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Anna Stone

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Beschreibung

Für April Reid bricht alles zusammen. Ihre letzte Beziehung ist in die Brüche gegangen und die Bibliothek, die sie leitet, wurde an ein skrupelloses Unternehmen verkauft, das sie abreißen will. Alles, was sie will, ist, ihre Probleme zu vergessen. Aber als sie eines Abends in einer Bar Vicki Blake begegnet, merkt April, dass ihre Probleme gerade erst begonnen haben. Vicki Blake ist selbstbewusst, faszinierend und sieht einfach zum Sterben schön aus und ist bekannt dafür, dass sie Frauen aufreißt. Obwohl April das Lächeln der blondhaarigen Verführerin durchschaut, beschließt sie, nur dieses eine Mal mit Vicki nach Hause zu gehen. Und als ihr One-Night-Stand Aprils unterwürfiges Verlangen erweckt, wollen beide mehr. Aber April findet bald heraus, dass die Frau, mit der sie eine unvergessliche Nacht verbracht hat, die Vizepräsidentin des Unternehmens ist, das ihre Bibliothek abreißen will. Vicki ist fest entschlossen, das Projekt durchzuziehen. April ist entschlossen, sie aufzuhalten. Jedes Mal, wenn sie aufeinandertreffen, kann keine der beiden der glühend heißen Anziehung zwischen ihnen widerstehen.Wird Aprils und Vickis unbeständige Hassliebe dazu führen, dass alles, wofür sie gearbeitet haben, in Flammen aufgeht?

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EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2023

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IHRE HINGABE

ANNA STONE

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INHALT

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Kapitel 16

Kapitel 17

Kapitel 18

Kapitel 19

Kapitel 20

Kapitel 21

Kapitel 22

Kapitel 23

Kapitel 24

Epilog

Bücher von Anna Stone

Über die Autorin

KAPITELEINS

„Ich kann nicht fassen, dass sie per SMS Schluss gemacht hat.“ April runzelte die Stirn und legte ihr Handy auf den Tisch neben ihrem Teller. „Wer macht denn so etwas?“

„Das ist eiskalt“, sagte Lexi zwischen zwei Bissen. „Hat sie gesagt, warum?“

„Nein, aber ich kann es mir denken.“ Eigentlich war es eher eine lange Liste von Gründen. Ganz oben stand die Tatsache, dass April und Christie sich ständig gestritten hatten. „Wir waren nur sechs Wochen zusammen, aber sie hätte mich wenigstens anrufen können!“

„Das macht niemand mehr.“ Lexi strich sich eine ihrer dunklen Locken aus dem Gesicht. „Wenigstens hat sie dich nicht einfach ignoriert.“

„Du bist keine Hilfe, Lex.“ Aprils langjährige Freundin und Arbeitskollegin hatte eine unbekümmerte Einstellung, wenn es um Beziehungen ging.

„Tut mir leid“, antwortete Lexi. „Ich weiß, dass es scheiße ist, aber noch letzte Woche hast du gesagt, dass du nicht so sehr in sie verliebt bist. Gib es zu, du wolltest ohnehin mit ihr Schluss machen.“

„Wenn ich mit ihr Schluss hätte machen wollen, hätte ich es persönlich getan.“

„Sieh es doch mal so: Sie hat dir ein unangenehmes Gespräch erspart.“

„Vermutlich hast du recht.“ April stützte ihr Kinn auf ihre Hand. „Das Buch, das ich ihr geliehen habe, bekomme ich nie wieder zurück, oder?“

„Wahrscheinlich nicht“, sagt Lexi und schaufelte sich den letzten Rest ihres Mittagessens in den Mund.

April war nicht sonderlich verärgert, nicht wirklich. Christie war nett, und sie hatten viel gemeinsam, aber es funkte nicht zwischen ihnen. Was April ärgerte, war, dass dies nur die letzte in einer Reihe von kurzen Beziehungen war, die vorwiegend wegen persönlicher Differenzen im Sande verlaufen waren. April war, wie eine ihrer Ex-Freundinnen es ausdrückte, „willensstark“. Sie war sich ziemlich sicher, dass das bedeutete, dass man nur schwer mit ihr auskam.

