Blutkrieg - Andrea Appelfelder - E-Book

Blutkrieg E-Book

Andrea Appelfelder

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Beschreibung

Seit die den Vatikan verlassen haben, kämpfen die unsterblichen Monsterjäger freischaffend gegen Dämonen, Zombies und müssen versuchen, eine bevorstehende Apokalypse abzuwenden. An Ihrer Seiten kämpfen ein Engel und ein Teufel, die sich am Liebsten gegenseitig töten würden.

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Seitenzahl: 243

Veröffentlichungsjahr: 2020

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Andrea Appelfelder

Blutkrieg

Die unsterblichen Monsterjäger

 

 

 

Dieses ebook wurde erstellt bei

Inhaltsverzeichnis

Titel

Anfang

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Kapitel 16

Kapitel 17

Kapitel 18

Kapitel 19

Kapitel 20

Kapitel 21

Kapitel 22

Kapitel 23

Kapitel 24

Kapitel 25

Ende

Quelle

Impressum neobooks

Anfang

Blutkrieg

Die unsterblichen Monsterjäger

Andrea Appelfelder

Das folgende Werk ist rein fiktionaler Natur. Jegliche Ähnlichkeiten zu bereits existierenden Namen, Figuren und Orten sind reiner Zufall und haben nichts mit diesen zu tun.

Einige Kilometer vom Vatikan entfernt

Grauenerregende Schreie durchhallten den hellen, sommerlich erscheinenden, aber von Wolken bedeckten Tag, in einer kleinen, im mittelalterlichen Stil erbauten Stadt.

Man konnte nicht sofort sehen, was dort vorging und konnte es für einen Art Scherz halten, doch auch an diesem wunderbaren Tag passierten schlimme Dinge, denn im Nachbarort, angrenzend an den Vatikan, begannen Menschen sich gegenseitig anzufallen und anzufressen.

Die unschuldigen Menschen, die noch vor einigen Momenten von verrottenden Monstern in Menschengestalt überfallen worden waren, versuchten sich nun verzweifelt zu wehren oder wegzulaufen, aber nichts funktionierte, ob Männer, Frauen oder Kindern, alle fielen den Wesen zum Opfer.

Die Menschenfresser, die unlängst in Gestalt und Verhaltensweise an Zombies erinnerten, holten sich immer mehr Opfer, auf ihre Seite, denn nach einem Biss oder Kratzer desertierten die Angegriffenen sofort zum Feind und wurden selbst zu Kannibalen und setzten das blutige Verhalten der mörderischen Wesen fort.

Dieses unglaubliche und brutale Schauspiel wurde allerdings teilnahmslos von einem starken, aber formlosen Wesen, was man nur dank Schwingungen und Luftveränderungen wahrnehmen konnte, beobachtet. Der Formlose, der den Menschen nur zusah ohne einzugreifen, strahlte eine so böse Aura aus, als wäre er der Hölle selbst entstiegen.

Nach einigen Momenten des Schweigens begann es geisteskrank zu lachen und konnte sich kaum wieder beruhigen, in dem Moment, schien der Verdacht sich auch schon zu bestätigen.

Ich hätte nie gedacht, dass es so mit den Menschen ausgehen würde. Ich vermutete schon, dass sie sich gegenseitig auslöschen würden, aber nicht, dass sie sich gegenseitig fressen würden.

Das körperlose Wesen, was bewegungslos und unsichtbar am Himmel schwebte, überlegte nun. Dieses Treiben hat allerdings keinen menschlichen Ursprung, erstens kann ich übernatürliche Magie spüren und zweitens, würden sie keinen Kannibalismus in dem Ausmaß betreiben. Das erlauben ihre primitiven Instinkte nicht. Allerdings ist mir nicht bekannt, dass noch so mächtige Hexen oder Zauberer auf Erden wandeln. Kaum einer von ihn überlebte die Zeit der Auslöschung. Es gäbe da nur noch die Möglichkeit der Zauberbücher, die so etwas anrichten können, allerdings hielt ich solche für zerstört oder verschollen.

Er beobachtete weiter interessiert wie die Menschen unter ihm brutal starben und sich gegenseitig ausstachen um sich vielleicht doch noch retten zu können.

Wer auch immer dies vollbracht hat, die Handschrift gefällt mir sehr. Ich werde mich darauf konzentrieren und den Erschaffer finden. Ich will die Welt in dem Chaos sehen, was ich jetzt vor mir habe, allerdings wird dieses Ausmaß nicht ausreichen. Dieser kleine Zornesausbruch wird von den vorhandenen Jägern bald niedergeschlagen werden, auch wenn es im Moment nicht danach aussieht.

