Lichter aus und Kerzen an - Victor Dahms - E-Book

Lichter aus und Kerzen an E-Book

Victor Dahms

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Beschreibung

Vor Weihnachten brechen überall im Land die Ferien aus. Darum wird das Fest auch so selten in der Schule behandelt. Dieser Lücke kann die vorliegende Sammlung von Frivolem und Frechem, Gereimtem und Ungereimtem, Lehrreichem und Launigem, Lästerlichem und Lyrischem abhelfen, um einerseits dem Lehrkörper als Vademecum im fächerübergreifenden Unterricht oder andererseits denen, die Weihnachten im Auto und im Stau feiern, den höchsten Feiertag zu beleuchten. Das Fest der Liebe erscheint in dieser Anthologie aus nichtkonfessionellen verschiedenen Blickrichtungen des Alltags und in unterschiedlichen Erlebnisweisen sowohl junger wie auch betagter Menschen.

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Seitenzahl: 122

Veröffentlichungsjahr: 2014

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Victor Dahms

Lichter aus und Kerzen an

Ein lästerlich-lehrreiches Weihnachtsbuch

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Lichter aus und Kerzen an!

Vorwort

Heilige Nacht

Nur noch dreimal

Warum ist Weihnachten so schön?

Weihnachten …

Heiligabend

Das Fest der Freude

Süßer die Glocken nie klingen oder Der Lärm der stillen Nächte

Fromms Adventslied

Das Weihnachtsgeschenk

Die Weihnachtsfeier des Seemanns Kuttel Daddeldu

Gabenbringende Weihnachtszeit

Nyctophobie

Zum 24. Dezember

Einsiedlers Heiliger Abend

Es ist nicht alles Fett was glänzt

Der Sternenhimmel im Matthäus – Evangelium

Vom heiligen Kinde

Unterm Weihnachtsbaum

Gott in den Bäumen

Der Baum des Lebens

Weltenbaum

Zur Weihnachtszeit

Der Elch und die Weihnachtsfrau

Vom Sternenkind, dem Winterriesen und dem Lächelschwein

Impressum neobooks

Lichter aus und Kerzen an!

Ein lästerlich-lehrreiches Weihnachtsbuch

Victor Dahms (Hg.)

Mit Beiträgen von Udo Becker, Robert Blum, Wilhelm Bölsche, Egon Dahms, Victor Dahms, Arthur Drews, Theodor Fontane, Ottmar Kunz, Eckhart Pilick, Wendelin Renner, Joachim Ringelnatz, Carl Rühle, Dschelaladdin Rumi, Carl Scholl, Ludwig Thoma, G.A. Wislicenus sowie Gedanken und Zitate aus der Bhagavad Gita, der Bibel, von J.W. v. Goethe, Friedrich Hebbel, Hermann Hesse, Bernhard Höppl, Karl Kerényi, Knut Rasmussen.

Lektorat: Pia Oberacker, Gudrun und Thomas Schmitz

Illustrationen: Andreas Lau

Vorwort

Die vorliegende Anthologie sagt wahrhaftig nicht die ganze Wahrheit über Weihnachten, wohl aber die halbe. Es geht um diejenige Hälfte, die gemeinhin nicht in der allgemeinen Feiertagsrhetorik, nicht in Sonntagspredigten oder im Religionsunterricht und noch weniger bei Familienfeiern zur Geltung kommt, obwohl sie untrennbar zum Lichterfest gehört, so wie sein Schatten.

Vor Weihnachten brechen überall im Land die Ferien aus. Darum wird das Fest auch so selten in der Schule behandelt. Dieser Lücke kann die vorliegende Sammlung von Frivolem und Frechem, Gereimtem und Ungereimtem, Lehrreichem und Launigem, Lästerlichem und Lyrischem abhelfen, um einerseits dem Lehrkörper als Vademecum im fächerübergreifendem Unterricht oder andererseits denen, die Weihnachten im Auto und im Stau feiern, den höchsten Feiertag zu beleichten.

