Ein alter Rebell erinnert sich - Adolf H. Vonburg - E-Book

Ein alter Rebell erinnert sich E-Book

Adolf H. Vonburg

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Beschreibung

Der Roman ist zum Schmunzeln und Nachdenken gleichermaßen, aber zugleich auch ein kritischer Rundumschlag quer durch die Vergangenheit des Autors. A. H. Vonburg erzählt unterhaltsam aus seinem langen, bewegten Leben.

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EPUB
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Seitenzahl: 209

Veröffentlichungsjahr: 2019

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Ein alter Rebell erinnert sich

Der verrückte Roman des noch nicht verrückten

Adolf H. Vonburg

Copyright: © 2019 Adolf H. Vonburg

Umschlag & Satz: Erik Kinting – www.buchlektorat.net

Verlag und Druck:

tredition GmbH

Halenreie 40-44

22359 Hamburg

978-3-7497-4533-3 (Paperback)

978-3-7497-4534-0 (Hardcover)

978-3-7497-4535-7 (e-Book)

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Inhalt

Die Natur funktioniert eigentlich logisch

Glauben ist nicht gleich Wissen!

So funktioniert scheinbar der Mensch

Das Recht der Frauen

In der Bibel befielt Gott zu töten:

Unsere Gesellschaft entwickelt sich

Palmen vor dem Haus

Klimaveränderung

Komische und kritische Gedanken zur Umwelt

Das morgendliche Ritual

Es ist schon komisch, alle Leute wollen älter werden,

Das Klassentreffen

Das Piccolo, die Dorfbeiz

Der hölzerne, runde Stammtisch im „Piccolo“

Leserbrief No 1: Warum verschwinden eigentlich so manche Beizen??

Leserbrief No 2: Fortbildungskurse in Sachen Anstand für Lehrer

Leserbrief No 3: Es war einmal: Erinnerungen

Gedanken vor dem Einschlafen

Das Altersheim

Mit 66 Jahren fängt das Leben an

War es einmal eine gute alte Zeit?

Die heutige Zeit lässt sich nicht mit der guten alten Zeit vergleichen!

Der Handel an der Haustüre hatte riesige Vorteile:

Alex erinnert sich noch an vieles

Früher war vieles besser und vieles lief schräg – heute ebenfalls

Der alte Alex sitzt eines Abends allein vor der Glotze, er blättert sich durch die etwa zweihundert spannenden Programme der europäischen Anbieter und stellt wie so oft fest: Werbung, nichts als Werbung. Dazwischen wie fast immer, je nach Sender, mehr oder weniger neue Tagesschauen, Reportagen über Velorennen, Fussball oder Tennis. Alex interessiert dies alles nicht, er findet alle Programme Scheisse. Er könnte ja alternativ einen Spaziergang in seine Stammbeiz machen, aber bei diesem regnerischen Sauwetter würde er sicherlich nass, er könnte sich sogar erkälten und er wäre ganz sicher der einzige Gast um diese Zeit. Im bequemen Sessel sitzen, die Beine auf dem Schemel hochlagern und zwischen kurzen Schlafminuten auf den Bildschirm starren ist heute sicher die beste Alternative. Er blättert nochmals die Programme von A bis Z durch und findet endlich einen interessanten Dokumentarfilm über das Leben von Pflanzen und Tieren. Es ist genau der Typ Film der ihn sicher einen ganzen Abend lang faszinieren kann. Alex holt sich ein Glas Rotwein und eine kleine Schale mit Salznüsschen. So ausgerüstet lehnt er sich entspannt in den Sessel zurück und freut sich auf den geretteten Abend.

