Die drei ??? Fußballfluch (drei Fragezeichen) - Marco Sonnleitner - E-Book

Die drei ??? Fußballfluch (drei Fragezeichen) E-Book

Marco Sonnleitner

4,8
8,99 €

oder
  • Herausgeber: Kosmos
  • Kategorie: Krimi
  • Sprache: Deutsch
  • Veröffentlichungsjahr: 2012
Beschreibung

Rechtzeitig zur Fußball-Europameisterschaft erscheint der Dreifachband mit aufregenden Fußball-Abenteuern (Fußball-Gangster, Fußball-Falle, Fußballphantom) der erfolgreichsten Dreier-Abwehrkette aller Zeiten: Justus, Peter und Bob. Da müssen Fans der Kultreihe einfach zugreifen.

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Seitenzahl: 432

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Fußballfluch

Kosmos

Umschlagillustration von Silvia Christoph

Umschlaggestaltung von eStudio Calamar, Girona, auf der Grundlage

der Gestaltung von Aiga Rasch (9. Juli 1941 - 24. Dezember 2009)

In diesem Buch sind folgende Bände enthalten:

Die drei ??? – Fußball-Gangster / erzählt von Brigitte Johanna Henkel-Waidhofer

1995, Franckh-Kosmos Verlags GmbH & Co.KG, Stuttgart

Die drei ??? – und die Fußball-Falle / erzählt von Marco Sonnleitner

2008, Franckh-Kosmos Verlags GmbH & Co.KG, Stuttgart

Die drei ??? – und das Fußballphantom / erzählt von Marco Sonnleitner

2010, Franckh-Kosmos Verlags GmbH & Co.KG, Stuttgart

Unser gesamtes lieferbares Programm und viele weitere Informationen zu unseren Büchern, Spielen, Experimentierkästen, DVDs, Autoren und Aktivitäten finden Sie unter kosmos.de

© 2012, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG, Stuttgart

Alle Rechte vorbehalten

Mit freundlicher Genehmigung der Universität Michigan

Based on characters by Robert Arthur.

ISBN 978-3-440-13494-8

Satz: DOPPELPUNKT, Stuttgart

eBook-Konvertierung: le-tex publishing services GmbH, Leipzig

Fußball-Gangster

erzählt von Brigitte Johanna Henkel-Waidhofer

Ein böses Foul

Peter wandte Justus sein schmerzverzerrtes Gesicht zu. Sekundenbruchteile später stürzte der Zweite Detektiv im Zeitlupentempo zu Boden. Dort wälzte er sich, die Arme vor dem Gesicht gekreuzt.

»Peter!«, schrie Justus erschrocken auf, aber sein Freund konnte ihn nicht hören. Mit Riesenschritten sprang er die schmale Steintreppe zum Rasen hinunter und wäre fast mit Elizabeth und Kelly zusammengestoßen. Die Mädchen gehörten zum Medical Help Team, das verletzte Spieler versorgte. Hinter zwei Männern mit einer Bahre auf Rädern liefen sie aufs Spielfeld. Justus wollte ihnen nach, aber ein Junge mit einer Armbinde hielt ihn zurück. »Du nicht«, sagte er knapp, »du gehörst nicht dazu.« Justus fauchte ihn an, blieb aber an der Seitenlinie stehen.

»Peter!«, rief er noch einmal. Aber der reagierte nicht. Er wälzte sich auch nicht mehr, sondern lag jetzt ausgestreckt auf dem Rücken. Sein türkis und violett gestreiftes Trikot hob sich schreiend vom hellgrünen Rasen ab. Justus beobachtete, wie sich Peters Bauchdecke heftig nach oben und unten bewegte. Besorgt beugte sich Kelly über ihren Freund.

Inzwischen waren fast alle Spieler herangetrabt und standen im Kreis um den Verletzten. Der Schiedsrichter trieb die Helfer mit hektischen Handbewegungen an. Justus merkte, dass unbändige Wut in ihm hochstieg. Da lag ein Spieler offenbar schwer verletzt am Boden und dieser Schnösel in Rot reagierte wie ein kalter Karpfen. »Mistkerl«, hörte er sich zischen.

Vorsichtig wurde Peter auf die Bahre gehoben. Es war nicht zu erkennen, ob er bei Bewusstsein war. Einem Trauerzug ähnlich bewegten sich die Helfer auf Justus zu. Als sie an ihm vorbeikamen, versuchte er einen Blick auf Peters Gesicht zu werfen. Der Junge vom Sicherheitsdienst hielt ihn wieder ab. »Sind wir hier bei einem Schülerturnier oder bei der Weltmeisterschaft?«, schimpfte Justus, aber sein Gegenüber zuckte nur die Schultern.

»Kelly«, rief Justus den Helferinnen nach, »was ist denn los?« Das Mädchen schaute über die Schulter zurück. Es war ziemlich blass geworden. »Ich komm’ gleich wieder!«, schrie sie zurück, bevor sie mit den anderen hinter einer breiten Flügeltür verschwand.