Ich will das aber dauerhaft umsetzen. Ich will, dass die Apokalypse losbricht und wir die unbesiegbaren Teufel hier in Unfrieden leben können.

Der Körperlose pfiff kurz durch seine unsichtbaren Lippen und ein weiteres, leiseres, ebenfalls körperloses Wesen tauchte auf. Ihr habt nach mir gerufen, mein Herr.

Ich will, dass du versuchst, die Vier zu mir zu schicken. Ich brauche sie und wenn sie sich weigern, sage ihnen, dass es auch für sie sehr lukrativ sein wird. Ich verspreche ihnen Hunger, Krieg, Krankheit und Tod.

Mit diesen Worten verschwand das Wesen wieder in vorbestimmter Richtung, immer sein Ziel vor Augen. Das leisere Wesen verschwand kurz danach auch.

Irgendwo im weiten Himmel, genauer Ort unbekannt

Die Schwärze der Dunkelheit lag über allem, nur zwei durchdringende Lichter erhellten diese schwarze Unendlichkeit. Ein grelles weißes, großes, dominantes Licht und ein kleineres, grelleres feuerrotes.

Das größere, reinweiße Licht funkelte noch eindrucksvoller und begann klare Laute von sich zu geben, die sich wie keine Sprache der Menschen anhörten. Michael, mein liebstes und stärkstes Kind. Du hast unsere Streitigkeiten mit den Dämonen und unseren anderen Feinden immer perfekt beigelegt, auf die eine oder andere Variante. Ich brauche auch nun wieder deine Hilfe, allerdings nicht hier, in unserem schönen und vollkommenen, himmlischen Reich.

Das rote Licht, was aus Feuer zu sein schien, fand nun auch Worte in der gleichen Sprache. Mein geliebter Vater, ich diene dir gerne. Das ist mein einziger Lebensinhalt, aber wenn ich nicht hier helfen soll, wo dann? Bitte nicht schon wieder in den Höllenebenen oder in den Horsten der Dämonen. Ich ertrage diese düsteren Orte auf Dauer nicht. Sie trüben meine Flügel und mein Gemüt.

Das große Licht, was sich als Gott, der himmlische Vater, herausstellte, gab lachende Laute von sich. Dann bin ich aber froh dir sagen zu können, dass ich dich in die Welt der Menschen, in die Welt meiner sterblichen Kinder, schicke.

Das rote Licht, was sich als Erzengel Michael entpuppte, leuchtete stärker und fluchte. Nein, nicht schon wieder zu diesen haarlosen, dummen Affen...

Sein Gesprächspartner wurde etwas emotionaler und gebot ihm Einheit, bevor er noch mehr sagen konnte. Ihr sollt sie nicht so nennen. Sie sind meine Kinder, wie Ihr auch, allerdings sind sie unvollständig und unvollkommen, aber man kann sie nicht dumm nennen. Sie sind allenfalls noch unterfahren. Außerdem brauchen sie unsere Hilfe und in so einer Situation können wir sie nicht im Stich lassen.

Michael erdreistete sich nun etwas, was er noch nie zuvor getan hatte, er unterbrach seinen Vater. Was soll das? Wir wollten uns doch nicht mehr in ihre Angelegenheiten einmischen? Sollen sie doch Revierstreitigkeit oder eigene Vernichtung unter sich ausmachen.

Der große, göttliche Vater wurde wieder ruhiger und verzieh seinem Lieblingskind die Widerworte. Das können wir unter den gegebenen Umständen nicht, besonders, weil sie diesmal nicht selbst Schuld an der Angelegenheit sind und es auch kein Streit unter Menschen ist, sondern mit den Bewohnern der grausamen Hölle, die sich widriger Mittel bedienen.

Normalerweise gehen sie nicht auf die Erde, nur in wenigen Ausnahmen, aber sie wurden von einem Ereignis angezogen, was ein übernatürliches Wesen hervorgebracht hat und planen nun auf dieser Grundlage die alles vernichtende Apokalypse. Ich habe gespürt, dass sich die vier Reiter schon bereit machen, ihre Heimat in der Zwischenwelt zu verlassen.

Asmodeus will sie für sich gewinnen und zur Erde locken. Wir können nur hoffen, dass sie ablehnen, weil sie nicht an den Plan glauben. Wie ich Asmodeus aber kenne, wird er keine Gelegenheit auslassen und eine ganze Armee zusammenstellen um Ihre Pläne besser umsetzen zu können.