Es ist unglaublich, was so ein Dokumentarfilm alles auslösen kann. Sein ganzes langes und zum Teil spannendes Leben lang wäre es ihm doch nie in den Sinn gekommen, ein Tagebuch zu führen und seine Erinnerungen, seine Gedanken und seine Erlebnisse schriftlich festzuhalten. Aber der Film hat im Kopf des alten Alex etwas ganz neues ausgelöst. Als „alter Sack“ hat er jetzt Zeit und Lust, seine Gedanken und seine früheren Erlebnisse der Nachwelt zu hinterlassen. Viele in seinem Hirn gespeicherte negative und positive Lebensabschnitte erzählt er auf seine Art. Es ist die späte Abrechnung mit seiner bis heute gelebten Zeit. Es scheint, als wollte er mit einem Rundumschlag, bestehend aus Erzählung,

Kritik und Erinnerung, seine Zeit im Geiste zurückholen und dann korrigiert und verbessert zurückgeben.

Mit diesen Geschichten möchte er aber kein chronologisches Tagebuch veröffentlichen. Im Gegenteil, er erzählt ganz einfach viele Erlebnisse aus seinem langen, spannenden Leben. die vielen Fragen die sich stellen, versucht er falls möglich, selber zu beantworten. Gewisse Antworten findet er im modernsten Lexikon, im unerschöpflichen „Google“.

Die Natur funktioniert eigentlich logisch

Auf einem privaten, deutschen Fernsehkanal wurde eines Abends ein fantastischer Film über im Meer lebende Pflanzen und Tiere gezeigt. Zuerst sah man mikroskopisch kleine Einzeller, die sich ruckartige im Wasser bewegten, sich dann entzwei teilten und sich so vermehrten. Von diesen Lebewesen soll es scheinbar Hunderttausende von verschiedenen Arten geben und diese sind nach meinem Verständnis der Anfang des Lebens. Diese kleinsten Dinger entwickelten sich im Lauf der Jahrmillionen zu kleinen Pflanzen und dann zu Tierchen und später sogar zum Menschen. Schon ab diesem Zeitpunkt zeigte sich, dass sich das Leben immer zwischen zwei Punkten bewegt, zwischen dem Anfang, dem Start und dem Ende, dem Tod. Dies gilt für alle und alles, für Pflanzen, Tiere und Menschen.

Der Film zeigte auch, wie sich Pflanzen und Tiere verändern können und sich dadurch der Umgebung oder den Verhältnissen anpassen. Eindrücklich wurde gezeigt wie Fleisch fressende Pflanzen, zum Beispiel der Sonnentau, Praktiken entwickelt um die Insekten anzulocken, zu fangen, zu töten und dann zu verzehren. Da lockt zum Beispiel eine Pflanze mit Lockdüften bestimmte Tierchen auf ihre Blüte. Auf der Innenseite der Blütenblätter stehen viele feine, klebrige Härchen. Ein Insekt wird durch den lockenden Duft alarmiert, fliegt heran, setzt sich in diese Blüte und bleibt unwiderruflich hängen. Diese Blüte reagiert auf das Insekt, schliesst sich blitzschnell und fängt auf diese Art das Insekt ein. Die Pflanze entwickelt dann ein Verdauungssekret und schon bald ist vom Opfer nicht mehr viel übrig. Die Pflanze ist gesättigt, kann weiterleben und sich weiter entwickeln. Es ist das A und O des Lebens und der Evolution.

Nach neuesten Erkenntnissen können die Pflanzen sogar miteinander kommunizieren. Sie haben keine Ohren, hören aber scheinbar trotzdem Musik. Vor allem klassische Musik von Mozart mögen sie sehr. Hingegen scheinen sie Rock und Pop zu hassen, denn bei diesem organisierten Lärm stellen gewisse Pflanzen nach kurzer Zeit das Wachstum ein und beginnen dann sogar zu welken. Weinberge wurden sogar getestet, die eine Hälfte wurde aus sechzig Lautsprechern mit Musik von Mozart berieselt, die andere Hälfte wurde aus sechzig Lautsprechern mit Rock- und Popmusik beschallt. Das Resultat war verblüffend: mit Musik von Mozart wurden die Früchte grösser, besser und waren zwei Wochen vor den andern reif. Die andere Hälfte dagegen wuchs langsamer und die Grappen und Beeren waren viel kleiner und weniger süss. Was passiert eigentlich bei den heutigen Menschen? Was geht im Kopf ab beim Stunden lang dauernden Telefonieren, oder beim überlauten Beschallen mit Rockmusik? Vielleicht gibt es für dieses Verhalten und seine Folgen gelegentlich ebenfalls einen Test, und dieses Resultat wäre wahrscheinlich erschreckend!