Bei offiziellen Spielen der Jugendliga gab es in den Stadien einen streng abgegrenzten Sicherheitsbereich, den nur Spieler, Trainer, Schiedsrichter, das Medical Help Team und die offiziellen Vertreter von Mannschaften und Verband betreten durften. Justus hatte keine Chance hineinzukommen. Unschlüssig ließ er seinen Blick über die Ränge schweifen und merkte erst an den Reaktionen der Zuschauer, dass das Spiel wieder angepfiffen worden war. Vor lauter Aufregung hatte er gar nicht mitbekommen, ob der Missetäter als Strafe die gelbe Karte gesehen hatte.

Seit dem vergangenen September, als die Mannschaft seiner High School in die Jugendliga aufgestiegen war, hatte sich Justus zum ersten Mal richtig mit Fußball beschäftigt. Die Regeln kapierte er schnell, ein richtiger Fan war er dennoch nicht geworden. Zu schleppend gingen ihm viele Spiele voran. Auch diesmal hatte er das Geschehen nicht konzentriert verfolgt. Eigentlich war er nur mitgekommen, weil sich Peter in den vergangenen Wochen zum Mittelfeldstar der Truppe entwickelt hatte.

»Hey!« Justus ging noch einmal auf den Jungen vom Sicherheitsdienst zu. »Wie ist denn das gerade passiert?«

Der andere sah ihn mitleidig an. »Beim Konter nach dem Corner hat der linke Manndecker der ›Angels‹ eine Flanke verschlagen.« Er schien bewusst viele Fachausdrücke zu gebrauchen, um sich als Kenner der neuen Lieblingssportart vieler Jugendlicher aufzuspielen und Justus zu ärgern. »Euer Mann kam an den Ball, und der Libero der ›Angels‹ säbelte ihn um.«

»Sowieso blöd, dass die noch mit Libero spielen, richtig altmodisch!« warf der Erste Detektiv ein und vergaß für einen Moment seinen Freund Peter. Die Gelegenheit, diesem Angeber Paroli zu bieten, wollte er sich doch nicht entgehen lassen.

»Es war ein böses Foul«, sagte der Junge knapp. Er versuchte nicht einmal seinen Ärger darüber zu verbergen, nicht weiter den Oberlehrer spielen zu können. Dann machte er auf dem Absatz kehrt und ging grußlos weg.

Justus sah auf die Uhr. Im selben Moment flog die Flügeltür auf. Kelly kam herausgestürmt.

»Und?«, rief er ihr entgegen.

»Wahrscheinlich das Kreuzband«, antwortete sie außer Atem. »Entweder gedehnt oder angerissen.« Sie schnaufte tief durch. »Außerdem war er kurz bewusstlos.« Justus fluchte. »Sonst ist aber alles in Ordnung, sagt der Doktor. Nur zum Röntgen muss er noch«, beruhigte ihn Peters Freundin. Verstohlen schaute er noch einmal nach der Zeit. »Ich hab’ ein Problem«, begann er. »Ich würde gern mit ins Krankenhaus, aber heute kommt ein Cousin von mir. Er wird eine Zeit lang bei uns wohnen. Ich hab’ Onkel Titus versprochen, dass ich mit auf den Flughafen fahre.«

»Klar doch«, meinte Kelly. »Elizabeth und ich begleiten Peter. Danach rufen wir dich an. Okay?«

Justus nickte erleichtert. Früher hatte er die beiden Mädchen samt ihrem Cheerleader-Team oft als ganz schön kompliziert empfunden. Aber seit die Freundinnen von Bob und Peter selbst Fußball spielten und Turniere organisierten, hatte sich das gründlich geändert.

James genannt Jimboy

Weil am Nationalen Flughafen in Burbank die Lotsen streikten, sollte Jimboy am Internationalen Airport von Los Angeles ankommen. Onkel Titus fuhr auf dem San-Diego-Freeway in Richtung Süden. Je näher die Ausfahrt Iglewood kam, desto größer wurde das Gedränge. An der Einfahrt zum Flughafen krochen die Busse, Taxis und Personenwagen nur noch im Schritttempo.

Justus musste an Peter denken, der inzwischen sicherlich im Krankenhaus lag. Er hoffte inständig, dass sein Freund nicht lange dort bleiben musste. Wenn das Knie tatsächlich schwerer verletzt war, konnte er den Traum vom Ligafinale in vier Wochen jedenfalls aufgeben.

»Ein Glück, dass wir so rechtzeitig los sind«, riss ihn Onkel Titus aus seinen Gedanken. »Jetzt bin ich nur gespannt, ob die Maschine pünktlich ist.«

Bevor sie in Rocky Beach abgefahren waren, hatte er sich über die Ankunftszeit des Flugs aus Chicago erkundigt und erfahren, dass sie planmäßig landen würde. Gerade rechtzeitig, bevor der Verkehr endgültig zum Stehen kam, steuerte Onkel Titus eine Großtankstelle vor der Auffahrt zur Abflughalle an. Der Pächter war Stammkunde im ›Gebrauchtwaren-Center Titus Jonas‹ in Rocky Beach und hatte immer einen Parkplatz für ihn frei. Sie stiegen aus. Der Geräuschpegel war enorm. Autofahrer hupten, Menschen riefen durcheinander, aus den Lautsprechern dröhnten Durchsagen. Auf dem Weg zu dem langgestreckten, zweistöckigen Gebäude kamen sie nur langsam voran. Unten waren der Ankunftsbereich und die Gepäckausgabe untergebracht, oben die Abfertigungsschalter.

