Harte Schwerter - Tilman Janus - E-Book

Harte Schwerter E-Book

Tilman Janus

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Beschreibung

Harte Schwerter. 5000 Jahre schwul, Teil 1. Es hat sie schon immer gegeben: schwule Männer! Und das ist gut so! Schau den schönsten und mutigsten von ihnen zu, dem jungen Pharao, den Helden von Troja, wilden Wikingern oder edlen Rittern. Sie alle liebten es, ihr hartes Schwert lustvoll mit dem eines anderen Mannes zu kreuzen … Ausführliche Leseprobe auch auf www.tilmanjanus.de

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Veröffentlichungsjahr: 2026

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Harte Schwerter

5000 Jahre schwul, Teil 1

Es hat sie schon immer gegeben: schwule Männer! Und das ist gut so! Schau den schönsten und mutigsten von ihnen zu, dem jungen Pharao, den Helden von Troja, wilden Wikingern oder edlen Rittern. Sie alle liebten es, ihr hartes Schwert lustvoll mit dem eines anderen Mannes zu kreuzen …

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Impressum

Copyright © 2026 by Tilman Janus

www.tilmanjanus.de

[email protected]

Text: Alle Rechte beim Autor

Coverfoto:

© Andrei_Vishnyakov_Dreamstime.com_12696526

Weiteres Foto:

© Tony Marturano_Dreamstime.com_159322084

Handlung und Personen sind frei erfunden oder fiktiv an mythische und historische Vorbilder angelehnt. Sollte es Ähnlichkeiten mit heutigen Menschen geben, wäre es reiner Zufall.

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Göttersohn

(Ägypten, Altes Reich, 4. Dynastie, 2580 v. u. Z.1)

Schön bist du, Radjedef,

Sohn des Königs Cheops,

strahlender Prinz,

schöner selbst als Re, der Sonnengott,

was die Priester erzürnt.

Wüssten sie, dass ich dich liebe,

sie würden mich ins Verlies werfen.

Sie wissen es nicht,

und ich habe keine Angst.

Doch auch du weißt es nicht, göttlicher Prinz.

Meine Seele schmerzt, wenn ich an dich denke.

Mein Herz schreit.

Mein Lotosfinger wird groß und hart,

wenn ich deine Schönheit sehe.

So dichte ich, Mentuhotep, Schreiber des jungen Radjedef, wenn ich allein bin, wenn niemand meine Gedanken stört. Mein schöner Prinz, in Wahrheit bist du der Sohn des Sonnengottes Re. Dein Name Radjedef bedeutet >Er, Re, ist ewig<. Dein Gang ist der einer jungen, männlichen Antilope, deine Augen sind wie die dunklen Wasser des Großen Flusses, deine Lippen sind rot wie Granatäpfel. Dein Hintern ist wohlgeformt wie ein festes Kissen, dein Schwanz wölbt sich prächtig wie eine starke Schlange unter dem dünnen Leinenstoff deines Gewandes, das mit Goldfäden verziert ist.

Vor drei Tagen ist Cheops, dein Vater, gestorben. Nach siebzig Tagen, nach seiner Bestattung in der Pyramide, wirst du zum König gekrönt werden. Aber schon jetzt bist du der neue Herrscher über Schemau und Mehu, über Ober- und Unterägypten, bist unser aller Pharao. Wirst du mich als Schreiber nun noch wollen? So lange warst du gut zu mir, hast viele Stunden mit mir verbracht, wir waren zusammen fischen und jagen, du hast mit mir geredet, mich sogar gefragt, was ich über dieses oder jenes denke. Du bist erst zwanzig Jahre alt, genauso jung wie ich, und sollst nun die Geschicke unseres Doppelreiches lenken. Du wirst keine Zeit mehr finden für mich, du wirst viele Diener und neue Schreiber haben. Und du wirst deine Schwester heiraten. Denn das ist dir vorherbestimmt. So bricht mein Herz in tausend Stücke.