Michael erschrak und war erst sprachlos. Die Reiter sind die einzigen wirklich und wahrhaftig unsterblichen Wesen. Ich habe gehört, dass sie in den unzähligen Schlachten, in denen sie kämpften, noch nie geblutet haben und nie unterlagen.

Ich werde es niemals allein schaffen gegen die Vier, den Teufel und seine Armee. Wer wird mich also noch begleiten?

Der Allmächtige antwortete. Es gibt niemanden, der wirklich richtig unsterblich ist. Sie haben auch Ihre Schwächen, man muss sie nur finden. Aber leider muss ich dir sagen, dass ich das Risiko, dass die Menschen von dem Streit etwas erfahren, nicht riskieren kann.

Deswegen bist du der Einzige, den ich schicken werde. Allerdings bin ich mir auch bewusst, dass du es nicht allein schaffen wirst. Wenn du auf der Erde bist, geh zu den Monsterjägern, die ehemals zum Vatikan gehörten und jetzt in der Menschenstadt Tokio, genauer gesagt im Viertel Shinyuku, leben.

Sie sind zwar Vampire und andere Wesen, aber sie haben mein Vertrauen und ihr Anführer Angel ist ein einmaliges Wesen, ein Vampir mit einer reinen Seele und einem charismatischen Geist.

Michael protestierte empört. Es gibt keine guten Vampire, sie sind alle …

Der heilige und allmächtige Gott hielt ihn erneut erbost auf weiter zu sprechen. Es reicht JETZT! Ich bin dein Vater! Widerspreche mir lieber nicht weiter. Ich kenne ihn und weiß um seiner selbst. Desweiteren habe ich meine Entscheidung getroffen und so wurde es auch von Metatron aufgeschrieben und wird auch nicht anders geschehen.

Du bist mir das liebste unter meinem Kindern. Tue, was ich dir befohlen habe. Nimm dein Feuerschwert, halte die Wesen in Schach und vertreibe sie von Erden. Außerdem wirst du zu den besagten Vampiren gehen und ihr werdet euch verstehen und gut zusammenarbeiten. Das Beste ist ohnehin, wenn du dich am Anfang ihnen erst einmal in der fremden Welt unterordnest. Deine Kräfte werden dir, sobald du auf der Erde bist, erst einmal genommen bis die Zeit des Kampfes gekommen ist.

Michael schwieg. Auch wenn er nicht mit den Befehlen einverstanden war, getraute er sich keinen weiteren Widerspruch. Er gab nur eine flackernde, nickende Geste von sich und verschwand.

Kapitel 1

Kain, der sich zu Hause eingeigelt hatte und völlig zerzaust und nur in Jogginghose gekleidet in seinem bequemen Sessel saß, verfolgte hartnäckig im Fernsehen und über die sozialen Medien das Treiben, was von ihm selbst vor einigen Tagen angerichtet worden war. Nachdem er den Spruch gelesen hatte, um sich von der Funktionalität zu überzeugen, war er zum Vatikan geeilt und war den menschlichen Bestien, die schon von dannen gezogen waren, gefolgt. Mit Freude, teilweiser Verstörung und an seine Vergangenheit erinnernd, hatte er nur das Chaos und das Blutbad, was sie hinterlassen hatten, zur Kenntnis genommen.

In der namenlosen Nachbarstadt konnte er schließlich dann seinen Traum bestaunen. Allerdings konnte er diesen in natura nicht mal zehn Minuten ertragen. Die unendliche Brutalität, das Fressen und Gefressen werden, freute und stieß ihn gleichermaßen ab.

So hatte er sich angewidert abgewandt und sich wieder auf den Weg nach Hause gemacht. Dort angekommen verfluchte er sich erst einmal und machte von sich selbst abgestoßen Feuer in seinem Kamin.

Er lief danach wutentbrannt zu seinen Unterlagen, die er erst fotografiert und dann gedruckt hatte und warf das gefundene, die Unterlagen und die Speicherkarte, ins Feuer und sah ihnen langsam beim Verbrennen zu.

Oh mein Gott! Was habe ich nur getan. So wollte ich das nun auch nicht. Ich wollte nur etwas Unruhe, aber nicht so ein Chaos. Ich wollte, dass sie…

Kain richtete seine langen, weißen Harre und stoppte in seiner Aktivität. Ich weiß es eigentlich nicht mehr. Ich hätte mich den Jungs anschließen sollen und mein altes Leben hinter mir lassen sollen.

