Langwieden - Gisela Schwarz - E-Book

Langwieden E-Book

Gisela Schwarz

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Beschreibung

Langgerde - hochdeutsch Langwieden- Mein Zuhause Lebenserinnerungen von Gisela Schwarz, geb. Höh

Das E-Book Langwieden wird angeboten von Books on Demand und wurde mit folgenden Begriffen kategorisiert:
Geschichte, Heimat, Biografie, Kindheit, Erinnerung

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Seitenzahl: 164

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Lebenserinnerungen von Gisela Schwarz, geb. Höh

Rückschau

Meine Kindheit

Im Sommer, wenn Heu gemacht wurde

Wenn das Getreide gemäht wurde

Im Sommer

Als mein Bruder Karl auf die Welt kam

Mein erster Schultag

Unsere Schule

An Pfingsten

Meine Mutter konnte schön malen

Muttertag

Unserer Lehrer ging mit uns auch in die Kartoffeln

Beim Schlitten fahren

Die Dreschmaschine

Im Winter

An Weihnachten

Onkel Ludwig war der Nikolaus

Die Geschichte von unserem Gänschen

Wie wir spielten

Der Lauterer Babbe hatte uns einen Schweinestall hergerichtet

Als wir Masern hatten

Karl kam erst später auf die Welt

Wir spielten auch viel mit den Kindern im Dorf

Als Volker Eier suchte

Als ich mit fünf Jahren Rad fahren lernte

Unser Pferd Lisa

Unser Garten

Unsere Ferkelzucht

Von meiner Schwester Heidi

Von dem Verkauf der Kartoffeln

Als meine Mutter Lungenentzündung hatte

Familie Eicher

Von unserem Knecht

Von unseren Nachbarn, der Familie Lutz

Wie meine Mutter zum Lautrer Babbe kam

Mit 19 wollte sie von zu Hause weg

Wie meine Mutter meinen Vater kennenlernte

Als Mutti noch in der Schule war

Unsere Verwandten von Papa

Mein Vater

Als Papa den Unfall hatte

Von der Kerwe

Papas Verwandte

Meine Verwandten aus Kaiserslautern

Die Lautrer Kerwe

Wenn Mutti melkte, war ich auch oft dabei

Im Zimmer stand ein hoher gusseiserner Ofen

Von unserem Hof und wie wir dort spielten

Wenn die Ziege zum Bock musste

Wie früher die Kartoffeln von Hand gesetzt wurden

Kiefers Heuaufzug

Als wir noch unseren alten Hof hatten

Unser Land

Der Bunker im Wald

Als ich bei Iris zu Hause war und wir spielten

Wie wir Kinder die Fastnacht feierten

Von Onkel Ludwigs Obstbäumen

Die steinerne Tränke im Hinterhof

Als wir vier Wochen in Ilvesheim waren und unsere Eltern sich scheiden lassen wollten

Als unsere Oma zu uns zog und wie sie starb

Als meine Eltern sich scheiden ließen und Karola auf die Welt kam

Als Papa in Maikammer Arbeit annahm

Als ich mit Heidi auf dem Sommerfest war

Als Heidi und Volker mich nicht mitnahmen

Von Familie Antoni, die bei uns wohnte

Von Muttis Stiefbruder Dieter

Als ich in Käfertal bei Mannheim zu Besuch war

Als Heidi überfallen wurde

Als Heitze Knecht zugreiflich wurde

Das Badezimmer in Onkel Ludwigs Haus

Als ich mondsüchtig war

Der Arztbesuch in Kaiserslautern

Als ich noch klein war

Als ich in Martinshöhe Brot kaufte

Als ich in Lautern Eier verkaufen musste

Onkel Hans las gerne Abenteuerbücher

Onkel Hans Eltern im Krieg in Prag

Als Karl und ich nachts Mutti suchten

Als ich Seebodes Ursel Gesellschaft leistete

Als ich bei der Schmidte-Tante war

Als Ilse Rudi heiratete

Familie Zerfas

Von Familie Koplin und Familie Pagels, die als Flüchtlinge nach Langwieden kamen

Meine Freundschaft mit Erika Burkhardt

Von Familie Laufer

Als wir Läuse hatten

Von Familie Arms (Höh)

