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Die authentische Geschichte einer Frau von ihrer frühen Kindheit bis ins mittlere Lebensalter. Als Säugling wurde sie von ihrer Mutter in ein Kinderheim abgegeben, wo sie zwei Jahre verbrachte, bis sie adoptiert wurde. Ihre Adoptivmutter war sehr unbeständig und wechselte häufig die Arbeitsstellen, die Wohnung, wie auch die Männer. Sie führte ein unstetiges Leben und ließ Ulrike nicht die nötige Aufmerksamkeit zukommen, die ein Kind für eine stabile Entwicklung braucht. Dadurch war sie schon in frühester Kindheit auf sich allein gestellt, was sich in ihrer persönlichen Entwicklung niederschlug. In jungen Jahren musste sie häusliche Gewalt und den Selbstmordversuch ihrer Adoptivmutter miterleben. Noch minderjährig bekam sie ihr erstes Kind, das auch sie zur Adoption frei gab. Angefangen vom Kindesmissbrauch bis zur körperlichen Gewalt in ihrer Ehe, beschreibt der Autor die Höhen und Tiefen ihres Lebens. Es ist die Geschichte eines Menschen, der versucht seinen Weg im Leben zu finden. Ein Roman, der den Leser immer wieder in Betroffenheit versetzt.
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Seitenzahl: 361
Veröffentlichungsjahr: 2015
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Das Leben ist wie die Musik,
es besteht aus leisen und lauten Tönen,
aus Harmonie und Disharmonie.
Mit der Musik des Lebens hat man die Wahl,
ob man nach ihr tanzt oder neben der Tanzfläche
steht und den anderen beim Tanzen zuschaut.
Ich habe getanzt.
Der vorliegende Roman beruht auf wahren Begebenheiten und erzählt die Geschichte einer Frau von ihrer frühen Kindheit bis zum Erwachsenenalter. Im Rahmen meiner literarischen Freiheit bin ich an einigen Passagen näher auf die Problematik des Geschehens eingegangen und habe mir eine Schlussfolgerung erlaubt, um dem Roman mehr Tiefe zu geben. Diese Passagen geben nicht das Gedankengut von Ulrike wieder, sondern einzig und allein die Sicht meiner Betrachtung. Die wesentlichen Bewandtnisse der Geschichte wurden dadurch nicht verändert.
Im Sommer 2014 bekam ich eine E-Mail, von einer mir bis dahin unbekannten Frau. Sie fragte mich, ob ich mir die Zeit nehmen würde, ihr selbst geschriebenes Script durchzulesen und ob ich ein Buch daraus machen könne. Sie selbst sei dazu nicht in der Lage, weil sie keine Ahnung habe, wie man so etwas bewerkstelligte. Ihr fehle die nötige Erfahrung, um aus einem groben Script, ein lesbares Buch zu machen. Ich versprach ihr, das Script zu lesen.
Ulrikes Geschichte faszinierte mich derartig, dass ich die sehr eng geschriebenen 134 DIN A4 Seiten innerhalb von zwei Tagen durchgelesen hatte und mir klar wurde, dass ich ein Buch daraus machen wollte. Es hat dann ein Jahr gedauert, bis ich es vollbracht hatte.
Ich hoffe nun, geschätzte Leser, dass es mir gelungen ist, Ulrikes Geschichte eindrucksvoll aufzuschreiben. Ich habe ganz bewusst die Form des Romans gewählt, weil ich dadurch mehr literarischen Freiraum hatte. Die Namen einiger Personen wurden verändert, um ihre Persönlichkeitsrechte zu wahren.
Gewidmet all den Menschen, die mir geholfen haben, meinen Weg zu finden.
Wenn ich heute auf die ersten 30 Jahre meines Lebens zurückblicke, würde ich sagen, dass es laut, schrill, rebellisch, erniedrigend, schamlos, rücksichtslos, schmerzhaft, herausfordernd, aber vor allem lebendig war. Jedem Kampf, dem ich mich stellen musste, hat mich nicht schwächer, sondern stärker gemacht. Jede Ungerechtigkeit, die mir entgegen gebracht wurde, wurde mit Rebellion beantwortet und bekämpft. Jede Träne mit einem doppelten Lachen weggewischt. Mut zum Ich war mein ständiger Begleiter. Es wird dem einen oder anderen Leser mein Handeln nicht gefallen, meine Denkweise anstößig und meine Lebensweise unbeherrscht und egoistisch erscheinen. Dessen würde ich mich nicht mal erwehren, denn ich habe auch Opfer hinterlassen, aber jeder, der mich verurteilt, sollte ein paar Schritte in meinen Fußstapfen wandern. Ich möchte in diesem Buch nicht über mein Leben jammern, sondern Mut machen und zeigen, dass es in der größten Dunkelheit immer irgendwo einen Lichtschalter gibt, man muss ihn nur finden und benutzen. Ich bin heute ein glücklicher Mensch. Der Weg dahin war nicht einfach, aber möglich, mit einer Handvoll Menschen, die mich mit auf ihren Weg nahmen, denen Wärme, Herz, Liebe, Geduld und Zuwendung keine Fremdwörter waren. Durch diese Menschen fand ich den Lichtschalter.
Mein Dank gilt ihnen.
Ihre Geburtsstunde schlug an einem Sonntag im Oktober 1962.
Man könnte jetzt denken, ein Sonntagskind, das viel Glück im Leben haben würde, aber das hat sich viele Jahre in ihrem Leben nicht bewahrheitet.
Um sie zuordnen zu können, gab man ihr den Namen Ulrike Alexandra.
Ulrikes Mutter ging dem Geschäft der „käuflichen Liebe“ nach und ihre Geburt war eher ein Betriebsunfall als ein Wunsch. Auf diese Weise brachte ihre Mutter acht Kinder zur Welt. Sie war das Sechste in der Geburtenfolge. Es gab kein „Hurrageschrei“ und ihre Wiege stand nicht an der Seite einer glücklichen Mutti. Bis auf den Erstgeborenen gab ihre Mutter alle ihre Kinder zur Adoption frei.
Ihr Vater, ein in Deutschland stationierter US-Soldat, interessierte Ulrikes Wenigkeit überhaupt nicht und flog, ohne jegliche Verpflichtung für Ulrike zu übernehmen, zurück in die Staaten.
Nach ihrem Aufenthalt in der Geburtsklinik wurde sie direkt in ein katholisches Kinderheim nach Eschenbach gebracht. Dort verbrachte Ulrike die ersten 18 Monate ihres Lebens, bis sie im Juni 1964 von dem Ehepaar Gradl adoptiert wurde.
Ihre Adoptivmutter war in zweiter Ehe mit Rudolf Gradl verheiratet, der aus Eschenbach stammte, ein kleinbürgerliches 4000 Seelendorf in der Oberpfalz.
Ihrer Adoptivmutter war dieses Provinznest auf die Dauer zu langweilig und die Ehe mit Rudolf war auch nicht ihre Erfüllung. Noch im selben Jahr zog sie mit Ulrike wieder zurück in ihre Geburtsstadt Berlin. Im November 1965 wurde ihre kurze Ehe mit Rudolf Gradl geschieden und gehörte somit der Vergangenheit an. Im Januar 1967 wurde der Adoptivvertrag mit ihrem Adoptivvater aufgehoben und ihre Adoptivmutter bekam das alleinige Sorgerecht für Ulrike.
