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In Berichten, Rückerinnerungen und Gesprächen der beteiligten Personen wird die Geschichte einer Hure dargestellt, die sich zu einer erfolgreichen Betreiberin von Modelwohnungen und Clubs hocharbeitet. Sie beschreitet diesen Weg mit Intrigen, Beziehungen und Abhängigkeiten anderer zu ihr und untereinander. Sie überlässt nichts dem Zufall, sie spinnt das Netz, in dem sich die anderen verfangen. Sie versteht es immer wieder, ihre persönlichen Vorteile so zu gestalten, dass die anderen Beteiligten nur Vorteile für sich erkennen und allzu bereit sind, ihren Ratschlägen zu folgen. Das Netz wird sichtbar durch die Schilderung von Gesprächen und Rückerinnerungen der beteiligten Personen in ihrer unmittelbaren Umgebung. Beates Netz erstreckt sich auch auf Geschäftspartner und Stammgäste. Anscheinend macht sie nie Fehler, immer scheint sie alles unter Kontrolle zu haben, allein dadurch, dass sie immer den ersten Schritt macht und sich die Zielpersonen sehr genau aussucht. Irgendwann werden ihre Ratschläge zu ihren Ungunsten teilweise anders umgesetzt als sie es sich vorgestellt hatte, und Personen kommen ins Spiel, auf die sie keinen Einfluss mehr hat, ihr Netz bekommt Risse. Und schließlich wird sie durch das leicht verdiente viele Geld wohl doch etwas unaufmerksam. Schließlich muss sie feststellen, dass sie selbst ins Netz einer größeren Spinne geraten zu sein scheint. Wird sie da wieder herauskommen, oder ist alles vergeblich gewesen, sind ihr Vermögen und ihre Freiheit in Gefahr? Die gesamte Erzählung umfasst Beates Geschichte von ihrem 30. bis zu ihrem 55. Lebensjahr.
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Seitenzahl: 109
Veröffentlichungsjahr: 2018
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Beate fährt heim
Julia hat Geldsorgen
Julia bei Beate
Beate erzählt von ihren Anfängen
Birgit wird erpresst
Beate über Julia und Marita
Bindung Marita an Julia
Julia und Marita gehen einkaufen
Neugierde auf Rotlichtmilieu
Julia und Marita in der Modelwohnung
Julia sagt die Wahrheit
Der Einstieg
Beate und Julia
Beate und Herbert
Julia und Marita im Club
Marita erinnert sich
Marita fühlt sich verlassen
Stammgäste
Maritas Entscheidung
Beate muss nachgeben
Beate denkt zurück
Marita abhängiger machen
Beate wird ungeduldig
Herberts Machenschaften
Als Beate das Gebäude verließ und auf das Taxi zulief, spielte ein Lächeln um ihren Mund. Sie war eine drahtige, auch mit Mitte fünfzig noch sehr attraktiv aussehende Frau, aber ihre Augen ließen sie streng, beherrschend wirken. Diese Augen unterstrichen dadurch allerdings nicht ihre Schönheit und ihr leichtes Lächeln, kein Anflug eines Strahlens war zu erkennen.
Sie stieg ins Taxi hinten ein, es war zwar wie immer ein ihr bekannter Fahrer, aber sie hasste persönliche Nähe zu Dienstleistern. Sie musste nichts sagen, er wusste, dass sie zum Bahnhof gefahren werden wollte. Sie besaß zwar einen luxuriösen Oberklasse Wagen, aber sie hasste es, nachts oder auf Autobahnen zu fahren. Also stand das Auto bei ihr in der Garage und sie benutzte für die 70 km zwischen den beiden Städten Bahn und Taxi.
Als das Taxi los fuhr umspielte ihren Mund immer noch dieses leichte Lächeln.
Es war wieder einmal alles prima gelaufen mit Milan. Er hatte heute wie versprochen drei junge Rumäninnen gebracht.
Sie würden zunächst zwei Wochen auf Probe und dann mindestens sechs Monate in ihrem Club arbeiten. Es war eine 18jährige mit ihrer gleichaltrigen Freundin und ihrer 19jährigen Schwester. Beates Lächeln verstärkte sich noch etwas, denn das war eine hervorragende Kombination. Sie mochte es, wenn es Abhängigkeiten zwischen den Mädchen gab, sie sich gegenseitig bei der Stange hielten und auch nicht ins Grübeln verfielen. Beate hatte deshalb schon häufiger bei einzelnen Mädchen Freundschaften gefördert und eingeleitet, weil das einfach für sie von Vorteil war. Viele Gäste liebten es auch, mit zwei Mädchen aufs Zimmer zu gehen. Das fiel den Mädchen leichter, wenn sie sich gut kannten und vertrauten.