Pflanzen haben keine Augen, merken aber trotzdem aus welcher Richtung die Sonne scheint und wohin sie sich deshalb orientieren müssen. Auf einem Sonnenblumenfeld stehen tausende von blühenden Pflanzen. Am Morgen früh, wenn die Sonne im Osten aufgeht, drehen sich alle Blüten nach Osten, am Abend dagegen, wenn die Sonne langsam im Westen verschwindet, zeigen alle Blüten nach Westen. Pflanzen erkennen sogar ihre Schädlinge, sie wehren sich selbstständig gegen sie indem sie Duftstoffe ausstossen. Mit diesen locken sie die Feinde dieser Pflanzenschädlinge an. So werden schädliche Raupen, die innert kurzer Zeit das Blattwerk wegfressen würden, durch eine Wespenart gestochen und gehen dann ein. Mit chemischen Mitteln könnten die Schädlinge allerdings schneller vernichtet werden, aber diese Chemikalien vernichten ebenfalls die Nützlinge. Fazit der ganzen Geschichte: Tiere und Pflanzen wehren sich alle selbst, sogar ohne Hilfe des Menschen, gegen ihre Feinde. Das letzte Glied der Kette, der Mensch, hat eigentlich keine echten Feinde mehr in der Natur. Darum sucht er sie unter seinesgleichen.

Leider sah Axel nicht den ganzen Film, denn irgendwann landete er im Land der Träume und verpasste den Rest des Programms.

Es ist morgens um vier Uhr. Gestern fiel er schon um neun Uhr todmüde ins Bett, schlief sofort ein und erwachte deshalb heute um diese ungewöhnlich frühe Zeit. Sein Gehirn kommt langsam auf Betriebstemperatur und beginnt zu arbeiten, Erinnerungen werden wach. Wie war das schon gestern Abend mit dem interessanten Film über die Entstehung des Lebens? Fand dieser wahnsinnige Zyklus eigentlich nur ein einziges Mal statt, oder wiederholte sich dieses Ereignis schon mehrmals in den letzten vielen millionen oder sogar milliarden Jahren, und dies vielleicht sogar ohne Spuren zu hinterlassen? Diese Frage hat ihn schon oft beschäftigt, aber eine Lösung hat er noch nicht gefunden. Eigentlich könnte es ihm egal sein, aber als „alter Sack“ hat er ja viel Zeit und deshalb versucht er auch heute wieder einmal seine absurden Gedanken ein wenig zu ordnen und wenn möglich später, im Lauf des Tages, aufzuschreiben.

Den Wissenschaftlern und Forschern überlässt er die Theorien über die Entstehung der Erde. Die Zeit nach dem „Urchlapf“ stellt viele Fragen und gibt ihm genügend zu denken. Die Theorie der Wissenschaft lautet ganz anders als die Theorie der Kirche. Eines ist sicher: Die Erde brauchte unzählige Millionen von Jahren um so auszusehen wie heute, die überlieferten sieben Tage, wie die Bibel behauptet, reichten dazu nicht aus. Pflanzen und Tiere und schon die ersten und kleinsten Lebewesen, leben, verändern und entwickeln sich seit jener Zeit immer weiter. Gestern hörte Alex im Radio, dass in Peru ein fossiler, also ein versteinerter Wal mit vier Füssen entdeckt wurde. Dieses Tier lebte wahrscheinlich zuerst im Meer, emigrierte dann im Lauf von einigen hundert Millionen Jahren aufs Festland, dort passte es sich langsam an, es wuchsen ihm Beine und Füsse, es konnte gehen und wurde zum Landtier. Warum ging es aber einige Jahrmillionen später wieder zurück ins Meer? Für ein paar Forscher wird die Untersuchung des Lebens dieses Wals eine lebenslange Tätigkeit sein. Vielleicht zeigt sich einmal ein Resultat, oder vielleicht geht unterdessen die Welt wieder einmal unter. Ein neuer „Von-Däniken“ findet dann mit Hilfe seiner „Ausserirdischen“ vielleicht die Lösung zu diesem Problem.