April seufzte. Sie war jetzt achtundzwanzig. Sie wusste, dass es albern war, aber sie hatte langsam das Gefühl, dass sie dazu verdammt war, den Rest ihres Lebens allein zu verbringen. Alle ihre Freundinnen gingen aus, heirateten und zogen weg, um ein neues Leben zu beginnen, und April blieb zurück.

„Wir sollten zurückgehen“, sagte April. Ihre Mittagspause war fast vorbei.

„Ja, Chefin“, sagte Lexi.

April und Lexi winkten dem Koch zum Abschied und verließen das Diner. Es war nur einen kurzen Spaziergang von der Bibliothek entfernt, in der sie beide arbeiteten, also gingen sie dort regelmäßig zum Mittagessen hin. Das Diner gab es schon so lange, wie April sich erinnern konnte, und es war eines der wenigen verbliebenen Familienunternehmen in der Gegend. Aber bei den steigenden Mietpreisen fragte sich April, wie lange es noch bestehen würde.

April und Lexi machten sich auf den Weg zurück zur Arbeit und unterhielten sich. Ihr Arbeitsplatz, die Oakmont Street Library, war nur ein paar Blocks entfernt. Die Bibliothek war mehr als das. Sie war auch ein Gemeindezentrum und ein Treffpunkt für alle, die in diesem Stadtteil lebten.

April war die Bibliotheksdirektorin, aber erst seit ein paar Monaten. Sie hatte jahrelang dort gearbeitet und war nach dem plötzlichen Rücktritt der alten Direktorin befördert worden. Das Timing hätte nicht schlechter sein können. Kaum hatte April die Leitung übernommen, wurde die gesamte Oakmont Street, einschließlich der Bibliothek und der umliegenden Wohnungen, von einer internationalen Immobiliengesellschaft aufgekauft. Oasis Developments hatte große Pläne für die Oakmont Street. Und diese Pläne sahen nicht vor, die Bibliothek stehenzulassen.

Lexi und April erreichten die Bibliothek und gingen in ihr kleines gemeinsames Büro im hinteren Bereich. Lexi war die Veranstaltungskoordinatorin der Bibliothek, was zuvor Aprils Position gewesen war. Die beiden und ein paar andere bildeten ein spärliches Team, das den Laden gerade so am Laufen hielt. Irgendwie hatte sich die Bibliothek trotz der Kürzungen durchgeschlagen.

Aber jetzt lief ihre Zeit ab.

April hob das Bündel Post auf, das auf ihrem Schreibtisch lag, und sah es durch. Sie stieß auf einen Umschlag mit bekanntem Logo. Ihr Herz blieb stehen.

Es war ein Brief von Oasis Developments.

Seitdem Oasis das Gebäude gekauft hat, hatte April versucht, mit ihnen über die Bibliothek zu sprechen, aber all ihre Anrufe und E-Mails wurden ignoriert. Dies war die einzige Korrespondenz, die die Bibliothek seit Monaten erhalten hatte.

April riss den Brief auf und überflog ihn. Ihr Magen sank.

„Alles in Ordnung, April?“, fragte Lexi.

„Der ist von Oasis. Wir haben 90 Tage Zeit, das Gebäude zu räumen.“ April sackte in ihrem Stuhl zusammen. Sie wusste, dass das passieren würde, seit Oasis das Gebäude gekauft hatte. Die Stadt hatte nicht die Mittel, um die Bibliothek umzusiedeln, also waren sie auf sich allein gestellt. Wenn April nicht einen Weg fand, die Bibliothek zu retten, musste sie ihre Türen schließen. „Es ist offiziell. Es ist wirklich so weit.“

Lexi legte eine Hand auf Aprils Arm. „Tut mir leid, April. Ich weiß, wie viel dir dieser Ort bedeutet.“

Die Bibliothek war etwas Besonderes für April, und zwar aus Gründen, die über die Tatsache hinausgingen, dass sie hier arbeitete. Es war ihre Bibliothek. Sie hat sie immer als ihre Bibliothek betrachtet, schon bevor sie Direktorin wurde und bevor sie während der Highschool als Aushilfe hier gearbeitet hatte.

