Fort Aldamo - Folge 013 - Bill Murphy - E-Book

Fort Aldamo - Folge 013 E-Book

Bill Murphy

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Beschreibung

Asesino, der Erzfeind unseres raubeinigen Master Sergeants, ist als Gefangener der Army auf dem Weg zum Galgen. Zumindest glaubt Finnewacker das. Doch dann trifft ihn die Nachricht wie ein Schlag in die Magengrube: Asesino wurde von seinen mexikanischen Banditen befreit! Und nicht nur das! Der Bandit rückt erneut mit vierhundert Männern an, um Fort Aldamo als Festung für sich und seine Bande zu erobern. Er hat den teuflischen Plan gefasst, die Besatzung des Forts auszuhungern. Aber ein Finnewacker beugt sich nicht! Das weiß am besten Asesino. Und so hält er für den Master Sergeant eine tödliche Falle bereit ...

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Inhalt

Cover

Über diese Serie

Impressum

Ein Finnewacker beugt sich nicht!

Vorschau

Titelliste Fort Aldamo

Über diese Serie

Liebe Western-Freunde!

Mit FORT ALDAMO bringt Bastei die erweiterte Neuauflage eines Klassikers von Bill Murphy und Frank Callahan, der in den Jahren 1982 bis 1987 schon einmal gedruckt wurde – allerdings in geteilter Form. Erst erschienen 1982 in der Reihe WESTERN-HIT (WH) 14 Romane, dann startete – parallel zu CAPTAIN CONCHO, wo ein um 15 Jahre jüngerer Sergeant Finnewacker mitwirkt – die eigene Serie mit 44 Heften (1984/85), deren erste vier Bände noch vor den WH-Ausgaben spielten. Anschließend folgten noch einmal fünf Romane im WH (1986/87). Und als die Abenteuer des Master Sergeant Finnewacker dann eingestellt wurden, blieben weitere fünf bereits verfasste Manuskripte unveröffentlicht.

In dieser Sammler-Ausgabe vereinen wir nun alle FORT-ALDAMO-Romane – insgesamt 68 Stück – in chronologischer Reihenfolge! Und illustrieren sie einheitlich mit den Covern des Malers Günter König, der damals etwa zwei Drittel aller Titelbilder beigesteuert hat.

Noch ein Wort zur recht derben, manchmal auch »politisch inkorrekten« Sprache in den Romanen: FORT ALDAMO ist eine Western-Militärserie, die in einem Gefangenenfort weitab der Zivilisation spielt. Die Ausdrucksweise der Soldaten ist dementsprechend zotig und sollte nicht auf die Goldwaage gelegt werden; im Gegenteil macht sie einen Teil des Flairs aus, das FORT ALDAMO auszeichnet. Jeder Leser, der seine Zeit beim Bund absolviert hat, wird uns da zustimmen.

Genießen Sie also die Abenteuer des Haudegens Finnewacker und seiner »Mannschaft«. Wir wünschen viel Lesespaß!

Die ALDAMO-Redaktion

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige E-Book-Ausgabe der beim Bastei Verlag erschienenen Romanheftausgabe

Bastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG

© 2016 by Bastei Lübbe AG, Köln

Verlagsleiter Romanhefte: Dr. Florian Marzin

Verantwortlich für den Inhalt

Titelbild: Günther König / Hertha König

Datenkonvertierung E-Book: Blickpunkt Werbe- und Verlagsgesellschaft mbH, Satzstudio Potsdam

ISBN 978-3-7325-2887-5

www.bastei-entertainment.de

www.lesejury.de

Ein Finnewacker beugt sich nicht!

von Bill Murphy

Asesino, der Erzfeind unseres raubeinigen Master Sergeants, ist als Gefangener der Army auf dem Weg zum Galgen. Zumindest glaubt Finnewacker das. Doch dann trifft ihn die Nachricht wie ein Schlag in die Magengrube: Asesino wurde von seinen mexikanischen Banditen befreit!

Und nicht nur das! Der Bandit rückt erneut mitvierhundertMännern an, um Fort Aldamo als Festung für sich und seine Bande zu erobern. Er hat den teuflischen Plan gefasst, die Besatzung des Forts auszuhungern. Aber ein Finnewacker beugt sich nicht! Das weiß am besten Asesino. Und so hält er für den Master Sergeant eine tödliche Falle bereit …

Finnewackers große und wuchtige Gestalt füllte den Raum zwischen den Regalen der Kleiderkammer von Fort Aldamo fast aus. Leise, wie auf Katzenpfoten, war er hereingekommen, sodass ihn die fünf Männer, die da in Sergeant Larsens Bude saßen und zockten, erst bemerkten, als er schon vor ihnen stand.

