Ich will nicht mehr lieb sein! - Peter Ferdinand Steinberg - E-Book

Ich will nicht mehr lieb sein! E-Book

Peter Ferdinand Steinberg

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Beschreibung

Gegen alle Widerstände zu einem selbstbestimmten Leben finden: Peter Ferdinand Steinberg zeigt, dass und wie das möglich ist. Im verstockten Klima der Adenauer-Ära erlebt die Hauptfigur seiner autobiographischen Geschichte eine Kindheit, in der Schläge an der Tagesordnung waren und es keine Antworten auf seine Fragen gab - auch von Gott nicht. Mit Wissensdrang und rebellischem Geist gelingt es ihm, sich aus religiösen und familiären Bindungen zu lösen, den Kreislauf der Gewalterfahrungen und Frustrationen zu überwinden und trotz bildungsferner Herkunft Akademiker zu werden. Kein Spielball der Zufälle mehr sein, sondern Regie über sein Leben führen - das Buch ist ein Plädoyer für den freien Willen. Zugleich entfaltet es ein lebendiges Porträt Westdeutschlands - von den autoritären 50ern über die Revolte der 60er und 70er bis zur Ernüchterung der 80er Jahre.

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Seitenzahl: 246

Veröffentlichungsjahr: 2019

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Wie die Auseinandersetzungen mit Glaube, Erwartungen und Realität mein Leben begleiteten

Inhaltsverzeichnis

Prolog

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Kapitel 16

Kapitel 17

Kapitel 18

Kapitel 19

Kapitel 20

Kapitel 21

Kapitel 22

Kapitel 23

Epilog

Prolog

Ich kenne viele Menschen, die sich niemals in ihrem Leben mit philosophischen Themen auseinandergesetzt haben, nie nach Sinn gefragt oder über die Existenz Gottes nachgedacht haben, sie suchten auch nicht nach Wahrheit. Es hat sie nicht interessiert, weil Alltägliches wichtiger schien, oder sie kamen nach kurzem Nachforschen zu dem Ergebnis: Das ist ein Fass ohne Boden, da verliere ich mich. Oder sie brauchten das nicht, weil sie, basierend auf übernommenen Traditionsmustern, ein sicheres, früh eingeübtes, erlerntes und fest eingeprägtes religiöses Weltbild hatten, das ihnen Wahrheiten lieferte und das sie nie anzweifelten.

Ich hingegen glaubte lange Zeit, dass meine schon früh beginnende Suche nach Sinn und Wahrheit primär mit Wissbegierde allgemein zu tun hätte; ich wollte den Dingen auf den Grund gehen, um nicht nur glauben zu müssen, sondern Wahrheit zu erfahren. Meine Wahrheitssuche war, in meiner frühen Kindheit beginnend, ein langer, beschwerlicher Weg mit dem vordergründigen Ziel, vor allem mich und meine Familie, in meiner kleinen, begrenzten Welt, richtig einordnen und verstehen zu können. Dieses Bedürfnis entstand aus Unsicherheit und Verwirrung, weil mein Umfeld, meine Familie anscheinend anders war als das der übrigen Kinder.

Mit Erkenntnis wollte ich vor allem Sicherheit gewinnen. Wie kommt man aber zu sicherheitsstiftender Erkenntnis, wenn man als Kind vorerst nur die Möglichkeit der Wahrnehmung hat und nicht die des Erkennens? Wenn die Interpretationen der Wahrnehmungen des täglichen Erlebens fast ausschließlich auf subjektive Gedanken und Emotionen angewiesen sind und auf die Erfahrungen, die Ansichten und das Verhalten der umgebenden Erwachsenen?

Dies ist ein sehr persönliches Buch. Mag sein, dass die primäre Motivation, es zu schreiben und zu veröffentlichen, eine mir eigene narzisstische ist. Es ist aber auch möglich, dass ich mit der Erzählung, wie mir das Leben zuerst nur »passiert« ist und wie es mir dann aber gelang, Einfluss auf mein Handeln zu gewinnen, andere zum Nachdenken bringt. Vor allem Mitmenschen, die Kinder erziehen wollen (oder müssen). Vielleicht helfen die Erfahrungen meiner ersten Lebenshälfte auch denen ein klein wenig, die ebenfalls nach Sinn und Erkenntnis suchen, und denen, die vielleicht fühlen oder wissen, dass sie anders leben wollen, nämlich selbstbestimmt und mit Würde.