„Sie können es nicht einfach abreißen“, sagte April. „Die Hälfte von West Heights ist bereits abgerissen worden. Bald wird dort nichts mehr übrig sein.“ April ließ den Brief auf ihren Schreibtisch fallen. „Es fühlt sich an, als würde sich alles so schnell verändern, und ich kann nichts dagegen tun.“

„Ich weiß“, sagte Lexi. „Es ist scheiße.“

April seufzte.

„Weißt du, was dich aufmuntern würde?“

April hob eine Augenbraue. „Muss man sich dabei betrinken?“ Das war normalerweise Lexis bevorzugter Vorschlag.

„Nein“, sagte Lexi und tat so, als wäre sie beleidigt. „Gut, ja, es geht um Alkohol, aber darum geht es nicht.“ Sie setzte sich auf ihren Stuhl und rollte zu Aprils Schreibtisch hinüber. „Komm heute Abend mit mir in den Sapphire Room.“

April stöhnte auf. Der Sapphire Room war die Lesbenbar der Stadt. April war schon seit Jahren nicht mehr dort gewesen. Lexi hingegen ging regelmäßig dort hin, meistens um Frauen aufzureißen.

„Komm schon“, sagte Lexi. „Das wird lustig. Und man weiß nie, vielleicht triffst du ja jemanden.“

„Ich habe für eine Weile genug von Beziehungen. Ich will nichts Neues.“

„Wer hat etwas von einer Beziehung gesagt?“, fragte Lexi. „Es geht doch nichts über einen lockeren One-Night-Stand, der dich all deine Probleme vergessen lässt.“

„Ich weiß nicht“, sagte April. „Das ist nicht mein Ding.“

„Komm schon, das wird lustig. Ich werde deine Wing-Woman sein.“

„Ich garantiere dir, dass du innerhalb einer Stunde eine Frau mit nach Hause schleppst.“

„Dann musst du ja nicht lange bleiben, oder?“, sagte Lexi. „Nur ein paar Drinks. Wenn du keinen Spaß hast, kannst du nach Hause gehen.“

„In Ordnung“, sagte April. „Nur ein paar Drinks.“

* * *

April lehnte sich an der Bar zurück und nippte an dem Mojito, den sie seit ihrer Ankunft hatte. Er war voller Zucker, wahrscheinlich um den Geschmack des billigen Rums zu überdecken.

Kaum war sie durch die Tür getreten, fiel April ein, warum sie seit Jahren nicht mehr im Sapphire Room gewesen war. Die Bar, die in einem eklektischen Mix aus Shabby-Chic-Stilen eingerichtet war, war zu laut und viel zu voll.

„Ist dir schon jemand ins Auge gestochen?“, fragte Lexi und musterte die Menge.

„Nicht wirklich“, antwortete April.

Sie waren schon fast eine Stunde hier, tranken und plauderten. Lexi bemühte sich tapfer, bei April zu bleiben, aber April merkte, dass ihre Freundin bei jeder Frau, die ihr einen flirtenden Blick zuwarf, ihre Entschlossenheit verlor. April verstand nicht, warum, aber die Frauen stürzten sich praktisch auf Lexi. Es schien, als würde sie sich jede Woche mit einer anderen treffen. Zu ihrer Verteidigung musste man sagen, dass Lexi den Frauen, die sie traf, immer offen sagte, wie locker sie an ihre Dates heranging. Das schreckte sie jedoch nicht ab.

„Weißt du, du hättest mehr Glück, wenn du nicht jede Frau finster anfunkeln würdest, die in deine Richtung schaut“, sagte Lexi.

„Ich funkle niemanden an.“ Trotzdem versuchte April, entspannter zu wirken. „Das spielt keine Rolle. Ich bin sowieso an niemandem interessiert.“

„Es könnte dir helfen, über Christie hinwegzukommen“, sagte Lexi.

„Ist Sex deine Lösung für alle Probleme des Lebens?“

„Nicht für alle. Nur für die meisten. Außerdem erinnere ich mich, dass du dich schon während deiner Beziehung mit Christie darüber beschwert hast, wie langweilig euer Sexleben war. Wann hattest du das letzte Mal richtig guten Sex?“

„Gott, ich kann mich gar nicht erinnern.“ Aprils letzten Beziehungen fehlte es an Abwechslung im Bett. So ziemlich jeder Teil ihres Lebens war im Moment nicht aufregend genug.