Die alte Runde saß da beisammen! Sergeant Larsen, dem die Kleiderkammer unterstand, der Feldscher, der Küchenbulle Kleiber und die Corporals Feder und Salzer vom dritten Zug.

Sergeant Wallowa fehlte. Der hatte die Kurve gerade noch zum Stall hin gekriegt, als er den Master Sergeant so spornstreichs zur Kleiderkammer gehen sah.

Die fünf hatten auf Wallowa gewartet und nur deshalb noch nicht zu spielen begonnen. Aber die Karten und eine Flasche Whisky befanden sich bereits auf dem Tisch.

Wie erstarrt saßen die Männer da. Kleiber war dann der Erste, der sich erhob. Dem Beispiel folgten auch die andern.

Master Sergeant Finnewacker stand in der üblichen Haltung da: die Hände auf dem Rücken verschränkt, die Brust gewölbt, dass ihm das große Notizbuch inchweit aus der Knopfleiste seines tadellos sitzenden Feldrockes ragte, die Beine gespreizt und das Kinn angezogen.

»Larsen, Menschenskind!«, brüllte er dann los, dass die Wände wackelten. »Eine Karte will ich nicht haben, sondern eine anständige Meldung!« Sergeant Larsen reckte sich, sah Finnewacker in die Augen und packte den Stier bei den Hörnern. Wie er meinte, konnte ihm nur noch das aus der Patsche helfen.

»Master Sergeant, ich melde: Drei Sergeants und zwei Corporals auf der Kleiderkammer zum Glücksspiel versammelt!«, rasselte er herunter und salutierte zackig.

Kleiber und dem Feldscher blieb die Luft weg. Feder grinste schwach. Salzer verzog nur das Gesicht.

Mit dieser hundertprozentig zutreffenden Meldung hatte Larsen den Master Sergeant überrascht.

»Jetzt erwartest du wohl, dass ich Rühren und Weitermachen sage, was?«, knurrte Finnewacker drohend, zog die Uhr, warf einen Blick aufs Zifferblatt und hielt den Männern die Uhr hin.

»Befehlsgemäß ist das Kartenspielen erst nach Dienstschluss erlaubt«, rasselte er und blickte dabei von einem zum anderen. »Wenn mich kein Pferd gebissen hat, sind es bis dahin noch vier Stunden. Oder irre ich mich da?«

Sein Blick fiel auf Feder.

»Nein, Master Sergeant, du irrst nicht!«, erwiderte er in strammer Haltung.

Finnewacker nickte, sah Larsen an und steckte die Uhr in die Tasche. »Du übergibst die Kleiderkammer heute Abend an Sergeant Gedder, übernimmst den ersten Zug und gehst als ständiger Kommandoführer mit dem Festungserweiterungskommando raus. Bis auf Widerruf.«

Larsen schlug die Sporen aneinander und bekam einen roten Kopf.

Auch für das Wachpersonal war das Festungserweiterungskommando kein Honigschlecken. Das hieß, schutzlos einen ganzen Tag der Sonne preisgegeben zu sein. Aus diesem Grunde wurden Kommandoführer und Wachen täglich gewechselt.

»Die Corporals Feder und Salzer sind dir als ständige Posten zugeteilt. Ebenfalls bis auf Widerruf.«

Auch Feder und Salzer rissen die Absätze aneinander und reckten sich dazu.

Finnewacker fixierte den Küchenbullen. »Sektionskontrolle! Sofort!« Er sah den Feldscher an. »Zu dir komme ich in zehn Minuten!«

Sergeant Kleiber und der Feldscher nahmen ebenfalls Haltung an.

Finnewacker trat zur Seite. »Und raus jetzt!«, bellte er.

Wie Rekruten flitzten die Männer zur Tür.

Finnewacker wandte sich Larsen zu. »Du hast mich enttäuscht, Larsen. Du bist hier Sträfling gewesen, und ich habe dir wegen hervorragender soldatischer Haltung die Reststrafe erlassen und dir deinen alten Rang wiedergegeben. Seitdem ist von dir nichts mehr gekommen. Gar nichts mehr. Und jetzt auch noch das!«

»Ich werde um Versetzung bitten, Master Sergeant!«

Finnewacker starrte ihn an. »Das wäre ja noch schöner! Jetzt bist du deinen Druckposten los, da willst du weg. Das Gesuch kommt nicht weiter als bis zu meinem Papierkorb. Darauf kannst du Gift nehmen. Du gehst mit dem Festungserweiterungskommando raus, bis du schwarz wirst. Und wehe, der Laden läuft dort nicht! Ein Donnerwetter kriegst du an den Hals. Das schwöre ich dir!«

Er grüßte und schritt schnell zur Tür.

