Fernbeziehung - Philipp Zeiler - E-Book

Fernbeziehung E-Book

Philipp Zeiler

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Beschreibung

Simon weiß genau wie es ist mit Depression zu leben. Er verspürt das Gefühl der inneren Leere. In mehreren Schicksalsschlägen seines Lebens wird ihm die innere Leere einen Strich durch die Rechnung machen. Er ist kurz davor aufzugeben, bis er auf ein ganz besonderes Mädchen trifft: Nicole. Sie versteht ihn nur zu gut. Schon bald entwickelt sich eine Liebesromanze, die ihre Höhen und Tiefen hat. Simon wird glücklich, aber er ist trotzdem krank. Wie es das Schicksal möchte, entwickelt sich seine Krankheit zunehmend schlechter. Er begeht Fehler und enttäuscht Nicole. Simon arbeitet als Autor und hofft Nicole um Verzeihung bitten zu können, in dem er ihr ein ganz besonderes Geschenk macht.

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Seitenzahl: 89

Veröffentlichungsjahr: 2015

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Philipp Zeiler

Fernbeziehung

Wenn das Leben auf dem Kopf steht

 

 

 

Dieses ebook wurde erstellt bei

Inhaltsverzeichnis

Titel

Prolog

Innere Leere

Online Single Börse

Neue Klasse

Das erste Telefonat

Fernbeziehung

Das erste Treffen

Königstein

Bremen

Verzweiflung

Time To say Goodbye

Gedichte

Meine Fehler

Brief an Nicole

Das Bild im Kopf

Kann sie mir vergeben?

Epilog

Impressum neobooks

Prolog

Es war schon ein ganzes Jahr vergangen, indem Simon nichts mehr von seiner Ex-Freundin gehört hatte.

Die Zeit war gekommen.

Die Zeit, in der man einsehen musste, dass er verloren hatte.

Aufgeben kam für ihn nie in Frage.

Er beschloss noch ein einziges mal für sie zu kämpfen.

Wie er das anstellen sollte wusste er nicht.

Vielleicht half ihm seine Kreativität.

Wie er auf die Idee kam, weiß er heute nicht mehr, aber er weiß noch wie es sich anfühlte die ersten Zeilen zu schreiben.

Er beschloss ein Buch zu schreiben, das ihr gewidmet seien sollte.

Simon hat in seinem Leben schon sehr viel durchmachen müssen, weshalb dieses Buch seine letzte Hoffnung war:

Innere Leere

Als ich durch das Fenster schaute spürte ich, dass es ein Tag wie jeder andere auch war.

Ein typischer Sommerabend und der leise Wind wehte stumm durch das offene Fenster.

Die Vögel zwitscherten ihre Laute und die Fliegen summten mir fleißig um die Ohren.

Alles schien an diesem Tag perfekt zu sein.

Nichts störte mich.

Wann hatte ich damit aufgehört mich über diese nervigen Insekten zu beklagen?

Ich wusste keine Antwort auf diese Frage.

Schließlich gab es wichtigere Dinge auf der Welt, als sich Sorgen um Fliegen oder Bienen zu machen.

Irgendetwas stimmte trotzdem nicht mit mir.

Klar, ich hatte den Streit mit einer sehr guten Freundin verdrängt.

Ich weiß bis heute nicht, was da damals mit mir los war.

Wieso habe ich sie nur so schlecht behandelt?

Leider kann sich niemand in meine Lage versetzen.

Niemand wusste, was in meinem Kopf passierte.

Dass ich andere Schmerzen spüren ließ, das hatte jeder mitbekommen, aber wie sehr mir das selbst weh tat, das wusste niemand.

Damals fand ich meine Gedanken alle echt.

Ich habe mir Gedanken eingeredet.

Warum?

Dafür habe ich bis heute keine Antwort.

Ich weiß nur, dass es falsch war.

Ich suchte förmlich nach Streit.

Mit Ruhe gab ich mich einfach nicht zufrieden.

Aber warum war dieser Wille nach Konflikten da?

Eine wahre Erklärung dafür habe ich nie gefunden und wenn ich ehrlich bin, ich habe auch nie danach gesucht.

Es war mir hilfreich genug Ausreden zu erfinden und mir diese auch einzureden.

War es die Krankheit?

Oder war es einfach nur Sturheit?

Es gab so viele Nächte, die ich weinend einschlief.

Doch danach hat niemand gefragt.

Warum auch?

Nach außen habe ich immer versucht den starken Mann zu spielen.

Aber irgendwann läuft selbst das größte Fass über.

Ich konnte nicht mehr den starken Mann hinauslassen.

Im Gegenteil, ich wurde immer kleiner.

