Klinische Schmerzphysiologie der Head-Zonen: Bedeutung für die ärztliche Tätigkeit - Andreas Rheinländer - E-Book

Klinische Schmerzphysiologie der Head-Zonen: Bedeutung für die ärztliche Tätigkeit E-Book

Andreas Rheinländer

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Beschreibung

Warum zeigen die Head-Zonen in den Anatomie-Lehrbüchern immer nur einzelne Dermatome, wo doch viele Erkrankungen in große Flächenbereiche ausstrahlen können? Zum Beispiel fast die ganze linke Körperhälfte beim Myokardinfarkt oder nahezu das gesamte Abdomen bei der Gastritis oder beim Magen-Ulcus? Diese beispielhaften Fragen zeigen ein Problem auf, welches die Literatur aktuell nicht beantworten kann, weil die verwendeten Karten, die angeblich die Head-Zonen zeigen sollen, falsch sind. Eine Reihe historischer Missverständnisse sowie das unreflektierte Übernehmen von Bildern hat dafür gesorgt, dass vor einigen Jahrzehnten plötzlich die Head-Zonen anders "aussahen" als noch wenige Jahre zuvor. All das hat erhebliche klinische Bedeutung für Ärztinnen und Ärzte praktisch aller Fachrichtungen. Die hier erhältliche Arbeit mit seinen Erkenntnissen ist das Ergebnis von akribischer Recherche, welches dann auf einer Tagung der Deutschen Gesellschaft für die Geschichte der Nervenheilkunde vorgestellt und in deren Publikationsorgan veröffentlicht wurde. Das in der skp-Schriftenreihe erhältliche Skript ist eine stark modifizierte Fassung, die vor allem durch Abbildungen ergänzt und didaktisch aufgearbeitet wurde, um einen Zugang zur Thematik zu ermöglichen.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 36

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Inhaltsverzeichnis

Einführung

Kapitel 1 – Medizinhistorischer Abriss

Kapitel 2 – Physiologische Grundlagen

Kapitel 3 – Klinische Diagnostik

Arbeitsmaterial

Empfohlene Literatur, Quellen

Kontaktdaten:

Andreas Rheinländer

Kontakt über:

skp-Schriftenreihe

https://www.skp-skriptenreihe.de

Quelle des Titelbildes: Eigens erstellte Grafik.

Alle Rechte vorbehalten.

1. Auflage 01/2025

Urheberrecht

Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Autors unzulässig und strafbar. Dies gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen sowie jedwede Form von Speicherung und Verarbeitung durch elektronische Systeme aller Art.

Haftung

Die medizinische Wissenschaft unterliegt ständigen Veränderungen. Diese werden aus Studien und Grundlagenforschung gewonnen. Dadurch können Informationen schnell an Aktualität verlieren. Für zahlreiche Sachverhalte liegen auch Untersuchungsdaten mit widersprüchlichen Ergebnissen vor. Der Inhalt dieses Buches wurde nach bestem Wissen und Gewissen erstellt. Jede Leserin und jeder Leser ist angehalten alle hier dargebotenen Inhalte selbstständig nachzuprüfen und insbesondere in jedwedem klinischen oder wissenschaftlichen Kontext durch das Hinzuziehen weiterer Quellen zu prüfen. Eine Haftung für die Verwendung der hier dargebotenen Inhalte kann nicht übernommen werden. Aus wissenschaftlicher und berufsrechtlicher Sicht wäre der Verlass auf eine Einzelquelle ohnehin fahrlässig.

Einführung

Den meisten Medizinern begegnen die sogenannten Head-Zonen (benannt nach Sir Henry Head) irgendwann im Verlauf des Studiums, häufig im 1. oder 2. Semester in der Anatomie oder Physiologie. Dabei sind zwei Dinge auffällig. Zum einen wird den Zonen zwar eine diagnostische Bedeutung beigemessen. Welche dies genau ist und vor allem wie die Anwendung der Erkenntnisse in der Praxis auszusehen hat, ist in der Regel nicht weiter beschrieben. Zum anderen erscheint die dazu gehörige Abbildung der Zonen immer gleich bzw. sehr ähnlich auszusehen.

