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Neuauflage der beiden Bücher "Miezi - eine wahre Katzengeschichte" Die wahre Geschichte erzählt die unendliche Liebe von Judith Cramer, die an einem Novembertag auf Mallorca ein Katzenbaby entdeckt. Bernd Ewald hat ihre beiden "Miezi-Bücher" überarbeitet und seine Gefühle mit einfließen lassen und zusammengefasst. Was macht es mit Dir, wenn Du plötzlich feststellst, wie groß Dein Herz für Katzen ist? Es ist nur ein Augenblick im Leben von Judith gewesen und nur ein Kätzchen hat ihr ganzes Leben auf den Kopf gestellt. Es ist eine wahre Geschichte, die schon viele Menschen tief berührt hat.
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Seitenzahl: 93
Veröffentlichungsjahr: 2026
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- Wie alles begann -
Prolog
Hamburg – Meine Stadt. Ein wunderschöner Song von Volker Lechtenbrink, den wir immer im Herzen getragen haben.
Ein grauer Novembertag, der Regen peitscht an unsere Fenster, der Wind heult um das Haus herum und wir sitzen in der Küche bei Kerzenlicht. Es fühlt sich gemütlich an, doch zu dieser Jahreszeit erwarten uns noch viele Tage, wo man das Wetter einfach aussperren möchte.
Der Kalender schreibt einen Sonntag. Ich wandere an die Fenstertür, schaue auf das ungemütliche Wetter hinaus und trotz meiner stetig guten Laune kann ich heute das Gefühl nicht wegwischen, dass an diesem Novemberabend Worte fallen werden, die mein Leben, das Leben meiner Lebensgefährtin und das Leben unseres Hundes gravierend verändern werden.
Meine Lebenspartnerin Judith und ich, fast zehn Jahre gehen wir nun schon Seite an Seite durch alle Höhen und Tiefen, die das Leben „Herausforderung“ uns bietet. Überwiegend in Harmonie, doch es wäre gelogen, wenn ich schreibe, alles war immer perfekt.
Unsere gemeinsame Wohnung ist groß, komfortabel, in einer bevorzugten Wohngegend von Hamburg-Rahlstedt. Wir können uns glücklich schätzen, hier zu leben und doch gibt es diese Emotion in uns, die uns sagt, da gibt es noch mehr als nur unser Dasein hier in Hamburg. Warum brechen wir nicht einfach auf, lassen „Meine Stadt“ hinter uns und begeben uns in ein Abenteuer, ohne zu wissen, wohin es uns führen wird? Was es mit uns macht?
Judiths Eltern hatten seit ihrer frühen Kindheit ein Haus auf Mallorca. Ihre Ferien verbrachte sie mehrmals im Jahr am Mittelmeer. Da kann selbst Hamburg als schönste Stadt Deutschlands nicht mithalten. Ihre Worte.
Einer spontanen inneren Eingebung drehe ich mich um, setze mich wieder an den Küchentisch, schaue meiner Traumfrau tief in die Augen und formuliere den Satz, der vielleicht schon lange in meinem Kopf herumgeistert.
Judith, mein Schatz, was hältst du davon, wenn wir auswandern?
Stille, ein ungläubiger Blick von Judith, eine kurze Einordnung meiner Aussage, ob ich es auch wirklich ehrlich meine, und mit ihrem überschäumenden Temperament landete sie just auf meinem Schoss. Ihre Arme legten sich um meinen Hals. Ein breites Grinsen strahlt mir entgegen und nach einer kurzen Überlegungsphase ihrerseits fällt nur ein Wort:
Wohin?
Ein Novemberabend, der unser Leben für die nächsten achtzehn Jahre entscheidend verändern sollte.
2005
- Der Aufbruch -
Ein neuer Lebensabschnitt, unsere räumliche, aber auch emotionale Veränderung steht zum Greifen nah. Alles fing mit einem Gedanken an, doch als wir es ausgesprochen hatten, stand es im Raum.
Wir haben nicht nur ein Lippenbekenntnis ausgedrückt, wir haben diese Faszination der Bedeutung dieser Worte umgesetzt.
Die Entscheidung, WOHIN, den Sieg unseres neuen Wohnorts hat die Insel Mallorca eingeholt. Wie sollte es auch anders sein. Die zweite Heimat von Judith und vieles mehr sprach dafür, dass unsere Wahlheimat die Balearen sein werden.
Durch meine erfolgreichen Immobiliengeschäfte in diesem Jahr hatten wir eine gewisse Unabhängigkeit gewonnen und den finanziellen Spielraum, uns ein neues Zuhause auf dieser schönen Insel zu suchen.
Der ausschlaggebende Punkt war meine berufliche Tätigkeit in der Immobilienbranche, die ließ sich auch von Mallorca problemlos fortsetzen. Ich brauchte nur ein funktionierendes Büro mit Internetanschluss und einen internationalen Flughafen in der Nähe mit sehr guten Flugverbindungen nach Deutschland.
Beides bot Mallorca.