Wenn man das ins Verhältnis setzen würde, dann könnte man das gut mit einem kleinen Buch in einer riesigen Bücherei vergleichen.

Wann hatte ich aufgehört realistisch zu denken?

Es war ja nicht der erste Streit, den wir hatten.

Nein, Jasmina hatte mir schon mehr als einmal vergeben.

Es war nur verständlich, dass ihre Kraft irgendwann nicht mehr reichte.

Ich war einfach verzweifelt.

Wie verstört musste ein Mensch sein, sich einzureden eine Beziehung mit einem Menschen zu haben?

Irgendwie kann man dieses Gefühl nicht beschreiben.

Man ist sich irgendwann selber nicht mehr sicher, ob man das nur aus Minderwertigkeitskomplexen macht oder ob man einfach cool sein wollte.

Ich weiß es bis heute nicht.

Ich habe mich so oft entschuldigt, aber ich verstehe, dass Jasmina mir bis heute nicht verzeihen kann.

Lügen, die haben kurze Beine und irgendwann, da kommt jede Wahrheit ans Licht.

Nun habe ich keinen Kontakt mehr zu Jasmina.

Und warum?

Weil ich Fehler gemacht habe.

Fehler gehören zum Leben dazu.

Ich bin mir sicher, dass nichts ohne Grund geschieht.

Ich durfte aus diesen Fehlern lernen und weiß, dass ich sie sicher nicht mehr begehen werde.

Aber warum sie überhaupt erst entstanden sind wüsste ich selber gern.

Vielleicht ist der Mensch von Natur aus dazu bestimmt, sich selbstbevorzugend zu verhalten.

Aber war nicht das, was ich mit meinem Gewissen vereinbaren konnte.

Alles was Jasmina mit mir durchgehalten hat waren Dinge, für die ich sie heute bewundere.

Ich frage mich, ob ich diese Geduld gehabt hätte - wohl eher nicht.

Die Freundschaft zu ihr, die war mir keineswegs egal.

Aber sie war mir einfach zu wichtig.

Mir fiel es schwer diese Freundschaft von einer Beziehung zu unterscheiden.

Wenn ich heute über die Zeit nachdenke, dann frag ich mich, wer dieser Mensch in mir war.

Früher konnte ich depressive Menschen nie wirklich verstehen.

Ich mochte Menschen nicht, die alles ins Pessimistische gezogen haben und nun?

Ich war selbst so ein Mensch geworden.

Das war auch der Grund, weshalb ich mit mir selber unzufrieden war.

Das schlimmste an der Sache war aber nicht die Tatsache, wie sehr ich mich verändert hatte,

sondern, dass das einfach niemand nachvollziehen konnte.

Es gab nichts schlimmeres, als von der eigenen Familie oder den eigenen Freunden nicht verstanden zu werden.

Die wenigsten konnten das... das verübel ich auch niemandem.

Wer konnte schon verstehen, dass es für mich normal war eine besondere Liebe für Jasmina zu empfinden, obwohl diese nur einseitig bestand?

Wer konnte schon verstehen, dass man niemanden vertraute?

Niemand.

Und irgendwann hatten selbst die liebevollsten Menschen die Nase voll davon.

Ich habe versucht um die Freundschaft mit Jasmina zu kämpfen, doch irgendwann kam der Punkt, an dem ich wusste, dass ich den Kampf verloren hatte.

Das hatte mich psychisch kaputt gemacht, aber ich habe den Weg nach oben wieder gefunden.

Aus Fehlern lernt der Mensch.

Ich wusste, dass es keine Entschuldigung für mein Verhalten gab, doch das Furchtbare daran war, dass ich meine Schuld nie zugeben konnte.

Doch ich hätte gekonnt, aber ich hätte es nie ehrlich gemeint.

Wieso?

Ich wusste es nicht.

Ich wusste nur, dass es nichts bringt depressive Menschen mit positiven Gefühlen zu beeindrucken, da sie sowieso in ihrer eigenen Welt leben und diese Emotionen nicht so spüren, wie sie eigentlich gemeint sind.

Man sollte natürlich trotzdem für diese Menschen da sein.

Ich wusste genau wie es war, diese innere Leere zu spüren.

Ich war nicht manisch depressiv oder so, aber meine Psychologin meinte, die Symptome weisen auf eine leichte Depression hin.

Das Ergebnis der Untersuchung, na ja eigentlich des Gespräches war mir von vornherein schon klar.

Ich schlief fast den ganzen Tag, die Schule war mir recht egal und mein Zimmer ähnelte einem Messichaos.

Es war mir ziemlich egal, wann ich das letzte mal gelächelt hatte oder das Gefühl von Glück verspürte.

Und ehrlich gesagt, ich hätte es auch nicht gewusst.