Kapitel 1

Ich wurde nicht mitten im Zweiten Weltkrieg in einem Luftschutzbunker in Dresden, Hamburg oder einer anderen deutschen Stadt geboren. Nicht im Mittelalter zur Zeit der Pest. Ich kam auch nicht wie mein Freund Gerd 1945 auf einem holprigen Wagen auf der Flucht aus Ostpreußen in den Westen auf die Welt. Die äußeren Umstände, die zu meinem Eintreten in die Welt geführt hatten, hätten also viel schlimmer sein können. Meine Mutter gebar mich im Februar 1948 in einem Krankenhaus im zerbombten Wuppertal. Die Vorgeschichte meiner Entstehung war keine, die einem Beobachter von außen den Eindruck vermittelt hätte: Diese Verbindung wird eine Erfolgsgeschichte. Betrachtet man die beteiligten Personen und deren innere Verfassungen, kommt man eher zu der gegenteiligen Meinung.

Meine Mutter Paula lebte in einem kleinen Dorf in der Nähe von Alsfeld, in Hessen. Ihr Zuhause war ein kleiner Bauernhof, der schon seit Generationen ihren Vorfahren Heimat und Nahrung gegeben hatte. Sie wurde im März 1920 in diesem Haus geboren, und im Abstand von jeweils drei Jahren wurde ihre Familie ergänzt durch eine Schwester und einen Bruder.

Nach den Erzählungen meiner Mutter gab es in ihrer Familie kein harmonisches, glückliches Zusammenleben. Es waren bäuerliche Strukturen und hierarchische Verhältnisse, in denen sie sich befand. Der Vater war das Oberhaupt, er hatte den Hof als Ältester geerbt, und seine sechs Geschwister mussten, als sie im entsprechenden Alter waren, neue Existenzen aufbauen. Erbteilung gab es in diesem Landstrich nicht. Emanzipation der Frauen war hier und zu dieser Zeit unbekannt, und obwohl meine Mutter zu den Besten in der Schule gezählt hatte, war ihr klar, ich darf keinen Beruf erlernen, sondern muss als Arbeitskraft auf dem Hof mitarbeiten. Sie musste wie alle anderen gehorchen und sich dem Willen des Vaters unterordnen. Das würde so lange gehen, bis sie ab einem bestimmten Alter – wahrscheinlich um die zwanzig – einen Mann kennenlernen würde, mit dem sie dann eine eigene Familie gründen konnte.

Warum das in ihrem Fall nicht klappte, lag vermutlich hauptsächlich an zwei Gründen. Zum einen herrschte Krieg, als sie zwanzig war, und die meisten Männer in ihrem Alter wurden eingezogen, waren außer kurzen Heimaturlauben jahrelang nicht da; letztlich kam nur rund ein Viertel von ihnen überhaupt mit dem Leben davon. Dazu kamen viele von den Überlebenden erst Monate oder Jahre später aus der Kriegsgefangenschaft zurück.

Der zweite Grund war das Verhalten ihres Vaters. Als Familienoberhaupt hatte er auch ein Mitspracherecht bei der Partnerwahl meiner Mutter, und – wie sie mir später oft erzählte – es wäre ihm keiner der potenziellen Kandidaten recht gewesen. Sie war am Ende des Krieges 26 Jahre alt, die meisten der für sie infrage kommenden Männer waren gefallen, noch in Gefangenschaft oder aber vergeben, weil ihr Vater sich verhindernd eingemischt hatte. Da gab es keine große Auswahl mehr für sie – andererseits wollte sie auf keinen Fall eine sogenannte Vernunftehe eingehen mit einem »Übriggebliebenen« oder einem von anderen vermittelten »komischen Kerl«.

Nicht nur dadurch herrschte permanent schlechte Stimmung im Hause. Meine Mutter fühlte sich schon seit Jahren als ausgenutzte und lieblos behandelte Magd. Ihre Schwester war der Liebling ihrer Mutter. Sie drückte sich, wo es nur ging, vor der Arbeit auf dem Hof, war kränklich und hatte meist einen oder beide Arme mit weißen Binden umwickelt, hatte undefinierbare Schmerzen und konnte daher nicht mitarbeiten. Mein Onkel Erwin, das Nesthäkchen, war als Junge sowieso der Liebling des Vaters und anfangs noch zu jung für die bäuerlichen Arbeiten. Später in der Hitlerjugend wollte er – wie viele Jungs damals – unbedingt Soldat werden, um dabei zu sein, wenn die Welt erobert würde. Er muss sich wohl öfters beworben haben, wurde aber erst noch als zu jung und mit 1,60 Meter Körpergröße auch als zu klein befunden. Erst in den letzten Kriegstagen, als jeder gebraucht wurde, der halbwegs infrage kam, wurde er noch eingezogen. Nur ein paar Tage später ist er bei Odessa im Alter von 18 Jahren gefallen.