Und schon taucht die erste Frage auf: wieso und vor allem wozu leben wir hier auf der Erde? Die klare Antwort kann er beim besten Willen nirgends finden, nicht einmal in seinem modernen Nachschlagewerk, dem Google, findet er die Lösung. Deshalb gibt er die Suche danach auf und versucht die Lösung in seinem Kopf nach seinem Verständnis zu finden oder zurecht zu basteln.

Vor ein paar Jahren diskutierte er mit ein paar Studienkollegen über den Sinn des Lebens. Dem einen, er war ein überzeugter Katholik, stellte er im Lauf des Abends unter anderem die folgende Frage: „Wenn Gott schon so allmächtig, gut und gnädig ist, warum macht er dann nicht einfach Frieden auf dieser schönen Erde? Warum lässt er Kriege, Hungersnöte und Unglücke zu, warum hat er damals nicht einfach einen friedlichen und perfekten Menschen erschaffen? das wäre für ihn doch kein Problem gewesen!“

Die Antwort kam schnell und überzeugt: „Das ist doch logisch, dies sind alles Prüfungen die der Mensch hier auf der Erde zu bestehen hat bevor er später einmal ins Paradies darf!“

Mit dieser Idee kann sich Alex nicht anfreunden, was soll dieser Quatsch? Ein allmächtiger Gott und Schöpfer stellt doch nicht irgendwann aus irgendwas ein mehr schlecht als recht funktionierendes Produkt wie den Menschen her, um diesen dann anschliessend ohne Programm vegetieren und leben zu lassen. Er stellt seinem Produkt, eben dem Menschen, bei seiner Entwicklung nicht Probleme in den Weg, lässt diesen dann gegen die Wand laufen, und deklariert dies alles zuletzt als Test. Falls er diesen Test richtig erkennt und die Probleme nach der Idee des Schöpfers löst, darf er dann zu ihm ins Paradies. Wohin darf oder muss dann derjenige, der den Test nicht besteht? Er ist ja schliesslich auch ein Produkt des Schöpfers oder Herstellers. Da kann doch etwas nicht stimmen!

Spätestens hier ist sein Verstand am Ende und für ihn ist nur noch eines logisch: Dort wo das Wissen aufhört hilft vielen Menschen der Glaube weiter.

Glauben ist nicht gleich Wissen!

Es liegt in der Natur des Menschen alles zu hinterfragen, nach dem Grund zu suchen und zu forschen. Es werden oft Beweise für die Behauptungen gefunden, aber ebenso oft bleiben die Fragen unbeantwortet. Auch Alex fand selten eine glaubwürdige Antwort zu seinen Fragen „warum, wieso und wie entstand unsere Erde“. Dies sind doch für viele Menschen, auch für ihn, einige brennende Fragen. Die klare Antwort dazu fand er leider nirgends. Er glaubt, es passierte nach seinem Verständnis und stark vereinfacht ausgedrückt, etwa so: Zuallererst fand der Urknall statt. Und schon stellte sich die nächste Frage: Wer oder was war der Grund oder der Anlass für dieses Ereignis? Irgendwer oder Irgendwas muss doch den Anstoss dazu gegeben haben. Nun, diese Frage dürfte wohl nie beantwortet werden weil es dazu keine Antwort zu finden gibt.

Mit dem Urknall wurde die Erde vor Urzeiten, nebst andern Stücken, als kleiner Teil von der grossen Masse eines riesigen Sterns abgesprengt. Diese glühend heissen Teile kühlten sich im Laufe einer unendlich langen Zeit ab. Zuerst erfolgte die langsame, Millionen von Jahren dauernde, äussere Abkühlung und die ist heute noch im Gang. Es bildete sich eine feste Kruste, der Kern blieb aber heiss und flüssig. Langsam entstand auf der Oberfläche ein Umfeld, auf dem mit der Zeit Leben möglich war.

