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Anfang des neuen Jahrtausends stürzt ein unbekanntes Flugobjekt in die Negev Wüste. Darin findet man eine menschliche Samenprobe, die keiner bekannten Rasse zugeordnet werden kann. Professor Pfeiffer von der Ben Gurion University of the Negev sorgt dafür, dass seine Haushälterin Mirjam, deren Mann zeugungsunfähig ist, mit dem geheimnisvollen Samen künstlich befruchtet wird. Dreißig Jahre später zieht der Wanderprediger Joshua mit seinen Getreuen durch Israel, das inzwischen durch Druck der Großmächte zur Bundesrepublik Palästina umgewandelt worden war und versucht mit passivem Widerstand á la Mahatma Gandhi diese beiden verfeindeten Volksgruppen zu versöhnen. Damit zieht er sich den Zorn der jüdischen Bevölkerung zu und wird wegen Landesverrat zum Tode verurteilt.
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Seitenzahl: 121
Veröffentlichungsjahr: 2014
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Hans Pürstner
I.N.R.I. 2.0
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Inhaltsverzeichnis
Titel
I.N.R.I. 2.0
I.N.R.I. 2.1
I.N.R.I. 2.2.0
I.N.R.I. 2.2.1
I.N.R.I. 2.2.2
I.N.R.I. 2.2.3
I.N.R.I. 2.2.4
I.N.R.I. 2.2.5
I.N.R.I. 2.3.0
I.N.R.I. 2.3.1
I.N.R.I. 2.3.2
I.N.R.I. 2.3.3
I.N.R.I. 2.3.4
I.N.R.I. 2.3.5
I.N.R.I. 2.4.0
I.N.R.I. 2.4.1
I.N.R.I. 2.5.1
I.N.R.I. 2.5.2
I.N.R.I. 2.5.3
I.N.R.I. 2.6.0
I.N.R.I. 2.6.1
I.N.R.I. 2.6.2
I.N.R.I. 2.6.3
I.N.R.I. 2.6.4
I.N.R.I. 2.6.5
I.N.R.I. 2.6.6
I.N.R.I. 2.7.0
I.N.R.I. 2.7.1
I.N.R.I. 2.7.2
I.N.R.I. 2.7.3
I.N.R.I. 2.7.4
I.N.R.I. 2.7.5
I.N.R.I. 2.7.6
I.N.R.I. 2.7.7
I.N.R.I. 2.7.8
I.N.R.I. 2.8.0
I.N.R.I. 2.8.1
I.N.R.I. 2.8.2
I.N.R.I. 2.8.3
Impressum neobooks
Gelangweilt drehte Omri Scheider an dem Drehknopf seines uralten Kurzwellenempfängers. Schon seit Stunden hörte er nur die üblichen Geräusche, mal ein Pfeifen, Trillern, mal ein sattes Brummen, was wohl an seinem schon etwas in die Jahre gekommenen Netzteil lag.
Doch auf einmal vernahm er ein gleichmäßiges Signal, er drehte interessiert an seinem Regler, bis er deutlich einen sich wiederholenden Morsecode vernahm.
Verstehen konnte er ihn aber nicht. Nach dem Morsealphabet ließ er sich schon mal nicht entziffern.
„Scheint wohl wieder verschlüsselt zu sein“, brummelte er etwas enttäuscht vor sich hin. Nun hatte er schon mal nach stunden langem Abhören aller möglicher Kurzwellenfrequenzen endlich etwas entdeckt und dann wusste er doch nicht was.
Omri war Frührentner. Jahrelang war er zur See gefahren. Nach der Ausbildung bei der britischen Navy als Bordfunker hatte er noch einige Jahre auf einem Boot der englischen Küstenwache gearbeitet, bis er auf Drängen seiner Frau Rachel, die wie er selbst jüdischen Glaubens war, mit der Familie nach Israel auswanderte.
Sie waren keine orthodoxen Juden, hatten aber dennoch zeitlebens davon geträumt, später mal ins gelobte Land zu übersiedeln.
Dass das warme Klima seinem chronischen Rheuma besser bekommen würde, war eine nicht unwillkommene Zugabe.