Wie wir im Eck auf der Straße spielten

Arbeiten im Haus

Als Kurt aus Weselberg mich abholte

Familie Strauß

Im Haus vom Onkel

Karola war ein liebes Mädchen

Als ich im Krankenhaus arbeitete

Als Volker den Christbaum klaute

Als Volker sich in den Finger hackte

Meine neuen Schuhe

Unser Garten, der Truthahn und die Zicklein

Als Onkel Hans sich die Augen verletzte

Mein Bruder Karl und seine Verletzungen

Als Karl in Kur war

Der Tag des Waldes

Die schönen Lieder, die uns unser Lehrer gelernt hat

Die guten und die schlechten Seiten von unserem Lehrer

Das Frühlingsgedicht

Von Ostern und den Nestern

Als ich in St.Ingbert und Brebach in Ferien war

Bei unserem Lehrer lernten wir

Was es bei uns zu essen gab

Wenn wir Schlachtfest hatten

Im Frühjahr, wenn das Gras gewachsen war

Al sich die Kühe hütete

Als das Unwetter kam

Von den Erdäpfeln

Auf dem Weg zur Spick

Peter-Schnapp-Männchen

Wenn im Sommer die Pferde eingespannt wurden

Wenn Jauche gefahren wurde

Der Mist wurde auch von Hand geladen

Vom Dreschflegen

Wenn das Getreide gemäht wurde

Von den Disteln

Beim Rüben ausmachen

Rummelbooze

Die Zeit, wo wir Kinder im Sommer Heidelbeeren pflückten

Im Winter machte unser Vater als Stricke

Unser Lehrer Seebode hatte einen Taubenschlag

Mutti erzählte auch, wie es vor dem Krieg in Kaiserslautern war

Als Mutti von unserer Oma die Kasse bekam

Vor Weihnachten

Als Kinder haben wir auch noch gebetet

Als ich noch ganz klein war

Wenn wir Kinder im Dorf waren und spielten

Die Zeit nach dem Krieg

Frau Heinz und ihre Tochter Karla

Die Fahrt nach Prag

Bei Theo Stahl in Langwieden

Frau Alma Keller

Die Taufe von meinem Bruder

Im Schulhof stand ein großer Lindenbaum

Ein Verwandter von mir, Kurt Höh aus Weselberg

Früher und heute haben Kiefers schon immer viele Katzen gehabt

Diese Woche war ich bei Frau Erna Schneider-Lauer

Die Christbaumspitze von Kiefers Baum

Von Kiefers Enten

Unsere Verwandten von Hütschenhausen

Bei Ilse Beck

Als ich aus der Schule kam und bei Frau Hoffmann anfing

Als ich in der Rosenthal arbeitete

Als ich in Krefeld bei Familie Schwarzfeld arbeitete

Als ich auf den Rohrhof kam

Als ich bei der Elte arbeitete

Ich wollte Krankenschwester werden

Als ich das Tanzbällchen machte

Als ich Lernschwester wurde

Als ich Robert kennen lernte

Als mein Bruder Karl bei der Bundeswehr krank wurde

Ich muss oft an meinen Vater denken

Der Lichtbildervortrag in der Schule und das Kino Kiefers

In Kiefers kleinem Sälchen

Wir bekamen schon früh ein Fernsehgerät

Ich erinnere mich noch, dass wir einmal in Landstuhl im Kino waren

Ich musste als das Kerchebläädche austragen

So gab es noch viele Schicksale in Langwieden

An Weihnachten, als die Besitzer der Apotheke in Urlaub waren

Ein Sohn blieb noch übrig: Ernst Stahl

Gegenüber war Ottos Wohnhaus und ein Stall

Das nächste Haus im Unterdorf waren Kellers

Ihr Bruder Kurt heiratete Alma Schuhmacher

Im letzten Haus Richtung Gerhardsbrunn wohnte Familie Silcher

Frau Silcher wusch manchmal im Bach ihre Wäsche

Familie Jenet

Das Haus von Schneider (Hansfels)

