Leander und Zephyr - Alisa Kevano - E-Book

Leander und Zephyr E-Book

Alisa Kevano

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Beschreibung

In der märchenhaften Stadt Fabelrode führt Leander ein zurückgezogenes Leben zwischen den staubigen Regalen seiner Buchhandlung. Bücher sind sicher, Bücher sind verlässlich - ganz anders als die laute, schnelle Welt da draußen. Bis Zephyr in seinen Laden tritt, ein charismatischer Musiker mit rebellischem Lächeln und einer Gitarre voller Träume. Plötzlich findet Leander sich in einer Geschichte wieder, die aufregender ist als alle Bücher: seiner eigenen. Doch ihre wachsende Liebe und Fabelrodes künstlerische Freiheit sind bedroht. Können ein schüchterner Buchhändler und ein rebellischer Musiker ihre Stadt und ihre Liebe retten?

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 52

Veröffentlichungsjahr: 2024

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Leander und Zephyr

Im Rhythmus deines Herzens

Alisa Kevano

© 2024

likeletters Verlag

Inh. Martina Meister

Legesweg 10

63762 Großostheim

www.likeletters.de

[email protected]

Alle Rechte vorbehalten.

Autorin: Alisa Kevano Bildquelle: Midjourney

ISBN: 9783689490171

Teilweise kam für dieses Buch künstliche Intelligenz zum Einsatz.

Dies ist eine frei erfundene Geschichte. Ähnlichkeiten mit real existierenden Personen sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Inhaltsverzeichnis

Der Duft von Geschichten

Alkoholfreie Cocktails

Klänge und Dissonanzen

Zweisamkeit

Schatten über Fabelrode

Vorbereitungen

Das Schulfest

Epilog

Der Duft von Geschichten

Der Geruch von altem Leder und vergilbtem Papier war das Erste, was Leander jeden Morgen wahrnahm, wenn er die schwere Eichentür zu ‚Sonnes Bücherstube‘ aufschloss.

Es war ein Duft, der ihm seit seiner Kindheit vertraut war - so vertraut wie die abgenutzten Holzdielen, die unter seinen Schritten knarrten, oder das sanfte Klingeln der viktorianischen Türglocke, die sein Großvater vor fünfzig Jahren installiert hatte.

An diesem Frühlingsmorgen schien die aufgehende Sonne durch die hohen Schaufenster und malte goldene Muster auf den staubigen Holztresen. Leander atmete tief ein und ließ seinen Blick über die hohen Bücherregale schweifen, die sich wie geduldige Wächter an den Wänden entlang erstreckten.

Jedes Buch darin war eine Welt für sich, eine Geschichte, die darauf wartete, entdeckt zu werden.

«Guten Morgen, ihr Lieben», murmelte er den Büchern zu, wie er es jeden Tag tat. Seine Mutter hatte immer gesagt, Bücher seien wie alte Freunde - sie brauchten regelmäßige Zuwendung. Der Gedanke an sie ließ einen vertrauten Stich in seiner Brust aufkommen. Drei Jahre waren vergangen, seit sie den Laden an ihn übergeben hatte, kurz bevor…

Leander schüttelte den Kopf und zwang sich, den Gedanken beiseitezuschieben. Stattdessen konzentrierte er sich auf seine morgendliche Routine. Mit geübten Bewegungen schaltete er die antike Messinglampe auf dem Tresen ein, deren warmes Licht den Raum in bernsteinfarbene Gemütlichkeit tauchte.

Das schwere Verkaufsbuch - noch das Original seines Großvaters - lag aufgeschlagen vor ihm, die gestrige Seite gefüllt mit seiner ordentlichen Handschrift.

Während er die ersten Einträge des Tages vorbereitete, drifteten seine Gedanken zu dem Gespräch mit Emma vom Vorabend. Seine beste Freundin und Mitarbeiterin hatte wieder einmal versucht, ihn zu überreden, «mal unter Leute zu kommen», wie sie es nannte.

«Du kannst nicht dein ganzes Leben zwischen diesen Regalen verbringen, Lee», hatte sie gesagt, ihre Stimme voller gutmütiger Besorgnis. «Du bist siebenundzwanzig, nicht siebzig!»

Er wusste, dass sie es nur gut meinte. Aber wie sollte er ihr erklären, dass die Stille des Ladens, das Rascheln der Seiten, der endlose Strom von Geschichten ihm mehr Gesellschaft boten als jede lärmende Bar oder Party? Dass die Charaktere in seinen Büchern ihm vertrauter waren als die meisten Menschen?