Dort hatte er schnell eine Stellung auf einem Fischtrawler gefunden, der den Großmarkt von Haifa mit frischem Mittelmeer Seafood versorgte.
Seit drei Jahren lebte er nun in Safed, einer kleinen Künstlerkolonie in Galiläa, nordöstlich von Haifa, schlecht und recht von seiner Erwerbsunfähigkeitsrente.
Seine Frau hatte ihn schon vor Jahren verlassen, zu selten war er berufsbedingt zu Hause gewesen. Seine zwei Töchter hatten ihn so selten gesehen, dass diese ihn eher wie einen Onkel betrachteten denn als Vater. Irgendwann war die Freundschaft Rachels zu ihrem Nachbarn Gal so eng geworden, dass selbst Omri nicht mehr die Augen davor verschließen konnte, dass es einen ernstzunehmenden Nebenbuhler gab.
Auf langen Streit hatte er sich nicht einlassen wollen und sich sehr schnell gütlich auf eine Scheidung geeinigt. Die Mädels waren mittlerweile aus dem Haus und verdienten ihr eigenes Geld, somit brauchte er auch keine Alimente mehr zu zahlen.
Das Funksignal ließ ihm keine Ruhe.
Unablässig wiederholte sich die Tonfolge, dreimal lang, einmal kurz, zweimal lang und sechsmal kurz. Klar und deutlich war es zu vernehmen, es konnte also nicht allzu weit entfernt sein.
Omri beschloss daher, seinen alten Freund Jonathan anzurufen. Ihn hatte er bei einer Schulung der israelischen Schifffahrtsbehörde kennen gelernt damals, kurz nach der Umsiedlung nach Israel.
Jon war ebenso wie er ein begeisterter Amateurfunker und hin und wieder tauschte man interessante Frequenzen miteinander aus. Beim gleichzeitigen Anpeilen würde man so vielleicht den Standort des geheimnisvollen Senders ausfindig machen können.
Er nahm sein Mobiltelefon zur Hand und wählte seine Nummer.
The number you called is temporarly not available bekam er als Antwort. „Nicht mal die Mailbox hat er eingeschaltet“ brummelte er und schrieb ihm halt dafür eine SMS, das heißt, er versuchte eine zu schreiben.
Jahrzehntelang hatte er zwar als Funker mit technischen Apparaten zu tun gehabt, doch als er schließlich in Frührente ging, waren die alten liebgewordenen Geräte gerade erst von den modernen Digitalempfängern abgelöst worden.
Deshalb war ihm die Bedienung all dieser neumodischen Sachen noch immer ein Gräuel.
„So ein Mist, schon wieder hab ich die falsche Taste gedrückt und der Text ist weg. Jetzt kann ich alles noch einmal eingeben“, seufzte er missmutig. Mit all den Drehknöpfen früher war er halt wesentlich besser zurechtgekommen.
Nach einigen missglückten Versuchen schaffte er es doch noch, seinem Freund die Frequenz durchzugeben und bat ihn zurückzurufen, damit man einen Versuch starten konnte, die unbekannte Signalquelle anzupeilen.
Schon einige Minuten später klingelte sein Telefon und am Apparat war sein Freund.
„Hallo Jon, schön dass du gleich angerufen hast. Kriegst du das Signal auch rein? Ich höre es klar und deutlich, so deutlich, dass es mir fast unheimlich ist!“
„Ja, Du hast recht, Omri“, antwortete Jonathan, „mir kommt das auch eigenartig vor. Ob sich da jemand einen Scherz erlaubt mit uns?“
„Das mit dem Anpeilen lassen wir lieber sein, Jon!“ antwortete Omri. „Wer weiß, was da dahintersteckt. Irgendwie hab ich ein ungutes Gefühl. Es ist ja eine der Frequenzen, die wir nicht benutzen sollen. Ich kenne da jemand von früher, der arbeitet jetzt bei der Flugsicherungsbehörde der Armee. Den werde ich morgen gleich anrufen, vielleicht kann er das ja an eine entsprechende Stelle weitergeben“.
Man plauderte noch ein wenig von alten Zeiten und mit gegenseitigen Versprechen sich bald wieder zu melden, legten die Beiden auf.
