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Liebe ist die stärkste Kraft, die in dir ruht und alles schafft. Doch warum scheint ausgerechnet die Liebe zwischen zwei Menschen ein so seltsames Spiel zu sein, dass vielversprechende Liebesbeziehungen an ihr zerbrechen? Ist es möglich, gestärkt aus dem Liebeskummer hervorzugehen? Wie gelingt es, die Kette von Schuldgefühlen und Schuldzuweisungen zu unterbrechen? Welche Blockaden sind auf dem Weg in eine erfüllte Partnerschaft aufzulösen? Und wie kommen Mann und Frau schließlich bei sich selbst an? Gerade nach einer gescheiterten Ehe oder Langzeitbeziehung herrscht große Verunsicherung. Die emotionalen Verletzungen sitzen meist tief, doch der innere Frieden will wieder hergestellt werden. Dieser Ratgeber macht uns das wahre Sein hinter dem Ego-Schein wieder bewusst. Er vermittelt Verständnis für den Menschen an unserer Seite, selbst wenn dieser mitunter genau das Gegenteil dessen macht, was er eigentlich will. Wir erfahren, warum Selbstliebe und Vergebung die Basis für gesunde Beziehungen sind und welche Chancen sich für Liebende ergeben, wenn sie sich auf der Seelenebene erkennen. Die Autorin und Diplom-Partnerschaftsmentorin Kerstin Hellmann bündelt spirituelles Wissen, Bodenständigkeit, praktische Übungen und eigene Erfahrungen zu einem tiefgründigen Wegweiser in eine erfüllte Beziehung - zu sich selbst und zu seinem Nächsten. Paare sowie Singles in den besten Jahren können hierin jene sichere Orientierung finden, nach der sie bisher vergeblich gesucht haben.
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Seitenzahl: 353
Veröffentlichungsjahr: 2022
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Was du verstehen kannst, kannst du verzeihen. Was du verzeihen kannst, kannst du vergeben (dir selbst und anderen). Was du vergibst, kannst du loslassen. Was du loslässt, macht dich frei (von Schuldgefühlen und Schuldzuweisungen) – und dieses Freisein schafft Platz für die Liebe.
Die Angst, die vor der Liebe warnt
Die Beziehungen unserer Zeit
Das Leben als Spiel
Glaube als Basis für Glück oder Unglück
Liebe – die Urkraft des Seins
Historie der Partnerschaft
Energetische Ausstrahlung
Im Einklang mit Geist – Seele – Körper
Frau und Mann – Yin und Yang
Die falsch verstandenen Arten der Liebe
Der spirituelle Auftrag der Partnerschaft
Selbstbild und Selbstwertgefühl
Umgang mit Liebeskummer
Vom Alleinsein zum All-Eins-Sein
Selbstliebe als Kraftquelle
Die Ängste des Egos in der Partnerschaft
Bindungsängste erkennen und überwinden
Der uns entsprechende Partner
Resonanzfähig für die Liebe sein
Vorbereitung auf eine neue Partnerschaft
Schuldgefühle auflösen
Das Herz für die Liebe öffnen
Zielklarheit schaffen
Das erste Date
Sexualität – der Himmel auf Erden
Abhängigkeit und Freiheit
Dem Partner verzeihen und vergeben
Sich in Liebe und Dankbarkeit trennen
Vater- und Mutter-Themen
Das innere Kind
In unserem Partner spiegeln wir uns wider
Kommunikation zwischen Mann und Frau
Den Partner so annehmen wie sich selbst
Wenn die Partnerschaft zur Pflicht wird
Eifersucht
Die natürlichen Phasen der Partnerschaft
Die schwierigen Phasen der Partnerschaft
Heimliche Lieben
Tipps zur Partnerschaftspflege
Wahrheit – Meinung – Glaubensätze
Kinder in der Partnerschaft
Wenn aus Liebe Freundschaft wird
Die Krise als Chance
Liebe ist die Antwort
Stell dir vor, du fühlst dich von einem Menschen, in den du dich verliebt hattest, enttäuscht. Die Beziehung ist zerbrochen, und du hast dich seither zurückgezogen. Du lebst nun allein in deiner Wohnung oder in deinem Haus, doch eines Tages klopft jemand an deine Türe. Du öffnest, und ein Fremder bittet dich, ihn in dein Heim hinein zu lassen. Er verspricht dir im Gegenzug, dich zu beschützen und vor weiteren Verletzungen zu bewahren.
Du vertraust diesem mysteriösen Gast und lässt ihn in dein Reich, denn du fürchtest nichts mehr, als erneut enttäuscht zu werden. Doch seitdem dein neuer Gast in deinem Haus wohnt, wird es für dich eng in deinen eigenen vier Wänden. Denn der Neue macht sich breit und dringt bis vor zu deinem Bett. Er warnt dich davor, hinaus zu gehen oder gar einen anderen Menschen zu treffen, der dir zu nahe treten könnte. Er flüstert leise in dein Ohr: »Du bist beschützt – solange du auf mich hörst.« In deinem Haus hat nun dein Gast das Kommando übernommen. Ganz unbemerkt hat er Besitz von dir ergriffen. Alles, was du tust, wird geleitet von diesem ach so hilfsbereiten Freund, der nun dein Leben dirigiert.
Du glaubst deinem Gast, und er erzählt dir, dass es außerhalb deines Hauses Menschen gibt, die nur darauf warten, dich zu verletzen. Frustriert und motivationslos ziehst du dich immer mehr zurück – vor allem vor Menschen, die dir nahekommen könnten. Denn dein Gast warnt dich vor jedem Wesen, welches dich emotional berühren könnte.
Gleichzeitig wächst eine Sehnsucht in dir, die du nicht beeinflussen kannst, und auch dein Gast kann nichts dagegen tun. Schon seit langem vermisst du etwas in deinem Leben, nur weißt du nicht genau, was es ist und wie du damit umgehen sollst. Es ist der Ruf nach Liebe, der sich in dir meldet. Dein Gast jedoch ermahnt dich erneut, nicht einen Schritt weiter zu gehen. Er hat nur eins im Sinn: dich von der Liebe fernzuhalten. So erzählt er dir von Leid und Weh, von Groll und Wut, von Ehre und Tod und all den anderen Dramen aus der Vergangenheit.
Doch zum ersten Mal hinterfragst du seine Einwände und Befürchtungen. Dir geht ein Licht auf und endlich erkennst du, wen du da in deinem Haus beherbergst. Es ist die Angst, die deine Gastfreundschaft schon so lange missbraucht hat. Deine Liebe, die sich hinter der Deckung hervorwagt, ist der Angst ein Dorn im Auge. Sobald sie bei dir einzieht, muss die Angst weichen. Denn Liebe und Angst können nicht zusammen unter einem Dach leben.