»Achtung!«, brüllte Kleiber, als Finnewacker den Küchenblock betrat.

Er hatte ständig ein Kommando von sechs Sträflingen zu seiner Verfügung. Die hielten ihm die Bude auf Hochglanz und den Laden in Schwung. Sodass seine ganze Arbeit nur darin bestand, das Essen abzuschmecken und die Verpflegungsausgabe zu überwachen, damit ihm die sechs Sträflinge nicht zu viel davon verschoben.

Die sechs Männer standen vor dem Brunnen, der sich auf der rechten Seite im Küchenhaus befand, in Linie angetreten.

Kleiber baute sich vor Finnewacker auf. »Ein Sergeant und sechs Infanteristen beim Küchendienst!«

Alle Männer der Strafkompanie waren Infanteristen, obwohl sie der US Kavallerie angehörten. Mit der Kommandierung zu dieser Strafeinheit wurden sie degradiert und zur Infanterie versetzt. Wie lange sie in Fort Aldamo dienen mussten, hing von der Schwere ihres Vergehens und von der Stimmung des Militärrichters ab, der sie dazu verurteilen musste.

»Sechs Mann!«, sagte Finnewacker. »Und draußen beim Festungserweiterungskommando fehlen uns die Leute.« Er zeigte auf die letzten drei. »Raus!«

Die Männer machten kehrt und rannten zur Tür.

»Drei Mann, Kleiber!«, schnarrte Finnewacker. »Und wehe, der Laden läuft mir nicht!«

Kleiber stand stramm und bekam einen roten Kopf. Doch ehe er protestieren konnte, ging Finnewacker hinaus.

Er stapfte quer über den Hof der alten spanischen Festung, um dem Feldscher auf die Bude zu rücken. Aber da trat der Wachhabende mit einer jungen Mexikanerin aus dem Schatten des Torhauses.

Finnewacker blieb stehen und erstarrte. Die Mexikanerin war Almela. Asesino hatte sie ihm geschenkt, als er dessen Lager in Mexiko besuchte. Als Kind war sie von den Bandoleros geraubt und verschleppt worden. Für Finnewacker hatte sofort festgestanden, dass er sie zu ihren Angehörigen würde bringen lassen.

Vor drei Tagen hatte sie mit dem Verpflegungstransport, der wegen der Bandoleros von einer ganzen Schwadron eskortiert wurde, das Fort verlassen.

Finnewacker wusste, wie sehr ihn das Mädchen liebte und vergötterte. Trotzdem packte ihn die Wut. Was sollte er im Fort einer Strafkompanie mit einer Frau! Als einziger Mann unter mehr als hundert Männern einen solchen Vorzug genießen! Undenkbar war das. So sehr der Gedanke auch reizte.

Schnell ging er hin. »Almela, wie konntest du den Soldaten weglaufen!«, rief er wütend. »Sie wollten dich nach Hause bringen.«

Ausdruckslos war der Blick der schönen Mexikanerin.

»Sie ist nicht weggelaufen«, sagte der Wachhabende. »Die Bandoleros haben den Transport überfallen und Asesino befreit.«

Finnewacker erstarrte.

Asesino wieder frei, der gefürchtete Bandolero-Jefe, der sich in den Kopf gesetzt hatte, dieses Fort zu erobern, um es als Schlupfwinkel zu benutzen!

Seine Bandoleros hatten schon den vorhergehenden Verpflegungstransport überfallen und zwei Offiziere und fünfzehn Männer gefangen genommen.[1] Und Asesino hatte Finnewacker wissen lassen, dass er die Männer alle töten würde, wenn er nicht allein zu ihm nach Mexiko kam und ihn in seinem Lager besuchte.

Finnewacker war allein losgeritten. Im Lager der Bandoleros hatte er Asesino überwältigt, die Männer befreit und war mit ihnen und mit Asesino als seinem Gefangenen nach Fort Aldamo zurückgekehrt. Ein zweiter Transport war inzwischen eingetroffen, gedeckt von einer ganzen Schwadron.

Finnewacker hatte Asesino oben auf dem Turm aufhängen wollen. Doch Major Duma hatte darauf bestanden, dass Asesino in Camp Lowell der Prozess gemacht würde.