Schlaftrunken schlich Omri zur Haustür. „Ja, ja, ich komm doch schon!“ rief er ärgerlich, weil das Klingeln einfach kein Ende nehmen wollte. Bevor er überhaupt den Sicherheitsriegel an seinem Schloss vernünftig zurückschieben konnte, rissen ihm seine Besucher schon die Tür auf.
„Halt, halt, Sie machen mir ja mein Türschloss kaputt!“ schimpfte er.
Doch die drei Herren, einer davon in Zivil und zwei mit der Uniform der israelischen Militärpolizei drängten ihn ungeduldig, endlich seine Tür richtig zu öffnen.
Danach stürmten sie sofort polternd in die Wohnung, ohne sich vorzustellen.
Der Zivile zückte nun immerhin ganz kurz seinen Ausweis, aber bevor Omri ihn überhaupt näher betrachten konnte, hatte der die kleine Plastikhülle schon wieder weggesteckt.
„Sie haben gestern ein Funksignal auf einer Militärfrequenz aufgefangen, wissen Sie nicht, dass das verboten ist? Dies kann Sie ihre Amateurfunklizenz kosten!“, blaffte er Omri an.
Omri nahm es mit den Frequenzen nicht immer so genau, wenn er stundenlang gelangweilt in der unendlichen Weite des Kurzwellenfunks rumsuchte. Offensichtlich war es nicht besonders schlau gewesen, seinen Freund zu informieren. Dass ihm dieser jedoch gleich solche Schwierigkeiten bereiten würde, war ihm nicht in den Sinn gekommen.
„Ich wollte doch nur meine staatsbürgerliche Pflicht tun und die zuständigen Stellen informieren. Was habe ich denn verbrochen, dass Sie gleich ein so grobes Geschütz auffahren?“ verteidigte er sich vehement, wenngleich er doch ein wenig schuldbewusst war.
Der Fremde winkte unwirsch ab und wies einen seiner uniformierten Begleiter an, ihm ein mitgebrachtes Formular auszuhändigen.
„Dies ist ein gerichtlicher Beschluss, der Ihnen bis auf weiteres verbietet, Ihr Funkgerät zu benutzen. Ich werde jetzt den Hauptschalter abklemmen und das Gerät versiegeln.“
Ohne weitere Erklärung tat er wie versprochen und stürmte grußlos aus dem Raum, mit ihm die beiden MP.
Der Landrover kam von einem Militärstützpunkt nahe Har Sagi in der Negev-Wüste, südwestlich von Mizpeh Ramon. Ein Unteroffizier und sein Fahrer fluchten leise vor sich hin. Kurz vor dem Mittagessen hatten sie den Auftrag bekommen, an eine nur durch Funkkoordinaten angegebene Stelle mitten in der Wüste zu fahren. „Ich weiß auch nicht, wonach wir suchen sollen!“, schimpfte Hauptmann Schneider, „alles, was ich gehört habe ist, dass dort ein unbekanntes Objekt seit zwei Tagen Funksignale aussendet, die angeblich niemand entschlüsseln kann.“ Diese Antwort konnte aber die Laune des Fahrers auch nicht unbedingt verbessern, sein Magen knurrte und er war nur noch froh, vor diesem überaus hektisch angeordneten Auftrag seine Thermosflasche mit Tee eingepackt zu haben.
Nach ungefähr einer Stunde Fahrt auf unbefestigten Wegen erreichten sie das vorgegebene Ziel.
„Nichts zu sehen, war wohl wieder ein blinder Alarm von so einem Übereifrigen in der Leitstelle“ schimpfte der Hauptmann. Sein Fahrer sagte lieber nichts und sucht angestrengt die Umgebung nach irgendeinem Gegenstand ab. Je schneller sie etwas finden würden, umso eher könnte man wieder zurück in den im Vergleich zu dieser unwirtlichen Stelle doch schon wieder komfortablen Stützpunkt fahren. Er schirmte mit der rechten Hand seine Augen gegen das grelle Sonnenlicht ab und blinzelte mehrmals ungläubig, als er tatsächlich einen metallisch in der Sonne glänzenden Gegenstand sah. „Herr Hauptmann, da, sehen Sie es?“ rief er aufgeregt zu seinem Begleiter gewandt und deutete in die Richtung, aus der die Spiegelblitze kamen. „Ja, jetzt sehe ich es auch“, antwortete dieser und beide rannten los.
