Erhalten Sie Zugang zu diesem und mehr als 300000 Büchern ab EUR 5,99 monatlich.
Dieses Buch soll meine Person darstellen, wer ich bin, wie ich zur Musik kam und wie meine Kindheit verlief. Zusätzlich möchte ich euch einfach nur die Augen öffnen, was ich in meinen jungen Jahren alles erlebt habe und es wäre gelogen, wenn ich euch jetzt sagen würde, das es alles war. Wahrscheinlich macht der Bericht nicht einmal die Hälfte meines Lebens aus. Mit diesem Buch will ich auch keine dicke Kohle machen, sondern euch einfach nur einen Einblick in mein Leben geben, wie ein Weg aussehen kann, der ins Gefängnis führt.
Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:
Seitenzahl: 54
Veröffentlichungsjahr: 2017
Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:
Dank
Ein Riesendank geht an die Autorin Haylo Karres, die mir ermöglicht hat, dieses Buch im Gefängnis zu schreiben und vor allem zu veröffentlichen.
Ebenso bedanke ich mich bei meiner Familie, meinem Mädchen und meinen Fans, für die jahrelange Unterstützung.
Auch danke ich dem Schicksal, das mich nach meiner Verurteilung in ein Gefängniskommen ließ, in dem man mich mit Respekt und Entgegengekommen behandelt hat und mir dort, unter anderem, die Möglichkeit geboten wurde, mit einem Schulabschluss sowie einem Beruf mein Leben neu ordnen zu können.
Vorwort
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Kapitel 13
Kapitel 14
Nachwort
Zweiter Teil
Track.1
Track.2
Track.3
Track.4
Track.5
Track.6
Track.7
Track.8
Dieses Buch soll meine Person darstellen, wer ich bin, wie ich zur Musik kam und wie meine Kindheit verlief.
Zusätzlich möchte ich euch einfach nur die Augen öffnen, was ich in meinen jungen Jahren alles erlebt habe und es wäre gelogen, wenn ich euch jetzt sagen würde, dass es alles war. Wahrscheinlich macht der Bericht nicht einmal die Hälfte meines Lebens aus. Mit diesem Buch will ich auch keine dicke Kohle machen, sondern euch einfach nur einen Einblick in mein Leben geben, wie ein Weg aussehen kann, der ins Gefängnis führt.
Alles, was in diesem Buch steht, ist wahr, nur die Namen habe ich, aus Sicherheitsgründen, geändert.
Es war der 27. Juli 1993 um Viertel nach zwölf, als ich das Licht der Welt, im Städtischen Krankenhaus von Schleswig-Holstein, erblickte.
Bei einer Körpergröße von 52 Zentimetern und einem Gewicht von 3330 Gramm ging es mir ersichtlich gut.
Meine Eltern wollten mich erst René nennen, doch sie entschieden sich dann doch für Andre.
Mein Vater ist Gerüstbauer und meine Mutter eine hervorragende Hausfrau.
Ich habe zwei leibliche sowie vier Halbgeschwister, und soviel ich weiß, sind wir seit undenklichen Zeiten Deutsche. Wie soll ich meine Kindheit beschreiben. Ich denke, dass diese Zeit für meine Mutter sehr anstrengend war.
Gewohnt haben wir bis zu meinem zweiten Lebensjahr in Kiel-Kettenhof. Danach sind wir nach Kiel-Hasssee umgezogen, wo ich den Arbeiterwohlfahrt Kindergarten besuchte, den es bis heute noch gibt.
Ich war ein sehr aufgedrehtes Kind, das immer Action brauchte.
Als ich vier Jahre alt wurde, lernte ich meinen damaligen „besten Freund“ kennen, wobei meine Eltern strikt gegen diese Freundschaft waren, da es in ihren Augen ein falscher Umgang sei. Im Nachhinein muss ich ihnen recht geben.
Mit fünf Jahren brachte mein damaliger „bester Freund“, der übrigens den gleichen Namen besaß wie ich, eine Schachtel LuckyStrike zum Treffpunkt mit. Er meinte: „Komm, wir rauchen eine, das ist cool“.
Ich zündete mir die Fluppe an und bin dabei fast verreckt, vor lauter Husten. Allerdings gefiel es mir, cool zu sein, und so wurde das Rauchen zu meinem Alltag.
Bis heute hat mich die Sucht fest im Griff.
In dieser Zeit bauten wir viel Blödsinn, was aber normal war, in so einer Gegend, in der wir damals lebten.