Die Langwiedener hatten eine Wanderbühne

Familie Kiefer hatte schon damals eine Wirtschaft

In Kiefers wohnten noch zwei Tanten

Otto von der Wirtschaft Schuhmacher / Werner Neu

Früher hatten Kiefers die Post

Gegenüber von Kiefers wohnte Rudi Beck

Gegenüber der Schule

Langwieden besitzt eine schöne Kirche

In Martinshöhe gibt es keine evangelische Kirche

Als ich konfirmiert wurde

In der Mitte des Dorfes stand ein großer Lindenbaum

Frau Müller machte damals das Milchhaus

Damals in den 50er Jahren

Der erste Mai

Die Flüchtlingsfamilien

Familie Jung, Junior Alfred

Familie Gilcher

In dem alten Haus wohnten Familie Leichnitz

Die Post in Langwieden war im Eck

Das Haus von Nickolay befand sich vor der Familie Stahl

Familie Laufer befand sich unter der Post

Vor Laufers wohnte Ida Erhard

Bei Familie Hugo Neu

Schmitte Ilse (jetzt Beck)

Als 1954 die Deutschen Weltmeister wurden

In Kiefers war damals die Kerwerede und Musik

Familie Ernst Scherer hielten immer viele Schweine

Die Landwirtschaft bei Uwe Mang

Familie Leib

Mein Vater suchte sich dann Arbeit bei der Gärtnerei Dengel

Der Nebenerwerbslandwirt Rolf Heintz

Wo früher Familie Lutz wohnte, ist auch vieles anders

Familie Jenet

Frau Seebode

Von Familie Jenet

An der steinernen Brücke

Meine letzte Geschichte

Langsam komme ich zum Schluss

Vorwort

Für die Viele Hilfe die ich hatte, möchte ich mich herzlich bedanken.

Bei meiner Tochter Christine, die mir diese Zeilen abdruckte.

Bei meinem Sohn Andreas und seiner Frau Steffi, die mir die vielen Bilder und Zeilen kopierten.

Bei Birgit, meiner Schwiegertochter, die mir half, das Geschriebene zu ordnen.

Bei Ilse Beck, Dorle Kiefer, Erna Schneider-Lauer, Karla Blinn und vor allem Theo Stahl, bei Lorle Donayre, die mir die Bilder Aussuchten von früher und mir zur Kopie gaben. Auch bei Erna und Otto Gilcher, die mir halfen, die Namen von den Gefallenen in Langwieden aufzuschreiben. Auch vom Theater spielen berichteten sie mir, wie die Stücke hießen und wer alles mitgespielt hat. Auch die Namen von den Bergen, die ich nicht mehr wusste.

Bei allen recht herzlichen Dank.

Zuletzt möchte ich mich bei Herbert Glück bedanken für die Bilder und die Zeit, die er mir opferte, nachdem er von seiner Kur zurückkam. Auch bei Ottmar Braun, der mir die Bilder von meiner Urgroßmutter ablichtete und mir behilflich war, diese Bilder zu ordnen.

Sowie bei meinem Sohn Günther, der mir die Bilder von Herbert Glück ablichtete und mit mir da hin fuhr.

So konnte ich die Bilder zum Abschluss bringen und einordnen.

Lebenserinnerungen von Gisela Schwarz, geborene Höh

Diese in einfacher Spache gehaltene Erzählung meiner Kinder- und Jugendzeit soll zum Ausdruck bringen, welch schöne und freudige, aber auch leidvolle Jahre ich erlebte.Seit vielen Jahren befasste ich mich mit dem Gedanken, meine Erlebnisse in der Nachkriegszeit niederzuschreiben und meinen Kindern, Enkeln und Lesern zu übermitteln.

Meine Tochter Christine ermunterte mich dazu, als ich anfing zu schreiben, ich solle nur weitermachen. Für meine Kinder sind meine Erlebnisse sehr interessant. Sie lesen nach und nach die Abschnitte und fragen, wie es früher war.Als ich von der Heuernte schrieb, wie es damals war, wollten sie alles genau wissen.

