Gefangen auf Devenport Island - Arnold Nirgends - E-Book

Gefangen auf Devenport Island E-Book

Arnold Nirgends

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Beschreibung

Zwei Menschen von der Erde sind auf einer fremden Welt gestrandet, die gar nicht so unähnlich zur Erde ist. Zur Akklimatisierung werden sie auf einer entlegenen Insel untergebracht. Diesen Umstand erleben sie höchst unterschiedlich. Gerade Marjeka, eine ex-Agentin begibt sich in etliche unangenehme Situationen, zu deren Bewältigung sie viel Geschick und Charisma benötigt. Der zweite Roman aus der Arca-Nihil Saga handelt von den ersten Tagen Igors und Marjekas in der neuen Welt. Dabei erfährt man auch etliche Details darüber wie Arca-Nihil beschaffen ist.

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Veröffentlichungsjahr: 2018

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Inhaltsverzeichnis

--- Impressum ---

--- Einleitung ---

Igor – Veranda

Marjeka – Sarntag

Igor – Unterricht

Marjeka – Arbeit

Marjeka – Strand

Igor – Treffpunkt

Marjeka – Begegnung

Igor – Vermisst

Marjeka – Erwachen

Igor – Höhle

Marjeka – Kletterei

Igor - Sarntag

Igor – Landung

Marjeka – Ritter

Igor – SERAN

Marjeka – Rundgang

Igor - Muskelspiel

Igor – Sprachkurs

Marjeka - Waffenkunde

Marjeka – Perlen

Marjeka – Bauteile in Höhle

Marjeka - Flucht

Igor – Abschied

Marjeka – Sprung

Marjeka – Reiselust

--- Arcapedia ---

--- Anhang ---

Rosamunde Tecot - 5 Jahre alt

--- Feedback und Newsletter ---

--- Andere Arca-Nihil Veröffentlichungen ---

Gefangen auf Devenport Island

Arca-Nihil®

Archon-Reihe, Band 2

Arnold Nirgends

--- Impressum ---

Fiction Roman

Arca-Nihil®

Gefangen auf Devenport Island

Archon-Reihe, Band 2

1.Auflage Juni 2017

Arnold Nirgends

Copyright© 2017 Arnold Nirgends

Covergestaltung: Arnold Nirgends

Unter Verwendung von Fotolia.com Bildern

www.arcanihil.com

www.facebook.com/arcanihil

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise, ist nur mit schriftlicher Genehmigung des Autors gestattet. Alle Personen und Handlungen sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit real existierenden Menschen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt. Alle Markennamen und Warenzeichen, welche in diesem Roman vorkommen, sind natürlich Eigentum ihrer rechtmäßigen Besitzer.

Arnold Nirgends

www.arcanihil.com/impressum

[email protected]

Dieser Roman baut auf seinen Vorgängern auf, kann aber auch unabhängig davon gelesen werden. Vorkenntnisse sind nützlich, aber nicht erforderlich!

Am Ende des Buches befindet sich die Arcapedia, wo etliche Begriffe und Abkürzungen aus dem Text ausführlicher erklärt werden.

Zum Glück brauchst Du Freiheit. Zur Freiheit brauchst Du Mut.

(Perikles)

--- Einleitung ---

Igor und Marjeka kamen am 110.H31.ANZ in der Tetris-Halle auf Arca-Nihil an und verbrachten etwa ein halbes Jahr dort. Danach wurden sie mit einem Luftschiff nach Devenport Island gebracht, um sich langsam in einem geschützten Umfeld zu akklimatisieren.

