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Titel: Im Schatten der Gedanken - Mein Weg durch die Dunkelheit Untertitel: Eine autobiografische Reise durch Depression, Trauma und Dissozialität Beschreibung: Dieses Buch ist kein Ratgeber und kein Trostbuch. Es ist ein schonungsloser Bericht aus der inneren Dunkelheit. Kevin Zech beschreibt seinen Weg durch Depression, ADHS, Trauma und eine dissoziale Persönlichkeitsstruktur - vereint in einem Körper, der nach außen funktioniert, aber innerlich zerbricht. "Im Schatten der Gedanken" seziert nicht nur Symptome, sondern zeigt, wie es sich anfühlt, ein Leben zu führen, das nicht heilt, sondern getragen werden muss. Ehrlich, bildgewaltig und kompromisslos gibt dieses Buch Einblick in eine Realität, die viele kennen, aber nur wenige in Worte fassen können. Für Leserinnen und Leser, die sich in psychischen Erkrankungen wiederfinden - und für alle, die bereit sind, der Dunkelheit ins Auge zu sehen.
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Veröffentlichungsjahr: 2025
Dieses Werk ist eine autobiografisch inspirierte Fiktion. Es erhebt weder Anspruch auf Vollständigkeit noch auf Tatsachentreue. Alle im Buch dargestellten Personen, Handlungen, Dialoge, Orte und Zeitverläufe sind ganz oder teilweise fiktionalisiert. Ähnlichkeiten mit realen Personen – lebend oder verstorben – oder realen Begebenheiten sind nicht beabsichtigt und rein zufällig.
Auch dort, wo reale Erlebnisse des Autors als Grundlage dienten, wurden Namen, Orte, zeitliche Abläufe und Details verändert. Die Darstellung dient ausschließlich der künstlerischen, literarischen und emotionalen Verarbeitung und ist nicht als Tatsachenbericht, Stellungnahme oder Vorwurf gegenüber Dritten zu verstehen.
Der Autor übernimmt keinerlei Verantwortung oder Haftung für etwaige Missverständnisse, Fehlinterpretationen oder Rückschlüsse, die auf einzelne Personen gezogen werden könnten.
Die im Buch vertretenen Sichtweisen und Einschätzungen stellen persönliche Meinungen im Rahmen einer Ich-Perspektive dar und sind nicht mit rechtlich relevanten Behauptungen über Dritte gleichzusetzen.
Jegliche rechtlichen Ansprüche gegen den Autor oder Verlag, die auf der Annahme beruhen, es handele sich um konkrete Tatsachenbehauptungen, werden hiermit ausdrücklich ausgeschlossen.
Dieses Buch ersetzt keine medizinische oder psychotherapeutische Beratung. Es schildert persönliche Erfahrungen und individuelle Sichtweisen. Bei psychischen Beschwerden wenden Sie sich bitte an ausgebildetes Fachpersonal. Der Autor übernimmt keine Haftung für Handlungen, die auf Grundlage dieses Buches erfolgen.
Dieses Buch enthält explizite Schilderungen von:
Depressionen und suizidalen Gedanken,
Kindheitstraumata, körperlicher und emotionaler Gewalt,
selbstverletzendem Verhalten (SVV),
Missbrauch von Macht und emotionaler Manipulation,
psychischen Erkrankungen wie ADHS, PTSD und dissozialer Persönlichkeitsstörung.
Die Inhalte können emotional belastend oder für einige retraumatisierend wirken.
Bitte lies dieses Buch nur, wenn du dich mental stabil genug fühlst, dich mit diesen Themen auseinanderzusetzen.
Solltest du selbst betroffen sein oder akute Hilfe benötigen, findest du im Anhang dieses Buches Hinweise zu Anlaufstellen und Notrufnummern.
Einleitung
• Ein Blick in die Abgründe meiner Seele
TEIL I – KINDHEIT
Kapitel 1: Die verlorene Unschuld
• Rückblick auf eine Kindheit im Schatten
Kapitel 2: Wenn der Alltag brennt
• Erste Symptome von ADHS
Kapitel 3: Masken aus Glas
• Dissoziale Persönlichkeitsstruktur im Schatten der Jugend
TEIL II – DIE DÄMONEN
Kapitel 4: Der Spiegel der Dunkelheit
• Erste Konfrontation mit der Dissozialen Persönlichkeit.