Angenommen, du bist es leid, weiterhin der Angst zu vertrauen und triffst die Entscheidung, ihr nicht mehr zu folgen – und du entscheidest dich noch heute, deine Tür für die Liebe zu öffnen und den unliebsamen Gast freundlich, aber bestimmt des Hauses zu verweisen. Sogleich öffnest du deine Türen und Fester, und ein frischer Wind weht durch dein Heim. Dieser nimmt auch all die bisher stagnierten Energien mit hinaus. Neue, wohltuendeEnergie durchflutet nun dein Heim und dir wird angenehm warm ums Herz. Endlich fühlst du dich befreit und hast auch wieder Lust, etwas Neues zu unternehmen. Im tiefen Wissen und Vertrauen, dass alles deiner Entwicklung dient, wächst du über deine Grenzen hinaus.
Auf einmal kommen Menschen in dein Leben, die dir guttun. Seitdem die Angst verschwunden ist, blüht die Liebe auf. Du erkennst dich selbst als das, was du wirklich bist: ein göttliches Wesen mit einer liebenden Seele und einem regen Geist.
Du bist aus deinem Dämmerschlaf erwacht und spürst die Kraft in dir. In deinem Haus lebt nun die Liebe, sie war immer da, doch du hattest sie versteckt. Keiner sollte sie je mehr zu Gesicht bekommen –nicht einmal du selbst.
Doch nun ist sie da und versprüht Licht und Leben. Nie wieder überlässt du dein trautes Heim der Angst, denn du hast die Angst vor der Liebe enttarnt und herausgefunden, dass es sich um deine eigenen sorgenvollen Gedanken handelte, die dich die ganze Zeit in deinem Haus gefangen hielten.
Doch Standhaftigkeit ist geboten, denn die Angst ist hartnäckig. Von Zeit zu Zeit klopft sie immer wieder mal an deine Tür und frohlockt mit guten Argumenten. Du aber weißt, dass sie dir nichts zu bieten hat. Du bist stärker als das stärkste Argument der Angst. Als Besitzer deines Hauses wirst du dir nun endlich deiner Kraft und Macht gewahr.
Seitdem du angefangen hast, der Liebe zu vertrauen, widerfährt dir Liebe. Dein Leben hat mit diesem Schritt eine völlig neue und andere Richtung eingenommen, und du fühlst dich endlich wieder zufrieden und glücklich. Denn die Liebe lässt in deinem Leben alles mehr werden. Je mehr du sie teilst, umso mehr vervielfältigt sie sich, und dafür bist du von ganzem Herzen dankbar. Dein Leben hat einen neuen Sinn bekommen; nun hast auch du verstanden, dass alles, was ist, deinem inneren Wachstum dient und letztlich zu deinem Besten ist.
Liebe und Angst sind die beiden Aspekte, nach denen wir Menschen unser Handeln ausrichten. Doch durch die Angst davor, nicht genug Liebe geben zu können oder nicht genug geliebt zu werden, bauen wir im Laufe des Lebens Barrieren in uns auf, die es nun gilt, abzubauen.
Alles, wonach wir im Grunde unseres Herzens streben, ist Liebe zu erfahren und glücklich zu sein. Dabei ist in uns bereits alles angelegt, was wir brauchen, um glücklich zu sein, denn wir alle kommen aus einer Quelle, deren Eigenschaft wahrhaftige Liebe ist. Daher tragen auch wir die wahrhaftige Liebe in uns und können sie niemals verlieren. Genau dessen dürfen wir uns wieder bewusst werden.
Wenn wir beginnen, uns für die spirituellen Aspekte in uns zu öffnen, beginnt ein tieferes Verständnis für uns selbst und für all unsere Mitmenschen. Die Angst, nicht genug zu lieben oder nicht genug geliebt zu werden, entpuppt sich dann als Selbsttäuschung.
Wir leben in einer Zeit und in einer Kultur, in der nahezu jegliche Formen von Beziehungen erlaubt sind. Dafür dürfen wir dankbar sein, denn bis vor kurzen war es noch nicht selbstverständlich, sondern sogar strafbar, wenn man nicht den vorgegebenen Normen folgte. Eine Schwangerschaft verpflichtete noch vor 60 Jahren zur Heirat. Eine Scheidung war mit Ächtung gleichzusetzen, und selbst im deutschen Strafgesetzbuch der BRD gab es bis 1994 noch den Paragraphen 174, der sexuelle Handlungen zwischen Personen männlichen Geschlechts unter Strafe stellte. Unsere heutige Zeitqualität erlaubt uns nun, viel mehr Aufmerksamkeit auf das Thema der zwischenmenschlichen Beziehungen zu legen und der Liebe dabei alle Freiheiten zu geben, die sie braucht, um zu erblühen.
Doch trotz dieser günstigen Voraussetzungen spiegeln insbesondere die Beziehungen zwischen Mann und Frau einen latenten Krisenzustand wider. Beide wollen nicht ohne einander und können doch nicht so recht miteinander sein. Bei allen Diskrepanzen ist kaum einem Menschen wahrhaft bewusst, wie sehr Mann und Frau auf allen Ebenen des Seins miteinander verbunden sind. Doch anstatt auf das Wesentliche und Verbindende im Menschen zu blicken, konzentrieren wir uns in erster Linie auf die Unterschiede zwischen Mann und Frau und wundern uns dann, dass beide das daraus entstehende verrückte Drama ihrer Partnerschaft nicht mehr ertragen wollen. Doch auch gleichgeschlechtliche Beziehungen scheitern häufig an zwischenmenschlichen Dramen und Missverständnissen.
Bei der Fokussierung auf die äußeren Merkmale und Verhaltensweisen der Partner ist das Wesentliche im Menschen – die Seele und der Geist – in Vergessenheit geraten. Das ist nicht verwunderlich; werden Seele und Geist in einer Zeit, die vom Materialismus geprägt ist, doch gerne als Hirngespinste abgetan. Was zählt, sind vielmehr knallharte Fakten, rationales Denken, Status, Profit, Karriere oder Geld. Mit anderen Worten: Der Schein regiert, das Sein verliert.
Viele Menschen sind in ihrer Partnerschaft primär vom Kopf gesteuert und nicht vom Herzen–und so ist es nicht zu verhindern, dass selbst vielversprechende Beziehungen scheitern, noch bevor sie richtig beginnen. Immer mehr Singles und Alleinerziehende haben es aufgegeben, den Partner fürs Leben zu finden, weil sie Angst davor haben, dass sich der emotionale Schmerz aus vergangenen Beziehungen wiederholen könnte. Andere Menschen sind auf der ewigen Suche nach dem richtigen Partner, von dem sie sich Sicherheit und emotionale Rettung erhoffen. Manche gehen dabei faule Kompromisse ein und verbleiben in einer Partnerschaft, obwohl diese nur noch schmerzt.