Lexi schüttelte den Kopf. „Das Leben ist zu kurz für schlechten Sex. Oder noch schlimmer – gar keinen Sex.“ Sie kippte den Rest ihres Drinks hinunter. „Ich gehe auf die Toilette, ich bin gleich wieder da.“

„Okay.“

April stellte ihren Drink auf den Tresen und zog den Saum ihres Kleides herunter. Sie wusste nicht, warum sie sich die Mühe gemacht hatte, sich schick zu machen. Es war ja nicht so, dass sie jemanden beeindrucken wollte.

Ihre Gedanken wanderten zurück zur Bibliothek. Es blieben noch neunzig Tage, bis die Bibliothek ihre Türen schließen musste. Neunzig Tage, um sich etwas für die Rettung einfallen zu lassen. April verbrachte die nächsten Minuten mit Brainstorming, aber sie kam zu keinem Ergebnis.

Als Lexi zurückkam, hatte sie einen schuldbewussten Blick auf dem Gesicht. „Ich weiß, ich habe dich irgendwie gezwungen, hierherzukommen …“

„Ernsthaft?“, sagte April. „Du gehst mit jemandem nach Hause?“

„Jemand kommt mit mir nach Hause. Ich hasse es, im Bett einer anderen Frau zu schlafen.“

„Wie hast du in den fünf Minuten, die du weg warst, jemanden kennengelernt?“

Lexi zuckte mit den Schultern. „Es gab eine Schlange vor der Toilette. Ich fing an, mit der Frau vor mir zu reden. Wir hatten ein sehr interessantes Gespräch.“ Lexi neigte ihren Kopf in Richtung einer wunderschönen langhaarigen Frau, die in der Nähe der Tür stand und auf ihrem Handy tippte. Sie war genau Lexis Typ.

„Ich bin mir sicher, dass es das Gespräch war, das dich überzeugt hat“, sagte April. „Ist schon okay, mir war ohnehin langweilig. Ich werde wahrscheinlich einfach nach Hause gehen. Viel Spaß!“

„Habe ich dir schon mal gesagt, dass du eine tolle Freundin bist?“

„Nur jedes Mal, wenn so etwas passiert.“

Lexi grinste. „Wir sehen uns am Montag.“

April beobachtete, wie Lexi zu der Frau hinüberging, ihren Arm sanft um ihre Taille legte und sie hinausführte. April trank den letzten Schluck ihres Getränks aus. Wenn sie jetzt ging, konnte sie um elf Uhr im Bett sein. Vielleicht würde Schlaf ihr helfen, ihre Probleme am Morgen zu bewältigen.

Als April sich zum Gehen wandte, bemerkte sie eine Frau, die am anderen Ende der Bar stand und darauf wartete, einen Drink zu bestellen. Sie wirkte älter als April, aber nicht sehr. Sie war groß und schlank, hatte hohe Wangenknochen und kurzes, federleichtes blondes Haar, das sie sich aus dem Gesicht strich. Sie war auf eine Weise gekleidet, die mühelos und stilvoll zugleich wirkte. Dunkle Skinny Jeans. Ein schwarzer Blazer mit hochgekrempelten Ärmeln. Hohe Ankle Boots. Sie hatte eine androgyne Ausstrahlung und wirkte dennoch sehr feminin.

War die Frau die ganze Zeit hier gewesen? Die Bar war klein, und April hatte die ganze Nacht untätig die Menge beobachtet. Jemand wie sie wäre April bestimmt aufgefallen. Sie strahlte einfach diese kühle Zuversicht aus, die es April unmöglich machte, ihren Blick abzuwenden.

Plötzlich drehte sich die Frau zu ihr um. Ihre Augen trafen auf April. Die Frau lächelte – ein bezauberndes Lächeln, bei dem Aprils ganzer Körper schwach wurde. Ein Lächeln, das April ein Versprechen zuflüsterte.

April sah weg, ihr Herz raste. Die Frau am anderen Ende der Bar hatte Aprils Beine mit nur einem Blick in Wackelpudding verwandelt. Was würde sie mit einem Wort anrichten können?

Einem Hauch?