Das Fest der Liebe erscheint in dieser Anthologie aus nichtkonfessionllen verschiedenen Blickrichtungen des Alltags und in unterschiedlichen Erlebnisweisen sowohl junger wie auch betagter Menschen.

So hilfreich Rituale in ihren scheinbar ewig gleich bleibenden Abläufen auch für die Stabilisierung der Psyche sein mögen, so sehr sollte sowohl einer Erstarrung in sinnentleerter Stereotypie wie einer drohenden Unterwerfung unter die allseits herrschende Erwerbskultur entgegen gewirkt werden.

Diesem Anliegen möge unser Büchlein dienen.

Heilige Nacht

So ward der Herr Jesus geboren

Im Stall bei der kalten Nacht.

Die Armen, die haben gefroren,

Den Reichen war’s warm gemacht.

Sein Vater ist Schreiner gewesen,

Die Mutter war eine Magd.

Sie haben kein Geld nicht besessen,

Sie haben sich wohl geplagt.

Kein Wirt hat ins Haus sie genommen.

sie waren von Herzen froh,

dass sie noch in Stall sind gekommen.

Sie legten das Kind auf Stroh.

Die Engel, die haben gesungen,

Dass wohl ein Wunder geschehen.

Da kamen die Hirten gesprungen

Und haben es angesehen.

Die Hirten, die will es erbarmen,

wie elend das Kindlein sein.

Es ist eine G’schicht für die Armen,

kein Reicher war nicht dabei.

Ludwig Thoma

Nur noch dreimal

Glühwein trinken Plätzchen backen

Würstchen essen Päckchen packen

Und durch alle Läden rennen

Nur noch viermal pennen!

Abends mit den Eltern skypen

Das Menu schon vorbereiten

Sei’s mit Gänsen, sei’s mit Hummern

Nur noch dreimal schlummern!

Kinderaugen sehnlich schmachten

Im Akkord die Metzger schlachten

Und die Kirchen voll mit Schafen

Nur noch zweimal schlafen!

Schnell noch in das Kaufhaus eilen

Duschen und die Nägel feilen

Zweimal gab es heut schon Krach

Einmal werden wir noch wach!

Victor Dahms

Warum ist Weihnachten so schön?

Warum aber ist das Weihnachtsfest so schön? Ist es die Kinderfreude, die reinste und unschuldigste der Welt, welche ihm diesen zauberhaften Reiz gibt? Sie ist es wenigstens nicht allein. Denn es knüpft sich ein tiefer Sinn an die heitere Erscheinung, und bei dem denkenden Menschen paart sich ein gewaltiger Ernst mit dem freudigen Gefühl.

Wir feiern die Geburt eines Erlösers, eines Befreiers, welchen ein einst mächtiges und großes Volk auf dem langen und traurigen Wege zu seinem Untergange geahnt, erseht, erfleht hatte, mit aller Kraft seiner Seele. Aus der ägyptischen Sklaverei waren die Juden befreit worden, aber in eine schlimmere geraten, weil sie aus dem neuen Boden nicht neues Leben zu saugen vermocht und das Zerbrechen des äußeren Jochs sie nicht innerlich frei gemacht hatte. Unter einer verdummenden Priesterschaft waren sie stumpf und marklos geworden und der römischen Weltherrschaft hoffnungslos anheim gefallen. In ihnen wohnte nicht mehr die Kraft, sich zu befreien, deshalb hofften sie dieselbe von außen, durch ein Wunder, einen Heiland.

Der Heiland ward geboren, fand das Zauberwort, vor welchem die alte knechtende Satzung ohnmächtig dahin sank und eine neue Welt sich erhob. Er war Befreier auf dem Gebiete des Staates, des Lebens und der Gesellschaft. Seine Lehre von der Bruderliebe und Gleichheit war auch für die Erde berechnet und seine „Feiheit“ hieß: Freiheit von der knechtenden Priestersatzung und von römischer Unterjochung. Knüpft sich also an Weihnachten das Erinnerungsfest der Befreiung und der Geburt einer neuen Zeit, so vereint sich damit noch das Bewusstsein der Allmacht des Menschengedankens, der unangreifbar und unzerstörbar ist.