Eigentlich bin ich erst in dem reiferen Lebensabschnitt, als ich auch ein bischen zur Ruhe kam dazu gekommen davon zu erzählen und zu schreiben. Die Aufarbeitung der Vergangenheit brachte mich immer wieder in emotionale Empfindungen. Von glücklichen und wehmütigen

Erinnerungen hin- und hergerissen, erlebte ich dabei meine Kindheit und Jugend –sozusagen- ein zweites Mal.

In solchen gefühlsbetonten Momenten stiegen mir Tränen in die Augen. Bei der Aufzeichnung schmerzlicher Erlebnisse, die jahrzehntelang drückend auf mir lasteten, empfand ich eine gewisse Erleichterung, denn ich schrieb mir manches „von der Seele“.

Die nachfolgenden Seiten erzählen von meinen unterschiedlichen Erlebnissen, als ich glücklich in meinem Elternhaus aufwuchs und mich glücklich und geborgen fühlte, aber auch von schwierigen Situationen, als wir unseren Hof verkaufen mussten. Was ich danach erlebte, als sich meine Eltern scheiden ließen, die Familie auseinanderbrach und ich keinen Kontakt mehr zu meinem Vater hatte.

Die Zeit, als ich zwei Jahre in Krefeld im Haushalt war, das hat mir schwer zu schaffen gemacht. Ich hatte Heimweh und verlor auch meine Gesellschaft. Danach das eine Jahr als Kindermädchen auf dem Rohrhof, wo ich nicht versichert war. Diese Erlebnisse sollen dem Leser näherbringen, wie es damals eigentlich war.

Rückschau

Nach vielen Jahren halte ich Rückschau und will einige Erinnerungen meiner Jugend erzählen, die ich in meinem Geburtsort Langwieden und anderswo erlebte. Ich spreche heute noch von „zu Hause“, wenn ich von meinem Elternhaus erzähle. Es sind keine herausragenden Geschichten, sondern nur kleine Kindheits- und Jugenderlebnisse, heitere und glückliche, aber auch ernste und unerfreuliche, wobei ich die letzteren nicht noch einmal erleben möchte. Mein Heimatort ist das schöne Dörfchen Langwieden. Das Örtchen liegt auf der Sickinger Höhe, umringt von Bergen mit Weiden. Herrlich waren die grünen Weiden anzusehen, auf denen die Kühe grasten. Umringt von Wald, der Ruhe und Gleichmäßigkeit ausstrahlte. Die Erde auf der Höhe ist auch fruchtbar und es gab viele wogende Kornfelder. An meine frühe Kindheit denke ich sehr gerne zurück. Es war eine sehr schöne Zeit auf dem Bauernhof meiner Eltern und Großeltern. Umgeben von Ackerflächen und Wiesen lag unser Hof in landschaftlich schöner Gegend. Langerde heißt das Dörfchen. In der Mitte steht eine schöne alte schlichte Kirche. Damals waren zwei Wirtschaften da, Schuhmachers und Kiefers. Dann gab es noch die Schule mit dem Schulgarten, eine Schmiede, den Kolonialwarenladen und die Post im Eck. Es gab auch einen Bürgermeister, damals Herr Lutz. Die Berge, der Resberg und kleinere Hügel nutzten wir im Winter um Schlitten zu fahren, sowie die Kesselwiesen, wenn sie zugefroren waren um Schlittschuh zu laufen.

Langwieden liegt in einem Tälchen, umringt von Bergen. Der eine Berg in Richtung Landstuhl heißt Spick. Der andere Berg Richtung Martinshöhe heißt Resberg, der zieht sich bis Ausgang Richtung Gerhardsbrunn. Am Ende des Dorfes geht ein Feldweg zum Füllengarten. Jetzt befindet sich dort ein Fußballplatz von der Gemeinde und dem damaligen Bürgermeister Toni Pfaff entstanden.

