Die Katzz vom Schlammberg .... un mir - Eva Lausch - E-Book

Die Katzz vom Schlammberg .... un mir E-Book

Eva Lausch

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Beschreibung

Das spannende Zusammenleben mit Katzen vom Kleinkind bis zur Jugendlichen in einer ebenso spannenden Nachkriegszeit im Saarland, einem allgemein nicht so bekannten Bundesland.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 93

Veröffentlichungsjahr: 2019

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Eva Lausch

Die Katzz vom Schlammberg….. un mir

Katzzige Lebensgeschichte der Stubentigerin Pussy und ihrer menschlichen Familie im Saarland in den fünfziger und sechziger Jahren .

Ein Miauuu für Alle !

© 2019 Eva Lausch

Verlag und Druck: tredition GmbH, Halenreie 40-44, 22359 Hamburg

ISBN Taschenbuch: 978-3-7497-2956-2

ISBN Hardcover: 978-3-7497-2957-9

ISBN E-Book: 978-3-7497-2958-6

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Inhaltsangabe

Leben mit der Katzz unter dem Förderturm

Das Milieu

Reiches Erbe , Reise in die Vergangenheit

Altenwald

Unsere Natur

Überfall und Folgen

Gesellschaftliche und familiäre Bande

Ernährung und Umgang mit unserer Umwelt

Vom Angebrannten und besonderen Puppen

Die Folgen

Politische Verhältnisse

Die große Abstimmung , der Weg der Saarländer 1955

Kinderzimmer in der Öffentlichkeit

Der misslungene Schuhkauf

Wir machen Hausmusik

Vom Alltagsleben

Vom Mäusejagen und Katzenphilosophien

Ein neuer Lebensabschnitt

Prämienhäuser

Von der Freiheit der Katzen

Katze ohne Führerschein

Der Anfang vom Ende

Großes Raten

Alles hat ein Ende

*

Danksagung

Danken möchte ich allen, die mir mit Rat und Tat geholfen haben, dieses Buch zu schreiben !Insbesondere meiner Cousine Ute, meinem Sohn Raphael und ganz besonders meinem Mann und natürlich auch meinen beiden Pelznasen, Floh und seinem Freund Moritz, die mich immer wieder durch ihr Schnurren , Schmusen und Quatschmachen an alte Erlebnisse erinnerten und auch neue produzierten, die dann dieses Buch lebendig bereicherten.Ohne das Internet ( siehe Quellen-Nachweise ) hätte ich auch für so manche Information sicher wieder die Uni- Bibliothek in Saarbrücken heimsuchen müssen . Ohne meinen Mann wäre das Buch nicht entstanden .

Danke !

Leben mit der Katzz im schönen Saarland unter`m Förderturm

So lange ich zurückdenken kann, lebten wir in Sulzbach – Altenwald, an der Hauptstraße, mit Katzen zusammen.

Die erste, an die ich mich erinnern kann, hieß Pussy . Ein grau getigertes Weibchen.

Eine kleine Streunerin, die ihre Freiheit über alles liebte.

Wir wohnten an einer sehr belebten Straße, die direkt in die Landeshauptstadt Saarbrücken führte und schon damals, in den fünfziger Jahren, recht viel befahren wurde.

Meine Urgroßmutter, eine für ihre Zeit sehr emanzipierte Frau, hatte das alte Prämien -Haus gekauft, es von Ihrem Schwiegersohn um - und zum Geschäftshaus ausbauen lassen, weil ihr Elternhaus, in dem sie zuvor ihren Laden schon etliche Jahre geführt hatte, wegen gravierenden Bergschäden abgerissen werden musste.

Man soll vom Ehebett des Schlafzimmers im Dachgeschoss des alten Hauses durch große Risse in der Giebelwand einen sehr guten Ausblick auf die Straße und alles was sich dort so tat gehabt haben. Möglichkeiten, die später schmerzlich vermisst wurden, wurde man doch früher schon in der Horizontalen Zeuge interessanter Morgengespräche auf der Straße, frühe soziale Netzwerke besonderer Art !

Das neue Schuhgeschäft, das nach dem Tod meiner Urgroßmutter in meiner Kindheit von Ihrer Tochter, meiner Oma, weitergeführt wurde, war eine Goldgrube. Täglich kamen Bergleute, um sich Grubenschuhe zu kaufen oder auch Schlappen für den Feierabend.

Sie arbeiteten auf der Altenwalder Kokerei Röchling, der ältesten in Deutschland, die 1963 geschlossen wurde. Sie befand sich Luftlinie unmittelbar ca. 150 m hinter unserem Grundstück. Diese Industrieanlage bestimmte über lange Zeit das Schicksal meiner Vorfahren und das ganzen Ortes.

Tag und Nacht konnte man die Aktivitäten an den Hochöfen durch unser Küchenfenster beobachten.