Jedenfalls spitzten sich in der Nachkriegszeit die täglichen Streitereien zwischen meiner Mutter und ihrem Vater immer mehr zu und gipfelten in dem Satz, den sie ihm förmlich entgegenschleuderte: »Eins sag ich dir jetzt: Den Nächstbesten, der auftaucht, den heirate ich, und verlasse euch mit ihm, dann könnt ihr sehen, wie ihr hier zurechtkommt«! Sie wollte nicht mehr als billige Magd behandelt werden; ihr Entschluss, das Elternhaus zu verlassen, stand fest.

So beschrieb sie mir später das damalige Klima in ihrer Familie. Wohl nur kurze Zeit später trat das ein, was sie ihrem Vater angekündigt hatte: der »Nächstbeste« tauchte auf, mein zukünftiger Vater Gerhard. Ihn hatten die Nachkriegswirren nach seiner russischen Gefangenschaft in die Gegend geführt. Die deutschen Städte – so auch seine Heimatstadt Wuppertal – waren mehr oder weniger zerstört, und unter Kriegsheimkehrern hatte sich die Möglichkeit herumgesprochen, vorerst bei Bauern als Knechte oder Gehilfen unterzukommen. So konnten sie überleben und abwarten, was die Zukunft bringen würde. Einer von Gerhards Kriegskameraden stammte aus diesem kleinen Ort und hatte ihm angeboten: »Du kannst erst mal zu uns auf den Hof kommen, Arbeit ist immer da.«

Jetzt verwirklichte sich der Vorsatz meiner Mutter wie von selbst, denn die beiden verliebten sich ineinander, und sie wurde schwanger. Nun stand die Entscheidung an: entweder zusammen mit meinem Vater in ihrem Heimatort bleiben oder wegziehen, weg vom Vater, dem alten Meckerer und Tyrannen! Ihr Bruder Erwin, der der männliche Erbe des Hofes gewesen wäre, war im Krieg gefallen, daher kam, als Möglichkeit für eine Familiengründung, auch der Hof ihres Vaters in Betracht. Mein Vater war gelernter Konditor, aber er hätte sich eventuell auch in die Landwirtschaft einarbeiten und zusammen mit ihr den Hof des Vaters übernehmen können.

Ich habe oft darüber nachgedacht, welche Entscheidungen damals getroffen wurden und welche Motive diese Entscheidungen beeinflussten. Ich kenne diesen Zeitabschnitt nur aus bruchstückhaften und emotional gefärbten Erzählungen meiner Mutter. Sie lassen ganz klar erkennen, dass meine Mutter nach Selbstbestimmung strebte und sich aus der Fremdbestimmung, ja Tyrannei ihres Vaters befreien wollte. Doch wird die Möglichkeit zur Selbstbestimmung eines jeden sowohl durch äußere wie durch innere Zustände beeinflusst oder geprägt – und so dachte ich viel darüber nach, welche Faktoren ihr damaliges Handeln beeinflusst haben mochten. Welches war ihre Idee von Selbstbestimmung, hatte sie überhaupt eine, oder war es eher eine Flucht, emotional und kopflos? Ist ein Mensch, der in solch einer Umgebung und Gesellschaft aufwächst, in der Lage, eine innere Vorstellung zu entwickeln, die als Konsequenz zu einer Abwendung von diesen Verhältnissen führt?

Der Satz »Den Nächstbesten, der auftaucht, den heirate ich und verlasse euch mit ihm« zeigt doch ganz deutlich, dass meine Mutter sich nur eine Form der Selbstbestimmung vorstellen konnte, nämlich die, zusammen mit einem Ehepartner ihr Leben zu ändern. Eine eigene Familie gründen sollte der Ausweg sein. Als Frau in dieser Zeit und dieser Umgebung und ohne eigenständigen Beruf hatte man nur wenig andere Möglichkeiten, Selbstbestimmtheit zu erlangen. Es gab auch in dieser Zeit Berufe oder Tätigkeiten, die eine Frau erlernen und ausüben konnte: zum Beispiel Näherin, Küchenhilfe, Krankenschwester, Kindergärtnerin. Aber sie war jetzt 26 Jahre alt, und ich vermute, die Vorstellung, irgendwo im Lande auf sich alleine gestellt, mit irgendeiner Tätigkeit ganz neu anzufangen war für sie keine Option, zumindest war dafür keine innere Motivation vorhanden. In ihrer Vorstellung heirateten Frauen irgendwann einmal und gründeten eine Familie. Meist kam auch der Nachwuchs zuerst – gewollt oder ungewollt – und initiierte damit einen Entscheidungsprozess. Also wurde die innere Willensbildung geprägt durch Erziehung und Gesellschaft; ihr kam gar nichts anderes in den Sinn, als sie ihrem Vater damals den Gehorsam aufkündigte.