»Mentuhotep?«

Ich erschrecke – du rufst mich! Ich verstecke rasch den Papyrus mit meinen Versen über dich.

»Ja, Herr?«, antworte ich gehorsam.

Schon eilst du leichtfüßig in mein bescheidenes Gemach. Es ist, als würde der Sonnengott selbst mein Gast sein. Wie immer muss ich meinen harten Luststab unter den Falten meines Gewandes verbergen, denn er kann nicht anders als wachsen, wenn du in meiner Nähe bist.

»Was tust du hier allein?«, fragst du. »Wir haben so viel zu besprechen.«

»Jawohl, Herr!«

»Die Zeremonie der Reinigung und Salbung vor meiner Krönung – ich will, dass du dabei bist«, sagst du.

»Ich? Das werden die Priester nicht erlauben.«

Und du? Du lachst! Und bist dabei noch schöner als sonst, was eigentlich nicht möglich ist.

»Jetzt bin ich König über Schemau und Mehu! Da werden sich diese lästigen Priester daran gewöhnen müssen, dass sie mir zu gehorchen haben. Nur Re bin ich Rechenschaft schuldig, sonst niemandem. Weißt du was, Mentuhotep? Ich werde eine neue Regelung einführen. Jeder Pharao soll den Namen unseres Sonnengottes Re zukünftig in seinem Namen tragen. Ein König sollte selbst kein Gott sein, so wie es mein Vater noch dachte. Ein König kann höchstens der Sohn von Göttern sein und muss ihnen gegenüber Verantwortung tragen. Was meinst du zu dieser Idee, Mentuhotep?«

Du fragst mich, den kleinen, unbedeutenden Schreiber! Du bist wie immer, heiter, zugewandt, freundschaftlich. Und ich hatte Angst, dass du nun unnahbar wärst.

»Ich finde die Idee sehr gut, Herr!«, sage ich ehrerbietig.

»Schön! Ach, Mentuhotep, sei nicht so förmlich! Nur, weil ich nun der Herrscher bin, werde ich doch kein anderer Mensch. Zwischen uns bleibt alles wie immer.«

»Du wirst in Zukunft viele Diener und Schreiber haben, Herr«, sage ich leise.

»Ja, sicher. Aber du, Mentuhotep, du wirst mein privater Berater sein, nicht mehr nur Schreiber. Du wirst neue Räume ganz in meiner Nähe beziehen und stets bei mir sein. Wenn du es willst.«

Ich falle dir zu Füßen. »Ich danke dir, Herr!«, flüstere ich. Dabei atme ich den köstlichen Duft deiner Schenkel.

Du ziehst mich energisch hoch. »Du sollst nicht vor mir knien, das können andere machen. Und sag nicht mehr >Herr< zu mir! Ich habe einen Namen! Komm her!« Und du nimmst mich in deine Arme.

Eine heiße Flut überspült mich, als würde der gesamte Große Fluss überkochen. Du – du umarmst mich! Ich spüre deine Granatapfel-Lippen auf meinem Mund. Deinen vollkommenen Körper an meinem. Und die große, dicke Schlange der Lust, die sich an meine harte Lanze drückt! Mein Herz fliegt, singt und jauchzt.

Deine warme Zunge schlüpft in meinen Mund. Ich zittere vor Erregung. Dein göttlicher Kuss könnte einen Toten auferwecken. Mein hartes Teil vergießt Glückstränen aus Honig, die mein Gewand feucht machen. Und dann kommt deine Hand zu mir und greift nach meinem bebenden Schaft.