Christus ward als Verbrecher gerichtet, aber aus dem Grabe stieg zwar nicht sein Körper, sondern sein Geist empor und vollendete seine Sendung. Man hatte die Form zerschlagen, um ihren Inhalt desto freier, desto wirksamer zu machen. Mischt sich da nicht mit der Weihnachtslegende eine erhebende Mahnung, auszuharren auf der Bahn des Kampfes für den Fortschritt, für die Freiheit, für die Brüderlichkeit? Muss nicht das spießbürgerliche: „Wozu sollst du dich quälen und dir noch Verdruss und Feinde machen? Es nützt ja doch nichts“ verstummen auf ewig?

Nein, kein Gedanke geht verloren in der weiten Schöpfung, keine ausgesprochene Idee ist vergebens da gewesen. Man kann den Menschen moralisch oder körperlich vernichten, man kann die Blätter und die Bücher, die er geschrieben, verbieten, verbrennen, einstampfen, den Geist des Menschen, den Inhalt seiner Schriften, kann man nicht vernichten, er wirkt fort, und die Unsterblichkeit unseres Tuns und Strebens beruht eben in dem Bewusstsein, dass wir in keinem Falle vergebens gewirkt haben.

Robert Blum

Weihnachten …

Kinderfreude, heil’ger Glanz!

Du strahlst in unsre Herzen ganz,

Du machst uns wieder Kindern gleich,

Und unser ist das Himmelsreich.

Wir suchen Freude allezeit.

Doch oft umgibt uns Traurigkeit.

Die Menschheit strebt mit ganzem Sinn

Nach Glück und Freude sehnend hin.

O schönes Bild, sei Wirklichkeit!

O Welt, sei endlich doch befreit!

O Erde, sei das schöne Haus,

Drin Friede gehet ein und aus!

Noch ist sie’s nicht, noch gibt es Streit.

Doch sieh, es tagt die bessre Zeit!

Fühl erst in dir ihr Glück und Heil,

Dann wird sie auch der Welt zuteil.

Gustav A. Wislicenus

… demnächst in Düren

Fast ist es so wie jedes Jahr.

Ich will hier nur erwähnen:

Der braten ist nicht richtig gar

Die Messe ist zum Gähnen

Und auch mein Schwiegerelternpaar.

Sie sind aus Hückeswagen

Und haben es am Magen.

Der Lichterglanz von RWE,

Der Rotwein kommt vom ALDI.

Dann stapf ich frierend durch den Schnee

Mit meinem Dackel Waldi.

Bevor ich nachher Fernsehs eh

Da brauch ich noch Bewegung

Und keine Weihnachtsregung.

Zu Hause lass‘ ich Frau und Kind

Mit meinen Schwiegereltern

Die morgen eingeladen sind

Bei ihrem Sohn in Keltern

Mit Onkel Paul aus Schwäbisch Gmünd

Da gibt es Sauerbraten

Mit Nudeln und Salaten

Es war fast so wie jedes Jahr

Bei uns zu Haus in Düren.

Doch als ich auf der Straße war

Und führ‘ den Hund spazieren,

Kommt eine Frau mit schwarzem Haar,

Ein Säugling in den Armen

Es war zum Gott Erbarmen.

Ihr Kind, so hat sie mir erzählt,

Sei diese Nacht geboren.

Sie sei vom Herrgott auserwählt

Der sie zum Weib erkoren,

Doch sei sie nicht mit ihm vermählt.

Ein Wunder sei geschehen:

Sie kriegte gleich die Wehen!

Nun da sie keine Bleibe hat

Und nichts vom Vater höre

So fragt sie mich, wo in der Stadt

Die Babyklappe wäre.

Da war ich aber wirklich platt!

Wenn’s gar der Heiland wäre?

Er war es auch, ich schwöre!

Ich hab die beiden in der Nacht

Zur Babyklappe hingebracht

Und später alles klar gemacht

Bald wird der Heiland adoptiert

Und dann als Detlev Kunz geführt.

