Kurswechsel im Indischen Ozean - Martin Danders - E-Book

Kurswechsel im Indischen Ozean E-Book

Martin Danders

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Beschreibung

Der spannnende Roman "Kontamination - Die Tage danach" (Teil 1) beschreibt die Flucht mit einer Segelyacht von Deutschland nach Australien. Dort beginnt die Handlung des spannenenden Fortsetzungsroman " Kurswechsel im Indischen Ozean" (Teil 2), der die versuchte Rückkehr nach Europa mit einer Segelyacht beschreibt. Nach zwei Jahren in Australien startet der Erzähler einen gewagten Segeltörn mit dem Endziel Mallorca. Deutschland ist, aufgrund der Terroranschläge auf Kernkraftwerke, radioaktiv kontaminiert, sodass eine Rückkehr dorthin nicht möglich ist. Allerdings verläuft der Segeltörn nach Mallorca nicht ohne Zwischenfälle, da mittlerweile ein Krieg infolge der Terroranschläge tobt. Nach anfänglichen Zwischenstopps auf verschiedenen Tropeninseln wird der Erzähler im Golf von Aden gezwungen einen Kurswechsel durchzuführen. Eine Odyssee im Indischen Ozean beginnt. Der weitere Segeltörn bleibt wegen zahlreicher Ereignisse sehr spannend. Allerdings ist das Schicksal dem Erzähler weiterhin gut gesonnen.

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Seitenzahl: 189

Veröffentlichungsjahr: 2015

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Martin Danders

Kurswechsel im Indischen Ozean

Fortsetzung von Kontamination - Die Tage danach

 

 

 

Dieses ebook wurde erstellt bei

Inhaltsverzeichnis

Titel

Vorwort

1. Kapitel

2. Kapitel

3. Kapitel

4. Kapitel

5. Kapitel

6. Kapitel

7. Kapitel

8. Kapitel

9. Kapitel

10. Kapitel

11. Kapitel

12. Kapitel

13. Kapitel

14. Kapitel

15. Kapitel

16. Kapitel

17. Kapitel

18. Kapitel

19. Kapitel

20. Kapitel

21. Kapitel

22. Kapitel

23. Kapitel

24. Kapitel

25. Kapitel

26. Kapitel

27. Kapitel

28. Kapitel

29. Kapitel

30. Kapitel

31. Kapitel

32. Kapitel

33. Kapitel

34. Kapitel

Impressum neobooks

Vorwort

Die Geschichte ist frei erfunden und dies ist auch gut so. Der Roman ist die Fortsetzung des Buches „Kontamination – Die Tage danach“. Es ist bislang eine Fiktion, die aber sehr schnell Wirklichkeit werden kann. Ich hoffe sehr, dass es eine Fiktion bleibt. Aber die derzeitigen Zustände in der Welt sprechen eine andere Sprache.

Eine Rückkehr in das verstrahlte Deutschland ist nicht möglich, weil bis dahin erst ca. 100.000 Jahre ins Land gehen müssen. Eine Rückkehr ins nicht verstrahlte Resteuropa ist schwierig, wegen des Kriegs der Religionen, der als Folge des Terroranschlages in Deutschland einsetzte. Die Deutschen sind gezwungen im Ausland als Immigranten zu leben und haben sich über die ganze Welt verteilt.

1. Kapitel

Wir liegen mit unserer Jacht im Hafen von Port Hedland an der Nordwestküste von Westaustralien. Die Great Sandy Desert befindet sich nur etwa hundert Kilometer östlich von uns. Wir sind drei Menschen und ein Hund. Lisa ist seit drei Jahren meine Freundin. Sie ist Mitte dreißig und ausgebildete Krankenschwester. Wir haben seit einem Jahr eine gemeinsame Tochter mit dem Namen Maria, die in Port Hedland in Australien geboren wurde. Unsere ständige Begleiterin und Beschützerin ist die Kuvasz-Hündin Tisza. Mittlerweile ist sie schon etwas in die Jahre gekommen, aber für ihr Alter immer noch recht fit. Sie hat in den hinteren Hüftgelenken schon etwas Arthrose, sodass unsere Spaziergänge nicht mehr so weitläufig sind wie früher. Ich bin studierter Geologe, heiße Fritz Larsson und habe viele Jahre in Deutschland im Umweltschutz gearbeitet. Mittlerweile schreibe ich professionell Romane mit umwelttechnischen und geologischen Themen. Weder Lisa noch ich sind in Australien berufstätig, weil wir es mit ein wenig Glück geschafft haben, unser Leben durch andere Einnahmen zu finanzieren. Die Einnahmen, die ich als Buchautor habe, sind nur bescheiden und tragen nicht wesentlich zum Lebensunterhalt bei.