Aprils Haut erhitzte. Sie hatte kaum einen Blick mit dieser Frau geteilt, aber ihre Gedanken schweiften schon zu unanständigen Gedanken ab. Was war nur los mit ihr? Es wurde Zeit, dass sie von hier verschwand. Sie kramte in ihrer Handtasche und suchte nach ihrem Handy, um eine Mitfahrgelegenheit zu bestellen.

„Hi.“

April sah auf. Die Frau stand direkt neben ihr.

„Mein Name ist Victoria.“ Sie lächelte. „Aber du kannst mich Vicki nennen.“

KAPITELZWEI

„Und du bist?“, fragte Vicki.

Wo kam sie denn her? April war so in Gedanken versunken, dass die schlanke Blondine neben ihr aus dem Nichts aufzutauchen schien.

„April“, stammelte sie. April, die wegen einer Frau nervös wurde? Wenn Lexi sie jetzt sehen könnte, würde sie einen Heidenspaß haben.

„Was trinkst du, April?“ Vicki musste sich vorbeugen, damit April ihre Stimme über den Lärm in der Bar hören konnte.

„Einen Mojito“, antwortete April.

Vicki winkte die Barkeeperin heran. „Zwei Mojitos.“

Warte, was? Diese Frau gab April jetzt einen Drink aus? Das war nicht Teil des Plans. April sollte nach Hause gehen.

Vicki drehte sich wieder zu April um. „Hat deine Freundin dich im Stich gelassen?“

April nickte. „Sie hat jemanden auf der Toilette aufgegabelt“, sagte sie und konnte endlich wieder in ganzen Sätzen sprechen. Moment, wie lange hatte Vicki sie schon beobachtet?

„Ich bin froh, dass sie es getan hat“, sagte Vicki. „Ich habe darauf gewartet, dich allein zu erwischen.“

„Und warum?“ Aprils Verstand kehrte jetzt zurück. Und plötzlich wirkte Vickis Lächeln eher arrogant als verführerisch.

„Ich wollte mit dir reden“, antwortete Vicki.

„Worüber?“

„Wie wäre es, wenn wir damit anfangen, warum du heute Abend hier bist?“

„Meine Freundin hat mich mitgenommen“, sagte April. „Aber da sie weg ist, wollte ich eigentlich nach Hause gehen.“

„Wolltest? Heißt das, du hast nicht mehr vor, nach Hause zu gehen?“

April zögerte. „Das hängt davon ab, ob ich einen Grund zum Bleiben finden kann.“

„Hier hast du gleich einen.“ Vicki neigte ihren Kopf in Richtung der Barkeeperin. Sie war gerade mit den Drinks fertig und stellte sie vor ihnen auf den Tresen. Vicki schob eines der Gläser zu April hinüber. „Jetzt hast du einen Grund.“

April nahm den Drink in die Hand und nippte lässig daran. Sie wollte nicht, dass Vicki dachte, sie sei interessiert. Denn das war sie nicht. Und selbst wenn, dann nur, weil Vicki unverschämt attraktiv war. Ihre Wangenknochen konnten bestimmt Glas schneiden, und ihre Augen waren auffallend grün. Und sie war so groß, obwohl jeder im Vergleich zu April groß war.

Alles an Vicki schien zu perfekt zu sein. Obwohl sie leger gekleidet war, wirkte ihre Kleidung edel, fast zu schön für einen Ort wie diesen. Und sie roch göttlich, ein süßer, zitrusartiger Duft, der nur aus einem sehr kostspieligen Flakon stammen konnte.

April fiel auf, dass sie schon eine Weile nichts mehr geredet hatten. „Warum bist du heute Abend hier?“, fragte sie zurück.

„Ich hatte gehofft, dass jemand Außergewöhnliches durch die Tür kommen würde.“ Vicki fuhr sich mit den Fingern durch ihr kurzes Haar. „Ich hatte schon aufgegeben, bis ich dich sah.“

Wenn diese Worte aus dem Mund einer anderen Person gekommen wären, hätte April mit den Augen gerollt und wäre gegangen. Aber irgendwie brachten sie April zum Schmelzen, als sie aus Vickis Mund kamen.