Keuchend stoppte der Fahrer, der als erster an der fraglichen Stelle angelangt war und blickte ungläubig auf das kegelförmige Metallding im Sand. „Was soll das denn sein?“ rief er, „So etwas hab ich noch nie gesehen!“. Inzwischen war sein Beifahrer endlich dazugekommen und wies ihn an, nichts zu berühren. „Wir machen jetzt erst mal ein Foto mit der Digitalkamera und gehen zum Wagen zurück. Dort speichern sie die Aufnahmen auf unserem Laptop und schicken das Bild mit als Email Anhang zur Leitstelle.“ Kurze Zeit, nachdem sie die Mail mit den Bildern abgeschickt hatten, meldete sich Major Levy, der Vorgesetzte Schneiders und wies ihn an, den Fundort abzusichern und nichts anzufassen. „Wir schicken einen Helikopter mit einem Strahlenexperten. Scheint wohl ein abgestürzter Militärsatellit zu sein. Wenn Sie zurückkommen, gehen sie beide erst mal zum Arzt und lassen sich auf radioaktive Verseuchung untersuchen! Bis dann!“ Moran Sagal, sein Beifahrer guckte erschrocken, als Schneider ihm den Inhalt des Funkspruchs mitgeteilt hatte. „Ab morgen hab ich doch meinen Resturlaub genehmigt bekommen, da wollte ich nach Haifa zu meiner Freundin!“
„Daraus wird wohl nichts werden, Turaj Sagal, tut mir leid. Morgen müssen wir zum Arzt, wer weiß, wie lange die wohl brauchen werden, um uns durchzuchecken!“
Moshe Pfeiffer, emeritierter Professor für Metallurgie an der Ben Gurion University of the Negev kratzte sich nachdenklich am Kopf. Die Universität versteht sich als Brücke zwischen Akademie, Industrie, Israel und der sich entwickelnden Welt und beinhaltet vier Fakultäten. Ingenieurwissenschaft, Gesundheitswesen, Naturwissenschaft sowie Geistes- und Sozialwissenschaft. Pfeiffer hatte gerade einen mysteriösen Anruf seines ehemaligen Dekans erhalten. „Moshe“, hatte der aufgeregt ins Telefon gebrüllt, „du musst sofort hierher kommen! Der militärische Geheimdienst ist bei mir im Büro. Die haben ein seltsames Ding in der Wüste gefunden, sieht aus wie ein abgestürzter Satellit. Aber alle Nachfragen bei den Amis und den Russen haben nichts gebracht. Auch die Chinesen wissen nichts von einem verloren gegangenen Flugkörper.“ Pfeiffer fragte verwundert zurück „Was hab ich denn mit Satelliten zu tun?“ „Das ist es ja, Moshe“, antwortete der Dekan, „neben den Funksignalen, die er aussendet und die bisher von niemand dechiffriert werden konnten, hat auch eine erste Untersuchung des Behälters ergeben, dass eine solche Metall-Legierung völlig unbekannt ist. Du bist der einzige, den ich kenne, der das Rätsel lösen kann. Bitte setz dich sofort in deinen alten Peugeot und hilf uns!“ „Das ist ja wieder typisch für diese Geheimagenten“ schimpfte er. „Bei unserem letzten Zusammentreffen vor acht Jahren haben sie mich noch so was von hochnäsig behandelt, wie einen Schuljungen. Und jetzt, wo sie nicht mehr weiter wissen, bin ich auf einmal gut genug für diese Pseudo- James Bonds!“ Trotzdem war sein Jagdinstinkt geweckt. Besonders wohl fühlte er sich sowieso nicht, seit er vor knapp zwei Jahren seinen Uni Job an den Nagel gehängt hatte. Einmal Forscher, immer Forscher. Und zu Hause den Gartenzaun zu reparieren oder für seine Frau die Einkäufe zu erledigen, das war ihm einfach zu wenig Herausforderung. „Eine unbekannte Metall-Legierung, da bin ich ja gespannt“, murmelte er vor sich hin, während er seine kleine Lederreisetasche packte mit dem nötigsten Zeug, um ein paar Tage über die Runden zu kommen.