Man hörte so oft von der Depression und machte sich auch teilweise darüber lustig.

Wenn man aber erst einmal selbst in so einer fürchterlichen Situation steckt, dann wusste man wie dumm das eigentlich war.

Gute Laune war längst ein Fremdwort.

Aber es gab einen Menschen in meinem Leben, der mir immer wieder zeigen konnte, dass ich nicht wertlos bin.

Lora schenkte mir jede Aufmerksamkeit die ich brauchte.

Sie kam mich in der Kirche besuchen oder schrieb mit mir nur Nachrichten wenn ich sie gebraucht habe.

Ich hatte einfach nur das Bedürfnis über etwas zu klagen.

Tat ich es nicht, dann fühlte ich mich leer.

Diese Leere war psychisch einfach schmerzhaft.

Ich wusste genau, dass alles nicht der Realität entsprach, aber trotzdem war sie da.

Und dafür bin ich ihr bis heute dankbar.

Ich fühlte mich innerlich einfach nur leer.

Dieses Gefühl der inneren Leere wünsche ich niemanden, es war eine Erfahrung, die ich nicht wieder erleben möchte.

Nicole , jetzt verstehst du vielleicht auch, warum ich dich verstanden habe und dir zuhören konnte.

Ich wusste genau wie du dich fühlst.

Deshalb wollte ich für dich da sein.

Auch wenn du damals vielleicht nicht der Mensch warst, der du jetzt bist.

Online Single Börse

Eigentlich war ich ja nie ein großer Fan vom Kennenlernen über das Internet.

Aber durchaus gibt es Momente im Leben, da sieht man das als einzige Möglichkeit neue Menschen kennenzulernen.

In so eine blöde Situation bin ich auch geraten.

Ich fand es auf einmal gar nicht mehr schlimm, irgendjemand aus dem Internet kennenzulernen.

Manchmal wurde ich dafür auch etwas belächelt.

Wer weiß auf wen du dich da einlässt, hat man mich schon paar mal gefragt, aber irgendwie war mir das egal, denn zu verlieren hatte ich ohnehin nichts mehr.

Man hat schon so viel gehört, dass irgendwelche Verrückte durch diese Online-Börsen schnorren, aber das war bei mir glücklicherweise nicht der Fall.

Wer mich privat kannte, der wusste, dass ich einen starken christlichen Glauben habe.

Und ich dachte mir, wenn es so viele christliche Organisationen gibt, dann gibt es sicher auch eine christliche Plattform für Menschen, die neue Leute kennenlernen möchten und siehe da, tatsächlich wurde ich fündig.

Ich fand eine, für Frauen sogar kostenlose Onlineplattform.

Männer mussten dort nur bezahlen, wenn sie Nachrichten lesen wollten.

Nachrichten verschicken konnte jeder.

Und wenn ich mich nicht irre, dann gibt es diese Seite auch heute noch im Netz.

Auch ich habe dort meine Erfolgsgeschichte hinterlassen.

Man konnte also lesen, dass es Paare gab, die sich wirklich auf diese Weise kennenlernen durften.

Und je mehr ich davon las, desto mehr verlor ich meinen Pessimismus gegenüber solcher Seiten.

Ich schaute nach einem Mädchen in meinem Alter.

Dann wurden mir verschiedene Profile vorgeschlagen. Und ja es hatte ziemlich lange gedauert, bis ich das entscheidende Profil gefunden hatte.

Da standen die Buchstaben ihres Usernames:

NobodyKnowsx3

Sicher klang das für den einen oder anderen erst einmal komisch, aber mich hat es neugierig gemacht. Also las ich das Interview.

Zur Erklärung: Das Interview auf dieser christlichen Seite stellt dem User Fragen im Bezug zu seinem christlichen Leben, seiner Beziehung zu Gott, aber auch allgemein zu seiner Biografie.

Da standen so viele Dinge auf ihrer Seite, die mich beeindruckt hatten.

Auf der letzten Seite fand ich dann ihre Mailadresse.

Es kostete einige Zeit, eh ich mich überwunden hatte ihr diese Nachricht zu schreiben.

Aber ich weiß es heute noch als wäre es gestern gewesen.

Ich kopierte mir die Adresse, speicherte sie ab und suchte nach den Worten, mit denen ich sie nicht gleich verschrecken würde.

Das war ein leichter Gedankengang, aber schwierig in die Tat umzusetzen.

Viele meiner Freunde sagten immer, dass ich sehr gut darin war immer die richtigen Worte zu finden.

Woher das kam wusste ich nicht, ich dachte es hängt einfach mit einer Art Berufung zusammen.

Ich glaube, die endgültige Mail für sie war dann nach vier oder fünf Anläufen fertig.