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In diesem Märchenbuch nach den Gebrüdern Grimm, werden neun verschiedene Märchen etwas anders erzählt, als sie überliefert sind, so kämpfen unter anderem Frau Hölle und das Tapfere Schneiderlein gegen den durch die Pech- Marie verursachten Klimawandel. Ein Angeblich böse Werwolf gegen die sieben wirklich bösen Geißlein. Die Bremer Stadtmusikanten gegen eine Hexe und ein Monster. Ein gestiefeltes Katermonster gegen einen bösen Zauberer. Während sich Schneeweißchen und Rosenrot als Zwergenjäger verdingen um den Tod der Eltern zu rächen. Vier der neun Märchen, wurden schon separat veröffentlicht.
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Seitenzahl: 144
Veröffentlichungsjahr: 2022
Andrea Appelfelder
Düstere Märchen 2
nach den Gebr. Grimm
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Inhaltsverzeichnis
Titel
Das gestiefelte Katermonster und der Zauberer
Der Werwolf gegen die 7 Geißlein
Die Hexe, die Bremer Stadtmusikanten und das Monster
Frau Holle und das tapfere Schneiderlein
Schneeweißchen und Rosenrot- Zwergenjäger
Hans und die Goldene Glücksgans
Das Märchen vom Tischlein, Esel und Knüppel
Die zwölf Jäger und der Löwe
Die Geschichte vom tapferen Pferd Fallada
Quelle
Impressum neobooks
Andrea Appelfelder
Düstere Märchen II
nach den Geb. Grimm
Das folgende Werk ist rein fiktionaler Natur und beruht frei auf dem Märchen der Gebrüder Grimm.
Jegliche Ähnlichkeiten zu bereits existierenden Namen, Figuren und Orten sind reiner Zufall und haben nichts mit diesen zu tun.
Es war einmal in einem fernen Land, dort lebte ein alter Müller, dieser starb eines Tages nach langer Krankheit und hinterließ seinen drei Söhnen Franz, Frederik und Friedrich sein ganzes weltliches Gut. Dieses war reichlich, aber trotzdem nicht von Gold und Geld gekennzeichnet.
Nachdem er schließlich erlöst war und seine sterbliche Hülle verlassen hatte, zog er in den unendlichen Himmel ein, wo seine geliebte Frau, welche schon sehr früh im Kindbett gestorben war, auf ihn wartete.
Die Brüder wiederum waren in tiefer Trauer über ihren Verlust, allerdings teilten sie trotzdem am nächsten Tag, nach der ehrenhaften Beerdigung des Vaters, die hinterlassenen Gaben unter sich auf.
Der älteste Sohn Franz, der schon von der harten Arbeit äußerlich stark gezeichnet war und älter wirkte als er war, übernahm die Teilung der Güter. Er beanspruchte bei dieser Aktion die Mühle, das Elternhaus und das Land des Vaters für sich.
Keiner seiner Brüder widersprach ihm dabei, er war der Älteste und ihm stand es zu, die Verteilung zu übernehmen, so war es auch der letzte Wunsch des Vaters. Dieser hatte allerdings, gehofft dass sein Sohn fair teilen würde.
Seinem zwei Jahre jüngeren und mittleren Bruder Frederik, welcher etwas einfältig und nicht sonderlich intelligent war, mit dem er sich aber immer gut verstanden hatte, gab er alles Vieh und den treuen Esel, der immer die Säcke zur Mühle getragen hatte.
Er ließ ihn sogar auf seinem Land und im Elternhaus weiter wohnen, damit er sowohl die Tiere als auch die Arbeitskraft seines Bruders für sich und den Hof nutzen konnte. Aber nichtsdestotrotz war Frederik mit der Teilung zufrieden und bedankte sich überschwänglich.
Dem jüngsten Bruder Friedrich, welcher wie alle Brüder schwarzes Haar hatte und welcher der liebste Sohn der Eltern gewesen war und noch nicht mal einen Beruf erlernt hatte, bekam nur des Vaters geliebten Kater. Da der Kater ohnehin eigenwillig und die meiste Zeit bei Friedrich war, war diese Teilung nur für ihn logisch gewesen.