Nun hatten die Bandoleros Major Dumas Kommando überfallen und den Bandolero-Jefe befreit.

Er lächelte plötzlich, weil er sich das nicht recht vorstellen konnte.

»Almela, du belügst mich doch nicht?«

Sie schüttelte heftig den Kopf.

»Zweihundert Banditen sollen den Transport überfallen haben«, sagte der Wachhabende, und Almela nickte zu seinen Worten.

Zweihundert Bandoleros! Das war keine unglaubliche Zahl. Asesino hatte ja Fort Aldamo mit vierhundert Männern schon zu erstürmen versucht.[2] Bis ins Fort waren die Hurensöhne gekommen, wenn auch mit einer List.

»Viele Soldaten sind tot«, sagte Almela ernst.

Sergenant Fitzgerald, Finnewackers Stellvertreter, kam aus der Kommandantur.

»Almela, du bist zurückgekommen?«, rief er und griente sauer. Er sah schon die Probleme.

»Die Bandoleros haben den Transport überfallen und Asesino befreit«, sagte Finnewacker.

Der kleine kraushaarige Mann blieb stehen und sah erschrocken von einem zum anderen. »Das ist doch nicht möglich. Und wo?«

Die Männer sahen die Mexikanerin gespannt an.

»Ich bin zwei Nächte unterwegs gewesen.«

Finnewacker holte tief Luft. »Verdammt, ich habe so etwas geahnt. An einen Überfall habe ich nicht geglaubt, eher daran, dass Asesino entwischen würde.«

»Das wird für uns Folgen haben!«, meinte Fitzgerald.

»Dieser Bastard will dieses Fort!«, knirschte Finnewacker. »Und daran wird er erst nicht mehr denken, wenn wir ihm den Kopf abgeschlagen haben.« Er legte den Arm um Almela. »Du wirst hungrig und müde sein. Der Corporal wird dir eine Unterkunft zuweisen und dir zu essen und zu trinken geben. Ich komme später zu dir, und dann erzählst du mir alles genau, ja?«

Sie nickte. Erst jetzt sah er, wie erschöpft und erledigt sie war und dass ihr der Schreck und die Angst noch in den Gliedern steckten.

»Corporal!«

Der Wachhabende ergriff sie am Arm und führte sie zu den Unterkünften des Stammpersonals.

»Alarm?«, fragte Fitzgerald. »Zumindest sollten wir die Außenkommandos einrücken lassen.«

»Noch haben die Posten nichts gemeldet«, meinte Finnewacker sinnend. »Sollen wir die Männer jetzt schon verrückt machen?«

»Warten wir, versetzte Fitzgerald. »Aber den Gürtel sollten wir schon mal enger schnallen. Asesino wird tun, was er angekündigt hat. Transporte werden nur noch durchkommen, wenn sie von einem Bataillon geschützt werden.«

»Wie viele Pferde haben wir jetzt eigentlich?«

»Fünfundzwanzig, und vier Maultiere!«, erwiderte Fitzgerald. »Warum willst du das wissen? Major Duma hat über sechzig Männer! Mein lieber Schwan! Die Kleine hängt an dir. Sie wird uns doch nicht angelogen haben?«

»Master Sergeant!«, rief da eine Stimme vom Turm. »Da kommen vier Reiter!«

Sie schauten beide zum Turm hinauf. Es war der Posten.

»Aus welcher Richtung, Mann?«, rief Fitzgerald.

»Osten!«

»Kavalleristen?«, rief Finnewacker. »Das ist nicht zu erkennen. Aber sie kommen direkt auf uns zu.«

Finnewacker und Fitzgerald liefen unter das Torhaus zur Treppe und begaben sich auf den Turm.

»Infanterist Taylor auf Turmwache!«, meldete der Posten mit umgehängtem Karabiner und in strammer Haltung. »Vier Reiter von Osten. Es scheinen Kavalleristen zu sein.«

Der Posten auf dem Turm war der einzige Sträfling, der einen Schuss Munition für seinen Karabiner besaß. Einen einzigen Schuss, damit er Alarm schießen konnte.

Finnewacker ließ sich den Feldstecher geben und trat mit Fitzgerald an die Brustwehr. Die vier Reiter waren bereits mit bloßem Auge sichtbar. Finnewacker schaute durch das Glas.

Almela hatte nicht gelogen. Es handelte sich um Kavalleristen – Versprengte von Major Dumas Kommando!

