4,99 €
Hier finden sich vier Kurzgeschichten voller Liebe & Magie. Bei einer Zugfahrt verändert eine unerwartete Begegnung das Leben einer jungen Frau & sie fragt sich, was verbirgt sich unter dem Mantel des fremden Mannes? Der Tod lauert einer Frau auf & sie entdeckt, was wirklich wichtig im Leben ist. Was soll man tun, wenn plötzlich Dracula im eigenen Bett liegt? Mia blickt einem einsamen Weihnachtsfest entgegen. Wird es ihr gelingen die Vergangenheit abzustreifen & ihr Herz für die Liebe zu öffnen?
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 43
Veröffentlichungsjahr: 2022
Gute Geschichten bessern die Welt.
Für Michelle, du bist pure Magie.
Begegnung im Zug Teil 1
Begegnung im Zug Teil 2
Gespräche mit dem Tod - Teil 1
Gespräche mit dem Tod - Teil 2
Dracula in meinem Bett Teil 1
Dracula in meinem Bett Teil 2
Dracula in meinem Bett Teil 3
Die Magie der Weihnacht Kapitel 1
Die Magie der Weihnacht Kapitel 2
Die Magie der Weihnacht Kapitel 3
Die Magie der Weihnacht Kapitel 4
Die Magie der Weihnacht Kapitel 5
Die Magie der Weihnacht Kapitel 6
Die Magie der Weihnacht Kapitel 7
Die Magie der Weihnacht Kapitel 8
Die Magie der Weihnacht Kapitel 9
Die Magie der Weihnacht Kapitel 10
Ich war noch müde und die Augen fielen mir immer wieder zu. Mein kleiner Koffer drückte mir gegen die Beine, aber ich war zu müde, um ihn oben in der Ablage zu verstauen. Als der Zug erneut hielt, öffnete ich die Augen, aber bis er meine Haltestelle erreichte, würde noch ein Weilchen vergehen. Ich konnte kaum etwas erkennen, da der Regen und Nebel die Landschaft wie eine Decke umhüllten.
Der Zug wurde immer voller und der Lärm hielt mich davon ab, erneut ins Traumland einzutauchen. Ich gähnte und blickte mich um. Ich beobachtete gern fremde Menschen und dachte mir manchmal auch Geschichten zu ihnen aus. Gerade war ein junger Mann in einem zerknitterten und schmutzigen Mantel eingestiegen. Sofort dachte ich mir zu diesem schrägen Typen eine Krimigeschichte aus. Er suchte ziemlich verzweifelt einen Sitzplatz und kam zielstrebig auf mich zu. Ich wollte nicht, dass dieser zwielichtige Typ sich zu mir setzte, aber es war bereits zu spät und mit einem kurzen nicken, nahm er mir gegenüber Platz. Der Typ wirkte schmuddelig und müde. Ich fühlte mich sehr unwohl in seiner Nähe. Ich hasste in dem Moment mein Schubladendenken. Wie konnte ich nur glauben, dass jemand der einen schmutzigen Mantel trug, gefährlich war? Trotzdem hatte ich ein wenig Angst vor ihm, obwohl es gar keinen richtigen Grund dafür gab, schließlich war der Zug voller Menschen. Was sollte mir denn passieren? Letztendlich versuchte ich ihn zu ignorieren und starrte in die neblige Landschaft.
Trotzdem war ich neugierig und versuchte ihn aus den Augenwinkeln zu beobachten. Doch was ich mitbekam, machte ihn nur noch Furcht erregender. Er rutschte dauernd auf seinem Sitz herum, öffnete seinen Mantel ein Stück weit, blickte hinein und redete mit etwas, das nicht da war! Vielleicht war der doch verrückt! Vielleicht würde er gleich ein Messer zücken und auf mich einstechen! Ich überlegte mir gerade, ob ich mir nicht einen anderen Platz suchen sollte, als ich bemerkte, wie er mich anstarrte. Es wurde immer unheimlicher. Aber ich wollte mir meine Angst nicht anmerken lassen, also straffte ich meine Schultern, und blickte ihn direkt an.
Ich hatte mit vielem gerechnet aber nicht damit: Der schräge Typ sah wahnsinnig gut aus! Dazu hatte er die wunderschönsten Augen, die ich je gesehen hatte! Sein Blick schien direkt in meine Seele zu sehen und ich war überrascht, als mein Magen einen Hüpfer machte. Plötzlich sah er nicht mehr unheimlich aus, sondern einfach nur liebenswert. Als eine nasse Strähne in sein Gesicht hing, musste ich den Impuls unterdrücken, sie aus seinem Gesicht zu streichen. Ich erkannte nun auch, dass er sehr gut gekleidet war, nur sein Mantel hatte gelitten. Vielleicht war er nur ausgerutscht? Innerhalb von Sekunden hatte ich meine Meinung zu dem Mann komplett geändert und das brennende Verlangen ihn kennenzulemen stieg in mir auf. Als ich meine Augen endlich von seinem Gesicht lösen konnte, sah ich die kleine Ausbuchtung in seinem Mantel und hörte ein leises Geräusch.
Verwirrt blickte ich ihn an. Dann lachte er entschuldigend. Sein Lachen brachte mich tatsächlich zum Beben! Was war nur mit mir los?
"Ich habe diesen kleinen Kerl gerade aus einem Müllcontainer gefischt.“ Dabei zog er ein kleines getigertes Kätzchen unter seinem Mantel hervor. Mit großen Augen starrte es mich an und miaute erneut. Mein Blick hing an dem süßen kleinen Wesen, dass winzig in den großen Händen des Mannes wirkte. Ich streichelte es vorsichtig zwischen den Ohren und seine Pfote packte sofort sanft meinen Finger und leckte ihn ab.
Mein Blick wanderte über die Katze und den Mann und in diesem Moment, flog den beiden mein Herz entgegen. Ich befürchtete, ich würde es nicht mehr zurückbekommen. „Es war im Müll?“, fragte ich schließlich entrüstet nach.
„Ja! Ich habe keine Ahnung, wie es dort gelandet ist. Ich habe alles abgesucht, aber von der Katzenmutter oder Geschwistern war nichts zu sehen. Es fror erbärmlich, also bin ich hineingeklettert und habe es herausgeholt, nur mein Mantel hat darunter gelitten. Ich glaube, der kleine Kerl ist gesund, trotzdem sollte ihn ein Tierarzt ansehen. Doch ich habe ein Problem. Ich sollte gleich bei der Arbeit eine wichtige Präsentation halten. Glaubst du, die Katze fallt dabei auf?“