• Der Rausch der endlosen Macht
• Das perfekte Verbrechen – ohne Reue, ohne Beweis
• Der Moment der Schwäche
• Der Mensch als Spiegel – Warum Nähe keine Rolle spielte
• Das Urteil in mir selbst
Kapitel 5: Die dunkle Krone: Depression
• Der Fall in die Leere
• Alltag mit der Depression
Kapitel 6: Zwischen Feuer und Eis
• Extreme, die man bipolar nennt
Kapitel 7: Das Chaos in meinem Kopf - ADHS
• Rückblick in Splittern
• Der Kampf mit dem Takt
Kapitel 8: Der Tag, der blieb – PTBS
• Das Lächeln vor dem Sturm
• Die Nacht, die alles veränderte
• Das Leben im Schatten der Sirenen
TEIL III – DER WEG ZURÜCK
Kapitel 9: Der Schritt zur Therapie
• Der Gedankenwechsel
• Die Suche nach Hilfe
• Die Tagesklinik – Eine Hoffnung?
• Ein Molekül
• Der Reha-Albtraum: Fehlende Hilfe
• Die lange Reise zur Diagnose: Endlich Klarheit
Kapitel 10: Der Kampf um Verständnis
• Zwischen Erklären und Akzeptanz – Wenn Worte nicht reichen
• Wie Stigmatisierung das Leben prägt und verstümmelt
Kapitel 11: Zwischen Schatten und Licht
• Leben mit dem Etikett
Teil IV – Aus der Stille
Kapitel 12: Letzte Worte aus der Dunkelheit
• Gemeinsam aus dem Schatten
• Aufruf zur Sensibilisierung
• Danksagung
Bonuskapitel 13: Meine Diagnosen erklärt
• F33.2 – Rezidivierende Depression
• F60.2 – Dissoziale Persönlichkeitsstörung
• F90.0 – ADHS
• F43.1 – Posttraumatische Belastungsstörung
Anhang
• Nützliche Hilfsangebote & Empfehlungen (Websites, Hotlines, Bücher)
Ein Blick in die Abgründe meiner Seele
Mein Name ist Kevin Zech, und ich bin ein Wanderer durch ein Reich aus Schatten – ein Reich, das nicht draußen beginnt, sondern tief in meinem Inneren.
In den dunkelsten Winkeln meiner Seele habe ich die Dunkelheit nicht nur gefunden – ich bin in ihr versunken.
Sie hüllte mich ein wie ein Nebel ohne Ausgang. Irgendwann wusste ich nicht mehr, wo die Schatten aufhörten – und ich begann.
Dieses Buch ist kein glorreicher Bericht über Siege. Kein leuchtender Pfad aus der Finsternis.
Es ist ein Echo. Ein Riss. Ein Versuch, dem Unsagbaren eine Sprache zu geben.
Ich schreibe nicht, um mich selbst zu finden. Ich schreibe, weil das Schweigen mich auffrisst.
Psychische Erkrankungen sind keine Schwäche. Kein Nebel.
Sie sind Dämonen. Gierig. Geduldig.
Sie lauern in den stillen Räumen des Geistes – in den Nächten, in denen du dich selbst nicht mehr spürst.
Sie sind stumme Schreie. Unsichtbare Narben.
Blei unter der Haut.
Und doch liegt in dieser Dunkelheit eine Wahrheit. Keine freundliche. Keine heilende. Sondern eine, die dich zwingt hinzusehen. Nicht, um zu siegen. Sondern, um nicht unterzugehen.
Mein Leben ist ein Labyrinth aus Schatten:
schwere Depressionen, die jede Farbe verschlingen,
Traumata, die wie Geister immer wieder anklopfen,
das rastlose Chaos von ADHS,
und die kalte Leere der Dissozialen Persönlichkeitsstörung.
Diese Schatten gehören nicht zur Vergangenheit. Sie sind meine Gegenwart. Mein Spiegel. Mein Feind. Mein einziger Begleiter.
Ich schreibe dieses Buch nicht nur für mich. Ich schreibe es für dich – wenn du dich je gefragt hast, ob du der Einzige bist, der in dieser Welt nicht funktioniert.