Als ich noch in der Schule war, übten wir da für die Bundesjugendspiele. Wir mussten aber für die Spiele nach Martinshöhe zum Sportplatz gehen. Erika Burghard war immer die Beste. Der Taubenkopf ist der Berg, der Richtung Wald und Friedhof liegt, sowie die Stelle, an der Tierarzt Guth gebaut hat. Seine Frau starb voriges Jahr im Herbst. Er Anfang des Jahres, was sehr tragisch für deren Söhne ist. Vor ein paar Jahren entstand auch ein Spielplatz oberhalb des Dorfgemeinschaftshauses auf der Hofstadt. Dabei haben viele Freiwillige mitgeholfen. Der Platz ist sehr schön geworden und ist vor allem nicht in der Nähe einer Straße.

In der Mitte des Dorfes fließt ein kleiner Bach, der kommt aus dem Tälchen zwischen dem Altersgarten und den Kesselwiesen vor dem Berg. Er fließt in Richtung Bruchmühlbach. In diesem Tälchen befindet sich auch ein Bombenloch. Es gibt in Langwieden viele Wege zum Spazieren gehen. Der Weg zum Wald kann man am Friedhof vorbei wieder am Wald entlang zurückgehen. Man kommt dort wieder aus dem Wald und ist wieder auf dem Weg, der Richtung Eck geht. Außerdem gibt es noch viele Feldwege, die ich als Kind mit meinen Eltern ging.

Gisela Schwarz, geb. Höh

Meine Kindheit

Als ich 1944 am 30. Dezember auf die Welt kam

Wir gehörten zu dem Standesamt Lambsborn und da mein Vater im Krieg war, so übernahm die Hebamme diese Aufgabe undmusste mich in Lambsborn anmelden. Als sie unterwegs war, musste sie ein paar Mal in den Graben gehen, um den Tieffliegern auszuweichen. Sie sollte mich mit dem Namen Annelie anmelden. Für die Behörde war der Name aber nicht vollständig. Die Hebamme sagte : „Nein, unter diesen Umständen komme ich nicht ein zweites Mal.So nahm denn die Hebamme einfach den Namen meiner Mutter und ich wurde als Gisela eingetragen. Je älter ich werde, ich bin jetzt 65 Jahre alt, sehe ich meiner Mutter immer mehr ähnlich. Ich glaube aber, dass ich mehr zur Familie Höh gehöre, vor allem wegen meines Gerechtigkeitssinnes.

Ich bin in Langwieden, mit noch 3 Geschwistern aufgewachsen. Meine Eltern hatten einen Bauernhof, wo wir recht frei und glücklich aufwuchsen. Meine Mutter war aus Kaiserslautern und wollte aufs Land. Sie war erst 19 Jahre als sie heiratete. Papas Mutter, unsere Oma Katharina, lebte auch mit uns zusammen. An Opa Karl kann ich mich nicht mehr erinnern. wenn meine Eltern auf dem Feld waren, versorgte uns Oma. Da war immer was los, denn meine 2 älteren Geschwister und ich liefen immer von einem Zimmer durch das andere. Unsere Oma hatte ihre Not uns zu bändigen.

Im Sommer, wenn Heu gemacht wurde, nahmen uns die Eltern mit. Zu Fuß ging es dann den Berg hoch, mit dem Rechen auf dem Rücken, in die Maulschbach, das war noch hinter dem Artamshof. Wenn wir Durst hatten, suchten wir uns einen Strohhalm und tranken aus der Quelle. Wir mussten uns dabei auf den Boden legen, das war eine herrliche Erfrischung. Wir waren noch zu klein, um Heu zu wenden, denn das wurde alles von Hand gemacht. Wenn das Heu geholt wurde, waren wir auch dabei. Unsere Lisa und der Rapp (unsere Pferde) wurden eingespannt. Auf den Leiterwagen kam der Wießbaum und Stricke. Wenn das Heu geladen war, kam der Wießbaum in die Mitte auf das Heu, dann wurden die Stricke mit den Löffeln zusammengezogen. Da waren extra Löcher, wo die Löffel hineinkamen und gedreht wurde. Das Heu wurde mit einer Heugabel auf den Wagen gegabelt und dann aufgesetzt. Es musste immer hinterher gerechelt werden. Wenn die Wiese bergig war, mussten mit Gabeln der Heuwagen gehalten werden. Ging es bergab, musste auf und zugedreht werden. Mit den Eisenreifen kam es manchmal zum Rutschen. Zu Hause wurde das Heu auf den Pferdestall gegabelt und wir Kinder mussten es zusammentreten. Das war ganz schön anstrengend und heiß.