Als erste Lebenszeichen bildeten sich die Einzeller. Es gibt heute lt. Google ca 40`000 bekannte Arten und diese vermehren sich durch Zellteilung. Daraus bildeten sich nach langer Zeit die ersten Pflanzen, die ernährten sich aus Luft und Wasser, Licht war ebenfalls nötig. Sie produzierten Sauerstoff und gaben diesen an die Luft, an die Atmosphäre ab.

Dank der entstandenen Atmosphäre konnten sich die Tiere bilden. Diese benötigten die Pflanzen zum Fressen und die Luft zum Atmen. Pflanzen und Tiere vermehrten sich nicht mehr durch Zellteilung sondern durch Zellvereinigung. Aus der Weiterentwicklung der Tiere entstand schlussendlich der Urmensch. Dieser entwickelte sich weiter bis heute, je nach Ansicht, zur Krönung der Entwicklung oder der Schöpfung.

Die Erde kühlte sich weiter ab, die Hülle zog sich zusammen, im Innern bildete sich dadurch ein Überdruck und dieser entlastete sich in Form von Vulkanen. Die kompakte Erdmasse wurde zerteilt, der innere Druck trieb die Stücke auseinander und die entstandenen fünf Erdteile blieben bis heute in Bewegung. Die Urmenschen und die Urtiere, die darauf lebten, verteilten sich so mit den Erdteilen, auf denen sie lebten und auf denen sie sich getrennt weiter entwickelten. Auf diese Art entstanden die verschiedenen Rassen mit ihren verschiedenen Kulturen und mit ihren verschiedenen Ansprüchen. Aber die Urinstinkte wie Fressen, Gebietsansprüche, Machtgelüste und später noch das Geld blieben bis heute im menschlichen Wesen erhalten. Die zusätzliche Intelligenz entwickelte sich ebenfalls, aber viel langsamer als der Rest des Menschen. Wäre dies anders und besser, hätten wir wahrscheinlich friedliche oder sogar paradiesische Zustände auf unserer schönen Erde.

Im Film sah Alex, wie sich die Lebewesen, jede Art auf seine Weise, ernähren. Der Film zeigte auch, wie sich gewisse Pflanzen einrichten, um gut und bequem an die Nahrung zu kommen. Alex sah eine Glockenblume, deren Blütentrichter nicht wie normal nach unten, sondern nach oben gerichtet war. Dieser Blütentrichter war innen mit einer glitschigen und für gewisse Insekten anziehend duftenden Masse befeuchtet. Wenn nun ein Insekt in den Trichter gelangt rutscht es unweigerlich in die Tiefe und ein Entkommen ist unmöglich. Die Glockenblume hat sich also auf intelligente Art angepasst, sie hat sich ganz auf ihr Überleben, also auf ihr Fressen an ihrem festen Standort eingestellt. In der Natur gilt immer dasselbe Prinzip: Die stärkeren versuchen die schwächeren zu fressen oder zu verdrängen. Es ist ein Kampf um den Platz und die Nährstoffe. Ein Gärtner erklärte ihm, dass zwei verschiedene Pflanzen in einem Topf sich gegenseitig auf Leben und Tod bekämpfen können. Bei ihm blühte im Wintergarten, in einem grossen Blumentopf, schon mehrere Jahre eine blaue Passionsblume. Diese Pflanze brauchte viel Licht und blühte das ganze Jahr, Sommer und Winter. Sie wuchs immer weiter, möglichst nach oben. Unten im Topf entstand dadurch viel leerer Platz. Um diesen zu füllen setzte Alex eine kräftige, rot blühende Pflanze dazu. Zunächst wuchsen beide schnell und blühten. Aber dann, nach drei Wochen, waren die Blätter der neuen Pflanze über Nacht erlahmt und erholten sich nicht mehr. Ein später wiederholter Versuch endete genau gleich. Die ältere, kräftigere Passionsblume hat also die jüngere und schwächere gekillt. Die Pflanzen sind scheinbar intelligent, sie gedeihen nur da, wo das Klima, der Boden, die Nahrung und das Licht stimmen. Sie verteidigen ihr Territorium wenn weitere Pflanzen in ihre Nähe kommen und ihnen den Boden streitig machen. Sie reagieren also beinahe menschlich. Aber eigentlich gelingt ihnen das nur, wenn sie sich anpassen. Das kann relativ kurze Zeit beanspruchen, es kann aber auch Jahrtausende dauern. Forscher haben entdeckt, dass sich die Pflanzen gegenseitig unterhalten und sich scheinbar durch ihr Verhalten verständigen können.