Ulrike behielt den Namen Gradl und ihre Adoptivmutter nahm wieder ihren Mädchennamen Naulin an.
Das Leben ihrer (adoptiv) Mutter Margret gestaltete sich ziemlich anstrengend, weil sie viel Zeit und Mühe damit verbrachte, einen neuen Lebenspartner und Vater für Ulrike zu finden.
Durch ihre Suche nach Sicherheit war ihr Leben sehr unbeständig. Sie arbeitete abwechselnd in ihrem gelernten Beruf als Schneiderin oder als Kellnerin. Dadurch wechselte sie häufig ihre Arbeitsstellen und ebenso oft die Wohnungen.
Anfang 1968 bot sich für Ulrikes Mutter die Möglichkeit, eine Kneipe in der Rudower Straße zu pachten. Sie überlegte nicht lange und nutzte die Chance, sich selbstständig zu machen.
Um die Miete für die Wohnung einzusparen, nutzte sie den Vereinsraum der Kneipe als Wohn- und Schlafraum. Er war spartanisch mit einem Klappbett, einem Tisch und ein paar Stühlen eingerichtet.
Dieser Ort, wo es laut war, nach abgestandenem Bier und Zigarettenqualm stank, wurde für die nächsten Jahre Ulrikes Zuhause.
Es begleitete sie immer ein beklemmendes Gefühl, wenn sie durch den Gastraum ging, um zur Küche oder zur Toilette zu gelangen.
In jener Zeit entwickelte sich ihre Abneigung gegen Alkohol und alkoholisierte Menschen.
Ihr größter Widerwille aber war, wenn männliche Gäste versuchten sie anzutatschen oder noch schlimmer, sie in den Arm zu nehmen.
Es gab einen Vorfall, bei dem ein Gast versuchte, sie mit aller Gewalt an sich zu ziehen. In ihrer Panik biss sie ihm kräftig in die Hand. Ab diesem Zeitpunkt ließen sie die Männer in der Gastwirtschaft in Ruhe.
Sie war wie alle Kinder neugierig und von allem Neuem schnell begeistert.
Ohne Angst und auf sich allein gestellt, stromerte Ulrike viel in der Gegend umher. Die gepflegten Gärten der Nachbarn blieben nicht verschont vor ihr und vor lauter Langeweile stellte sie die verrücktesten Sachen an.
Ihre Lieblingsbeschäftigung war alles Mögliche, was sie auf der Straße fand, einzusammeln. Einen herrenlosen Hund, Stöcke, die natürlich immer Wünschelruten waren, Steine, die ihr „besonders wertvoll“ erschienen. Einen alten Teppich oder einen kleinen Hocker. Alles, was sie in ihrer kindlichen Welt für wertvoll hielt, nahm sie an sich und brachte es mit nachhause.
Ihre Mutter war überhaupt nicht begeistert von dem „Mist“, den Ulrike anschleppte, und beförderte ihn, zu ihrem Entsetzen, postwendend in die Mülltonne. Einmal hatte sie sich in ein Autowrack gesetzt, das vor der Einfahrt eines Schrottplatzes stand.
In ihrer Fantasie bildete sie sich ein, sie würde ein großes Autorennen fahren.
Sie gab anständig „Gas“, löste die Handbremse und bearbeitete alle Pedale, die ihr zur Verfügung standen.
Zu ihrem Schreck setze sich der Wagen wirklich in Bewegung und kam mitten auf der Hauptverkehrsstraße zum Stehen. Der fließende Verkehr wurde blockiert und es entstand ein mittleres Chaos, das sich aber durch die Hilfe einiger Passanten schnell wieder auflöste.
Bei allem Unfug, den sie getrieben hat, ist ihr nie wirklich etwas Ernsthaftes zugestoßen. Der einzige Nachteil war, dass sie in der Nachbarschaft nicht als nettes Mädchen verschrien war. Aber ein nettes Mädchen zu sein, war nicht wirklich ihr Ding.
Zwischenzeitlich verliebte sich ihre Mutter in einen Mann, der Stammgast in ihrer Kneipe war. Er hieß Günther M., war verheiratet und Vater von drei Söhnen. Günther war ein großer, dunkelhaariger, ruhiger Mann mit Vollbart und dunklen Augen, ein totaler Frauentyp. Er war sehr autoritär und Ulrike hatte Angst vor ihm. Er war kein treuer Mann und sein Problem war, der Umgang mit Alkohol.
Ihrer Mutter störte das nicht weiter oder besser gesagt, sie wollte es nicht wahrhaben und verschloss ihre Augen davor. Sie lag ihrem Günther zu Füßen und es dauerte auch nicht lange, da war sie mit ihm verheiratet.
Ulrikes Erziehung war geprägt von der Gemütslage ihrer Mutter. Manchmal war sie sehr liebevoll und tolerant zu ihr. Dann wiederum sehr anspruchsvoll, dadurch streng und penibel. Ulrike war ihren Launen hilflos ausgesetzt, die wechselten wie Tag und Nacht. Es gab Zeiten, da konnte sie ihrer Mutter nichts recht machen und es gab Zeiten, da war ihr alles gleichgültig. Für Ulrike war es sehr schwer, ihre Mutter richtig einzuschätzen. Sie war eine schwierige Person, was sich durch immer wiederkehrende, heftige Auseinandersetzungen mit ihrer eigenen Mutter und ihren drei Geschwistern bemerkbar machte.
Wenn ihre Mutter sich nicht um Ulrike kümmern wollte, weil sie wieder Mal auf Männerschau ging, wurde sie bei ihrer Oma abgesetzt.
Sie verbrachte viel Zeit mit ihrer Oma. In den Schulferien blieb sie oft tagelang bei ihr.
Sie war Asthmatikerin, begleitet von Hustenanfällen mit viel Auswurf, aber auf das Rauchen konnte sie nicht verzichten.
Ihre Oma war durch die Kriegsjahre sehr geprägt. Sie war sparsam und einsam. Freunde hatte sie so gut wie keine. Besuch bekam sie ab und zu von ihrer Familie. Ihr Mann verließ sie, wegen einer 25 Jahre jüngeren Frau, mit der er noch ein Kind zeugte. Darüber ist sie die restlichen Jahre ihres kargen Lebens nicht hinweggekommen.
Ihr Opa ist früh verstorben. Ulrike hatte ihn eigentlich gar nicht wahrgenommen.
Ihre Oma brachte ihr das Stricken und Nähen bei. Sie kochte leckeres Essen und abends saßen sie oft beisammen, um „Mensch ärgere dich nicht“ zu spielen. Sie verbrachten viel Zeit miteinander.
Bei ihrer Oma fühlte sich Ulrike geborgen. Sie ließ ihr die Aufmerksamkeit zukommen, die sie von ihrer Mutter zuweilen schmerzlich vermisste.