Ob hauptsächlich meine Mutter die Entscheidung, von dort wegzugehen, herbeigeführt hatte, weiß ich nicht. Vermutlich wollte mein Vater, der aus städtischen Verhältnissen stammte, nicht unbedingt Bauer werden, und so kam es, dass die beiden nach Wuppertal zogen und dort zusammen mit den Eltern meines Vaters und seinem Bruder in einer kleinen, engen Wohnung lebten. In Wuppertal hatte mein Großvater Ferdinand erfahren, dass junge Männer in einer Kurzausbildung zu Verkehrspolizisten umgeschult werden konnten. Diese Chance ergriff mein Vater.

Sobald es seine Verdienstverhältnisse erlaubten, zogen meine Eltern mit mir um in eine eigene, winzige Wohnung, mit einer Wohnküche und einem Schlafzimmer, in einem Haus, in dem noch zwei andere Familien wohnten. Es gab kein Bad, nur ein Waschbecken auf dem Flur, und die Toilette war einen halben Stock tiefer im Treppenhaus gelegen.

Mein episodisches Gedächtnis beginnt ungefähr mit drei Jahren, in dieser Wohnung und in dieser Umgebung. Schon von da an kann ich mich an viele Situationen und Gegebenheiten deutlich erinnern. In meiner Erinnerung gab es zuerst normale, ruhige, harmonische und glückliche Zeiten! Jedoch fing für mich das Leben – kaum, dass ich es bewusst wahrnahm – an, unerklärlich zu werden, es erzeugte in mir Angst und Unsicherheit. Die Ehe meiner Eltern schien nicht besonders glücklich zu sein, und wenn mir auch dieses oder jenes nur wie eine ferne, blasse Erinnerung erscheint, die handfesten Streitigkeiten der beiden, ihre lauten Schreie und aggressiven Auseinandersetzungen, die oft in Schlägen endeten, waren schockierend für mich, ich habe sie auch heute noch klar vor Augen. Anscheinend waren ihre Konflikte so groß, dass sie meine Anwesenheit vergaßen. Ich saß dann oft wimmernd und weinend in einer Ecke und konnte nicht begreifen, was direkt vor meinen Augen vor sich ging, ja dass die beiden Menschen, die ich liebte, sich anschrien und aufeinander einschlugen. Ich suchte nach Erklärungen, aber es gab keine! Meine Mutter nahm mich danach in den Arm, um mich zu trösten, obwohl sie immer noch zitterte und selbst vielleicht Trost gebraucht hätte.

Mein Vater hatte ein Verhältnis mit einer, wie meine Mutter sich ausdrückte, Bardame, er trank viel und kam abends oft nicht nach Hause. Meine Mutter war eine stolze Frau und schien durch das Verhältnis meines Vaters zu einer anderen zutiefst verletzt. Es gab wohl auch Tage oder Wochen, in denen er abends zu Hause blieb und sich fest vornahm, die Liaison zu beenden. Er war fünf Jahre jünger als meine Mutter und brachte bei lautstarken Auseinandersetzungen laut schreiend hervor: »Ich war im Krieg und in Gefangenschaft, ich habe doch noch gar nicht richtig gelebt!«

Später erfuhr ich, dass er bei der SS war und wohl an schrecklichen Taten beteiligt gewesen sein musste, vielleicht auch an Erschießungen teilgenommen hatte, denn meine Mutter erzählte, dass er in den ersten Jahren ihrer Ehe nachts sehr oft Albträume hatte und laut schrie, bis er schweißnass erwachte. Dass er als SS-Mann die russische Gefangenschaft überlebt habe, sei ein Wunder. Dreimal sei er geflüchtet, wieder eingefangen und halbtot geprügelt worden. Geredet habe er über diese Kriegserlebnisse jedoch nie.

Ich erinnere mich, dass meine Mutter und ich vor einer Bar standen, in der mein Vater oft feierte, und sie zu mir sagte: »Dein Papa ist da drin, geh doch mal rein und hol ihn!« Ich war noch keine vier Jahre alt und traute mich nicht so richtig, aber sie hatte schon die Tür geöffnet und schob mich hinein. Als ich geradeaus in die Bar stolperte, sah ich ihn gleich am Tresen mit einer anderen Frau sitzen. Welche Worte ich herausbrachte, weiß ich nicht mehr, mein Vater nahm mich auf den Schoß und kaufte mir eine kleine Tafel Schokolade. Er sagte kein einziges Wort, zahlte, und wir gingen nach draußen. Die beiden haben, bis wir zu Hause ankamen, auch kein Wort mehr gesprochen, sie putzten nur dauernd ihre Nasen.