Bei meinen Eltern hat es seit dem Umzug total gekrieselt.
Der Alkohol war der beste Freund meines Vaters; und wenn er abends nach Hause kam, war ständig schlechte Stimmung und die Angst in der Familie vorprogrammiert.
Er wurde laut und die Aggressivität unerträglich, was meine Mutter, auch während der Schwangerschaft mit meinem leiblichen Bruder, am meisten zu spüren bekam.
Schläge und Tritte musste sie ertragen und dabei hat sie geweint und geschrien.
Mich hat das alles verunsichert und ich musste ständig zittern, dabei bekam ich eine höllische Angst und verkroch mich unter meiner Borussia-Dortmund-Bettdecke.
An jedem aus der Familie hat mein Vater seiner Aggressivität freien Lauf gelassen, außer an mir. Ich war sein Liebling. Dennoch verließ mich die Angst nie.
Zweitausend, am 27.Juli, genau an meinem 7.ten Geburtstag, sind wir nach Kiel-Friedrichsdorf umgezogen, in ein „Hochhausviertel“, in dem es schon nach Gewalt roch.
Vor unserem Umzug reichten meine Eltern die Trennung ein und so zog ich mit meiner Mutter, sowie meinen ganzen Geschwistern, ohne Vater, in eine Vierzimmerwohnung, die im 5.Stock lag.
In unserem neuen Zuhause fand ich schnell Anschluss. Ich lernte einen neuen„besten Freund“ kennen, dessen Name Matschello lautete.
Er war Zigeuner und lebte im Erdgeschoss, zwei Block weiter von uns, mit seiner ganzen Familie, von dreizehn Personen, in einer Vierzimmerwohnung.
Mein neuer „bester Freund“ besaß viel Humor, so dass ich die Trennung meiner Eltern ein wenig verdrängen konnte.
Er war zwei Jahre älter als ich.
Nach drei Wochen in der neuen Gegend wurde ich eingeschult.
Ich lernte schnell, wobei mir meine Neugierde half.
Wir hatten die Fächer Mathe, Kunst, Deutsch, Sport, und Musik, wobei Mathe nie mein Lieblingsfach war, bis heute nicht. Eher Deutsch, Sport und Musik. Zwei Jahre lang besuchte ich die Heinrich von-Stephan-Schule in Kiel-Friedrichsdorf. In dieser Zeit war ich, wie soll man sagen? ein „Tagträumer“.
Mit 9 Jahren wurde ich 2 Jahre lang körperlich missbraucht, worüber ich zu meinem eigenen Schutz nicht viel erzählen möchte, nur das der Missbrauch nach zwei Jahren ein jähes Ende fand, als der Mann sich auch an meinem damals „besten Freund“, dem Zigeuner, vergriff, worauf ihn die ganze Sippe der Zigeuner verfolgte und ihn der Polizei übergab.
So viel ich weiß, kam er dann vor Gericht und man verdonnerte ihn zu neun Jahren Gefängnis.
Die zwei Jahre Missbrauch waren jedoch so fürchterlich für mich, dass ich darüber eine posttraumatische Belastungsstörung erlitt. Nachts plagten mich Albträume, so dass ich schweißgebadet aufwachte. Das Schlafwandeln wurde in der darauffolgenden Zeit, so denke ich mal, vorprogrammiert. Ich besaß daher nicht nur ein „Tagesprogramm“, sondern auch ein „Nachtprogramm“.
Im Nachhinein muss ich feststellten, dass meine Kindheit alles andere als schön war.
In der Freizeit stand bei mir schon immer das Fußballspiel an erster Stelle.
Wir hatten damals im Viertel einen Fußballkäfig, in dem wir kickten. Alle Jungs aus dem sogenannten „Ghetto“ trafen sich dort.
Seit meiner frühesten Kindheit bin ich Borussia-Dortmund-Fan und liebe noch heute das Vereinsleben mit seiner Moral, der Fairness, den Fans und vor allem das Spiel in einer Mannschaft.
Als in meiner Familie schlechte Stimmung aufkam, haute ich von Zuhause ab. Darauf mich das Jugendamt wieder aufgabelte und mich in ein Kinderheim steckte, das den Namen „Regenbogenhaus“ trug.
Gitter vor den Fenstern versperrten die freie Sicht nach draußen.
Ich fühlte mich dort nicht wohl.
Die ersten Versuche eines Ausrasters folgten, doch die Betreuer waren in der