Die Tiere sind meistens etwas besser dran, sie können ihren Platz verlassen und versuchen einen besseren zu finden. In Afrika wandern riesige Herden von Gnus dorthin, wo sie Wasser und Nahrung finden. Die Raubtiere ziehen hinterher und erlegen zuerst kranke und geschwächte Tiere, die gesunden sind stark genug und können den Räubern entkommen und überleben. So entsteht eine natürliche Auslese, nur die gesunden und starken Tiere überleben. Die Könige der Tiere, die Löwen, sind sehr intelligente Tiere. Sie jagen selten allein sondern oft im Rudel, sie können auf diese Art ein Tier absondern und verfolgen bis es entkräftet den Raubtieren zum Opfer fällt.

Im Film wurde die Intelligenz verschiedener Tiere gezeigt. Eine Krähe, mit einer Baumnuss im Schnabel, wartet auf einem Ast über der Strasse auf das nächste Auto. Dieses kommt nach einiger Zeit und die Krähe lässt die Nuss genau im richtigen Moment vor das Fahrzeug fallen. Der Pneu wirkt als Nussknacker und die Krähe kann das Resultat geniessen. Ein weiterer Test zeigte auf einem Küchentisch einen dreissig Zentimeter hohen Glaszylinder. Auf seinem Boden lag ein spanisches Nüsschen. Ein Papagei wollte unbedingt an das Nüsschen gelangen. Er versuchte dies zuerst mit einem Stäbchen, es gelang nicht, dann wollte er das Gefäss umstürzen, dies ging ebenfalls nicht. Er überlegte nicht mehr lange und flog zum nahen Waschbecken und füllte seinen Schnabel mit Wasser, flog dann zurück und liess das Wasser in den Zylinder tropfen. Diesen Vorgang wiederholte er so lange, bis das Nüsschen ganz oben im Glasgefäss schwamm und für ihn erreichbar bar. Der Versuch wurde übrigens in einer Schulklasse mit jungen Schülern wiederholt. Das Resultat war negativ, die Schüler kamen nicht auf die schlaue Idee des Papageis.

Im Internet, das den heutigen Menschen auch als modernes unerschöpfliches Lexikon dient, wird eigentlich fast jede Frage zu Pflanzen, Tieren und Menschen beantwortet. Dort hat Alex eine Rangliste der Intelligentesten Tiergattungen gefunden:

Platz 1

Der Delphin steht dem Menschen an Intelligenz kaum nach

Platz 2

Der Affe besonders der Schimpanse verblüfft mit Gedächtnis und Lernfähigkeit

Platz 3

Raben und Krähen sind dank ihrem Talent Überlebenskünstler

Platz 4

Die Kraken sind schlau und haben Superhirne, sie öffnen sogar Schraubverschlüsse

Platz 5

Die Wale erkennen menschliche Gebärden, sie können miteinander kommunizieren

Platz 6

Die Ameisen sind lernfähig

Platz 7

Die Bienen tauschen Infos über Pollen, Nektar und Wasserquellen aus

Platz 8

Der Elefant kann Menschen und Sprache unterscheiden, er hat ein unheimliches Gedächtnis

Platz 9

Der Papagei hat die Intelligenz eines vierjährigen Kindes Platz 10 Der Hund hat die Intelligenz eines zweijährigen Kindes, er versteht etwa 250 Wörter

Platz 11

Waschbären lösen Denkaufgaben und erinnern sich an die Lösung

Platz 12

Orang-Utans arbeiten mit Werkzeugen, gehen z.B. mit Sägen um.