Vor drei Jahre habe ich Lisa im Rheintal bei der großen Flucht in Deutschland kennengelernt. Sie war damals nach den Terroranschlägen, genauso wie ich, von Freiburg nach Berlin gelaufen. Wir waren zunächst zu Fuß unterwegs und später mit Fahrrädern. Tisza war damals auch auf der Flucht dabei und hat uns bei den Übernachtungen im Freien gut beschützt. Mehrere arabische Terroristengruppen haben vor drei Jahren erfolgreich Anschläge mit Boden-Boden-Raketen auf mehrere deutsche Atomkraftwerke und auf das französische Kernkraftwerk Fessenheim durchgeführt. Es gab Reaktorbrände, die teilweise Kernfusionen zur Folge hatten. Deutschland und angrenzende Länder wurden nach den Anschlägen von radioaktiven Wolken überzogen und sind bis heute radioaktiv kontaminiert. Das heißt, für 100.000 Jahre ist hier im Prinzip kein menschliches Leben mehr möglich. Der Boden, die Seen, die Flüsse und das Grundwasser sind nach wie vor verstrahlt. Die Tierwelt muss mit der Verstrahlung klarkommen und erzeugt Mutationen, die die Welt noch nicht gesehen hat. Seit den Terroranschlägen sind rund 95 Prozent der deutschen Gesamtbevölkerung in andere Länder ausgewandert. Die restlichen 5 Prozent sind in ihren Behausungen geblieben und vegetieren mit schweren Strahlenkrankheiten in einer komplett, verstrahlten Umwelt vor sich hin. Bei diesen Menschen ist die Sterblichkeitsrate sehr hoch und furchtbare Missbildungen bei Neugeborenen sind die Regel.

Lisa und ich waren damals nach unserer langen Wanderung heil in Berlin angekommen. Aber die dramatische Situation in Deutschland nach den Terroranschlägen zwang uns unsere Flucht fortzusetzen. Wir fuhren mit dem Zug nach Rostock und stahlen dort eine große Hochseejacht. Unsere Flucht aus Deutschland gelang uns und wir segelten mit der Jacht über die Ost- und Nordsee an Westeuropa vorbei bis nach Lanzarote und von dort aus nach einem längeren Aufenthalt nach Südafrika. Dort legten wir eine größere Pause ein, um uns von den Strapazen zu erholen. Die nächste Segeletappe führte von Südafrika nach Perth in Westaustralien. Als wir in Perth ankamen, waren wir seit den Anschlägen in Deutschland bereits ein Jahr unterwegs.

Nachdem wir Perth inspiziert hatten, segelten wir die australische Westküste nach Norden bis nach Port Hedland. Dort ließen wir die Jacht im Hafen und fuhren mit einem uralten Auto ins Outback, um Diamanten zu suchen. Bei dieser Reise, die zwei Tage dauerte, fanden wir den ersten Rohdiamanten und nahmen ihn mit nach Port Hedland. Wir haben ihn für einen sehr guten Preis an einen Händler verkauft, den wir übers Internet kennengelernt hatten. Auf weiteren Fahrten ins Outback fanden wir weitere Rohdiamanten, die wir ebenfalls für gutes Geld verkauften. Die Erlöse der Diamantenverkäufe haben wir sicher auf einem Nummernkonto in einem sicheren Steuerparadies angelegt. Wir können jederzeit weltweit mit unseren EC-Karten Geld abheben, und das Beste an der Geschichte ist, dass wir ausgesorgt haben, wenn wir nicht riesige Ausgaben tätigen werden. Wir müssen vorerst in diesem Leben, dank der Diamanten, nicht mehr arbeiten gehen. Und so ein Dasein ohne Arbeit ist das schönste Geschenk, das wir uns selbst machen konnten.