Dabei leben wir in einer beneidenswerten Zeit. Wir können jederzeit unseren Beruf, unseren Wohnort, unseren Partner und unsere Weltanschauung frei wählen. Sich den jeweiligen Herausforderungen an eine Partnerschaft zu stellen und bewusst Änderungen vorzunehmen, war noch nie so einfach wie heute. Denn ob arm oder reich, jung oder alt, geschieden oder ledig: Uns allen steht es frei, unsere Sichtweise auf uns selbst und auf unseren Partner jederzeit zu verändern und damit unser gesamtes Leben zu verwandeln. Die Zeiten der Hexenverfolgung, Steinigung oder Ausgrenzung sind (zumindest offiziell) vorbei.
Was wir jetzt brauchen, sind neue Herangehensweisen, die uns von unserem alten, hinderlichen Denken befreien und uns wieder an die stärkste Kraft in uns selbst erinnern – die Liebe. Denn dann eröffnet sich uns auch die Möglichkeit, eine Partnerschaft bewusst zu entwickeln und alle Facetten, die dabei zu Tage treten, als Entwicklung zu begreifen und diese dankbar anzunehmen.
Als Mensch haben wir immer die Wahl, wie wir mit den Aufgaben in unseren Beziehungen umgehen. Entweder wir rennen vor den Herausforderungen davon–dann werden sie uns verfolgen. Oder wir stellen uns der Erledigung unserer Aufgaben und befreien uns somit vom ständigen Leidensdruck. Jeder Mensch hat heute die Möglichkeit, sich Zugang zur Weiterbildung zum Thema »zwischenmenschliche Beziehungen« zu verschaffen und das erlernte Wissen in der Partnerschaft sinnvoll anzuwenden.
Ein weiterer Vorteil unserer Zeit ist auch, dass kein Mensch seine Beziehung auf Gedeih und Verderb bis zum bitteren Ende durchziehen muss. Wir haben in einer aufgeklärten Gesellschaft das Privileg, den Partner zu wechseln, so oft wir wollen. Sogar jene Beziehungsvariante, die es uns erlaubt, mehrere Partner zu haben, gilt inzwischen als salonfähig. Fast jeder kennt jemanden, der sich in einer der folgenden Beziehungsformen bewegt: wildeEhe, Fernbeziehung, offene Beziehung, Polyamorie, heimliche Affäre oder Dreiecksbeziehung.
Wen verwundert es noch, dass nach einer Seitensprung-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Mafo 22,5 Prozent der befragten Frauen und 21,7 Prozent der befragten Männer in ihrer Partnerschaft mindestens einmal fremd gegangen sind. Frauen gingen meist fremd, weil sie sich von ihrem Partner vernachlässigt fühlten (45 Prozent). Die meisten Männer hingegen wagten den Seitensprung, weil sie anfangs das Bedürfnis nach einem sexuellen Abenteuer hatten (38,8 Prozent). Ob nun heimlich oder nicht – alles ist möglich in unserer Zeit, wenn auch nicht immer gern gesehen. Doch das Leben schreibt seine eigenen Geschichten und lässt sich nicht in eine gesellschaftlich vorgegebene Norm zwängen.
Ganz gleich, zu welchem Modell der Beziehung ein Mensch sich hingezogen fühlt, die Verantwortung dafür muss jeder für sich selbst übernehmen. Schließlich kommt es nicht selten vor, dass sich eine heimliche Affäre zu einer großen Liebe entwickelt, die plötzlich auf eine harte Probe gestellt wird, wenn sich einer von beiden für den einen Partner entscheiden muss. Unabhängig von der Entscheidung ist ein solcher Weg meist mit einem Drama verbunden.
Am Ende lasten oftmals Schuld und Schuldzuweisungen wie ein Stein auf allen Beteiligten. Dabei ist es doch die ewige Sehnsucht nach der einen großen Liebe, die mit einer dauerhaft glücklichen Partnerschaft gekrönt werden soll, die uns Menschen auf verschiedene Wege oder gar vermeintliche Abwege führt. Um derartige (Gewissens-)Konflikte aufzulösen, bedarf es eines grundlegenden Verständnisses darüber, was wahre Liebe im Leben eines Menschen bedeutet und warum sie für unsere Entwicklung so erstrebenswert ist. Auch wird dieses Verständnis uns helfen, den geliebten Menschen an unserer Seite auf Seelen-Ebene wahrzunehmen und eine bewusste, geistige Verbindung mit ihm einzugehen.
Es ist Zeit, mit frischem Entdeckergeist einen neuen Weg zu beschreiten, der uns in eine Welt führt, die frei ist von fremden Erwartungshaltungen, und in der wir unseren eigenen inneren Werten und Wünschen folgen. In dieser Welt ist die wahre Liebe das oberste Gebot und möchte in all ihren Facetten gelebt und ausgedrückt werden.
Hier setzen mein Buch und mein Coaching an. Ich möchte dich dazu ermuntern, die Liebe als höchstes Gut in dir selbst wahrzunehmen, sie zu geben und zu empfangen und darüber hinaus nicht zu versäumen, sie zu genießen. Manchmal genügt es schon, einen erweiterten Blickwinkel einzunehmen, um das Mysterium von Liebe und Partnerschaft zu durchschauen. Denn haben wir uns erst einmal selbst verstanden, so ist es nur ein kleiner Schritt, auch unseren Partner zu verstehen. Gleichzeitig erleichtert es alle unsere zwischenmenschlichen Beziehungen, wenn wir unsere Mitmenschen tief im Herzen verstehen.
Durch eine erweiterte Wahrnehmung werden sich uns auf allen Ebenen neue Möglichkeiten eröffnen. Wir begreifen die Zusammenhänge von Ursache und Wirkung und lernen durch Vergebung, uns selbst und all unsere Beziehungen zu heilen. Wir gewinnen einen Weitblick, der zu einem neuen Weltbild führt, und erkennen die Botschaften unserer Lebensumstände. Plötzlich sehen wir die Lösung, noch bevor aus einer Situation ein Problem entstehen kann. Der in uns wohnende reine Geist darf erwachen. Wir durchschauen den Schein und erkennen das dahinter liegende wahre Sein. In diesem achtsamen Zustand wird es uns in Zukunft auch leichter fallen, Entscheidungen stimmig zu treffen, weil wir Zugriff auf unsere innewohnende Weisheit haben. Wir werden uns unserer selbst gewahr und fangen an unser Leben bewusst zu führen, zu gestalten und zu genießen. Angedockt an die göttliche Schöpferkraft vervielfältigt sich unser Kreativitätspotenzial, sodass wir stets neue Einfälle und Ideen haben.