Hauptmann Schneider und Turaj Sagal saßen ziemlich nervös auf der Bank vor dem Labor der Sanitätsabteilung. Moran Sagal hoffte immer noch, rechtzeitig zum Geburtstag seiner Freundin nach Hause zu kommen. Seinen Kurzurlaub hatte er notgedrungen schon um einen Tag verschieben müssen, aber was war ihm anderes übrig geblieben.
Womöglich waren sie ja beim Fund des abgestürzten Satelliten radioaktiv verstrahlt worden. So wäre er selbst auch eine Gefahr für alle jene gewesen die er bald besuchen wollte. Von seiner eigenen Gesundheit gar nicht zu reden.
Vor einer Stunde hatte man ihnen eine Blutprobe entnommen und ihren Körper mit dem Geigerzähler abgetastet. Auf ihre drängenden Fragen hatte man ihnen nur missmutig geantwortet und auf den Befund nachher verwiesen.
Endlich öffnete sich die Tür und Yaarit, die kleine schwarzhaarige medizinische Assistentin der Krankenstation kam aus der Tür des Labors.
„Sie sollen zum Oberarzt kommen!“, rief sie und lächelte dabei Moran verschmitzt zu. Das schien wohl ein gutes Zeichen zu sein, dachte Turaj weil sie ja wohl mit-bekommen haben musste, ob der Test positiv oder negativ ausgefallen war.
„Man hat mich zur absoluten Verschwiegenheit verpflichtet. Ich weiß auch nicht, warum die da oben so ein Geheimnis draus machen?“ erklärte der Oberarzt seinen beiden Besuchern.
„Auf jeden Fall brauchen Sie sich keine Sorgen wegen gesundheitlicher Schäden zu machen. Hier sind zwei Schachteln mit Jodtabletten, nur zur Vorsicht.
Nehmen Sie die laut den Angaben auf der Packungsbeilage ein und melden Sie sich in einer Woche wieder im Labor.
Dann machen wir noch mal eine Blutprobe.“
Sprach´s und wies den zwei Soldaten höflich aber bestimmt die Tür.
„Da bist du ja endlich, Moshe!“, rief Dekan Fleisher erleichtert, als sein ehemaliger Professor in das Büro trat.
„Darf ich vorstellen, Major Levy von der Armee, die Herren Trotzki und Summer vom Geheimdienst. Die sind so geheim, dass sie mir außer ihrem Namen nichts verraten haben. Wahrscheinlich stimmen die ja auch nicht“, beendete er seine Vorstellung mit einem kleinen Seitenhieb auf die ungewöhnlichen Besucher.
Diese zuckten nur unwillig mit ihren Schultern und Major Levy übernahm es, Pfeiffer einzuweisen.
„Wir haben schon viel zu viel Zeit verloren, das ist hier kein Spaß! Es geht nicht darum irgendwelche tollen Experimente durchzuführen, sondern wir müssen so bald wie möglich wissen, woher dieser rätselhafte Fund stammt. Ich habe vom Verteidigungsministerium den Auftrag erhalten, eine Expertenkommission zusammenzustellen. Sie, Herr Professor, hat man uns als d i e Koryphäe der Wissenschaftler vorgestellt, die sich mit Metallen auskennen.“
Verlegen kratze sich der alte Mann am Kopf.
„Sicherlich habe ich in meiner Laufbahn so einiges erforscht. Aber nur vom bloßen Anschauen kann ich bei eurem Fund wenig ausmachen. Für die Untersuchung muss ich ja eine Materialprobe nehmen. Ist denn der Satellit oder was immer es ist, schon geöffnet worden?“ fragte er in die Runde.
„Das ist es ja gerade“, meldete sich nun einer der beiden Geheimen zu Wort, „auch der Verschluss ist uns total rätselhaft.
„Es sieht so aus wie ein überdimensionales Straußenei aus einem glänzenden Metall, bisher haben wir keine Idee, wie wir das verdammte Ding aufkriegen sollen!“