Die Terroranschläge in Deutschland sind mittlerweile drei Jahre her. Ein Jahr dauerte unsere Flucht mit der Jacht und seit zwei Jahren sind wir jetzt in Australien. Wir leben nach wie vor auf dem Boot, weil es sehr praktisch ist. Die kleine einjährige Maria haben wir in Australien gezeugt, sodass sie eine richtige Australierin ist. Es war kein Wunschkind, sondern ein Ausrutscher, aufgrund unserer Unbefangenheit. Lisa ist aber sehr glücklich über den Nachwuchs, weil sie eigentlich schon immer ein Kind haben wollte. Nur ohne passenden Partner ist das eben ein wenig schwierig.

Über das Satellitenfernsehen haben wir in den letzten Jahren die weiteren Geschehnisse in Deutschland mit großem Interesse verfolgt. Ich habe auch immer diverse deutsche Zeitungen und Wochenzeitschriften gekauft, um auf dem Laufenden zu bleiben. Die deutschen Verlage sitzen mittlerweile im Ausland und drucken von dort aus ihre Ausgaben, und die sogenannten Exil-Deutschen haben im Ausland große deutsche Kolonien gebildet. Wegen der Strahlung kann auf unabsehbare Zeit niemand zurück nach Deutschland gehen. Mallorca hat sich zu einem vollkommen überlaufenden letzten Bundesland der Deutschen entwickelt, und ansonsten haben sich die Deutschen über die ganze Erde verstreut. Es gibt jetzt eine verblüffende Ähnlichkeit zu den Juden, die erst im zwanzigsten Jahrhundert wieder einen eigenen Staat gründen konnten.

Die Bundeswehr hat in Frankreich einen Stützpunkt erhalten, und die Generäle haben die Macht wieder an eine deutsche Exilregierung abgegeben, die auf Mallorca sitzt. Direkt nach den Anschlägen existierte viele Monate lang eine Militärdiktatur in Deutschland, die aber vom westlichen Ausland aufgrund der unrühmlichen deutschen Vergangenheit nicht so gerne gesehen wurde.

Seit den Terroranschlägen führt Deutschland im Rahmen der NATO einen Krieg gegen arabische Länder. In den letzten Jahren haben sich die Kampfhandlungen von Afghanistan ausgehend auf andere arabische Länder wie Iran, Irak, Pakistan, Syrien, Libanon, Ägypten, Tunesien, Libyen, Algerien, Marokko, Jordanien, Saudi-Arabien, Jemen, Kuwait und die Türkei ausgeweitet. Die NATO-Truppen, angeführt von den USA, führen in diesen Ländern einen Kampf wie ursprünglich in Afghanistan gegen die Taliban. Es ist ein Kampf reguläre Armee gegen verstreute Guerilla-Gruppen. Zu einem regulären Krieg sind die arabischen Länder nicht in der Lage. Aber sie aktivieren geschickt ihre Schläfer in den NATO-Ländern, um weitere Anschläge in diesen Ländern durchführen zu können. Diese Schläfer leben seit Jahren in den betreffenden NATO-Ländern und haben in den meisten Fällen einen Pass für das jeweilige Land. Seit den Terroranschlägen auf die deutschen Atomkraftwerke und das französische Kernkraftwerk in Fessenheim tobt dieser Krieg der Religionen. Es ist mittlerweile ein Kampf zwischen Christen und Moslems geworden. Neben dem Problem mit den Schläfern haben die NATO-Länder sehr große Schwierigkeiten mit ihren moslemischen Migranten im eigenen Land, die offen und leidenschaftlich ihre arabischen Bruderländer unterstützen.

Andere Länder mit Menschen anderer Konfessionen, wie zum Beispiel China, verhalten sich bei dem Konflikt neutral. Die USA haben es natürlich auf das Erdöl im Persischen Golf abgesehen. Ich habe den Verdacht, dass die USA auf eine Gelegenheit gewartet haben, um endlich einen Grund zu haben, den gesamten Persischen Golf mit allen Erdölländern zu besetzen. Dieser wichtige, knappe Rohstoff musste von der NATO gesichert werden, weil die Industrie das wertvolle Öl dringend für die nächsten Jahrzehnte braucht.

2. Kapitel

Heute habe ich ein ganzes Kapitel für mein neues Buch fertiggestellt. Ich speichere die Daten voller Stolz ab, klappe den Laptop zu und ziehe ein paar Grimassen, damit die kleine Maria über mich lachen kann. Lisa steht in der Bordküche und kocht gerade das Abendessen. Tisza liegt im Schatten und schläft genüsslich. Heute wird es bestimmt sehr heiß, und die Hitze im australischen Sommer in Port Hedland ist fast unerträglich.