Unnötiger Stress verschwindet, denn wir gehen gelassener an die Herausforderungen des Lebens heran. Da wir mit uns selbst ins Reine kommen, wird auch unser Immunsystem optimiert und Krankheiten verschwinden zunehmend aus unserem Leben. Wahrheit, Irrtum und Lüge werden uns sofort offenbar, denn wir können unsere Mitmenschen und deren Kommunikation nun auch energetisch wahrnehmen.
Endlich wird auch unser Partner kein Buch mit sieben Siegeln mehr für uns sein. Vielmehr können wir intuitiv erfassen, was dieser wirklich denkt und fühlt. Es gelingt uns, bewusster mit Schwierigkeiten in unserer Partnerschaft umzugehen und dahinterstehende Aufgaben mit Leichtigkeit lösen. Das Wunderbare daran ist, dass wir ein Verständnis für uns selbst gewinnen, das uns aus sämtlichen Verstrickungen der Vergangenheit befreit. Wir bringen Frieden in unsere Gedankenwelt, werden ausgeglichener und bekommen eine innere Gelassenheit.
Mit Verständnis schaffen wir eine solide Basis für eine harmonische Partnerschaft, die uns bewusst wachsen lässt, gemeinsam,miteinander und zusammen, über alle Schwierigkeiten und Herausforderungen des Alltags hinaus.
Nun lade ich dich herzlich ein, es dir bei deinem Lieblingsgetränk gemütlich zu machen und mir auf die Reise in die Welt der Liebe, der Freiheit, der Klarheit und des Friedens zu folgen. Der Begriff »Partner« steht in meinen Ausführungen sowohl für die männliche als auch für die weibliche Form. In meinen Impulsen habe ich überwiegend die Wir-Form gewählt, weil du nicht allein bist mit deinen Sorgen und Fragen, sondern auch ich (genauso wie viele andere Mitmenschen) nach wie vor dazu lernen darf.
Vieles von dem, was ich in diesem Buch mit dir teile, basiert auf meinen eigenen Erfahrungen und Erkenntnissen; einiges mehr beruht auf jahrtausendaltem Wissen und kann dich dabei unterstützen, ein besseres Verständnis für die Zusammenhänge von Liebe und Partnerschaft zu erhalten. Womöglich findest du in meinen Ausführungen endlich deinen Weg, der dich zu dir selbst führt und der dich mit dir und deinen Nächsten ins Reine bringt.
Ich wünsche dir zahlreiche inspirierende Momente und viel Freude beim Lesen!
Alles Liebe,
Kerstin Hellmann
Das Leben ist ein wundervolles Spiel. Es ist uns zum schöpferischen Wachstum gegeben. Und das Schönste in diesem Spiel ist die Liebe – und wenn wir anfangen, sie in all ihren Facetten zu genießen.
Wir können uns unser Leben so vorstellen, als sei es ein Spiel. Als wir hier auf Erden gelandet sind, sind wir allerdings durch den Schleier des Vergessens gegangen. Wir wissen nicht, wer wir sind, woher wir kommen und wohin die Reise geht. Alles steht auf Anfang und jeder darf nach seinem freien Willen entscheiden, welchen Weg er in diesem Spiel des Lebens nimmt.
Unsere Geburt ist das Datum des Spielbeginns und unser Körper die Spielfigur. Keiner der Spieler weiß, dass sowohl das Spielbrett als auch alle Figuren aus demselben Holz geschnitzt sind. Das Spielbrett ist unsere Erde, die auch als Schule des Lebens gilt.
Unser Lehrer – auch Schöpfer dieses Spiels – ist nicht sichtbar und doch immer anwesend. Es ist eine geistige Kraft, aus der sämtliche Mitspieler schöpfen dürfen. Jeder der Mitspieler ist gleichzeitig auch Lernpartner für den jeweils anderen.
Die Spielregeln sind die über allem stehenden geistigen Gesetze. Mit diesen haben sich allerdings nur wenige Spieler bewusst vertraut gemacht. Doch jeder trägt einen inneren Kompass mit sich.Alle Mitspieler erhalten ein grenzenloses Kontingent an geistigem Potenzial, welches sie über die ganze Spielzeit hinweg für sich nutzen können. Überdies bekommt jeder einen Rucksack mit seinen individuellen Hausaufgaben an den Wegesrand gestellt. Sinn des Spiels ist es, miteinander zu lernen und die Liebe zu finden. Gelehrt wird nach dem universellen Lehrplan. Wer ammeisten Erkenntnisse für sich selbst gewinnt,kommt am besten voran und darf ein Türchen öffnen, das ihn auf ein höheres Level führt. Es gibt unzählige Mitspieler. Auf Start geht’s los!
Das Lernen in der Schule des Lebens macht nicht jedem Spaß, und so schmeißen einige Schüler ihren Rucksack genervt in die Ecke. Sie stellen sich passiv an den Spielfeldrand und schauen beleidigt zu. Andere Mitspieler nutzen deren missliche Lage und fangen an, über diese Spieler zu bestimmen, indem sie ihnen zeigen, wo es lang geht.
So manch ein Spielkamerad glaubt zu wissen, die Liebe außerhalb des Spielfelds zu finden, doch er irrt auf dem Spielplan hoch und runter. Andere verlaufen sich im Dschungel des Spielfeldes und wurden nie mehr gesehen. Viele Mitspieler scheitern immer wieder an verschlossenen Türen, müssen zurück auf Start und probieren ihr Glück von neuem.
Die meisten Spieler schließen sich mit einem oder mehreren Spielkameraden zusammen, um gemeinsam voran zu kommen. Einige haben inzwischen erkannt, dass sie jedes geöffnete Türchen näher an ihr Ziel, die große Liebe zu finden, heranführt. Mancher Spieler glaubt die Liebe auch schon gefunden zu haben und erfreut sich eine Zeit lang an ihr. Doch einige Pärchen sind sich nicht mehr einig, trennen sich oder finden einen neuenSpielpartner. Andere gehen wieder ihren eigenen Weg und versuchen sich allein durchzuschlagen.
Irgendwann kommt ein Scheideweg, der sich wie ein Schicksalsschlag anfühlt und den Spieler zum Aufwachen bringen soll. Der Spieler hat die Wahl, in welche Richtung er weitergeht. Die eine Richtung führt auf ein höheres Level und regt zur Selbstreflektion an. Dieser Weg ist zwar nicht der bequemste, aber abwechslungsreich und interessant. Die Anforderungen erscheinen jedoch schwieriger als bei dem anderen Weg, der mit seiner Breite und Geradheit frohlockt.
