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Der grausame Krieg hat die glückliche Familie brutal auseinandergerissen und sie ihrer Heimat beraubt. Arnulf Berkenstein weiß nicht, ob seine geliebte Frau und sein kleines Töchterchen überhaupt noch leben. Zumindest findet der ehemalige Gutsbesitzer bei einem netten jungen Mädchen eine Anstellung als Verwalter. Plötzlich gibt es auch Neuigkeiten von seiner Frau und seinem Töchterchen. Arnulf erfährt, dass beide leben. Aber warum hat die Mutter die kleine Rosemarie in ein so strenges, von Nonnen geführtes Waisenhaus gegeben, dass das Kind nun völlig eingeschüchtert ist? Und warum arbeitet Gitta als Gesellschafterin eines Gutsbesitzers und hält sich mit ihm zurzeit an der Riviera auf? Arnulf, der seine Frau über alles liebt, beginnt an ihr zu zweifeln, und das zu Recht, wie sich bald herausstellt ...
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Seitenzahl: 116
Veröffentlichungsjahr: 2026
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Inhalt
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Impressum
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Inhaltsverzeichnis
Inhaltsbeginn
Impressum
Getrennt durch das Schicksal, vereint durch die Liebe
Der grausame Krieg hat die glückliche Familie brutal auseinandergerissen und sie ihrer Heimat beraubt. Arnulf Berkenstein weiß nicht, ob seine geliebte Frau und sein kleines Töchterchen überhaupt noch leben. Zumindest findet der ehemalige Gutsbesitzer bei einem netten jungen Mädchen eine Anstellung als Verwalter. Plötzlich gibt es auch Neuigkeiten von seiner Frau und seinem Töchterchen. Arnulf erfährt, dass beide leben. Aber warum hat die Mutter die kleine Rosemarie in ein so strenges, von Nonnen geführtes Waisenhaus gegeben, dass das Kind nun völlig eingeschüchtert ist? Und warum arbeitet Gitta als Gesellschafterin eines Gutsbesitzers und hält sich mit ihm zurzeit an der Riviera auf?
Arnulf, der seine Frau über alles liebt, beginnt an ihr zu zweifeln, und das zu Recht, wie sich bald herausstellt ...
Arnulf Berkenstein verzog sein markantes, schmales Gesicht zu einem Lächeln. Der Freund gab sich wirklich alle Mühe, ihn von der Notwendigkeit eines Wohnungswechsels zu überzeugen.
»Du musst wieder Landluft atmen, Arnulf, du musst aus dieser Mietskaserne heraus! Mein Gott, ich mag einfach nicht daran denken, wie du dich verändert hast.«
Gerhard Seidlitz reichte Arnulf bis an die Schulter und musste deshalb zu ihm aufsehen.
Sein Freund lächelte ein wenig spöttisch und belustigt.
»Wenn ich etwas auf deine Vorwürfe zu entgegnen habe, dann dieses: Ich habe mich um eine passende Stellung als Verwalter bemüht, doch leider vergeblich! Man hat mich nicht genommen, weil mir Zeugnisse fehlen. Ich bin also gezwungen, den Büroschemel zu drücken. So, was sagst du dazu?«
»Weil dich niemand kennt, darum hat man dich nicht genommen«, erwiderte Gerhard aufgebracht.
Die Herren gingen in eine kleine Weinstube, wo sie an einem versteckt liegenden Ecktisch Platz nahmen.
»Gerhard, nimm es mir bitte nicht übel, aber es ist vielleicht auch gut so, dass ich anfangs keine Stellung bekommen habe. Ich tauge nicht zum Knecht.«
»Komm erst einmal mit mir, Arnulf, erhole dich bei uns, gönne dir einige Wochen Ferien! Du weißt, dass ich inzwischen geheiratet habe. Meine Frau wird sich freuen, wenn ich dich mitbringe. Ich habe ihr nämlich schon viel von dir erzählt«, setzte er treuherzig hinzu.