»Was zwanzig Fluglotsen alles auslösen können«, sagte Justus, als sie das Getümmel sahen. Die Schlangen reichten bis vor die Abfertigungshalle hinaus.

In der vergangenen Woche hatte es im Luftraum über Los Angeles einen Beinahe-Zusammenstoß zweier Maschinen im Inlandsverkehr gegeben. Die verantwortlichen Fluglotsen waren in der Öffentlichkeit scharf kritisiert worden. Ihre Kollegen erklärten sich solidarisch und legten die Arbeit mit der Begründung nieder, wer im Schichtdienst zwölf Stunden pro Tag Dienst am Radarschirm verrichte, müsse überlastet sein. Sie betraten die Ankunftshalle, in der es ebenfalls laut und dazu noch stickig war. Einige Transparente informierten darüber, dass die Fluglotsen nicht für mehr Geld, sondern mehr Erholungszeit und für die Einstellung von zusätzlichem Personal streikten.

Onkel Titus und Justus kämpften sich durch eine Traube von Wartenden zur Anzeigetafel vor. Die Maschine aus Chicago befand sich tatsächlich bereits im Anflug. Vorbei an einigen Geschäften und einem völlig überfüllten Stehcafé gingen sie Richtung Flugsteig 9 und postierten sich an der Absperrung.

»Hab’ ich Jimboy eigentlich schon mal gesehen?«, fragte Justus.

Onkel Titus schüttelte den Kopf. »Tante Mathilda und ich waren nach seiner Geburt in Chicago. Aber da gab es dich noch nicht.«

Über die komplizierten Verwandtschaftsverhältnisse war Justus bereits von seiner Tante Mathilda eingehend aufgeklärt worden: Seine Mutter und Jimboys Vater hatten einen gemeinsamen Vater, der wiederum ein Bruder von Onkel Titus’ Vater war. Für Justus’ Computerhirn war das eine Kleinigkeit. Als Justus aber auch Peter und Bob erklären wollte, wie er mit Jimboy verwandt sei, hatten sie abgewinkt und gemeint, es sei ihnen egal, wessen Blut durch Jimboys Adern fließe.

»Ich bin gespannt, ob wir uns ähnlich sehen«, fuhr der Erste Detektiv fort.

»Kann ich mir kaum vorstellen«, sagte Onkel Titus lachend. Sein schwarzer Schnurrbart zitterte. »Derny, Jimboys Vater, ist ein richtiger Riese. Zwei Köpfe größer als alle anderen in der Familie. Von ihm hat Jimboy auch das Fußballtalent geerbt.«

Die beiden abwechselnd blinkenden Lampen an der Informationstafel signalisierten, dass die Maschine gelandet war. Justus merkte plötzlich, dass er ziemlich gespannt war auf den Ankömmling. Immerhin sollte er ein halbes Jahr lang das Zimmer mit ihm teilen.

Die ersten Reisenden verließen das Gate. Im Getümmel der Wartenden reckte sich Justus, um besser sehen zu können. Ein Blondschopf mit Kleidersack und Cowboystiefeln kam an die sich selbstständig öffnende Milchglastür. Er lachte einer alten Dame zu, die neben ihm ging, und war Justus auf Anhieb sympathisch. Allerdings würdigte er Onkel Titus keines Blickes, und Jimboy, das wusste Justus, hatte ein Foto von Onkel Titus bei sich, damit er ihn auch ganz bestimmt nicht verfehlte. Als Nächstes trottete ein rothaariger Junge im Jogginganzug mit Sporttasche heran. Justus musterte ihn und beobachtete, wie er mit ernstem Blick die Wartenden in Augenschein nahm. Aber auch er reagierte nicht auf Onkel Titus.

»Hey«, sagte plötzlich eine dunkle Stimme von rechts, »ich bin James Jonas.«

Überrascht sah sich Justus um. Er hatte den hoch gewachsenen Typ mit dem langen Zopf durchaus gesehen, ihn aber nie und nimmer für seinen sportbegeisterten Cousin gehalten, eher für einen Musiker oder einen Maler.

»Ich bin Titus Jonas«, sagte Onkel Titus, »und das ist dein Cousin Justus.«

»Hallo, Jimboy.« Justus streckte seinem Gegenüber die Hand entgegen. Der nahm sie und lächelte.

»Jimboy?«, wiederholte er. »In Chicago sagt niemand mehr Jimboy zu mir.«

»Wir hier nennen dich immer so, wenn wir von dir reden. Was dagegen?«, wollte Justus wissen, während sie eingekeilt zwischen anderen Passagieren zur Gepäckausgabe gingen.

James schüttelte den Kopf. »Eigentlich nicht«, antwortete er. »Ist vielleicht gar nicht so schlecht, sich von James zu verabschieden.«

Obwohl Jimboy nur fünf Monate älter war als Justus, überragte er ihn um gut einen Kopf. Er trug helle, weite Hosen und einen saloppen Sweater. Trotzdem sah man, wie durchtrainiert er war.

Sie holten Jimboys Seesack und kämpften sich zum Ausgang durch. Dank des strategisch günstigen Parkplatzes kamen sie schnell aus dem Flughafengelände heraus.