Die Arbeit an den Öfen stand nie still. Ständig wurden sie neu beladen oder fertiger, rot glühender Koks, gelöscht und mit der Eisenbahn abtransportiert.

Das Milieu

Laute Zurufe der Arbeiter drangen durch die Nacht, übertönt vom zischenden Geräusch das entstand, wenn Löschwasser den glühenden Inhalt, der sich aus den Hochöfen entleerte. abkühlt. Anschließend kamen knatternde Raupen, um das begehrte schwarze Gold auf die Loren der Züge zu verladen, die auf den Bahngleisen direkt an der Anlage schon bereitstanden. Ich kann noch immer das Schnauben der Dampfloks hören , den beißenden Rauch aus dem Schornstein riechen und sehen , wenn sie an und abfuhren.

Die Luft war schwer, es roch nach Ruß und Schwefel. Unser Leben wurde von ständig herumfliegenden, störenden Ruß-Flocken beeinträchtigt. So wie im Winter Schnee vom Himmel fällt, rieselte es bei uns Ruß , wenn der Wind ungünstig stand. Weiße Klamotten waren verpönt, weil sie nie lange weiß blieben und wenn man im Sommer im Garten aß, klebte der Ruß in schwarzen Flocken an der weißen Butter. Mein Vater, ein Pfälzer, der hier eingeheiratet hatte, konnte sich nie an die nächtliche Belästigung gewöhnen und litt besonders in heißen Sommernächten, wenn man das Fenster nachts weit öffnete, unter Schlaflosigkeit.

Für uns, die wir schon hier im Ort geboren waren,war das alles normal und störte uns nicht besonders. Allerdings, wenn ich so an diese Zeit zurückdenke, fällt mir auf, dass viele Nachbarn an Krebserkrankungen starben, die älteren, pensionierten Bergleute, die ein Leben lang unter Tage gearbeitet hatten, oft an permanenter Atemnot litten und Lungenkrank waren. Da war die gute Rente nur ein schwacher Trost. Die Ruhestandsgelder jedoch waren damals so hoch, dass die Ehefrauen oder Witwen schon morgens im teuren Pelzmantel und Schmuck behangen ihre täglichen Einkäufe erledigten.

Viele Kinder husteten permanent und liefen immer mit laufender Rotznase umher. Die hat der Arzt dann zur Kur an die Nordsee geschickt.

Ich denke, auch meine Urgroßmutter hat letzten Endes einen teuren Tribut für die örtlichen Gegebenheiten bezahlt , starb sie doch schon mit 68 Jahren an Krebs.

Reiches Erbe, Reise in die Vergangenheit

Fährt man heute durch den Saar-Kohlewald oder auf der Schnellstraße an der Saar entlang, von Saarbrücken Richtung Völklingen und Saarlouis, so ist einem das historische Erbe noch ganz nahe. Ein Besuch in Völklingen mit seinem Weltkulturerbe Völklinger Hütte bietet da tiefe Einblicke in die industriellen Verhältnisse der saarländischen Nachkriegszeit .

Auf der riesigen Halde in Landsweiler - Reden, ( die Grube förderte von 1847-1995) kann man neben dem Gondwana Park, das ist ein prähistorischer Urzeit Park, der die Erdentwicklung über 4,5 Millionen Jahre verdeutlicht, zu Fuß oder mit einem Shuttle-Bus, ein Wanderlokal, die Bergmanns Alm genannt, besuchen und dabei einen herrlichen Rundum Blick über weite Teile des Saarlandes genießen (www. Urlaubsort Saarland.de) . Seit zehn Jahren bietet der SR 3 mit seiner Sommeralm Musik-Events in großem Stil an. Man kann da im Sommer eine Woche lang jeden Tag kräftig abfeiern, was sehr gut angenommen wird.

Das Gelände der ehemaligen Grube Göttelborn, die als letzte im Jahr 2000 geschlossen wurde, nachdem zuvor noch immense, sinnlose Investitionen getätigt wurden, dient heute der Stromgewinnung und bietet mit dem sogenannten Himmelspfeil, den Überbleibseln der Industrieanlage und dem neuen Solarkraftwerk, ein lohnendes Ausflugsziel für Wanderer und Touristen. Der weiße, nie in Betrieb genommene Förderturm, Weißer Riese genannt, ist schon von weitem von der Autobahn aus zu bewundern. Die Solaranlage wird von der City Solar AG betrieben und besteht aus 23000 Modulen. Das Ganze bring eine mittlere Leistung von 0,9 MW und deckt den Bedarf von 3500 Haushalten ( lt.Wikipedia ).

