Die Mundharmonika - Dietmar Steffan - E-Book

Die Mundharmonika E-Book

Dietmar Steffan

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Beschreibung

Mein Leben mit den Tieren bezieht sich in erster Linie auf Kameradschaft. Über viele Jahrzehnte währende Erfahrungen mit diesen ergeben - im Buch über verschiedenstliche Themenbereiche aufgegliedert - ein ungemein beglückendes, sinnvolles Wissen, welches mir erlaubt/e, tief in die Seele der Tiere blicken zu dürfen. Nicht nur meine vielen Hunde, sondern auch Tierarten wie Pferde, Katzen und viele andere, haben mich gelehrt, "dass Sinnhaftigkeit des Lebens darin besteht nur dem Beachtung zu schenken was wirklich zählt, und in die eigene Seele Frieden fließen läßt!" Mit dem Geschenk dieser Belehrung bestärkt gelang es mir, selbst im südlichstem Teil Italiens über 15 Jahre den kompromisslosen Handlungsweisen der erbarmungslosen Hundemafia die Stirne zu bieten...

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Seitenzahl: 339

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Dietmar Steffan

Die Mundharmonika

Mein Leben mit den Hunden

Copyright 2016 Dietmar Steffan

ISBN 978-3-7418-3797-5

Published by by epubli GmbH, Berlin, www.epubli.de

EINLEITUNG

So wir uns hingeben, ja uns bemühen und gewillt sind die Sprache wieder ernst zu nehmen, bereit sind, sie wieder zu erlernen und auf sie genau hinzuhören, so wird uns auch das Glück widerfahren das Wesentliche zu erkennen und in diesem leben zu dürfen. Sinnvolle Sprache, deren Worte uns wie schillernd integre Figuren in die Sehnsüchte und Verwirklichung der Veränderung führen, ist beinahe gesamtheitlich unserem gemeinschaftlichen und eigenen Sein entflohen.

Zu sehr unterliegt unser ICH BIN atemlos der Hetze des verwerflich schamlosen Tagesgeschehens mit seinem vielfältigen Manipulativ auf unterschiedlichsten Ebenen, jenen wir uns gedankenlos, oder auch entmutigt hingeben.

Die Freiheit, in unserem Lebensumfeld friedliche Bündnisse mit der Botschaft integrer Sprache zu besiegeln, ist uns noch geblieben, wir müssten einzig ein Bedürfnis, eine Sehnsucht nach dieser wieder erwecken. Nur so könnten wir den Vorzeichen des sich immer mehr und mehr abzeichnenden Schwachsinns entfliehen und daraus die Kraft für eine kollektiv bessere Zukunft erlangen.

Wir leben vorwiegend in einem Zustand in dem der einzelne nicht mehr, oder schwer erreichbar ist. Weder auf beruflicher noch privater Ebene lebt die Mehrheit der Bevölkerungen im Einklang. Unter anderem beherrscht Misstrauen ihre Welt, behindert objektive Blicke auf unsere Umwelt und warmherzige, zwischenmenschliche Kommunikation.

Mit Sprache, die weitausholend mit einem eher ungewöhnlichem Mehr an Adjektiven einen krassen Gegensatz zu gegebenen, unheilvollen täglichen Schnelllebigkeit aufscheinen lässt, manifestiert sich mein Glaube an eine Gesellschaft die es schaffen könnte, sich den Zwängen der Crash-Kommunikation zu entziehen. Ich glaube einfach an die große Masse, die sich darauf besinnen wird, dass es sich lohnt das Wesentliche wieder zu erkennen und zu leben.

Von jeher hat mich die ehrliche Sprache der Tiere fasziniert. Ohne Überschwang mit knapp gehaltenen Gesten und Lauten verdeutlichen sie ihre Gemütsverfassungen und ihre Anliegen zu ihrem tierischen Weltbild. Es ist ein Weltbild das wenigen von uns Mitmenschen verständlich ist, bzw. eine Abwägung zu diesem aus egoistischen Motiven an der Mehrheit des Menschengeschlechtes abprallen lässt. Für die Mehrheit ist es gerade so, als würden unsere Mitgeschöpfe nur deshalb den Planeten mit uns teilen, um in Summe ausgebeutet, erniedrigt und gequält zu werden.

Schon in jungen Jahren wurde mir die ego- und hedonistische Verweigerung der großen Masse gegenüber Tierleid bewusst, und je mehr mir selbst vom menschlichem Unbill widerfuhr, umso mehr verstand ich die missliche Lebenslage der Tiere und versuchte daher mit allen mir aufzubringenden Mitteln in den folgenden Lebensjahren bis zum heutigem Tage, die Summe ihrer Erniedrigung zu schmälern.

Prägnant und mit wenigen Worten hat es Sigmund Freud zum Ausdruck gebracht „Ich ziehe die Gesellschaft der Tiere, der menschlichen vor“. Besser denn je ist seine Aussage mit den Jahren für mich, und mit Bestimmtheit für viele andere Mitmenschen, verständlicher geworden. Die beim Leser, teils gerechtfertigt, nun aufkeimende Interpretation „aha! auch einer der zum Menschenverächter mutiert ist“ würde ich, so ich Politiker, oder anderweitiger Großpostenbezieher wäre, nun in ihrer eigenen Art der Lügensprache in etwa so abschmettern „weise ich auf das Schärfste und entschieden zurück!!“

Ich muss nichts zurückweisen, abschmettern. Jedem von uns muss einzig nur auch sein eigenes Weltbild zugestanden werden. Die Summe meiner Lebenserfahrungen und Philosophie weist eben diesbezüglich aus, dass es angebracht ist allen Leidgeplagten, ob Mensch oder Tier, natürlich abhängig von den Möglichkeiten seines eigenen Lebensbereiches, beizustehen. So einfach ist dies, und so sehr auch ich mich mit guten Gedanken an jene Menschen erinnere die mit ihrer Hilfestellung meinen Lebensweg zum Gutem veränderten, so erreichen auch mich von Zeit zu Zeit gute Energien von Mitmenschen die meinen Lebensweg kreuzen, und jenen ich auf die eine Art oder Weise etwas Hilfe angedeihen lassen konnte.

Um meinen Standpunkt, meine Tierhilfe und mein Leben mit Tieren bestmöglich zu verbildlichen, fließen in diesem Buch Erlebnisse meiner Prägungsphase ein. Mein Blick, in dieser Phase, in die untolerierbaren, dekadenten menschlichen Handlungsweisen und Perversionen, führten mich über den Ausdruck von Verweigerung in einen bestimmten Widerstand so nach dem Motto „ wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zu Pflicht (Brecht)“.

Widerstand und Verweigerung mit all den Folgeerscheinungen, die mir in meinem Leben dadurch beschieden waren, finden in einem weiteren Buch ihren Niederschlag. Dieses Buch, diese Zeilen jedoch sind auch dem Mut und der kollektiven Hartnäckigkeit jener Lichtmenschen gewidmet, die ich als Krieger des Lichtes bezeichne. Jene, die tatsächlich aus dem Schmerz von Gestern die benötigte Kraft schöpfen, um unseren Mitgeschöpfen beizustehen, denn weitab von Ethiken liebevoller Verhältnismäßigkeiten finden auf verrohten, würdelosen Ebenen tagtäglich grausamste Übergriffe auf unsere Mitgeschöpfe, die Tiere, statt.

