In der Hölle ist für alle Platz - Manfred Rebhandl - E-Book
  • Herausgeber: Czernin
  • Kategorie: Krimi
  • Sprache: Deutsch
  • Veröffentlichungsjahr: 2013
oder
Beschreibung

Superschnüffler Rock Rockenschaubs dritter Fall, diesmal inmitten richtiger Männer in verschwitzten Fußballertrikots und Mönchskutten. Was hat ein ermordeter Bischof mit dem Versagen eines Fußballvereins zu tun? Und hängt sogar ein privatisierungswütiger Finanzminister mit drin? Rocks Lieblingsfußballverein verliert in letzter Zeit alle Heimspiele. Zufall? Manipulation? Vielleicht sogar Voodoo? Hinter dem Stadion steht ein Kloster, in dem alte knorrige Mönche Armensuppe verteilen und im Winter auch mal Flüchtlinge aufnehmen. Ihr Boss, der karrieregeile Bischof, hat keine Freude mit den Gutmönchen, die seine Diözese ins Gerede bringen. Er will das Kloster lieber auflösen und die Kuttenträger ins betreute Wohnen schicken, damit sein Freund, der Finanzminister, dort gegen eine kleine Spende für den Vatikan Luxuswohnungen »entwickeln« kann, mit dem Segen Gottes. Freilich endet der Bischof entmannt im Weinberg des Messweinlieferanten der Diözese, und die Spur führt ins Kloster, wo die Mönche einem doppelköpfigen Monster Zuflucht gewähren, das ihnen nicht nur schmackhafte Klostersuppe kocht, sondern auch mit dem Hackebeil gut umzugehen versteht ...

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl:281


Manfred Rebhandl

IN DER HÖLLE IST FÜR ALLE PLATZ

Manfred Rebhandl

IN DER HÖLLE IST FÜR ALLE PLATZ

Czernin Verlag, Wien

Produziert mit Unterstützung der Kulturabteilungdes Landes Oberösterreich und der Stadt Wien, MA7 /Literaturförderung

Rebhandl, Manfred: In der Hölle ist für alle Platz /Manfred Rebhandl Wien: Czernin Verlag 2013 ISBN: 978-3-7076-0459-7

© 2013 Czernin Verlags GmbH, Wien Lektorat: Eva Steffen Umschlaggestaltung: Bernd Püribauer Produktion: www.nakadake.at ISBN E-Book: 978-3-7076-0459-7 ISBN Print: 978-3-7076-0458-0

Alle Rechte vorbehalten, auch das der auszugsweisen Wiedergabe in Print- oder elektronischen Medien

Für meinen Vater –         

in dankbarer Erinnerung

Ich hatte wieder mal Ja gesagt, obwohl ich eigentlich Nein sagen wollte.

Dabei hatte ich mir geschworen, nie wieder etwas zu machen, wohinter ich nicht hundertprozentig stand – keine Übersiedlungen mehr für Freunde, keine Krankenbesuche, keine Begräbnisse, keinen Mist hinuntertragen und nicht mehr für andere den Aschenbecher ausleeren. Nichts, wo einem die gute Laune abhanden kam.

Nun geriet ich aber überraschend unter Druck, weil so ein Scheiß-Pole für meine nigerianische Flamme Happiness die Elektroleitungen stemmte, nachdem sie erst kürzlich den Sprung in die neue Selbstständigkeit gewagt und das Etablissement Pink Flamingo erworben hatte. Diese verdammten Zuwanderer wollen ja heute nicht mehr nur knapp dem sozialen Elend entkommen, was für uns Alteingesessene das alleinige Ziel ist. Die wollen irgendwie gleich ganz hoch hinaus, das Heft selbst in die Hand nehmen und dann mit blindwütigem Eifer Kohle wie Heu machen.

Zwar gab ich gegenüber Happiness noch kleinlaut zu bedenken, dass ein Angestelltenverhältnis immer besser wäre, weil ich ja das elende Los der Selbstständigen aus eigener leidvoller Erfahrung kannte, nämlich unregelmäßiges bis gar kein Einkommen. Aber Happiness gab ihrerseits zu bedenken, dass sie als Nutte ja nicht im eigentlichen Sinne angestellt war und also keinen Anspruch auf Krankenversicherung und Pensionsvorsorge hatte, wenn sie auch nicht schlecht verdiente, wie sie selbst einräumen musste. Wesentlich besser jedenfalls als ich, und so gut, dass sie den Laden mit ihren Ersparnissen sofort übernehmen konnte, als dem moldawischen Investoren-Konsortium um Fistfuck-Ivan und Bondage-Boris infolge schwerer Schussverletzungen die Luft ausgegangen war. Und nachdem ich ihr dann noch ein paar weitere gedankliche Steine in den Weg gelegt hatte, die alle im Kern kapitalismusfeindlich waren („Besitz belastet!“), hatte sie mich nur noch mitleidig angesehen, als wäre ich nichts weiter als ein steinzeitlicher Klotz an ihrem Bein, ein Möchtegern und Großmaul, das ein bisschen den Elan verloren hat und sie daran hinderte, sich irgendwann bis ins Vorstadtglück samt Garten und Buchsbaum vorzuarbeiten.

Also stand ich jetzt in meinem Büro und krempelte die Hosenbeine hoch, hängte mir eine Schutzmaske um, schlüpfte in die Stahlkappenschuhe und steckte mir ein paar Arbeitshandschuhe in den Latz meines Blaumannes, nachdem ich die 48 Jahre zuvor als großer Neinsager hinter mich gebracht hatte und mir dabei nie Sorgen um meinen Stellenwert bei den Mädels hatte machen müssen, im Gegenteil: Ich war das kleine Ich-bin-ich, und das war immer irgendwie top gewesen.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!