Umgehend nahm ich Kontakte zu Immobilienmaklern auf Mallorca auf. Unsere Anforderung: Ein Haus direkt am Meer mit Swimmingpool, bezahlbar, zur Miete.
Die Angebote kamen rein und ich flog zu den Besichtigungen nach Mallorca.
Noch im November, keine 3 Wochen nach unserem Küchenabend, hatten wir unser Traumhaus gefunden. Ein älteres Haus, über zwei Etagen, aus Natursteinen, direkt am Meer, mit großem Pool im Garten, an der Ostküste von Mallorca in Costa de los Pinos.
Einem Ort, der zur Gemeinde Son Servera gehörte und sich am Meer an der Bucht von Cala Millor entlang zog. Der Natursandstrand lag direkt vor der Gartenpforte.
Mit dem Vermieter vereinbarten wir ein „Probewohnen“ über Weihnachten und Neujahr und so zogen wir für 14 Tage noch ohne unseren Hausstand in die Meeresvilla ein. Sollte uns das Haus wider Erwarten nicht gefallen, hätten wir für diese Zeit lediglich Miete zahlen müssen. Bei einer langfristigen Anmietung des Hauses entfiel diese Verpflichtung.
Es gefiel uns spontan, ausschlaggebend war der Pool und die unmittelbare Strandnähe, was dieses Objekt so reizvoll machte. Noch war das Haus mit spartanischen Möbeln eingerichtet, die zu unserem Einzug komplett entfernt sein sollten.
Wie auf Wolke sieben schwebten wir durch die Tage unseres Probewohnens, grinsten um die Wette und planten schon, wo welches Mobiliar hier seinen neuen Platz finden wird.
Auch wenn es noch recht kühl war, genossen wir den kurzen Weg an den Strand und fluteten unsere Lungen mit der frischen Meeresluft. Auch unser Hund Sunny, ein West Highland White Terrier Rüde im Alter von fast zwei Jahren, liebte die Spaziergänge, besonders die Seegrasberge, worin er buchstäblich drin badete.
Der Silvesterabend rückte näher und nicht lange mussten wir darüber diskutieren, wo wir den verbringen wollten. Gleich um die Ecke befand sich ein exklusives Lokal, nur 1 Minute Gehweg von unserem neuen Zuhause entfernt.
Einen Dämpfer verpasste uns der Lokalbesitzer, als er uns mitteilte, dass Hunde in seinem Restaurant nicht erlaubt wären. Nach kurzem Überlegen buchten wir trotzdem den Tisch, mit der festen Überzeugung nur das Menü zu verspeisen und dann mit Sunny in unserem zukünftigen Haus bei Leckerchen für den Hund und Sekt für uns in das Neue Jahr zu rutschen.
Die Stimmung war so wunderbar und nach dem Essen entschieden wir, Sunny einfach zu holen und ihn in das Lokal zu schmuggeln. Es funktionierte, auch wenn wir erwischt wurden. Der Eigentümer wollte wohl nicht auf die Flöckchen verzichten, die der Abend mit uns als Gäste ihm noch schenken würde.
Zwei Tage später flogen wir zurück nach Hamburg und teilten dem Vermieter mit, dass wir das Haus zum 1. März 2005 anmieten werden. Unsere Aufregung war grenzenlos.
Nun hieß es, Ärmel hochkrempeln und innerhalb von zwei Monaten alles für das Umzugsunternehmen einzupacken.
Was noch ein gravierender Punkt war, der Verkauf vom Kosmetikinstitut meiner Lebensgefährtin. Dank ihres guten Rufs fand sich quasi über Nacht eine Käuferin.
Auch mit der Abmeldung beim Einwohnermeldeamt haben wir ein Zeichen gesetzt. Ein komisches Gefühl, doch es gehörte dazu, unseren neuen Lebensweg zu gehen.
Ende Februar rollte der große Möbelwagen in unsere Straße und das gesamte Mobiliar wurde aus der Wohnung entfernt und freute sich sicherlich auch im Süden platziert zu werden.
Vier Tage inklusive der Fähre von Barcelona nach Palma de Mallorca wurden veranschlagt.
Zur selben Zeit stiegen wir in unser Auto und endlich war es so weit, Hamburg ade zu sagen.
Unsere Reiseroute: Hamburg - Barcelona, mit erstem Zwischenstopp in Luxemburg. Abendessen und schlafen. Am nächsten Morgen war das Ziel Sete in Frankreich. Im Internet hatten wir gelesen, dass die Fähre aus diesem Hafen auch Mallorca ansteuert. Leider wurde in den Wintermonaten der Fährbetrieb eingestellt. Ein kurzer Bummel durch Sete und wieder nur essen, ausruhen, schlafen.
Am frühen Morgen ging es endlich nach Barcelona. Wir kannten Barcelona schon aus früheren Stopps und unsere Zeit erlaubte uns, noch einen ausgiebigen Bummel über die Ramblas zu machen. Erst am späten Abend ging es für uns auf die Fähre nach Palma de Mallorca.