Für Ulrike wäre die Welt in Ordnung gewesen, wenn das Verhältnis zwischen ihrer Oma, ihrer Mutter und den Geschwistern ihrer Mutter ein nicht endendes Desaster gewesen wäre. Mal verstanden sie sich alle super und dann hassten sie sich wieder, wie der Teufel das Weihwasser. Von Intrigen und Heucheleien ganz zu schweigen.
Es war nicht zum Aushalten, irgendwie gab es immer Streit untereinander.
Ulrike wohnte mit ihrer Mutter immer noch im Vereinszimmer der Kneipe. Um die Wohnmisere zu beenden, besorgte ihre Mutter eine 3 Zimmer Wohnung mit Küche, Bad und Ofenheizung in der Zossener Straße in Kreuzberg. Ulrike hatte jetzt ihr eigenes Zimmer und war mächtig stolz darauf.
Der Vorteil war, dass die Wohnung schräg gegenüber ihrer Schule lag, wodurch der Schulweg sehr kurz war. Der Nachteil aber war, dass sie weit weg von der Kneipe lag. So musste Ulrike zwischen zwei Orten täglich hin und her pendeln. Wohnung und Schule in Kreuzberg, Kneipe und Freizeit in Rudow.
Es kam der Zeitpunkt, an dem Ulrike in die Schule gehen musste. Da sie noch so klein war und ihre Mutter keinen Führerschein besaß und somit auch kein Auto, brachte sie täglich ein Taxi zur Schule, das sie auch wieder abholte.
Auf die Dauer war dieser extravagante Transport für ihre Mutter finanziell nicht tragbar und so wurde ihr beigebracht, selbstständig mit der U-Bahn zu fahren, damit sie nach Schulschluss in die Kneipe nach Rudow kommen konnte. Dort bekam sie ihr Essen, machte die Hausaufgaben und trieb sich den Rest des Tages auf der Straße herum.
Die Pflicht zur Schule zu gehen und sich den Lehrern unterordnen zu müssen, gestaltete sich für Ulrike äußerst schwierig. Sie war es gewohnt, selbstständig und frei über sich verfügen zu können.
Sie wurde aufsässig und fiel durch regelmäßiges Stören des Unterrichts unangenehm auf.
Die Lehrerin zog ihr deswegen, als vermeintliche erzieherische Maßnahme, regelmäßig am Ohr.
Um sich gegen diese andauernde, ungerechte Behandlung zu wehren, biss sie ihrer Lehrerin unvermittelt in die Hand. Ulrike war immer aufmüpfig, wenn sie sich in ihrer Freiheit eingeengt fühlte.
Durch die veränderte Wohnsituation wurde es möglich, dass ihre Mutter mit ihrem neuen Ehepartner Günther, der auch gleichzeitig Ulrikes neuer Stiefvater wurde, zusammenwohnen konnte.
Er fühlte sich jetzt voll und ganz verantwortlich für Ulrikes Erziehung, was er ihr mit Schlägen auch verständlich machte.
Durch die Erfahrung mit seinen drei Söhnen wurde sie in das Ritual „den Hintern versohlt bekommen“ eingeweiht.
Wenn sie wieder Mal irgendwelchen Unfug angestellt hatte, hörte sie nur ihre Mutter bedrohlich sagen: „Warte mal, bis Papa von der Arbeit kommt.“
Das war immer ein schlechtes Vorzeichen und sie wusste, was sie erwartete.
Die Ehe ihrer Eltern war alles andere als von Harmonie geprägt. Sie gerieten ständig in Streit, weil ihr Stiefvater sein Alkoholproblem nicht in den Griff bekam und sich mehr für andere Frauen interessierte, als für seine eigene. Darüber hinaus wurde ihr Stiefvater immer öfter gewalttätig und schlug ihre Mutter brutal zusammen.
Die Nächte flößten Ulrike Angst ein, wenn sie sich anbrüllten, Türen knallten und mit Gegenständen bewarfen.
Einmal war der Streit so heftig, dass sie aus ihrem Zimmer gerannt kam und sich zwischen ihre Eltern warf, um den Streit zu beenden. Sie hasste beide dafür, wenn sie sich so exzessiv stritten.
Ihre Mutter kämpfte verzweifelt mit der Kneipe um ihre Existenz und sie hatte ein großes Problem mit ihrem alkoholabhängigen, gewalttätigen Ehemann. Diese Konflikte gingen nicht spurlos an Ulrike vorüber. Ihre Psyche litt sehr darunter. Sie bekam zu wenig Aufmerksamkeit, zu wenig Liebe von ihren Eltern. Sie war auf sich allein gestellt.
Wenn sie morgens zur Schule ging, schlief ihre Mutter noch, und wenn sie aus der Schule kam, war sie auf dem Weg in die Kneipe.
Ulrikes Stiefvater arbeitete als Landschaftsgärtner beim Bezirksamt Steglitz. Nach Feierabend holte er Ulrike aus der Kneipe ab und sie fuhren zusammen nachhause. Oft musste sie aber diesen Weg alleine fahren, weil ihr Stiefvater einen über den Durst trank und den Absprung verpasste.
Zeitweise stellte ihre Mutter für abends einen Kellner ein oder die Kneipe blieb einen Tag geschlossen. Dadurch verbrachte sie etwas mehr Zeit mit Ulrike, was sich aber nur bedingt auf die Eintracht in der Familie auswirkte.
Das letzte harmonische Beisammensein ihrer Eltern und der restlichen Familie war zu Ulrikes Kommunion. Es war eine große Feier mit vielen Gästen und vielen schönen Geschenken. Sie war an diesem Tag sehr glücklich. Vor allen Dingen über ihr schönes weißes Kleid, das ihre Mutter extra für sie genäht hatte.
Ihre Freizeit gestaltete sie meistens für sich alleine, weil ihr die Spielkameraden fehlten. So wuchs immer mehr der Wunsch in ihr, einen Kameraden zu haben. Sie fing an, ihre Mutter nach einem Hund anzubetteln, nervte sie so lange, bis sie eines Tages mit ihr ins Tierheim fuhr und sie sich einen Hund aussuchen durfte.
Sie entschied sich für „Pubo“, eine Promenadenmischung aus Pudel und Boxer, daher der Name.
Leider blieb er nicht lange bei ihr. Er richtete, durch das Zerbeißen von Hausschuhen, Sofakissen und Teppichen, zu viel Schaden an. Ihrer Mutter war das zu anstrengend und so schaffte sie den Hund, zum Leidwesen von Ulrike, wieder ab. Der Wunsch nach einem Tier, aber blieb weiterhin bestehen.
Sie brachte eines Tages eine kleine Katze mit nachhause und behauptete mit unschuldiger Miene, dass sie am Straßenrand ausgesetzt wurde.
Das hatte ihre Mutter ihr dann doch nicht geglaubt, weil sie außer der Katze noch ein Körbchen, eine Decke, einen Futternapf und zwei Dosen Katzenfutter mitbrachte.
Es dauerte nicht lange, bis ihre Mutter herausfand, dass die Katze aus dem Haushalt einer Schulkameradin von Ulrike stammte, die das Tier los werden wollte. Die Katze musste flugs wieder dorthin zurück, wo sie herkam.
Die Familie ihres Stiefvaters lebte in der damaligen Ostzone. Seine Eltern wohnten in Zossen und seine Schwester in Rangsdorf.