„So wie du mich vorhin angeschaut hast, hast du das Gleiche gedacht“, sagte Vicki, ohne ihren Blick von April abzuwenden.

„Kann ein Mädchen nicht einfach die Aussicht genießen?“, fragte April.

„Du gibst es also zu? Dass du mich beobachtet hast?“

„Das habe ich nicht gesagt“, sagte April und zwirbelte eine Locke ihres langen braunen Haares um den Finger. Als sie merkte, was ihre Hände taten, hielt sie inne. Sie war kein flirtendes Teenager-Mädchen.

„Du hast meine Frage nicht beantwortet.“ Vicki lehnte sich auf den Tresen. „Warum bist du heute Abend wirklich hierhergekommen? Es kann doch nicht nur wegen deiner Freundin sein.“

„Brauche ich einen Grund, um in eine Bar zu gehen? Vielleicht wollte ich nur einen Drink genießen.“

„Du bist nicht hier, um zu trinken. Du kannst nicht mehr als ein paar Drinks gehabt haben, sonst wärst du bereits angetrunken. Und du bist nicht der Typ, der ohne Grund in eine Bar wie das Sapphire kommt.“

„Woher weißt du das?“

„Das sehe ich“, sagte Vicki. „Und wenn du regelmäßig hier wärst, hätte ich dich schon gesehen.“

„Du verbringst hier viel Zeit damit, Frauen anzuflirten, oder?“ April war schon seit Jahren mit Lexi befreundet. Sie erkannte eine Aufreißerin, wenn sie eine sah.

Vicki stellte ihr Glas ab. „Jetzt bin ich mit Vermutungen dran.“

„Wie bitte?“

„Du hast gehört, was ich gesagt habe“, antwortete Vicki. „Aber da du mir nicht zu antworten scheinst, werde ich eine Vermutung anstellen.“

April verschränkte ihre Arme. „Leg los.“

„Du bist hier, um dich von deinen Problemen abzulenken.“

April zuckte mit den Schultern. „Vielleicht.“

„Und was wären das für Probleme?“

„Das Übliche. Arbeit. Frauen. Alles.“

„Ich kann mir nicht vorstellen, dass du Probleme mit Frauen hast“, sagte Vicki.

„Machst du Scherze?“, sagte April. „Ich habe nichts als Probleme mit Frauen. Und es ist ja nicht so, dass sie Schlange stehen, um mit mir auszugehen.“

„Natürlich tun sie das nicht. Sie sind von dir eingeschüchtert.“

„Ich bineinschüchternd?“

„Sehr sogar“, antwortete Vicki. „Ganz zu schweigen davon, dass du die heißeste Frau im Raum bist. Das ist einschüchternd.“

„Das hat dich nicht aufgehalten.“

„Weil ich Herausforderungen mag.“

April schüttelte den Kopf. „Ist das ein Spiel für dich? Eine Frau in einer Bar zu finden und zu sehen, ob du sie dazu bringen kannst, mit dir nach Hause zu gehen?“

„Ich spiele gerne“, sagte Vicki. „Aber das kommt erst später.“

April starrte sie an. Was genau wollte Vicki damit andeuten? Eine Reihe von unanständigen Bildern tauchten in Aprils Kopf auf.

„Wie wäre es, wenn wir diese Bar verlassen und irgendwo hingehen, wo es schöner ist?“, fragte Vicki.

April verengte ihre Augen. „Ein schönerer Ort?“

„Ja. Eine andere Bar, zum Beispiel.“

„Ich bin sicher, das hast du nicht gemeint.“

„Warum, hattest du etwas anderes im Sinn?“ Vicki stützte ihren Ellbogen auf die Bar und verschränkte ihre Knöchel. „Ich bin offen für Vorschläge.“

April konnte Vickis Dreistigkeit nicht fassen. Glaubte sie wirklich, dass es eine Selbstverständlichkeit war, dass April mit ihr nach Hause gehen würde? Dass Vicki April an die Wand drücken würde, sobald sie durch die Tür kämen und darum betteln würde, dass Vicki sie …

Wow! Woher war dieser Gedanke überhaupt gekommen?

„Also, was sagst du?“, fragte Vicki.