Nachdem letzte Woche die vier bisher jüngsten Mädchen nach Ablauf der vereinbarten Frist wieder abgereist waren, war die Ankunft dieser ganz jungen Frauen sehr notwendig.
Mit Milan traf sie besonders gern Vereinbarungen. Er brachte immer ausgesprochen hübsche Mädchen, er versicherte glaubhaft, dass die Mädchen schon im Heimatland wussten, welche Arbeit hier auf sie zukommt, er legte glaubwürdige Gesundheitszeugnisse vor, er war nett zu den Mädchen, jedenfalls hatte sie nie Klagen gehört, und nicht zuletzt wurde sie von ihm zusätzlich noch gut entlohnt für die Beschäftigung der Mädchen. Es war ihr egal, dass die Mädchen von ihrem Einkommen an ihn abliefern mussten, und auch, wie viel ihnen selbst blieb.
Für die Liebhaber junger Mädchen war also mal wieder gesorgt, nun musste sie auch noch das akute Problem der oberen Altersklasse lösen. Julia und Marita wollten nicht mehr kommen, dadurch war keine Frau über 35 mehr im Club, aber es gab Kunden, die Frauen in diesem Alter bevorzugten, und es gab Stammgäste gerade dieser beiden Frauen, die ganz abzuspringen drohten. Sie brauchte also eine Lösung und zwar schnell. Ihr Lächeln war inzwischen verschwunden und ihr Gesichtsausdruck hatte eine ungewöhnliche Strenge und Härte. Sie musste sich gleich morgen Julia vorknöpfen, die war ihr verpflichtet. Während sie überlegte, wie sie Julia zurückholen könnte, dachte sie daran zurück, wie es mit Julia begonnen hatte.
Julia hatte sich von ihrem Mann getrennt und die Scheidung eingereicht. Immerhin war ihr Mann so fair, ihr und den beiden 10 und 11 Jahre alten Söhnen die Wohnung zu überlassen und war ausgezogen. Allerdings bekam sie kaum finanzielle Unterstützung von ihm, nur ein bisschen für die Kinder, aber nicht für sie. Julia war eine sehr hübsche Frau von 32 Jahren. Sie war nicht gerade zierlich, sondern körperlich groß mit kräftigen Schultern und Hüften, aber mit guten Proportionen und großem Busen. Ihr schulterlanges blondes Haar umspielte ein nett anzuschauendes Gesicht, das aber trotzdem wie ihr Körper etwas wuchtig wirkte.
Auf jeden Fall zog sie die Männer an. Schon kurz nach der Geburt des jüngsten Sohnes begannen die Auseinandersetzungen mit ihrem Mann. Er hatte kaum noch Lust auf Sex, Julia war dagegen immer heiß darauf. Sie war zwar nicht hemmungslos, aber ein paarmal in der Woche wollte sie es schon wissen.
Zusätzlich war ihr Mann faul, schmiss einen Job nach dem anderen. Julia hatte immer wieder Arbeit gefunden und hatte sich immer wieder mit anderen Männern eingelassen. Sie brauchte es einfach.
Seit einem halben Jahr arbeitete sie in einem Fitness-Studio und hatte dort bald mit dem Chef angebandelt. Der zahlte ihr dafür ein deutlich höheres Gehalt. So ließ sie ihren Mann gern ziehen, musste sie ihn schon nicht durchfüttern, für Sex und Geld schien gesorgt.
Doch wenige Wochen nachdem ihr Mann ausgezogen war, kam es auch mit ihrem Chef und Geliebten zu heftigen Auseinandersetzungen. Er hatte sich offensichtlich in eine Jüngere verknallt, er wollte keinen Sex mehr mit Julia und strich auch die zusätzlichen Zahlungen. Julia schmiss den Job hin, dort wollte sie nicht bleiben. Sie war verzweifelt, was nun?
Ihre Mutter konnte ihr auch nicht helfen mit dem kleinen Einkommen, und sie konnte dort in die winzige Wohnung auch nicht mit den Kindern einziehen.
Julia war sehr selbstbewusst und stolz, wollte alles auf eigene Faust lösen, ließ sich allerdings auch sofort gern fallen und aushalten, wenn es dazu eine Gelegenheit gab. Offenbar wirkte sie gerade in ihrer Verzweiflung nicht besonders attraktiv, denn kein Kerl biss an, keiner machte Annäherungsversuche, was sonst für sie ganz normal war. Es lief nichts, nicht beim Einkaufsbummel, nicht im Café, nicht abends vorm Kino oder in einer Bar. Für Discos war sie langsam zu alt und außerdem warteten ihre Kinder daheim. Sie war in ein anderes Fitness-Studio gegangen, um ihren alten Chef nicht zu treffen, aber auch dort bandelte niemand mit ihr an.