Die Besuche dorthin waren immer total aufregend für Ulrike. Wenn sie die Grenze passierten, glaubte sie in einer völlig anderen Welt zu sein. Leider endeten die Besuche, wie so häufig in der Familie, im Streit, sodass irgendwann der Kontakt abbrach.
Ihr Stiefvater ließ daraufhin die Verbindung zu einem Freund aus der Volksarmee wieder aufleben. Sie fuhr aufgrund dessen regelmäßig mit ihren Eltern an den Mellensee, zu Karl-Heinz und Margarete M., zwei liebevolle Menschen, die leider nie eigene Kinder bekommen hatten und bei denen Ulrike sich sehr wohl fühlte. Die Zeit am See war unbeschwert. Sie fuhr zum Angeln mit dem Boot hinaus, faulenzte, ließ sich von Karl-Heinz und Margarete verwöhnen, konnte unbekümmert Kind sein.
Die Ehe ihrer Mutter wurde durch die ständigen Auseinandersetzungen mit ihrem Stiefvater immer problematischer.
Zum endgültigen Bruch der Beziehung kam es, als ihr Stiefvater wieder Mal eine Liebelei mit einer anderen Frau anfing, die augenscheinlich ernster war als die vergangenen Affären.
Ihre Mutter hatte so etwas geahnt. Um dieses Gefühl bestätigt zu wissen, beauftragte sie einen Detektiv, der Ulrikes Stiefvater observieren sollte. Er konnte diese Vermutung auch nach kurzer Zeit bestätigten. In einer regnerischen Nacht rief sie ein Taxi, nahm Ulrike bei der Hand und fuhr gemeinsam mit ihr zur Wohnung der Geliebten.
Vor der Haustür stand der Wagen ihres Stiefvaters. Das Gesicht ihrer Mutter wurde wie versteinert. Es war hart für sie zu realisieren, dass ihre Ehe gescheitert war, denn sie liebte ihren Mann sehr, trotz aller Widrigkeiten, die ihr widerfahren waren.
Ein paar Tage später packte Ulrikes Stiefvater einen Koffer und zog zu seiner neuen Freundin. Ulrike war wieder allein mit ihrer Mutter.
Obwohl ihre Mutter hart in der Kneipe arbeitete, machte sie immer weniger Umsatz und war zum Scheitern verurteilt. Die Last der Schulden und die Trennung von ihrem Ehemann drückten ihr aufs Gemüt. Sie verfiel in eine tiefe Depression.
An einem heißen Sommertag kam Ulrike früher aus der Schule, weil sie hitzefrei bekommen hatte. Freudig rannte sie nachhause, um die Badetasche zu packen und ins Schwimmbad zu gehen. Sie schloss die Wohnungstür auf und rief nach ihrer Mutter. Sie lief durch die Wohnung, um nach ihr zu suchen. Schließlich fand Ulrike sie im Schlafzimmer und wunderte sich darüber, dass sie noch im Bett lag und schlief. Sie versuchte, ihre Mutter durch Schütteln und Rütteln aufzuwecken. Vergeblich, sie wurde nicht wach.
Sie sah, dass überall verstreut leere Medikamentenschachteln herumlagen.
In ihrer Verzweiflung rief sie ihren Onkel Peter an und schilderte ihm die Situation. Er versuchte sie zu beruhigen und gab ihr die Anweisung, die Tür zu öffnen, wenn der Krankenwagen kommt.
Kurze Zeit später war der Krankenwagen und ihr Onkel Peter da. Die Sanitäter legten ihre Mutter auf eine Trage und brachten sie mit Blaulicht ins nächste Krankenhaus.
Bis ihre Mutter wieder aus dem Krankenhaus entlassen wurde, wohnte Ulrike bei der Familie von Onkel Peter.
Mit Erschrecken stellte Ulrike fest, dass sich ihre Mutter das Leben nehmen wollte. Sie hatte sie aber noch rechtzeitig gefunden.
Durch diesen Vorfall kamen Ulrike berechtigte Zweifel an ihrer Mutter auf. Sie fragte sich, warum ihre Mutter sie in dieser Welt allein lassen wollte, war Ulrike ihr so gleichgültig? Verzweifelte sie so sehr über den Verlust des Mannes, dass sie sogar ihre kleine Tochter im Stich lassen wollte?
Mit diesen Fragen beschäftigte sich ihr kindliches Gemüt in den folgenden Tagen, bekam aber von niemandem eine Antwort.
Nach der Pleite mit der Kneipe und ihrem überstandenen Selbstmordversuch festigte sich die Psyche ihrer Mutter zusehends. Sie nahm wieder ihre alte Gewohnheit auf, jobbte mal hier und da, um sich über Wasser zu halten. Finanziell ging es langsam wieder aufwärts und Ulrike fehlte es an nichts.
Ihre Mutter hatte jetzt mehr Zeit für Ulrike, was ihr aber gar nicht so recht war, weil sie bemerkte, dass sie sich in ihrer gewohnten Freiheit eingeschränkt fühlte. Sie war froh, wenn sie allein war. Sie wollte nicht, dass ihre Mutter den ganzen Tag um sie herum war. Es nervte sie schon gewaltig, wenn sie nur den Satz hörte:
„Morgen machen wir den ganzen Tag was zusammen.“
Diese Tage waren einfach nur anstrengend für sie. Mit Vorliebe räumte ihre Mutter den ganzen Tag die Wohnung um, was sich manchmal so heftig zuspitzte, dass das Mobiliar der Zimmer komplett ausgetauscht wurde.
Ging es um die Hausaufgaben von Ulrike, konnte ihre Mutter sie so richtig nerven. Wenn sie die Anforderungen ihrer Mutter nicht 100-prozentig erfüllte, begann eine stundenlange Diskussion über ihre Zukunft.
„Was soll aus dir mal werden, wenn du nicht in der Lage bist, wenigstens eine Aufgabe gewissenhaft zu erledigen.“
Solche und ähnliche Vorhaltungen musste sich Ulrike pausenlos anhören. Den Ansprüchen ihrer Mutter gerecht zu werden war wirklich schwierig für sie. Nicht immer lief alles schief bei den beiden. Es gab auch Zeiten, wo sie sich gut verstanden und miteinander auskamen, leider war es nicht oft der Fall. Ulrike war zumeist sehr froh, wenn sie einen neuen Mann kennen lernte. Dadurch war sie abgelenkt, wenn auch die Beziehungen meist nur von kurzer Dauer waren.
Wenn ihre Mutter nach intensiven Suchen endlich einen neuen Job fand, der meistens mit unterschiedlichen Arbeitszeiten verbunden war, konnte sich Ulrike der Kontrolle ihrer Mutter entziehen, weil sie unregelmäßig zuhause war. Dadurch kam Ulrike wieder in den Genuss, ihrer gewohnten Freiheit. Diese Freiheit schloss auch jede Menge Langeweile mit ein.
An einem dieser langweiligen Tage fing Ulrike an, im Wohnzimmerschrank ihrer Mutter herumzustöbern. Besonderes Interesse wurde in ihr geweckt, für den Teil des Schrankes, der ihr nicht zugänglich war.