Vielleicht erkennst du dich in diesen Seiten wieder. Vielleicht findest du Trost. Oder Klarheit. Oder vielleicht nur den Beweis, dass du nie wirklich allein warst.
In einer Welt, die uns still und lächelnd sehen will, reiße ich die Masken herunter.
Ich will, dass du siehst, was darunter liegt:
Rohheit. Schmerz. Wahrheit.
Und irgendwo darin – ein Funke.
Kein Licht. Kein Erlöser.
Aber vielleicht etwas, das dich einen weiteren Tag überleben lässt.
Vielleicht lernen wir gemeinsam, dem Schatten ins Auge zu sehen – und in seiner Dunkelheit nicht unterzugehen.
Rückblick auf eine Kindheit im Schatten
Man sagt, die Kindheit sei der Ursprung von allem. Der Ort, an dem Licht Wurzeln schlägt. Für mich war sie der Anfang der Finsternis. Ein zerbrochener Anfang, flackernd wie eine Glühbirne kurz vor dem Erlöschen.
Ich erinnere mich nicht an Geborgenheit. Nur an Distanz.
Nicht an Farben – nur an ein endloses Grau.
Die Welt war wie hinter Glas. Sichtbar, aber unberührbar.
Ich war da, aber nicht Teil von ihr.
Nicht willkommen. Nur Zuschauer.
Während andere Kinder lachten, saß ich im Schatten, betrachtete sie wie ein Fremdkörper. Als hätte ich keinen Platz in ihrer Wirklichkeit. Ihre Welt war eine Lichtung, meine ein Nebelwald.
Vielleicht meinten sie es gut. Vielleicht gaben sie, was sie selbst vermisst hatten: Spielzeug, Geld, glänzende Dinge.
Aber was ich brauchte, war etwas anderes. Ein Blick, der mich sieht. Eine Hand, die mich hält. Ein Wort, das sagt: Du bist genug. Was ich bekam, war ein leeres Wohnzimmer und eine Stille, die schwerer wog als jedes Donnern. Ich mache ihnen keinen Vorwurf im klassischen Sinn. Vielleicht war es Liebe – aber in einer Sprache, die sie kannten. Und nicht in der, die ich gebraucht hätte.
Was für sie wie Zuneigung erschien, kam bei mir nicht an. Denn jeder Mensch liebt anders, braucht anders. Und ich bekam nicht das, was ich brauchte. Nicht Nähe. Nicht Sicherheit. Nicht das Gefühl, gewollt zu sein. Was blieb, war ein Echo, das niemand rief.
Ich war zehn, als zwei Fremde mir ein Messer ins Gesicht hielten.
Kein Grund. Keine Warnung. Nur Klinge.
Und Augen, in denen sich nichts spiegelte – wie in meinen.
Die Welt schrumpfte zu einem Tunnel, die Luft erstickte an sich selbst. Ich wurde zur Figur in einem Spiel, das nicht meines war.
Die Angst fraß sich in meine Organe wie rostige Dornen. Ich weiß nicht, wie ich entkam. Nur, dass ich seitdem nie mehr richtig zurückgekehrt bin. Ein Teil von mir blieb dort zurück – gefroren in jener Sekunde, in der alles stillstand.
Ich dachte, das wäre das Schlimmste gewesen. Aber Gewalt ist ein Chamäleon. Sie kommt zurück – in neuen Farben, in neuen Fratzen.
Ein Jahr später: Acht Jugendliche. Ich stolpere, die anderen rennen. Ich bleibe zurück. Ich falle. Der Asphalt wird zum Ort der Zeremonie – und ich das Opfer. Fäuste regnen wie kalter Hagel. Kein Motiv. Kein Widerstand. Nur ich.
Was mehr schmerzte als die Schläge, war das Wegsehen derer, die "Freunde" hießen. Kein Blick zurück. Kein Rufen. Kein Griff. Nur Leere. Nur Abkehr.
Ich wünschte, ich hätte sagen können, dass es draußen gefährlicher war als zu Hause. Aber selbst das war eine Illusion.
Meine Schwester, krank, gefangen in Stimmen, trat aus dem Dunkel mit einem Messer in der Hand. Ich stand still. Wieder Klinge. Wieder Bedrohung. Doch diesmal trug sie das Gesicht der Familie.