Finnewacker und Fitzgerald warteten, bis die vier Reiter die Rampe erreicht hatten, dann begaben sie sich hinunter. Der Wachhabende hatte bereits einen Torflügel öffnen lassen.

»Wie geht es der Mexikanerin?«, wollte Finnewacker von ihm wissen.

»Sie hat fast einen Eimer Wasser getrunken, jetzt schläft sie wie eine Tote. Das Essen hat sie nicht angerührt. Wie konnte sie vor den Männern hier sein? Zu Fuß!«

»Die Bandoleros kennen sich in der Wüste aus«, sagte Finnewacker, »und bis vor Kurzem hat sie ja noch zu denen gehört. Ein paar Frauen nehmen diese Hundesöhne auf ihren Streifzügen immer mit.«

Er trat mit Fitzgerald hinaus. Der Wachhabende folgte ihnen, machte aber sofort wieder kehrt, als er sah, in welchem Zustand sich die vier Reiter befanden.

»Feldscher und Sanitäter zum Tor!«, brüllte er über den Hof.

Es handelte sich um einen Sergeant und drei Reiter. Alle vier waren verletzt, ein Reiter schwer.

Sie hielten am Tor, und das Wachkommando kam Finnewacker und Fitzgerald zu Hilfe. Wie Kartoffelsäcke fielen die Männer von den Pferden.

»Wasser!«, stöhnte einer.

Der Sergeant hatte einen Armdurchschuss. Er war barhäuptig. Die Sonne schien ihm das Hirn aus dem Schädel gebrannt zu haben. Seine Augen flackerten und glänzten fiebrig.

»Alles im Eimer, Finnewacker!«, stammelte er erschöpft. Die beiden Wachen, die ihn stützten, konnten ihn kaum aufrecht halten. Seine Knie schienen aus Pudding zu sein. »Das ganze Kommando ist hin. Wir leben nur noch, weil wir die Nachhut gewesen sind. Sie waren plötzlich da. Von allen Seiten haben sie angegriffen. Drei- oder vierhundert Mann. Da hatten wir keine Chance.«

»Major Duma?«

»Tot!«

»Captain Calman?«

»Tot! Sie sind alle tot, Finnewacker!«, stieß der Sergeant krächzend hervor. »Und pass auf, Finnewacker, die sind gleich hier. Sie sind hinter uns her.«

Wie zur Bestätigung krachte auf dem Turm ein Schuss.

»Reiter im Osten, Master Sergeant!«, rief der Posten vom Turm. »Viele Reiter! Das sind die Bandoleros!«

Finnewacker wandte sich um und starrte den Wachhabenden an. »Alarm! Alarmstufe eins für Fort Aldamo!«

»Trompeter!«, brüllte der Wachhabende.

»Die vier Männer ins Lazarett!«, befahl Finnewacker, als der Feldscher mit seinen Sanis angerannt kam. Er ging ins Fort und begab sich auf den Turm. Er befand sich noch im Treppenschacht, als das Clairon zu schmettern begann. Der Hornist stand unten am Flaggenmast. Das Alarmsignal der US Kavallerie hallte zwischen den hohen Festungsmauern wider, und die Echos brachen sich draußen in der Wüste.

Im Laufschritt rückten die Außenkommandos ein.

Zuerst hatte Finnewacker durch den Feldstecher nur eine große Staubwolke gesehen. Als das Tor geschlossen wurde, waren die Reiter mit bloßem Auge zu erkennen. Es waren mindestens zweihundert Bandoleros.

Das Wachkommando wurde verstärkt und mit Munition versehen. Doppelposten zogen auf. Wie am Schnürchen spulte sich das alles ab. Die Kompanie trat an.

»Munitionsausgabe!«, tönte Fitzgeralds Stimme.

»Korporalschaften auf den Mauern die Sektionen besetzen!«, lautete sein nächstes Kommando. Die Stiefel der Männer schlugen auf das Pflaster und hämmerten kurz darauf auf Treppen und Leitern.

Fitzgerald kam auf den Turm. Er nahm die Meldungen der Zugführer entgegen, blieb neben dem altertümlichen Achtzehnpfünder stehen, bis die Bedienungsmannschaft die Kanone feuerbereit hatte, und trat dann auf Finnewacker zu.

Er baute sich richtiggehend auf, schlug die Hacken krachend zusammen und salutierte schneidig.

»Fort Aldamo in Alarmstufe Eins, Commander!«, meldete er straff.

Finnewacker dankte lässig. »Na, dann wollen wir mal«, sagte er und trat an die Brustwehr, gab Fitzgerald das Glas und wartete.