Wenn es allerdings nach Franz gegangen wäre, hätte der jüngste Bruder gar nichts erhalten. In seinen Augen war er Schuld am frühen Tot der Mutter, außerdem hatte ihn der Vater bevorzugt und hatte seine anderen Söhne in seinen Augen nur als Arbeitskräfte behandelt.
Nachdem das Erbe verteilt war, warf er seinen jüngsten Bruder, der mit seinem hübschen Gesicht noch sehr kindlich wirkte, mitten in der Nacht, mit seinen wenigen Sachen und dem Kater auf dem Arm, aus seinem Zuhause.
Während Franz so grausam war, erwiderte er wütend, aber auch gehässig. „Wir haben dich Faulpelz lange genug durchgefüttert. Ich bin nicht Vater, der dich den ganzen Tag Ritter spielen lässt und dir alles gibt was du willst.“
Als der Vater aus dem Totenreich sah, wie ungerecht sein ältester Sohn seinen jüngsten Bruder aus Neid und Bosheit behandelte, bat er den heiligen Gott, den himmlischen Herrscher, seinem Jüngsten sein Erbe, die Katze, zu versüßen. Gott, der auch Mitleid mit dem Knaben hatte, sandte einen Blitz voll seiner göttlichen Magie und verwandelte die Katze in ein Katzenwesen mit hoher Intelligenz.
Der Junge, der gerade einmal 16 Jahre alt war, verließ schweren Herzens und den Tränen nahe sein geliebtes Heim. Er wollte noch etwas auf die Worte seines ältesten Bruder erwidern, doch er wusste nichts zu sagen.
Franz hatte in seinen Augen recht, er hatte nichts getan um seine Familie beim Lebensunterhalt zu unterstützen. Er schämte sich auch, dass seine Brüder, in seinem Alter, schon ausgelernte Müller waren und er von dem Familienhandwerk keine Ahnung hatte.
Nun war es aber für solche Erkenntnisse zu spät, er wusste im Moment nur, dass er im Leben noch nirgendwo anders gewesen war als zuhause, doch gerade blieb ihm nichts anderes übrig als von dannen zu ziehen.
Der Junge lief einige Minuten, während er sich verloren fühlte und schlug an einer für ihn geeigneten Stelle sein Lager auf.
Er blickte seinen treuen Gefährten, der vollkommen in schwarz getaucht war und seelenruhig, an seiner Brust ruhte, an. „Was sollen wir jetzt machen? Wir haben keinen Taler in der Tasche und kein Obdach. Außerdem habe ich nichts gelernt außer lesen, schreiben, rechnen und fechten. Mein Vater hat nie Wert darauf gelegt, dass ich arbeite. Ihm war nur wichtig, dass ich meine Intelligenz mehrte, damit ich unser beider Wunsch entsprechend eines schönen Tages ein Ritter am Königshof werden kann. Wir wussten beide, dass dieser Weg schwer und für einen Müllerssohn vielleicht kaum zu schaffen war, aber wir wollten daran glauben, dass ich es mit weiteren Jahren lernen und üben im Schwertkampf schon schaffen würde. Es gab für uns nie eine andere Alternative für mein Leben. Wenn ich jetzt so darüber nachdenke, kann ich verstehen, dass meine Brüder sich ungerecht behandelt fühlten, schließlich bin ich ihnen nur mit meinen Träumen auf die Nerven gegangen, ohne eine Hilfe zu sein oder zu fragen, ob sie nicht auch Träume hätten.“
Der Junge mit dem schwarzen Haar und den grünen Augen bereute nun, dass sein Vater ihn nur immer seine Träume hatte verfolgen lassen. Erst jetzt wusste er, dass Träume ihn nie satt machen würden und man ihm im Leben auch nichts schenken würde.
Todunglücklich nahm er sich vor, trotzdem morgen eine Arbeit finden zu wollen, küsste den geliebten mauzenden Kater auf das Haupt und drückte ihn sanft an sich.
Die beiden schliefen wenig später und nur einige Meter von seinem ehemaligen Zuhause entfernt, nahe des Waldes, im Heu ein.
In der selben Nacht erwachte Franz aus einem grauenvollen Traum. Sein Vater hatte ihn, nachdem seine Brüder geboren worden waren, völlig ignoriert und nur noch zum Arbeiten gebraucht, während seine Brüder ihn ausgelacht und schikaniert hatten.