»Warst du schon einmal an der Westküste?«, fragte Justus, während sie auf den Freeway einbogen. Jimboy verneinte. »Warst du schon mal im Osten?« Jetzt war es an Justus, den Kopf zu schütteln.

Jimboy wollte mindestens ein halbes Jahr lang in Rocky Beach bleiben, um auf die Tamilton High School zu gehen, die eine der berühmtesten Jugend-Fußballmannschaften bis hinunter zur mexikanischen Grenze beherbergte. Am nächsten Wochenende sollte ein Turnier mit den größten Soccer-Talenten aus allen Bundesstaaten stattfinden, um für die neue Profi-Liga zu werben. Jimboy war aus einigen hundert Anwärtern in Chicago ausgewählt worden.

»Ich will Berufsfußballer werden«, sagte er. »Ich glaube ziemlich sicher, dass ich das kann.«

Justus gefiel die selbstbewusste Art seines Cousins. Er hegte keinen Zweifel, dass sie gut miteinander auskommen würden.

»Habt ihr euch wegen des Zimmers schon geeinigt?«, fragte Onkel Titus, als er die Küstenstraße in Richtung Rocky Beach verließ.

»Wir schlafen beide bei mir«, sagte Justus, »und er kann meinen Schreibtisch benutzen. Ich geh’ zum Arbeiten einfach in den Campingwagen.« Dann weihte er seinen Cousin ein, dass er mit zwei Freunden ein erfolgreiches Detektivbüro betrieb.

»Peter dürfte allerdings einige Tage ausfallen«, fuhr er fort, »der ist heute Nachmittag böse gefoult worden.«

»Ihr spielt auch Fußball?«, fragte Jimboy erfreut.

Justus nickte. »Peter sogar mit ziemlichem Erfolg. Aber mit dir kann er sich bestimmt nicht messen.«

»Dafür kann ich keine Kriminalfälle lösen«, meinte Jimboy und wollte mehr über die drei ??? wissen.

Justus berichtete über ihre Zentrale in dem alten, umgebauten Campingwagen. Er stand an einer abgeschiedenen Stelle des Schrottplatzes, den Onkel Titus seit vielen Jahren mit großem Erfolg in Rocky Beach betrieb. Sein Gebrauchtwaren-Center hatte sich unter Kennern und Liebhabern von Raritäten seit vielen Jahren einen guten Namen gemacht. Der Campingwagen bot alles, was ein professionelles Detektivteam brauchte – vom Fotolabor bis zum Anrufbeantworter. Seit wenigen Tagen gab es außerdem zwei neue Errungenschaften. Die drei ??? hatten sich ein Faxgerät und ein tragbares Telefon besorgt. Letzteres wollten sie der hohen Gebühren wegen allerdings nur in Notfällen benutzen.

Da Tante Mathilda noch mit ihrer Freundin Emily unterwegs war, hatte Justus gleich nach der Ankunft Gelegenheit, Jimboy ihre Zentrale zu zeigen. Der staunte nicht schlecht über die moderne Ausstattung des Büros. Als Justus dann auch noch die Klappe zum Geheimgang hochhob, war sein Cousin sprachlos.

»Das ist unser Tunnel zwei«, erklärte der Erste Detektiv sachlich. »Der führt unter dem halben Schrottplatz durch, falls wir mal schnell raus müssen aus der Zentrale.«

»Ist das, was ihr macht, so gefährlich?«

Justus zwinkerte ihm zu. »War früher mehr dazu da, um Tante Mathilda zu entwischen.«

»Verstehe.« Jimboy lachte.

»Wir haben noch einen anderen Geheimgang. Der bringt uns unbemerkt vom Schrottplatz.« Justus ließ die Klapptür ins Schloss fallen. »Komm mit!«

Sie liefen durch die hintere Zufahrt von außen um den Zaun herum und Justus zeigte seinem Cousin das Bild vom großen Erdbeben und dem Feuer in San Francisco im Jahre 1906. Er steckte den Finger durch das Astloch, das auf den Bretterzaun gemalt worden war und das Auge des kleinen Hundes ersetzte. Eine schmale Tür sprang auf.

»Toll!« Jimboy sah ihn ungläubig an. »Du musst mir unbedingt mehr von euch und euren Fällen erzählen.« Sie gingen wieder auf den Platz und standen bald vor dem Campingwagen. »Und dann«, fuhr er fort, »möchte ich so schnell wie möglich deine Kumpels kennen lernen.«

Bevor sie einschliefen, erzählte Justus noch lange von Peter und Bob, von ihren Freundinnen Lys, Kelly und Elizabeth, von Inspektor Cotta, mit dem die drei ??? immer wieder zusammenarbeiteten, und von Morton, dem Chauffeur mit seinem Rolls-Royce, den ihnen ein millionenschwerer früherer Klient seit Jahren zur Verfügung stellte, wann immer sie ihn brauchten.

