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Das ist die Lebensgeschichte eines jungen Mannes aus dem Erzgebirge. Von der dunkelsten Zeit Deutschlands bis zur Gegenwart. Über Zwangsadoption, Kindheit, Gefangenschaft in einem Stasi-Lager, Verfolgung bis hin zu Mordversuchen an Menschen, die gegen das menschenverachtende Regime der DDR waren und noch heute darunter leiden. Diese Geschichte zeigt, dass Gott JA zum dem Leben sagt, welches er jedem von uns gegeben hat. Und er weiß, was er jedem von uns für eine Last aufbürden kann.
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Seitenzahl: 39
Veröffentlichungsjahr: 2015
Das ist die Lebensgeschichte eines jungen Mannes aus dem Erzgebirge.
Von der dunkelsten Zeit Deutschlands bis zur Gegenwart.
Über Zwangsadoption, Kindheit, Gefangenschaft in einem Stasi-Lager, Verfolgung bis hin zu Mordversuchen an Menschen, die gegen das menschenverachtende Regime der DDR waren und noch heute darunter leiden.
Diese Geschichte zeigt, dass Gott JA zum dem Leben sagt, welches er jedem
von uns gegeben hat. Und er weiß, was er jedem von uns für eine Last aufbürden kann.
1944 - Die dunkelste Zeit Deutschlands
1989 - die Wende
Schlusswort
Das Volk wusste nicht, wie lang der Krieg noch dauern würde. Trotz dieser Not und diesem Elend wurden Kinder geboren - so auch in einem kleinen Dorf im Erzgebirge.
Zwillinge! Die Mutter war wohlauf und ihre Freude besonders groß, denn ihre Tochter hatte nun zwei Brüder zum Spielen. Der Vater war wieder einmal für andere unterwegs, das junge Paar hatte sich in einer Firma im Dorf kennengelernt. Sie war Stanzerin, er Blechner. Er war zum Kriegsende im Untergrund tätig. Er war der KPD beigetreten, die gegen den Krieg war und nicht für Adolf Hitler in den Krieg ziehen wollte. Er hatte sich entschieden, als Grenzgänger zwischen Böhmen und dem Erzgebirge tätig zu sein.
Grenzgänger versorgten die Ärmsten mit Essen und Kleidung und verstecken diejenigen, die nicht in den Krieg ziehen wollten. Damals schon konnte man erkennen, dass, egal, welcher Partei man auch angehörte, der Glaube an Gott für jeden wichtig war. Darum ließ das Elternpaar die beiden Jungen Ende 1944 auch taufen.
Der Vater musste vorsichtig sein, und musste sich wieder einmal aus Böhmen kommend ins Haus schleichen. Taufen waren, trotz herrschender Armut, auch in dieser Zeit große Feste. Ein Nachbar war als Spitzel für die Nazis im Dorf tätig. Er hatte ihn ins Haus schleichen sehen und ihn sofort an die Nazis verraten. Er war noch gar nicht richtig im Haus angekommen, so standen sie schon davor - die Kettenhunde der Nazis. Es gab kein Entkommen mehr. Er wurde abgeführt und zwei Dörfer weiter, in einem Zwischenlager der Nazis, einer Art Konzentrationslager, erschossen.
Aufgrund der KPD-Statuten mit der Nachfolgepartei SED wurde der Mutter das Erziehungsrecht, nicht das Sorgerecht, entzogen. Und einer der Jungen bekam einen Vormund-Ziehvater. Das war wohl eine der ersten Zwangsadoptionen der SED, da man KPD-Anhänger mundtot machen wollte und Gegner der SED aus der Gesellschaft ausschloss.
Sein Ziehvater war IG-Metall-Vorsitzender in einer Kreisstadt und bis dahin in der gleichen Partei wie sein Vater. Er sollte ihn auch im Sinne des leiblichen Vaters erziehen, besonders, für andere da zu sein, die unrecht behandelt oder verfolgt wurden. Er sollte seine Erziehung nach den Wünschen der SED ausrichten, vor allem in seinem späteren Leben.
Der Junge liebte Pferde. Sie waren seine ganze Welt und so brachte ihn sein Ziehvater bei einem Bauern des Dorfes unter, dessen ganzer Stolz seine Pferde waren. Der Junge gehörte bald fast zur Familie. Nur zum Schlafen ging er nach Hause und bekam dort wenig von der Armut und dem ständig herrschenden Hunger mit.
Nur die Pferde zählte für ihn, so dass er sogar einmal bei erteiltem Stubenarrest aus drei Metern Höhe aus einem Fenster sprang, um zu seinen geliebten Tieren zu kommen.
Vom Bauer bekam er jeden zweiten Tag einen Liter Milch und Haferflocken. Zum Wochenende bekam er immer ein paar Kartoffeln mit nach Hause. Und für die Mutter gab es einmal im Jahr Rüben, Stroh, Heu und Hafergetreide, denn die Mutter halt zur Erntezeit auch immer mit auf dem Feld aus. Sie hielt außerdem ein paar Hasen, um einmal zu Ostern und Weihnachten Fleisch für ein Festessen zu haben.
Als der Junge zwölf Jahre alt war, bekam er jedes Wochenende 35 Pfennig Lohn für seine geleistete Arbeit. Das Geld sparte er jeden Monat, um mit seinem Bruder sonntags in die Kinovorstellung zu gehen. Für die Schwester war der Kinobesuch allerdings zu gefährlich, denn die russischen Soldaten waren hinter den Frauen her und es gab oft Vergewaltigungen. Einmal musste sich die Familie, als sie aus dem Kino kam, sogar bei einer anderen Familie im Haus verstecken, sonst hätten die russischen Soldaten der Mutter wohl Böses getan. Der Hausherr hatte die Drei am Abend nach Hause gebracht.
Die schönste Zeit und Erinnerung bleibt, wenn er mit seinem Bruder und seiner Schwester Hand in Hand auf dem Bahnhof stand - damals gab es noch einen in dem Dorf - und sie auf die Mutter warteten, die wieder einmal vom Hamstern kam und immer auch etwas Süßes mitbrachte.