Die egoistische Arroganz der degenerierten Masse, verbunden mit dem Verdrängungsmechanismus gegenüber Leid und Leben, begünstigen und forcieren den täglichen Wahnsinn an unvorstellbarem Leiden, das Abermillionen von Geschöpfen zu jeder ihrer Lebenszeitstunde, zu jedem Atemzug erdulden müssen. Abseits jener Masse, jener Menschen, die stumpfsinnig wie leere Hülsen das aufgezwungene System in bravuröser Manier folgsam mit niedrigen Beweggründen wie Hass, Neid, Missgunst, intrigenhaft mit grausamen Handlungsweisen auch gegeneinander und sich zusätzlich in Sodom und Gomorra Verhältnissen verlierend ableben, habe ich auch Menschen kennengelernt, die gleichsam wie Lichtwesen ihre Lebenswege beschreiten.

Manche von diesen sind als Lichtwesen geboren, andere wiederum wurden über schicksalhafte Lebenserfahrungen an das Licht geführt. Sie verlassen die Schatten und die dunkle Seite, wenden sich ab und begeben sich auf eine wertvolle Ebene. Es ist jene die ihnen besagt, in ihrem weiteren Leben nur mehr bedeutungsvollen Eigenschaften ihr Augenmerk zuzuwenden und Beachtung zu schenken die wirklich zählen – dazu gehören Hilfsbereitschaft und Liebe. Bis hin zu persönlicher und finanzieller Erschöpfung versuchen diese Lichtmenschen verzweifelt dem Leid Einhalt zu gebieten. Für sie gilt immer nur durchhalten, alles zu geben, um sich nicht selten irgendwann einmal dort wiederzufinden, wo der Blick in die eigene Zukunft nicht mehr gesichert ist.

Besonderen Schutz bedarf es für eine Gruppe der Hilflosesten unter uns – die Tiere. Es ist längst erwiesen, bzw. gleichwohl müßig zu erwähnen, dass Tiere wie wir Menschen Schmerz, Furcht, Eifersucht, Zuneigung, Trauer und Liebe empfinden. Jegliche bedrohte Lebensform bedarf unseres Schutzes. In unserem sogenannten zivilisiertem Lebensraum sind es vordergründig jene Geschöpfe, die uns seit Jahrtausenden in unserem Nahbereich als Haustiere umgeben – Hühner, Gänse, Pferde, Hunde, Katzen, und viele andere Huf und Pfotentiere.

Schlussendlich war es der Mensch, der sie ihren natürlichen Lebensräumen entriss, sie in die Sphären einer nun vollends dekadent ausgestatteten Zivilisation geführt hat. Einmal domestiziert ist es für viele Tierarten unausweichliches Schicksal geworden, sich der Obsorge des Menschen unterwerfen zu müssen, dieser ausgeliefert zu sein. Wie es mit dieser Obhut bewendet ist wissen wir.

Aus Gründen von Rendite und Profitgier belässt der Gesetzgeber, die abgehobenen, verkommenen, verlogenen Mächtigen aus Politik und Wirtschaft, die gefühlvollen Mitgeschöpfe und Mitbewohner unseres Planeten ohne greifbare, ernstzunehmende Rechtsansprüche nach wie vor wie eine Sache, also gleichsetzend einem totem Gegenstand, würdelos auf einer beschämenden Gesetzesebene zurück. Dies bedeutet für Milliarden von Tieren dieser Erde, auf der wir Menschen nur Gäste sind und nicht Herrscher, eine mit unvorstellbarem Leid angereicherte Lebenszeit, an deren Ende grausamster Tod steht.

Die Chancen der Tiere auf grundlegende Verbesserungen ihrer Lebensumstände stehen schlecht. So schlecht, dass sie in Richtung Aussichtslosigkeit tendieren. Ihre tragischen Lebens- und Haltungsbedingungen sind seit vielen Jahrzehnten bekannt und angeprangert. Gemessen an den aufgezeigten Tragödien sind nur minimalste Änderungen zu Gunsten der Tiere eingetreten und erkennbar. Die Wahrheit ist sie werden nach wie vor schändlichst verhöhnt. Während Gesetzesbeschlüsse, und seien sie noch so diffizil, die zu Profit und Vorteilssteigerungen gewisser Interessensgruppen führen, in wenigen Wochen oder Tagen novelliert werden, dauern Novellen, wie Hühnerhaltungsbedingungen, Schweinehaltung, Pelztiere, Tiertransporte und vieles mehr, Jahrzehnte an.

Es ist an dekadenter Absurdität nicht zu überbieten, dass sich Völkervertreter Gedanken über den Umfang von Pizza und ähnlichem Unfug ergeben, während zum Beispiel nach wie vor tagtäglich über Industrieförderbänder abertausende lebende Küken in einen Schredder geworfen werden. All diese bestialischen Grausamkeiten an Tieren dienen der Gewinnmaximierung. Nicht im Sinne von gesichertem Überleben, sondern im Sinne von „Genug, genügt ihnen nicht“, einer der schändlichsten Fäkalienauswürfe des Kapitalismus, der, wie wir wissen, keine Gnade, keine Moral kennt. Seine einzige Moral heißt Profit.

„Viele haben zu wenig,

wenige haben zu viel“

„Für alle ausreichend“

Wäre das realistische Summenergebnis, würden nur diese acht Wörter in ernsthaftem Bemühen vom Menschengeschlecht addiert werden. Bloß die imaginäre Vorstellung dieser Endsumme würde in einer Gesellschaft, in der Depression zu Volkskrankheit Nummer 1 geworden ist, mit Bestimmtheit zu einer betäubend schönen Wirkung führen. Der Großteil der Menschheit fühlt sich nämlich wie in einem tiefem Loch, gleichwohl begleitet von Träumen eines sorglos friedlichen, harmonischen Lebens. Würde „Für alle ausreichend“ umgesetzt, würde Mensch und Tier, den ethischen Grundsätzen entsprechend, ein solch erträumtes Leben erfüllen.

Das Verhalten der Volksverantwortlichen ist nicht dazu angetan die Krankheiten und Sorgen der Untertanen genesend zu begleiten. Es wird gegenteilig nur verdreht, verblendet, verleumdet, jede Schuld und Verantwortung bei täglichen Korruptionsvorwürfen und Desastern „auf das Schärfste zurückgewiesen“. Sie jonglieren weiterhin orientierungslos mit Milliarden. Werden einige davon verlustig ist niemand dafür verantwortlich oder gar gegrämt – der Zugang zu ihrem Trog bleibt ja stets bestehen. Flugs werden auch stets Deckelchen gefunden, damit zugedeckt wird was an die Oberfläche kommen könnte. Unter den Deckelchen kocht die Brühe weiter, solange, bis die festen Indizien und Beweisteilchen aufgekocht sind. Spätestens dann können die Deckelchen wieder abgenommen werden und jedermann, der dann noch ins Töpfchen sehen darf, sieht nur die gewohnt schmutzige Brühe, kann aber nichts mehr an Festem erkennen und bemängeln.