Als Jimboy dann auch noch wissen wollte, was der aufregendste Fall ihrer Karriere war, winkte sein Cousin ab. »Das haben wir uns schon oft gefragt«, meinte Justus, »und wir kommen immer zum selben Ergebnis: der, an dem wir gerade arbeiten. Und dann warten wir darauf, dass der nächste noch spannender wird.«

Jimboy gähnte. »Das ist wie im Fußball«, meinte er schläfrig, »da ist auch immer das nächste Spiel das schwerste.«

Ballkünstler unter sich

Auch sein zweiter Wunsch wurde James Jonas rasch erfüllt. So kurz vor den Ferien war in der Schule nur noch wenig los. Hausarbeiten gab es keine mehr. Peter, Bob, die Mädchen, Justus und sein Cousin trafen sich gleich nach dem Mittagessen auf dem Sportplatz, um trotz der heißen Junisonne etwas für ihre Kondition zu tun.

Jimboy, dessen weiße Hosen samt dem blauen Shirt an das Trikot der italienischen Fußball-Nationalmannschaft erinnerten, hatte sich von Justus dessen Freunde ausführlich beschreiben lassen. Jetzt bestand er darauf zu raten, wer wer war. Jedes Mal tippte er ins Schwarze.

»Bist ein schlauer Bursche«, lobte Justus.

»Bist eben ein guter Erzähler«, gab Jimboy zurück.

»Wenn er nur ein genauso guter Langstreckenläufer wäre«, stöhnte Kelly und trabte unter dem Gekicher der anderen los. »Aber er holt nicht einmal mich ein«, rief sie über die Schulter zurück.

Das ließ sich Justus nicht zweimal sagen und sprintete hinter dem Mädchen her. Auch die anderen liefen los. Peter zog sich unterdessen auf eine Bank zurück und legte sein Bein hoch. Er zog ein Buch über Fußballtaktik heraus und schmökerte darin. Glücklicherweise hatten die Ärzte festgestellt, dass sein Kreuzband nur gedehnt war. Er hatte einen Kniestrumpf verpasst bekommen, sollte sich einige Tage schonen, konnte aber zum Liga-Endspiel voraussichtlich antreten.

Nach drei Runden hatte Justus genug von der schweißtreibenden Nachmittagsbeschäftigung und gesellte sich zu seinem Freund.

»Guter Typ, dein Cousin«, meinte Peter, während Justus auf dem Rücken liegend nach Luft schnappte. »Dieser Zopf – einfach Spitze.«

»Ich hab’s gewusst!« Der Erste Detektiv kam langsam wieder zu Atem. Er hob den Kopf, stützte sich auf die Ellenbogen und studierte eingehend Peters Aussehen. »Zu deiner edel geformten Nase, den sanft geschwungenen Augenbrauen und dieser rotbraunen Haarpracht würde ein Zopf auch ganz toll passen. Oder am besten mehrere. Peter Shaw, der Rasta-Man von Rocky Beach.«

»Ich hätte nichts dagegen.« Von hinten war Kelly herangekommen.

»Ich schon«, sagte Justus bestimmt und rappelte sich hoch. »Wäre viel zu auffällig für einen erfolgreich arbeitenden Detektiv. Oder könnt ihr euch Sherlock Holmes mit Irokesenschnitt vorstellen?«

Gemeinsam beobachteten sie Jimboy Jonas, der viel schneller als die anderen seine Runden drehte.

»Wenn er am Ball auch so gut ist, dann ist er super«, meinte Kelly. »Wisst ihr was? Wir könnten ihn testen. Ich hab’ den Schlüssel zum Sportraum. Da liegen einige Bälle drin.«

»Gute Idee!« Peter war sofort dafür und Kelly sprang davon. »Nur keine Eifersucht!«, raunte Justus dem Freund zu. Er wusste genau, dass ihm Kellys offenkundiges Interesse für den angehenden Fußballstar aus Chicago sauer aufstieß.

Da Lys, Elizabeth und Bob zu ihnen stießen, verschluckte Peter die passende Antwort.

»Was liest du da?«, fragte Elizabeth. Sie ließ sich auf die Bank fallen, während Bob zum Wagen lief, um die Fußballschuhe zu holen.

Peter zeigte ihr das Taktik-Buch. »Kenn’ ich. Hat unsere Trainerin auch«, sagte sie, nahm Peter das Buch aus der Hand und blätterte darin. »Vorgestern haben wir drei gegen drei auf drei Tore gespielt.« Elizabeth zeigte auf das passende Schaubild. »Nach zwanzig Minuten war ich völlig k.o.«

»Drei gegen zwei ist noch schlimmer«, mischte sich Lys ein. Wie Kelly und Elizabeth begeisterte sich auch Justus’ Freundin seit einiger Zeit für Fußball. Ihr College war das erste an der Westküste, das, neben Mannschaften in den klassischen amerikanischen Sportarten Basketball, Baseball und Football, auch eine Fußballelf aufgestellt hatte. Und zwar eine weibliche, weil sich anfangs im Sportunterricht viel mehr Mädchen als Jungs für Soccer interessiert hatten.

Kelly und Jimboy kamen gleichzeitig an. Das Mädchen hatte ein großes Netz voller Fußbälle geschultert und ließ sie mit einem Handgriff auf den Rasen springen.

»Wollen mal sehen, was wir von dir lernen können«, sagte Justus zu Jimboy. Sein Cousin lachte. Er gabelte sich einen Ball auf den rechten Rist und ließ ihn hüpfen, als wäre er mit einem Gummiband an seinem Schuh festgebunden. Seine Zuschauer sperrten Mund und Nase auf.

