Ein Schritt ist noch im Schatten Der nächste schon im Licht - Ralph Melas Große - E-Book

Ein Schritt ist noch im Schatten Der nächste schon im Licht E-Book

Ralph Melas Große

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Beschreibung

Lyrische, mantrische und gedanklich aphoristische Expressionen geistiger und sinnlicher Selbst- und Welterfahrung aus dem Ende des 20. und dem Beginn des 21. Jahrhunderts. Dabei geht es dem Autor substantiell immer darum, den Gedanken empfindsam und die Empfindung intelligent zu machen. Die Poetischen Schriften, Band 18 sind eine Fortführung der Gedichtbände I bis 17, die in kurzen Zeitabständen zuvor in diesem Verlag erschienen sind.

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Inhaltsverzeichnis

Haltung

Gegenwart

Das eigentliche Leben heute beginnt mit frühestens 28

Die Stupa

Maximum wahrer Existenz

...und ist doch einer...

Und grüßet EINEN nur

Schritt um Schritt

Mensch...

Berühischt Euch, Freunde...

Mein alter Gaul

Allerdings musst Du es glauben

Dreifaches Bewirken

Dahinter

Der prüfe es nach

Wo bist Du, Mensch?

Das Hü oder Hott des Meister Koslowski

Nur..sonst nichts...

Kleines Tanzlied

Die Wahrheit ist in uns hinein verschwunden

Die kleinen Leute

Und suchen Dich...

Wieder so ein Besuch bei Meister Koslowski

Wo Wahrheit mit der Welt zusammenstimmt

Testamonia

Rückschau

Herzelein

Die Ichlosen

Wer hätte das gedacht...?

Das ist die Gegenwart

Lehen

Zielsicher

Nur manchmal, fast selten...

Optima

Rosenblut

Wenige Aspekte zum modernen Nichtsein

Heimatrecht in Geist und Fleisch

Die Seele

Was heilt

Ja, wenn wir...

Mensch, lerne von der Schlange

Der Atem stockt

Wo stammen sie wohl her?

Die kreative Stille

Seinsstandsbericht der Männer aus Lemmingshausen

Dafür kamen wir

Der neue Mut

Der kleine Michael

Die dritte Dimension des Sozialen

Gemeinden

Das Erstaunen des Körper-Elementalen

Das Wehe der Gegenwart

Das Signum

Nicht etwa leiser...

Imagos

Zu spät

Und noch ein Besuch beim lieben Meister Koslowski

Sirius

Mehr Feinde hast Du nicht...

Wir Habenichtse! Wir Überreichen!

Das höhere Tier

Auf der Parkbank und dazwischen

Yapp!

Auf der Parkband und dazwischen

Haltung

Ein Schritt ist noch im Schatten,

der nächste schon im Licht.

Ach, wär nicht das Ermatten,

ich stiege Schicht um Schicht.

Doch suchend nicht der Kräfte Feld,

das Licht ists, das mich aufwärts hält!

Ein Auge schaut nach innen,

das zweite hoch zum Stern.

Ach, wollt ich nur gewinnen,

hielt Seel und Welt mir fern.

Doch suchend nicht der Pole Feld,

die Mitte ists, die menschlich hält.

Ein Griff schnellt nach den Dingen,

ein andrer zögert leer.

Ach, wollt ich Leistung bringen,

schöpft ich in Gottes Meer.

Doch suchend nicht der Fülle Sold,

die Ruhe ists, die schenkt das Gold.

R.M.G.20.5.2022

Gegenwart

An den öden Halden

kaufen und verkaufen die Erdfarbigen

ihre Reste an Stoffen

noch rasch und hastig,

kurz bevor diese verschwinden

in endgültiger Auflösung.

Kaufen und verkaufen -

...mehr Wirklichkeit

ist außerhalb des Geistes

nicht mehr möglich.

Im Bewusstsein

aus Träumen und Schlaf,

ich- und wirhaft erhellt,

etabliert sich das wahre menschliche Leben

als freudig-ernste Gemeinschaft

mit den Wesen der Geisterreiche

im atmend-pulsierenden Erdkristall.

Größe und Schönheit

spannt den Raum

der übersinnlichen Erde

zwischen Saturn und Sonne.

Materie war nie.

Nur spiegelnder Irrtum

anwachsender Geistesferne,

mit der nun involutiver Schluss ist-.

Christus,

der da war, da ist und sein wird

kann kommen.

R.M.G.20.5.2022

Das eigentliche Leben heute beginnt mit frühestens 28

So ein bisserl Geist

können wir mitbringen

aus der Vorgeburt

in die Leiblichkeit,

so bis in die zweite Hälfte

der Zwanziger.

Dann ist Sense...

es sei denn,

wir entwerfen uns neu aus dem Streben

nach frischer Begegnung mit dem Geist,

der uns aus der Zukunft entgegenleuchtet.

Wenn wir das versäumen

und außerdem noch bis zum Excess genial sind,

dann ertrinken wir im Pool unter Drogen wie

Brian Jones...

dann krepieren wir vollgepumpt mit Suff und Tabletten

im Hotelzimmer wie

Jimi Hendrix...

dann erschiessen wir uns nach einer minimalen Überdosis wie

Curt Cobain...

dann lassen wir nicht nur unsere Stimme von

Southern Comfort,

sondern auch unsere Leber explodieren wie

Janis Joplin...

dann befehlen wir unserem Herzen

mit dem goldenen Schlagen aufzuhören wie bei

Jim Morrison...

dann fallen wir in ein rauschendes Strudelloch

der Depression wie

Jean-Michel Basquiat...

dann werden wir von unseren Eltern

für "vermutlich tot" erklärt wie

Richey James Edward...

dann schreien wir bis zum entatmenden Ende

allen wissenden Helfern entgegen : "No! No! No! wie

Amy Winehouse...