Ihre Abgehobenheit, ihr Wahrnehmungsverlust treibt immer mehr und mehr die seltsamsten Blüten. Als nur ein Beispiel der letzten Tage sei angeführt. „Weil jemand im Wahlkampf sich nicht an die Wahrheit gehalten hat, muss niemand zurücktreten. Das wäre zu weit gegriffen.“ So die Aussage von F. , die Generalsekretärin einer der größten Parteien. Nun gut, schon Don Camilo ließ wissen „nur die dümmsten Kälber wählen ihre Schlächter selber“. Soweit zu der Menschenrasse. Unsere Mitgeschöpfe jedoch, die Tiere, sie haben niemanden gewählt. Wenn sie es doch tun, so wie unsere Hunde, dann ohne Hintergedanken und mit aufrichtigstem Herzen, das sie jenem Menschen, den sie gewählt haben, für ein ganzes Leben als Geschenk in seine Seele legen. So sie einmal geboren sind, erwacht in ihrem Inneren nach wenigen Wochen nur ein einziger Wunsch – einem Menschen ihre bedingungslose Liebe zu schenken.

Die Perspektiven dieser bedingungslosen Liebe für eine bessere Zukunft lösen sich auf den Zeitlinien dieses paradoxen Weltgeschehens kontinuierlich in das Nichts einer schauderhaft kalten, egoistischen Gleichgültigkeit auf. Kollektives Bewusstsein und Kenntnis über Leid und Schmerz unserer Mitgeschöpfe wird kunstvoll unter Aufbietung sämtlicher zu Verfügung stehender Verdrängungsmechanismen rücksichtslos objektiven Wahrnehmungen entrissen. Angesprochen auf Verdrängung reagieren viele Erdbewohner mit dem indoktrinierten Schablonensatz, „wir können nicht die ganze Welt retten“. Die Antwort, die dem „Etwas glauben wollen“ entspringt, ist in Kürze mit zwei Worten widerlegt und ad absurdum geführt – sie heißen „übergreifende Solidarität“. Zwei Wörter – eine wuchtvolle, friedliche Ideologie, die angewandt das Weltbild zum Guten verändern und Leid und Elend aller Lebewesen tilgen oder beträchtlich schmälern würde. Der Schablonensatz müsste eigentlich lauten, „wir wollen nicht die ganze Welt retten“, denn die Merkmale von übergreifender Solidarität scheinen in diesem Weltgeschehen nur geringfügigst auf.

Nicht einmal unter einigen sogenannten Tierschützern tritt diese Solidarität zu Tage. Mit verabscheuungswürdigen Methoden und mit Intrigen gestützten Strategien werden auf dem Rücken der Tiere persönliche Differenzen ausgetragen. Und obgleich ständiger akuter Geldmangel besteht, auch unter Anspruchnahme von kostspieligem Rechtsbeistand – eine Sprache, die dem Leid der Tiere nicht dienen kann. In Anbetracht des täglichen Grauens müsste in diesem Milieu zu Parole stehen - ohne Wenn und Aber zur Solidarität im Bündnis stehen, und dies zu jeder Wetterlage. Abschnitte in diesem Buch geben dazu beispielhaft klägliche Handlungsweisen aus der Tierschützerszene wieder.

Im Besonderen, und um verständlich aufzuzeigen gebe ich in diesem Buch ein Beispiel, nämlich meine Erfahrung „Allgäu“, lückenlos zur Veranschaulichung. Die unsinnige Tragweite bemerkenswert dilettantischer und leider auch bösartiger Handlungsweisen belastet nicht nur unselten die Reputation des Tierschutzes, sondern und vor allem entziehen sie der notwendigen aufzubringenden Effizienz, mit der dem Tier Leid entgegengetreten sollte, wertvollste Kräfte. Dennoch einigt sich Hoffnung und Glaube zum Guten am Maßstab der sinnvollen und aufopfernden Handlungen jener Lichtwesen, die mit ergreifenden Bemühungen wieder Leben in die stummen Herzen gequälter Tiere tragen. Es gibt sie – ich durfte viele kennenlernen…

In einem Land wie Deutschland werden täglich 200 000 000.-€, in Worten Zweihundertmillionen Euro für Tabakwaren ausgegeben, ergibt in 5 Tagen die Summe einer Milliarde. Wenigen Erdbürgern ist die wahre Dimension einer Milliarde gegenwärtig. Zu jeder Minute des Tages, 365 Tage - ein ganzes Jahr, kann der stolze Betrag von 1903.-€ abgehoben werden, ergibt 2 740320.-€ per Tag, erst dann ist die Milliarde, unverzinst, aufgelöst.

Bizarr beschämend, da so unendlich umsetzungsfern – Der Rauchverzicht von 48 Stunden würde sämtlichen Tierheimen des Landes zu einem notwendigen Gleichgewicht für artgerechteste Haltungen der Tiere verhelfen. Dringlichst benötigtes Equipment könnte angeschafft werden, usw. Traurig beschämend – die Verweigerung der Medien. Täglich seitenlange Informationen über Fußballgeschehen!?? Nur gelegentlich dürftigste Berichte über Tragiken in der Tierwelt. Tägliche Berichterstattungen, in Zeitungen sowie im TV, würden Schritt für Schritt zu vermehrt ausgeglichenem Verständnis und Bewusstsein gegenüber unseren Mitgeschöpfen führen.

Wütend beschämt – wie einst im Tempel wäre Jesus, so er noch physisch unter uns weilen würde, über das Verhalten der Kirche. Einer Kirche, die sich seit seinem Tode über Jahrhunderte seine Worte nach Belieben zurechtbiegt und missbraucht. Eine Kirche, die in Seide, Gold und prunkvollen Palästen lebt, hätte Jesus nie gewollt. Er würde die goldbeblätterten Gotteshäuser, die Kirchen mit ihren Smaragdkelchen verneinen und simplem Gemäuer, an dessen Ende ein einfaches Holzkreuz an sein Wirken erinnert, zustimmen. Jesus ist fern jener Kirche, die sich in ihrem Machterweiterungswahn niedrigen Beweggründen ergibt und sich mit unvorstellbaren Milliardensummen, in unzähligen Firmen, Gesellschafts- und Geschäftskonstellationen an anrüchigen Industrien und Banken beteiligt. Entgegen der von der Kirche verbreiteten Schöpfungsgeschichte, in der sie uns wissen lässt, dass Gott die Erde, unter anderem mit allen Lebewesen in sechs Tagen erschuf – am siebten Tage ruhte er – wandelt die Kirche, das Göttliche verhöhnend auf widersprüchlichen Wegen. Wie lässt es sich sonst vereinbaren, dass zahllose Anfragen, Bitten und Hinweise auf die Tiertragödien von kirchlicher Seite unbeantwortet bleiben, dass der Papst die Menschen nicht fortwährend ermahnt, den Tieren den göttlichen Respekt zu erweisen um diese aus ihrer Not und dem Elend zu befreien!?