Dein Mund löst sich von meinem und flüstert mir ins Ohr: »Schon so lange begehre ich dich, Mentuhotep. Deine Haut ist weich und glatt, dein Gesicht und dein Körper sind schön wie ein frischer Morgen, und dein Schwanz wächst immer, wenn du mich siehst. Ich weiß das seit vielen Monden. Aber als mein Vater noch lebte, habe ich es nicht gewagt, dich zu lieben. Er mochte es nicht, wenn ein Mann einen Mann liebt. Dann hätte er Chephren, meinen Bruder, zu seinem Nachfolger bestimmt. Aber ich wollte immer König werden – um frei zu sein. Um den neben mir zu haben, den ich liebe. Mentuhotep – willst du mein Freund und Begleiter sein, mein geliebter Mann?«

Ich kann kaum antworten vor Aufregung. In wenigen Augenblicken hat sich mein Schicksal gewendet, haben sich alle meine geheimen Wünsche erfüllt.

»Ja!«, hauche ich. »Ja, mein Radjedef! Ich liebe dich auch schon so lange, wie ich denken kann. Du machst mich zum glücklichsten Menschen unter Res Sonnenstrahlen.«

»Dann sei es so! Nur du stehst mir wirklich nahe, und später einmal wirst nur du neben mir in meiner Pyramide bestattet werden, die abseits der großen Pyramide meines Vaters liegen soll. So werden wir beide auch ins Reich der Toten gemeinsam hinübergehen. Aber du weißt, dass ich meine Halbschwester Hetepheres heiraten muss, denn ihr erster Mann, mein Onkel Kawab, ist gestorben. Und ich werde wahrscheinlich noch weitere Frauen heiraten und mit ihnen Kinder zeugen müssen. Kannst du das aushalten? Denn das alles ändert nichts an meiner Liebe zu dir.«

»Ja!«, sage ich noch einmal und schwanke fast vor so viel Glück.

Deine Hand drückt meinen steifen Schaft noch fester. »Nimm auch du meine harte Lanze in die Hand!«

Zum ersten Mal fühle ich den göttlichen Glücksbringer nackt und heiß unter deinem Gewand. Die Spitze ist nass von köstlichem Honig, so wie bei mir. Die schweren, großen Kugeln haben sich fest angelegt, sie scheinen zwischen meinen Fingern zu tanzen. Du stöhnst leise.

»Komm zu deinem Lager!«, sagst du. »Ich halte es nicht mehr einen Wimpernschlag lang aus, ohne dich zu sein.«

Ich führe dich zu meinem einfachen Bett. Unsere Kleider fallen zu Boden. So ganz nackt habe ich dich noch nie gesehen. Und du bist wirklich schöner als jeder Gott. Die glatte Brust, die schlanken Hüften, die wohlgeformten Schenkel. Der hohe, starke Herrscherstab, der vor Sehnsucht zuckt und klopft.

Du greifst nach dem kleinen Gefäß, in dem ich das wohlriechende Öl aufbewahre, das ich immer benutzt habe, um meine einsame Lust zu befriedigen. Jetzt soll es unserem gemeinsamen Glück dienen. Du streichst es auf deine pralle Kuppe. Ich sinke auf mein Lager, hebe wie von selbst meine Beine an und biete dir alles dar, was ich dir geben kann: meine hungrige Blume der Lust und meinen engen Kanal der Liebe.

Du kniest dich zwischen meine Schenkel. Dabei lächelst du mir zu. Schon dein Lächeln ist wie wärmender, göttlicher Sonnenschein. Mit einer Hand packst du deinen königlichen Schlangenstab und drückt mir die Spitze in den Hintern. Noch nie war ein anderer Mann dort, immer war ich dir, meinem edlen Prinzen, treu. Du dringst in mich ein, bohrst dich tief hinein in mein Innerstes. Schmerz lässt mich aufseufzen, doch in den nächsten Augenblicken siegt die Lust über den Schmerz. Dein harter Speer reibt in meinem Kanal hin und her, zärtlich und wild zugleich. Und er trifft eine Stelle, die ich nicht kannte, die mich in rasende Ekstase versetzt. Ich kann kaum glauben, dass es so etwas gibt, dass es Wirklichkeit ist, dass du, mein König, mein Geliebter, mich so erfüllst und beglückst. Tief innen steigt die Flut des Großen Flusses über alle Ufer. Ich muss schreien vor Seligkeit. Ein heißer Silberstrom ergießt sich aus meinem Harten, sammelt sich in meiner Nabelgrube und fließt an meinen Seiten hinab.