Platz 13

Ratten riechen sogar Bomben und Landminen

So funktioniert scheinbar der Mensch

Wieder einmal erwacht Alex nachts um drei Uhr, der abendliche Schlummerbecher macht sich bemerkbar. Zurück im Bett ist an ein Weiterschlafen nicht mehr zu denken, denn der Schein der Strassenlaterne scheint seinen noch müden Denkapparat ans Aufstehen zu mahnen. Viele Gedanken fahren durch seinen Kopf, auch jener eindrückliche Film über das Leben von Tieren und Pflanzen läuft wieder ab. Er kann nicht anders, jene Gedanken werden wieder aktiv und er versucht deshalb, dort wieder anzuknüpfen und weiter zu denken.

Nach der Entstehung und Weiterentwicklung von Pflanzen und Tieren formte sich nach und nach der Mensch. Die Christen glauben, Gott habe die Erde und den Menschen erschaffen, es steht jedenfalls so in der Bibel. Aber nach dem heutigen Wissen ist der Mensch nicht etwa eine Extra-Anfertigung sondern nur eine natürliche Weiterentwicklung des Affen, er ist also gar kein neues Lebewesen, er wird nur anders genannt. Auch sein Benehmen ist fast genau gleich wie das von Pflanzen und Tieren. Auch hier herrscht der brutale Kampf ums Fressen und ums Territorium. Beim Menschen kommt aber zu diesem Erbe noch die Macht, die Herrschsucht und neuerdings das Geld dazu und das macht ihn so gefährlich. Es gibt noch einen weiteren, grossen und wichtigen Unterschied: In der Tierwelt ist immer das Männchen das schönere, buntere, grössere, kräftigere und dominantere Wesen. Beim Menschen dagegen ist es umgekehrt. Hier ist nach Ansicht der meisten Männer und Frauen immer das Weibchen das Schönere. Dadurch fühlten sich scheinbar schon vor Urzeiten die Männchen diskriminiert und das vermeintliche Minus musste logischerweise durch andere Qualitäten wettgemacht werden. Die schlauen Männchen des Homo Sapiens, als Teil der Natur, als Kreaturen mit Gehirn, mussten sich deshalb andere wertvolle Eigenschaften aussuchen und aneignen. Diese Eigenschaften zu finden war aber damals in der „Gründerzeit“ der Menschheit nicht einfach.

Eben genau diese Eigenschaften versucht Alex zu definieren und zu ordnen. Zuerst kommt auch beim Menschen das Fressen, genau wie bei den Tieren und Pflanzen. Weil aber der Mensch intelligenter ist und zum Teil und sogar logisch denken kann, versteht er es heute, Teile der Natur, der Pflanzen und Tiere, nach seinem Gusto, Geschmack und Aussehen zu züchten. Er versteht es, die benötigte Menge Nahrungsmittel, wie Gemüse, Getreide und Obst durch Anbau und Düngung zu regulieren. Zu gross anfallende Mengen konserviert er auf verschiedene Arten, z.B. durch Chemie, Hitze oder Kälte. Schädlinge pflanzlicher oder tierischer Art, beseitigt er mechanisch oder chemisch. Kurz, er versteht es, den natürlichen Ablauf der Natur auf tausend verschiedene Arten auszutricksen. Dies alles tut er nicht etwa aus Liebe zu seinen Mitmenschen. Nein, er tut es aus purem Eigennutz, so hat er immer genug zu fressen und was vielen noch viel wichtiger ist, er verdient damit Geld.