Viele Menschen stellen sich diese Frage, finden dennoch keine Antwort, dabei ist diese in der Einfachheit zu finden. Die Kirche beteiligt sich nicht am Leid von Tierheimen, diese bringen keinen Profit, denn Helfen verursacht nur Kosten. Diese Kosten hat gefälligst das Volk zu tragen, denn wir sind nur gewinnorientiert. Was würde geschehen, wenn der Papst, wenn die Kirchenfürsten das Wort für die Tiere ergreifen würden?! Weitere Antwort - viele Menschen würden im Angesicht des Todes - das heißt in letzten Lebensphasen, in jenen sich bei jedermann der Gedanke über das Dunkel danach einstellt - im gutem Glauben an eine gottgefällige Handlung den Tieren, und eben nicht der Kirche, ihr Hab und Gut, ihr Vermögen überschreiben. Eine nicht unbeträchtliche Menge von Gläubigen würde dann schon zu Lebzeiten vermehrt, oder auch gänzlich dem Elend der Tiere zu Hilfe eilen. Die Verluste für die Kirche wären enorm. Das geht also schon gar nicht, denn wir leben, entgegen Gottes Willen cash flow orientiert, auch wenn Gewinne unter massivstem Druck entstehen, wie zum Beispiel die erzwungenen Kirchensteuern. Es ist für die sogenannten Gottesvertreter wesentlich vorteilhafter das schreckliche Leid der Mitgeschöpfe zu negieren – Gewinnmaximierung erhält somit ihren gesicherten Fortbestand. Dämonen befinden sich in den Herzen jener, die das Wort Gottes nicht leben. Wie viele Dämonen wohnen wohl in jenen, die das Wort Gottes studiert haben, es lehren und predigen, dieses in ihrer Lebensweise jedoch auf das schändlichste missachten?!

Mit traurigem Schaudern hat sich Jesus schon längst von diesen Missachtern abgewandt. Diese können sich in ihren Kämmerchen blutige Rücken geißeln so viel sie wollen, für Jesus ist dies gleich bedeutend einer widerwärtigen Scheinhandlung resultierend aus der Angstfrage – was ist nach dem Tod mit mir. Ebenso sind solcher Arts Handlungsweisen, dazu gehörend die auferlegten Bußgebete, dreist und töricht. Jesus möchte nicht erpresst werden, er hält nichts davon, von uns vor ein Ultimatum gestellt werden – ich sündige, ich bete, geißle mich, lasse für die Kirche ordentlich was springen, dafür verzeihst du mir. Er möchte, dass wir uns an seine von ihm gelebten Worte erinnern, dass wir Frieden, Liebe, Heilen und Lindern leben. So wie ich Jesus kenne, das heißt über ein ausgesprochen bewegtes Leben ihm näher kommen durfte, besucht er freudig jene Herzen, die sich seiner Worte erinnern und danach ihr Leben ausrichten. Den Vatikan, den prunkvollen Petersdom, wie auch ebensolche Kirchen besucht er nicht. Er weiß um diese Örtlichkeiten, er ist dort jedoch selbst nie präsent, sondern überlässt es seiner Hoffnung diese Orte von Fall zu Fall aufzusuchen.

Ich, und viele andere Menschen können Jesus verstehen. Was sollte er mit seinen bescheidenen Gewändern in solchen Prunkräumen, in jenen sein Wort, seine Liebe missachtet wird, und die angefüllt sind mit leidgetränkten Machterweiterungsgesprächen, Intrigen und Vertuschungsszenarien. Schmerz, Leiden und Tod kam über Jahrhunderte, und kommt noch immer, aus diesen Räumen. Unvergesslich die geschürten und finanzierten Kriegsgeschehnisse. Die grauenhaften Verbrennungsmorde, Folterungen der „heiligen Inquisition, in jenen von den schmutzigen Pfaffen der Teufel hauptsächlich zwischen den Beinen der schrecklich gefolterten Frauen gesucht wurde. Unzählige Missbräuche, Unzucht mit anschließenden Kindesmorden. Päpste die es mit ihrer Tochter trieben, die unglaublich verwerflichen pädophilen Verbrechen bis in die Jetztzeit, die so bemüht zu vertuschen die „Gottesdiener sind, und deren Opfern ein Leben mit wunder Seele bestimmt ist. Und jetzt, jetzt müsste doch wahrlich noch jemand erklären, warum Jesus diese Räume aufsuchen, bzw. dort anwesend sein sollte?! So töricht kann niemand sein, zu glauben, dass all das obig verwerflich Aufgezählte dazu führt, dass Jesus und Gott dies alles hinnimmt und sagt „macht nix, du, musst nur bereuen, bisse Bußbeten und so, und alles vergessen ... red ma nimmer drüber!“

Mit jedem Kommerzsegen, der vom Fenster am Petersplatz auf die leidende Menschenmasse niedergeht wird Jesus aufs Neue die Dornenkrone aufgesetzt, gegeißelt und gekreuzigt. Seine innere Leere muss sich, ob dieser kirchlichen Widersprüchlichkeiten, und der des gesamten Weltgeschehens, wie eine einzige Träne anfühlen. Schon in frühesten Lebensjahren war mir über Berührungen von schattenreichen Lebensabschnitten bestimmt, die Anwesenheit dieser Träne erahnen zu dürfen. Ihren wahren Schmerz konnte ich jedoch erst in höherem Lebensalter begreifbar fühlen. Vieler Arts Zeichen die ich erhalten habe, hätten mir ein früheres Begreifen ermöglicht, jedoch, ich hatte zu oberflächlich hingehört und auf meine Lebenswaage ausreichend Fehler geladen...

Eingeschränkter finanzieller Hintergrund und beengte Zeitfenster bedingen, dass ich meine Stimme und Energien, meiner Lebenssituation angepasst nun nur mehr im bescheideneren Maße an die Tiere vergeben kann. Sie sind auf jede hilfreiche Stimme angewiesen. Vielleicht trägt dieses Buch ein wenig dazu bei, ihrem Anspruch einer würdevollen Daseinsberechtigung auf diesem Planten mit zusätzlichen Stimmen mehr Gewicht zu verleihen.

Der Erlös dieses Buches kommt den Tieren zu Gute.

Stefano  Herbst 2015

Liebe die Tiere,

jegliches Gewächs,

und jegliches Leben.

Wenn du alles liebst,

so wird Dir das Geheimnis des Universums

in allen Dingen offenbart,

und Du wirst schließlich alle Welt

mit Liebe umfassen.

Dostojewski

DIE MUNDHARMONIKA

In jenen Jahren und Zeiten, als ich noch ein kleiner Knirps war, war es unter uns Knaben üblich sich bescheidene Wünsche über regen Tauschhandel zu erfüllen. Ich weiß heute nicht mehr so genau, ob ich bei dem Tausch - Fahrraddynamo mit dazugehörender Lichtanlage - gegen winzige Mundharmonika als Sieger im Sinne von Wertausgleich hervorging. - Eher nicht - in steter Erinnerung ist mir jedoch, dass ich geradezu versessen auf diese kleine Harmonika war. Hätte mein Tauschpartner um meine „Versessenheit“ gewusst, hätte er mir wohl noch schwerwiegendere „Tauschverluste“ zufügen können.