»Das geht leider nicht, mein Lieber. Gerade jetzt wird man mir keinen Urlaub geben«, erklärte er seufzend. »Ich muss nämlich meinen Urlaub nehmen, wann es meinem Chef passt, und kann mir die Jahreszeit nicht aussuchen. Heute Nachmittag habe ich mir freigenommen, um wieder einmal beim Suchdienst des Roten Kreuzes nachzufragen.«
»Deine Frau?«, fragte Gerhard Seidlitz mitfühlend.
»Ja«, kam es hart zurück. »Auch meine Frau werde ich verloren haben, meine Frau und mein Kind. Es ist anzunehmen, dass sie sich damals nicht mehr rechtzeitig haben in Sicherheit bringen können.«
Gerhard Seidlitz haderte in dieser Minute mit dem unerbittlichen Schicksal, das solch einem prächtigen Menschen wie Arnulf Berkenstein alles genommen hatte.
»Hast du ein Bild von deiner Frau bei dir, Gerhard? Ich würde sie so gern kennenlernen, wenn auch zunächst nur bildlich.«
Sofort nestelte Gerhard aus seiner Brieftasche eine Fotografie hervor.
»Das ist Gisela, meine Frau«, sagte er mit einem liebevollen Blick auf die sympathisch aussehende Frau und reichte dem Freund das Bild.
»Ich glaube, du hast die Richtige gefunden, Gerhard«, sagte Arnulf und gab das Bild mit einem Lächeln zurück.
»Das habe ich. Gisela ist eine wundervolle Frau«, versicherte er stolz.
Es tat ihm furchtbar leid, dass sein Freund nichts über den Verbleib seiner Liebsten wusste.
»Und du hast nichts mehr von deiner Frau und deinem Kind gehört?«, fragte Gerhard nach einem Moment des Schweigens.
»Nein, nicht mehr. Nach Aussagen einer Magd, die bis zum letzten Augenblick auf Berkenstein geblieben war, war meine Frau krank, als es noch Zeit gewesen wäre, zu flüchten.«
»Das tut mir wirklich leid.«
Nun kamen die beiden Herren auf andere Dinge zu sprechen. Sie hatten sich viel zu erzählen und frischten viele Erinnerungen auf.
Es dämmerte schon, als es allmählich Zeit wurde, sich zu verabschieden.
»Also, wie ist es, wann kann ich dich erwarten, Arnulf?« Gerhard Seidlitz tat so, als sei es schon verabredet, dass Arnulf Ilmenau einen Besuch abstatten wollte.
»Sobald ich Urlaub habe, Gerhard, das verspreche ich dir. Dann werde ich zu euch kommen, wenn ich deiner Gattin willkommen bin.«
»Das ist ein Wort.« Gerhard umarmte den Freund impulsiv. Ein warmer Glanz strahlte in seinen Augen und gab Arnulf Berkenstein die Gewissheit, dass er, der Heimatlose, wirklich willkommen war.
»Ich freue mich, Gerhard«, sagte er bewegt.
♥♥♥
Frau Gisela fuhr mit Kutscher Wilhelm Görken zum Zug. Der Gatte war zum ersten Mal während ihrer Ehe allein fortgefahren. Wie lange doch eine Stunde sein konnte, wenn der Mensch nicht da war, den man liebte, wie unendlich lang!
Endlich kam der Bummelzug angezuckelt.
Mit vor Freude geröteten Wangen lief Frau Gisela Gerhard einige Schritte entgegen. Sie winkte aufgeregt, und im nächsten Augenblick lag sie schon an der breiten Brust des Gatten.
Eng aneinandergeschmiegt fuhren die Liebenden zurück durch die wundervolle Frühlingslandschaft. Frau Gisela hatte den Kopf an die Schulter des Liebsten gelehnt und wartete darauf, dass er von der Reise berichtete.