Ihrer Neugierde folgend öffnete sie mit etwas Geschick die verschlossene Tür.
Ihr schlug der Geruch von alten Aktenordnern entgegen. Die Freude über diese Entdeckung hielt sich in Grenzen. Da sie aber nun schon ein Tabu überschritten hatte, nutzte sie die Gelegenheit und fing an, in den Ordnern herumzublättern.
Sie entdeckte, in den vielen, ihr unverständlichen Papieren, ihren Namen, ihr Geburtsdatum und ihr gänzlich unbekannte Nachnamen. Sie merkte aber bald, dass es in den Papieren um sie ging, was sie als sehr spannend empfand.
Sie war des Lesens noch nicht so mächtig, als dass sie verstanden hätte, worum es in den Papieren wirklich ging.
Die Entdeckung der Papiere und nicht zu verstehen was darin stand, machte sie sehr unzufrieden. Den Rest des Tages plagte sie so die Neugier, dass sie nicht umhin kam, ihre Mutter am Abend mit ungeschickten Fragen damit zu konfrontieren.
Ihre Mutter wurde stutzig und wunderte sich, was Ulrike für ungewöhnliche Fragen stellte.
Sie musste eingestehen, dass sie verbotenerweise den Schrank geöffnet und sich Zugang zu den Papieren verschafft hatte.
Daraufhin drehte ihre Mutter völlig durch und warf Ulrike vor, bösartig zu sein. Wie sie dazu käme, in ihren Sachen herumzuschnüffeln, nichts sei vor ihr sicher. Sie wäre undankbar und ihres Vertrauens unwürdig.
Nachdem Ulrike von ihrer Mutter gehörig zurechtgewiesen worden war, kam sie endlich zu dem Punkt, den Ulrike eigentlich wissen wollte.
Ja, sie sei adoptiert worden und sie wäre gar nicht ihre richtige Mutter und darüber könnte sie froh sein, denn ihre leibliche Mutter wäre kein guter Mensch, weil sie nach ihrer Geburt sie verantwortungslos in ein Heim abgeschoben hätte.
Diese Neuigkeit war für Ulrike die große Sensation, die sie am nächsten Tag sofort in der Schule herumerzählte. Sie war das Gesprächsthema in den Pausen und fühlte sich im Mittelpunkt. Endlich bekam sie die Aufmerksamkeit, die ihr so oft vorenthalten wurde. Sie platzte fast vor Stolz, denn sie war wichtig und anders als die anderen Kinder.
Die Neuigkeit drang bis zum Schuldirektor vor, der sie daraufhin ins Sekretariat bestellte.
Ihre Mutter musste sie von der Schule abholen und es gab eine lange Diskussion darüber, dass man solche Sachen nicht in der Gegend herumposaunen durfte. Ulrike musste lernen, solche Angelegenheiten für sich zu behalten, was nicht einfach für sie war.
Die nächste Gelegenheit etwas auszuposaunen, bot sich nach einer Auseinandersetzung mit ihrer Mutter.
Nach der obligatorischen Tracht Prügel, die Ulrike verabreicht wurde, sagte ihre Mutter zu ihr, dass sie in ein Heim kommen würde, weil sie so anstrengend wäre.
Sie schickte Ulrike danach in die Markthalle, zum Einkaufen und sie hatte nichts Besseres zu tun, als lautstark jeden, der ihr begegnete, davon in Kenntnis zu setzten, dass ihre Mutter sie in ein Heim stecken würde.
Eine Stunde später wusste die ganze Nachbarschaft darüber Bescheid.
Da stand sie nun, jammernd, kläglich heulend und wollte nicht in ein Heim. Sie bekam wieder Mal die volle Aufmerksamkeit, vor allem von ihrer wütenden Mutter, die ein aufgeregter Nachbar angerufen hatte, um sie über den völlig entgleisten Auftritt ihrer Tochter zu informieren.
Daraufhin stürmte ihre Mutter wutschnaubend auf die Straße, packte Ulrike am Schlafittchen, zerrte sie die drei Treppen hoch und las ihr ordentlich die Leviten. Sie musste ohne Abendbrot ins Bett.
Beide waren froh, wenn sie möglichst wenig Zeit miteinander verbrachten. Sie mochten sich nicht sehr, jedenfalls nicht oft.
Es gab aber auch schöne Stunden, da war ihre Mutter wirklich ein Pfundskerl und man hätte Pferde mit ihr stehlen können.
Das Leben, das ihre Mutter führte, ließ aber leider keinen Spielraum für die Ausgeglichenheit ihrer Psyche. Bedingt dadurch geriet sie immer wieder in Disharmonie mit sich selbst, was sich oft durch Depressionen bemerkbar machte. Diese Unzufriedenheit mit sich selbst übertrug sie immer wieder auf Ulrike, was zu einer ständigen Dissonanz zwischen beiden führte.
Äußerlich ließ sie keinen Zweifel aufkommen, was für eine aufopfernde Mutter sie war, für ein Kind, das noch nicht mal ihr Eigenes war.
Dafür wurde sie von vielen Menschen bewundert – für das Opfer, das sie brachte.
Das Ansehen und die Meinung der Anderen, über sich und ihre Familie, war ihrer Mutter immer sehr wichtig. Sie hat sich damit das Leben unnötig schwer gemacht.
Nicht perfekt zu scheinen nach außen, war für sie untragbar. Sie war immer darauf bedacht, einen guten Eindruck zu machen.
Ulrike war etwa zehn Jahre alt, als sie anfing, sich für Jungen zu interessieren.
Zu jener Zeit machte sie auf dem Spielplatz die Bekanntschaft mit der gleichaltrigen Christina. Sie erzählte ihr, dass sie mit ihrem drei Jahre älteren Bruder schon Sex machen würde.
Diese Äußerung verwirrte Ulrike, aber ihre Neugier und das Interesse an Sex wurden geweckt, weil ihre Mutter auch häufig mit Sex beschäftigt war. Wenn sie gelegentlich einen Mann mit nachhause brachte, wurde es laut im Schlafzimmer und Ulrike stand des Nachts auch schon mal auf, um zu fragen, ob es ihr gut gehe. Sie blickte dann ihre Tochter nur völlig entgeistert an und sagte, sie solle wieder ins Bett gehen. Danach hörte Ulrike keinen Laut mehr aus dem Schlafzimmer.
Es musste etwas Spannendes sein. Ulrike begann, sich mehr und mehr dafür zu interessieren.
Ihre ersten sexuellen Erfahrungen machte sie sehr früh. Sie waren verworren und sollten ihr späteres Sexualleben stark beeinflussen.