Gute fünf Jahrzehnte begleitete mich dieses mit kunstvoller Gravur geschmückte Musikinstrumentchen. Irgendwie schaffte es die Harmonika mir auch in meinen turbulentesten Lebensjahren nicht abhanden zu kommen, und welch schicksalhaft bedeutungsvolle Aufgabe ihr zugeteilt war, hätten wir uns vermutlich nicht träumen lassen.

In den langen Jahren, die ich im Süden verbrachte, signalisierte sie zu allen Tages- und Nachtzeiten auch den ängstlichsten und scheuesten Tieren auf den Straßen, dass sie unbesorgt aus ihren Verstecken heraus zu den Futterstellen eilen konnten, die ich für sie eingerichtet hatte. Innerhalb kürzester Zeit hatten sich die Straßenhunde an den Klang der Mundharmonika gewöhnt, und eilten freudestrahlend auf mich zu, um sich ihre Streicheleinheiten, ihr Futter, und nicht unselten ihre notwendige Medizin abzuholen. Scheinbar hatte mein bescheidenes Spiel auf dem Instrument eine Art betäubende Wirkung auf die Tiere. Auch die traumatisiertesten Hunde und Kätzchen kamen zu mir, oder blieben an ihrem Platz sitzen, wenn ich ihnen Tropfen gegen Ungeziefer auftrug, Entwurmungstabletten verabreichte, oder eben ihre Wunden versorgte.

Unzähligen Tieren, die ich begraben musste, gab die kleine Harmonika mit ihren Tönen letztes Geleit auf ihrem Weg über die Regenbogenbrücke. Und einmal, einmal erklang sie ein letztes Mal. Es war für mein graues Katerchen, der wie so viele vergiftet wurde, liebte die Klänge so sehr, dass er stets auf meinen Schoß sprang, wenn ich gelegentlich am Abend auf der Bank vor dem Hause saß und ein wenig aufspielte. Alle Tiere die ich begrub, bekamen von mir etwas Persönliches mit in ihr Grab. Mein Katerchen, der mir, so wie viele andere Fellkameraden, sehr sehr fehlt, bekam seine geliebte Mundharmonika mit auf seine Reise. Ich weiß von ihm, dass er sich mit ihr und seinem Weltlaternchen auf den Weg begab und nach seiner Ankunft im jenseitigen Reich des Friedens für alle Tiere spielte, die Unsägliches bei den Menschen erleben mussten. Es sind derer so viele, dass es allen Menschen der Erde, so sie auch wollten, nie mehr gelingen könnte sie aufzuzählen.

Die kleine Mundharmonika jedenfalls, hatte in vielen vielen Jahren unzähligen leidenden Tieren mit ihren Klängen glückselige Momente beschert ... und auch ohne dass der Leser jemals ihre Klänge vernommen hätte sei es dennoch unbenommen, dass er diese Klänge an so manchen Stellen des Buches zu vernehmen ahnt…

Kapitel 1

MORGENRÖTE

Leichte Morgenröte kündigte Draußen den Übergang der Nacht zum Tage, doch die Scheinwerfer ebneten noch den Weg durch das einsame graue Band der Autobahn, dass der 911er Turbo gierig in sich hineinzog.

Mit Sicherheit trug sich das Abrollgeräusch der Reifen, neben dem Motorheulen des getunten Wagens weit in die sich im Schlaf befindliche Landschaft, im Inneren desselben war jedoch von all diesen Außengeräuschen nichts vernehmbar.

Ich war alleine im Wagen, ließ mit gewagter Lautstärke Jean Michel Jarres Oxygen in mich fließen, selten huschten in Sekundenbruchteilen rote Rücklichter von mir überholter Fahrzeuge vorbei. Die Autobahn war um diese Zeit wie leergefegt. Ab und zu schwebten an manchen Stellen leichte Nebelschwaden über die Fahrbahn, die jedoch, vom Sog der Hochgeschwindigkeit, hinter mir vollends in Stücke gerissen wurden.

Bedächtig, aber mit einer Hartnäckigkeit der nichts und niemand etwas entgegensetzen konnte, eroberte der neue Tag den unabänderlichen Schritt seiner Pflichterfüllung in die Zukunft.

Am Horizont verkündeten Wolken in schaurig schönen, wechselnd roten Tönen ihre bereitwillige Absicht an den neuen Tag, Streifen von Blutrot leuchteten aus vereinzelten Wolkengebilden, die in weiter Ferne eine langgezogene Bergkette vereinnahmten.

Unausweichlich nahm diese geballte Wucht von Impressionen in diesen Augenblicken von mir Besitz. Ich fühlte mich einer betörenden Unwirklichkeit bedingungslos ausgesetzt, die unbarmherzig auch gleichzeitig schmerzhafte Erinnerungen in mir wach werden ließ... die Erinnerungen an mein erstes Blutrot in Weiß... es war mein Blut.

Als ich auf die Wand zufliege, sträube ich mich und bin nicht gewillt zu glauben, dass ich an dieser auch landen werde. Es ist doch geschehen.

Ich bin etwa vier Jahre alt, Blut tropft aus meiner Nase und aus meinem Mundwinkel. Blitzende Schmerze rasen durch meine Brust und meine Schulter, ich starre abwechselnd auf meinen drei Jahre älteren Bruder, der wimmernd in einer Ecke des Raumes liegt, und auf die weiße Wand in unserer Küche. Mit kindlicher Verwunderung stelle ich fest, dass ich doch an dieser Wand gelandet bin und dass sich diese nun mit meinem Blut an mehreren Stellen rot gefärbt hat.

Ohrenbetäubender Lärm erfüllt den Raum, ich versuche mich umzudrehen, alles in mir schmerzt, doch ich schaffe es und sehe, dass mein Vater immer wieder auf meine Mutter einschlägt. Angstvoll ist ihr Gesicht, sie fleht, weint, ruft immer wieder seinen Namen „Mario bitte ... die Kinder!“ ... immer wieder „Mario ... die Kinder!“

Mein Vater brüllt unaufhörlich, lässt noch immer nicht von meiner Mutter ab, ein unendliches Gefühl von Hilflosigkeit überfällt mich. Mein Bruder und ich, wir konnten unserer Mutter nicht helfen, wir hatten versucht ihn von unserer Mutter abzubringen, ihn von Schlägen abzuhalten, was damit endete, dass mein Bruder sich in einer Ecke, und ich mich an einer blutbesudelten Wand wiederfand.

Zum ersten Male in meinem Leben erwachte in mir der Gedanke, dass ich schnell groß und stark werden müsse, damit ich mich erfolgreich beschützend vor meine Mutter stellen könne. Unendlich währende, mit ungemeinem, schmerzvollem Familienleid geprägte Jahre mussten vergehen, um meinen kindlichen Beschützergedanken Gestalt zu verleihen.