Das gibt ein Jubilieren

Demnächst bei uns in Düren!

Ottmar Kunz

… Ein Besinnungsaufsatz

Weihnachten ist das Fest der Freude und der Liebe. Das altmodische Wort leitet sich von „Weinen“ ab, wo wie „Wahrheit“ von „Waren“ herkommt. Nach der Rechtschreibreform werden beide Begriffe darum heute ohne „h“ geschrieben. Man kann also erkennen, dass dieses schönste Fest des Jahres mit den Waren zu tun hat, die um diese Zeit vermehrt gekauft und verschenkt oder ausgetauscht werden. Und was man mir am Heiligabend beschert, ist oft zum Weinen.

Tränen der Rührung, aber auch der Enttäuschung werden dann vergossen. Ich selber verschenke meistens Bücher, die ich selber einmal als Weihnachtsgabe bekommen hatte, die aber noch wie neu aussehen, weil ich sie im Geschenkpapier eingewickelt in einem Karton verwahre, und lege ein frisches Lesezeichen aus der Buchhandlung hinein. Es gibt aber kaum noch Leute, die Bücher aus Papier geschenkt haben wollen. Vor der Agneskirche machen sie aber im Dezember an jedem Samstag einen Bazar, und da bringe ich jetzt so Zeugs hin und tausche es gegen selbst gemachte Marmelade.

Höhepunkt der Vorweihnachtszeit ist ein Spaziergang auf die Christkindlesmarkt, wo ich ganz viel Glühwein trinke. Meiner kleinen Schwester gebe ich auch heimlich immer einen Pappbecher voll. Sie hat deshalb das Wort „Glühweinacht“ erfunden, aber meine Eltern glauben, das hätten die Wunderkerzen am Tannenbaum bewirkt.

Besonders gefallen hat mir auf dem Weihnachtsmarkt ein Schild mit der Aufschrift: „Eines ist doch sonnenklar Deppert’s Wurst ist wunderbar!“ Es war von zwei großen bunten Engeln eingerahmt. Alles Wesentliche steckt in dieser Reklame. Darin habe ich auf einen Blick wieder erkannt, was unser Religionslehrer über das Fest erzählt hat. Es war nämlich ursprünglich ein heidnisches Sonnwendfest. In der längsten Nacht des Jahres wird die Sonne neu geboren und das Licht nimmt wieder zu. Später wird dann der Herr als die neue Sonnen bezeichnet („sonnenklar“). Und das ist wirklich „wunderbar“.

Aber zum Wunder und zum Wunderbaren gehört ebenfalls, sagt unser Religionslehrer, das Geheimnisvolle. Geheimnisvoll ist auch die Vergangenheit seines eigenen Lebens. Hier auf den Weihnachtsmarkt wird es in Gestalt der Bratwurst sehr schön zum Ausdruck gebracht. Denn „der Inhalt einer Worscht ist bis heute nicht erforscht“, wie Goethe sagt. Zwei Güldene Engel mit leuchtendem Flitter kommen vom Himmel herab, um mit uns gemeinsam Wurst zu essen. Oben am Dach von Deppert’s Bude schweben sie hernieder und halten in ihrer Rechten jeder eine leckere Thüringer, in denen ein rotes Lämpchen blinkt.

Man kann aber die Art, wie wir heute Weihnachten feiern, auch kritisch sehen, sagt unser Lehrer. Weil es wird nämlich zu viel gefressen bei uns wie es Ochs und Esel im Stall den ganzen Tag tun statt wie mein Vater auch an die Neger in Afrika zu denken und eine Spende an Brot für die Ratz zu machen, die er von der Steuer absetzen darf. Denn Weihnachten ist auch das Fest des Friedens. Mein älterer Bruder mag es trotzdem nicht, obwohl er ein Gedicht darüber geschrieben hat. Es heißt „Heiligabend“. Mit diesem möchte ich hier schließen und Euch zum Fest alles Erdenkliche wünschen.