Alle Versöhnungen hielten nur kurzfristig, ihre guten Vorsätze scheiterten, ihre Streitigkeiten eskalierten immer mehr und gipfelten in einem schlimmen Erlebnis, dass die beiden vor mir verheimlichen wollten. Nach wüsten Streitereien, die ich nur vom Flur aus hörte – sie hatten mich rausgeschickt –, standen beide im Schlafzimmer aneinandergelehnt, in Tränen aufgelöst, und als ich um die Ecke aus der Küche hereinkam, hörte ich die Worte meines Vaters: »Komm, lass uns nach unten gehen und die Sache beenden!« Auf der mir abgewandten Seite der beiden sah ich seine Pistole, die er nach unten hielt. Meine Mutter bettelte und flehte um unser Leben: »Bitte, bitte, Gerd, er ist doch noch so klein, er kann doch nichts dafür, bitte tu das nicht!«

Er tat es nicht, aber ich schätze, dass dieses Erlebnis für meine Mutter der letzte Anlass war, ihren Mann zu verlassen. Ihr blieb nichts anderes übrig, als wieder zurückzuziehen in das kleine Dorf, in ihr Elternhaus, zu ihrem Vater, dem alten Bestimmer. Diesen Entschluss hat sie später oft bereut, da sie aber ohne Beruf nicht selbstständig leben konnte und ein kleines Kind zu versorgen hatte, musste sie diesen fatalen Schritt tun. »Hätte ich gewusst, was alles auf uns zukommt, wäre ich bei ihm geblieben, hätte erst mal alles ausgehalten und darauf gehofft, dass er sich ändert, dass sich alles normalisiert.« Diesen Satz hat sie später oft geäußert.

Ich liebte meinen Vater sehr, aber ich hatte auch Angst vor ihm, denn manchmal machte er sich einen Spaß daraus und erschreckte mich und meinen Freund Hans-Peter, indem er mit einer Gasmaske auf dem Kopf ins Zimmer kam. Wenn er die Luft ausstieß, entwich sie durch einen labberigen Gummispalt an der Nase mit einem furchtbaren Geräusch. Wir waren vor Angst so panisch, dass wir laut schreiend unter das Sofa krochen. Wenn ich etwas vermeintlich Schlimmes angestellt hatte, musste ich mich auf einen Küchenstuhl stellen, die Hose wurde runtergezogen, und er verpasste mir zwei bis drei Schläge auf den nackten Hintern. Das war zwar schlimm, aber furchtbarer war, dass er mich manchmal in den dunklen, fensterlosen Speicher sperrte und die Türe von außen abschloss.

Ich kann mich nur an ein Ereignis erinnern, was in die Kategorie »Schlimmes angestellt« passen könnte. Ich hatte Hans-Peter dazu überredet, mit mir zusammen auf meinem Tretroller zu meiner Oma zu fahren, die ungefähr drei bis vier Kilometer entfernt in der alten Wohnung in der Bandwirkerstraße wohnte. Ich war mit meinen Eltern am Tag zuvor bei den Großeltern gewesen und hatte mitbekommen, dass Oma am nächsten Tag Kartoffelpuffer mit Apfelmus backen wollte. Das war ein Leibgericht von Hans-Peter und mir. Ich kannte die Strecke durch Wuppertal-Ronsdorf trotz meiner erst drei bis vier Jahre auswendig, nur die Ampelkreuzungen waren ein bisschen schwierig zu meistern. Als wir bei Oma ankamen und sie erfuhr, dass wir losgefahren waren, ohne den Eltern was zu sagen, war sie furchtbar erschrocken und sagte: »Macht euch gleich wieder ab nach Hause! Kartoffelpuffer habe ich sowieso keine mehr! Eure Mütter werden schon nach euch suchen!«

Tatsächlich, unsere Mütter waren vor Sorge völlig aufgelöst und glaubten uns erst nicht, wo wir gewesen waren. Hans-Peter bekam drei Tage Stubenarrest, ich musste sofort ins Bett, und Mutter wollte sich abends, wenn mein Vater kam, mit ihm beraten, wie meine Strafe ausfallen sollte. Ich bekam diesmal keine Schläge, sondern ebenfalls Stubenarrest. Das war für uns Kinder auch eine harte Strafe, spielten wir doch fast immer nur draußen.

