wanderroute, außer dass ich diese am Ende etwas verlängerte, indem ich zum Seeufer im Hafen hinunter- und entlangging. Das Wetter war schön, wie im Vorherbst. Am Vortag und heute hatte die Bise geweht und der Himmel war blau und wolkenfrei. Das Laub vieler Bäume und Sträucher hatte bereits einen Anstrich von herbstlichen Farben.

Mit Ausnahme von Sonnenblumen- und Maisfeldern waren alle Felder bereits abgeerntet und viele waren bereits mit Wintergetreide nachgesät worden. Ich sah ein paar frisch gepflügte Felder, wo der Blick auf die dunkelbraune Erde wunderschön war. In den Gärten blühten Rosen, Kosmos, Dahlien, Sonnenblumen, Geranien und viele andere Blumen wunderschön. Bienen umschwirrten die Blumen. Neben dem Weg durch einen kleinen Wald zwischen Vich und Coinsins sah ich ein Feld voller wunderschöner blau blühender Pflanzen. Das Feld wurde auf der Rückseite von Bäumen des Bois de Chênes begrenzt.

Das Flüsschen sprudelte rasant und an manchen Stellen blieb ich stehen, holte die Ohrstöpsel meines iPhones heraus, um in der Stille dem Rauschen und Glucksen des Flüsschens zu lauschen, wenn es über kleine Stromschnellen oder Betten von größeren Kieselsteinen floss. Das war ein schöner Klang.

Eine herbstliche Wanderung, 21. September 2008

Hatte eine schöne lange Wanderung (knapp sechseinhalb Stunden) vom Parkplatz gegenüber dem Domaine Impérial nach Gland, Dully, Bursinel, Gilly, Tartegnin, Rolle und zurück durch Gilly, Bursin, Vinzel, Luins und Gland. Es war ein bewölkter Tag mit einer gelegentlichen kühlen Brise, die in den Bäumen und den Blättern der Weinreben oder den getrockneten Blättern verdunkelter Sonnenblumen raschelte. Der Spaziergang war wunderschön; durch Wälder, vorbei an riesigen alten Eichen, vorbei an abgeernteten Feldern oder mit Sonnenblumen bepflanzten Feldern, entlang kleiner rauschender Bäche, vorbei an zahlreichen Obstgärten voller reifer und/oder reifender roter und in geringerem Maße gelber Äpfel und durch wunderschöne Weinberge. Die Französischen Alpen waren in Nebel gehüllt und boten nun eine großartige Aussicht.

Die Dörfer, durch die ich ging, waren wunderschön; mit vielen alten Häusern (aber auch vielen neuen) und alten Schlössern und Domaines. Alle waren mit Geranien geschmückt: an ihren alten Mauern, in den Gärten, auf den Fensterbänken usw. In den Gärten blühten viele schöne Herbstblumen: Dahlien, Astern, Kosmos und natürlich schöne Rosen. Ich kam an Brunnen mit alten Steinbecken vorbei, die mit Geranien geschmückt waren und aus deren großen Wasserhähnen Wasser sprudelte. Alte Kirchen und viele alte Bauernhöfe, alles makellos gepflegt. Neben den Häusern lagen Brennholzstapel.