In seiner Fantasie war er gestorben und der Vater hatte nicht mal bei seinem Tod, um ihn geweint. Er hatte nur gesagt, dass sie nun einen neuen Knecht einstellen mussten, der die Arbeit tat.
Franz beruhigte sich wieder als er merkte, dass er noch am Leben und er nun der Herr im Haus war. Allerdings wusste er auch, dass dies nicht nur ein schrecklicher Traum war, Teile davon entsprachen der Realität.
Der junge Mann, der erst dreißig Jahre alt war, aber wie vierzig aussah, steigerte sich, nachdem sein Vater nun nicht mehr da war, so in seine Wut und Trauer, dass er mit blutunterlaufenden Augen und von Habgier und Hass getrieben aufstand. „Warum habe ich das Erbe nicht komplett für mich behalten? Ich bin der älteste und der fleißigste, ich habe neben der Mühle auch noch unseren kranken Vater gepflegt. Keiner der anderen hat das getan. Frederik war ohnehin immer viel zu einfältig um den Zustand des Vaters zu verstehen. Friedrich kümmerte sich zwar immer um den Vater, aber mehr als ihm Geschichten vorzulesen und Gesellschaft zu leisten, tat er auch nicht. Alles sollte eigentlich mir gehören.“
Der älteste Bruder sah nun älter und bösartiger aus als jemals zuvor, er zog sich an und wollte nur nach den Tieren sehen, wie er es immer des Nachts getan hatte, wenn er aufwachte. Allerdings fiel ihm erst im Laufen ein, dass diese nun nicht mehr ihm gehörten.
Plötzlich überkam ihm wieder diese schreckliche Wut und die Habgier. Er wollte nun nicht nur mit seinen Brüdern nicht teilen, sondern sie für immer ausschalten.
Er lachte leise und gehässig in sich hinein und ging zur Anrichte auf dem Kamin, welcher sich im Flur befand.
Dort hingen die Degen seines Großvater, er war als junger Mann siegreich und mit Orden ausgezeichnet, in der Armee des Königs gewesen. Daher hatte Friedrich auch diese, in seinen Augen, Albernheiten vom Ritterwerden.
Er griff nach einem der beiden Degen, hielt ihn nun gedankenverloren in der Hand und war überrascht, wie schwer er doch war. Franz war es nie gestattet gewesen ihn zu berühren, sie waren immer das Heiligtum des Vaters gewesen. Aber jetzt war ihm das auch egal, sie waren nun auch in seinem Besitz übergegangen und er konnte damit tun, was er wollte.
Der Mann schlich über die knarrenden Holzbohlen zum Bett des jüngeren Bruders und betrachtete ihn wenige Momente.
Dieser bemerkte ihn in seinem festen Schlaf nicht einmal als er die Tür aufgestoßen hatte. Er holte selbstsicher mit dem Degen aus und erstach seinen Bruder feige in seinem tiefen Schlummer.
Als Franz im Blut seines Bruders getaucht die Tiere wieder sein Eigen nennen konnte, wollte er das letzte Tier, den treuen, aber störrischen Kater, der trotz seines eigenwilligen Verhaltens immer treu und zuverlässig die Mäuse und Ratten in der Mühle gefangen hatte, auch zurückzuholen, denn auch dieser gehörte ihm.
Er überlegte nur, wo sein Bruder nun sein konnte, aber auch wenn er es nicht genau wusste, war er sich sicher, dass der kleine und verwöhnte Bruder nicht weit weg war.
Er verließ selbstsicher, aber etwas schwankend mit dem blutigen Degen, mit dem er schon den anderen Bruder gemeuchelt hatte, in der Hand den Hof.
Nach einigen Minuten der Suche hatte er seinen kleinen Bruder unschuldig schlafend wie ein Kind im Heu gefunden.
Franz schlich sich an und holte ebenfalls mit seinem Degen aus. Er dachte, dass er mit diesem Bruder auch ein leichtes Spiel haben würde.
Allerdings entwand sich der schwarze Kater dem schlafenden Jungen und griff Franz an, bevor er zustoßen konnte.
Der Kater sprang den Angreifer an, zerkratzte ihn mit seinen scharfen Klauen das Gesicht und riss ihn mit sich zu Boden.
