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Russlandeinsatz im zweiten Weltkrieg, der wohl am ausführlichsten dokumentierte Krieg unserer jüngsten Vergangenheit. Abseits von Manöverstrategien, Marscheinsätzen und Waffentechnologie darf das Wesentliche nicht vergessen werden - der Mensch. Diese Briefe zeigen den Krieg aus der Sicht einen einfachen Soldaten aus Österreich, seine Gedanken, Ängste und Empfindungen. Nur ein Schicksal von so vielen zu jener Zeit. Doch auch Hoffnung, Glaube und Liebe offenbaren sich auf berührende Weise.
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Veröffentlichungsjahr: 2014
FELDPOST für Anna
30 Briefe in die Heimat
Russland 1942/43
M S. Haunold
Copyright © 2014
Cover, Titel und Text
von
M S. Haunold
Autor Briefe: Franz Blach
Originalbriefe und Fotos im privaten Eigentum
Alle Rechte vorbehalten
Ich widme dieses Buch zwei besonderen Menschen
Anna und Franz Blach
1910 – 2000 1908 - 1982
Ihr seid schon dort – an jenem Ort
Doch seid ihr auch hier – tief in mir
Vorwort
Abschied von der Heimat
Brief 1
Fremde Erde
Brief 2
Brief 3
Brief 4
Brief 5
Brief 6
Brief 7
An der Front
Brief 8
Brief 9
Lazarett in Russland
Brief 10
Brief 11
Brief 12
Brief 13
Brief 14
Brief 15
Brief 16
Brief 17
Mitten im Krieg
Brief 18
Schwermut
Brief 19
Im Lazarett
Brief 20
Brief 21
Brief 22
Wiedersehen
Brief 23
Brief 24
Brief 25
1943
Brief 26
Brief 27
Brief 28
Brief 29
Hoffnung
Brief 30
28. April 2000
Ein warmer, sonniger Tag. Und auch ein trauriger Tag.
Endgültige Abschiede sind immer traurig, besonders ein Begräbnis.
Abschied von Anna Blach – von Mama.
Auch Abschied von der Heimat, den Wurzeln der eigenen Identität.
Was bleibt außer der Erinnerung und dem Gefühl der Verbundenheit?
Briefe!
Nach dem Begräbnis durfte jeder der kleinen Trauergemeinde etwas zur Erinnerung aus dem Haus mitnehmen. Ich griff spontan zu einer kleinen Pappschachtel, worin ich neben alten Fotographien die sorgfältig gebündelten Briefe fand. Für mich das Wertvollste, denn so konnte ich an einer Zeit teilhaben, zu der es mich in ihrem Leben noch nicht gab. Einer Zeit, wo der Krieg das Leben von Anna und Franz Blach bestimmte. Ich lernte eine Seite aus ihren jungen Jahren kennen, die mir sonst verschlossen geblieben wäre.
Sie waren beide über 50, als ich im Alter von 4 Monaten ihr Pflegekind wurde. Deshalb nenne ich sie hier „Mama und Vater“, weil sie das immer für mich waren. Ich verdanke ihnen eine glückliche und schöne Kindheit. Einfach, aber geborgen, ab und zu Schimpfe, aber nie ein lautes Wort. Zehn Jahre später mussten sie mich wieder hergeben, für uns eine leidvolle Erfahrung.
Inzwischen reiht sich in der eigenen Lebensgeschichte ein Kapitel ans nächste. Manchmal lese ich die Briefe, besonders wenn sich banale Sorgen als zu wichtig aufdrängen. Nach langer Überlegung entschied ich, diese - doch sehr persönlichen - Briefe zu veröffentlichen. Sie bezeugen nur ein Schicksal von so vielen zu jener Zeit. Abseits von Reportagen, Kriegsanalysen und Dokumentationen über Waffentechnologie und Manöverstrategie sollte man nie auf die Menschen vergessen.
Der Inhalt dieser Briefe zeigt die Realität des Krieges aus der Sicht eines einfachen Soldaten. Seine Ängste, Gedanken, Empfindungen und zwischen den Zeilen die grausame Absurdität. Berührend für mich ist jedoch eine Botschaft, die aus diesen Briefen spricht. Die starke Hoffnung, in einer von Zerstörung und Wahnsinn geprägten Welt. Und die Liebe, aus der sich zwei Menschen - tausend Kilometer voneinander entfernt - ihre Hände entgegenstrecken, sich festhalten und glauben.
Die Originalbriefe sind in Kurrentschrift verfasst und hier in ungekürzter Form wortgetreu übersetzt. Sie sind wegen des Schreibstils und der österreichischen Ausdrucksweise möglicherweise etwas schwierig zu lesen.