Du siehst es und stöhnst immer lauter. Deine Stöße werden schneller und härter. Und dann spüre ich, wie du dich in meinem Innern entlädst, wie deine starke Schlange sich in mir windet und mich füllt mit deinem Glückssaft. Bebend sinkst du, mein Pharao, über mir zusammen. Ich fühle dein Herz heftig schlagen, im tiefen Einklang mit meinem Herzen.

»vor unserer Zeitrechnung« oder »vor Christus«↩︎

Himmelsglück

(Mitteleuropäische Bronzezeit, 1800 v. u. Z.)

Seit vielen Jahren residierte ich, Fürst Gurnor, in der Großen Siedlung am Fluss Nebra, als sich mein Leben gänzlich veränderte.

Ich hatte mit achtzehn Jahren eine Fürstentochter von der Unstrut geheiratet, die mir drei Söhne und zwei Töchter gebar. Rings um das Haus, das ich von meinem Vater übernommen hatte, siedelten zahlreiche Bauern und Handwerker, wohnten auch Krieger und Händler. Der Handel florierte, es gab Pelze und Bernstein aus dem Norden, Kupfer aus dem Süden, Zinn und Gold aus Cymru1 jenseits des nordwestlichen Meeresarms2 und viele andere Dinge. Meine geschickten Schmiede stellten gute Schwerter, Dolche und Beile aus Bronze her, zuverlässige Waffen und Werkzeuge.

Ein ganz besonderes Stück hat mir mein Vater hinterlassen. Er hatte es von seinen Leuten zu meiner Geburt geschenkt bekommen. Es ist eine runde Bronzescheibe, ungefähr so groß wie mein Unterarm lang ist. Durch eine geheim gehaltene Rezeptur glänzt die Oberfläche der Bronze schwarzblau wie der Nachthimmel. Das Schönste aber sind die Goldauflagen. Sie stellen den Vollmond, den abnehmenden Mond und viele Sterne dar. Später hat mein Vater noch links und rechts am Rand zwei Goldstreifen aufsetzen lassen. Mit ihnen kann man die Sonnenwenden erkennen und den Bauern sagen, wann sie ihre Felder bestellen sollen. Diese wunderbare Scheibe war mir immer lieb und teuer, und ich bewahrte sie in einem schön geschnitzten Holzkasten in meinem Schlafgemach auf.

Es war im letzten Sommer, ich zählte gerade dreißig Jahre, da kamen einige Händler mit besonders guten Waren aus dem Norden in unsere Siedlung. Die Pelze wären auserlesen und die Bernsteinbrocken groß und klar wie wilder Honig, so sagte es mir mein Berater und Stellvertreter Groter. Auch gutes Zinn hätten die Leute mitgebracht. Er meinte, ich sollte mir die Sachen selbst ansehen. Ich stimmte zu, daraufhin gab Groter den Befehl an meine Wachen, die Kaufleute in mein Haus zu holen.

Als die Männer dann in unseren Versammlungsraum kamen, hoch beladen mit ihren Waren, fiel mein Blick zuerst auf einen Jüngling, der bei ihnen war. Er war klein und schlank, vielleicht achtzehn Jahre alt, und verhielt sich sehr bescheiden. Es schien so, dass er nur mitgekommen war, um den Älteren beim Tragen zu helfen. Sein Antlitz jedoch wirkte wie ein Wunder. Es leuchtete sehr hell und zart, kein Bartwuchs war zu erkennen. Die Lippen sahen schön und voll aus, seine Augen strahlten himmelblau, und sein hellblondes Haar fiel ihm lang in den Nacken. Er trug nur ein schäbiges, zerschlissenes Leinengewand, denn wir hatten gerade heiße Sommertage. Seine nackten, ziemlich staubigen Füße steckten in einfachen Sandalen. Die bärtigen Handelsmänner schienen ihn nicht zu mögen, nichts machte er ihnen recht. Er tat mir leid.