„Was kochst du heute?“, frage ich Lisa.

„Das wirst du schon sehen!“

„Da bin ich aber gespannt!“, sage ich.

„Und bist du in deinem Buch weitergekommen?“

„Ja, es flutscht richtig und fließt aus der Hand, wenn ich mich gut darauf konzentrieren kann“, erkläre ich.

„Wollen wir noch mal ins Outback fahren, um Diamanten zu suchen?“

„Ich denke nicht, weil wir es damit nicht übertreiben sollten. Wenn wir irgendwann kein Geld mehr haben, dann können wir wieder hinfahren, um weitere Diamanten zu suchen. Wir wissen doch, wo wir suchen müssen“, sage ich.

„Da hast du recht, wir haben genug Geld. Außerdem ist es für Maria auch viel zu heiß im Outback!“

Nach dem Abendessen laufen wir durch die Kleinstadt und setzen uns in ein kleines Kaffeehaus. Maria sitzt in ihrem Kinderwagen und schaut sich mit großen Augen die Welt an. Tisza ist wegen der Hitze etwas apathisch und schleppt sich neben uns her. Wir bestellen uns zwei Milchkaffees und schauen uns die vorbeilaufenden Leute an. Mittlerweile kennen viele Einheimische uns. Wir sind die Deutschen, die auf der Segeljacht wohnen und nicht arbeiten gehen. Wir haben, als reine Vorsichtsmaßnahme, niemanden etwas von unseren Diamantenfunden erzählt. Ich erzähle den Leuten immer, dass wir von meiner Schriftstellerei leben. Die Wahrheit ist, dass wir niemals von diesen Einnahmen leben könnten.

„Hast du manchmal Heimweh nach Deutschland?“, frage ich Lisa.

„Ja, manchmal schon!“

„Ich finde es hier in Australien ganz schön, aber nach den zwei Jahren habe ich schon langsam genug. Die Leute sind ganz nett hier, aber auch sehr oberflächlich und haben einen äußerst begrenzten Horizont“, erkläre ich.

„Das finde ich auch. Im ersten Moment sind alle sehr nett, aber später merke ich, dass sie kein großes Interesse an mir haben. Die Höflichkeitsfloskeln müssen hier unbedingt eingehalten werden und puritanisch ist es außerdem. Auf keinen Fall dürfen wir an einem australischen Strand ein Körperteil zeigen, wenn wir die Kleider wechseln!“

„Das stimmt. Außerdem denken die Australier wenig über das Weltgeschehen nach, weil Sport das Wichtigste ist. Die Nachrichten im australischen Fernsehen bestehen zu neunzig Prozent aus Sport und zu fünf Prozent aus australischen Sensationsnachrichten. Der Rest sind Politikmeldungen aus Australien und den USA. Obwohl Australien am Krieg der Religionen auf NATO-Seite beteiligt ist, ist das hier bei den Leuten kein Thema. Das war in Deutschland schon anders, weil die Menschen dort eine andere Mentalität haben“, erkläre ich.

„Aber wir können nicht mehr zurück nach Deutschland. Niemand kann im Moment dorthin zurück, wegen der Strahlung!“

„Ich finde es furchtbar, dass wir nicht zurück nach Deutschland können“, sage ich mit einem traurigen Gesicht.

„Ich auch!“

Wir trinken unseren Kaffee aus und gehen langsam und betrübt zurück zu unserer Jacht. Ich lege meinen Arm um Lisas Taille. Sie schiebt den Kinderwagen, während ich in der anderen Hand die Leine von Tisza habe.

Wieder auf dem Boot, öffne ich eine Weinflasche und schenke uns zwei Gläser ein. Lisa bringt Maria ins Bett und setzt sich danach zu mir. Unser altes Auto, der „Kingswood“, steht auf der Hafenmole und rostet vor sich hin. Ich betrachte das Auto und schüttle den Kopf.

„Für die alte Karre bekommen wir höchstens noch hundert australische Dollar“, sage ich zu Lisa.

„Willst du das Auto verkaufen?“

„Wenn wir wieder in See stechen, brauchen wir es nicht mehr“, sage ich.

„Willst du wieder in See stechen?“

„Ja! Mich zieht es zurück nach Europa“, sage ich.

