Die bedeutendsten Grabreden - Bruno Kern - E-Book

Die bedeutendsten Grabreden E-Book

Bruno Kern

4,6

Beschreibung

Grabreden sind Reden gegen die Sprachlosigkeit des Todes. Bereits der erste literarische Text der Menschheitsgeschichte, den wir kennen, ist eine Auseinandersetzung mit dem Tod, die heute wie damals berührt. In diesem Band sind berühmte Grabreden vom Altertum bis in die jüngste Zeit gesammelt. Vom Gilgamesch-Epos bis in die Gegenwart spannt sich der Bogen. Martin Luther, Philipp Melanchthon, Abraham Lincoln, Ludwig Börne, Friedrich Engels und Richard von Weizsäcker sind nur einige aus der Reihe der berühmten Redner, die hier – zum Teil das erste Mal im Druck oder in deutscher Übersetzung – zu Wort kommen. Viele der Grabreden sind nicht nur rhetorische Glanzlichter ihrer jeweiligen Zeit, in ihnen verdichten sich auch exemplarisch der Geist und die Mentalität einer Epoche. Der Band bietet so anhand prominenter Beispiele eine kleine Kulturgeschichte des Todes, aber auch einen interessanten Streifzug durch die abendländische Geschichte insgesamt. Den hier dokumentierten Reden wird jeweils eine informative Einführung vorangestellt, die den historischen Kontext erläutert, aufschlussreiche Zusatzinformationen bietet und die vorgestellten Reden unmittelbar lebendig werden lässt.

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Dr. Bruno Kern, geboren 1958, studierte Theologie und Philosophie in Wien, Fribourg und München; er lebt zurzeit in Mainz und arbeitet als selbstständiger Lektor und Übersetzer. Für den marixverlag hat er unter anderem die Lieder der Hildegard von Bingen neu übersetzt.

Zum Buch

Grabreden sind Reden gegen die Sprachlosigkeit des Todes. Bereits der erste literarische Text der Menschheitsgeschichte, den wir kennen, ist eine Auseinandersetzung mit dem Tod, die heute wie damals berührt. In diesem Band sind berühmte Grabreden vom Altertum bis in die jüngste Zeit gesammelt. Vom Gilgamesch-Epos bis in die Gegenwart spannt sich der Bogen. Martin Luther, Philipp Melanchthon, Abraham Lincoln, Ludwig Börne, Friedrich Engels und Richard von Weizsäcker sind nur einige aus der Reihe der berühmten Redner, die hier – zum Teil das erste Mal im Druck oder in deutscher Übersetzung – zu Wort kommen. Viele der Grabreden sind nicht nur rhetorische Glanzlichter ihrer jeweiligen Zeit, in ihnen verdichten sich auch exemplarisch der Geist und die Mentalität einer Epoche. Der Band bietet so anhand prominenter Beispiele eine kleine Kulturgeschichte des Todes, aber auch einen interessanten Streifzug durch die abendländische Geschichte insgesamt. Den hier dokumentierten Reden wird jeweils eine informative Einführung vorangestellt, die den historischen Kontext erläutert, aufschlussreiche Zusatzinformationen bietet und die vorgestellten Reden unmittelbar lebendig werden lässt.

Bruno Kern

Die bedeutendsten Grabreden

Für Angelito zum Abschied – und Neubeginn

Bruno Kern

Die bedeutendsten Grabreden

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über

https://dnb.d-nb.de abrufbar.

Es ist nicht gestattet, Abbildungen und Texte dieses Buches zu scannen, in PCs oder auf CDs zu speichern oder mit Computern zu verändern oder einzeln oder zusammen mit anderen Bildvorlagen zu manipulieren, es sei denn mit schriftlicher Genehmigung des Verlages.

Alle Rechte vorbehalten

Copyright © by marixverlag GmbH, Wiesbaden 2012

Covergestaltung: Nicole Ehlers, marixverlag GmbH

nach der Gestaltung von Thomas Jarzina, Köln

Bildnachweis: : mauritius images GmbH, Mittenwald

eBook-Bearbeitung: Bookwire GmbH, Frankfurt am Main

ISBN: 978-3-8438-0059-4

www.marixverlag.de

Inhalt

Einleitung

„Mein Freund, den ich liebe, ist zu Erde geworden“

Gilgameschs Klage um Engidu (2. Jahrtausend v. Chr.)

„… viel wunderbarer als die Liebe von Frauen“

Davids Totenlied für Saul und Jonatan (1. Jahrtausend v. Chr.)

„… dem Gesetz gemäß die Gebliebenen betrauert“

Die Leichenrede der Aspasia (5./4. Jh. v. Chr.)

„Ich habe ihn geliebt …“

Ambrosius’ Trauerrede für Kaiser Theodosius (395 n. Chr.)