Mein Weib trat mit den Kindern in einen Nebenraum ein, weil sie Kunde erhalten hatte von den vorzüglichen Waren, und ich gebot den Händlern, meiner Familie alles zu zeigen. Ich nahm Groter beiseite und befahl ihm, den blonden Jungen zu mir zu bringen. Denn ich hatte längst erkannt, dass es mir weniger um »leidtun« ging. Tief in meiner Seele schlummerte von jeher ein geheimes Begehren, das ich stets beiseitegeschoben hatte. Manchmal, wenn einer meiner jungen Krieger mir nahegekommen war, hatte ich dieses Begehren gespürt, dann war mein Geschlecht so hart angewachsen wie die Knüppel, die als Untergrund auf den Handelswegen verbaut waren. An diesen Tagen hatte ich nie Lust verspürt, meinem Weib beizuwohnen. Bald darauf hatte ich mich aber immer beruhigt und weiterhin meine ehelichen Pflichten erfüllt. Neben unseren fünf gesunden Kindern hatten wir drei weitere an Krankheiten verloren. Es war also vonnöten, zahlreiche Nachkommen in die Welt zu setzen.

Als der hellblonde Junge nun vor meinem Fürstensessel stand, spürte ich genau dieses Begehren, und unter meinen Kleidern wuchs mein fleischliches Schwert wohl so hart an wie noch nie. Mehr als je beim Anblick eines jungen Kriegers. Und viel mehr als bei meinem braven Weibe.

»Woher kommst du?«, fragte ich ihn.

»Von weit aus dem Norden«, antwortete er.

»Und gehörst du zu einem der Kaufleute?«

Er schüttelte den Kopf, dabei umflogen ihn seine hellblonden Haare wie ein Goldwelle. »Ich habe niemanden mehr, meine Eltern und Großeltern sind tot. Ich verdiene mir bei den Kaufleuten etwas Brot und Milch, wenn ich ihnen zur Hand gehe.«

»Und wie ist dein Name?«

»Mirdo.«

Der Name passte gut zu ihm, er klang hell und kühn. »Weißt du, wer ich bin, Mirdo?«

»Ja, du bist Fürst Gurnor, der Herrscher an der Nebra.«

Ich nickte. Ein aufgeweckter Bursche! »Willst du hier im Haus bleiben, als mein Diener?«

»Ja, das würde mir gefallen«, sagte er sofort. Seine Augen leuchteten.

In meinem Kopf ging einiges durcheinander, denn mein Geschlecht stand immer noch hart wie Bronze. »So geh hinüber zur Fürstin und lass dich waschen und einkleiden!«, befahl ich. Mein Atem ging rascher, weil ich daran dachte, ihn noch in derselben Nacht in mein Bett zu nehmen.

Als die Kaufleute fort waren und auch Groter den Versammlungsraum verlassen hatte, kam mein Weib mit fliegenden Zöpfen und roten Wangen hereingelaufen und warf sich vor mir auf den Boden.

»Was willst du?«, fragte ich ungehalten. In dem Moment wollte ich sie gar nicht sehen.

»Was gedenkst du mit diesem Jungen zu tun, Gurnor?«, ereiferte sie sich. »Wir haben genug Diener und Dienerinnen. Warum sollen wir noch einen Fremden durchfüttern, wenn im Winter die Vorräte knapp werden?«

»Beruhige dich, Weib!«, knurrte ich. »Ich habe es so entschieden.«

Sie begann zu weinen. »Ich weiß, was du mit ihm tun willst! Ich sehe immer deine begehrlichen Blicke, wenn deine jungen Krieger um dich sind. Er ist hübsch. Du willst dich mit ihm vergnügen! Du willst mich verstoßen!«

Was sie so alles wusste! Ich konnte nur staunen. »Ich werde dich nicht verstoßen. Geh und tue, was ich befohlen habe! Bade ihn und kleide ihn neu ein, und dann schick ihn zu mir. Und nun schweig!«

Sie lief weinend hinaus. Ich verstand nicht, worum sie sich Sorgen machte. Sie war und blieb mein Weib und die Mutter meiner Kinder, auch der zukünftigen. Alles andere ging sie nichts an.