IgorKommt mit jeder Situation gut zurechtMarjekaFühlt sich ungerecht behandeltDrackHat die Lage im Großen und Ganzen im GriffBruder TomDer Gorfanpriester ist verliebtArtisan RinkelMacht sich Sorgen, um seine RüstungHerr MönichEin weiser und väterlicher Freund von Igor

Igor – Veranda

„Noch ein Gläschen?“, fragte der Zwerg verschmitzt und Igor nickte beiläufig. Sein leicht glasiger Blick schweifte über die aus massiven Steinen bestehende Abgrenzung der westwärts liegenden Veranda. Der Ausblick war immer wieder wunderbar. Die Sonne, verschwommen und orangerot tief am Horizont flimmernd, darunter das ruhig daliegende blaue Meer, am Himmel wenige, weiße Wölkchen und direkt vor der Veranda, am Abhang, das satte Grün einiger Bäume und Büsche.Der kapiert es vermutlich nie dachte Igor träge bei sich, während er Drack den Zwerg dabei beobachtete, wie dieser mit zitternder Hand die nächste Runde Zwergenschnaps für sich und seinen Gast einschenkte. „Naßtarrowjeah mein Freund“, murmelte Drack in seinen Bart und schaute Igor aus kleinen, verschmitzten Augen an.

„Geht es auch noch bei Dir? Du musst nicht austrinken.“

Aber Igor nickte nur, hob sein Glas, führte es zum Mund und ließ das köstliche Getränk langsam die Kehle hinunter rinnen.

„Das schmeckt wie Heimat“, sagte er anerkennend zu Drack und bemühte sich möglichst langsame Bewegungen zu machen. Igor war stockbetrunken, aber ein Meister der Tarnung. Drack musste das ja nicht wissen.

Igor genoss diesen wöchentlichen Besuch bei Drack. Zuerst wurde er jedes Mal von dessen Frau mit einem wunderbaren Mittagessen verwöhnt. Danach genossen sie leichten Wein von der Insel und redeten über das, was sie gerade so gelesen hatten, oder über etwas, das für sie von Interesse war. Kurz vor Sonnenuntergang stellte Drack dann meist seine Schachtel mit Zigarren auf den Tisch und eine schwere Flasche voller Zwergenschnaps. Aus dieser tranken sie so lange, bis einer aufgab, oder die Flasche leer wurde, was bisher immer der Fall war.

Kurz nach Sonnenuntergang verabschiedeten sich die beiden mit einer kumpelhaften Umarmung voneinander. Igor torkelte über den kleinen Dorfplatz und hielt sich mit der rechten Hand an einer weiß getünchten Hauswand fest, als er in die kleine, gepflasterte Seitengasse einbog. Das dritte Häuschen links war seines. Also knapp 40 m von Drack‘s gemütlicher Veranda entfernt. Schwer atmend setzte er sich auf einen der beiden Stühle vor seiner Haustür. Auch von hier bot sich ein wunderbarer Ausblick auf das Meer.

Seit etwa einem Arca-Nihil Monat, welcher 100 Tage umfasste, waren Marjeka und er jetzt auf dieser malerischen Insel und er hatte jeden Tag davon genossen. Schönes Wetter, liebe Leute, gutes Essen und Trinken. Und eine interessante, sinnstiftende Arbeit. Was konnte er mehr vom Leben erwarten? „Hast du dich schon wieder mit dem selbstgefälligen Zwerg betrunken?“, kam es verächtlich aus der vom Dorfplatz wegführenden Seite der kleinen Straße. Eine leicht gedrungene, zur Molligkeit tendierende Frauengestalt mit lockigen Haaren stand da im Halbdunkel einer neben der Straße stehenden Zeder. Igor seufzte und nahm seine Füße vom zweiten Stuhl, damit Marjeka Platz nehmen konnte.