Sie beschlossen, auf einer kleinen Fläche mit zwei Stürmern gegen drei Verteidiger zu spielen. Bob und Jimboy sollten versuchen, Tore zu schießen, während die Mädchen den Part der Abwehrspielerinnen übernahmen. Justus rückte zwei Bänke zurecht. Peter machte den Schiedsrichter. Zum Auftakt pfiff er mit großer Geste auf einer imaginären Pfeife.

Schon nach wenigen Spielzügen war klar, dass es sich bei Jimboy tatsächlich um einen absoluten Könner handelte. Er führte den Ball immer ganz nah am Fuß, dribbelte nach Belieben an seinen Gegenspielern vorbei, täuschte raffiniert und schoss vier Mal ins improvisierte Tor. Bob musste sich mit einem einzigen Treffer begnügen. Trotzdem war auch er begeistert, als sie nach zehn Minuten aufhörten.

Einige aus der High School der drei ??? hatten die Einlage beobachtet und wollten wissen, wer Jimboy sei und woher er käme. Nicht ohne Stolz stellte Justus ihn als seinen Cousin vor.

»Hat bestimmt eine große Karriere vor sich«, hörte Justus einen Mitschüler sagen. »Nur schade«, antwortete einer der überzeugtesten Baseball-Fans in seiner Klasse, »dass er sich ausgerechnet auf Fußball spezialisiert hat. Ist doch brotlose Kunst.«

Nach dem Duschen wechselten alle sieben in die kleine Kneipe gegenüber. Sie bestellten Limonade und Hamburger. »Glaubst du wirklich, dass man mit Fußball genügend Geld verdienen kann?«, wollte Justus wissen.

Jimboy nickte nachdenklich. »Hängt viel von der nächsten Fußballweltmeisterschaft ab«, meinte er. »Wenn sich bei uns genug Leute für Fußball begeistern, wird es bald auch eine funktionierende Profiliga in den USA geben.« Er sah in die Runde. »Und dann gehör’ ich dazu.«

»Glaub’ ich aber nicht«, widersprach Bob. »Der erste Anlauf, Fußball bei uns populär zu machen, war doch ein Riesenflop. Obwohl Weltstars wie Pele in New York gespielt haben.«

Kelly hielt dagegen. Die Schulen seien damals vergessen worden, meinte sie, niemand habe sich um Jugendarbeit gekümmert und darum, dass es Nachwuchs im eigenen Land gab.

»Ihr kennt euch ja prima aus.« Jimboy war sichtlich beeindruckt. Kelly lächelte etwas verlegen und drehte an ihrem langen Zopf.

»Aber noch immer nicht genug«, schaltete sich Peter ein. Er sah auf die Uhr. »Und deshalb müsst ihr jetzt zum Erste-Hilfe-Kurs.«

»Tatsächlich. Hätten wir fast vergessen.«

»Und wir«, fuhr Justus fort, »können endlich ein richtiges Männergespräch über Fußball führen.« Vorsichtshalber setzte er bei dieser Provokation sein breitestes Grinsen auf und die Mädchen verzichteten darauf zu protestieren.

Explosive Nachrichten

»Wie ein Dressman«, urteilte Justus, als er sich Jimboys Unterlagen ansah. Es war eine regelrechte Bewerbungsmappe, mit Hochglanzfotos, Lebenslauf, Urkunden von Turnieren, an denen er teilgenommen hatte, und einer genauen Auflistung von sportmedizinischen Untersuchungsergebnissen nach den verschiedensten Trainingseinheiten.

Mit diesem Portfolio, erzählte Jimboy, hatte er sich erfolgreich an der Tamilton High School in Pasadena um einen Platz beworben. Der Schule war ein College angeschlossen, das er bei entsprechendem Schulerfolg weiter besuchen konnte, ohne auf Fußball verzichten zu müssen.

Justus blätterte weiter. Er saß in einem alten Schaukelstuhl, den Onkel Titus aus seinem Fundus herausgerückt hatte, ebenso wie das Stockbett. Jetzt war es richtig gemütlich in dem Zimmer, das eigentlich ziemlich klein war für zwei.

»Du müsstest erst mein Video sehen«, sagte Jimboy. »Nächste Woche nach dem Turnier bekomm’ ich es zurück.«

Durch das offene Fenster hörten sie ein Auto am Wohnhaus vorfahren. Eine Hupe ertönte, und dann stand auch schon Peter in der Tür und wollte Jimboy zum gemeinsamen Training einiger Jugendmannschaften mitnehmen. Jimboy sah Justus fragend an, aber der meinte, er solle unbedingt mitfahren. Im Handumdrehen hatte Jimboy seine Sporttasche gepackt.

»Aber halt dich ein bisschen zurück!«, rief Justus ihm nach. »Damit die Kalifornier nicht gleich grün werden vor Neid!« Er verstaute einige Kleidungsstücke im Schrank, stellte Jimboys Mappe ins Regal und ging ebenfalls hinunter.

»Wie wär’s mit einem Stück Kirschkuchen zur Stärkung?«, hörte er die Stimme von Tante Mathilda, der kein Geräusch im Haus entging. Das ließ sich Justus nicht zweimal sagen. Lange Zeit hatte er Figurprobleme gehabt und sich daran gestört, dass unter den geliebten T-Shirts sein Bauch kaum zu verbergen war. Seit er Lys und ihre Ansichten über gesunde Ernährung kannte und seit er mehr Sport betrieb als früher, war es damit vorbei.