„Wohin willst du in Europa? Nach Deutschland können wir nicht zurück!“

„Nach Mallorca! Die Insel ist praktisch ein neues deutsches Bundesland. Dort sind wir wieder fast ausschließlich unter Deutschen und wir bekommen mehr mit als in Australien“, schlage ich vor.

„Nach Mallorca? Die Insel wurde früher mal Putzfraueninsel genannt!“

„Ja, ich weiß! Sie hat ein günstiges Klima. Im Sommer ist es nicht zu heiß und im Winter viel milder als in Deutschland. Außerdem ist die Insel relativ groß und es gibt unzählige Jachthäfen. Jetzt sitzt sogar die deutsche Exilregierung dort“, sage ich.

„Du willst nach Mallorca, weil dort die Exilregierung ist?“

„Nein, natürlich nicht, aber wir sind dann näher dran am deutschen Geschehen und bekommen einfach mehr mit. Hier in Port Hedland leben wir am Arsch der Welt, es ist gähnend langweilig“, sage ich.

„Hier ist es zwar langweilig, aber wir haben unsere Ruhe. Außerdem bekommen wir Gott sei Dank in Australien nichts vom Krieg der Religionen mit.“

„Ja, aber wir sind hier abgeschnitten von Europa. Wenn sich der Krieg ausweiten sollte, können wir nicht mehr nach Europa zurücksegeln, weil es zu gefährlich ist“, erkläre ich.

„Da hast du recht!“

„Willst du lieber hier bleiben?“, frage ich.

„Ich will, dass Maria in Sicherheit aufwächst!“

„Das will ich auch, aber Mallorca ist sicher“, sage ich.

„Wenn du sicher bist, dass es für uns alle nicht gefährlich ist, dann bin ich dafür, dass wir nach Mallorca segeln.“

„Wir werden kein Risiko eingehen! Das verspreche ich dir“, sage ich.

„Okay!“

Wir sitzen noch eine Weile auf dem Boot und betrachten die Leute, die an der Hafenmole entlangflanieren. Lisa schaut noch einmal nach Maria und anschließend kriechen wir in unsere große Koje. Lisa ist heute sehr liebesbedürftig, sodass wir uns leidenschaftlich küssen. Wir lieben uns im Boot, dabei plätschert das Wasser an die Bordwand. In den drei Jahren, die wir uns jetzt kennen, hat unsere Leidenschaft kaum nachgelassen. Beim Einschlafen denke ich über unsere geplante Seereise nach Mallorca nach.

3. Kapitel

Am nächsten Morgen betrachte ich nach dem Frühstück unseren Globus, den ich aus Berlin mitgebracht hatte. Über den Suezkanal sind es ungefähr 17.500 Kilometer von Port Hedland nach Mallorca, aber diese Wasserstraße ist für uns passierbar, weil die USA den Kanal aus strategischen Gründen militärisch gesichert hat. Sie brauchen eine freie Zufahrt vom Mittelmeer zum Persischen Golf, um dort die Erdölfelder besetzt zu halten, denn der Kampf um das letzte Öl hat begonnen. Ich bin davon überzeugt, dass es den USA ausschließlich ums Öl geht und der angebliche Grund mit dem Krieg der Religionen nur vorgeschoben wird.

Der geplante Segeltörn würde an den Kokosinseln und den Malediven vorbei im Indischen Ozean führen. Danach geht es weiter in den Golf von Aden, wo sich im Süden Somalia und im Norden der Jemen befindet. Diese Ecke ist natürlich wegen der Piraten aus Somalia problematisch. Dann geht der Törn weiter durch das Rote Meer mit Äthiopien, Sudan sowie Ägypten im Westen und dem Jemen sowie Saudi-Arabien im Osten bis zum Suezkanal. Nach der Passage des Kanals würde die Segelroute im Mittelmeer Richtung Westen weiterverlaufen. An der geplanten Strecke bis Mallorca befinden sich Kreta, Malta und Sizilien. Wenn wir ohne Pausen durchsegeln würden, würden wir ungefähr ein halbes Jahr für die Gesamtstrecke benötigen. In dieser Zeitberechnung sind mögliche Flauten schon eingerechnet. Mit größeren Pausen von zusammenaddiert einem halben Jahr auf den Kokosinseln, den Malediven und später auf Kreta und Malta würden wir für die Gesamtstrecke ungefähr ein Jahr brauchen. In den kritischen Gebieten bei Somalia und im Roten Meer sollten wir natürlich aus Sicherheitsgründen durchsegeln. Wie gesagt, der Suezkanal wird durch die USA gesichert, sodass uns dort nichts mehr passieren kann.