Egon Dahms

Heiligabend

Mir emailt Emil zum Advent

Die Mutter still am Herde flennt

Der Vater auf dem Sofa pennt

Die Schwester schmückt den Weihnachstbaum

Und stellt die Krippe in den Raum

Den Onkel Ernst den sieht man kaum

Er sitzt fast dauernd auf dem Klo

Da raucht er seine Marlboro

Und nebenan läuft’s Radio

Man hört Nun singet und seid froh

Und dann In dulci jubilo

Das alles ist mir jetzt ein Graus

Ich schalte den Computer aus

Und geh mit Oma aus dem Haus

Der Herr, sagt sie, ist neu geborn

Drauf trinken wir nen Apfelkorn

Dann sind wir nicht mehr so verfrorn

Sie geht und betet in der Mette

Ich bumse derweil die Annette

Was ich beinah vergessen hätte

Dann geh ich heim und esse Gans

Wir feiern froh im Lichterglanz

Die Schwester spielt Klavier, sie kanns

Hingegen wirklich nicht

Wir singen all bei Kerzenlicht

Die Mutter spricht noch ein Gedicht

Aber leider dieses nicht

Wir packen die Geschenke aus

Ich kriege die Computermaus

Dann wird es laut in unserm Haus

Weil wir jetzt einen sitzen ham

Drum machen alle ein Tamtam

Und streiten ums TV-Programm

Die Oma geht dann bald ins Bett

Ich aber in das Internet

Und email Emil ein Sonett.

Wendelin Renner

Das Fest der Freude

Dieses Jahr krieg ich zu Weihnachten von meinem Bruder wahrscheinlich einen Camcorder! Der kostet 458 Euro! Von meiner Schwester bekomme ich ein Paar Puma-Schuhe – die sind Kult – für 140 Euro. Die verdient auch schon ganz gut. Mein Vater gibt mir Geld, ich schätze mindestens 150 Eier. Von meiner Mutter krieg ich einen Gutschein über 200 Euro für Klamotten. Nur das Päckchen von meiner Oma, das ein paar Tage vor Heilig Abend mit der Post kommt, ist eigentlich nichts wert. Die schenkt mir selbstgemachte Socken und irgendein dickes Buch. Ich lese aber nicht gern, nur wenn ich muss.

Die Socken schmeiß ich gleich weg. Mein Freund Lars ist ein komischer Typ. Obwohl er ein Smartphone und einen E-Reader hat, liest er auch viel altmodische Bücher auf Papier und freut sich drüber. Er ist trotzdem ein netter Kerl. Darum werde ich ihm am zweiten Feiertag als Geschenk das Buch von meiner Oma überreichen. Vorher schreibe ich innen eine Widmung rein: „Zu Weihnachten Dein Freund Egon“. Dann kann er es nämlich nicht weiter verschenken.

Einmal hatte ich ihm einen alten Schmöker mit einer gelben Wolke und einem Leuchtturm am Meer auf dem Deckel beschert, und zwei Jahre später hab ich es von ihm zurückbekommen. Das soll mir nicht nochmal passieren. Bevor ich das Buch von meiner Oma für ihn einpacke, schreib ich mit Bleistift noch einen Preis rein, wahrscheinlich 24,80. Dann radiere ich ihn wieder aus, aber so, dass man ihn noch erkennen kann. Lars schenkt mir etwas, das mindestens auch so viel kostet, wahrscheinlich zwei CDs. Eine davon kriegt mein Bruder, die andere meine Schwester. Wenn sie mir gefallen, brenne ich mir vorher Kopien. Bei Aldi kosten 10 Rohlinge 4,99. Jetzt muss ich nur noch Geschenke für meine Eltern und die Oma besorgen.

Ich überschlage jetzt schon mal den Wert der Einnahmen und Ausgaben. Also auf der Habenseite wahrscheinlich 458 plus 140 plus zweimal 24,80 an Waren plus 370 cash inklusive Gutschein, macht nach dem Riesen Adam zusammen satte 10127,60 Euro.