Kapitel 2

Dass sie wieder kleinlaut und gescheitert ins Elternhaus zurückkehren musste, empfand meine Mutter als schlimme Demütigung, und in den folgenden Jahren gestaltete sich unser gemeinsames Leben meist als bedrückende, nicht enden wollende Odyssee. Mein Vater hatte uns mit seinem Motorrad – mit Beiwagen – zu den Großeltern in das kleine Dorf gefahren. Es sollte wohl vorerst einmal nur eine räumliche Trennung werden, während deren sie beide herausfinden wollten, ob sie nach einer gewissen Zeit wieder zusammenfinden könnten. Meine Mutter musste jedoch gefühlt haben, dass es ein Abschied für immer würde. Als mein Vater abfuhr, nahm er uns auf Bitten meiner Mutter, die sich wohl nicht trennen konnte, in seinem Beiwagen mit bis an den Rand des nächsten Dorfes. Alle weinten beim Abschied, und ich erinnere mich noch sehr genau, dass Mutter und ich noch den ganzen Weg nach Hause weiterweinten und uns nicht beruhigen konnten. Mutter hatte diesen Trennungsschritt herbeigeführt, aber mein Vater hatte sie schon vorher verlassen durch seinen Betrug, das betonte sie immer wieder.

In meiner Wahrnehmung hatte er mich verlassen, obwohl ich ihn so sehr liebte und so stark an ihm hing. Das konnte ich nicht begreifen. Hatte ich mich denn so sehr getäuscht und war doch nicht sein geliebter kleiner Sohn? War ich ihm nichts wert? Wenn er in Wuppertal vom Dienst nach Hause kam, war ich ihm oft schon ein weites Stück auf der Straße freudig entgegengelaufen, um dann stolz auf dem Tank seines Motorrades vor ihm sitzend gemeinsam mit ihm heimzufahren. Wenn er auf dem Sofa lag, bürstete ich ihm manchmal liebevoll die Haare und ging dabei mit meiner Nase ganz nah heran, weil sie so gut rochen, oder wir spielten zusammen mit meinen kleinen Spielsachen auf dem Küchenboden. Jetzt verließ er mich einfach kalt und rücksichtslos und kam nicht mehr zurück, er schrieb auch nicht und besuchte mich nicht, niemals mehr!

Mutters Elternhaus und jetzt auch unser gemeinsames Zuhause war ein kleiner Bauernhof, ein Fachwerkhaus, das seitlich zusammenhängend in Ställe und Scheune überging. Hinter der Haustür ging man geradeaus in eine Waschküche, nach links in den Keller und nach rechts in den Kuhstall. Die Türen waren nicht immer geschlossen, und so roch es im ganzen Haus meist penetrant nach Kühen, nach Kuhscheiße oder irgendetwas Säuerlichem. Das Treppenhaus hoch und geradeaus lag die Küche, vom Flur aus nach links ging es in die »gute Stube«, dahinter lag das Schlafzimmer der Großeltern, und von dem aus nach rechts kam man wieder in die Küche. Alles war duster, in Wohn- und Schlafzimmer waren die Wände halb hoch mit dunklem Holz getäfelt. Ein Stockwerk höher lagen noch drei Zimmer. In dem größeren hatte Mutter ihr Ehebett und den Kleiderschrank aufstellen lassen. Ich schlief links, sie rechts unter dicken Federdecken, und unter dem Bett stand der geblümte Porzellan-Nachttopf, denn es gab in dem Haus keine Toilette und kein Bad, nur einen großen Porzellan-Spülstein unten in der Küche. Das Plumpsklo lag außen, neben dem Kuhstall.

Im ersten Stock, von der Küche aus nach hinten verband ein Holzsteg mit Geländern das vordere Haus mit dem sogenannten alten Haus. Dort wohnte niemand, es war ein gänzlich aus unverputztem Holzfachwerk bestehendes, mit Gerümpel vollgestopftes, separates Gebäude aus dem vorigen Jahrhundert und wohl das eigentliche Ursprungshaus meiner mütterlichen Familie. Hier gab es zur Trocknung ausgelegte Bohnen, Kräuter, Lindenblüten für Tee, dazu Säcke, Töpfe, alte Schränke, altes Pferdegeschirr. Für mich war das alles unheimlich, und ich mied das dunkle Gebäude ohne elektrisches Licht. Im Untergeschoss hatte mein Großvater einen großen Raum zur Verfügung, in dem er Reiserbesen und Weidenkörbe herstellte, vor allem im Winter oder wenn draußen witterungsbedingt nicht gearbeitet werden konnte. Darin hatte er großes Geschick, und es lagen immer Aufträge der anderen Bauern für Körbe und Besen vor. Von Weidenbäumen, an einem Bach gelegen, hatte er viele schnurgerade Äste abgeschnitten, sie gebündelt und im Wasser des Baches seitlich an Büschen festgebunden deponiert. Durch die Wasserlagerung über einige Tage wurden sie biegsamer und vielleicht auch haltbarer. Manchmal sah ich ihm zu, und er ließ mich auch ein wenig helfen, aber ich war noch zu klein und machte ihm eher etwas kaputt, zerschnitt ihm einige von seinen Weidenästen oder verschandelte ihm die Besenstöcke beim Zuspitzen mit einem Spezialmesser, sodass er mich schließlich verärgert wegjagte.