Meiner Mutter, sie verstarb sehr früh an Leukämie im Alter von 40 Jahren, verdanke ich den glücklichen Teil meiner Kindheit und Jugend. Sie hatte meine Liebe, meine Sehnsucht in Natur mit all ihren Geschöpfen erkannt, förderte meine naturverbundenen Leidenschaften mit ihren zu Verfügung stehenden, gleichwohl kärglichen Mitteln. Die Kärglichkeit in unserer Familie, ich hatte noch einen 4 Jahre jüngeren Bruder, begründete sich darin, dass mein Vater wohl kein Spieler, und auch kein Alkoholiker war, seine Einkünfte aber dennoch nicht der Familie zukommen ließ, sondern für flotte Kleidung, ebensolche Autos, und seines Glaubens nach, mit schicken Frauen verbrauchte.

Mein Vater war ein ausnehmend männlicher schöner Mann, ich übertreibe nicht, wenn ich bemerke – in seinen besten Jahren wären Frauenlieblinge wie Clooney neben ihm verblasst. Er war italienischer Abstammung, jedoch in deutschsprachigem Raum geboren und aufgewachsen, sprach mehrere Sprachen, war ein exzellenter Techniker, konstruierte unter anderem Schaltgetriebe für Kraftfahrzeuge, und schon vor vielen Jahrzehnten Batteriesysteme, wie sie heute in elektrobetriebenen Fahrzeugen Verwendung finden. Zum damaligem Zeitpunkt jedoch, sehr zu seinem Ärgernis, weder von Politik noch Autoindustrie in Evidenz gezogen wurden.

Bis zum heutigen Tage sehr verblüffend für mich – er gehörte der Liga der besten Schachspieler an, was in sich insofern bedeutungsvoll ist, als das anspruchsvolles Schach ein ungewöhnlich präzises, strategisches Denken voraussetzt. Verwunderlich daher, dass er für sein eigenes Leben keine Strategie, kein gültiges Lebensmuster finden konnte, und gegenteilig Strategien und Handlungsweisen setzte, die seine Familie in tiefste und schauerlichste Abgründe im Bereich ihrer Lebensumstände stürzte.

In Scharen liefen ihm gewisse Frauen hinterher, er stolperte von einer Affäre in die andere, und längst waren auch wir als Familie in einem bestimmten Umfeld, wie Nachbarn und Verwandten, seiner Affären wegen abgewertet, geächtet und in Ungnade gefallen. Es hieß in mittelalterlichen Sippenhaftungsjargon „ das sind die Kinder von dem“, oder wie ich zu einem späteren Zeitpunkt erfuhr und sich meine Kindesahnung bestätigte – Nachbarskindern wurde aufgetragen, sich von mir fernzuhalten, mich nicht zum Spielen in ihren Garten mitzunehmen.

Ein Freitag muss nicht zwangsläufig der Dreizehnte sein, es reicht auch ein gewöhnlicher, um dem Leben eine zukunftsweisende, schicksalshafte und infernalische Metamorphose zu verleihen. Ich war gerade mal acht Jahre alt, als mich mein Vater an einem solch gewöhnlichen Freitagnachmittag kurzerhand samt meiner Badehose in sein Auto verfrachtete und mit mir zu städtischen Hallenbad fuhr. Dort angekommen, stellte er mir eine hübsche junge Frau vor, er bezeichnete sie als eine entfernte Verwandte, als eine entfernte Cousine von mir. Ich war begeistert von meiner vermeintlich neuen Cousine, war sie doch scheinbar die Begründung dafür, dass mein Vater endlich einmal etwas mit mir unternahm, ein Umstand, der ein unbeschreibliches Glücksgefühl in mir auslöste. Außerdem bekam ich von meiner neuen Cousine nicht nur eine Limonade, sondern auch eine Tüte mit einer Kugel Eis, die ich mir auch noch selbst aussuchen durfte, spendiert.

Ich schwebte in kindlich paradiesischen Glücksgefühlen, malte mir kindlich naive Zukunftsträume aus, deren Inhalte von einem endlich harmonischen Familienleben erfüllt waren. Nach dem Hallenbadbesuch fuhr mein Vater mich und meine Cousine nach Hause, das heißt, mich ließ mein Vater schon einige Straßenzüge vor unserem Wohnort aus dem Wagen steigen, denn die Cousine, so ließ er verlauten, hatte es nun sehr eilig und müsste raschest zu ihr nach Hause zurückehren. Zu Hause angekommen, wartete meine Mutter im Kreise meiner Brüder schon mit dem Abendbrot auf mich und während sie die Teller füllte, wartete ich hingegen schon glückselig angespannt auf ihre Frage nach meinem Badeerlebnis von Nachmittag.

Endlich war es soweit, und als meine Mutter mir die heiß ersehnte Frage stellte, ob mir der verbrachte Nachmittag mit meinem Vater gefallen habe, platzte es geradezu aus mir heraus, aufgeregt und kindlich minutiös berichtete und beschrieb ich gleich mehrmals mein Erlebtes… natürlich auch mit Begeisterung von unserer neuen Cousine…

Wie so oft kam mein Vater in dieser Nacht nicht nach Hause, ich sollte ihn erst wieder am nächsten Tag am Vormittag wiedersehen, wiederspüren. Aus irgendwelchen Gründen fielen an jenem Samstag zwei Schulstunden aus, frohgelaunt, wie meine übrigen Klassenkameraden über dieses unerwartete Ereignis, verließ ich das Schulgebäude und machte mich auf den Weg nach Hause.

Ich hatte mir vorgenommen, wie üblich, das Wochenende im ländlichen Anwesen meiner Großmutter zu verbringen, welches etwa zehn Gehminuten entfernt von unserem Wohnort in beschaulich naturverbundenem Ambiente lag. Dass das gezäunte Grundstück an den Friedhof angrenzte, störte in all den vielen Kindes- und Jugendzeiten, die ich dort verbrachte, weder meine Großmutter noch mich. Es war gegenteilig so, dass ich, resultierend aus vielen, diesbezüglich Thematik bezogenen Gesprächen mit ihr, schon frühzeitig ein selbstsicheres natürliches Verhältnis zum Tod aufbauen konnte, der wie jedem anderem Lebewesen auch uns Menschen am Ende des Lebensweges zugeteilt ist.

Wie viele andere Großmütter, war auch sie eine kluge, lebenserfahrene und mit Sanftmut beseelte Frau. Bis zu ihrem Tode begleitete sie in der weltlich greifbaren Sphäre mein Entwicklung, darüber hinaus ist sie mit mahnenden Worten, mit ihren klugen friedfertigen Entscheidungen in meinem Leben stets all gegenwärtig. Ich habe viele Nachmittage, viele Nächte und Wochenenden bei ihr verbracht, vor allen Dingen dann, wenn mein Vater auf Geschäftsreisen war, wenn Sicherheit bestand, dass er sich nicht zu Hause befand. Er war gegen diese natürliche Verbindung, so manches Mal bezog ich ordentliche Prügel, wenn er erfuhr, dass ich sein Verbot missachtete, was mich aber nie davon abhielt, den Hafen des Friedens meiner Großmutter so oft wie nur möglich aufzusuchen.