Das Klingeln der Türglocke riss ihn aus seinen Gedanken. Emma trat ein, in der einen Hand ihren üblichen Kaffeebecher, in der anderen eine braune Papiertüte, aus der der verführerische Duft frischer Croissants strömte.

«Ich wette, du hast wieder nicht gefrühstückt», sagte sie zur Begrüßung und stellte die Tüte vor ihm ab. Ihre kurzen roten Haare leuchteten im Morgenlicht wie Kupfer.

«Guten Morgen, Emma», erwiderte Leander mit einem schiefen Lächeln. «Und danke. Du musst das wirklich nicht jeden Tag machen.»

«Doch, muss ich», konterte sie und lehnte sich an den Tresen. «Sonst verhungerst du noch zwischen deinen geliebten Büchern. Außerdem… » Sie zögerte kurz. «Ich wollte mich für gestern entschuldigen. Ich wollte dich nicht bedrängen.»

Leander schüttelte den Kopf.

«Schon gut. Ich weiß, dass du es nur gut meinst.»

«Es ist nur… » Emma seufzte. «Seit deine Mutter gestorben ist, ziehst du dich immer mehr zurück. Sie hätte nicht gewollt, dass du dich hier vergräbst.»

Die Worte trafen ihn härter, als er erwartet hatte. Natürlich hatte Emma Recht - seine Mutter war immer voller Leben gewesen, hatte den Laden mit ihrer Energie und ihrem Lachen gefüllt. Wie oft hatte sie gesagt: «Bücher sind wunderbar, mein Schatz, aber das echte Leben findet zwischen den Seiten statt.»

Bevor er antworten konnte, kündigte die Türglocke einen frühen Kunden an.

Leander drehte sich um und erstarrte.

Der junge Mann, der gerade eingetreten war, schien das Sonnenlicht mit sich zu bringen. Wilde dunkle Locken fielen ihm in die Stirn, seine gebräunte Haut sprach von Zeit im Freien, und sein strahlendes Lächeln ließ den Raum plötzlich heller erscheinen. Er trug ein schwarzes T-Shirt, das sich über breite Schultern spannte, abgenutzte Jeans und mehrere geflochtene Lederarmbänder. An seinem Handgelenk blitzte eine kleine Notenschlüssel-Tätowierung.

«Hi!», rief er mit einer Stimme, die so warm klang wie sein Lächeln aussah. «Ich suche ein Geschenk für meine Mutter. Etwas Besonderes.»

Leander brauchte einen Moment, um seine Stimme wiederzufinden. Er spürte Emmas amüsierten Blick in seinem Rücken. «W-willkommen in Sonnes Bücherstube», brachte er schließlich hervor. «Ich… ähm… hat Ihre Mutter bestimmte Interessen?»

Der Fremde kam näher, seine Bewegungen geschmeidig wie die eines Tänzers.

«Oh, sie liebt alles, was mit Gärten zu tun hat. Und bitte - nenn mich Zephyr. Das mit dem Sie macht mich nervös.»

«Zephyr», wiederholte Leander leise, der Name fühlte sich an wie Musik auf seiner Zunge. «Ich bin Leander. Der Laden gehört meiner Familie.»

«Ein Familienbetrieb?» Zephyrs Augen leuchteten interessiert. «Das ist selten geworden. Meine Mutter würde sagen, solche Läden haben Seele.»

Leander spürte, wie seine Wangen warm wurden und vermutlich leicht röteten.

«Drei Generationen», erklärte er, während er um den Tresen herum zur Abteilung für Gartenbücher ging.

Er war sich Zephyrs Präsenz hinter sich überdeutlich bewusst - ein leichter Duft nach Zitronen und etwas Holzigem, so anders als der gewohnte Geruch von altem Papier.

«Mein Großvater hat den Laden 1952 eröffnet», erzählte er weiter, froh darüber, sich auf vertrautes Terrain zu begeben. «Damals war Fabelrode noch eine verschlafene Kleinstadt. Er meinte immer, jede Stadt braucht einen Ort, wo Geschichten zu Hause sind.»

«Fabelrode», wiederholte Zephyr nachdenklich. «Je länger ich hier bin, umso mehr stelle ich fest, wie gut der Name passt. Die ganze Stadt wirkt wie aus einem Märchenbuch.»

«Du bist neu hier?» Leander griff nach einem großformatigen Band über historische Gartenkunst, nur um seine zitternden Hände zu beschäftigen.

«Seit ein paar Monaten», nickte Zephyr. «Ich brauchte einen Tapetenwechsel. Fabelrode schien der richtige Ort dafür - klein genug, um zur Ruhe zu kommen, groß genug für… » Er stockte kurz. «Für neue Möglichkeiten.»