„… die Obrigkeit, die er geordnet und eingesetzt“

Martin Luthers „Predigt über der Leich“ des Kurfürsten Friedrichs III. (1525)

„… die reine Lehre des Evangeliums“

Melanchthons „Oratio“ bei der Bestattung Luthers (1546)

„Vanitas vanitatum – eitel und nichtig ist alles!“

Jacques-Bénigne de Bossuets „Oraison funèbre“ für Henriette-Anne von England (1670)

„Der große Pan ist tot!“

Daniel Casper von Lohensteins Abdankung auf Christian Hofmann von Hofmannswaldau (1679)

„Dem gekreuzigten Christo nachfolgen“

Nikolaus Ludwig von Zinzendorfs Abdankung für Henrietta Catharina von Friesen (1726)

„Was Gott tut, das ist wohl getan!“

An dem Grabe einer früh gestorbenen Gattin und Mutter von Michael Karl Friedrich Gerstner (1813)

„Ein Künstler war er, aber auch ein Mensch“

Rede am Grab Beethovens von Franz Grillparzer (1827)

„… unser Herz ist sein Grab“

Ludwig Börnes Denkrede für Jean Paul (1827)

„… das Leben an seinen Wurzeln erschüttert“

Friedrich Daniel Ernst Schleiermachers Rede an Nathanaels Grab (1829)

„Liebe zu Freiheit und Recht“

Abraham Lincolns Totenrede für Henry Clay (1852)

„Nie gab es einen echteren Amerikaner“

Ralph Waldo Emersons Totenrede für Henry Thoreau (1862)

„Sein Name wird durch die Jahrhunderte fortleben …“

Die Grabrede Friedrich Engels’ für Karl Marx (1883)

„Ein Bettler ging von uns, wie sind wir arm!“

Karl Kraus’ Rede am Grabe Peter Altenbergs (1919)

„Hier ist heute die Welt!“

Paul Levis Totenrede für Rosa Luxemburg (1919)

„… ein Versöhner der Deutschen mit sich selbst“

Rede Richard von Weizsäckers für Willy Brandt (1992)

Quellen und Literaturhinweise

Einleitung

„Der Tod ist schweigsam. Nur wenn wir gegen ihn anreden, nur wenn wir den Dialog mit den Toten in uns fortsetzen, bleibt etwas, was er uns nicht nehmen kann.“1

Genau in diesem Spannungsverhältnis zwischen unserem ratlosen und erschrockenen Verstummen angesichts des brutalen Faktums des Todes und der Notwendigkeit, selbst diese Situation noch sprachlich bewältigen zu müssen, bewegen sich die in diesem Band dokumentierten Grabreden. Totenreden sind also lebensnotwendig. Der Mensch als das der Sprache fähige Lebewesen besteht die Wirklichkeit, indem er sie benennt. Und da die Dynamik seines Denkens, Wollens und Fühlens über den Horizont des unmittelbar Gegebenen hinausreicht, da er, wie Thomas von Aquin sagt, „quodammodo omnia“, in gewisser Weise alles, ist, sozusagen aufs Ganze geht, sucht er auch da noch nach Sinn, wo jede Empirie ihn scheinbar versagt. Grabreden sind deshalb als ein Ausdruck des Bewältigungsversuches unserer Endlichkeit Teil einer Kulturgeschichte des Todes, wie sie etwa der französische Historiker Philippe Ariès2 zu entwerfen versucht hat. Bereits der erste in diesem Band dokumentierte Text aus dem Gilgamesch-Epos zeigt, dass die existenzielle Beunruhigung aufgrund der Endlichkeit unseres Daseins die Geschichte des Menschen von Anfang an begleitet. Diese Grundkonstante der Menschheitsgeschichte unterliegt jedoch gleichzeitig dem historischen Wandel. Unser konkretes Verhältnis zum Tod wird durch die jeweilige Lebenssituation und historische Ereignisse geprägt: Der Grad der Gefährdetheit des Lebens, die allgemeine Lebenserwartung, die Höhe der Kindersterblichkeit etc. bestimmen die Erfahrung des Todes und den Umgang mit ihm ebenso wie etwa die große Pestepidemie im 14. Jahrhundert, die ein Drittel der europäischen Bevölkerung dahinraffte, die Kriegskatastrophen des 20. Jahrhunderts oder die tiefe Verletzung jeglicher Humanität durch industriell durchgeführte Massenvernichtung. Der Tod, der unmittelbar das einzelne Individuum betrifft, ist keine Privatangelegenheit, ganz im Gegenteil: Da er jeden Sinnstiftungsversuch mit einer absoluten Grenze konfrontiert, gefährdet er auch das prekäre Gleichgewicht des sozialen Zusammenlebens. Im Tod steckt ein anarchisches Potenzial. Auch das ist eine Erklärung für den Aufwand an Mythen, Riten, philosophischen und religiösen Systemen, um ihn gleichsam zu zähmen und ihm seinen subversiven Stachel zu ziehen.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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