Nach einer ganzen Weile kam Mirdo in den Versammlungssaal. Ich hatte die Wachen weggeschickt und war allein mit ihm. Seine Haut strahlte wie der helle Mond am Himmel in klarer Nacht. Er trug nun ein leichtes, kurzes Hemd und schmale Hosen, sein goldenes Haar war gewaschen und gekämmt. In der Leinenhose wölbte sich seine junge Männlichkeit. Ich merkte, dass mein männliches Schwert, immer noch groß und hart, meine Hosen durchfeuchtete. Ich wollte nicht bis zur Nacht warten!

»So komm dann mit, Mirdo!«, sagte ich und erhob mich. Mein hartes Schwert war deutlich zu sehen, denn es ist sehr groß. Ich nahm Mirdo bei der Schulter und schob ihn in mein Schlafgemach, weit weg vom Schlafraum meines Weibes.

Mirdo kam gehorsam mit.

Insgeheim musste ich daran denken, dass ich mich nun, in meinem fortgeschrittenen Alter, zum ersten Mal mit einem jungen Mann vereinigen wollte. Und dass ich gar nicht genau wusste, wie ich es anstellen sollte. Ich beschloss, es mir zunächst einfach zu machen und später dazuzulernen, denn Mirdo sollte noch lange bei mir bleiben.

Ich zog also nur meine Hose etwas tiefer und setzte mich auf die Kante meiner Bettstatt, die mit weichen Fellen bedeckt war. Mein mächtiges Schwert ragte weit nach vorn. »Knie dich hin und nimm dies in deinen Mund!«, befahl ich.

Mirdo zuckte nicht mit einer Wimper. Vielleicht hatte er das erwartet. Er fiel vor mir auf die Knie und legte seine Lippen auf meine Kuppe. Diese erste Berührung ließ mich bereits erschauern. Seine schmalen Hände legten sich um meine Schwertwurzel, dann ließ er mein Fleisch in seine Mundhöhle gleiten. Es war so unglaublich wunderbar, dass ich lauter stöhnte als je. Der Anblick seines unschuldigen Gesichtes, in dem mein gewaltiger Bronzebolzen verschwand, machte mich heißer als eine Frau es je gekonnt hatte. Sogar meine schweren Nüsse kribbelten wie toll. Und er machte alles so gut, dass ich, der strenge Befehlshaber der Großen Siedlung, fast geweint hätte vor Glück. Immer wieder saugte er sich an mir fest, dann ließ er mich wieder halb los, dann fraß er mich neu auf. Ich spürte seine warme Zunge an meiner Kuppe, sie fuhr ringsherum, dann ließ er meinen fleischlichen Dolch bis fast in seinen Rachen gleiten. Ich stieß wild zu, immer noch mal und noch mal. So lange hatte mein Schwert nun schon kampfbereit darauf gewartet, in diesen Jungen hineinzustoßen, dass mein Inneres viel zu schnell nachgab. Hatte ich mich bei meinem Weib oft lange bemühen müssen, um überhaupt zum Ende zu kommen, schoss mir der Saft jetzt wie von selbst hinaus. In starken Wellen pulsierte mein Bronzeschwert und füllte Mirdos süßen Mund bis zum Überlaufen.

Danach war ich so erlöst, dass ich auf mein Bett sank und sofort einschlief. Ich erwachte erst, als die Sonne bereits untergehen wollte. Mirdo war fort.