In den Jahren, in denen mein Vater noch zu Hause wohnte, hatte er ein strengstes Tierhalteverbot ausgesprochen, gelegentlich hatten wir einen Hamster, oder ein kleines Kaninchen. Entdeckte er zufällig eins dieser Tierchen, setzte es für mich Hiebe, mit dem anschließenden Verbot, dass er das Tier morgen nicht mehr sehen möchte. Wie gut, dass ich meine verständnisvolle Großmutter hatte! Bei ihr versteckte ich meinen Hundekameraden Freddy, meine Kätzchen, im Schuppen meine Hamster, Meerschweinchen und Kaninchen. Ab und zu fand ich einen verletzten Vogel, den ich dann einsichtig, dennoch unter Abschiedstränen nach seiner Genesung in Anwesenheit von Großmutter wieder in die Lüfte entließ.

Bis auf meinen Raben „Blume“, den ich ebenfalls als verletzten Jungvogel gefunden hatte, war Großmutter von allen Tieren angetan. Wir hatten auch eine Abmachung getroffen, die besagte, dass ich eine begrenzte Zahl von Schützlingen halten durfte. Wurden es zu viele, musste ich welche in einen Zoo abgeben. Großmutter und ihr Sohn, der als mein Onkel mir sehr wohlgesonnen war, übernahmen diese für mich schmerzhafte Aufgabe, und führten sie dann durch, wenn ich nicht anwesend war.

Rabe „Blume“ hatte von meiner Schulter herabsehend schnellstens entdeckt und verstanden, dass ich seine Würmer aus dem Erdreich ausgrub. Erdreich war für ihn somit Erdreich, auch wenn sich darauf und dazwischen Großmutters herrlicher Blumengarten befand, und als gäbe es kein anderes Erdreich, wurde der Blumengarten, sobald er flügge wurde, zu seinem Lieblingserdreich um nach Würmern zu suchen. In späteren Jahren besuchte uns Blume lautstark in regelmäßigen Abständen, und unübersehbare Kummerfalten zogen an Großmutters Stirne auf, sobald der mächtige Vogel herabstürzte, und sich immer gerade dann, wenn Großmutter in der Nähe war, das Blumenbeet als Landeplatz auserkoren hatte.

Was würde ich alles darum geben, nur noch einmal mit ihr für eine Stunde am Bänkchen neben dem Blumenbeet zu sitzen, ihren Malzkaffee zu schlürfen, und ihr noch einmal mit den Händen über ihre weißen Haare streicheln zu dürfen.

So es im Bereich ihrer bescheidenen Möglichkeiten lag, entschlug mir Großmutter keinen meiner Wünsche. Es waren keine Wünsche materieller Natur, es waren eher etwas außergewöhnliche Bitten an sie. Etwa, dass sie mit mir, ich war zehn Jahre jung, mit dem alten Waffenrad, auf der Herrenstange sitzend einen holprigen Hügel hinab preschte. Zwei Jahre später bastelte ich Monate an meiner ersten Motocross Maschine. Ich hatte diese gegen mein altes Schlauchboot, einen noch älteren Dolch und zehn Schmalheftchen des Helden Tibors eingetauscht. Großmutter besorgte mir das Benzin für den ersten Probelauf und war glücklicherweise anwesend, als der Motor seine ersten Töne von sich gab.

Es bedurfte dennoch einiger Einstellungen, doch nach weiteren zwei hartnäckigen Tagen mit Schraubenschlüssel und Schraubenzieher war das gute Stück zumindest soweit, dass an eine erste Ausfahrt ins Gelände zu denken war. Als Belohnung für Benzin sowie außerordentliche Mühewaltungen wie direkte ständige Versorgung mit Kinder Malzkaffee in den Schuppen, Verbinden einer durch Vergaserarbeiten zugezogenen Schnittwunde und Anderes mehr, war Großmutter meiner Meinung nach höchst berechtigt, an den ersten Sprüngen mit der Maschine, in unserem teils hügeligem Gartengelände teilzunehmen. Gegensätzlich zu mir, war sie einer Ausfahrt gegenüber jedoch mit gewissen Zweifeln belegt. Da keiner von uns Beiden in der Lage war von der Sitzbank aus mit den Füßen vollends an den Boden zu gelangen, war sie der irrigen Auffassung, dass ein Start daher unmöglich zu vollziehen sei, und es daher vorteilhafter für mich sei, wenn ich auf meinen Onkel warten würde.

Es gelang mir, zumindest der Logik eines enthusiastischen zwölf Jährigen entsprechend, verschiedentlichste weitere Gegenargumente zu entkräften, und um den langersehnten Start sicher zu stellen, schleppte ich jeweils links und rechts an die Maschine ein massives stück Kantholz heran. Es könnte sein, dass ich von Großmutter ein Seufzen vernommen hatte, aber wie glückselig war ich damals, als sie schlussendlich unter der Auflage, dass ich nicht in die Hügel, sondern nur einmal um das Haus fahren dürfe, ihre Einwilligung zu erster gemeinsamer Testfahrt gab. Knatternd, und in leidvoll erwachendem Bewusstsein, dass die Maschine die Hügel ohnehin nicht hochgekommen wäre, da der Vergaser für mehr Leistung noch immer keine Zustimmung erteilte, durfte ich dann mit ausdrücklicher Erlaubnis von Großmutter das Haus noch ein zweites Mal umrunden. Dieses Erlebnis zählte forthin zu meinen schönsten Kindheitserinnerungen, es hat wie viele andere auch, einen festen Platz in meinem Herzen eingenommen.

Mein Vater, den ich, wenn ich ihn beschreibe oder von ihm spreche, wohl als Solchen benenne, doch vielmehr und eher als meinen biologischen Erzeuger betrachte, war vollends dagegen, dass ich, wie schon erwähnt, engen Kontakt zum Hause meiner Großmutter hatte. Er verbot mir nicht nur das Nächtigen dort, sondern auch den Aufenthalt allgemein. Meine Mutter hatte einige Male versucht für mich Partei zu ergreifen, was von seiner Seite her, jedes Mal in einem Eklat von Geschrei, nicht selten verbunden mit körperlicher Misshandlung, mündete. Er ließ keine noch so gültige oder bewegende Argumentation an sich heran, es hieß einfach “ich habe gesagt er hat zu Hause zu sein... sein zu Hause ist hier und damit basta!”.

Gebots- und Verbotsmissachtungen, ob real oder auch eingebildete, sanktionierte er mit barbarisch grausamsten Mitteln. Es gab keine gemeinsamen Abende mit ihm, ich habe nicht einmal einen Tag in Erinnerung, an dem er gänzlich anwesend gewesen wäre. Sogar an heiligen Abenden war er nur kurzfristig vor Ort, und verschwand regelmäßig gegen einundzwanzig Uhr mit der Bemerkung, er müsse noch bei seiner Mutter, meiner anderen Großmutter, vorbeisehen - schließlich sei doch Heilig Abend. Es war in gewöhnlichen Jahreszeiten üblich, dass wenn mein Vater schon mal nach Hause kam, dies kaum vor der Mitternachtsstunde geschah.