Die meisten Mitspieler entscheiden sich für den leichteren Weg, und einige können es gar nicht erwarten, der Erste zu sein und versuchen, eine Abkürzung zu nehmen, die dann im Nirgendwo endet. Andere wurschteln sich so durch.
Viele haben Angst, nicht schnell genug anzukommen und mogeln sich an den anderen Spielern vorbei. Ganz Clevere haben die Regie über den Rest der Mitspieler übernommen, glauben ganz sicher zu wissen, wo es lang geht, folgen aber nicht ihrem inneren Kompass und landen schließlich in einer Sackgasse.
Doch einige Unerschrockene folgen unbeirrt dem Weg auf das höhere Level. Sie erinnern sich an ihren Lehrer und bitten diesen um Rat. Ihr Weg scheint einem geheimnisvollen Plan zu gleichen, der ohne Kompass jedoch nicht zu finden ist.
In Wirklichkeit handelt es sich um den Plan ihrer eigenen Seele, aber das wissen sie (noch) nicht. So erscheint ihnen dieser mysteriöse Weg etwas unheimlich und ungewiss, weshalb nur die Mutigen sich der Herausforderung stellen und sich weiter durchunwägbares Gelände wagen. Mit einer Strickleiter seilen sie sich ab, bis tief hinein in einen Krater, der sie durch die (eigene) Dunkelheit führt. Dort begegnen sie einem riesigen Schatten.
Einige erschrecken und ergreifen im letzten Moment die Flucht. Doch die wenigen, die weiter gehen, wachsen an den Herausforderungen und schöpfen immer mehr aus ihrer geistigen Kraft. Sie erkennen den Schatten als ihren eigenen und nehmen dieses vermeintliche Monster liebevoll in ihre Arme.
Die Spieler merken, dass das Spiel viel mehr Freude bereitet, seitdem sie es spielerisch meistern und dabei unerschrocken weiter gehen. Nun sehen sie die Welt aus einer anderen Perspektive, und eine unendliche Weite eröffnet sich ihrem Blick. Das eigentliche Spiel des Lebens hat erst jetzt wirklich angefangen. Die Spieler wissen nun: Der Weg ist das Ziel. Sie genießen den Weg und sind fasziniert von den Möglichkeiten, die sich ihnen eröffnen. Jede Hürde, die sich ihnen in den Weg stellt, nehmen sie mit Leichtigkeit und erfreuen sich an den erledigten Hausaufgaben. Sie verlassen sich ganz auf ihren inneren Kompass.
Ein völlig anderes Level in der Schule des Lebens hat begonnen. Die verbliebenen Mitspieler wissen inzwischen, dass sie voneinander lernen können und sind dankbar, im Paradies Erde leben zu dürfen. Was sich ihnen zeigt, ist mit Worten kaum zu beschreiben; alles, was sie zum Leben brauchen, ist im Überfluss vorhanden. Menschen und Tiere leben im Einklang mit der Natur und erfreuen sich bester Gesundheit. Alle Lernpartner gehen verständnisvoll miteinander um und respektieren sich in der Schule des Lebens. Sie wissen nun, dass sie alle aus einem Holz geschnitzt und dadurch miteinander verbunden sind.Nach einer langen Wanderung gelangen einige Mitspieler an eine Quelle, die auch die Quelle der Liebe genannt wird. Dort machen sie Rast und trinken vom Quellwasser.Dann laufen sie weiter den Fluss der Quelle entlang, bis dieser in einen kristallklaren Bergsee mündet. Das Wasser des Sees ist tief und rein wie ein Edelstein. Einer der Spieler schaut auf das spiegelglatte Wasser. Was dieser sieht, ist sein eigenes Spiegelbild. Dann schaut er sich tief in seine eigenen Augen und es wird ihm angenehm warm ums Herz, denn er erkennt die allumfassende, grenzenlose Liebe in sich selbst.
Herzlichen Glückwunsch! Damit ist der Gewinner am Ziel angekommen: bei sich selbst – seinem höheren Selbst. Und er darf erkennen, dass er nie mehr als einen Gedanken von seinem höheren Selbst entfernt war.
»Wir glauben zu viel an die Macht des Wissens und wissen zu wenig von der Macht des Glaubens.« (Kurt Tepperwein)
Glaube ist das Fundament, welches uns Menschen Hoffnung, Gewissheit und Sicherheit gibt und auf das wir vertrauen und bauen können. Es gibt nichts, was sich so stark in unserem äußeren Leben manifestiert wie unser innerer Glaube. Glaube entsteht durch die geistige Wahrnehmung, die in jedem Menschen angelegt ist, unabhängig davon, ob dieser daran glaubt oder nicht.
Der stärkste Glaube ist der an die Liebe. Zwar scheint das jeder Mensch zu wissen, doch viele haben den Glauben daran aufgegeben, weil sie zu oft enttäuscht wurden. Auch die Wissenschaft scheint um dieses brisante Thema einen großen Bogen zu machen.
In den staatlichen Schulen erfahren wir in der Regel weder etwas von der Macht des Glaubens noch von der Stärke der Liebe. Dabei ist es doch gerade der Glaube an die Liebe, der unser aller Leben so lebenswert macht.
Glaube ist nichts, was wir erlernen müssen; er ist in jedem Menschen angelegt. Es ist praktisch nicht möglich, an nichts zu glauben, denn Glaube entsteht aus unserer Geisteshaltung. Entscheidend ist allerdings, womit wir uns geistig identifizieren: Verharren wir in einem Glauben, der sich auf veraltete Glaubenssätze unserer Vorfahren beschränkt, oder glauben wir an uns selbst, um aus der Mühle der Fremdbestimmung heraus zu kommen. Es ist und bleibt unsere Wahl.
Ob wir es glauben oder nicht: Es ist unsere Wahl, ob unser Leben glücklich oder unglücklich verläuft. Doch weil uns meist schon von klein auf erzählt wurde, dass wir keine Wahl hätten, glauben wir oftmals nicht daran, die Wahl zu haben. Und weil wir nicht bewusst wählen, lassen wir andere Menschen oder die Umstände über uns bestimmen.
Wenn wir uns von anderen Menschen oder den Umständen leiten lassen, geschieht nicht das, was wir wirklich wollen. Und weil daraufhin nicht das geschieht, was wir wollen, glauben wir nicht, dass wir je die Wahl gehabt hätten. So entsteht ein Glaube, der uns ein ganzes Leben lang in einer Mühle gefangen halten kann. Doch wie wäre wohl unser Leben verlaufen, wenn wir von Anfang an an uns geglaubt und jedes Mal eine bewusste Wahl für uns selbst getroffen hätten?
