Frühling, Sommer, Herbst und Tod - Stephen King - E-Book

Frühling, Sommer, Herbst und Tod E-Book

Stephen King

4,8
9,99 €

oder
Beschreibung

Meisterstücke des alltäglichen Grauens

Der Band vereint vier Kurzromane, darunter Die Leiche und Pin-up, die als Filmvorlagen für die mehrfach für den Oscar und den Golden Globe nominierten Filme Stand By Me und Die Verurteilten dienten.

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EPUB
MOBI

Seitenzahl: 965




DAS BUCH

Diese Sammlung vereint vier längere Geschichten, von denen drei erfolgreich verfilmt wurden. Sie lassen sich nicht grundsätzlich dem Horrorgenre zuordnen, enthalten jedoch Elemente jenes Grauens, in dem es King zum unbestrittenen Meister gebracht hat – vier Höhepunkte in seinem Schaffen. Atemtechnik ist die grausige Geschichte einer Frau, die ihr Kind zur Welt bringen will; ganz gleich, was geschieht. In Der Musterschüler erliegt ein netter, aufgeweckter Junge der Faszination des Bösen. Pin-up erzählt von einem ungewöhnlichen Gefängnisausbruch. Und in der stark autobiografisch gefärbten Geschichte Die Leiche gehen vier Großstadtjungen auf verhängnisvolle Entdeckungsreise ...

DER AUTOR

Stephen King, geboren 1947, ist einer der erfolgreichsten amerikanischen Schriftsteller. Er hat weltweit über 400 Millionen Bücher in mehr als 40 Sprachen verkauft und erhielt den Sonderpreis der National Book Foundation für sein Lebenswerk.

FRÜHLING,

SOMMER, HERBST

UNDTOD

Vier Kurzromane

Aus dem Amerikanischen

von Harro Christensen

Wilhelm Heyne Verlag

München

Die Originalausgabe

DIFFERENT SEASONS

erschien bei Viking, New York

Vollständige deutsche Taschenbuchausgabe 09/2013

Copyright © 1982 by Stephen King

Copyright © der deutschen Übersetzung by

Bastei-Verlag H. Lübbe GmbH & Co., Bergisch Gladbach

Copyright © 1992, 2013 dieser Ausgabe by

Wilhelm Heyne Verlag, München

in der Verlagsgruppe Random House GmbH

Umschlaggestaltung und Motiv: Hauptmann und Kompanie Werbeagentur, Zürich unter Verwendung einer Illustration

von © Anja Filler

Satz: Buch-Werkstatt GmbH, Bad Aibling

ISBN: 978-3-641-12798-5

www.heyne.de

Die Verurteilten

Pin-up

In jedem Gefängnis oder Zuchthaus in Amerika gibt es wahrscheinlich einen wie mich– ich bin der Mann, der alles besorgen kann. Zigaretten, Marihuana, wenn jemand darauf scharf ist, eine Flasche Brandy, falls einer das Universitätsexamen seines Sohnes oder seiner Tochter feiern will, und auch sonst fast alles… in vernünftigem Rahmen, versteht sich. Es war nicht immer so.

Ich war gerade zwanzig, als ich nach Shawshank kam, und ich bin einer der wenigen in unserer glücklichen, kleinen Familie, der zu dem steht, was er getan hat. Ich habe gemordet. Ich schloss eine hohe Lebensversicherung auf meine drei Jahre ältere Frau ab, und dann präparierte ich die Bremsen an dem Chevrolet-Coupé, das ihr Vater uns zur Hochzeit geschenkt hatte. Es lief genau wie geplant, außer dass sie auf dem Weg in die Stadt am Castle Hill anhielt, um eine Nachbarin mit ihrem kleinen Sohn mitzunehmen. Die Bremsen versagten, und der Wagen raste durch das Gebüsch am Stadtpark. Passanten sagten aus, dass er mindestens achtzig draufgehabt haben musste, als er gegen das Bürgerkriegsdenkmal knallte und in Flammen aufging.