In dem Wohnhaus von Ulrike befand sich ein Pelzgeschäft. Der Besitzer war Anfang 50 und mit einer sehr viel jüngeren Frau verheiratet. Sie hatten eine Tochter, die ein bis zwei Jahre jünger als Ulrike war. Mit ihr spielte sie gerne zusammen. Dem Anschein nach eine Bilderbuchfamilie. Es kam vor, dass sie das Geschäft alleine betrat, um Anja zum Spielen abzuholen. Der Laden hatte ein Hinterzimmer, wo die Pelze gelagert und geändert wurden. Die Räume waren durch eine Tür, die mit Spiegelglas versehen war, getrennt. Man konnte vom hinteren Raum in den Verkaufsraum sehen, aber nicht umgekehrt. Zuweilen kam es vor, dass Anja nicht da war und Ulrike sich dort alleine aufhielt. Der Vater forderte sie immer öfter auf, auf Anja zu warten, obwohl er wusste, dass seine Tochter nicht kommen würde. Er fing an, sich durch einfache Berührungen Ulrike zu nähern. Mit der Zeit begann er, sie auf seinen Schoß zu setzen, um intime Berührungen an Ulrikes jungen, unschuldigen Körper vorzunehmen. Es erregte ihn sehr, Ulrike unsittlich anzufassen. Dieses Spielchen erweiterte er immer mehr, bis sich Ulrike eines Tages nackt liegend auf dem Arbeitstisch wiederfand, um sich der Lust des Vaters am Oralverkehr hinzugeben. Die anfängliche Angst vor seinem Geschlechtsteil schwand von Mal zu Mal. Den Geschlechtsakt vollzog er nie mit ihr, und wenn Ulrike sich wehrte, hielt er inne. Er zwang sie zu nichts, was ihr unangenehm war.
Sie musste dem Mann versprechen, niemanden etwas davon zu erzählen. Ulrike versprach es. Das hatte sie von ihrer Mutter gelernt.
Sie spürte, dass es etwas Verbotenes war, fühlte sich aber von dem Erlebten angezogen und konnte sich dessen nicht erwehren, weil es auch etwas Unbekanntes war. Sie ging weiterhin in das Geschäft, weil sie ja Anja zum Spielen abholen wollte, aber irgendwann kam ihr das Geschehen nicht geheuer vor und stellte die Besuche ein.
Jahre später war sie einige Male in der Nähe des Geschäfts und immer kurz davor, ihren Schänder mit dem Missbrauch zu konfrontieren. Es fehlte ihr aber der Mut dazu und so blieb es lediglich bei dem Vorsatz. Ihre Gedanken beschäftigten sich lange mit der Frage, ob er es auch mit seiner eigenen Tochter getrieben hat.
Durch diese Erlebnisse entwickelte sich bei Ulrike früh ein gestörtes Verhältnis zur Sexualität. Sie hatte zwar noch keinen Geschlechtsverkehr, wusste aber von Gefühlen, die sie bekommen konnte, war mit dem männlichen Geschlechtsteil und dem Oralverkehr vertraut. Sie wurde jetzt ziemlich frivol im Umgang mit ihrer Sexualität. Ohne Hemmungen ließ sie ihr Höschen für die Jungen auf dem Spielplatz herunter oder nahm schon mal ihren Penis in den Mund. Es war ja nichts Besonderes für sie. Das machte sie für den Vater ihrer Freundin doch auch.
Die Skala ihre Beliebtheit schrumpfte bei den Mädchen enorm und stieg entsprechend bei den Jungen rapide an, nachdem sich herumsprach, was sich auf dem Spielplatz abspielte.
Sie war jetzt elf Jahre alt und ließ sich von den Jungs auf Dachböden und in Kellern befummeln. Es wurde geknutscht und Oralverkehr ausprobiert.
Sie fand es toll, die Aufmerksamkeit der Jungs auf sich zu ziehen und im Mittelpunkt zu sein.
Ihre Mutter war immer noch auf der Suche nach dem idealen Job für sich. Sie versuchte in der Markthalle gegenüber als Verkäuferin Fuß zu fassen oder arbeitete als Schneiderin in Heimarbeit. Letztendlich aber entschied sie sich wieder für die Gastronomie, weil sie mit der Arbeit als Kellnerin noch am ehesten klarkam.
Sie wechselte immer wieder den Arbeitsplatz, bis sie schließlich im „Bienenkorb“, einer verräucherten Eckkneipe in der Herrmannstraße – Neukölln, landete. Ihre Arbeitszeiten kamen Ulrike wieder sehr gelegen.
Wenn sie nach Schulschluss nachhause kam, war niemand da, der sie triezte, die Hausaufgaben zu machen. Es lag etwas Geld auf dem Tisch, von dem sie sich Süßes oder Pommes frites kaufen konnte. Der Kühlschrank war nie leer, aber das Geld war die Aufmerksamkeit, die ihre Mutter Ulrike zukommen ließ.
Die täglichen Kontrollanrufe ihrer Mutter kamen immer zur selben Zeit und so stand ihrer gewohnten Freiheit nichts im Wege. Sie konnte tun und lassen, was sie wollte.
Sie fing an, abends immer öfter rauszugehen. Lief ziellos durch die Straßen oder lungerte mit Halbwüchsigen im Park herum. Von ihren Freunden und Mitschülern wurde diese vermeintliche Freiheit missgünstig betrachtet.
Es kam die Zeit, in der sie von der Grundschule zur Oberschule wechseln musste.
Sie wechselte in eine Gesamtganztagsschule am Südstern in Kreuzberg, mit Betreuung bis 16 Uhr, inklusive Mittagessen.
Das mit der Betreuung klappte nicht wirklich. Es gab viele Zeiten, die sie ohne Betreuung verbrachte, was ihr nur recht war. Das Lernsystem beruhte auf freiwilliger Leistung des einzelnen Schülers. Jeder Schüler besuchte die Lernkurse seiner Leistung entsprechend.
Die coolsten Leute waren nicht in den Gymnasialkursen zu finden, sondern in den schwächeren Kursen. Sie wollte aber nur mit den coolsten Leuten zu tun haben. Sie ging zur Schule wegen der coolen Leute, nicht um etwas zu lernen. Dementsprechend waren ihre schulischen Leistungen. Sie besaß genügend Grips, um den Anforderungen gerecht zu werden, definitiv aber hatte sie null Bock auf die Schule. Daraus resultierend, schwänzte sie den Unterricht, ging mit anderen Klassenkameraden klauen und war oft in Prügeleien verwickelt. Sie log, dass sich die Balken bogen, und erfand die irrwitzigsten Geschichten, um sich aus all dem Schlamassel, den sie verzapfte, herauszureden.
Sie war voll in der Pubertät und ihre Mutter schaffte es nicht, Erfolg versprechend auf sie einzuwirken. Der Einfluss auf Ulrike war ihr schon viele Jahren zuvor abhandengekommen.
Es dauerte nicht lange, bis sie ihren ersten Freund kennen lernte. Er hieß Thomas und sie gingen zusammen in die siebte Klasse.
Thomas war abends, genau wie Ulrike, oft alleine. Dadurch entwickelte sich zwischen ihnen eine Vertrautheit, die über die gewöhnliche Klassenkameradschaft weit hinausging.
Seine Eltern waren älter als durchschnittliche Eltern. Sie betrieben eine gut gehende Spielhalle in der Gneisenaustraße und wohnten im Nebenhaus in einer großen Altbauwohnung.
Ulrike zog jetzt mit Thomas immer öfter am späten Abend um die Häuser, um vor lauter Langeweile irgendwelchen Blödsinn anzustellen. Sie schmissen die Fensterscheiben von leer stehenden Wohnungen ein, überfielen Schwule in öffentlichen Toiletten, um ihnen ihre „Kohle“ zu klauen, saßen auf Dächern der Mietshäuser herum oder fuhren ohne Fahrschein, mit der BVG 1durch Berlin.