Die kleine Volksschule war in zwei verschiedenen Gebäuden untergebracht. Dazwischen lagen die Kirche und der Schulhof. In dem einen Gebäude wurden die ersten vier Klassen in einem einzigen großen Raum unterrichtet, in dem anderen die Klassen fünf bis acht. Ich war der Stolz der Lehrerin, Frau Rehn, und schrieb nur Zweien. Einsen gab es bei ihr grundsätzlich nicht, für Einsen war sie zu streng, für sehr gut hielt sie wohl niemanden. Sie war eine attraktive Frau, die in meiner Erinnerung meistens gepflegte, geblümte Kleider trug, und wenn sie sich über mich beugte, um auf meine Schiefertafel zu blicken, auf der ich schreiben und rechnen lernte, konnte ich ihren dezenten Parfümgeruch wahrnehmen. Diesen Geruch gab es im ganzen Dorf nicht ein zweites Mal, ich hätte sie aus einer großen Menschenmenge herausriechen können! Sie wohnte im Schulhaus oberhalb des Unterrichtsraumes im ersten Stock, und sie war etwas Besonderes für uns Kinder, war sie doch immer fein angezogen, sprach gebildet, und ich fand sie trotz ihrer Strenge sympathisch.

Ich war ein unruhiges und für die Erwachsenen, die Gehorsam und Gefügigkeit einforderten, problematisches Kind, denn ich setzte ständig irgendein Vorhaben in die Tat um, baute Bunker oder Baumhäuschen, kletterte auf hohe Bäume, um neugierig in Vogelnester zu schauen, oder errichtete am Bach einen kleinen Staudamm. Alles wurde uns meist aus den unterschiedlichsten Gründen verboten, es könnte was passieren, Werkzeug könnte verloren gehen, Nägel würden sinnlos verbraucht, oder die Gegend würde verschandelt.

Oft hatten andere aus dem Dorf meine Mutter herbeigerufen, wenn ich wieder einmal ganz oben, in bis zu zehn Meter Höhe in einem Baum saß und ein Nest inspizierte oder mich einfach nur umguckte. Ich konnte das schon mit fünf Jahren und hatte nie Angst dabei. Wenn unten die ersten Äste zu hoch für mich waren, schlug ich oft lange Nägel als Stufen in den Stamm und hangelte mich daran zu ihnen hinauf. Das traute sich im ganzen Dorf sonst niemand, weder ein Kind noch die Erwachsenen, daher hatte ich ein stolzes Gefühl in mir, das zu können. Schon in Wuppertal war ich auf die Apfelbäume von Bauer Zimmermann geklettert, dessen Hof gegenüber unserem Haus lag, und er war es auch, der mir mal sagte: »Wenn du kletterst, achte immer darauf, festen Tritt zu haben und immer eine Hand fest am Ast!« Das habe ich beherzigt und bin nie heruntergefallen.

Den besten Ausblick hatte man von den hohen Bäumen, die in dem Stück vor dem Friedhof den Weg säumten. Hoch oben, wo die Äste einer großen Birke schon ziemlich dünn wurden und beim Erklettern hin- und herschwankten, war man fast auf gleicher Höhe mit dem entfernten Kirchturm. Meine Mutter wurde manchmal von Dorfbewohnern auf meine Kletterei hingewiesen. Sie hatte natürlich eine Riesenangst um mich und beschwor mich regelrecht: »Du kommst jetzt sofort da runter!« In ihrer Stimme war Ärger, man konnte aber auch eine Spur Angst heraushören. Ich kam erst nach längerer Verhandlung herunter, wenn sie mir vor allem versprach, mich nicht zu verhauen.

Nur an ganz wenige Spielsachen kann ich mich erinnern, wie den kleinen Zoo aus elfenbeinfarbenen Plastiktieren, die als Beigabe in Haferflockenpackungen lagen, oder mein altes Feuerwehrauto mit ausfahrbarer Leiter, das ich in Wuppertal vor Jahren von meinem Opa Ferdinand geschenkt bekommen hatte. Wir Kinder hatten alle keine eigenen Zimmer, kaum Spielzeug, kein einziges Buch. Wir empfanden das aber nicht als Mangel, weil es bei allen so war. Wir spielten meistens draußen, das war interessanter.