Ich weiß gar nicht mehr, wann es angefangen hat für mich den Bach herunter zu gehen. Ich denke, mein erster Fehler war als ich eine Frau begehrte, die nicht meines Standes war und dann von diesem Wesen aus der Düsternis in einen Vampir und dann sogar zu einem Reinblut gewandelt worden bin. Jetzt kann ich allerdings nicht mehr ändern, was geschehen ist. Es ist zu spät. Ich...

Es ist nie zu spät, sich zu ändern. Nachdem Kain eine fremde Stimme in seinem Inneren vernahm, sprang er von seinem Platz auf und sah sich ängstlich um. „Wer ist da?“

Von einem Moment auf dem anderen tauchte vor ihm nun ein menschenähnliches Wesen auf, was Hörner auf dem Kopfansatz und einen edlen Designer-Anzug trug. „Ich war das, mein Freund. Ich bin extra aus der Hölle gekommen, weil mir dein Schauspiel, was du reust, gefallen hat.“

Der Vampir mit den brauen Augen blickte sich fragend zu ihm um und musterte ihn. Dieser Mann war 1,90 cm groß und mit breiten Schultern gesegnet und sein Gesicht war kantig, aber ebenmäßig. Sein Haar war kohlrabenschwarz und seine Augen rot wie das Höllenfeuer. Sonst war er, mal abgesehen von seinem das pure Böse ausstrahlenden Blick, nichts Besonderes. „Was Hölle? Wer bist du?“

Der Neuankömmling antwortete. „Ich bin ein Bewohner aus der Hölle und zwar der mächtige Teufel Asmodeus, Teufel des Zorns, der Habgier und der Wollust und ich bin wirklich wegen dir hier. Ich bin, nachdem ich dein Werk gesehen habe, sofort her geeilt um dich für meine bevorstehende Apokalypse zu gewinnen. Außerdem brauche ich das Mittel, wie du das gemacht hast. Durch deine Magie ist mein Vorhaben schnell und unkomplizierter lösbar.“

Kain riss die Augen weit auf und erschrak. „Du bist aus der Hölle und du sprichst vom Weltuntergang? Das ist unmöglich?“

Das Wesen mit den Hörnern und den dunklen Haaren lachte. „Warum ist das unmöglich? Nichts ist unmöglich, mein ahnungsloser Freund, besonders, da du die Reinkarnation des Kains aus der Bibel bist. Ich habe es sofort gespürt und außerdem bist du noch dazu zu einem Vampir geworden. Des weiteren musst du wissen, dass es auch einen Gott und den Himmel gibt. Dazu muss es doch auch immer ein Gegenstück geben und das ist nun mal die alles verschlingende Hölle.“

Kain, der nie zu hundert Prozent gut gewesen war, musste sich nun eingestehen, das der Gedanke, dass der Mann der Hörner besaß, der Hölle entstammte, gar nicht so abwegig schien, auch wenn er den Aspekt mit der Reinkarnation nicht glauben wollte. Allerdings wollte er sich auch nicht als der Täter outen. „Ich weiß nicht, wovon du sprichst.“

Der Teufel lächelte, da er auch wusste, wann er mit Worten nicht mehr weiter kam. Außerdem hatte er auf diese Spiele keine Lust und so griff er den Vampir an, hob ihn hoch und drückte ihm den Hals zu. „Einen Teufel lügt man besser nicht an, wenn man weiß, was gut für einen ist. Also sage mir, wie du es hinbekommen hast oder ich pulverisiere dich.“

Kain, der sich nicht vor dem Tod fürchtete, lachte und erwiderte. „Wenn du mich tötest, erfährst du nie, was du wissen willst und deine Apokalypse ist dann weiterhin nur Schall und Rauch!“

Der Teufel wusste, wann er verloren hatte und versuchte eine andere Taktik und ließ den Vampir los. Dieser sank sofort zu Boden. „Du musst die Menschen doch auch hassen. Warum tust du dies sonst, oder hast du zu viel Angst vor mir, um es zuzugeben? Ich will dich nicht belehren, ich will dich eher nur loben!“

Kain sah ihn erneut an. Er ist ein Gleichgesinnter, dachte er. Aber soll ich wirklich diese Seite wählen? Einerseits möchte ich es, aber andererseits, wenn ich dies tue, kann ich gar nicht mehr zu den Monsterjäger überwechseln. Jedoch ist die Sache auch die, wenn sie erfahren, dass ich die Bücher benutzt habe, werden sie mich ohnehin umbringen, obwohl ich eigentlich nur meiner Gesinnung gefolgt bin.