Diese Aufteilung, sechs Monate segeln und sechs Monate Pause, finde ich eigentlich am besten, weil wir genug Zeit haben und an keiner Regatta teilnehmen. In meinem weiteren Leben werde ich mich durch keinen Chef mehr antreiben oder hetzen lassen. Diesen glücklichen Umstand haben wir durch die Diamantenfunde erreicht. Allerdings muss ich zugeben, dass der Segeltörn durch ziemlich kritische Gebiete führt. Ich kann wegen Lisa und Maria keine Risiken eingehen, weil ich wegen ihnen eine große Verantwortung habe. Aber ich bin überzeugt, dass wir es wagen sollten, trotz des Krieges der Religionen. In den kritischen Gewässern vor der somalischen Küste werden sehr viele Kriegsschiffe der NATO versammelt sein, sodass dort im Moment eine relative Sicherheit besteht.

Ich zeige Lisa die Seekarten und erkläre ihr die geplante Segelroute. Sie schaut sehr interessiert, aber als sie sich den Bereich der somalischen Küste ansieht, runzelt sie die Stirn.

„Meinst du wirklich, dass wir da unbeschadet vorbeisegeln können?“, fragt sie skeptisch.

„Da wimmelt es im Moment nur so von NATO-Kriegsschiffen, weil die das Öl rings um den Persischen Golf absichern. Dadurch haben wir sicherlich keine Probleme mit somalischen Piraten!“

„Wenn du sicher bist, dass es so sein wird, können wir dort entlangsegeln“, sagt sie.

„Wir werden es ganz sicher schaffen!“

„Und warum segeln wir nicht die gleiche Strecke wieder zurück, die wir gekommen sind, über Südafrika und Lanzarote?“, fragt sie.

„Weil diese Strecke sehr weit ist. Über den Suezkanal ist es wesentlich kürzer. Außerdem sehen wir etwas Neues, nämlich die Kokosinseln sowie die Malediven und im Mittelmeer Kreta und Malta.“

„Na gut, wann werden wir starten?“, fragt sie.

„In einer Woche!“

„Okay“, willigt sie ein.

Ich packe meinen geliebten Globus in die Ecke und schreibe ein weiteres Kapitel in meinem Buch. Anschließend fahren wir mit dem alten „Kingswood“ in einen Nationalpark an der Küste und parken dort den Wagen. Wir setzen Maria in den Kinderwagen und gehen einen kleineren Rundweg. Tisza ist natürlich dabei und kann hier ohne Leine laufen. Sie freut sich sichtlich über den kleinen Spaziergang und springt vor Freude in die Luft.

„Meinst du, dass wir irgendwann zurück nach Australien kommen?“, fragt Lisa.

„Wir werden ganz sicher zurückkommen, wenn unser Geld irgendwann aufgebraucht ist.“

„Wenn es so ist, müssen wir wieder Diamanten suchen“, sagt Lisa.

„Ja, aber wir können dann auch ohne Segeljacht kommen. Möglich ist auch, mit dem Flugzeug nach Perth zu fliegen und anschließend mit einem Mietauto zum Diamantenfundort am Mount Newman in der Ophthalmia Range im Outback weiterzufahren.“

„Dann werden wir das Outback wiedersehen“, sagt sie.

„Ja, es hängt davon ab, wie schnell du das Geld ausgibst!“

„Du bist gemein, ich gebe genauso viel Geld aus wie du“, schreit sie.

„Nein, du gibst mehr aus!“

„Nein, du!“ keift sie.

Wegen meiner spaßigen Provokation schlägt Lisa mir ihre Hand über den Kopf. Ich halte sie fest und küsse ihren Mund. Als Folge unserer Auseinandersetzung fängt Maria in ihrem Kinderwagen an zu schreien, weil wir so laut waren. Lisa beruhigt sie gekonnt und schiebt anschließend den Kinderwagen weiter.

„Ich lasse mich von dir scheiden!“, faucht sie erbost.

„Wir sind doch gar nicht verheiratet. Somit können wir uns auch nicht scheiden lassen.“

„Du gemeiner Schuft!“, antwortet sie.