Wenn ich nach Meinung der Erwachsenen wieder etwas angestellt hatte, trugen sie das der Lehrerin Frau Rehn zu. Von ihr wurde ich getadelt und zur Rede gestellt, oft auch vor der gesamten Klasse geohrfeigt, denn sie war in dem kleinen Ort eine anerkannte Respektsperson, die stellvertretend für die Eltern der Kinder Strafen für vermeintliche Missetaten aussprach oder selbst durchführte. Da waren auch Ohrfeigen völlig normal. Meine Freunde Werner und Norbert, die ich meistens überredete mitzumachen, kamen meistens glimpflicher davon, war doch klar, dass ich als Rädelsführer die schärfste Strafe verdiente. Werner, der zu Hause nie geschlagen wurde, hatte nach einer Ohrfeige völlig empört beide Hände der Lehrerin genommen und sie nicht mehr losgelassen. Er hatte enorme Kräfte entwickelt und schrie sie in seiner seltsamen Sprache an: »Das sag i meim Bappe, das machst nimmer, du …!« Das hatte sie nicht erwartet, sie schlug ihn nicht mehr, gab ihm aber noch eine schriftliche, zusätzliche Hausaufgabe auf, wegen Frechheit!

Aber ich war auch der Stolz der Lehrerin, wenn der Schulrat kam. Ich trug fehlerfrei Gedichte vor oder beantwortete seine Fragen. Dann sagte sie vor allen: »Das hast du gut gemacht!« Aus dem Mund dieser strengen Frau war das ein großes Lob, und es freute mich sehr, ich ging dann nicht, sondern hüpfte regelrecht nach Hause, ja fast flog ich.

Mein Großvater, der noch im 19. Jahrhundert geboren wurde, meinte den fehlenden Vater durch besondere Strenge ersetzen zu müssen und schlug mich bei jeder Gelegenheit. Das waren oft nicht nur Ohrfeigen, sondern regelrechte Prügelstrafen, ich wurde übers Knie gelegt und bekam mit Stöcken ausgeführte, nicht enden wollende, harte Schläge. Ich schrie dann, dass man es oft bis weit in die Nachbarschaft hören konnte, und wenn ich dann später bei den Nachbarn vorbeikam, sagten sie oft hämisch: »Da ist ja der: Ich will wieder lieb sein!«

Diese Strafe empfand ich als zutiefst demütigend und war hinterher gekränkt und verstockt. Während der Schläge überlegte ich oft krampfhaft, wie ich mich verhalten könnte, damit er eher aufhörte. Es gab aber keine erfolgversprechende Taktik – mir blieb nur übrig, so laut wie möglich zu schreien, damit es möglichst viele Nachbarn hören konnten und er sich vielleicht schämte. Manchmal nahm er mich mit ins Feld, um irgendwas zu erledigen. Als wir mal an einem Haselbuschstrauch vorbeikamen, sagte er: »Guck mal, der ist genau der richtige für dich!« Einen besonders gerade gewachsenen Ast mit der richtigen Länge schnitt er dann ab und zog einen Hieb mit einem kurzen pffftt … durch die Luft, wobei er grinste und mir zu verstehen gab, dass der auf meinem Hintern ordentliche Wirkung zeigen würde. Zu Hause wurden dann mit einem Messer in der Rinde kunstvolle Maserungen in den Stock geschnitzt. Von dieser Sorte gab es bei uns mehrere, in allen Größen und Stärken, und so schön sie auch verziert waren, weh taten sie alle sehr.

Ich habe diesen Mann niemals richtig lachen sehen, er verzog vielleicht mal grinsend die Mundwinkel, hauptsächlich nach unten und machte ein »Phh …« oder ein ähnliches Geräusch, meistens nachdem er selbst irgendwas Ironisches oder Sarkastisches losgelassen hatte. Er machte fast immer einen verbitterten Eindruck, schien ohne jegliche Lebensfreude, vielleicht, dachte ich, auch weil sein Sohn im Krieg umgekommen war. Aber möglicherweise war er auch von Natur aus ein humorloser Geselle. Er ging leicht nach vorn und links gebeugt, hatte kurze graue Haare und einen Oberlippenbart. Er hatte immer im Wechsel olivgrüne Arbeitskleidung an oder eine schwarze Hose mit Hosenträgern und eine schwarze, dünne Arbeitsjacke. Die Hemden waren hellblau gemustert mit einem dünnen, schmalen Rundkragen. Und ein riesenhaftes Taschentuch war immer dabei! Auf dem Kopf trug er abwechselnd eine grüne oder eine schwarzgraue Schildkappe.

Wenn ich ihm oder jemand anderem aus der Familie zuhörte, hatte ich wohl öfters den Mund offen stehen – wahrscheinlich war meine Nase verstopft, und ich bekam anders nicht genügend Luft Dann äffte er mich nach, indem er ebenfalls den Mund aufriss und mich demonstrativ anglotzte. Vielleicht konnte er mich wirklich nicht leiden, dachte ich dann, ich war ja das Produkt meiner ungehorsamen Mutter mit einem Städter – ich weiß nicht, was in seinem Kopf vor sich ging.