Ja, ich hasse die Menschen, weil sie meine ganze Familie getötet haben und ich stehe zu dem, was ich getan habe. Auch wenn er innerlich dachte, dass er doch zweifelte.

Der Teufel streckte dem Mann die Hand entgegen, dieser ergriff sie und zog sich mit Hilfe der Kraft des Teufels hoch.

„Ich sage doch, das ich deine Taten bewundernswert finde, aber ich würde schon gerne wissen, wie hast du das gemacht. Du bist doch ein Vampir ohne Zauberkunst. Ich will nämlich die ganze Welt in dieses Chaos stürzen und das nicht erst in einigen Jahren sondern sofort.“

Kain zögerte. Er wollte nicht die ganze Welt vernichten, sondern nur die Menschen, aber letztlich verriet er es dem Teufelswesen doch. „Ich habe diese Macht aus Büchern, die von einem Zauberer, der auch ein Vampir war, verfasst worden sind. Ich habe nie etwas Mächtigeres gelesen als diese Werke.“

Der Teufel war nun selbst überrascht. „Ich wusste nicht, dass es so etwas gibt, aber die Welt ist wirklich groß und es scheint absolut alles zu geben. Hast du die außergewöhnlichen Bücher hier? Ich will sie sehen.“

Der Vampir schüttelte mit dem Kopf. „Nein, die Originale hatte ich nur wenige Tage und nachdem ich zwischenzeitlich Gewissensbisse bekommen habe, habe ich die Kopien, die ich davon hatte, verbrannt!“

Der Teufel verzog ungehalten die schmalen Lippen. „Das ist gar nicht so gut, aber wenn du weißt, wo die Originale sind, ist es auch egal. Sage mir, wo sie sind und ich hole sie!“.

Kain wollte das nicht. Er hatte Angst um seine Freunde, da diese die in Menschenhaut gebundenen Werke nie kampflos herausgeben würden. „Nein, wenn dann hole ich sie selbst. Außerdem musst du mir die Sicherheit der derzeitigen Besitzer zusichern, egal was noch geschehen wird. Sie sind Abkömmlinge von mir, also Kinder oder Kindeskinder.“

Der Teufel griff sich nachdenklich ans Kinn. „Stimmt, bei euch heißt das ja so und ihr hängt, wie die Menschen auch, wie verrückt an eurem Nachwuchs. Nun gut. Aber was ist, wenn sie die Bücher nicht hergeben wollen? Dann müssen wir sie töten.“

Kain protestierte. „Müssen wir nicht. Ich finde schon einen Weg. Und wenn du ihnen etwas antust, bin ich nicht mehr dabei und werde alles dafür tun, die Bücher zu vernichten. Ich stimme mit deinen Zielen überein, aber nicht zu jedem Preis. Ich bin kein Kannibale, außerdem, wie du schon festgestellt hast, hängen solche wie ich an ihrem Nachwuchs.“

Seim Gegenüber lächelte über seinen Mut. „Du drohst einem Teufel. Ich würde nicht zulassen, dass du sie zerstörst. Außerdem: Wozu sollte ich dich noch brauchen können wenn ich die Bücher zur Not mit Gewalt holen könnte?“

Kain knurrte. „Du brauchst mich, weil nur ich die alte Sprache lesen kann. Es gibt nicht mal mehr eine Handvoll, die das noch kann und diese stehen auch nicht im Internet oder im Telefonbuch.“

Der Teufel riss vor Erstaunen seine Augen auf und lächelte liebenswert. „Ach so ist das. Allerdings war es ohnehin nur eine hypothetische Frage. Ich will dich als Kameraden mit deinen Bücher an meiner Seite haben. Vielleicht kannst du auch deine Kinder und Kindeskinder zu einem Bündnis überreden.“

Auch wenn Kain wusste, dass dies nie passieren würde, willigte er schweren Herzens ein.

Der Teufel verabschiedete sich nun zum Gehen. Durch sein Versprechen war er nun höchstwahrscheinlich an eine längere Wartezeit gebunden. „Wenn du dein Ziel erreicht hast, zeichne einen Teufelskreis auf den Boden und rufe drei mal meinen Namen.“

Mit diesen Worten war der Teufel auch schon verschwunden und der alte, weißhaarige Vampir blieb allein zurück.

Dieser war aber nun mehr als entschlossen, alle Spuren von Reue, die in ihm waren, waren verschwunden und nachdem seine Freunde außer Gefahr und aus den Augen des Teufels waren, war es an der Zeit, die Menschen auszulöschen.

