Höhenflug - Alexandra Bergmann-Thünemann - E-Book

Höhenflug E-Book

Alexandra Bergmann-Thünemann

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Beschreibung

Höhenflug- Making of- so oder so ähnlich könnte die Produktion der CD Alex Stationen stattgefunden haben- mit Spaß, Kaffee, Gesprächen und Studiohund. Natürlich alles nur ein Traum, eine Fiktion. Aber, wenn ich mir eine musikalische Zusammenarbeit wünschen dürfte, dann sollte sie genauso sein!

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 42

Veröffentlichungsjahr: 2022

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FÜR TED

FÜR IMMER

Inhaltsverzeichnis

Höhenflug

Größenwahn

Rosenkrieg

Ein Freund

Finale in Moll

Komm mal rüber

2 x oder 3x

Nur ein Mensch

Denkst du manchmal II

Höhenflug (Pianoversion)

Jetzt

Stille

Zwei Leben

Kein Ende

Abschied

Gedanken

Beziehungsutopie

Das kann´ s doch nicht gewesen sein

Fanfieber

Zu spät

Gedanken und Bilder

Ja, nun sitze ich hier am Küchentisch. Das ist eine Zeile aus meinem Song „Denkst du manchmal“ und das mache ich gerade. Die Sonne lacht zum Fenster rein. Es blüht und summt draußen. Es ist fast Sommer und ich steuere mit großen Schritten auf meinen Geburtstag zu. Wie ich mich dabei fühle? Entspannt! Anders! Keine Angst vor dem Alter. Keine Angst, etwas zu verpassen. Es wird sich alles finden.

Es ist schon eine seltsame Zeit. Seit gut zweieinhalb Jahren leben wir auf kleiner Flamme. Können uns nicht mehr ansteckungsfrei unseren Mitmenschen nähern. Ständig die Hoffnung, dass sich das Virus verzieht, verschwitzt, erfriert. Hat alles nicht geklappt. Wir hatten einen kalten Winter, einen heißen Sommer.…

Es mutierte und zeigte sich in neuen Varianten. Leider!!! Wenn wir Erwachsenen schon an der Kontaktarmut leiden, wie geht es dann den Kindern und Jugendlichen? Für sie sind Kontakt und sozialer Austausch doch noch viel wichtiger. Wie soll man Gefühle denn hinter einer Maske ausdrücken? Die ersten Flirtversuche zum anderen Geschlecht starten? Total unmöglich…

Aber ich schweife ab. Habe doch bald Geburtstag. Das ist immer eine besondere Zeit, Bilanz zu ziehen. Ich werde bald???, fühle mich aber deutlich jünger. Schließlich unterscheidet man ja zwischen biologischem und tatsächlichem Alter. Da klafft bei mir eine große Lücke. Habe noch keine Lust, wirklich erwachsen zu werden. Der Ernst des Lebens kommt noch früh genug oder war es die Erna? Egal, ein bisschen Spaß und Lebenslust gehören einfach dazu.

Da sitze ich hier am Küchentisch und denke darüber nach, was schon war und was noch kommen kann. Was war, war nicht immer gut. Was noch kommt, kann besser werden. Es hat sich mehr Erfahrung angesammelt, Erlebtes, das abgerufen werden kann. Man geht reifer in die Zukunft und vielleicht auch bewusster. Vielleicht auch anspruchsvoller, man nimmt nicht mehr alles hin.

Was es sicherlich zu ändern gilt, ist die familiäre Erwartungshaltung. Da hatte man schon als Zweijährige das Gefühl, mit seiner Umwelt in mehreren Sprachen kommunizieren zu müssen. Dabei ging es nicht um die eigene gesunde Entwicklung, sondern um die Außenwirkung, die ein Kind zu erzielen hatte. Nachwuchs als Statussymbol. Das perfekte Kind, klug, schön und makellos.

Das Innere des kleinen Lebewesens wurde nicht berücksichtigt. Es war ja nicht sichtbar. Leider sind diese oft nicht sichtbaren Narben prägend und werden lebenslang herumgetragen.

Als Erwachsener fragt man sich dann, woher ein gewisses Verhalten kommt und muss dann wirklich bis in die früheste Kindheit zurückgehen. Viel Arbeit für so manchen Psychoanalytiker. Dabei sollte man an sich nicht selbst, sondern die Eltern auf der besagten Couch liegen, als Verursacher.

Was bei der Erziehung im Namen der Liebe so alles angeboten und vermurkst wird, ist unbeschreiblich. Fütterung nach Uhr, nicht nach Hunger. Ist ja so furchtbar einfach.

Dann wird der Nachwuchs gerne durch „Wenn dann“ oder „Wenn nicht dann“ instrumentalisiert. Sollte dann noch keine Wirkung einsetzten, kann die Erwartungshaltung durch körperliche Züchtigung untermauert werden. Die Wände einer Wohnung sind solide gebaut. Die Tränen der Kinder trocknen schon wieder. Handelt sich sicherlich nur um eine Trotzphase…

Mit diesen Erfahrungen ist es schon schwer, sich ins Leben zu finden. Überhaupt, für sich ein Lebensziel zu entdecken, denn das Selbstvertrauen kann durch so eine elterliche Züchtigung nicht entwickelt werden.

Wie soll so ein Kind dann später selbst Mutter werden? Sicherlich nicht einfach, aber möglich. Ich habe es geschafft. Ich schweife schon wieder ab. Sollte mich erstmal mit dem zweijährigen Mädchen befassen, was ich selbst einmal war…

Habe in diesem Alter im Türrahmen gestanden und die damaligen Schlager gesungen, die ich aus dem Radio kannte. Zweimal hören, dann hatte ich den Text drauf. In Reimform kann ich mir Vieles merken. Orientierungssinn habe ich aber nicht. Ich verliere mein Auto auf dem Parkplatz. Vergesse manchmal sogar, mit welchem ich unterwegs bin. Da muss ich schon auf den Schlüssel sehen.

Na ja, im Alter von zwei hatte ich meine Bühne bereits gefunden. Wenn jetzt noch ein wenig Publikum verfügbar wäre. Wenn man seine Eltern jetzt noch von seinem Berufswunsch überzeugen könnte… Natürlich sollte ich was Anständiges Lernen. Musik wurde als brotlose Kunst angesehen- bis heute…

Ich bin leider mit zu vielen WENNS und SPÄTER aufgewachsen, so dass mein Lieblingswort JETZT heißt. Ich schiebe nichts mehr auf Morgen oder Übermorgen. Ziele werden angepeilt, Pläne umgesetzt. Umgehend….

Im Laufe des Lebens trifft man auf Menschen, die einen ein Stück seines Lebens begleiten und dann an einer Weggabelung rechts statt links abbiegen.