Die Fliege - Harald Seredzun - E-Book

Die Fliege E-Book

Harald Seredzun

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Beschreibung

Die Corona-Krise ist das beherrschende Thema. Die Nachrichten berichten über erschreckende Auswirkungen der Pamdemie. "Die Fliege" erzählt von einem unsichtbaren, unheimlichen Insekt, das mit seinem unbekannten, tödlichen Gift die ganze Menschheit bedroht. Viele nehmen die Gefahr nicht ernst, bis sie von ihr eingeholt werden. Am Gartenzaun quasseln zwei Nachbarn über die globale Krise wie über alltägliche Banalitäten. Bis auch sie eingeholt werden. Die medizinische Forschung findet kein Gegengift. Doch so plötzlich die Fliege aufgetaucht ist, so plötzlich verschwindet sie wieder. Gelernt hat die Menschheit aus der Krise nichts. Die Story "Die Fliege" möchte so zu sagen in der Manier alter Prophezeiungen ein Unheil ankündigen, DAMIT ES NICHT EINTRIFFT.

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Seitenzahl: 14

Veröffentlichungsjahr: 2020

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Die Fliege

Eine böse Story für böse Zeiten

Smalltalk am Gartenzaun

„Hallo, August, spät dran heute, wie?“ – „Was heißt hier spät? Gestern Abend war’s spät, bin spät ins Bett, bei Tele 17 kam ein alter Western, hatte ich mal als Kind gesehen, wollte ich unbedingt nochmal sehen, Nostalgie, du weißt ja.“ – „Pferdegetrappel, Knallerei, Indianergeheul, das brauche ich nicht, mit Western kannst du mich jagen.“ – „Und du kannst mich mit deinen Heimatfilmen jagen, Kuhglocken, Edelweiß, Tiroler Hut, das brauche ich nicht.“ – „Ich gucke Heimatfilme sowieso immer allein, Lisa mag die nämlich auch nicht.“ – „Und Lena mag keine Western.“ – „Siehst du, Fernsehen macht uns zu Strohwitwern.“ – Ha, ha, ha ging es übern Zaun hin und her.

Der morgendliche Smalltalk am Zaun war Ritual. Meistens trafen sich die Nachbarn August und Alfred pünktlich um 8 Uhr. Sie brauchten sich nicht zu verabreden. Seitdem sie im Ruhestand waren, entsprach es ihrem Tagesrhythmus. Der Austausch dauerte nie lange. Viel zu erzählen gab es nicht, Wichtiges sowieso nicht, erst recht nichts Bewegendes. Nur wenn die Benzinpreise wieder stiegen, bewegte das die Gemüter. Dann flog zorniges Gezeter übern Zaun. Selten lieferten Nachrichtensendungen etwas Gesprächsstoff.

August war früher Finanzbeamter, Alfred Studienrat. Damals hatten sie noch Spaß am Frotzeln: Ihr zieht uns das Geld aus der Tasche - und ihr habt drei Monate Urlaub im Jahr auf Steuerzahlers Kosten – so oder so ähnlich ging es hin und her. Ernsthafte Gespräche kamen nie zustande. Über Politik redeten sie auch nicht, obwohl der eine vom anderen gern gewusst hätte, welche Partei er wohl wählte. Beide stellten stille Mutmaßungen an.

Ihr