April biss sich auf die Innenseite ihrer Wange. Ihr Verstand sagte ihr, dass sie ihr Getränk abstellen und gehen sollte, um nach Hause in ihr bequemes Bett zu gehen. Aber der Rest ihres Körpers schrie etwas ganz anderes.

„Ich weiß, was du tust. Du versuchst, eine Ausrede zu finden, um zu gehen. Du redest dir ein, dass du das nicht tun solltest, dass du das nicht wollen solltest.“ Vicki lehnte sich näher an sie heran. „Es ist nur eine Nacht. Gib der Versuchung nur dieses eine Mal nach.“

Vickis sanfte Stimme, ihre perfekte Haut und ihre dunkelgrünen Augen hatten etwas Hypnotisches an sich. Sie schienen so endlos zu sein, dass man sich darin verlieren konnte.

Oder vielleicht waren die Mojitos stärker, als April dachte.

Vicki richtete sich auf. „Natürlich, wenn du kein Interesse hast, sag es einfach und ich lasse dich in Ruhe.“

Vicki trommelte mit ihren Fingern auf dem Tresen. Mit jedem Klopfen spürte April, wie ihre Vorbehalte schwanden. Ihr Blick wanderte zu Vickis vollen, korallenroten Lippen …

„Küss mich“, sagte sie.

„Was?“ Zum ersten Mal an diesem Abend geriet Vickis ruhige Fassade ins Wanken.

„Küss mich.“ April schenkte Vicki ein verlockendes Lächeln. „Ich will wissen, worauf ich mich einlasse.“

In Vickis Augen leuchtete etwas auf. Ohne zu zögern, streckte sie ihre Hand aus, umfasste Aprils Wange und zog sie in einen heißen Kuss.

Mit einem Mal brach April zusammen. Sie schloss ihre Augen und ließ zu, dass Vickis minzige Lippen und ihr berauschender Duft ihre Sinne überwältigten. Ihr Kopf begann sich zu drehen und der Boden schien nachzugeben.

April zog sich atemlos zurück. „Okay.“

„Okay, was?“, fragte Vicki.

„Okay. Ich gehe mit dir nach Hause.“ Es war schließlich nur eine Nacht. Eine Nacht, keine Bedingungen. Und April wollte einen kühlen Kopf bewahren.

Keine fünf Minuten später saßen sie auf dem Rücksitz eines Taxis auf dem Weg zu Vickis Wohnung, ihre Lippen und Arme in einem Sturm der Lust verschränkt.

* * *

April und Vicki gingen den Flur entlang zu Vickis Wohnung. Sie waren in einem schönen Stadtteil, in einem schicken Wohnhaus. April hatte keine Gelegenheit, etwas zu sagen, bevor Vicki sie gegen die Tür drückte, von der April hoffte, dass es ihre Haustür war.

April griff nach Vickis Taille und zog sie näher an sich heran. Vicki presste ihre Lippen auf April und küsste sie fordernd. April kämpfte darum, nicht in Vicki zu versinken. Es gelang ihr nicht besonders gut, Ruhe zu bewahren.

„Mmph.“ April schubste Vicki spielerisch weg. „Sollten wir nicht warten, bis wir drinnen sind? Willst du deinen Nachbarn wirklich eine Show bieten?“

„Sie werden ohnehin eine Show bekommen“, antwortete Vicki. „Das ganze Gebäude wird uns später hören.“

„Du redest viel, aber ich sehe keine Taten.“

„Oh, ich werde dafür sorgen, dass du das bereuen wirst.“ Vicki schloss die Tür auf. „Herein.“

Sobald Vicki die Tür öffnete, fielen ihr die teuren Kleider und das Parfüm auf. Eine Wohnung wie diese, in diesem Stadtteil, kostete ein Vermögen. Das geräumige Loft war hell und offen, mit hohen Decken und großen Fenstern. Es war ganz aus hellem Holz und Glas, sauber und weiß, aber trotzdem warm und einladend.

„Nach dir“, sagte Vicki.

April trat ein. Ein kleiner schwarzer Kater stand von der Armlehne der Couch auf, seine gelben Augen funkelten im Licht. Er sah sie an, wölbte seinen Rücken und stellte sein Fell auf, dann flitzte er in die Küche.