Die Tiere sind dem Menschen lt. der Bibel ebenfalls unterstellt. So werden Hunde, Pferde, Rinder und andere Haustiere seit tausenden von Jahren nach seinen Wünschen und Bedürfnissen gezüchtet. Vor hundert Jahren lieferte eine Kuh nur etwa 2000 Liter Milch pro Tier und Jahr, heute dagegen 10`000 Liter, also fünfmal mehr. Um aber diese Leistung zu erbringen muss die Kuh zusätzlich mit Kraftfutter ernährt werden, denn mit Heu und Gras allein würde sie diese Menge nicht liefern können. Dadurch wird sie aber überfordert, und deshalb anfälliger für viele Krankheiten, und diese werden mit Medikamenten bekämpft. Intelligent wie der Mensch heute ist, verhindert er einen eventuell möglichen Ausbruch der Krankheiten präventiv mit Antibiotika und durch Impfungen. Die für die Fleischproduktion gezüchteten Tiere müssen so schnell wie möglich und ohne Krankheiten schlachtreif gefüttert werden sonst werden die mit dem Label „made in Switzerland“ produzierten Hühner, Schweine oder Rinder zu teuer und durch importierte Viecher ersetzt. Die Milch und das Fleisch dieser Tiere werden von den Menschen verzehrt und diese bekommen dadurch im Lauf der Zeit einen grossen Teil dieser Medikamente ab. Das unvermeidliche Resultat ist schon lange bekannt: wenn der Mensch eines dieser lebensrettenden Mittel benötigt, ist es möglicherweise schon nicht mehr wirksam, weil der Körper durch die dauernde, ungewollte und unnötige Einnahme dagegen immun geworden ist. Eine früher meist tödlich verlaufende Lungenentzündung konnte erstmals in den fünfziger Jahren durch das damals neu entdeckte Antibiotikum „Penicillin“ innert ein paar Tagen geheilt werden. Es wurde damals als grosses Wunder betrachtet. Aber leider werden diese Medikamente, dank der Gewöhnung, bald nicht mehr wirksam sein. Es wird dann schwierig werden, bakterielle Erkrankungen schnell zu heilen!

In der Schweiz wurde dieses Problem schon vor vielen Jahren erkannt und gewisse Heilmittel werden aus diesem Grunde nur gezielt und gegen ärztliche Verordnung abgegeben. In einigen Ländern Europas wurden aber schon 1960 Antibiotika beim Grossverteiler als sogenannte „Aktionen“ verkauft. Dieses idiotische Vorgehen wurde auch für sehr stark wirkende Schlafmittel angewendet. Schweizer Touristen machten natürlich von den verlockenden Angeboten regen Gebrauch und versorgten die halbe Verwandt- und Bekanntschaft mit diesen Produkten. Man weiss, dass Irgendwo im Süden unter Umständen gar keine Qualitätskontrolle für diese Produkte und deren Wirkstoffe existiert. Es kann also möglich sein, dass diese Medikamente mit Reismehl oder Zucker „gestreckt“ wurden oder gar nicht drin enthalten sind. Wenn es um das einfache Geldverdienen oder Geldsparen geht, wird oft von der einen Seite ohne Skrupel alles Mögliche probiert und bei der andern setzt manchmal aus Preisgründen der gesunde Menschenverstand aus.

Heute gibt es für fast alle bekannten Krankheiten sehr gut wirkende Medikamente. Nur gegen die Dummheit der Menschheit gibt es meines Wissens noch keine Impfung und keine Heilmittel! Wir wissen, dass in vielen Fällen etwas falsch läuft, aber wir glauben, es sei richtig, weil wir glauben es gäbe keine anderen Möglichkeiten.

Das Recht der Frauen

In den westlichen Ländern wollten die Frauen seit ewigen Zeiten nicht nur nach der Pfeife der Ehemänner und männlichen Politiker tanzen. Sie wollten nicht nur gehorchen, sondern ebenfalls mitbestimmen. Schon anno 1868 stellten die Zürcher Frauen vergeblich ein erstes Begehren. Es wurde Jahrzehnte lang um das Frauenstimmrecht gerungen, bis es 1971 endlich gelang. Am 7. Februar wurde mit einer mehr als schäbigen Stimmbeteiligung von 58 % mit „66% Ja“ zu „34% nein“ das Schweizer Frauenstimmrecht angenommen.

In Europa wurde das Frauenstimmrecht aber schon lange vorher eingeführt:

1917 Sowjetunion

1918 Österreich

1919 Deutschland

1920 USA

1928 Grossbritannien

1944 Frankreich

1945 Italien 1971 Schweiz