Irgendwo in Japan

Ein wunderschöner Tag und ein tiefer, dichter Mischwald mit dutzenden kleiner Shintotempel in der Nähe von Shinagawa.

Ein kleines, leuchtendes Objekt, was einem Meteor ähnelte, flog der Erde entgegen und prallte binnen von wenigen Momenten in einer enormem Geschwindigkeit auf dem Boden auf und hinterließ einen riesigen Krater.

Die Hinterlassenschaft des Meteoriten brannte weitere Momente, bis das Feuer erlosch, doch dann entstieg ein junger, blonder, gutaussehender Mann mit weißen Flügeln, die allerdings sofort wieder in einem Feuer verschwanden, mit einen Flammenschwert in der Hand und völlig nackt aus dem Krater.

Er blickte sich nervös um. Der Mann mit den klaren, himmelblauen Augen hatte sich die Stadt der Menschen anders vorgestellt, mit weniger Natur und mehr bevölkert. Er sah sich weiter um und flüsterte. „Wo sind diese Vampire nun?“

Doch dann dämmerte es ihm. „Mist, ich bin falsch. Ich wollte doch in der Nähe des Freudenviertels von Shinyuku landen und nicht hier her in der tiefsten Einöde!“

Kapitel 2

Angel erwachte, in wunderbar flauschiger Bettwäsche, aus einem seiner seltenen, schönen Träume. Er hatte gerade die Augen aufgeschlagen, blickte neben sich und stellte mit Schrecken fest, dass sein Freund Sakuya nicht neben ihm lag. Er schreckte hoch und blickte sich ängstlich um. Sakuya hatte ihm nicht gesagt, dass er heute einen Auftrag hatte, allerdings spitzte er die Ohren und machte Geräusche unter der Dusche aus. Der junge Mann beruhigte sich sofort wieder, stand auf und schritt dem Geräusch entgegen.

Er konnte seinen Freund in seiner nackten Silhouette hinter der Duschkabine ausmachen und starrte ihn einige Sekunden an. Der schwarzhaarige Vampir mit den eisblauen Augen dachte bei sich, was er doch mit diesem hübschen und einfühlsamen Mann für ein Glück hatte.

Der junge Vampir klopfe von außen gegen die Scheibe der Duschkabine und sie öffnete sich prompt.

Ein nasser, schwarzer Schopf wurde hinausgestreckt. „Ich bin gleich fertig. Dann kannst du oder willst du mit rein?“

Angel lächelte nur, zog seine Pyjamahose nebst Unterhose aus und ging zu seinen Freund in die Duschkabine.

Einige Minuten später waren die beiden auch schon wieder fertig angezogen, in einfachen Freizeitsachen im Schlafzimmer. Dort umfasste Sakuya seinen Freund erneut, zog ihn an sich und gab ihm einen langen Kuss auf den geschlossenen Mund. „Na, bist du bereit für Japanausflug Nummer zwei? Und wenn wir uns alles noch einmal angesehen haben, versuchen wir dich von der Knechtschaft des Schwert zu befreien.“

Angel nickte zögernd, umarmte ihn aber und erwiderte den Kuss. „Sakuya ich bin...

Sakuya brachte ihn mit einem noch innigeren Kuss erneut zum Schweigen. „Ich kenne deine Bedenken, aber wisch sie weg. Du brauchst das Schwert nicht. Du bist auch so stark genug, besonders nach unserem letzten Auftrag. Du hast nun das Blut eines Reinblutes in dir. Außerdem benutzt du es nur selten und auch ungern und in letzter Zeit auch gar nicht mehr. Es redet auch nicht mehr mit dir. Es scheint sich ebenfalls damit abgefunden zu haben, dass es deinen Körper verlassen wird. Schließlich kennt es unsere Pläne und es schweigt weiter.“

Angel nickte und versank in Gedanken. Es stimmte. Er war durch ihren letzten Auftrag noch stärker geworden und auch, dass er die Waffe nicht mehr brauchte, stimmte. Er versankt tief in seinen Gedanken und dachte an den vergangenen Auftrag.

Rückblick: Ägypten, Jahre zuvor

Sakuya und Angel waren zusammen durch einen Hilferuf der Regierung, nach Ägypten gerufen worden. Sie hatten nicht mal ahnen können, dass ihr Ruf, Hilfe spenden zu können, ohne den Vatikan, so weit vorgedrungen war.

Man hatte direkt mit ihnen persönlich Kontakt aufgenommen und auch speziell nach Angel gefragt und sie gebeten, zu kommen, um einen Vampir, den man den Pharao nannte und der von Jahr zu Jahr wahnsinniger wurde, zu töten.