Wenig später ging Justus über den Schrottplatz. Gebrauchtes Bauholz stapelte sich hier neben Eisenträgern, Fensterrahmen und Wasserrohren aus Keramik. Gerade wurde eine Ladung alter, quaderförmiger Sandsteine abgeladen, die Onkel Titus beim Abbruch einer Villa entdeckt hatte.

Der Erste Detektiv fingerte nach dem Schlüssel in seiner Hosentasche, nahm die beiden Briefe, die der Postbote wie immer unter die Fußmatte geschoben hatte, und schloss die Tür des Campingwagens auf. Nachdem er sich vergewissert hatte, dass keine Anrufe auf dem Anrufbeantworter waren, ließ er sich in den Stuhl hinter dem Schreibtisch fallen und warf den Computer an. Peter und Bob hatten ihn händeringend gebeten, endlich einmal einen Kassensturz zu machen. Die drei ??? nahmen von ihren Kunden niemals Geld, bekamen aber gelegentlich Spenden, die sie auf ein Konto einzahlten. Nach der Anschaffung des Faxgerätes und des tragbaren Telefons herrschte dort ziemlich Ebbe. Aber Genaues wusste keiner. Justus öffnete das Buchhaltungsprogramm. Fein säuberlich trug er regelmäßig ihre Ausgaben und Einnahmen ein. Schon ein flüchtiger Blick auf die Zahlen zeigte, dass sie unbedingt ihre laufenden Kosten senken mussten. Wieder einmal überlegte Justus, dass es das Einfachste und Wirksamste wäre, wenn Onkel Titus ihnen für einige Monate den Beitrag stundete, den sie für die Unterstellung des Campingwagens auf dem Schrottplatz zahlten.

Während der Computer in den Zahlenaufstellungen blätterte, fiel Justus’ Blick auf die beiden Umschläge. Er nahm den Brieföffner aus der Schreibtischschublade und schlitzte ein Kuvert auf. Eine Werbesendung für Briefpapier kam zum Vorschein. »Woher die wohl unsere Adresse haben«, murmelte er und rief zwei neue Seiten auf. Nebenbei griff er zu dem anderen Umschlag. Er fühlte sich ziemlich weich an. Justus fuhr mit dem Brieföffner hinein und im selben Moment gab es einen ohrenbetäubenden Knall. Er wurde in den Stuhl gedrückt, als hielten ihn Riesenkräfte fest. Zugleich schwappte eine Welle unbeschreiblichen Gestanks über ihn hinweg. Die Augen begannen ihm zu tränen. Justus rappelte sich hoch und stolperte zur Tür.

Draußen atmete er einige Male tief durch. Dann sah er sich um. Wegen des Lärms, den das Abladen der Steinquader machte, hatte wohl niemand den Knall gehört. Er drehte sich zum Campingwagen um. Durch die offene Tür verzog sich langsam grauer Rauch. Justus wunderte sich, dass nichts zerstört worden war. Nicht einmal die Fenster waren zu Bruch gegangen.

Er hielt sich die Nase zu, kehrte ins Büro zurück, nahm den Brieföffner zur Hand und hob mit ihm das halb zerfetzte Kuvert auf. Dann ging er wieder nach draußen und zog ein Taschentuch aus der Hose. Damit nahm er das Kuvert zwischen Daumen und Zeigefinger und holte das weiße Papier heraus, das fast unversehrt in dem Umschlag steckte. Vorsichtig, um mögliche Fingerabdrücke nicht zu verwischen, öffnete er das Blatt.

»Fußball Findet Falsche Freunde«, stand da zu lesen. Mit einem Blick registrierte Justus, dass die Buchstaben einzeln aus Zeitungen ausgeschnitten worden waren. »Freitag Finger Feg Fon Football-Fans! Fafnir Feuert Feuerstein!«

Zwanzig Minuten später knatterte Bobs orangefarbener VW-Käfer auf den Schrottplatz. Justus hatte den Fachmann für Recherchen sofort alarmiert. Er war im Team der Detektive außerdem für die Archivierung der Fälle verantwortlich, gab aber auch einen brauchbaren Kriminaltechniker ab.

»Schöne Schweinerei!«, sagte Bob und rümpfte die Nase.

»Trotzdem haben wir Glück gehabt.« Justus stutzte. »Habe ich Glück gehabt«, verbesserte er sich. »Wenn da Sprengstoff drin gewesen wäre …«

Während Bob den Koffer mit allen notwendigen Utensilien aus dem Schrank holte, lief Justus zum Wohnhaus. Zwei Minuten später war er zurück, mit einem Ventilator unter dem Arm. »Ist zwar schon ziemlich altersschwach«, meinte er, »aber vielleicht besser als gar nichts.«

Das Einzige, was passierte, als er den Stecker einschob, war, dass eine kleine Stichflamme emporschoss und erneut ein lauter Knall ertönte. Justus ließ einen Fluch vom Stapel.