Oft genug wurde mir seine Anwesenheit nur deshalb gewahr, da ich von ihm mit kräftigen Ohrfeigen aus dem Schlaf gerissen wurde. Schlaftrunken wurde ich aus der warmen Sicherheit meiner Träume in unmenschlichste Wirklichkeit gerissen. Es war ein unbeschreibliches Inferno, ich spürte einzig seine schmerzhaften Hiebe, ich hatte nicht einmal die Möglichkeit richtig zu erwachen, mich daran zu erinnern, was ich denn an Geboten nicht befolgt haben könnte. Plötzlich war alles in grelles Licht getaucht. Knickten meine Füße weg, wurde ich wieder hochgerissen, mit schreiend begleitenden Worten wie “was habe ich dir gesagt ... na warte Bürschchen... dir werde ich´s zeigen!”. Mein älterer Bruder lag in diesen Augenblicken zitternd unter seiner Bettdecke, manchmal bekamen wir Beide etwas ab, manchmal nur einer von uns, bis in Unendlichkeit verängstigt waren wir Beide jedes Mal.

Meine Mutter war zu jenem Zeitpunkt so gut wie machtlos all diesen Geschehnissen gegenüber, war eingeschüchtert, selbst Opfer, sie fürchtete sich vor schlimmeren Rache Repressalien meiner Vaterfigur. In darauffolgenden Jahren sollte sich diesbezüglich dennoch vieles verändern.

An jenem Samstag, am Tage nach dem Baderlebnis mit meinem Vater und vorgegaukelter Cousine, hatte sich noch nichts verändert. Schon im Hausflur war nicht zu überhören, dass meine Eltern sich in einem Streitgespräch befanden. Anlassgebend war der Umstand, dass ich meiner Mutter ja von meiner neuen Cousine erzählt hatte, die mich und meinen Vater in das Hallenbad begleitete. Meine Mutter hatte allen Mut zusammengefasst und meinen Vater aufgefordert uns Kinder von seinen Frauengeschichten fernzuhalten, mein Vater behauptete jedoch, dass dies alles meiner kindlichen Phantasie entsprungen sei, er wohl Leute gegrüßt, aber mit mir alleine in diesem Bade zugegen war.

Außerdem bezichtigte und beschuldigte er sie in diesem Zusammenhang wieder einmal damit, wie sehr ihre Erziehungsmethoden ins Leere greifen würden, was jetzt wieder daran zu ersehen sei, welch ungeheure Lügengebäude das Kind, ich, erstellt hatte.

Aus guten Gründen hatte ich mich schon während des anhaltenden Streitgespräches so unauffällig wie nur möglich in mein Zimmer zurückgezogen, was gleichwohl, so sollte ich bald erkennen können, nicht die gewünschte Wirkung erbrachte und völlig nutzlos war. Während meine Mutter beim Krämer um die Ecke noch rasch eine Einkaufsbesorgung tätigte, kam mein Vater in mein Zimmer, um mich dort zur Rede zu stellen, “Warum?!” begann er mit geknirschter Stimme, zusammengekniffenen Augen und zusammengebissenen Zähnen, einer Stimme die nichts Gutes verhieß und die ich kannte “warum hast du denn alles der Mutter erzählt?!” Er hatte noch nicht richtig zu Ende gesprochen, als ich auch schon eine Backpfeife erhielt, die mich, mit dem geringen Gewicht eines achtjährigen Kindes, kurzerhand in die Ecke des Raumes beförderte. Mein Erzeuger muss wohl arg in Eile gewesen sein, denn er begnügte und verabschiedete sich noch lautstark mit einem Versprechen, an das er sich lange Jahre gebunden fühlte und auch einhielt “na warte Bürschchen, ab heute wirst du mich richtig kennenlernen!”.

Diesem “Versprechen” konnte ich erst ab meinem vierzehnten Lebensjahr Einhalt gebieten, doch dazu später. Die Jahre die folgten waren im Sinne diese Versprechens für meine kindliche Seele eine Steigerung von abgrundtiefster Hölle, ich hätte nie geglaubt, dass diese so nah und so tief sein kann. Mein älterer Bruder erlebte ähnliches, für unseren Jüngsten begann eine leidvolle Odyssee nach dem Tod unserer Mutter.

Meine weitere Entwicklung, mein “Mensch-Entstehen”, war stets von Gewalt begleitet und geprägt, war ständig von Situationen die Gewalt und Verzweiflung in sich verborgen hielten, umgeben. Mein achtes Lebensjahr kann diesbezüglich als besonders einschneidend bezeichnet werden. Dem Tag des diabolischen Versprechens folgten weitere gewalterfüllte, sanktionsreiche Monate, meine Mutter war am Ende ihrer Kräfte angelangt, sie schwebte zwischen Hoffnung, Bedrohung, erstmaligen Scheidungsgedanken, massivsten Zukunft- und Existenzängsten. Mein Vater zog es auch vor, seine guten Verdienste zu größten Teilen in seine beschämend exzessiven Lebensstile einzubringen, die finanzielle Zuwendung an die Familie waren so knapp bemessen, dass meine Mutter ab Monatsmitte nicht imstande war, die restlichen Tage, dieses mehr als einmal die Teller ihrer Kinder mit einer warmen Mahlzeit bescheiden zu füllen.

Ein nächster, höchst erniedrigender Kulminationspunkt des Schreckens stellte sich ein, indem er seinen Zahlungsverpflichtungen, die er für angeschaffte technische Geräte zu leisten gehabt hätte, einfach nicht nachkam und uns dadurch zusätzlich den Umstand des Gerichtsvollziehers beschied. Ich machte mir große Sorgen um meine Mutter, die in jenen Zeiten blass und mit rot geränderten Augen, die von ihren schlaflosen Nächten zeugten, am Frühstückstisch saß. Einige Male schwänzten ich daher die Schule, trieb mich in einem naheliegendem Waldstück herum, um dann nach Hause zurückzukehren. Ich begründete mein verfrühtes Eintreffen damit, dass Unterrichtsstunden ausgefallen seien, ich wollte einfach in der Nähe meiner Mutter sein.

Es gab zwischendurch zusätzliche abscheuliche Vorfälle, die nach und nach die Psyche meiner Mutter schwerstens belastete. So wurde sie einmal von einer dekadenten Gespielin meines Vaters angerufen, bei diesem Telefonat versicherte diese meiner Mutter mit hämischer Stimme “ich kriege ihn da kannst du machen was du willst - ich bekomme ihn... er gehört jetzt mir”. Mit Gelächter, ich weiß dies alles aus späteren Gesprächen mit Mutter, wurde das Telefonat beendet, sie wusste nicht, wer die Person am anderen Ende war.

Mutters Psyche, es war nicht verwunderlich, konnte diesen ständigen zerstörerischen Einflüssen nicht mehr standhalten, sie kollabierte. Die erlittenen Abgründe in der Seele meiner Mutter führten in einen fatalen, zu einem verzweifelten Hilfeschrei, der sie beinahe das Leben gekostet hätte. Als hätte ich es geahnt, trödelte ich nach einem regulärem Unterrichtsende mit meinen Klassenkameraden nicht mehr auf den Straßen herum, sondern begab mich auf dem kürzestem Heimweg nach Hause.