Die Regierung hatte immer schon von dem Vampir gewusst, aber da er stark und in ihren Augen ein Gott war, war er, solange er keinen Schaden angerichtet hatte, geduldet und sogar benutzt worden. Dies war nun schon seit Jahren vorbei, aber er war zu stark um gegen ihn selbst vorzugehen.

Angel hatte sich damals schon gefragt, warum so viele Vampire mit dem Alter stets wahnsinnig wurden und ob ihm, da er schon so viel gesehen hatte, das auch irgendwann passieren könnte.

Aber er war immer der Meinung gewesen, solange er seine Freunde und seine Familie hatte und nicht allein war, würde ihm das nicht passieren.

Die beiden Vampire hatten schon etwas Bedenken bei dem Auftrag gehabt. Dies war schließlich das erste Mal gewesen, dass die beiden Verliebten einen Auftrag allein und auch noch zusammen erledigen würden, nicht dass die beiden es so wollten, sondern mehr, weil nur die beiden gerade vor Ort waren. Grundlegend hatte Angel allein gehen wollen, allerdings hatte sein Freund etwas dagegen gehabt, dass er auf sich gestellt den Feind infiltrierte.

Der Vampir, der verlangte, der Pharao genannt zu werden, unterhielt einen riesigen Hausstand in einem abgelegenen Teil von Kairo und duldete unter seinen Untertanen keine Widersprüche oder Ungehorsamkeiten. Dies bestrafte er in der Regel mit dem Tod oder Auspeitschungen, schließlich waren die Vampire auch sein Eigentum und er hatte sie allesamt selbst gewandelt oder auf einem der Sklavenmärkten gekauft. Es gab nur wenige Ausnahmen, die er sich selbst rekrutiert hatte, wenn er wichtige Aufgaben zu vergeben hatte.

Im Domizil des Pharao schlichen sich die beiden Jäger mit Hilfe der Regierung als privater Sekretär und Barkeeper ein um den Gegner erst einmal kennenzulernen und dann auszuschalten. Außerdem hatten sich die beiden als Brüder ausgegeben um möglichst viel Zeit miteinander verbringen zu können, ohne verdächtig zu wirken.

Nachdem Angel der vertraute Sekretär des Pharaos geworden war, stellte er fest, dass dieser Vampir sogar stärker war als es Arvato jemals gewesen war.

Der Vampir mit den eisblauen Augen war schon am ersten Abend als neuer Mitarbeiter eingeführt worden und hatte Unglaubliches erfahren.

Der Mann, der halb Ägypten tyrannisierte, war niemand anderes als der Kindspharao Tutanchamun selbst, der, nachdem er mit 19 Jahren einem als Kutschunfall getarnten Attentat zum Opfer gefallen war, einen Pakt mit einem bluttrinkenden Dämon geschlossen hatte um der erste und reinste Vampir von allen zu werden.

Angel war davon so beeindruckt, dass er ihn ausgefragt hatte, besonders da er sich sehr für das antike Ägypten interessierte. Unter anderem erfuhr er, dass der Vampir, der seine Haare bis auf einen kleinen Zopf abrasiert hatte um wie die Abbildungen des Tutenchamun auszusehen, in seinem königlichen Grab von Jahr zweihundert bis neunzehnhundertzweiundzwanzig geschlafen hatte, bis Howard Carter seine Stätte geplündert und ihn mit einem Tropfen seines Blutes aus Versehen wieder ins Leben zurückgeholt hatte.

Eigentlich hatte er gar nicht aufwachen wollen, da er vom Leben zu sehr enttäuscht gewesen war. Aus Wut hatte er dann den Fluch seines Grabes inszeniert und so viele Menschen getötet. Er hatte nur den Plünderer am Leben gelassen.

Er konnte ebenfalls in Erfahrung bringen, dass er seine älteste und liebste Schwester, mit der er auch ein Verhältnis hatte, ebenfalls gewandelt hatte. Sie hatte von seinem unverfälschten Blut getrunken und war selbst zu einer Art Reinblut geworden. Sie hatte ihn aber kurz darauf verlassen und war nach Rom gegangen. Das letzte, was er von ihr gehört hatte, war, dass sie etwas mit einem Leiter einer Gladiatorenschule angefangen und ihn gewandelt hatte, und seine ganze Familie zerstört hatte und schließlich höchstwahrscheinlich gestorben war und ihr Blut auch noch weitergegeben hatte.