Seitdem es Menschen gibt, gab es unabhängig von den verschiedenen Völkern dieser Erde einen Glauben an höhere Mächte. Sei es nun Gott, eine Göttin, Planeten, eine Geliebte, den Vater, einen Lehrer oder einen Heiligen. In unserer materialistischen Welt glauben viele Menschen allerdings höchstens noch an das, was die Wissenschaft dem Anschein nach beweisen kann. Unsere moderne Wissenschaft hat den Glauben durch Wissen ersetzt, sie lehnt alles Geistige ab und will uns glauben machen, dass Materie das einzig Wahre sei.
Viele Menschen glauben in ihrem Erwachsenendasein nur noch das, was sie mit ihren eigenen Augen sehen können. So sind sie auch überzeugt davon, dass sie nur ihr Körper sind. Doch letztlich ist jeder Glaube geistiger Natur. Worauf es allerdings ankommt, ist, woran wir glauben.
Manch einer glaubt nur noch seinem Arzt im weißen Kittel oder einem Anwalt in schwarzer Robe oder den Nachrichten der öffentlichen-rechtlichen TV-Anstalten. Doch weder die Wissenschaft noch die moderne Medizin können bestreiten, dass es einen sogenannten Placebo-Effekt gibt, der allein durch die Kraft des Glaubens heilt. So gesehen wäre jede Heilung eine Selbstheilung, denn tatsächlich kann der Arzt in einer Operation zwar die Knochen und die Haut zusammenfügen, doch zusammen wachsen tun sie von selbst. Hippokrates von Kos sagte einmal: »Nicht der Arzt heilt die Krankheit, sondern der Körper heilt die Krankheit.« Diese Erkenntnis gewinnen auch immer mehr moderne Mediziner; ob sie dahinter auch die Kraft des Glaubens vermuten scheint jedoch ungewiss.
Es liegt nun mal in der Natur eines jeden menschlichen Wesens, an etwas »Höheres« zu glauben, unabhängig davon, was das »Höhere« offenbart oder sein mag. Bereits in der Heiligen Schrift stand geschrieben, dass jedem Menschen nach seinem Glauben geschehe und der Glaube Berge versetzen könne. Wir müssen jedoch keine Berge versetzen, wenngleich die Macht des Glaubens immer wieder Wunder bewirkt.
Auch Jesus Christus hat die Menschen durch den Glauben geheilt. Den Überlieferungen zufolge hat er die Kranken bei seinen Besuchen zunächst gefragt: »Glaubst Du?« Und als diese geheilt waren fragten die Geheilten verwundert, wie das geschehen konnte, und Jesus antwortete laut Markus 5:34: »Meine Tochter, dein Glaube hat dich geheilt. Geh in Frieden. Du bist gesund.«
Ich bin dankbar, dass es mir im Laufe der Jahre immer stärker gelungen ist, an mich und meine innewohnende Schöpferkraft zu glauben. Das Leben hat mir bewiesen, dass alles möglich ist. Auch während meiner zwanzigjährigen Ehe ist es mir gelungen, den Glauben an die Liebe als stärkste Kraft zu bewahren. Mein Mann glaubte ebenso an die Liebe und ließ sich damals von nichts und niemanden davon abhalten, sich zu seiner dreißig Jahre jüngeren, heimlichen Geliebten zu bekennen. Es war das Wunder der Liebe, welches uns wachsen ließ, miteinander, zueinander und zusammen, bis dass der Tod uns schied. Doch der Tod war nicht das Ende, sondern ein neuer Anfang.
Woran ich vorher nicht geglaubt habe, ist mir mit einem einleuchtenden Erlebnis genau eine Woche nach dem Tod meines Mannes ins Bewusstsein gerufen worden. Schlagartig wurde mir klar, dass Seele und Geist eines Menschen nicht sterben können, weil sie Energie mit einer bestimmten Schwingung sind. Energie kann ihren Zustand zwar wechseln, aber sie kann sich nicht in nichts auflösen und das habe ich bereits in der Schule gelernt.
Doch die Energie von Geist und Seele braucht ein Medium, um sich uns Menschen zu zeigen. Ich bin mir heute sicher: Die Seele meines Mannes hat sich ein solches Medium auf die Stunde genau eine Woche nach seinem Tod in einer Stromleitung gesucht. Direkt über unserer Toreinfahrt brachte er mit seiner Energie die Leitung zum Bersten. Es gab ein gut hörbares Zischen und die Funken flogen. Das Stromkabel ward zerborsten und lag mit seinen beiden Enden aufunserem Anwesen. Meine große Tochter bekam einen Schrecken, unser Hund fing an zu bellen und ich bin augenblicklich, sozusagen mit einem »Stromschlag«, erwacht.
Ein unbeschreiblicher energetischer Schauer lief durch meinen Körper und blitzartig hatte ich eine innere Gewissheit: Mit der energetischen Kraft von Seele und Geist hat mein Mann meinen Töchtern und mir unmissverständlich gezeigt, was wir bis dahin nicht für möglich gehalten haben – nämlich, dass der Tod eines Menschen nicht das Ende seines Lebens ist.
Bis dahin hatte ich geglaubt, ein begrenzter Körper zu sein, doch heute weiß ich, dass der Körper nur unsere sterbliche Hülle für unsere unsterbliche Seele mit ihrem Geist ist. Das mag für einige Menschen befremdlich klingen, für andere sind derartige Erlebnisse und Geschichten vielleicht eine willkommene Erinnerung zu erwachen – und zwar zu sich selbst. Meist sind es genau die schwierigsten Lebenssituationen, die uns dazu auffordern, umzudenken.
Heute sehe ich es als Geschenk jedes »Verstorbenen« an, uns mit dessen Weggang die Tür zu einem neuen Leben zu öffnen.
In diesem Geschenk steckt die Chance für die Hinterbliebenen, zu erkennen, dass das Leben niemals enden kann; so, wie Energie niemals verschwinden kann.
Sie kann sich aber erneut ein Medium oder einen Körper suchen, um neue Erfahrungen auf dieser Erde zu sammeln. Der Verlust eines geliebten Menschen kann auch ein Anstoß dafür sein, die Verbindung zu diesem auf geistiger Ebene weiter zu führen. Denn der geistige Austausch kann die Hinterbliebenen nicht nur bereichern, sondern ihnen auch die Angst vor dem eigenen Tod nehmen.
Alles in diesem Universum unterliegt einem bestimmten Rhythmus, der im ewigen Kreis der Unendlichkeit, dem Stirb- und Werde-Prinzip, folgt. So drehen sich die Erde um die Sonne und der Mond um die Erde und alle sechs Stunden wechseln sich Ebbe und Flut ab. Nach jedem Winter kommt der Frühling und nach jeder Nacht folgt ein neuer Tag. Auch die Planeten ziehen in exakter Genauigkeit jeden Tag aufs Neue ihre Kreise durch den endlosen Kosmos (griechisch: Ordnung). Sie bewegen sich stetig und bleiben doch auf ihrer Umlaufbahn.