Wir hatten eine Kabine gebucht und mussten dann feststellen, dass Sunny, unser Terrier, nicht mit in die Kabine durfte, sondern auf dem Deck in eine Hundebox eingesperrt werden musste. Es war ein stürmischer Abend und der Regen peitschte auf die Metallboxen.
Niemals hätten wir unseren Hund dort eingesperrt und allein gelassen, eher hätten wir uns mit in diese Hundebox dazu gelegt.
Judith leerte ad hoc die große Reisetasche, die wir für die Nacht an Bord mit uns führten. Mit einem Leckerli anlockend, hüpfte Sunny hinein. Nun mussten wir nur noch den kurzen Weg an der Rezeption vorbei, ohne aufzufallen. Wobei Sunnys Kopf noch aus der Reisetasche guckte, da er nicht gestattete, dass der Reißverschluss ein Stück zugezogen wurde. Dies hätte lauten Protest von ihm zur Folge gehabt. Unsere größte Angst während der Überfahrt bestand danach darin, dass Sunny anfing, in der Kabine zu bellen. Er tat es Gott sei Dank nicht.
Mallorca, wir können kommen.
Im Morgengrauen standen wir an der Reling und aufgeregt schauten wir auf Palma de Mallorca, unsere neue Heimat. Die Fähre verlassend, fuhren wir quer über die gesamte Insel an die Ostküste, in das kleine Örtchen Costa de los Pinos. Als wird dort ankamen, ging gerade die Sonne über dem Meer auf.
Wir waren aufgeregt und sorglos, voller Hoffnung im Gepäck, dass wir alles richtig gemacht haben.
Zu dem Zeitpunkt wussten noch nicht, dass Mallorca sich nicht nur von der Sonnenseite zeigen würde, wir wussten nicht, wie viel Freude, doch auch emotionale Schmerzen sich einschleichen, die ganzen Höhepunkte und Tiefs uns prägen werden.
Die Katzen von Mallorca, unser zukünftiger Lebensinhalt, sollten hierbei eine sehr zentrale Rolle spielen.
- Angekommen –
Es war verabredet, dass der Vermieter uns am frühen Morgen den Schlüssel für das Haus überreicht. Erwartungsvoll fuhren wir in die Einfahrt und erblickten zwei parkende Fahrzeuge.
Im Haus herrschte das reinste Chaos. Die Fliesen waren mit einer Plastikfolie versehen, laute Musik, mit schlechtem Klang reizte unsere noch müden Gehörgänge. Vier Männer wirbelten aktiv an den Wänden herum, die für einen frischen Anstrich sorgen sollten.
All das wurde so nicht mit uns abgesprochen, auch wenn es als nette Geste zu verstehen war. Missmutig, durch unseren Schlafmangel der letzten Nacht auf der Fähre, erfuhren wir, dass sie baldigst fertig werden und wir vielleicht erst einmal frühstücken gehen sollten.
Genervt fuhren wir nach Cala Millor, konsumierten becherweise Kaffee und aßen ein Sandwich. Nicht jeder Neustart ist von Perfektionismus geprägt, doch dieser Start sollte später noch eine große Rolle spielen.
Wenn wir nur etwas genauer hingeschaut hätten.
Am nächsten Morgen rollte der große Umzugswagen auf unser Grundstück. Es ist schon ein merkwürdiges Gefühl, diesen Wagen, bestückt mit unseren Möbeln, zuletzt in unserer Straße in Hamburg geparkt gesehen zu haben. Nun findet exakt dieses Inventar in einem sonnigen Land ihren Platz in einer neuen Umgebung.
Für Judith, die nie ruhig sitzen kann, ist es purer Stress gewesen, all die Kartons auszuräumen und permanent hat sie den Umzugsmännern beim Hineintragen geholfen. Für sie konnte es nicht schnell genug gehen.
Ein Fehler ihrerseits, die noch recht kalte Jahreszeit zu unterschätzen. Nur im T-Shirt bekleidet flitzte sie vom Außenbereich ins Innere des Hauses hin und her.
Die Quittung erhielt sie am nächsten Tag. Fieber, Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit, Husten und Schnupfen fesselten sie ans Bett.
Zu meinem Leidwesen musste ich noch an diesem Tag wegen einem wichtigen Geschäftstermin nach Deutschland zurück. Was sie mir dann nach meiner schnellen Rückkehr erzählte, bewegte mein Herz.
Sunny, unser treuer Freund wich nicht von ihrer Seite. Nur kurz hat sie in der Küche eine Futterdose für ihn bereitgestellt, die Fenstertür im Schlafzimmer einen Spalt geöffnet, damit der kleine Mann im Garten seinem Geschäft nachgehen konnte. Eine absolute Ausnahme, aus der Not heraus. Immer wieder sprang er ins Bett kuschelte sich eng an Judith und hatte wohl das Gefühl, er muss sie beschützen.
Auch diese anfängliche Unpässlichkeit verging und die nächsten Wochen sollten wir in vollen Zügen genießen.