Marjeka – Sarntag

Wie immer am Sarntag war Marjeka bereits früh am Morgen, vor Sonnenaufgang, auf den Beinen. Sie packte sich ein kleines Frühstück, bestehend aus trockenem Brot, Ziegenkäse und Oliven in ein sauberes Tuch und steckte es gemeinsam mit einem Brotmesser, einer Schnur, einem Feuerzeug und einem kurzen Seil in ihren Rucksack. Leise verließ sie ihr kleines Häuschen am Rande des Dorfes und begab sich auf den Richtung Nordosten führenden Trampelpfad. Der Weg war fest in den steinigen Boden getreten und auf der abschüssigen Seite zumeist mit Steinen gesäumt. Es ging leicht bergauf. Nach kurzer Zeit erreichte Marjeka, schon ein wenig vom Anstieg aufgewärmt, aber noch bei weitem nicht erschöpft den schlichten Gorfan-Tempel. Hier wohnte Bruder Tom mit seinen drei Mitbrüdern. Sie würden etwa um neun Uhr eine Messe zu Ehren ihres Gottes und des restlichen Pantheons abhalten. Leicht amüsiert erinnerte sich Marjeka dabei an die Begründung, welche Bruder Tom vorgebracht hatte, als Marjeka fragte, warum denn die einzelnen Götter nicht miteinander um Anhänger konkurrierten. Bruder Tom meinte, dass man bei einer so liberalen Gesellschaft wie sie Arca-Nihil nun einmal darstellte, mit konkurrierenden Glaubensrichtungen nicht weit käme. Darum hätten sich die Anhänger der einzelnen Götter dazu entschlossen, gemeinsam aufzutreten. Das habe sich bewährt. „Von wegen liberal“, grummelte sie leise und fügte in Gedanken hinzu mich hier auf der Insel wie eine Gefangene festzuhalten ist alles andere als einer liberalen Gesellschaft würdig. Derart in Gedanken versunken passierte sie den Ort der Anbetung und setzte den Aufstieg fort. Schließlich erreichte sie den angepeilten Bergkamm und wurde mit dem ihr bereits sehr vertrauten Anblick des etwa drei Kilometer durchmessenden Kraters belohnt. An einer Stelle nahe des Punktes, wo der Weg den Bergkamm erreichte, befanden sich drei zirbenartige Nadelbäume. Zwischen diesen hatte vor langer Zeit jemand eine einfache Bank eingearbeitet. Die Bretter waren über die Jahre von den Baumstämmen regelrecht eingesperrt und eingezwängt worden und inzwischen derart überwachsen, dass sie zwar keinen Millimeter mehr bewegt werden konnten, nun aber eine stabile, wenn auch etwas schiefe Sitzgelegenheit boten. Auf diese Bank setzte sich Marjeka und genoss zum wiederholten Male das Schauspiel der sich über den Kraterrand erhebenden Sonne im Osten.

Den restlichen Tag verbrachte sie damit, den Inselrundweg und alle davon wegführenden Abstiege zu bewandern. Die Insel ‚Devenport Island‘, auf der Igor und sie gefangen waren, hatte etwa zehn Kilometer Durchmesser, war rundlich und bestand im Wesentlichen aus einem Vulkankrater, der sich bis zu 500 m aus dem Meer erhob. Etwa 100 m unter dem Kraterrand gab es einen Rundweg. Entlang des Rundweges befanden sich immer wieder Stellen, wo die Inselbewohner an passender Stelle kleine Felder, Weingärten oder Gemüsegärten angelegt hatten. Aber nach allen Seiten begann früher oder später ein starkes Gefälle den Abstieg zum Meer unmöglich zu machen. Man hatte also einen wunderschönen Meerblick, aber bis auf ein paar Ausnahmen keinen Zugang zum Meer. Der Kraterrand war an drei Stellen durch steil hinaufführende Wege erreichbar. Von dort oben hatte man auf der einen Seite einen wunderbaren Ausblick auf die tiefer gelegenen Inselteile sowie das azurblaue Meer und auf der anderen Seite konnte man den Krater gut überblicken. Im Krater wuchsen wenige Bäumen und Büsche. Viele mittelgroße und kleine Felsbrocken lagen verstreut herum. Marjeka vermutete, dass die Erosion des Kraters schon seit vielen Jahrtausenden erfolgte. Vulkanische Aktivitäten hatte diese Insel aus ihrer Sicht jedenfalls schon seit Ewigkeiten nicht mehr erlebt. Am Boden des Kraters war ein kleiner, ausgetrockneter Salzsee. Marjeka war dort schon oft gewesen, hatte aber keine Ahnung, was es mit diesem auf sich hatte. Weil sie das früher beschäftigte, machte Igor diesbezüglich Berechnungen und stellte damals fest, dass bei der Menge Restsalz fast der gesamte Krater einmal mit Salzwasser gefüllt gewesen sein musste. Dieses Mysterium war nicht akut bedrohlich, aber für eine Frau wie Marjeka war allein die Existenz dieses ungelösten Rätsels eine ärgerliche Unsicherheit, mit welcher sie sich nicht so einfach abfinden wollte. Beim heutigen Anblick des Salzsees, nahm sie sich vor, Bruder Tom deswegen beim morgigen Unterricht anzusprechen.