„Wir können ja auf Mallorca heiraten!“

„Ich will dich nicht heiraten!“, sagt sie lachend.

„Ach so, dann können wir ja die Angelegenheit vergessen!“

„Würdest du mich wirklich heiraten?“, fragt sie.

„Warum nicht? Ich werde wahrscheinlich nichts Besseres mehr finden als dich!“

„Jetzt bist du schon wieder gemein!“

„Nein, vergiss meinen letzten Satz! Wir werden auf Mallorca heiraten, ganz sicher! Und andere Frauen interessieren mich nicht!“

„Das will ich auch gehofft haben!“, sagt sie.

Als wir das Auto erreichen, verstauen wir den Kinderwagen im Kofferraum und fahren zurück zur Jacht. Maria befindet sich in ihrem Kindersitz und Tisza liegt neben ihr auf der Rückbank. Unterwegs halten wir an einem Supermarkt an und kaufen einige Lebensmittel für das Abendessen.

Am Abend parke ich das Auto neben unserer Jacht, danach besteigen wir unser Boot. Lisa beginnt zu kochen, während ich mir noch einmal die Seekarten anschaue. Es ist schön, dass wir bald auf Tour gehen, weil es auf Dauer etwas langweilig in Port Hedland wird. Hoffentlich wird alles ohne Schwierigkeiten klappen. Aber Überraschungen sind bei so einem Segeltörn immer möglich. Letztendlich freue ich mich, dass wir endlich wieder in Europa sein werden. Am liebsten würde ich auch wieder mal nach Berlin fahren, aber das geht leider nicht, aufgrund der verfluchten Strahlung. Es ist furchtbar, dass wir nicht mehr in unsere Heimat zurückkehren können. Meine Generation nicht, die nächste nicht und auch nicht die übernächste. Das ist das Fatale an dieser radioaktiven Belastung.

Weder Lisa noch ich haben im Nachhinein irgendwelche Krankheiten aufgrund der Strahlenbelastung bekommen, obwohl wir damals nach den Anschlägen quer durch Deutschland zunächst gelaufen und später mit dem Rad gefahren sind. Da haben wir wirklich großes Glück gehabt. Auch die Schwangerschaft von Lisa verlief vollkommen normal und Maria hat keine Missbildungen aufgrund von Genschäden. Auch Tisza hatte keine Folgeschäden zu beklagen. Aber jetzt, drei Jahre nach den Anschlägen, Berlin zu besuchen, wäre viel zu gewagt. Wir sollten das Schicksal nicht herausfordern.

Lisa hat wirklich ein super Essen gekocht, weil sie eine perfekte Köchin ist. Ich habe großes Glück gehabt, dass ich diese Frau getroffen habe. Ich habe schon viele Frauen erlebt, die nicht kochen konnten, aber Hochleistungen im Bett forderten. Wie soll ein Mann das schaffen, wenn er nicht die notwendige Energie im Vorfeld zugeführt bekommt? Nach dem Essen setze ich mir meine Skippermütze auf.

„Und wie findest du meine Mütze?“, frage ich Lisa.

„Absolut super!“

„Ich freue mich, dass wir wieder in See stechen!“, sage ich.

„Ich auch, aber ich bin etwas ängstlich!“

„Das musst du nicht sein“, beruhige ich sie.

„Na gut, wenn du das so sagst!“

Während Lisa die kleine Maria ins Bett bringt, öffne ich mir ein australisches Foster-Bier. Ich habe mich durch die vielen Jahre so sehr an das Leben auf dem Boot gewöhnt, dass ich sicherlich nicht mehr in einem normalen Haus oder in einer Wohnung leben könnte. Aber im Moment ist ein anderes Leben auch gar nicht notwendig.

Als die Sonne schon lange untergegangen ist, gehen wir in unsere Koje und legen uns nebeneinander auf die Seite. Ich küsse von hinten ihren Nacken und streichele ihre Brüste und Muschi. Nachdem sie feucht genug ist, schiebe ich ihr von hinten meinen Schwanz in die Muschi, sodass sie lustvoll stöhnt. Die zunächst langsamen Stöße werden immer schneller und münden in einem fast gleichzeitigen Orgasmus. Obwohl wir bereits drei Jahre zusammen sind, ist es sehr schön mit Lisa, weil ich sie immer noch sehr erotisch finde und auch tatsächlich liebe.

4. Kapitel