Noch während der Kater sich dem Bruder zuwandte, geschah zeitgleich etwas Sonderbares, der Kater wurde wie aus dem nichts von einem hellem Blitz erfasst.
Als das seltsame Licht wieder verschwunden war, verwandelte sich der namenlose Kater in ein menschenartiges Wesen mit katzenhaften Zügen, was plötzlich auf zwei Beinen stand und fast zwei Meter groß war.
Franz, der immer noch etwas überrascht von der der Tatsache war, dass der Kater ihn umgerissen hatte, hatte sich wieder aufgerichtet um sein Werk zu beenden.
Doch als er das furchtbare Wesen erblickte, was nun aus den Kater geworden war, wollte er panisch fliehen, doch das Monster ließ das nicht zu und folgte ihm, da er seinen jungen Herren schützen wollte.
Nachdem er ihn eingeholt hatte, riss er den Feind mit seinen neuen noch schärferen Klauen und seiner ungewohnten Kraft in Stücke.
Der Kater war von seiner Tat so schockiert, dass er sich erst einmal sammeln musste, auch wenn er nur Friedrich hatte schützen wollen, hatte er nicht vorgehabt Franz zu töten. Er betrachtete seine neu erhaltenen, riesigen Klauen und war noch überraschter als zuvor.
Er musste sehen, wie er sich verändert hatte und brauchte einen Spiegel. Er musste zum Herrenhaus zurück, allerdings prüfte er zuvor, wie es Friedrich ging.
Sein junger Herr hatte allerdings einen so tiefen Schlaf, dass er davon nichts mitbekommen hatte.
Der Kater, war erleichtert und nachdem er sich vom Blut saubergeleckt und die Leichenteile des Bruders im Wald versteckt hatte, rannte er zu seinem ehemaligen Zuhause.
Er suchte den einzigen Spiegel im Haus auf und stolperte dabei über die Leiche des anderen Bruders. Der Kater wusste nicht mehr, was hier geschah und gab sich auch an dieser Leiche die Schuld.
Er wurde kurze Zeit später aber wieder von seinem jetzigen Aussehen abgelenkt und ignorierte die weitere Leiche. Er suchte weiter nach dem Spiegel, der sonst immer im Badezimmer hing. Dort konnte er ihn aber nicht mehr finden, Franz hatte den Spiegel in sein Schlafzimmer umgehängt.
Diesen bemerkte er aber erst, als er in seiner verzweifelten Suche, schon vor ihm stand. Nachdem er sich im Spiegel erblickte, entfuhr ihm ein: „Das kann doch nicht ich sein? Was ist nur aus mir geworden?“
Als er diese Laute hörte, schlug er die Klauen vor die Schnauze und stand nun völlig neben sich. Er sprach plötzlich nicht mehr die Sprache der Katzen, sondern die der Menschen. „Was ist nur mit mir geschehen? Wieso spreche ich diese Sprache.“
Der Kater stand so unter Schock, dass er sich nicht wieder einkriegen wollte, doch dann hörte er eine ihm unbekannte Stimme aus seinem Inneren.
Habe keine Angst lieber Kater, du wurdest nur verändert um dem jungen Friedrich zum Glück zu verhelfen. Dir ist nichts Böses geschehen. Ich habe nur dein Aussehen dem der Menschen angepasst und deine Kraft und Intelligenz verstärkt. Außerdem hast du dir schließlich schon immer in deinem Inneren gewünscht, Friedrich näher zu kommen. Wenn du aber mit deinem neuen Sein nicht zurecht kommst, kannst du, wenn dein Auftrag erledigt ist, wieder das werden, was du willst.
Der Kater beruhigte sich nachdem die übernatürliche Stimme mit ihm gesprochen hatte und konnte sich mit seinem neuen Sein nun abfinden. Er wusste zwar nicht, was er in Zukunft tun würde, aber nun wollte er seinen Friedrich erst einmal helfen.
Er versteckte auch die Leiche von Frederik und holte sich Stiefel, Hose und Gürtel des ältesten und größten der Brüder. Diese legte er gleich an und durchstöberte das Haus nach etwas Brauchbarem und fand sein Ziel. Es war der zweite Degen des Großvaters.