Auch dass ich erwischt wurde, war nicht eingeplant, aber ich wurde erwischt. Ich bekam eine Dauerkarte für diesen Schuppen. In Maine gibt es keine Todesstrafe, aber der Staatsanwalt sorgte dafür, dass ich wegen dreifachen Mordes angeklagt wurde, und ich bekam dreimal »lebenslänglich«. Das schloss jede bedingte Haftentlassung für lange Zeit aus. Der Richter nannte meine Tat »ein grässliches und abscheuliches Verbrechen«, und das war es auch, aber jetzt gehört es der Vergangenheit an. Man kann es in den vergilbten Archivexemplaren des Castle RockCall nachschlagen, wo die dicken Schlagzeilen, die meine Verurteilung meldeten, sich neben den Nachrichten über Hitler und Mussolini und neben Präsident Roosevelts Geschwätz fast komisch ausnahmen.

Ob ich mich rehabilitiert habe, fragen Sie? Ich weiß nicht einmal, was das Wort bedeutet, jedenfalls nicht im Zusammenhang mit Gefängnissen oder Besserung. Ich halte es für ein von Politikern geprägtes Wort. Es mag eine andere Bedeutung haben, und vielleicht komme ich noch dahinter, aber das liegt in der Zukunft… und ein Sträfling gewöhnt es sich ab, an die Zukunft zu denken. Ich war jung, sah gut aus und war in einem ärmeren Stadtviertel aufgewachsen. Ich lernte ein hübsches, launisches und eigensinniges Mädchen kennen, das in einem der vornehmen Häuser in der Carbine Street wohnte. Ihr Vater hatte nichts gegen unsere Verbindung, aber ich musste in seine Firma eintreten, die optische Instrumente herstellte, und »mich hocharbeiten«. Ich merkte bald, was er wirklich wollte. Er wollte mich unter Kontrolle halten wie ein lästiges Haustier, das noch nicht ganz stubenrein ist und vielleicht sogar beißt. Am Ende hatte sich in mir so viel Hass aufgestaut, dass ich die Tat beging. Wenn ich noch einmal die Chance hätte, würde ich es nicht wieder tun. Bedeutet das Rehabilitation? Ich bin mir dessen nicht ganz sicher.

Aber ich will nicht von mir reden. Ich will über einen Mann namens Andy Dufresne berichten. Bevor ich über ihn berichte, muss ich allerdings einiges über mich selbst erzählen. Das ist schnell erledigt.

Wie schon gesagt, bin ich in Shawshank seit knapp vierzig Jahren der Mann, der alles besorgen kann. Und damit sind nicht nur verbotene Sachen wie Zigaretten und Schnaps gemeint, obwohl die auf der Wunschliste immer ganz oben stehen. Nein, ich habe für Leute, die hier einsitzen, tausend andere Dinge besorgt, einige davon völlig legal, aber schwer zu beschaffen an einem Ort, wo man sich ja eigentlich nur aufhält, um bestraft zu werden. Einmal saß hier einer, der ein kleines Mädchen vergewaltigt und sich ein paar Dutzend anderen unsittlich gezeigt hatte. Ich besorgte ihm drei Stücke rosa Marmor aus Vermont, und er machte daraus drei schöne Statuen– ein Baby, einen Knaben von ungefähr zwölf und einen bärtigen jungen Mann. Er nannte sie Die drei Lebensalter Jesu, und diese Skulpturen stehen jetzt im Salon eines Mannes, der früher Gouverneur dieses Staates war.

Wer nördlich von Massachusetts aufgewachsen ist, erinnert sich vielleicht noch an einen anderen Namen– Robert Alan Cote. 1951 versuchte er, die First Mercantile Bank in Mechanic Falls auszurauben, und bei diesem Überfall kam es zu einem Blutbad– am Ende sechs Tote, zwei davon Bandenmitglieder, drei Geiseln und ein junger Beamter von der State Police, der zur falschen Zeit den Kopf hochnahm und eine Kugel ins Auge kriegte. Cote hatte eine Münzensammlung. Natürlich konnte er sie hierher nicht mitnehmen, aber mithilfe seiner Mutter und eines Mittelsmannes, der den Wäschereiwagen fuhr, konnte ich sie ihm besorgen. Ich sagte ihm noch, Bobby, du musst verrückt sein. Was soll deine Münzensammlung in einem steinernen Hotel voller Diebe? Er sah mich lächelnd an und sagte, ich weiß schon, wo ich sie aufbewahre. Da ist sie sicher. Mach dir keine Sorgen. Und er hatte recht. Bobby Cote starb 1967 an einem Gehirntumor, aber seine Münzensammlung wurde nie gefunden.