Schließlich gab sie sich einen Ruck, sie würde mit ihrer Tante Beate reden, der Schwester ihres Vaters. Mit dem hatte sie zwar auch schon lange keinen Kontakt mehr, aber Beate besuchte immer mal wieder ihre Schwägerin, Julias Mutter, und steckte ihr wohl auch immer mal etwas Geld zu. So traf Julia hin und wieder ihre Tante Beate.
Sie fand Beates Augen immer sehr freundlich, aber auch durchdringend auf sich gerichtet. Julia wusste nicht, womit Beate ihr vieles Geld verdiente. Sie wollte nichts geschenkt haben, sie wollte schon arbeiten, soweit sich das mit den Kindern vereinbaren ließ. Vielleicht konnte Beate ihr eine Arbeit verschaffen.
Beate war am Telefon sehr freundlich und hatte Julia gleich für den nächsten Nachmittag zum Kaffee eingeladen. Julia hatte angedeutet, dass sie unbedingt eine Arbeit braucht und gefragt, ob Beate ihr helfen könnte.
„Wir werden schon etwas für dich finden, Kind“
war deren freundliche Antwort.
Diese Zuversicht hatte Julia wieder aufgerichtet, ihr sofort wieder Ruhe und Mut eingeflößt. Sie war glücklich, dass sie sich getraut hatte, Beate anzurufen.
Am nächsten Nachmittag klingelte Julia wie verabredet um 15 Uhr bei Beate.
Beate öffnete lächelnd, umarmte Julia und gab ihr zwei Wangenküsschen. Sie gingen ins Wohnzimmer, es standen Kaffee und Kuchen auf dem Tisch.
Beates Mann Ludwig war anscheinend nicht da.
„Ludwig hat einen Termin bei einem Kunden, das ist auch besser so für uns“ lachte Beate.
Julia wusste, dass Ludwig als Anlagenberater viel bei Kunden unterwegs war. Sie wusste auch, dass die beiden sich kennengelernt hatten, als sich Beate nach ihren ersten großen Einnahmen von ihm beraten ließ.
Sie ahnte nicht, was sie darüber heute noch alles erfahren sollte.
Dann saßen die beiden Frauen bei Kaffee und Kuchen und Beate forderte Julia freundlich auf, einfach mal zu erzählen.
Und Julia hatte wegen Beates Freundlichkeit und Offenheit keine Hemmungen mehr und schüttete ihr Herz aus und schloss mit der Frage
„hast du eine Möglichkeit, mir eine Arbeit zu beschaffen?“
„Kindchen, ich hatte nie ein Problem, ausreichend und noch mehr Geld zu verdienen. Man braucht dazu nur die richtige, offene Einstellung“
Sie blickte freundlich in Julias fragendes Gesicht.
„Kindchen, jede Frau, insbesondere wenn sie so jung und hübsch wie du ist, kann jederzeit viel Geld verdienen“
Julia schaute jetzt eher etwas irritiert, in ihrem Kopf jagten sich Gedanken und Vermutungen, Beate wollte doch nicht etwa sagen, dass …?
Doch im gleichen Moment schaffte Beate Klarheit
„Fast jeder Mann ist bereit, viel Geld auszugeben, eine Frau wie dich haben zu können“
„du meinst doch nicht etwa Prostitution?“
Jetzt lachte Beate laut auf, ihre sonst so strengen Augen strahlten tatsächlich ein bisschen
„doch mein Kind, genau das, aber du brauchst nicht so erschrocken zu schauen, da gibt es viele Schattierungen, ich meine natürlich auf hohem Niveau“
Julia schloss ihren offenen Mund wieder und Beate fuhr fort
„vor dir sitzt eine sehr erfolgreiche Hure, ich bin eine reiche, angesehene Frau, oder? Wenn du es richtig anfängst, ist das ein ordentlicher, sauberer Beruf. Du musst dich nicht in die Abhängigkeit von Zuhältern begeben und dich ausbeuten lassen. Die Zeiten haben sich geändert, heute gibt es viele Möglichkeiten, unabhängig und auf hohem Niveau viel Geld zu verdienen und seine Entscheidungsfreiheit zu behalten“
Und dann erzählte Beate, wie es bei ihr begonnen und bis heute entwickelt hatte.