»Ich traf durch einen Zufall Arnulf Berkenstein«, erzählte Gerhard Seidlitz da auch schon. »Diese Begegnung hat mich sehr nachdenklich gestimmt.«
»Du trafst deinen Freund? Ja, warum hast du ihn denn nicht gleich mitgebracht? Wie geht es ihm? Er soll doch riesige Güter in Ostpreußen besessen haben.«
Gerhard erzählte seiner Frau alles, was er von seinem Freund erfahren hatte.
»Das ist doch nicht möglich!«, sagte Gisela erschüttert, als der Gatte verstummte.
»Doch, Liebes, ich konnte es auch erst nicht begreifen.«
»Man muss ihm doch helfen!«
»Arnulf ist stolz, er wird sich nicht helfen lassen wollen, ich kenne ihn.«
Frau Gisela nickte ernst. Ihrem nachdenklichen Gesicht sah man an, dass sie überlegte, wie sie dem Freund des Gatten trotzdem helfen könnte.
♥♥♥
Es war einige Tage später, als Frau Gisela dem Gatten nach getaner Arbeit gegenübersaß.
»Gerhard«, begann die Hausfrau zögernd, »wie ist es denn, ob ich nicht einmal mit Marie-Louise sprechen sollte, dass sie als nächsten Verwalter deinen Freund einstellt?«
»Mit Marie-Louise? Keine schlechte Idee; allerdings wird es einige Schwierigkeiten geben.«
»Warum?«
»Du weißt doch, dass Marie-Louise seit dem Unfall recht eigenartig ist und ihre Verwalter recht häufig wechselt. Es kann nicht immer nur an den Männern liegen, Gisela. Natürlich will ich deine Freundin nicht beleidigen«, beteuerte Gerhard, »aber es wäre mir wirklich unerträglich, wenn Arnulf durch sie noch eine schlimme Erfahrung machen müsste.«
»Du kennst Marie-Louise nicht richtig. Sie ist ein prächtiger Mensch! Stell dir doch vor, wie es ist, wenn man sich geliebt glaubt, dann plötzlich einen Unfall hat, dessen Folgen derart unglücklich sind, dass sie nun ein kürzeres Bein hat und deshalb im Stich gelassen wird.«
»Ja, ich weiß, das muss ein harter Schlag für sie gewesen sein«, gab ihr Gatte zu. »Aber trotzdem ...«
»Soll ich dir einmal etwas sagen, Gerhard? Sie hat mir anvertraut, weswegen sie ihre drei Verwalter entlassen musste und lieber selbst die Arbeit machen wollte, als von solchen Leuten abhängig zu sein. Jeder der drei hatte ihr nach etlichen Wochen einen Heiratsantrag gemacht und ihr im Eifer des Gefechtes erklärt, wie sehr er sie liebe, wie wundervoll sie aussehe und wie schwebend ihr Gang sei!«
»Das ist ja wirklich die Höhe! Aber warum schweigt sie denn darüber und lässt die tollsten Gerüchte über ihre Hartherzigkeit und Launenhaftigkeit entstehen?«
»Weil sie zu stolz ist und weil ihr nichts an der Meinung anderer Leute liegt. Darum! Schau, bei deinem Freund ist doch die Frage einer Heirat ohnehin ausgeschaltet! Er wird viel zu anständig sein, ihr einen Antrag zu machen, und viel zu ehrlich, solche fadenscheinigen Komplimente zu erfinden. Außerdem liebt er seine Frau noch immer und sucht nach ihr und wird sie immer lieben, diese außergewöhnliche Frau.«
»Das wird er gewiss«, pflichtete Gerhard Seidlitz ihr zu. »Darum ist dein Gedanke vielleicht auch gar nicht so schlecht!«
Einige Tage später traf ein Brief von Arnulf Berkenstein ein. Er bekam jetzt Urlaub und teilte dem Freund seine bevorstehende Ankunft mit. Frau Gisela und Gerhard freuten sich sehr.