Auch wenn er soviel erfuhr, blieb Angel das Ziel des Mannes, so er eines hatte, doch verborgen. Er konnte am ersten Tag seiner Anstellung nichts Weiteres erfahren.

Er tauschte sich an dem Abend mit Sakuya aus, der ihm nur sagen konnte, dass er von den anderen Angestellten, die auch alle Vampire waren, erfahren hatte, dass Tut ein richtiger Diktator war und er sogar tötete, wenn er seinen Willen nicht bekam oder etwas nicht nach seinem Kopf ging.

Da die beiden Vampire sich auch hier nicht trennen wollten, schliefen sie, schon allein um sich gegenseitig zu schützen, falls sie enttarnt werden würden, in einem Zimmer. Allerdings hielten sie sich mit allem, was sie nicht als Brüder ausweisen konnte, zurück.

An zweiten Tag hatten die Vampire wie selbstverständlich ihre Jobs angetreten und Angel, der sich hier unter seinem richtigen Namen Will ausgegeben hatte, erfuhr noch mehr über seinen neuen Herren, unter anderen, dass er einen großen Harem mit Männern und Frauen hatte, die ihm jederzeit zu Diensten waren.

Sakuya erfuhr wiederum noch, dass er dem Alkohol und auch den menschlichen, synthetischen Drogen sehr zugetan war.

Nachdem beide sich immer mehr eingelebt hatten, erfuhren sie immer mehr Einzelheiten über den Vampir, Angel mehr als Sakuya, der sich hier Nick nannte. Allerdings verstand er sich recht gut mit der Dienerin Cloudine. Diese war augenscheinlich sehr an ihm interessiert und dies nutzte er um an Infos zu kommen. Jedoch bekam er daraufhin Ärger mit Angel, da dieser sehr eifersüchtig wurde. Sakuya ließ sich dies aber nicht gefallen, da er sie nur als Informantin nutzen wollte, so wie Angel es auch schon oft getan hatte. Angel schien dies zu denken zu geben und er versprach ihm, dies nach diesem Auftrag nicht mehr durchzuführen.

Der jüngere der Vampire, der nun immer einen schwarzen Anzug mit Krawatte und Hemd tragen musste, begleitete den Pharao zu all seinen Stationen und Terminen und notierte das Gesprochene. Da dies aber nur Alltägliches war, half es den Vampiren nicht weiter. Eines Abends jedoch begab es sich schließlich, dass sich der ehemalige König in Angel verliebte, da er allzeit immer nett und unterwürfig zu ihm war. Der Pharao plante schon Sakuya aus Eifersucht zu töten, weil er den Vampir nur für sich wollte.

Erst nachdem Angel ihm versicherte, dass sie nur leibliche Brüder waren und er bei seinem Bruder schlief, weil er unter schrecklichen Albträumen litt, ließ er von seinem Vorhaben ab, was nur minder gelogen war.

Nachdem Angel schließlich von seinen Gefühle wusste, erfuhr er immer mehr und begann das für sich zu nutzen. Er tat also schon wieder genau das, was Sakuya ihm vorgeworfen hatte, aber es sollte diesmal das letzte Mal sein.

So konnte er auch erfahren, dass er nicht nur der Ursprung der Vampire war, sondern sich auch durch seinen Tod der Fluch, der sie alle unsterblich machte, auflösen könnte, allerdings war es nur eine Anmache und Angel wusste nicht ob es stimmte. Außerdem zeigte sich immer mehr wie krank dieser Vampir doch im Kopf war und dass er keinen Plan hatte. Er wollte die Welt einfach nur je nach Gefühlschaos brennen oder leben sehen.

Obwohl ihm seine Leute stets aus Angst ergeben waren, verletzte er sie in seinen Launen schon für Nichtigkeiten.

Des weiteren tötete er Menschen rein nach seinem Vergnügen. Als Angel dies einmal mitbekam, wollte er sofort eingreifen, allerdings war es damals ohnehin zu spät gewesen und so akzeptierte er Tuts Überlegenheit und Stärke, zumindest für den Moment.

Außerdem war der Pharao, obwohl nichts zwischen ihnen war, ständig eifersüchtig auf seinen echten Freund bzw. Bruder und drohte, ihn zu töten wenn sie zu viel Zeit miteinander verbringen würden. Er sollte doch zu ihm kommen, wenn er Albträume hatte.

Auch wenn Angel versuchte, ihm alles recht zu machen und gleichzeitig seine Schwäche zu finden, versuchte er dem Vampir nicht zu nahe zu kommen. Er drohte ihm sogar ein für alle Mal zu verschwinden wenn Sakuya etwas zustieß.