Als Beate 28 Jahre alt war, war ihre Mutter sehr jung gestorben. Kurz danach hat sie selbst ihren Arbeitsplatz verloren. Birgit, die Freundin ihrer Mutter, hatte ihr einige Monate sehr beigestanden und machte ihr einen Vorschlag für eine neue, einträgliche Tätigkeit. Diese Freundin ihrer Mutter betrieb eine Modelwohnung im 70 km entfernten H.
Sie hatte dort jeweils 4-6 Frauen zwischen 18 und 35 Jahren, inserierte in Tageszeitungen und hatte ein gutes Einkommen durch die Zimmermieten der Frauen. Sie selbst war immer auch Hure gewesen, inzwischen stand sie aber nur noch zwei älteren Stammgästen zur Verfügung. Bei der Gelegenheit erfuhr Beate auch, dass auch ihre Mutter früher gemeinsam mit Birgit angeschafft hatte.
Beate hatte einen sehr offenen Umgang mit Sex und viele wechselnde Partner. Sie war offensichtlich polyamor, sie wollte Liebe, konnte aber selbst nicht lieben. So zögerte sie nicht lange und nahm das Angebot an. Schon bald hatte sie einen großen Stamm regelmäßiger Gäste, die nur zu ihr wollten. So verdiente sie selbst und an ihr auch die Wohnungsinhaberin Birgit viel Geld. Birgit gab ihr immer wieder gute Ratschläge, das Geld nicht zu verjubeln, sondern möglichst viel anzulegen, damit sie auch eine Alterssicherung habe.
Eines Tages machte Birgit ihr das Angebot, Teilhaberin zu werden.
Der Vorschlag war, eine zweite Wohnung anzumieten und beide Wohnungen gemeinsam zu betreiben. Wahrscheinlich wollte Birgit verhindern, dass ihr Zugpferd Beate sich allein selbstständig macht.
Da war Beate dann also mit 35 Jahren Mitinhaberin, kassierte Miete von den anderen Frauen und war selbst nur noch für ihre Stammgäste zu haben. Einer ihrer Stammgäste war der Anlagenberater Ludwig. Er kam immer häufiger, häufiger als alle anderen, zuletzt zweimal in der Woche. Sie kamen sich persönlich sehr nah und eines Tages fragte sie ihn als Anlagenberater um Rat.
Allerdings zögerte sie dann zunächst doch etwas, einem Stammgast ihre finanziellen Verhältnisse offen zu legen. Aber sie hatte letztlich volles Vertrauen zu ihm und er sagte ihr auch volle Unbefangenheit zu und wollte auch kein Honorar verlangen. So verbrachten sie zusätzlich Zeit mit der Anlagenberatung und eines Tages sagte Ludwig
„ich muss dir etwas gestehen, ich habe mich in dich verliebt“, „aber ich bin eine Hure“.
„ich weiß, aber wenn du dich in Zukunft nur noch auf die Betreuung der Wohnungen beschränkst und nicht mehr anderen Männern zur Verfügung stehst, dann würde mich das nicht stören“
Zunächst änderte sich nichts zwischen den beiden. Er betonte immer wieder seine Liebe, sie blieb jeweils stumm. Mit einer ihrer Frauen verstand sie sich besonders gut. Katja war nur zwei Jahre jünger als sie, also die zweitälteste in ihrer Wohnung. Irgendwann vertraute sie sich ihr an und die beiden vereinbarten, dass Katja Beates Stammgäste übernehmen sollte. Beate wollte behaupten, dass sie wegen anderer Verpflichtungen nicht mehr so oft anwesend sein könnte.
Und das entwickelte sich dann sehr gut. Zunächst boten sie den daran interessierten Stammgästen auch Spiele zu Dritt an. Weil sie beide sicher waren, nicht lesbisch zu sein, spielten sie es den Gästen vor und fanden dann echten Gefallen daran. Eines Tages begannen sie auch ohne Gäste intim miteinander zu sein, wobei Katja aktiver war als Beate. Katja war sehr beeindruckt von Beate, schaute zu ihr auf, begann Liebe für sie zu empfinden. Das galt umgekehrt für Beate nicht.
Aber schließlich machte Beate Katja den Vorschlag, ob sie sich vorstellen könnte, mit ihr gemeinsam die Wohnungen zu betreiben und Birgit irgendwann auszuzahlen.
Ihren Hintergedanken, Katja damit langfristig an sich zu binden, verriet sie natürlich nicht.
Katja zögerte etwas, denn es würde ihre gesamten Ersparnisse auffressen, aber ihre Liebe zu Beate gewann.
Beate führte von Anfang an gemeinsam mit Katja die Verhandlungen mit den Anbietern der Mädchen. Beate übernahm dabei vorrangig den Aufbau eines Netzwerkes, um deutsche Frauen, insbesondere auch über 30, zu finden und zu halten.