„Das ist Sebastian“, sagte Vicki und warf ihren Blazer über die Rückenlehne eines Stuhls. „Ignoriere ihn, er wird eifersüchtig.“

April drehte sich in der Raummitte. „Das ist eine schöne Wohnung.“

Vicki erschien hinter ihr und schlang ihre Arme um Aprils Taille. Sie küsste die Seite ihres Halses. „Wenn du denkst, dass das hier beeindruckend ist, solltest du mal das Schlafzimmer sehen.“

„Hast du es eilig, mich aus diesem Kleid zu befreien?“, fragte April.

„Was soll ich sagen? Ich kann es kaum erwarten, zu sehen, was sich darunter verbirgt.“

„Funktionieren deine abgedroschenen Sprüche überhaupt bei jemandem?“

„Du bist gerade in meiner Wohnung, oder nicht?“, fragte Vicki und fuhr sich mit den Fingern durch ihre blonden Strähnen. „Sag du es mir.“

Gott, es war so sexy, wenn sie das tat. „Zeig mir den Weg zu deinem Schlafzimmer und ich gehöre dir.“

Vicki ergriff Aprils Hand und zog sie den Flur hinunter. Das Schlafzimmer sah genauso aus wie der Rest der Wohnung, nur nicht so hell. Es war in verschiedenen Grautönen und mit einem Hauch von Rot eingerichtet. An einer Wand war ein riesiger Kleiderschrank eingebaut. Offensichtlich besaß die stilvolle Frau eine Menge Kleidung.

Vicki zog ihre Stiefel aus. „Du hast zwanzig Sekunden Zeit, um dieses Kleid auszuziehen.“

Ein Lächeln breitete sich auf Aprils Lippen aus. Sie mochte Frauen, die im Schlafzimmer die Kontrolle übernahmen. „Warum kommst du nicht her und ziehst es mir aus?“, fragte April.

Vicki beantwortete Aprils Forderung, indem sie sie mit dem Rücken zum Bett schob, Aprils Kleid öffnete und es ihr innerhalb weniger Sekunden über den Kopf zog.

Sie drückte April auf das Bett und ließ ihren Blick über Aprils Körper gleiten. „Wo warst du mein ganzes Leben lang, April?“

„Halt einfach die Klappe und komm hier her“, sagte April.

Vicki hob eine Augenbraue. „Ich mag es nicht, wenn man mich herumkommandiert.“

„Was willst du dagegen tun?“, fragte April.

Ohne April aus den Augen zu lassen, zog Vicki ihre Kleidung aus, bis sie nur noch einen schwarzen Slip trug. Dann sprang sie auf das Bett, riss April den BH runter, warf ihn zur Seite und küsste April gierig. Ihre Hand glitt zu Aprils Brust und streichelte die Rundungen ihrer Brüste und ihre Brustwarzen.

April stieß ein leises Gemurmel aus und zog Vicki zu sich herunter. Vickis Oberschenkel rutschte zwischen Aprils und drückte gegen ihren bedeckten Schamhügel. April fuhr mit ihren Handflächen über Vickis glatten Bauch und ihre Brüste. Vicki atmete stockend über ihr.

Sie richtete sich auf und kniete sich über April, ein Bein auf jeder Seite. „Warum haben wir nicht etwas Spaß?“

„Oh?“ April biss sich auf die Lippe. „Was für Spaß?“

„Bleib hier liegen.“

„Ja, Ma’am.“

Vicki stand auf und ging zu einer Truhe am Bettende. Sie öffnete den Deckel und begann, den Inhalt zu durchwühlen, scheinbar auf der Suche nach etwas Bestimmtem. Eine Art Spielzeug? Vicki hatte erwähnt, dass sie gerne spielte.

Wonach auch immer Vicki suchte, es dauerte viel zu lange. April krabbelte zur Bettkante und spähte in die Truhe.

„Was ist … oh!“

In der Truhe befand sich eine große Sammlung von Spielzeug. Klar, es gab einen Strap-on und einen Vibrator. Aber außerdem gab es Handschellen, Seile, eine Augenbinde und sogar eine Art Peitsche.

Vicki warf April einen strengen Blick zu. „Habe ich dir nicht gesagt, du sollst dort bleiben?“

April runzelte die Stirn.

---ENDE DER LESEPROBE---