Thomas war auch der erste Junge, mit dem Ulrike Geschlechtsverkehr ausprobierte.
Sie verbrachten ihre Sommerferien gemeinsam am Tegeler See, wo sie in einem Kanu übernachteten. Ihre Eltern machten sich keine weiteren Gedanken darüber und fanden das in Ordnung.
Sie sollten nur, wenn sie gefragt wurden, erzählen, dass sie Geschwister wären. Das fiel Ulrike nicht schwer, denn im Geschichtenerzählen war sie spitze.
Für Ulrike war es eine schöne unbeschwerte Zeit,
an die sie sich gerne zurückerinnerte. Sie fühlte sich bei Thomas geborgen und beschützt.
Von ihm bekam sie die nötige Aufmerksamkeit. Sie gingen stets Hand in Hand, hockten immer zusammen, knutschten, stritten und versöhnten sich. Sie hatten eine turbulente Zeit miteinander und in der Schule galten sie als ein unzertrennliches Traumpaar. Ihre Beziehung war aber nicht für die Ewigkeit bestimmt.
Thomas fing an, sich für andere Mädchen zu interessieren und Ulrike machte die Bekanntschaft mit anderen Jungen. Jeder ging seinen eigenen Interessen nach und sie entfernten sich immer mehr voneinander.
Es begann die Zeit, in der Ulrike zunehmend die unterschiedlichsten Discos aufsuchte.
Sie empfand es als ungemein spannend und prickelnd, spät nachts durch die Clubs zu tingeln und Leute kennenzulernen.
Sie wurde abgelenkt vom nervenden Stress in der Schule und ihrem unbeständigen Zuhause.
Die Läden, in denen sie jetzt verkehrte, unterschieden sich deutlich von den Schuldiscos, die sie bis dahin kannte.
Sie lernte, das „Sound“ in der Kurfürstenstraße in Schöneberg kennen.
Die Straße an sich ist seit je her der bekannteste Autostrich von Berlin, wo die Nutten wie an der Perlenkette aufgezogen am Straßenrand stehen, um sich als Lustobjekt an zahlungskräftige Kunden zu verkaufen.
Im „Sound“ hingen größtenteils Drogenabhängige herum, die auf ihren Stoff warteten. Dort konnte jeder, angefangen von Haschisch, über LSD, bis zu Heroin, alles bekommen, was das Herz eines Drogensüchtigen begehrte.
Das war überhaupt nicht Ulrikes Welt. Sie sah die zugedröhnten Freaks, ungepflegt und schlecht gekleidet und dachte nur – so will ich nicht werden. Sie ging wegen der guten Musik dort hin, hielt sich aber von den Leuten weitestgehend fern.
Eine ganz andere Welt war für Ulrike dagegen die Disco „Cheetha“ in der Kreuzberger Hasenheide. Hier war jeden Mittwoch und Sonntag ab 16 Uhr Teenie Party angesagt. Es kamen immer Hunderte von Jugendlichen. Alle schick angezogen und durchgestylt. Die Mädchen fett geschminkt und mit toupierten Haaren. Die Jungs in „Applehosen“ 1, Westover, Stehkragenhemden, Halstuch und „Budapester Schuhen“ 2.
Der Nachteil war, dass Jugendliche unter 18 Jahren das „Cheeta“ um 22 Uhr verlassen mussten.
Es gab auch jede Menge Jugend Discos, dessen Publikum vorwiegend zwischen 14 und 16 Jahre alt war. Aber das waren ja die „Küken“ und zu denen wollte Ulrike nicht gehören, die waren einfach langweilig für sie. Sie wollte zu den „Großen“ gehören, weil das Nachtleben und die Jungen viel aufregender waren.
Aufregend fand Ulrike auch, nicht mehr nachhause zu gehen, auf „Trebe“ 3zu sein.
Ihre damalige Freundin Gabi sah das auch so. Sie beschlossen gemeinsam, so etwas mal auszuprobieren, packten einen kleinen Koffer mit den wichtigsten Utensilien, wie Kamm, Zahnbürste, Tampons, etc. und hauten von zuhause ab.
Nicht, dass sie irgendeinen Grund gehabt hätten, auf der Straße zu leben. Nein, sie gingen aus lauter Langeweile auf Trebe, weil sie nicht wussten, Besseres mit ihrer Zeit anzufangen.
Ausschlaggebend für diese unüberlegte Aktion war, dass Ulrike sich Gedanken darüber machte,
ob ihre Mutter ihre Abwesenheit überhaupt bemerken würde, weil sie wieder einen neuen Freund und für sie immer noch nicht genügend Zeit hatte.
Ihre Mutter angelte sich den Chef vom „Bienenkorb“. Wolfgang hieß er und stand gar nicht auf Kinder und schon gar nicht auf heranwachsende Teenager.
Er machte keinen Hehl daraus, dass er Ulrike nicht leiden konnte. Sie konnte nicht verstehen, was ihre Mutter an diesem Mann so toll fand.
Die Beziehung war eher eine Zweckgemeinschaft.
Wolfgang hatte Geld und eine sichere Zukunft, ihre Mutter heftige Schulden und reichlich Mietrückstände. Auf etlichen Gegenständen in ihrer Wohnung klebte der „Kuckuck“.
Ihre Mutter war eine gute und günstige Arbeitskraft für Wolfgang. Sie konnte ackern wie ein Pferd und kochen wie ein Chef de Rang. Sie war pedantisch in Bezug auf Sauberkeit und hübsch anzusehen.
Sie war die ideale Frau für Wolfgang.
Aber ihre Mutter liebte den Luxus!
Ulrike empfand sich als störend in dieser Beziehung und machte einfach ihr eigenes Ding.
Mit ihrem bescheidenen Koffer und das bisschen Taschengeld, was sie hatten, fuhr sie mit ihrer Freundin Gabi kreuz und quer durch Berlin.
Sie schliefen auf Parkbänken unter freiem Himmel. Als ihr Geld alle war, fingen sie an, auf dem Rummel am Kreuzberg, bei einem Schausteller zu jobben. Sie mussten am Karussell die Fahrchips von den Kindern kassieren.
Ulrike ist bis heute noch nicht klar, wie es möglich war, mit 13 Jahren an diesen Job zu kommen.
Ihre Eltern hatten Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, um sie zu finden, aber sie waren ihnen immer ein Schritt voraus.
Sie lernten einen jungen Mann kennen, der die beiden mit zu sich nachhause nahm. Sie konnten sich duschen und die Nacht in einem sauberen Bett verbringen.
Unter dem Vorwand, arbeiten gehen zu müssen, ließ er sie alleine und schloss die Wohnungstür hinter sich ab.
Bei den beiden klingelten sofort die Alarmglocken, so blöd waren sie nun auch wieder nicht.
Glücklicherweise stand vor dem Haus ein Baugerüst, über das sie sich eiligst aus dem Staub machten.
Sie tingelten weiter durch das nächtliche Berlin. Es dauerte auch nicht lange, bis sie abermals die Bekanntschaft eines älteren Jungen machten, der sie auch gleich wieder mit zu sich nahm. Er lebte noch bei seinen Eltern, die ein prunkvolles Haus an der Krumme Lanke in Zehlendorf bewohnten.
Sein Zimmer war im Dachgeschoss der Villa, in dem ein großes Bett stand, in dem sie auch alle drei wenig später gelandet sind.
Den Eltern des jungen Mannes blieb der unangekündigte Besuch zu der fortgeschrittenen Uhrzeit nicht verborgen. Auch ihr Alter schien ihnen nicht ganz geheuer gewesen zu sein. Ulrike und Gabi bemerkten jedenfalls, dass die Polizei in Anmarsch war und sie schafften es gerade noch, aus dem Haus zu flüchten.
Wenig später wurden sie aber dann doch noch im Park geschnappt und ihr konfuses Abenteuer fand ein jähes Ende.
In der Schule wurde es durch Ulrikes Fehlverhalten immer stressiger für sie. Sie war ständig in Schlägereien verwickelt, pöbelte herum und provozierte ihre Mitschüler. Sie war frustriert und das äußerte sich in Gewalttätigkeiten gegenüber ihren Klassenkameraden.
Bei einigen Mädchen war sie nicht besonders beliebt, war verrufen als pöbelnde Schlampe.
Sie machte sich keinen Kopf darum, es ging ihr am Arsch vorbei. Für sie war es wichtig im Mittelpunkt zu stehen, anerkannt zu sein, wenn auch nur im negativen Zusammenhang.
Um cool auszusehen, tätowierte sie sich mit Tinte ein Band mit ihrem Namen auf den Arm. Dann noch ein Kreuz, ein Herz und ein T für Thomas.
Von den Jungs zogen sie nur die schrägen Vögel an. Sie mussten lange Haare haben, provozierend wirken und schnell mit der Faust sein.
Andreas M. war so ein Typ. Bei ihm war das Jugendamt täglich zu Besuch. Seine Eltern wussten weder ein noch aus mit ihm. Aber er war ein geiler Typ und konnte gut mit der Zunge küssen. Er befummelte Ulrike an den richtigen Stellen und machte Sex mit ihr im Hausflur, in der Schule oder im Park auf der Bank.
Er war auf die Dauer für die Schule untragbar und musste sie verlassen. Seine Eltern verbannten ihn in ein Internat nach Westdeutschland, was Ulrike sehr bedauerte.
Ulrikes Mutter bekam von der Entwicklung ihrer Tochter wenig mit. Sie war viel zu sehr mit sich, ihrem Wolfgang und der Kneipe beschäftigt. Ab und zu sah sie etwas genauer hin, und zwar immer dann, wenn sie in die Schule kommen musste, um sich Ulrikes neuste Schandtaten anzuhören.
Wenn Ulrike nach Schulschluss nachhause kam, machte ihre Mutter ein riesiges Theater. Es gab, nicht enden wollende Diskussionen, die sie meistens mit den Worten abschloss: „Du wirst sowieso mal so werden wie deine leibliche Mutter.“
Mit dieser Bemerkung versuchte sie klarzustellen, dass es nicht an ihrer Erziehung gelegen hat, das Ulrike so geworden ist. Vielmehr ist es den genetischen Bausteinen zuzuschreiben, dass sie sich so negativ entwickelte. Ihr leibliches Kind wäre bestimmt ganz anders geworden.
Und ihre Undankbarkeit. Sie hatte sie aus dem Heim geholt, sich all die Jahre für sie aufgeopfert und es immer nur gut mit ihr gemeint.
Ulrike konnte die Vorhaltungen ihrer Mutter einfach nicht mehr ertragen.
Wenn es nicht unbedingt erforderlich war, gingen sich beide möglichst aus dem Weg.
In der Schule bekam Ulrike jetzt dermaßen Stress, dass sie auf Veranlassung des Direktors, in eine andere wechseln musste. Sie wechselte zur neunten Klasse in eine Gesamtschule, nach Rudow in der Buschkrugallee. Wieder war es eine Ganztagsschule. Es war ihr letztes Schuljahr und sie versuchte, so gut es ging, die Zeit herumzubringen. Der Schulweg war jetzt bedeutend länger und sie musste morgens früher aufstehen. In der neuen Schule erhielt sie die Chance, ihr Leben zu verändern, aber sie verfiel sehr schnell wieder in ihr altes Verhaltensmuster.
Neue Mitschüler, neue Jungs, ständig Prügeleien. Es dauerte nicht lange und sie hatte wieder ihren Ruf als pöbelnde, prügelnde Schlampe weg und es stellten sich wieder dieselben Probleme ein, die sie von der vorherigen Schule kannte.
Sie wollte nicht aus ihren Fehlern lernen, denn für sie waren es keine Fehler. Dass es Fehler waren, meinten immer die Anderen.
Vor dem Eingang U-Bahnhof Gneisenaustraße stand eine verräucherte Imbissbude, an der Ulrike immer vorbei musste, wenn sie morgens zur Schule fuhr oder am Nachmittag nachhause kam.
Der Besitzer hieß Klaus und war ihr außerordentlich unsympathisch. Er baggerte laufend junge Mädchen auf ordinäre Weise an und betrog ständig seine Freundin Ilona mit anderen Frauen.
Außer Klaus arbeitete noch ein anderer junger Mann dort, der es schaffte, mit seinem Lächeln ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen.
Sie trank jetzt immer öfter nach der Schule eine Limo an der Bude und kam mit ihm ins Gespräch.
Er hieß Giovanni und war zwei Jahre älter als Ulrike. Sein Vater kam aus Sizilien und seine Mutter war deutscher Abstammung.
Seine Arme zierten mehrere Tätowierungen, er übte einen asiatischen Kampfsport aus und ging nicht mehr zur Schule, was Ulrike am Besten an ihm fand.
Er wohnte noch bei seiner Mutter, zusammen mit ihrem Lebensgefährten und seinem Stiefbruder.
Mit Giovanni fing eine neue Zeit für Ulrike an. Er war anders als die Jungs, mit denen sie vorher zusammen gewesen war. Er wirkte so erwachsen auf die pubertäre Ulrike.
Manchmal holte er sie, mit einem wunderschönen Blumenstrauß in der Hand, von der Schule ab. Es war ihr wert, diesem Jungen mehr als nur ein Lächeln zu schenken. Sie wurden ein Paar.
Mit ihm bekam Ulrike auch Zugang zu einem neuen Bekanntenkreis.
Sie lernte Helmut und Christiane kennen, die beide ganz Okay waren, nur leider schlug Helmut öfter seine Frau. Sie hatten einen kleinen Sohn, und wenn sie mal was unternehmen wollten, boten sich Ulrike und Giovanni als Babysitter an. Dadurch ergab sich für sie die Gelegenheit, ungestörten Sex miteinander zu haben. Mit Giovanni Liebe zu machen, hatte eine ganz andere Qualität, als das was sie vorher mit Jungs erlebte.
Wenn er sie küsste, bekam sie eine Gänsehaut, wenn er sie streichelte, wollte sie mehr. Durch ihn bekam sie ihren ersten Orgasmus.