Da begriff ich: Der Feind ist nicht immer das Fremde. Manchmal hat er deinen Nachnamen. Manchmal kennt er deinen Lieblingssaft. Manchmal sitzt er in deinem Kinderzimmer.
Ich wurde still. Ich wurde schnell. Ich wurde Beobachter. Nicht aus Interesse. Aus Selbsterhalt. Ich lernte, unsichtbar zu werden, ohne zu verschwinden.
Wenn ich schon keine Kontrolle über mein Inneres hatte, wollte ich wenigstens die Außenwelt beherrschen. Ich wurde der Chronist meiner Umgebung. Der Scanner. Derjenige, den keiner sah.
Die Schule war ein Labyrinth aus Stimmen, Gesichtern, Erwartungen. Ein Nebel, in dem Gedanken wie Irrlichter flackerten. Später nannten sie es ADHS. Ich nannte es: eine Welt, die mich nicht vorgesehen hatte.
Trotzdem war ich beliebt. Ich spielte die Rollen gut. Ich las Menschen wie offene Bücher. Ihre Schwächen waren markiert wie Druckstellen auf Obst. Ich lernte früh: Gefühle sind unzuverlässig. Aber Schwächen? Schwächen sind nutzbar.
Ich stahl, weil es Macht war. Ich mobbte, weil es Kontrolle war. Ich schlug zu, weil es keine Konsequenz gab. Nicht aus Hass. Nicht aus Wut. Sondern weil ich konnte. Und weil es mich schützte.
Ich war charmant, schlau, scheinbar empathisch. Aber innen: leer. Kein Mitleid. Keine Reue. Nur Effizienz. Ich manipulierte, weil Kontrolle sicher war. Zerstörung war nur ein Nebeneffekt.
Lehrer? Lesbar. Regeln? Verhandelbar. Schuld? Ein Wort, kein Zustand. Ich gewann, weil ich nichts zu verlieren hatte. Und weil ich nie zeigte, was mich hätte verletzbar machen können.
Ich weiß heute: Ich war ein Kind, das gelernt hatte, Gefühle wie Gift zu betrachten. Also schaltete ich sie ab. Was blieb, war ein Spiegelkabinett aus Masken, Reflexen, Schweigen.
Und so verlor ich, was man Unschuld nennt. Nicht in einem Moment. Sondern in tausend kleinen Schnitten. Kein Knall. Nur das langsame Verstummen eines Herzens.
Doch manchmal, heute noch, reicht ein einziges Geräusch. Ein Flackern. Ein Klicken. Und ich bin wieder dort. Im Nebel. In der Ecke. In der Stille.
Aber das ist eine andere Geschichte.
Eine Geschichte aus dem Jetzt.
Über Reize, Kontrollverlust und das Leben als Störung
Das erste Geräusch war nicht laut. Kein Knall. Kein Schrei. Nur ein leises Klicken – der Kühlschrank.
Ein banales Geräusch. Und doch war es der Tropfen, der mein Nervensystem zum Implodieren brachte.
Mein Herz raste. Mein Nacken spannte sich an.
Mein Blick wurde starr. Die Luft schien dichter, als würde sie mir das Atmen verbieten.
Ich hörte meinen Namen nicht mehr. Ich hörte gar nichts mehr.
Es war nicht der Kühlschrank, der mich zerstörte.
Es war alles davor. Alles gleichzeitig. Alles zu viel.
So beginnt es oft:
Mit einem Reiz, der das System zum Überlaufen bringt.
Mit einer Kleinigkeit, die nicht klein ist, wenn du in einem Kopf lebst, der niemals still ist.
Ich funktionierte nicht in dieser Welt. Ich existierte in ihr, ja – aber wie ein verzerrtes Echo, wie ein Schatten, der mit Verzögerung hinter der Welt herhinkt.
Schon früh war da Lärm im Kern – umhüllt von Unsichtbarkeit.
Ich war das Kind, das nie richtig ankam. Nicht im Raum. Nicht in der Aufgabe. Nicht in sich selbst.
Meine Gedanken waren wie Schwärme aus Splittern.
Sie zerfielen, ehe ich sie greifen konnte. Sprangen von einem Licht zum nächsten, wie Motten, die sich selbst verbrennen.