An diesem Nachmittag ließ Frau Gisela von Wilhelm Görken anspannen. Sie wollte Marie-Louise Grabow besuchen und bei der Gelegenheit ein wenig vorfühlen, wie die Freundin über die Anstellung eines neuen Verwalters dachte.
Kaum hielt der Kutschwagen auf dem Gutshof, als schon ein Diener herbeieilte, um den Gast zu begrüßen.
»Das gnädige Fräulein muss jeden Augenblick zurückkommen«, sagte er.
»Reitet Fräulein Grabow?«, fragte Gisela erstaunt.
»Ja, sie muss doch«, lautete die bekümmerte Antwort.
Frau Gisela wusste, dass sich der alte Diener um seine Herrin wie um sein eigenes Kind sorgte.
Sie saß gerade einige Minuten in dem eleganten Empfangssalon, als die Freundin hereinkam.
Marie-Louise streckte der Besucherin schon von Weitem die Hand entgegen. Ihr offenes, schmales Gesicht strahlte Frau Gisela an.
»Schön, dass du dich auch wieder einmal sehen lässt!«, begrüßte sie die Freundin.
Das junge Mädchen zog ein Bein stark nach. Bei der graziösen, schlanken Gestalt wirkte der hinkende Gang geradezu grotesk.
»Du kommst ja nicht nach Ilmenau!«, gab Frau Gisela zurück.
»Keine Zeit! Was denkst du, was ich gerade jetzt zu tun habe, Liebes. Aber ehrlich gestanden hat zu Väterchens Lebzeiten alles viel besser geklappt. Ich weiß einfach nicht, woran es liegt«, klagte sie.
»Du bist eben eine Frau, Marie-Louise, du solltest dich auf anderem Gebiet betätigen.« Frau Gisela sah die Freundin, die inzwischen ihr gegenüber Platz genommen hatte, nicht an.
»Du weißt genau, dass ich keine Frau sein kann!« Das junge Mädchen sah zum Fenster hinaus und lachte ein wenig bitter auf. »Aber ich bin eine nette Gastgeberin! Ich langweile dich mit solch dummen Gesprächen. Komm, hier ist es so ungemütlich, lass uns in mein Wohnzimmer gehen.«
Marie-Louise erhob sich und ließ die Freundin vorangehen. Sie gab dem Diener Anweisungen, Gebäck und Kaffee zu bringen.
Wieder musste Frau Gisela die Freundin bewundern. Denn ihr heiteres, gelöstes Wesen wirkte wohltuend und erfrischend, von Marie-Louise ging ein Charme aus, dem sich niemand entziehen konnte.
»Wo drückt der Schuh, Liebes?«
Frau Gisela, die die junge Gastgeberin sekundenlang angestarrt hatte, ohne dass es ihr bewusst geworden war, fuhr ordentlich zusammen.
»Heraus mit der Sprache«, ermunterte die Freundin sie.
»Es ist eigentlich nicht leicht, Marie-Louise. Ich komme heute als Bittstellerin zu dir und spreche für einen Menschen, den ich nicht kenne – für Gerhards alten Freund und Kriegskameraden.«
»Du verstehst es, die Sache recht spannend zu machen.« Marie-Louise lachte auf und schob sich ein knuspriges Stück Gepäck in den Mund.
»Also kurz und gut: Arnulf Berkenstein hatte früher selbst große Güter, die in einem musterhaften Zustand waren, wie Gerhard mir immer wieder versichert hat. Er wäre der richtige Verwalter für dich. Du brauchtest nicht mehr den ganzen Tag im Sattel zu sitzen.«
»Hat dieser Mensch noch weitere Vorzüge?«, fragte Marie-Louise erheitert.
Frau Gisela rührte gedankenverloren in ihrer Kaffeetasse und sah dann auf.
»Ja, hat er. Ich muss dir sein Schicksal schildern, dann wirst du einsehen, dass dir von seiner Seite kein Angriff auf dein Herz und vor allem auf Groß-Grabow droht.«
»Dann nur zu!«
Je länger Gisela sprach, umso mehr entspannten sich Marie-Louises Züge.