Nachdem er diesen gefunden hatte, steckte er den Degen in seinen Gürtel und kehrte schnell zu seinem Herren zurück. Dort angekommen schnappte er sich den zweiten, den Franz dort liegengelassen hatte, näherte sich langsam Friedrich und überlegte, wie sie nun weitermachen konnte.
Da der jüngste Bruder immer noch fest schlief, schnappte er sich diesen ebenfalls und floh mit ihm zusammen in das Nachbarreich, da er fürchtete, dass man den Menschen für die Toten verantwortlich machen könnte, sobald man sie finden würde.
In diesem fremden Land, so wusste der Kater durch seine täglichen Streifzüge und seine Kommunikation mit den anderen Katzen, waren diese Taten egal, denn es hatte größere Probleme. Ihr König und all seine Verwandten waren vor einigen Jahren von einem bösen, großen Zauberer getötet wurden.
Der Sieger hatte danach alle Untertanen versklavt und alles außer dem Palast in Schutt und Asche gelegt. Der Zauberer hatte sich aber nur auf diesem Land beschränkt. Wenn niemand ihn bedrohte oder seine Landesgrenze überquerte, interessierte er sich nicht für die Nachbarreiche.
Der Kater hatte sich mit Friedrich in einer alten verfallenen und halb zerstörten Scheune versteckt und nachdem er ihn auf den Boden gelegt hatte, erwachte der Mensch sofort.
Er war sehr erstaunt und verwundert als sein kleiner Schmusekater plötzlich so riesig und gefährlich aussah, aber er zeigte trotzdem keine Angst. Der Kater, welcher nun die Sprache der Menschen sprechen konnte, erzählte seinem geliebten Herren, was geschehen war und auch wenn der Mann um seine Brüder trauerte, war er dem Kater um seiner Taten nicht böse, denn er war froh, noch am Leben zu sein.
Die Lage der Beiden hatte sich nun aber noch mehr verschlimmert als zuvor, da sie nun auch noch ihre Heimat und alle Freunde und Bekannten verlassen hatten.
Im neuen Land kannten sie niemanden, des weiteren war dieses Land für sie als Ausländer mehr als unsicher.
Der Kater hatte jedoch schon einen Plan. Er reichte einen der beiden Degen, die er bei sich trug, an seinen Freund weiter. „Mein geliebter Herr, ich möchte euch gerne zu dem Glück verhelfen, was Ihr verdient habt, schließlich seid ihr fromm und wart immer nett und freundlich zu Mensch und Tier. Das Land hier wird von einem Despoten beherrscht und ich plane, das zeitnah zu ändern. Wir werden den bösen Zauber vernichten und die Herrschaft über das Reich euch sichern.“
Der Junge riss erstaunt die Augen auf, ergriff den Degen und erwiderte: „Das klingt nicht schlecht. Etwas Glück wäre schön, besonders nach dem, was uns alles in letzter Zeit passiert ist, aber ich denke, dass es auch sehr gefährlich sein wird. Aber wir sollten es trotzdem zum Wohle der Allgemeinheit versuchen. Nenne mich nur nicht mehr Herr, wir sind Freunde und du musst mich Friedrich nennen. Jetzt, nachdem du die gleiche Sprache sprechen kannst wie ich, schäme ich mich auch, dich weiter nur Kater zu nennen oder auch dir damals keine richtigen Namen gegeben zu haben. Hast du vielleicht einen Wunsch, wie du jetzt heißen möchtest?“
Der Kater blickte den menschlichen, jungen Mann ratlos an: „Ich möchte eigentlich gerne weiter Kater oder Freund genannt werden. Schließlich habe ich immer so geheißen und du hast mich immer mit viel Liebe so gerufen.
Friedrich lächelte und akzeptierte den Wunsch seines Freundes. Ihm war es aber auch gleichzeitig unendlich peinlich, wenn er darüber nachdachte wie intelligent und menschlich sein Freund nun war und dass er und der Kater bis vor kurzem noch zusammen gespielt, gekuschelt und gebadet hatten.
Allerdings war dies nun egal, da sie beide fast vor Hunger umkamen. Gemeinsam suchten sie sich erst einmal etwas zu essen. Der Kater fing ein paar wilde Hasen im Wald, während Friedrich einige Beeren und Früchte sammelte. Die beiden entfernten sich aber aus Angst nie weit von einander, da der Kater zur Vorsicht mahnte.