Zum Valentinstag habe ich den Männern Pralinen besorgt; am St.-Patricks-Tag habe ich für einen verrückten Iren namens O’Malley drei von diesen grünen Milchshakes kommen lassen, die bei McDonald’s serviert werden; in einer Mitternachtsvorstellung habe ich zwanzig Leuten sogar Deep Throat und The Devil in Miss Jones gezeigt. Die Männer hatten zusammengelegt, um die Filme zu leihen… allerdings trug mir die kleine Eskapade eine Woche Verschärften ein. Das Risiko eines Mannes, der alles besorgen kann.

Ich habe Nachschlagewerke und Pornomagazine beschafft, Scherzartikel wie Handsummer und Juckpulver, und mehr als einmal habe ich dafür gesorgt, dass ein Langjähriger einen Schlüpfer seiner Frau oder seiner Freundin kriegte, und ich glaube, Sie wissen, was die Jungs mit diesen Sachen tun, wenn die Nächte sich endlos hinziehen. Das ist natürlich alles nicht umsonst, und einiges wird sogar ziemlich teuer. Aber ich tue es nicht nur wegen des Geldes. Was soll ich mit Geld? Ich werde nie einen Cadillac besitzen oder im Februar für zwei Wochen nach Jamaika fliegen. Ich habe ähnliche Gründe wie ein Schlachter, der seinen Kunden nur frisches Fleisch verkauft. Ich habe einen Ruf, und den will ich behalten. Die einzigen Dinge, von denen ich die Finger lasse, sind Waffen und harte Drogen. Ich werde keinem dazu verhelfen, sich oder andere umzubringen. Vom Töten habe ich genug. Es reicht mir bis ans Ende meiner Tage.

Ja, ich bin schon ein Künstler. Und als Andy Dufresne 1949 zu mir kam und fragte, ob ich ihm Rita Hayworth in den Knast schmuggeln könne, sagte ich, das sei kein Problem. Und es war keines.

Als Andy 1948 nach Shawshank kam, war er dreißig Jahre alt. Er war ein kleiner gepflegter Mann mit rotblondem Haar und schmalen, geschickten Händen. Er trug eine Brille mit Goldrand, und seine Fingernägel waren immer sauber und gepflegt. Eigenartig, dass man sich an so etwas bei einem Mann erinnert, aber es war für Andys ganze Persönlichkeit typisch. Er sah immer aus, als müsste er eigentlich eine Krawatte tragen. Draußen war er Leiter der Wertpapierabteilung einer großen Bank in Portland gewesen. Nicht schlecht für einen so jungen Mann, besonders, wenn man bedenkt, wie konservativ die meisten Banken sind… und diesen Konservativismus muss man mit zehn multiplizieren, wenn man nach Neuengland kommt, wo die Leute einem Mann nur dann ihr Geld anvertrauen, wenn er eine Glatze hat, lahmt und sich ständig an der Hose zupft, um sein Bruchband geradezurücken. Andy saß wegen Mordes an seiner Frau und ihrem Geliebten.

Ich glaube, ich sagte schon, dass nur Unschuldige im Knast sitzen. Oh, den Text verlesen sie dir wie die Pfaffen im Fernsehen die Offenbarung. Sie waren alle Opfer von Richtern mit Herzen aus Stein und dazu passenden Eiern, von unfähigen Anwälten oder von Polizisten, die ihnen was anhängen wollten. Einige hatten ganz einfach Pech gehabt. Sie jammern dir etwas über die Ungerechtigkeit der Welt vor, aber in ihren Visagen steht etwas ganz anderes geschrieben. Die meisten Sträflinge sind schäbige Typen, die weder sich selbst noch anderen nützen. Ihr Pech ist, dass ihre Mütter sie nicht abgetrieben haben.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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