Als die Sonne sich mit einem famosen Farbenspiel Richtung Meereshorizont für diesen Tag zu verabschieden begann, stand Marjeka von ihrem Sitzplatz im Schatten eines Nadelgehölzes auf und begann die Reste ihres Abendessens einzusammeln. Danach schulterte sie ihren Rucksack und summte leise

„And it seems to me you lived your life, like a candle in the wind, never knowing who to cling to when the rain set in…”

Marjeka war zwar kein Lady Di-Fan, liebte aber dieses traurige Lied von Elton John. Und es passt zu meiner Situation dachte sie grimmig bei sich und summte die gleiche Melodie mit geändertem Text.

“And it seems to me you live your life like a cattle in this prison, never knowing who to trust when the enemy shows up, oh yeah!”

Euch werde ich es schon noch zeigen dachte Marjeka wiederholt bei sich. Oft kam sie, wenn sie wie heute stundenlang alleine auf der Insel umherwanderte, in einen nahezu ekstatischen Zustand, wo sie dann, während sie schnellen Schrittes sicher die für sie wohlbekannten Wege entlangeilte, davon träumte, einen Weg zurück zur Erde zu finden und zurück im Pentagon dann Bericht zu erstatten. Daraufhin kamen große Mengen amerikanischer Marineinfanteristen und eroberten diese kleine Enklave des Piratentums, genannt Arca-Nihil.

Solche Wachträume waren pure Genugtuung für Marjekas angeschlagenes Ego. Als sie im tiefer gelegenen Dorf ankam, waren ihre Träumereien schon weg und die Sonne untergegangen. Sicheren Schrittes passierte sie eine kleine Orangenplantage und kam über einen kleinen Weg zu den ersten Häuschen des Dorfes.

„Hast du dich schon wieder mit dem selbstgefälligen Zwerg betrunken?“, fragte die Heimkehrende den im Halbdunkel seiner Terrasse sitzenden Igor leicht verächtlich und setzte sich auf den Stuhl, welchen Igor für sie frei gemacht hatte. „Bist du bis zum Sesostag wieder nüchtern? Ich brauche dich wegen der Höhle.“ Igor nickte kaum erkennbar im Halbdunkel und steckte sich mit unsicherer Hand eine Dattel in den Mund.

Igor – Unterricht

52, 53, 54, 55, 56 – prustend und nach Luft ringend zog Igor seinen Kopf aus dem kleinen Becken des Dorfbrunnens. Er war ein wenig verunsichert, weil es ihm normalerweise gelang, deutlich mehr als sechzig Sekunden mit dem Kopf im Wasser zu bleiben. Aber wie gewohnt war der Kopfschmerz jetzt wie weggeblasen. Zufrieden trocknete er sich die Haare und das Gesicht mit dem mitgebrachten Handtuch ab und verscheuchte die beiden Hühner zu seinen Füßen. Mit einem erschrockenen Gegacker liefen sie zu ihrem Hahn, der seinerseits erbost zu Igor herübersah.

Lilly und Timmi, die beiden Kinder des Dorfschmieds, welche ihn auch beobachtet hatten, kicherten noch einmal und gingen dann fröhlich von einem Bein auf das andere hüpfend den Weg zur Dorfschule weiter. Das Dorf hatte lediglich sieben Kinder und diese wurden gemeinsam unterrichtet, wusste Igor. Daneben gab es zwei Babies und vier Jugendliche. Wahrhaft keine große Siedlung war das. Und nach den etwa hundert Tagen hier kannte man jeden Einwohner nicht nur beim Namen, sondern oft genauer, als es einem lieb war.