Zum Schluss atmete sie hörbar aus, dass es wie ein Seufzer klang.
»Vielleicht könnte ich mit diesem Arnulf Berkenstein gut auskommen«, sagte sie.
»Du willst ihn also anstellen?« Frau Gisela strahlte die Freundin an.
»Warum nicht? Erstens tue ich dir einen Gefallen damit, Kleines, und zum anderen kann es ja wirklich sein, dass dieser Mann eine Perle von Verwalter sind wird.«
♥♥♥
Arnulf Berkenstein lehnte sich in der Kutsche zurück und ließ seine Blicke schweifen.
Gerhard Seidlitz ahnte, was in dem Mann beim Anblick der grünenden Felder vor sich ging. Er ahnte, dass Arnulf an das erinnert wurde, was ihm einst alles bedeutet hatte: seine heimatliche Scholle.
Plötzlich hörte man jämmerliche Hilferufe.
Wilhelm Görken sah sich verwundert um. Gerade wollte er die Pferde zu schnellerer Gangart antreiben, als sie eine Reiterin in wildem Galopp in dem kleinen Wald verschwinden sahen.
»War das eben nicht Marie-Louise Grabow?«, fragte Gerhard Seidlitz erregt.
»Leider kenne ich die betreffende Dame nicht, lieber Gerhard. Aber ich glaube, da schreit ein kleines Menschenkind jämmerlich um Hilfe. Die Rufe kommen aus der Richtung, in der die Reiterin soeben verschwunden ist!«
»Du könntest recht haben.« Dann wandte Gerhard sich an Wilhelm Görken. »Halte mal an!«
Die beiden Herren stiegen aus der Kutsche und eilten der Reiterin nach.
Sie waren kaum einige Hundert Meter von der Straße, als ein leises Winseln an das Ohr beider Männer drang. Zwischendurch hörte man eine teils beruhigende, teils zornige Mädchenstimme.
»Ja, es ist Marie-Louise, eine Freundin meiner Frau«, erklärte Gerhard Seidlitz.
Wirklich war es Marie-Louise Grabow, die sich über ein Kind beugte und versuchte, das aus einer Wunde am Bein strömende Blut zu stillen.
»Der Vater hat dir doch verboten, an die Fuchsfallen zu gehen, Peter! Siehst du, nun haben wir das Malheur!«
»Herrin, ich wollte ja auch nicht ...«, jammerte das Kind mit schwacher Stimme.
Das Gesicht des etwa achtjährigen Buben war wachsbleich, auf seiner Stirn standen kleine Schweißperlen.
Und noch immer hörte das furchtbare Bluten nicht auf.
Der Schimmel Marie-Louises, den sie lose an einen Baum gebunden hatte, wieherte plötzlich laut auf.
Das Mädchen drehte sich um und sah in zwei tiefblaue Männeraugen, die in einem ernsten, schmalen Gesicht standen.
»Helfen Sie doch«, stammelte sie verwirrt und blickte wieder auf den Buben, der jetzt die Augen geschlossen hatte.
Mit ein paar Sätzen war Arnulf Berkenstein bei dem Verunglückten.
»Halten Sie bitte den Kopf des Knaben!«, forderte Arnulf, und Marie-Louise gehorchte dankbar.
Die beiden Menschen merkten gar nicht, dass jetzt auch Gerhard Seidlitz hinzugekommen war. Arnulf war ihm plötzlich davongelaufen, dass er nicht mitgekommen war.
»Halten Sie bitte das Bein ein wenig hoch, ich muss die Hauptschlagader abbinden, sonst verblutet der Junge«, erklärte Arnulf.
»Fräulein Grabow, lassen Sie mich helfen!«, bot Gerhard an und kniete nun auch neben dem Jungen.
»Haben Sie zufällig Verbandstoff bei sich?«, fragte Arnulf die junge Frau.
»Nein.«