Das alles ist nicht dem Zufall überlassen, sondern basiert auf einer höheren Ordnung, für die die geistigen Gesetze stehen (auch kosmische oder universelle Gesetze genannt). Die geistigen Gesetze sind allen irdischen Gesetzen übergeordnet und wirken unabhängig davon, ob wir sie kennen, beachten oder ablehnen.
Auch wir Menschen gehören zu diesem Kosmos. Noch bevor unser Herz im Mutterleib zu schlagen begann, gab es bereits einen stetigen Impuls in uns, der im Rhythmus des Kosmos schwingt und der später in unserem Körper weiter pulsiert. Auch wenn uns das nicht bewusst ist, so sind wir eingebunden in die universelle Ordnung und somit den kosmischen bzw. geistigen Gesetzmäßigkeiten unterworfen.
Weil das Wissen um die geistigen Gesetze so elementar und machtvoll ist, wurde es über tausende von Jahren nur an sogenannte Eingeweihte weitergegeben. Heute gibt es zahlreiche Literatur dazu, darunter viele Bestseller. Ein wichtiges Grundlagenwerk, das hilft, die geistigen Gesetzmäßigkeiten in unserem Leben zu verstehen, ist das Buch »Die Praxis der geistigen Gesetze« von Kurt Tepperwein. Es beschreibt, wie wir die geistigen Gesetze optimal für uns nutzen können. In einem anderen Welt-Bestseller von Rhonda Byrne, »The Secret«, wird beschrieben, wie das Gesetz der Resonanz wirken kann, wenn man es bewusst anwendet. Dass die geistigen Gesetzmäßigkeiten wirken, ist unwiderlegbar und so ist es für mich logisch, dass hinter dieser allumfassenden Ordnung eine große universelle Kraft steht, die ich gerne als Schöpferkraft oder Gott bezeichne.
Gott ist in meiner Wahrnehmung weder männlich noch weiblich, sondern die Quelle der Schöpfung. Und diese Quelle ist geistiger Natur, sie ist die Schöpfung allen Seins. Andere Begriffe wie zum Beispiel Ursprung, Einheit, Licht, Schöpfer oder Vater meinen dasselbe und werden seit tausenden von Jahren in verschiedenen Kulturen, auf verschiedenen Kontinenten verwendet. All diese Kulturen verbindet, dass die darin lebenden Menschen an eine übergeordnete, göttliche Kraft glauben, mit der sie sich geistig und seelisch verbunden fühlen und die sie führt und bestärkt.
Stell dir vor, das Göttliche umfasst alles, was in diesem Universum und darüber hinaus existiert. Es entspricht der absoluten Einheit, und diese Einheit ist gebündelt in Licht.
Dieses Licht fällt durch ein Prisma und vervielfältigt sich wie das Licht der Sonne in unzähligen lichtvollen Strahlen. Jedes einzelne Lebewesen steht für einen ausgesendeten Lichtstrahl, natürlich verbunden mit dem einen ursprünglichen Licht aus der Einheit.Wie fühlst du dich bei der Vorstellung, dieses göttliche Licht in dir zu tragen?
Kannst du dir vorstellen, welche Kräfte in dir ruhen?
Hast du Lust, diese Kräfte anzunehmen und freizusetzen?
Willst du das ganze Potenzial in dir zum Erleuchten bringen?
Liebe ist die eine Kraft, die alles ist, sie ist das Ein und Alles, das Alpha und das Omega, das Non plus Ultra. Sie hat weder einen Anfang noch ein Ende, sie ist grenzenlos und bedingungslos. Sie ist immer da, wo auch immer du bist, denn sie ist die reinste Essenz in dir selbst. Liebe ist und bleibt dein Seins-Zustand, selbst wenn dir das nicht immer bewusst ist.
Liebe zu beschreiben ist eigentlich gar nicht möglich, denn sie ist kaum in Worten fassbar. Schließlich ist sie ein Befinden, das nur in dir selbst erlebbar ist. Dennoch möchte ich nichts unversucht lassen, sie dir mit meinen Worten näher zu bringen, zu erläutern und zu vermitteln. Dabei möchte ich dich auch daran erinnern, dass du selbst die göttliche Liebe in dir trägst und sie niemals verlieren kannst.
Liebe nährt dich, sie verleiht dir Mut, sie gibt dir Kraft, sie trägt und hält dich, gibt dir Sicherheit und Frieden. Sie bringt dich in die höchste energetische Schwingung, sie verleiht dir sozusagen Flügel. Sie macht dich glückselig und erfüllt dein Leben mit Sinn.
Es gibt unendlich viele Lieder weltweit, die die glückliche und unglückliche Liebe besingen; kaum ein Spielfilm, der nicht von Liebe handelt und mit einem Happy End oder aber Drama endet. Unzählige Romane erzählen von tragischer Liebe. Altes und neues Wissen versucht, die Geheimnisse der Liebe zu offenbaren. Und doch scheint uns ihre praktische Umsetzung in Form einer erfüllten, ausgeglichenen Partnerschaft ein ewiges Rätsel zu bleiben. Wir beißen uns an ihr die Zähne aus und dabei entpuppt sie sich oftmals als ein seltsames Spiel.
Ungeachtet dessen dreht sich alles in unserem weltlichen Leben um die Liebe. Der Liebe verdanken wir unser Leben. Liebe ist alles, doch ohne Liebe ist alles nichts. Und so suchen wir Menschen ein Leben lang die Liebe in einem anderen Menschen, um uns wieder vollständig zu fühlen, anzukommen und glücklich zu sein.
Getrieben von der Sehnsucht nach der einen Liebe suchen wir sie in einem anderen Menschen. Und haben wir sie dann gefunden, möchten wir sie für immer festhalten, doch manchmal entgleitet sie uns einfach aus den Händen. Und so suchen wir weiter, ohne zu wissen, wo wir sie wirklich finden können. Auf unserer Suche nach der großen Liebe müssen wir gelegentlich einiges einstecken. Nicht selten fühlen wir uns gedemütigt, verletzt, desillusioniert, enttäuscht und geben zwischenzeitlich frustriert, mutund hoffnungslos die Suche nach ihr auf. Verletzungen pflastern den einst so faszinierenden Weg, den wir so hoffnungsvoll angetreten sind und nun als Baustelle hinter uns lassen.