Die Saarländer versuchen aus dem Ende der Kohleaera das Beste zu machen, neue Industrien anzusiedeln, einem Teil der bestehenden Anlagen anders zu nutzen, so wie man z.B. in Neunkirchen in einen alten Gasometer ein Kino eingebaut hat, die Stummsche Halle für Kulturelle Events nutzt und die alten Anlagen mitten in der City nachts phantastisch bunt beleuchtet. In Saarbrücken in Uni- Nähe ist ein neues Institut entstanden, das in Puncto künstlicher Intelligenz die Nase ganz weit vorne haben soll. Die Stadt bietet Konferenzzentren für internationale Tagungen und unsere französischen Freunde kommen gerne, um gut, preiswert und problemlos einzukaufen. Wo die Landesgrenze zwischen zwei einst verfeindeten Nationen verlief, können heute Ortsfremde nur raten. Alles in allem gesehen lässt sich die Vergangenheit des Landes jedoch selbst nach sorgfältigen Begrünungen und Renaturierungen noch immer nicht leugnen und das hat seinen ganz besonderen Charme.

Vielleicht das wichtigste Standbein der saarländischen Wirtschaft ist heutzutage die Autoindustrie. Sie schafft die meisten Arbeitsplätze und leistet den größten Beitrag zur finanziellen Wertschöpfung dieses Bundeslandes. Außer unzähligen Zulieferfirmen für praktisch alle deutschen Autoproduzenten sind die Ford-Werke in Saarlouis, 1966 gegründet und 1970 eröffnet, nicht mehr wegzudenken. (www.Saarland.ihk.de Dr. Heino Klingen u. Gerd Litzenburger und www.ford.de/über Ford /Geschichte ).

Altenwald

Doch nun zurück zum Stadtteil Altenwald, der Gemeinde Sulzbach im Sulzbachtal. Sein Ursprung liegt im Altenwald,wo einst ein fürstliches Wildgehege mit Torhaus existierte. 1841 wurde dort eine Kohlengrube eröffnet. Im Jahr 1843 standen dort elf Häuser mit 76 Einwohnern. 1866 wurden im Bereich Seitersgräben 110 Prämienhäuser für die Bergarbeiter nebst Familien errichtet. Ab 1914 waren dann die beiden Gebiete durch Neuansiedlungen entlang der Hauptstraße, heute Sulzbachtalstraße genannt, zusammen-gewachsen. (www.Wikipedia.de). Mit zu den ersten Zuwanderern zählte wohl auch der Vater meines Urgroßvaters, der der Sohn einer in Breslau lebenden Familie Lausch war und nach der Erzählung der Familie noch elf Brüder hatte, denen der Vater nicht allen ein Studium finanzieren konnte.

Unseren Garten liebten wir sehr. Hinter unserem Grundstück war ein grasbewachsener Hang - Schlammberg - genannt. Der Boden war tief schwarz und bestand aus Kohleschlamm, der beim Waschen der Kohle entstanden war und dort abgelagert wurde. So wie noch heute die ganze Landschaft in unserer Saar - Heimat von Abraumhalden und ehemaligen Absenk - Weihern geprägt ist, hinterließ die Kokerei auch direkt vor unserer Nase ihre Spuren.

Oft musste ich als Kind schon meine Heimat gegenüber meiner Zweibrücker Verwandtschaft verteidigen. Die sagten mir: Gib es doch zu : “ Unser Rosengarten mit den vielen tollen Pflanzen ist tausend mal schön als euer Altenwald. Wir hier haben auch ein altes Schloss, das nach dem Krieg bald wieder renoviert wird und nicht zu vergessen, jedes Jahr den Turner-Jahrmarkt – eine Art Jahrmarkt- Treiben mit vielen Fahrgeschäften, Bierzelt und zünftiger bayrischer Musik, zu der du immer so gerne tanzen willst. Auch der Apfelsaft und die Brezel im Gasthof Hitschler am sonntäglichen Stammtisch mit Großvater und seinen Geschäftsfreunden gefällt dir doch soooo gut. “ Ich aber habe immer vehement meine Saar- Heimat verteidigt. “ Ihr habt aber keinen Schlammberg mit Kühen darauf und Dampf- Loks kann man hier auch vom Fenster aus nicht sehen. Und, wenn es dunkel ist, sieht man nie brennende Schornsteinschlote. Das sieht so toll aus ! Ihr habt keinen Bach (Abwasser Rinnsal von der Kokerei) hinterm Haus, wo man Papier- Schiffe drauf fahren lassen und Staudämme bauen kann. Aber am meisten fehlt mir bei Euch die Katze. Ihr habt nur Hühner die lediglich doof in die Gegend gucken können. “ Mit all dem konnten die Pfälzer nun doch nicht mithalten. Und gegen solche Argumente kamen sie nicht an. In den 50er-Jahren grasten dort auf der Schlammberg – Weide tatsächlich noch schwarz-weiße Kühe. Keine Bergmannskühe, so nannte man damals die Geißen, wie sie die Grubenarbeiter hielten. Da standen richtige Kühe, die mich als kleines Kind so faszinierten, wonach, laut Mutter, mein allererstes Wort ein begeistertes Muhkruh war, und nicht Mama, wie erhofft !