Bob machte sich inzwischen über den Drohbrief her. Laut Poststempel war er vor zwei Tagen in Los Angeles aufgegeben worden. Vorsichtig streute er ein graues Pulver über das Blatt. »Vielleicht haben wir Glück und es gibt noch schöne, saubere Fingerabdrücke«, murmelte er. Das Kuvert unterzog er derselben Prozedur. Dann holte er mit einer Pinzette ein schmales Stück Karton aus dem Kuvert. Er nickte anerkennend und zeigte Justus den Zünder, der auf dem Karton montiert war. Dann verstaute er den Umschlag in einer Klarsichthülle, setzte sich an den Schreibtisch und nahm den Mechanismus der Zündung unter die Lupe.

»Und?« Justus beugte sich von hinten über ihn.

»Das Stinkpulver war in einem Plastikröhrchen untergebracht. Und dieses Rohr hier war durch einen Faden mit der Lasche des Umschlags verbunden. Als du mit dem Brieföffner daran gekommen bist, ging die Sache los.«

»Das heißt, dass unter das Stinkpulver irgendein Sprengstoff gemischt worden sein muss«, kombinierte Justus.

»Richtig. Und zwar in der genau ausreichenden Dosierung.« Er legte die Lupe aus der Hand. »Da war ein Fachmann am Werk. Dieses Pulver werde ich mir genauer ansehen.« Er stand auf und verschwand hinter dem dicken Vorhang, der das Labor abtrennte.

Justus rief ihm nach, sie müssten als Erstes herausfinden, aus welchen Zeitungen die Buchstaben stammten. »Am besten mit dem Datum der jeweiligen Ausgabe.«

Bob kam hinter dem Vorhang hervor. »Dauert zehn Minuten«, meinte er. »Dann hab’ ich das Mischungsverhältnis heraus.« Er sah Justus über die Schulter. »Fußball-Fan ist der Absender garantiert nicht. Aber Anhänger von Alliterationen.«

Justus schenkte dem Freund einen erstaunten Blick. »Alliterationen? Gratuliere, was du für Fremdwörter kennst.«

Ärgerlich runzelte Bob die Stirn. Natürlich, Justus Jonas war auf allen Gebieten ein absolutes As und unschlagbar. Aber musste er dann so tun, als fiele er aus allen Wolken, wenn andere auch etwas wussten? Das Wort ›Alliteration‹ hatte Bob gleich gefallen, als er es zum ersten Mal im Unterricht gehört hatte. Und er hatte sich die Bedeutung eingeprägt: dass mehrere Wörter mit demselben Buchstaben anfangen und dass Dichter und Werbeleute gern Alliterationen benutzten. Er schluckte seinen Ärger hinunter, zumal es eine Stelle in dem Drohbrief gab, bei der er tatsächlich passen musste. »Du weißt doch sicher, wer oder was Fafnir ist?«

Es schien, als hätte Justus auf die Frage gewartet. Ohne Punkt und Komma ratterte er seine Kenntnisse über die Nibelungensage herunter, über ihren Schatz, der vom Drachen Fafnir bewacht wird, bis Siegfried ihn tötet und dank des Drachenbluts unverletzlich wird, bis auf eine einzige Stelle.

Bob deutete auf den Brief. »Aha. Und unser Brieffreund weiß das auch alles?«

»Wieso gehst du eigentlich davon aus, dass es ein ›Er‹ ist?«

Bob strich sich die Haare aus der Stirn. »Mädchen haben ja meistens nichts gegen Soccer. Oder jedenfalls weniger als die vielen Jungs, die Fußball für europäisch, langweilig und zu wenig brutal halten.«

Justus zupfte an der Unterlippe, wie immer, wenn er angestrengt nachdachte. »Du hast Recht. Nimm mal unsere Schule. Immer mehr interessieren sich dort für Soccer. Zuerst waren die Mädchen ganz wild und dann die Kleinen.«

»Vielleicht, weil sie es ganz toll finden, dass ihre Eltern nicht mitreden können«, gab Bob zu bedenken. »Baseball, Football und Basketball spielt in den USA doch praktisch jeder. Fußball ist einfach mal was Neues. Wir haben uns doch auch von Kelly, Lys und Elizabeth anstecken lassen.«

Der Erste Detektiv nickte. »Ich habe in der Schülerzeitung gelesen, dass in vielen High Schools und Colleges zurzeit der Etat für die anderen Sportarten zu Gunsten von Fußball gekürzt worden ist.«

»Aber bestimmt nicht durch uns«, antwortete Bob trocken. »Das ist doch keine Erklärung dafür, dass wir eine Stinkbombe zugeschickt bekommen.«

Jimboy unter Vertrag

Justus und Jimboy standen vor dem großen Spiegel mit aufwändig geschnitztem Holzrahmen, den Onkel Titus seit Jahren in seiner Schatzkammer in der Garage aufbewahrte. Wie von so manchem anderen Stück wollte er sich davon um keinen Preis trennen. Nur so zum Spaß, hatte Jimboy gemeint, sollten sie doch mal prüfen, ob familiäre Ähnlichkeiten festzustellen wären. Zu Justus’ Überraschung gab es tatsächlich welche. Auch wenn Jimboy größer und durchtrainierter war als er, so hatten sie doch beide ziemlich breite, aber runde Schultern und leichte O-Beine. »Hättest du einen Zopf, könntest du mein Zwillingsbruder sein«, meinte Jimboy.

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