Dabei hat die heutzutage in Lehrbüchern vorzufindende Darstellung der als "Head-Zonen" bezeichneten Areale praktisch nichts mit der Arbeit von Henry Head zu tun.

Die Abbildung stammt vielmehr von einem deutschen Chirurgie-Assistenten namens Otto Kleinschmidt.

Kleinschmidt verwendete als Vorlage eine Zeichnung, die auf der Arbeit eines Arztes, dessen Name in aktuellen Lehrbüchern in der Regel nicht genannt wird, beruht: Sir James Mackenzie.

Die klinisch-diagnostischen Konsequenzen, die sich daraus ergeben, sind von aktueller und praktischer Bedeutung.

Dieses Skript möchte über die Hintergründe des seit Jahrzehnten verbreiteten Fehlers aufklären und die klinischen Folgen für die Diagnostik beleuchten, die sich daraus ergeben.

Das Skript ist wie folgt gegliedert:

- Kapitel 1 beleuchtet die Hintergründe, die zu dem in der Einführung beschriebenen Fehler geführt haben

- Kapitel 2 beschreibt die anatomischen und physiologischen Grundlagen der Arbeiten von Head und Mackenzie im Kontext des aktuellen Wissensstandes

- Kapitel 3 gibt die Bedeutung für Klinik und Praxis wieder, die sich aus diesen Entwicklungen ergeben

Im Anhang finden sich Materialien, die für die praktische klinische Tätigkeit hilfreich sind, ergänzt durch eine Liste empfehlenswerter Literatur.

Dieses Skript beruht auf einem Vortrag auf der 26. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für die Geschichte der Nervenheilkunde (4. Sitzung) am 30.09.2016 in Marburg unter dem Titel "Das 'Head' in Head-Zonen". Die dazugehörige Publikation wurde veröffentlicht als:

A. Rheinländer: Das "Head" in Head-Zonen, Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für die Geschichte der Nervenheilkunde 2017, S. 303-313.

Kapitel 1 – Medizinhistorischer Abriss und seine Bedeutung für die heutige klinische Praxis

Das Phänomen des übertragenen Schmerzes, der im deutschsprachigen Raum mit dem Begriff der "Head-Zonen" in Verbindung gebracht wird, wurde erstmals im 19. Jahrhundert beschrieben.

Die Literatur dieser Epoche lässt sich in zwei Gruppen einteilen: Einzelne Fallberichte und (große) Übersichtsarbeiten. Zu letzteren zählen die Werke von Sir Henry Head und Sir James Mackenzie.

Die Arbeit von Head

Gegen Endes des 19. Jahrhunderts arbeitete Henry Head als Wissenschaftler in verschiedenen Ländern Europas. Während dieser Zeit schrieb er seine Dissertation "On the disturbances of sensation with special reference to the pain of visceral disease", die 1893 erschien. Darin beschäftigte er sich mit hyperalgetischen Hautzonen bei verschiedenen Erkrankungen der inneren Organe.

Im Zuge seiner Untersuchungen ging er wie folgt vor:

Er verglich die Verteilung von Herpes-Zoster Effloreszenzen mit Hyperalgesien der Haut bei Erkrankungen innerer Organe. Bereits zum damaligen Zeitpunkt wurde von einem neuronalen Ursprung der dabei auftretenden Hautveränderungen ausgegangen.

Das Ergebnis sind Abbildungen, die wir heute als Dermatom-Karten verwenden. Sie wurden im Laufe der Zeit nur geringfügig verändert. Hansen und Schliack, zwei deutsche Kliniker, haben Heads Dermatomkarten leicht verbessert.

Eine zeitgemäße Darstellung der Dermatome sieht folgendermaßen aus: