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Julia Torggler ist Zirkus-Artistin und Tänzerin. In ihrer Freizeit bereist sie am liebsten ferne Länder mit exotischen Tier- und Pflanzenwelten. Immer mit dabei ist ihr Lieblings-Zirkus-Requisit: das Vertikalseil. Wenn sie nicht gerade kopfüber an ihrem Seil von einer Palme hängt, beschäftigt sie sich am liebsten mit Yoga und Meditation oder trifft interessante Menschen und lernt neue Kulturen kennen. In Ihrem Buch beschreibt Julia ihre Erlebnisse und Abenteuer einer 3-monatigen Reise durch Costa Rica. Sie erzählt von den Menschen, die sie getroffen hat und wie diese Begegnungen ihre Sichtweise auf die Welt und auch ihre spätere Arbeit beeinflusst haben. Julia beschreibt die unvergleichlich schöne Natur dieses Landes so wie sie sie durch ihre Augen wahrnimmt.
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Veröffentlichungsjahr: 2024
Julia Torggler
Kopfüber im Dschungel
Julia Torggler
Kopfüber im Dschungel
Impressum
Texte: © 2022 Copyright by Julia, Torggler
Umschlag: © 2022 Copyright by Julia, Torggler
Verantwortlich
Julia Torggler ist Zirkus-Artistin und Tänzerin. In ihrer Freizeit bereist sie am liebsten ferne Länder mit exotischen Tier- und Pflanzenwelten. Immer mit dabei ist ihr Lieblings-Zirkus-Requisit: das Vertikalseil.
Wenn sie nicht gerade kopfüber an ihrem Seil von einer Palme hängt, beschäftigt sie sich am liebsten mit Yoga und Meditation oder trifft interessante Menschen und lernt neue Kulturen kennen.
Vorbemerkung
Diese Erzählungen basieren auf meinen eigenen Erlebnissen während meiner 3-monatigen Reise durch Costa Rica vom 1. März bis 24. Mai 2022. Viele der Ereignisse habe ich verkürzt zusammengefasst. Alle Orte und Schauplätze meiner Abenteuer sind reale Orte. Um Rücksicht auf die Privatsphäre der beschriebenen Personen zu nehmen, habe ich alle Namen und zum Teil einige Charakterzüge der vorkommenden Akteure verändert. Ähnlichkeiten sind daher unbeabsichtigt.
Diese Geschichte ist meine persönliche Wahrnehmung der erlebten Ereignisse. Ich habe mir größte Mühe gegeben, meine Erfahrungen so authentisch wie möglich wiederzugeben.
Inhalt
Prolog
Auf geht´s
Pavones
Stille
Abschluss-Feier
23. September 2021
Ich sitze am Tisch mit Leandra und vier ihrer Arbeitskollegen. Es ist Leandras Geburtstag und wir haben uns bei ihr zu Kaffee und Kuchen getroffen. Außer mir sind alle aus Leandras Firma. Sie arbeiten im Energie-Consulting. Ich habe keine Ahnung, was das ist.
Mike fängt an zu erzählen: „Also in meiner neuen Stelle arbeite ich jetzt 55 Stunden die Woche. Überstunden nicht mitgezählt natürlich. Ist aber ja auch eine sehr wichtige Position.“ Katharina ergänzt: „Ja, also ich habe jetzt diese neue Stelle in der Außen-Korrespondenz mit Japan. Wegen der Zeitverschiebung fange ich da schon um 6:00 an zu arbeiten, bis 18:00 Uhr natürlich. Aber es ist ja sehr wichtig!“ Und Max trifft schließlich den Höhepunkt: „Also ich stehe ja jetzt um 5:00 Uhr auf! Ich habe ja Übergewicht, deshalb muss ich vor der Arbeit noch joggen. Um 6:00 wecke ich dann die Kinder und mache ihnen Frühstück. Ab 7:30 wird gearbeitet. Bis 17:00 natürlich. Dann habe ich noch diesen anderen Consulting Job. Um 20:00 Uhr komme ich dann nach Hause und habe kurz Zeit mit meiner Frau zu sprechen, über Organisatorisches natürlich. Ab und zu schaffen wir es sogar über private Dinge zu sprechen, aber da fehlt meistens die Zeit.“ Alle nicken ihm verständnisvoll zu und schwenken ihren Blick in meine Richtung.
Bin ich jetzt an der Reihe? Soll ich jetzt einsteigen in dieses Battle von: „Wer hat das stressigste Leben???“
MOMENT
HALT
STOPP
In diesem Moment realisiere ich, dass ich hier nicht mehr reinpasse. Nicht mit mir. Das kann doch nicht sein.
Ich erzähle dann von meinen vergangenen Reisen als Künstlerin auf dem Kreuzfahrtschiff und die vielen verschiedenen Ländern, die ich besucht habe. Ich erzähle von Stränden, Palmen und Sonnenschein und von leckeren Cafés in verschiedene Städten.
Alle blicken mich verständnislos an und ich fühle mich wie ein Alien.
Glücklicherweise kommt in diesem Moment Leandra herein, um den Kuchen mit uns anzuschneiden.
Wo bin ich hier gelandet…
An diesem Abend kann ich sehr lange nicht einschlafen. Nun gut, mein Leben ist sowieso anders als das von den meisten Menschen. Ich habe nie einen „9 to 5 Job“ im Büro gehabt. Ich hatte auch nie eine Festanstellung. Ich habe mein Leben lang als freiberufliche Künstlerin gearbeitet, zuerst als Tänzerin, dann als Artistin und zwischendrin immer wieder als Tanzpädagogin, Trainerin und Coach. Ich hatte tolle Erfahrungen im Theater und auf Tour und verbrachte einige Jahre im Showensemble auf Kreuzfahrtschiffen. Natürlich waren auch weniger tolle Erfahrungen dabei. Aber irgendwie hat es immer geklappt.
Mit Beginn der Pandemie machte ich zum ersten Mal die Erfahrung für längere Zeit an einem Ort zu sein und zu arbeiten. Das Ruhrgebiet, insbesondere die Stadt Essen, sind zu meiner Wahlheimat geworden. Aber ganz oft fühle ich mich in dieser Stadt, in der es oft darum geht, vor allem viel zu tun zu haben, wie von einem anderen Stern. Immer wieder komme ich hier an den Punkt, dass die Menschen um mich herum lieber wählen, sich den ganzen Tag zu stressen, um vermeintlichem Erfolg hinterherzurennen, als das Leben zu genießen. Irgendwie lasse ich mich dann auch davon anstecken. Immer und immer wieder höre ich, ich werde da schon reinfinden. Das ist ganz normal, irgendwann werden wir alle älter und man muss sich den Verpflichtungen des Alltags stellen. Das Leben ist schließlich kein Ponyhof. Das gehört nun mal dazu, dass man oft Arbeiten verrichten muss, die einem gar keinen Spaß machen. Produktivität und Wachstum sind wichtig. Und so weiter und so weiter….
1. März 2022
4 Monate später sitze ich im Flugzeug nach Costa Rica.
Durch meine Arbeit als Artistin auf dem Kreuzfahrtschiff habe ich schon viele Länder gesehen. Aber keins hat mich je so berührt wie Costa Rica. Die Energie, die Natur und die Menschen dort sind noch so miteinander verbunden.
Irgendwann an dem Abend nach Leandras Geburtstag konnte ich dann doch einschlafen. Als ich am nächsten Morgen aufgewacht bin, war ich plötzlich felsenfest überzeugt: Ich muss nach Costa Rica!
Wie ich da genau drauf gekommen bin im Schlaf, weiß ich bis heute nicht. Aber das ist auch gar nicht mehr so wichtig.
Das war bei mir immer schon so, wenn ich ein Gefühl hatte, dann musste ich dem nachgehen, egal was es kostet.
Gut nun sitze ich also in diesem Flieger nach San José, Hauptstadt Costa Ricas. Drei Tage werde ich dort verbringen, bevor ich weiter Richtung Süden fahre, um in Punta Banco fünf Wochen lang meine Ausbildung zur Yoga-Lehrerin zu machen. Meinen Rückflug habe ich erst in 3 Monaten gebucht. Ich habe ein Visum für maximal 90 Tage bekommen. Also bleibe ich 89 Tage. Ich habe keine Ahnung, was ich dort machen will. Aber genau das fühlt sich so gut an.