Mit einem Rucksack voller Ängste und Sorgen, aber auch Zuversicht und Hoffnungen machen wir uns irgendwann erneut auf die Suche nach der großen Liebe. Denn–ob wir es wollen oder nicht – sie ist jener Antrieb, der uns immer wieder an unsere innere Kraft glauben lässt und wahre Wunder in uns bewirkt.
Jeder Mensch kann sich wahrscheinlich an seine erste große Liebe erinnern, und so mancher hat diese vielleicht an seiner Seite. Ich war dreizehn Jahre alt, als ich mich zum ersten Mal in einen Mann verliebte, ohne überhaupt zu wissen, dass es Liebe war. Noch kannte ich keinen Namen für dieses Gefühl, was sich in mir als Wärme im Bereich meines Herzens zeigte. Jedes Mal, wenn ich mich in der Nähe dieses Mannes befand, war ich besonders aufgeregt und gleichzeitig fühlte ich mich glücklich, beschwingt und sicher.
Meine Eltern konnte ich nicht fragen, was es mit diesem Gefühl auf sich hatte. Vor dem besagten Mann hielt ich meine Gefühle ebenso geheim. Schließlich war es damals nicht mein Ansinnen, mit ihm eine Beziehung einzugehen. Es reichte mir, von ihm zu träumen.
Als guter Freund der Familie kam er meine Eltern in regelmäßigen Abständen besuchen. Jedes Mal schlug mein Herz höher, sobald ich ihn nur von weitem sah. Irgendwann ahnte ich, dass ich mich in ihn verliebt hatte, wusste aber auch, dass er ein Tabu für mich war. Denn schließlich war er nicht nur um einiges älter als ich, sondern auch verheiratet. So blieb diese Liebe mehr als fünf Jahre lang unerfüllt, obwohl sie mich bereits in meinen Träumen erfüllte. Heute weiß ich, dass wir auf Seelenebene schon damals miteinander verbunden gewesen waren und in ständiger telepathischer Kommunikation standen. Dieser Mann, der für mich damals unerreichbar zu sein schien, wurde später mein Ehemann.
Mehr als zwei Jahrzehnte sind wir durch gute und durch schlechte Zeiten gegangen und waren stets füreinander da. Schon damals hatte ich den Eindruck, dass wir von einer höheren Macht geführt wurden. Heute bin ich sicher: Weil wir uns wahrhaft liebten, waren wirgesegnet von der göttlichen Quelle. Denn Liebe verwandelt alles ins Positive, was sie berührt.
Jeder Mensch strebt nach Liebe und erhofft sich, durch sie glücklich zu werden. Glücklichsein ist ebenso wie die Liebe ein Seins-Zustand. Doch wo keine Liebe ist, ist auch kein Glück, weil Glücklichsein nicht ohne Liebe erfahren werden kann. Zu lieben fängt also immer mit dem Geben an.
»Liebe ist das einzige, was sich verdoppelt, wenn man es teilt« – so formulierte es einst der Dichter Clemens Brentano. Verschenken wir unsere Liebe, so kommt sie zurück und das ist es, was uns glücklich macht. Inzwischen gibt es sogar wissenschaftliche Studien, die belegen, dass Liebe die Entzündungswerte im Blut senkt und das Herz-Kreislauf-System besser arbeiten lässt. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Mutterliebe, Geschwisterliebe, Tierliebe, Nächstenliebe oder partnerschaftliche Liebe handelt. Was zählt, ist das Gefühl von Geborgenheit, Zufriedenheit und Einheit.
Auch erotische Liebe kann heilend wirken. Das bewusste, achtsame Vereinen auf körperlich-sexueller Basis stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl. Außerdem schüttet der Körper bereits bei innigen Umarmungen die Wohlfühlhormone Oxytocin und Dopamin aus. Das pusht das Immunsystem und stärkt die Abwehrkräfte. Für unser organisches Herz ist Liebe reines Lebenselixier; auch das belegen zahlreiche medizinische Studien. Menschen, die sich geliebt fühlen, sich selbst lieben und/oder andere lieben, werden seltener herzkrank. So kam eine Langzeitanalyse der Oxford-Universität zu dem Ergebnis, dass Menschen in Beziehungen oder mit regelmäßigen Kontakten zu Freunden seltener an Demenz und Herzinsuffizienz erkrankten. Liebe und Zärtlichkeit wirken heilend auf den Körper, verbindend auf die Seele und belebend auf den Geist.
Obwohl wissenschaftliche Langzeitstudien und medizinische Kurzeitstudien allesamt belegen, dass die Liebe sich positiv auf die menschliche Gesundheit auswirkt, bleibt trotzdem eine Frage offen: Warum ist die weltweit häufigste Todesursache laut WHO nach wie vor die Herzerkrankung?
Ist ausgerechnet das einfachste auf der Welt, zu lieben, so schwierig, wenn es um die Liebe zu uns selbst in Verbindung mit der gelebten, ausgedrückten Liebe zwischen den Menschen geht? Hast du dich schon mal gefragt, wofür du lebst? Kannst du dir diese Frage in der Tiefe beantworten?
Wir kamen nackt auf diese Welt; was wir mitbrachten, war die Liebe. Doch mit dem Alter wachsen wir meist aus diesem reinen, unschuldigen Zustand heraus und verlieren immer mehr die Verbindung zu uns selbst und zu unserer innewohnenden Essenz, der Liebe. Seither laufen wir dem Schein hinterher und übersehen dabei das innere Sein. Wir suchen die Liebe im Außen – in der Arbeit, im Hobby, imLuxus oder anderen Dingen, die uns vorübergehend glücklich machen. Doch die Liebe ist keine Sache, kein Besitz, keine Arbeit und auch kein Ziel.
Sie ist das größte Potenzial in uns selbst, denn sie ist unser wahres Wesen. Wir tragen einen Schatz in unserem Herzen und dieser wartet nur darauf, von uns in Besitz genommen zu werden.
Auch jeder andere Mensch trägt diesen Schatz in sich. In einer Liebesbeziehung haben wir ihn schon leuchten sehen. Zuerst waren wir geflasht von der Magie, die das neue, unbekannte Wesen ausstrahlte. Bei näherem Hinsehen endeckten wir allerdings die Schattenseite, die plötzlich zum Vorschein kam. Und auch der Partner sah nicht mehr das Licht, sondern auf einmal einen übergroßen Schatten in seinem einst geliebten Wesen. In vielen Beziehungen ist dies der Auftakt für ein verrücktes Drama von Schuldzuweisungen und Rechthabenwollen.
Doch ein Zeichen wahrhaftiger Liebe ist, dass sie nicht verletzt. Sie erwartet nichts und bleibt beständig. Unabhängig von den äußeren Gegebenheiten sieht sie das Licht der Liebe auch dann im anderen leuchten, wenn dieser gerade nicht in der Liebe zu sein scheint.