Nun denn, Igor nahm seine Tasche sowie das nasse Handtuch und machte sich auf den Weg zu seiner ‚Schule‘. Er und Marjeka erhielten an jedem Eintag, das war der erste Tag der Woche, Unterricht über die Eigenheiten der Welt, in welcher sie sich nun befanden.

Er erinnerte sich zum wiederholten Male an die Zeit in der Tetris-Halle, jenen sonderbaren Ort, an dem sie angekommen waren, nachdem sie das futuristische ‚Time Shuttle‘ aus einer Höhle in Grönland über etwa 34 Millionen Lichtjahre auf einem Planeten in der Galaxie M65, der Leo Gruppe, abgesetzt hatte. In der Tetris-Halle waren sie etwa ein halbes Jahr lang damit beschäftigt gewesen, gemeinsam mit Iwan, Tulcinea, Dargoff und Benno die mitgebrachte Beute des ANKH Teams zu sondieren und teilweise auszuwerten. Igor und Marjeka waren damals beauftragt worden, die Inhalte von Datenträgern und Büchern nach Bedeutung und Klassen zu kategorisieren. Dies war für Erdgeborene leichter, weil für Personen aus Arca-Nihil eine wissenschaftliche Abhandlung oft nicht von einer erfundenen Science-Fiction Story unterscheidbar war.

Für diese Arbeit wuden sie bezahlt und nebenbei in Arca-Nihil‘s offizieller Sprache, kurz ANOS genannt, unterrichtet.

Es wurde ihnen auch gesagt, dass sie früher oder später ein freies Leben auf Arca-Nihil führen könnten. Aber man müsse sie darauf vorbereiten. Nach dem Aufenthalt in der Tetris-Halle und dem Erlernen von ANOS begann dann Phase II des Integrationsprozesses. Sie wurden mittels eines ‚Stargate‘ genannten Gerätes zuerst nach Arca-Nihil gebracht und dann des Nachts durch die Stadt gefahren und in einem Luftschiff auf die Insel hier gebracht. Offiziell war es ihr neuer Wohnort. Marjeka und Igor waren sich aber einig, dass es sich um ein Sicherheitsgewahrsam handelte. Ähnlich Gefängnisinseln auf der Erde wie zum Beispiel Alcatraz, weil es unmöglich war, von dieser mitten im Meer liegenden Insel wegzukommen. Einzig in ihrer Außenwahrnehmung unterschieden sich Igor und Marjeka dabei. Für Igor war es ein schöner Ort, wo man sich sehr gut für die Zukunft vorbereiten konnte und Marjeka fühlte sich wie eine Katze an der Leine – eingesperrt und ungerecht behandelt.

Vor lauter Grübeln darüber wäre Igor fast am Tempel vorbeigegangen. Schnell ging er die paar Schritte, die er zu viel gemacht hatte, zurück und nahm bei der verpassten Wegegabelung die Abzweigung zum Tempel.

„Guten Morgen Herr Mönich!“, sagte er freundlich zu dem älteren, etwas molligen Mann mit der Halbglatze.

„Schöner Tag heute, nicht wahr?“

Herr Mönich erwiderte den Gruß, drückte ihm einen Becher dampfenden Kaffees in die Hand und sie standen noch eine Weile vor dem einfachen Steinbau und schwatzten über Wetter und Befindlichkeiten, bevor sie ins Gebäude eintraten.

„Na, dann lasst uns heute beginnen!“

Bruder Tom ergriff wie immer als Gastgeber der kleinen Runde als Erster das Wort. Das Setting bestand aus Igor und Marjeka als die zu Unterrichtenden und den beiden Lehrenden Bruder Tom und Herrn Mönich. Bruder Tom war der lokale Gorfanpriester. Als Priester hatte er eine gute Allgemeinbildung, die er weiterzugeben pflegte. Seit vier Wochen hatte er Verstärkung aus Arca-Nihil in Form des älteren Herrn Mönichs erhalten.

---ENDE DER LESEPROBE---