Wenn das Getreide gemäht wurde, waren wir auch dabei. Erst wurde angemäht, die Garben wurden mit Strohseilen gebunden. Mit dem Binder wurden die Garben gebunden. Dann wurden sie aufgesetzt, ich glaube es waren immer 7 Stück (Kasten). Wenn es Regen gab, setzten wir uns in die Kasten. Wenn der Wagen mit den Garben voll war, durften wir uns darauf setzen. Das habe ich heute noch in Erinnerung. Das war so schön, man konnte alles überblicken und roch so gut. Dasselbe war mit dem Heu. Wenn ich heute Heu rieche kommt mir die Erinnerung. Einmal kamen meine Eltern sehr spät vom Heu holen nach Hause. Da war ihnen das Heu umgekippt. Meine älteren Geschwister machten mir Angst. Sie sagten, sie kommen nicht mehr! Ich heulte bitterlich, bis meine Eltern wiederkamen.

Im Sommer gingen wir immer Heidelbeeren pflücken im Mielfeld. Das war oberhalb des Friedhofes. Einmal wurden wir vom Gewitter überrascht, wir schafften es gerade noch, bis zum Schulhaus, das war der reinste Wolkenbruch. Es gab Heidelbeerkuchen, oder wir aßen sie mit Milch und Zucker. Einmal gingen wir mit der ganzen Familie Sonntags-Heidelbeeren pflücken. Mein Vater hatte einen Eimer mitgenommen, der wurde vollgemacht. Das war so schön, als wir durch den lichten Wald gingen und die Sonne schien, das roch so gut. Unsere Oma war immer zu Hause, sie konnte nicht gut gehen. Sie richtete meistens das Essen, da machte sie öfters einen Einbrenn (Mehl und Butter). Da rührte sie mit dem Kochlöffel so lange, bis es braun wurde. Wenn es Zwetschgenkuchen gab, oder Pfannkuchen, stellte sie sie immer auf die Fensterbank im anderen Zimmer.

Sonntags gingen wir oft spazieren. Wir gingen über das Feld. Wenn es windig war, konnte man die Getreidefelder sehen, die sich im Wind wogen. Auch viele Rapsfelder blühten und strahlten im kräftigen Gelb

Als mein Bruder Karl auf die Welt kam, schlief ich bei Oma. Ich hörte was schreien, da sagte sie, das ist Nestor unser Hund. Ich staunte nicht wenig, als ich am Morgen meinen kleinen Bruder Karl sah. Mich nannten alle Mausje. Auch Kurt Keller nannte mich so. Er war mein Pate und ein lieber Mann. Erst als ich in die Schule kam, war ich dann die Giesel.

Mein erster Schultag ist mir noch gut in Erinnerung. Ich habe mich an den Beinen gebrennnesselt, da habe ich geschrien! Die großen Mädchen machten mir Wasser auf die Beine. Im Vorhäuschen vor dem Schulsaal war ein Wasserbecken, an dem holten sie Wasser und kühlten meine Beine.

Unsere Schule

Wir waren zusammen 8 Klassen in einem Saal. Als es ans Lesen ging, nahm ich die Sache nicht so ernst und lachte! Meine Mutter brachte mich zum Lauterer Babe. Der brachte mir das Lesen mit einer Handbürste bei. Ich las: „Was Ursel gerne tut, ein Blümlein pflanzen, ein Tänzchen tanzen usw. aber waschen nein, das mag sie nicht.“ Dabei heulte ich bittere Tränen und tat mir so leid! Aber von nun an konnte ich lesen, aber gut.