Andererseits :

Hätten diese wunderstarken Menschenkinder

"gewartet", z.B, wie

Gottfried Benn,

der zwischen der ersten und der zweiten Strophe

seines überirdisch schönen Gedichtes :

"Welle der Nacht..."30 Jahre brauchte,

oder unser guter alter

Goethe,

der von dem Backfisch-Faust Teil I

bis zum eingeweihten Mysterienteil II

ebenfalls alt und weise werden "wollte",

ja, dann

würden wir jetzt im 3,Jahrtausend

weit aus weniger stupiden Materialismus

in unseren öffentlichen und privaten Bewusstseinen haben,

und etliches mehr an praktischer, aufrichtender

Geistentfaltung,

als wir unleugbar und in den baldigen Orkus

des menschheitlichen Niederganges führend

tatsächlich heute

NICHT HABEN!

R.M.G.21.5.2022

Die Stupa

Als ich alt war, errichtete ich eine Stupa

für die Reliquien der Liebe

in meinem Herzen. Es waren Reliquien

reinster Gegenwärtigkeit ewigen Werdens.

Kein Dorn, kein Nagel, kein Blutstropfen,

die eine Dichte oder ein Gewicht hätten,

oder die jemals Zeugnis ablegten

von Schmerz oder Verwundung oder tiefem

zerberstendem Fall, wurden dort einbewahrt.

Was aber wurde dort einbewahrt?

Jedenfalls nichts von mir,

weder leiblich, noch seelisch, noch ichlich

von dem, der ich war.

Zu beschreiben ist es ja nicht... eher anzudeuten als das,

was die Liebe derer, die ich liebe

aus mir werden mag...

Und kaum hatte ich die Stupa errichtet

und die Reliquien einbewahrt,

kamen auch schon jede Nacht meine Engel

und die Engel meiner Freunde und Feinde

und umrundeten die Stupa im Sternenzeigersinne,

um mit ihren schönsten Gesängen

das Innere anzubeten.

Nun waren ja darinnen keine Gedanken

durch mich an mich,

auch keine Gefühle und Wollungen von mir,

die mich betrafen,

nur die Gegenwart dessen,

was aus mir werden mag,

so es die Liebe zur Gottheit des Alls erwürdigt.

Ach ja, ich würde es Euch doch sagen,

was die Engel da Nacht für Nacht sangen und beteten,

aber immer nach dem Erwachen am Morgen,

war das ganze Spektakel samt Stupa

in frommes beschämendes Dunkel getaucht.

Und alles, was Ihr soeben gelesen habt,

nehmt bitte als die phantastische Hoffnung

eines alten, unwürdigen Architekten seiner Selbst.

R.M.G.21.5.2022

Maximum wahrer Existenz

Wir haben nichts.

Wir haben nur einand.

Wir wollen nur

uns halten Hand-in-Hand.

Es gibt uns nicht,

es sei denn wir erscheinen

als Tränenglanz der Engel,

die da weinen,

als Weltenjauchz der Engel,

die da lachen,

je, ob die Guten schlafen oder wachen.

Und weil es uns ansonsten gar nicht gibt,

ist nicht, was ist, sondern was scheint,

das, was uns liebt.

R.M.G.23.5.2022

...und ist doch einer...

Geschmerzter Schrei aus Mündern wund geboren,

vor Höchsten nur ein Flüstern leis ,

Notstimmchen im Gebet, Zeugnis vielleicht,

dass man sich selbst verloren,

im Welten-Tumults-Spiel ein Hauch, der schüchtern weht...

...und ist doch einer, dem er hörbar sei,

und dem der Schrei zutiefst ins Herze geht.

Und dieser eine ist der Grund auf dem der Mensch,

wenn alles wankt und krankt und dirbt und stirbt

kann stehen, sogar noch, wenn auch die Höchsten

samt Welten-Tumults-Spiel mit ihren uralt stolzen Reichen

in ihrem Fiat müd-erstarrt vergehen.

In mir und Dir blieb er und bleibt

und wird daraus nicht weichen...

und hat im Selbst für den erstickten Schrei noch Ohren,

und außer dem, ders will, ist keiner ihm in sich verloren...

R.M.G.24.5.2022

Und grüßet EINEN nur

Nicht häufig, dass wir uns verstehen,

noch seltener

dass wir im Schuh des Andern gehen.

Doch schauen wir hinauf, hinab

und hinter uns den Raum,

den sinnertastend fühlig wir durchmessen,

kann es wohl sein,

dass heller als ein Erdenurteils-Traum

der Willens-Blick uns eint

und wir das Trennende in seiner Illusion

auf Ewigkeit vergessen.

----------

Am Ufer stehen wir, in Fremdheit angekommen.

Der Schwan kommt näher zu uns hergeschwommen.

Und schwimmt so nah herbei als ob er uns gut kennt

und blickt auf uns und spricht , - könnte er sprechen -:

"Gegrüßet, seist Du Mensch"

und grüßtet EINEN nur, nicht Zwei

...und was uns trennt : vereint mit ihm sinds Drei!