Ich sprang auf, mein entspanntes Geschlecht war noch nackt, und rief nach Mirdo. Ich bekam keine Antwort. Und dann sah ich es: Der Holzkasten meiner wundersamen Himmelsscheibe war geöffnet – und mein größter Schatz fehlte! Dieser verdammte, betrügerische Bursche hatte mich bestohlen, hatte die heilige Scheibe mit den goldenen Monden und Sternen entwendet und vielleicht schon an seine Handelskumpane verscherbelt.

Meine Wut kannte keine Grenzen. Hastig verstaute ich mein Geschlecht und ging mit riesigen Schritten hinaus zu meinen Wachen. Ich befahl den bewährten Kriegern, den Dieb zu suchen, ihn zu ergreifen und in den Versammlungsraum zu schleifen. Und sie sollten nicht zimperlich mit ihm umgehen!

Inzwischen saß ich in meinem Fürstensessel und kochte innerlich vor Wut. Die wunderbare Lust, die Mirdo mir geschenkt hatte, verblasste vor meinem Zorn.

Es war kaum Zeit vergangen, da kamen sie schon mit ihm herein, zerrten ihn vor meine Füße und ließen ihn mit gefesselten Händen auf dem Boden liegen. Ich befahl den Kriegern, hinauszugehen. Dann musterte ich Mirdo mit kaltem Blick.

»Was hast du zu sagen, du Dieb?«, herrschte ich ihn an. »Wo ist meine Himmelsscheibe?«

Er rührte sich zuerst nicht, doch als ich ihn mit dem Fuß grob anstieß, rappelte er sich auf. Hoch aufgerichtet stand er vor mir, fast stolz, als wäre er vollkommen unschuldig. Sein hellgoldenes Haar glänzte im Schein der Fackel, die an die Wand geklemmt war.

»Deine Himmelsscheibe, Gurnor, ist sicher versteckt«, sagte er kühn. »Ich habe sie nicht gestohlen. Sie ist mein Unterpfand, damit du mich besser behandelst.« So sprach er und schob dabei die süßen Lippen trotzig vor.

»Besser behandelst?«, fuhr ich auf. »Was hat dir nicht gepasst, du kümmerliches Bürschchen?«

Seine Augen sandten blaue Blitze aus. »Eben das! Du behandelst mich wie einen Knecht! Ich bin arm, aber frei geboren. Ich bewundere dich, ich will gerne bei dir bleiben, aber ich will gleich mit dir sein!«

Ich öffnete den Mund, doch mir fehlten die Worte.

»Du sollst mich nicht herumkommandieren! Du sollst mich lieb haben! Du sollst mich sanft behandeln! Du sollst dein langes Schwert nicht so weit in meinen Hals stoßen, dass ich würgen muss! Und du sollst auch an meine Lust denken – nicht einfach einschlafen, wenn du dich entladen hast!«

Ich starrte ihn an wie ein unwirkliches Wesen. Was erlaubte sich dieser junge Bursche?

Dann sackten seine Worte langsam in mein Herz. Vielleicht hatte er recht? Ich hatte ihn so behandelt wie mein Weib. Er aber war ein ganz anderer Mensch. Und er hatte Mut! Ich hätte ihn zermalmen können für seine Frechheit. Und dann dachte ich, dass ich ihn wohl tatsächlich lieb hatte. Ich hatte ja noch nie jemanden lieb gehabt, in meinem ganzen Leben nicht.

Ich stand auf, nahm meinen Bronzedolch aus dem Gürtel und schnitt ihm die Fesseln von den Händen.

»So sei frei!«, sagte ich. »Und – bleib bei mir!«

Er lächelte, was ihn noch süßer machte, rieb sich kurz die Handgelenke – und umarmte mich. Seine weichen Arme umschlangen meinen Hals, liebevoll biss er in meinen dichten Bart. »Und – hast du mich lieb?«

Auf einmal gefiel mir seine Frechheit. »Ja!«, sagte ich. »Und ich will sanft zu dir sein.« Ich streichelte seinen kleinen, festen Hintern durch die dünne Leinenhose. »Ich will jetzt da hinein!« Dann ergänzte ich: »Bitte!«

---ENDE DER LESEPROBE---